Bernd Riexinger

Mehr Schweiz wagen – Managergehälter begrenzen

Mehr Schweiz wagen!

Mehr Schweiz wagen!

Beim Volksentscheid “Volk gegen Abzockerei” haben am Samstag 67,9 Prozent der teilnehmenden Schweizerinnen und Schweizer für die Begrenzung von Managergehältern gestimmt. “Jetzt muss Deutschland handeln”, fordert Sahra Wagenknecht: “Deutschland ist ein Paradies für völlig überdrehte Managergehälter, die das Leistungsprinzip untergraben.”

Auf der Pressekonferenz des Vorsitzenden der LINKEN, Bernd Riexinger, am vergangenen Montag, war die Entscheidung der Schweizerinnen und Schweizer zentrales Thema. Sowohl die konkrete Entscheidung als auch die Nutzung des Instruments “Volksentscheid” sollten für Deutschland Vorbildcharakter haben, so Riexinger. Das ganze Statement hier.


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DIE LINKE Tübingen: Neujahrsempfang bei Heike Hänsel am 23. Januar 2013

Neujahrsempfang 2013 Tübingen

Neujahrsempfang 2013 Tübingen

DIE LINKE Kreisverband Tübingen, Heike Hänsel MdB, DIE LINKE in Gemeinderat und Kreistag laden ein zum:

Neujahrsempfang

Mittwoch, 23. Januar 2013, 19 Uhr

Einlass ab 18.30 Uhr

Tübingen, Bürgerheim, Schmiedtorstr. 2

Gastredner: Bernd Riexinger, Parteivorsitzender der LINKEN, Musik: Bon Mezzger


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Kein Wechselkandidat

Nach der offiziellen Kür von Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidat haben Linkspolitiker mit Zurückhaltung reagiert. Im “neuen deutschland” bezeichnet der Vorsitzende des Ältestenrates der Linken, Hans Modrow, Steinbrück als „durch seine Honorargeschichten natürlich angeschlagen”. Der SPD-Kandidat stehe „außerdem für die Agenda-Politik und die Beteiligung der SPD an der Großen Koalition”. Modrow sagte dem nd, er hoffe auf eine Ablösung von Angela Merkel. „Aber bisher hat die Sozialdemokratie überhaupt kein eigenes Profil, niemand kann sagen, ob sie nicht doch wieder in eine Beziehung mit der Kanzlerin strebt.” Auch Linken-Chef Bernd Riexinger glaubt nicht an einen Wahlerfolg des Sozialdemokraten. Der ehemalige Finanzminister habe „keine Aussicht auf eine Mehrheit; das ist sein Hauptproblem”, sagte Riexinger der „Mitteldeutschen Zeitung”. Ein „wirklicher Wechselkanzler” werde „nur mit den Stimmen der Linken gewählt”. Der Gewerkschafter machte sich zugleich für die Idee stark, den Kanzlerkandidaten des Mitte-Links-Spektrums in Vorwahlen bestimmen zu lassen, die offen für alle Bürger sind. Er könne dem viel abgewinnen, da dann wirklich eine klare Alternative zum bürgerlichen Block sichtbar wäre. (vk)

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DIE LINKE. – Podiumsdiskussion: „Wir brauchen einen neuen Aufbruch für Arbeit und soziale Gerechtigkeit!“

Podium Ernst-Riexinger-Schlecht

Klaus Ernst, Bernd Riexinger und Michael Schlecht diskutieren auf dem Podium und zusammen mit dem Publikum, welchen Anforderungen und Kämpfen sich DIE LINKE momentan im Angesicht der europäischen Finanzkrise und der damit verbundenen Schleifung von Demokratie und Sozialstaat stellen muss.

Die achte Station der bundesweit durchgeführten Veranstaltungstour anlässlich der Erscheinung des von Klaus Ernst mit herausgegebenen Buches “Was war? Was bleibt? Wege in die WASG. Wege in DIE LINKE” soll die Möglichkeit zum gemeinsamen Nachdenken geben: Wie können die Potentiale und Erfahrungen der WASG dauerhaft und nutzbringend in DIE LINKE integriert werden? Wie schafft es die politische Linke in Zusammenarbeit mit den sozialen und gewerkschaftlichen Bewegungen ihre Kräfte für ein sichtbares “NEIN” zum europaweiten neoliberalen Mainstream zu bündeln?

Podiumsdiskussion: „Wir brauchen einen neuen Aufbruch für Arbeit und soziale Gerechtigkeit!“

Podiumsgäste: Klaus Ernst, Bernd Riexinger und Michael Schlecht

Wann: Montag, den 3. Dezember 2012, ab 19.00 Uhr

Wo: Stuttgart,Theodor-Heuss-Str.2; IG-Metall, Saal: A


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Riexingers Hoffnung

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat Barack Obama zu seiner Wiederwahl gratuliert. Er hoffe, twitterte der Gewerkschafter, »er kümmert sich um Jobs und Infrastruktur in Amerika und führt weniger Kriege in aller Welt«. Die Linken-Politikerin Petra Sitte forderte auf dem Kurznachrichtendienst, dass Obama den »Change« (Wandel) offensiver vorantreibt. Linksfraktionschef Gregor Gysi äußerte sich auf Facebook zum Sieg Obamas und sagte, “das amerikanische Volk hat eine kluge Entscheidung getroffen”. Der wiedergewählte Präsident müsse “jetzt allerdings seine historische Chance und die Möglichkeiten einer zweiten Amtszeit auch nutzen, um nunmehr alle Versprechen einzulösen, die er vor vier Jahren gemacht hat”. Skeptisch die Reaktion des Linken-Bundestagsabgeordneten Niema Movassat, der das Wahlergebnis mit den Worten kommentierte: »Ein Sack Reis ist gestern in den USA umgefallen.« Mehr zu den Wahlen in den USA und Reaktionen aus der Linken auf neues-deutschland.de

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Rede zur Begrüßung von LINKE-Chef Riexinger in der Fraktion: Dem roten Sachsen der Zukunft näherkommen

Liebe Genossinnen und Genossen,
meine Damen und Herren,
lieber Bernd!

Welches große Vertrauen wir in unsere neue Parteispitze setzen, sieht man schon daran, dass wir Bernd Riexinger zum größtmöglichen der derzeit öffentlich diskutierten politischen Themen eingeladen haben: „Die Eurokrise, die Schuldenkrise, die Schuldenbremse – und die Antworten der LINKEN“. Dabei braucht Dir, lieber Bernd, aber nicht angst und bange zu werden, denn vor wenigen Tagen saß auf diesem Platz erst der Prof. Heiner Flassbeