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Bündnis umFAIRteilen Berlin ruft zum Aktionstag am 13. April ab 13 Uhr am Potsdamer Platz auf

Pressemitteilung

 

Bündnis umFAIRteilen ruft zum Aktionstag am 13. April ab 13 Uhr am Potsdamer Platz auf

 

UmFAIRteilen AktionstagMit einer Menschenkette und dem symbolischen Umverteilen von Geld für soziale Zwecke ruft das Bündnis umFAIRteilen am 13. April ab 13 Uhr zum Aktionstag auf. Vertreterinnen und Vertreter von Wohlfahrts- und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften und UnterstüzerInnen des Bündnisses werden anschließend auf einer Kundgebung sprechen.

 

Susanne Kahl-Passoth, Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: „Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Berlin ist die Hauptstadt der Kinderarmut. Gerade die Kinder aus einkommensarmen Familien in Berlin leiden unter den Kürzungen im sozialen Bereich. Ich kann es nicht mehr hören, dass die klammen öffentlichen Kassen der Grund für Einsparungen sind. Damit muss Schluss sein. Wir als Diakonie fordern eine solidarische Gesellschaft, in der die Starken für die Schwachen einstehen.“

 

Ursula Engelen-Kefer, Sozialverband Deutschland: „In der Bundesrepublik erleben wir eine weitere Entsolidarisierung durch die Verschärfung der Umverteilung von unten nach oben. In den Euro-Krisenländern werden immer mehr Menschen ins Elend gestützt. Dringend erforderlich ist die Umkehr in der Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik: Vermögende müssen ihren solidarischen Anteil an der Krisenbewältigung leisten.“

 

Heidi Knake-Werner, Volksolidarität Berlin: „Berlin wird älter und ärmer. Immer mehr ältere Menschen beziehen eine Rente, die zum Leben nicht reicht. Besonders betroffen sind allein erziehende Frauen und diejenigen, die jahrelang zu Niedriglöhnen gearbeitet haben. Die Weichen in die Altersarmut hat die Bundesregierung mit ihrer grundfalschen Rentenpolitik gestellt.“

 

Astrid Westhoff, ver.di Berlin-Brandenburg: „Gerade wir in Berlin merken, was es heißt wenn Reiche nicht genug Steuern zahlen. Das heißt im Klartext: Öffnungszeiten in Ämtern und Bibliotheken werden eingeschränkt, Schulen und andere öffentliche Gebäude stehen im Sanierungsstau, und im Essen ist Pferd anstatt Rind, weil die Ämter nicht häufig genug kontrollieren können.“

 

Das Bündnis umFAIRteilen tritt deutschlandweit für die Einführung einer einmaligen Vermögensabgabe, einer Vermögenssteuer und dem Umverteilen von Reichtum für soziale Zwecke ein. Am 13. April werden in über 40 Städten Aktionen stattfinden. In Berlin wird es Informationen, Kultur und Talk geben, unter anderem mit den oben genannten Unterstützerinnen, mit VertreterInnen von GEW, NaturFreunden, Attac, AktivistIinnen von Zwangsräumungen verhindern, Hartz IV-Widerstand und blockupy Berlin.

 

Fototermin: 13.15 Uhr am Potsdamer Platz. In einer Menschenkette vom Spielcasino am Marlene-Dietrich-Platz zum Potsdamer Platz wird symbolisch Reichtum umverteilen.

 

Berlin, den 9.4.2013

 

Kontakt:

Büdnis umFAIRteilen

c/o DWBO

Lena Högemann, Pressesprecherin

Tel.: 030 – 820 97 111

Mobil: 0173 – 60 333 22

Email: diakonie-pressestelle@dwbo.de

Alternativer Geschäftsbericht der DB AG vom Bündnis Bahn für Alle vorgelegt

Pressemitteilung Bündnis Bahn für Alle

Berlin, 21.3.2013

bahn für alleAnlässlich der jährlichen Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bahn AG haben Aktivistinnen und Aktivisten vom Bündnis Bahn für Alle heute Morgen in Berlin protestiert. Mit großen Kellen, die sich zu den Worten „GEWINNWAHN“ und „GEMEINWOHL“ zusammensetzten, stellten sie den Gegensatz zwischen der von der DB AG vorgelegten Bilanz und den Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger an die Bahn dar. „Der Vorstand der DB orientiert sich nur noch nach den Bilanzgewinnen und schaut viel zu wenig darauf, welche Folgen das für die Fahrgäste und nicht zuletzt auch für die Umwelt hat“, sagte Bernhard Knierim vom Bündnis Bahn für Alle. „Seit Jahren gibt es massive Verspätungen aufgrund der Sparmaßnahmen, es herrscht das bekannte S-Bahn-Chaos in Berlin, es werden Strecken abgebaut und Bahnhöfe geschlossen – alles um einen angeblichen Gewinn in der Bilanz auszuweisen, der letztendlich ohnehin nur durch die staatlichen Subventionen zustande kommt.“

Dazu erklärt das “Bündnis Bahn für alle”:

„Bahnchef Rüdiger Grube präsentiert mit der Jahresbilanz 2012 und dem dazu gehörenden Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG 2012 Zahlen, die den Grundrechenarten Hohn sprechen.
Beispiel 1: Herr Grube spricht von einem ‚Rekordgewinn von 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2012‘. Tatsache ist, dass dem DB Konzern im selben Jahr rund 8 Milliarden Euro an Bundesmitteln zuflossen. 8 minus
2,7 = 5,3 Milliarden Euro VERLUST.
Beispiel 2: Der Geschäftsbericht, den Herr Grube präsentiert, spricht von ‚einer Rekordzahl im Fernverkehr mit 131 Millionen Fahrgästen‘. Tatsache ist, dass es 1994 139 und 1997 sogar 152 Millionen Fahrgäste im Fernverkehr waren. Auch die 131 Millionen im Jahr 2012 bedeuten also 21 Millionen Fahrgäste VERLUST.
Beispiel 3: Die Deutsche Bahn AG behauptet, die Preise im Bahnverkehr jeweils moderat und weitgehend entsprechend der Inflation angehoben zu haben. Tatsache ist: Seit 2003 stiegen die offiziellen Preise von Bahntickets um 35 Prozent, die offizielle Inflationsrate lag laut Statistischem Bundesamt bei 17,3 Prozent. 35 minus 17 = 18 Prozent reale Preiserhöhung.
Beispiel 4: Herr Grube erklärt auf der Bilanzpressekonferenz, ein Ausstieg bei Stuttgart 21 komme die Bahn teurer als ein Weiterbau. Tatsache ist, dass Herr Grube vor der Volksabstimmung vom 27. November 2011 seinem Aktionär, dem Bund, und den Wählerinnen und Wählern in Baden-Württemberg fest zugesagt hatte: Die Stuttgart-21-Kosten von 4,56 Milliarden Euro sind die Obergrenze und die ‚Sollbruchstelle‘ für einen Ausstieg. Tatsache ist: 6,8 Milliarden Euro aktueller Gesamtkosten für S21 minus 4,6 Milliarden ‚Obergrenze 2011‘ = 2,2 Milliarden Euro VERLUST oder ein Überschreitung der ‚Sollbruchstelle‘ um diesen Betrag.“

Bahn für Alle stellt fest: In den genannten vier Bereichen verletzen die Deutsche Bahn AG und Bahnchef gegen die Grundrechenarten. Das Bündnis Bahn für Alle dokumentiert in seinem neuen Alternativen Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG 2012 Dutzende anderer solcher Beispiele für eine wenig überzeugende Bilanz. Insbesondere kritisiert das Bündnis: Die Deutsche Bahn AG weigert sich, ihre Hausaufgaben zu machen. Sie setzt den Gewinn, der weitgehend auf staatlichen Unterstützungsgeldern basiert, dazu ein, eine aggressive Aufkaufspolitik im Ausland zu betreiben. Gleichzeitig fährt sie im Inland, im eigentlichen Bahngeschäft, auf Verschleiß: eine marode Infrastruktur, vernagelte und aufgegebene Bahnhöfe und veraltetes Wagenmaterial dokumentieren diese ernüchternde Gesamtbilanz.

Der Alternative Geschäftsbericht der DB AG 2012 kann hier heruntergeladen werden:
http://www.bahn-fuer-alle.de/media/docs/2013/AltGeschBer2012.pdf

 

Das Bündnis “Bahn für alle” ist ein Zusammenschluss von:

 

 

dju in ver.di protestiert scharf gegen Wohnungsdurchsuchung bei Pressefotografen

Eingriff in Pressefreiheit

06.02.2013

verdi_farbeDie Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju in ver.di) protestiert scharf gegen einen Polizeieinsatz, bei dem heute in den frühen Morgenstunden LKA-Beamte aus Berlin, Brandenburg und Hessen sowie dutzende uniformierter Polizisten die Wohnungen von fünf Pressefotografen in Berlin und Brandenburg durchsucht haben. Laut Durchsuchungsbeschluss war Ziel der Aktion, an Fotomaterial von einer Demonstration am 31.3.2012 in Frankfurt am Main zu kommen. Die Beamten kopierten Fotodateien aus den Computern der betroffenen Fotografen-Kollegen: „Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang“, kritisierte die dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß die Durchsuchungen. „Da sollen Pressevertreter mit brachialen Methoden gezwungen werden, Hilfspolizisten zu spielen. Die durchgeführten Maßnahmen entbehren jeder Verhältnismäßigkeit und entsprechen keinerlei rechtsstaatlichen Standards.“

Die Pressefotografen seien bereits im Vorfeld von der Polizei angeschrieben und um die Herausgabe von Material gebeten worden, das als Beweis gegen Demonstranten hätte dienen können: „Dabei hätte die Polizei es belassen müssen“, stellte Haß klar. Die heute durchgeführten Aktionen verstießen gegen die Pressefreiheit und seien vollkommen inakzeptabel.

Herausgeber:

Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di
Bundesgeschäftsführung

Tagung: Droht der große Kladderadatsch?

Droht der große Kladderadatsch?
Staaten retten die Banken! Wer rettet den Sozialstaat, das Klima und die Umwelt, weltweite Gerechtigkeit und Solidarität?

Programm:

10.30 -13 Uhr: Bricht der Kapitalismus zusammen?
Einschätzung der gegenwärtigen Krise, Grundsätzliches zum Zusammenbruch des Kapitalismus, Anmerkungen zur sog. Ökologischen Krise
Referent: Dr. Thomas Gehrig, Ffm, links-netz, Redaktion express

14.30 – 17.30 Uhr: Umfairteilen!? Transformation unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems?!
Warum machen die Naturfreunde bei der Kampagne „Umfairteilen“ und beim „Transformationskongress“ von DGB, EKD u.a. mit? Warum und wie gefährden die Finanz-, Umwelt- und Hungerkrisen die Demokratie, die Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme?
Fragen über Fragen! Wie lauten Antworten?
Referent: Uwe Hiksch, Berlin, Bundesvorstand Naturfreunde, ehemaliger MdB SPD und Die Linke

ab 19.30h: Klaus der Geiger und Antje von Wrochem, Straßenmusiker, Köln spielen uns und den Verhältnissen zum Tanz auf!

Termin: am Samstag, 01. Dezember 2012 ab 10.30 Uhr
Ort: Naturfreundehaus Elmstein, Esthalerstr. 63 – 67, 67471 Elmstein-Harzofen.
Tel. 06328 – 229, info@naturfreundehaus-elmstein.de,

www.naturfreundehaus-elmstein.de

Anreise ÖPNV: mit S-Bahn S1/S2, 8.34h ab HD, 8.55h ab MA-Hbf Richtung KL/Homburg bis Lambrecht(9.37h), ab Bahnhofvorplatz 9.43h mit Bus 517 Richtung Iggelbach bis Appenthal(10.02h). dann 20min per Fuß ins NFH oder dort rechtzeitig vorher anrufen (t: 06328-229) für Abholung.
Mit PKW: Fahrgemeinschaften bilden

Essen und Trinken im Naturfreundehaus. Sonderpreis für Übernachtung/Frühstück:
20 €/Bett. Spende als Teilnehmerbeitrag fürs Abendprogramm.

Eine Veranstaltung von Naturfreunde und attac Ludwigshafen, ver.di und Zukunftsforum Gewerkschaften Rhein-Neckar im Naturfreundehaus Elmstein

Bündnis Umfairteilen: Zivilgesellschaft fordert stärkere Besteuerung von Reichtum und ruft zu bundesweitem Aktionstag am 29. September auf

Pressemitteilung

03.08.12
Eine stärkere Besteuerung großer Vermögen zur Finanzierung des Sozialstaats und notwendiger Reformen fordert das Bündnis „Umfairteilen – Reichtum besteuern!“, das heute von Attac, ver.di und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin vorgestellt wurde. Erstmalig manifestiert sich damit eine breite gesellschaftliche Bewegung für eine Politik der sozial gerechten Umverteilung in Deutschland. Das Bündnis, dem sich neben Attac, Gewerkschaften und Sozialverbänden auch Migrantenverbände, Jugend- und Studierendenorganisationen, die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe sowie weitere zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen angeschlossen haben, warnt vor Kahlschlagkürzungen zu Lasten des Gemeinwesens und ruft zu einem bundesweiten Aktionstag am 29. September 2012 auf.

„In ganz Europa erleben wir derzeit eine brutale Kürzungspolitik, die zu gravierenden sozialen Verwerfungen führt und den gesellschaftlichen Frieden ernsthaft gefährdet. Wir werden uns nicht aus der Krise heraus sparen können. Wir brauchen endlich eine ehrliche Debatte über die Kosten der Krise und eines funktionierenden Sozialstaats auf der einen Seite und die ungleiche Verteilung von Reichtum auf der anderen Seite“, fordert Bündnisinitiatorin Jutta Sundermann von Attac Deutschland. Der öffentlichen Armut in Deutschland stehe ein Privatvermögen von über acht Billionen Euro gegenüber. Allein die privaten Vermögen des reichsten Prozents der Bundesbürger seien höher als alle Schulden von Bund, Ländern und Kommunen zusammen. Die positive Resonanz der ganz unterschiedlichen Partner, die in dem Bündnis erstmals zusammen agieren, belege, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht
länger bereit sei, die wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft zu akzeptieren.

Konkret fordert das Bündnis eine dauerhafte Vermögenssteuer sowie eine einmalige Vermögensabgabe. Darüber hinaus sei u.a. die stärkere Besteuerung hoher Einkommen, großer Erbschaften, finanzstarker Unternehmen und von Kapitalerträgen erforderlich. „Solange Deutschland ein Steuerparadies für Vermögende, Erben und Spekulanten darstellt, sind der Sozialstaat und seine Handlungsfähigkeit in den Bereichen Bildung, Umwelt, und Gesundheit bedroht. Um eine sozial gerechte Haushaltskonsolidierung und dringend notwendige öffentliche Investitionen zu gewährleisten, muss steuerpolitisch die Einnahmenseite gestärkt werden. Die Zeit ist reif für Umverteilung“, so Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Das Bündnis appelliert an die Bevölkerung, sich mit zu engagieren und ruft zur Teilnahme am bundesweiten Aktionstag im September und darüber hinaus auf. „Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, der Sozialstaat sei ohne Kostensteigerungen zu haben. Wenn wir auch in Zukunft eine würdige Pflege im Alter, Bildungschancen für jedes Kind und eine Arbeitsmarktpolitik haben wollen, die keinen zurücklässt, müssen wir von einem Investitionsbedarf von über 20 Milliarden Euro ausgehen“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Die Reserven sind erschöpft. Ohne spürbare Umverteilung und eine neue Solidarität zwischen Reich und Arm wird es diesen Sozialstaat künftig so nicht mehr geben“, warnt Schneider.

Interessierte Einzelpersonen und Organisationen können sich auf der Homepage des Bündnisses als Unterstützer/innen registrieren lassen. Am 29. September 2012 findet ein bundesweiter Aktionstag als Auftakt der gemeinsamen Bündnisaktivitäten statt. Eine Vielzahl von weiteren Aktionen ist für das Jahr 2013 geplant.

Details unter: www.umfairteilen.de
Berlin, 3. August 2012
Pressekontakt: Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636-305, E-Mail: pr@paritaet.org

Gegen Fiskalpakt und ESM

Am Freitag werden Bundestag und Bundesrat über die „gewaltigen Vertragswerke zur Euro-Rettung“ (Süddeutsche) ab: den Fiskalpakt und den ESM. Was die Kritik daran angeht, ist in den vergangenen Tagen viel geschrieben worden; was die Haltung der rot-grünen Opposition betrifft, ebenso. Politischer Widerstand kommt allenfalls von ein paar Linken aus SPD und Grünen, von der Linkspartei sowie sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und linken Gruppen. Zumeist bleibt es – wie beim DGB – bei Rhetorik, zur historischen Parlamentsabstimmung wird es wohl nur einige kleinere Proteste geben. Größere Wellen werden die Verfassungsklagen gegen ESM und Fiskalpakt schlagen.

In Berlin rufen NaturFreunde, Attac und Verdi zu einer Protestkundgebung um 16 Uhr vor dem Reichstag auf. „Der Fiskalvertrag zementiert eine ökonomisch unsinnige und unsoziale Politik.“, heißt es in einem Aufruf. Er zwinge „alle Länder zu einer Politik der Ausgabenkürzung. Die Folgen sind absehbar: Sozialabbau, niedrigere Löhne im Öffentlichen Dienst und Privatisierung in Bund, Ländern und Kommunen“. Der Europäische Stabilitätsmechanismus sei dagegen „de facto ein Bankenrettungsschirm. Milliardenschwer, steht er für eine Umverteilung der Kosten der Krise von arm zu reich und mit seinen enormen Kompetenzen für eine weitere Erosion von Demokratie in Europa“.

Bereits um 15 Uhr will FelS vor dem Kanzleramt „Gegen Krise und Kapitalismus“ protestieren. Man sei „diese neoliberale, unsoziale und anti-demokratische Politik ebenso leid wie die rassistischen Attacken auf die griechische Bevölkerung“, heißt es in ihrem Aufruf. „Reden wir stattdessen von den menschenverachtenden Folgen dieser Politik. Reden wir über die autoritäre Wende Europas und deutsche Niedriglöhne als Krisenursache. Reden wir vom unangetasteten Vermögen der Wenigen und dem Leid der Vielen. Reden wir von unserer Bewunderung für den Widerstand in der griechischen Bevölkerung. Fordern wir das Selbstverständliche: Echte Demokratie und ein gutes Leben in Würde für alle – in Europa und anderswo.“

Ebenso wie von FelS wird auch von dem Attac-Bündnis jeglicher Versuch von Rechtsradikalen zurückgewiesen, die Proteste gegen die EU-Politik der Bundesregierung für NPD-Positionen und Rechtspopulismus zu instrumentalisieren. Für 16 Uhr ruft die NPD zu einer Kundgebung auf, die laut Polizei am Potsdamer Platz stattfinden soll und unter dem Motto „Wir wollen nicht Zahlmeister Europas sein – Nein zum ESM!“ steht.

Die Linkspartei wird am Freitag als einzige im Bundestag geschlossen gegen Fiskalpakt und ESM stimmen. Gegner wird es freilich auch in anderen Fraktionen geben – aus ganz unterschiedlichen Motiven. Ablehnung wird auch von linken Abgeordneten von SPD und Grünen erwartet, die Linksfraktion hat mehrere Anträge gegen die Ratifizierung von ES und Fiskalpakt eingereicht. Der Bundesrat hat, um am Freitag unmittelbar nach dem Bundestag abstimmen zu können, auf alle ihm zustehenden Prüffristen verzichtet, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das rot-rot regierte Brandenburg wird in der Länderkammer den Beschlüssen zu Fiskalpakt und ESM nicht zustimmen: weil die Linke dagegen ist.

Nach der Abstimmung ist dann vor der verfassungsrechtlichen Prüfung. Insgesamt sind Karlsruhe bereits fünf Klagen gegen Fiskalpakt und ESM angekündigt worden: unter anderem die Linksfraktion, die ehemalige SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin und der Verein „Mehr Demokratie“ und eine Kläger-Gruppe um den Nürnberger Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider sowie der CSU-Politiker Peter Gauweiler. Von dem liegt ein Klageentwurf bereits vor, die Verfassungsbeschwerden eines ungenannten Bürgers ebenso, sagte eine Sprecherin des Bundesverfassungsgerichts laut Nachrichtenagenturen. (tos)

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Proteste gegen Fiskalpakt – Abstimmung vor dem Bundestag

Anlässlich der Abstimmung des Bundestags über den Fiskalpakt am Freitag, 29.6.2012, rufen die NaturFreunde Deutschlands, Attac, ver.di Berlin und die VVN-BdA zu einer Kundgebung unter dem Motto „Demokratie und Solidarität statt Fiskalpakt!“ auf. Das Veranstalterbündnis fordert die Abgeordneten auf, den Fiskalpakt und den ESM abzulehnen.

Zeit 16 Uhr, 29. Juni 2012
Ort Reichstagswiese vor dem Reichstag (Platz der Republik), Berlin

Die Kundgebung findet teilweise parallel zu der Debatte über den Fiskalpakt im Deutschen Bundestag statt (Beginn 17:00 Uhr). Der Aufruf wird auch von der Partei DIE LINKE und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD unterstützt.

RednerInnen (u.a.):
Sonja Staack, Vorsitzende ver.di Berlin
Uwe Hiksch , NaturFreunde Deutschlands
Alexis J. Passadakis, Attac Deutschland

Zur Kundgebung sind auch Abgeordnete eingeladen, die angekündigt haben, gegen den Fiskalpakt zu stimmen:
Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen
Sahra Wagenknecht, DIE LINKE

Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands: „ Der Fiskalpakt zerstört die Demokratie in der Europäischen Union. Wenn ein demokratisch nicht legitimiertes Gremium in die Haushaltshoheit der Parlamente eingreifen kann, ist dies ein Rückfall in die vorparlamentarische Zeit. Die NaturFreunde Deutschlands fordern konkrete Hilfen für die von der Krise besonders betroffenen Staaten und ein Ende der wirtschaftspolitisch unsinnigen Spardiktate.“

Sonja Staack, ver.di Berlin: „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können nichts für diese Krise – aber sie sollen ständig dafür zahlen. Mit dem Fiskalpakt wird die Sparpolitik in der EU zur Primärtugend erhoben. Darunter leidet die öffentliche Daseinsvorsorge, auf die gerade Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angewiesen sind. Darunter leiden alle, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, die der Staat nicht mehr leisten kann. Und darunter leiden die Löhne, die europaweit weiter gedrückt werden sollen. Deshalb ruft ver.di alle Bundestagsabgeordneten auf: Stimmt mit Nein!“

Alexis Passadakis, Mitglied in Rat von Attac: „Der Fiskalpakt ist ein undemokratisches und unsoziales Monster, das Europa weiter in die ökonomische Rezession drücken wird. Die Regierenden haben nichts aus der Weltwirtschaftskrise gelernt. Nicht die Ausgaben der staatlichen Haushalte sind das Problem, sondern die Einnahmeseite. Notwendig ist deswegen eine gerechte Besteuerung großer Vermögen, wie eine europäisch koordinierte Vermögensabgabe und ein Schuldenerlass für die öffentlichen Haushalte.“

Dirk Stegemann, Berliner VVN-BdA: “Der Fiskalpakt forciert soziale Ungleichheit und Rassismus. Wir sagen NEIN! Der Widerstand dagegen ist immens wichtig, darf aber nicht zu Lasten einer klaren Abgrenzung zu Nazis, Rassisten und Rechtspopulisten gehen. Mit denen sind weder Demokratie noch Freiheit oder Solidarität möglich.”
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Für Nachfragen/Pressekontakte am Freitag:
· Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands, (0176) 62 01 59 02, hiksch@naturfreunde.de
· Sonja Staack, ver.di Berlin, (0160) 96 71 60 06, sonja.staack@verdi-berlin.de
· Alexis Passadakis, Mitglied im Rat von Attac, (0170) 2 68 44 45, al

Protest vor dem Bundestag: Demokratie und Solidarität statt Fiskalpakt!

Am 29.06. stimmt der Deutsche Bundestag über den Fiskalpakt ab. Wir wollen mit einer Protestkundgebung vor dem Reichstag deutlich machen, dass wir Nein sagen.

 

Am 29.06.2012

16.00 Uhr

Vor dem Reichstag

Bitte macht die Veranstaltung bekannt und kommt mit vielen Leuten!

Aufruf:

Demokratie und Solidarität statt Fiskalpakt!

Für ein soziales Europa statt Bankenrettungen und „Schuldenbremsen“

Der europäische Fiskalverstrag ist fundamental unsozial und anti-demokratisch. Er bedroht die parlamentarische Demokratie und die sozialen Errungenschaften in allen Unterzeichnerstaaten.

Dieser Vertrag ist ein massiver Angriff auf demokratische Prinzipien und eine substanzielle Selbstentmachtung der nationalen Parlamente, auch des Bundestages. Eines der wichtigsten Rechte des Parlaments – das Haushaltsrecht – wird durch den Zwang, Schuldenbremsen in die nationalen Verfassungen einzuführen, sowie durch die automatischen Korrektur- und Sanktionsmechanismen, massiv eingeschränkt.
Bei Ländern im Defizitverfahren erhalten die Europäische Kommission und der Rat künftig sogar ein Vetorecht gegenüber den nationalen Haushaltsplänen. Auf diese Weise werden die gewählten Volksvertretungen beschnitten, die Macht der europäischen Exekutive ausgebaut. Die Idee der Gewaltenteilung wird mit Füßen getreten.

Der Fiskalvertrag zementiert eine ökonomisch unsinnige und unsoziale Politik. Angeblich geht es beim Fiskalpakt darum, Staatsschulden abzubauen. Doch die Einnahmeseite bleibt völlig außer Acht. Der Fiskalvertrag zwingt alle Länder zu einer Politik der Ausgabenkürzung. Die Folgen sind absehbar: Sozialabbau, niedrigere Löhne im Öffentlichen Dienst und Privatisierung in Bund, Ländern und Kommunen. Aus ökonomischer Perspektive verschärft der Vertrag durch den Kürzungszwang die Rezessionstendenzen in Europa. Die aggressive Kürzungspolitik die die Troika (EZB, EU-Kommission und IWF) in Griechenland, Portugal und Irland betreibt soll in der ganzen EU durchgesetzt werden.

Zur Abstimmung steht auch der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), de facto ein Bankenrettungsschirm. Milliardenschwer, steht er für eine Umverteilung der Kosten der Krise von arm zu reich und mit seinen enormen Kompetenzen für eine weitere Erosion von Demokartei in Europa.

Deshalb Nein zum Fiskalpakt! Für ein demokratisches und solidarisches Europa!

NaturFreunde Deutschlands, Attac Deutschland, Verdi Berlin, Berliner VVN-BdA

 

 

Ablauf der Protestkundgebung:

 


ab 15.40 Uhr

Musik von Sascha (SDS)

 

16.00 Uhr Beginn der Kundgebung

  Begrüßung durch NaturFreunde, Uwe Hiksch

 

16.05 – 16.15 Uhr

Rede von Sonja Staack (stellv. Vorsitzende Verdi Berlin)

 

Musik (5 Min.)

 

16.20 – 16.40 Redner_innen aus SPD, Grünen und Linken

Werner Schieder (SPD, angefragt)

Sahra Wagenknecht (DIE LINKE)

Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen)

 

Musik (10 Min.)

 

16.50 Uhr

Internationaler Gast aus Griechenland

Redner_in von den Gewerkschaft

 

Musik (5 Min.)

 

17.10 Uhr

Redner_in Partei DIE LINKE

 Gotthard Krupp (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD)

 

Musik (5 Min.)

 

17.40 Uhr

 

Redner_in von blockupy (angefragt)

Dirk Stegemann (Berliner VVN-BdA)

 

Musik (5 Min.)

 

18.00 Uhr

 

Abschlussrede Alexis Passadakis (Attac)


Blockupy Frankfurt

Der Frühling kommt, und mit ihm kommen wieder die Proteste. Mitte Mai sollen in Frankfurt am Main europäische Aktionstage gegen neoliberales Krisenmanagement und die in der EU herrschende rigorose Sparpolitik stattfinden. Worüber sich Joachim Gauck mokiert hat, das soll versucht werden: das Bankenviertel zu blockieren und die Europäische Zentralbank symbolisch zu besetzen. „Blockupy Frankfurt“ heißt die Aktion, deren Anschluss eine Demonstration am 19. Mai bilden soll. Wie das neue deutschland berichtet, wird die Demo von einem Bündnis linker Gewerkschafter unterstützt, das nun an die Öffentlichkeit geht. Auf Initiative der beiden Gewerkschaftssekretärinnen und Linke-Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann und Sabine Zimmermann werben Vertreter von verdi, IG Metall, DGB und GEW für die Teilnahme an der Demonstration – mit einem Aufruf unter dem Titel “Sozialstaat und Arbeitnehmerrechte in Europa verteidigen!”. Die GEW stellt sich als einzige Gewerkschaft geschlossen hinter den Blockupy-Aufruf. Andere Gewerkschaften sympathisieren zwar mit dem Anliegen, stören sich aber an Teilen des Blockupy-Spektrums oder an bestimmten Aktionsformen. Dem hält Initiatorin Sabine Zimmermann entgegen, es gehe „um eine elementare Frage der Solidarität“, zumal Deutschland mit der Agenda 2010 ein Schrittmacher der Krisenentwicklung sei. (wh)

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Kundgebung vor Bundestag: Für ein soziales Europa – Nein zum Fiskalpakt!

Heute haben Ver.di Berlin, attac Berlin und die NaturFreunde Berlin mit einer gemeinsamen Kundgebung vor dem Reichstag gegen die Zustimmung des Deutschen Bundestages zum geplanten Fiskalpakt demonstriert. Denn mit dem Fiskalpakt soll ganz Europa unter Sparzwang gestellt werden. Gleichzeitig werden Milliarden und Abermilliarden mobilisiert, um den Verursachern der Finanzkrise, den Großbanken aus der Klemme zu helfen. Doch die Kehrseiten sind Sozialabbau und Rentenklau. Sparen wir uns lieber ein paar Banken statt Europa in die Rezession zu sparen.

In Spanien ist jeder vierte Erwerbsfähige arbeitslos, die Jugendarbeitslosigkeit sogar auf unglaubliche 50 Prozent gestiegen. Die zynische Antwort der spanischen Regierung darauf ist die Abschaffung des Kündigungsschutzes.

Erklären wir uns solidarisch mit den spanischen Gewerkschaften, die heute zum Generalstreik aufgerufen haben! Spaniens Wirtschaftsminister ist einer der berüchtigten Goldmänner, die ihr Handwerk bei der US-Bank Goldmann Sachs gelernt haben. Er wechselte direkt aus dem Vorstand der größten spanischen Privatbank auf die Regierungsbank.

Auch Mario Monti, italienscher Ministerpräsident, ist ein Goldmann. Sein Wirtschaftsminister war vor seiner Ernennung Vorstandsvorsitzender der Großbank Intesa.Hatten die Banken bisher die Politik über die Märkte in die Geiselhaft genommen, gestalten sie jetzt die Politik zu ihren Gunsten direkt aus den Regierungen. Der Fiskalpakt soll den Parlamenten weitere Rechte nehmen.

Wir sind Zeugen des größten Banküberfalls der Geschichte. Mehr als zwei Billionen Euro werden von der öffentlichen Hand und der Europäischen Zentralbank an die Banken ausgereicht.

Die Kehrseite dieser Politik ist der Fiskalpakt, mit dem das Geld bei den kleinen Leuten wieder eingesammelt werden soll. Der Fiskalpakt bedeutet eine Verschiebung von Befugnissen aus den Parlamenten hin zur europäischen Kommission. Diese Selbstentmachtung hat verfassungsändernden Charakter. Deshalb braucht die Regierung Merkel eine 2/3 Mehrheit für ihren Fiskalpakt.

Wir fordern die Opposition auf, sich auf ihre Oppositionsrolle zu besinnen und im Interesse eines sozialen Europas mit NEIN zu stimmen.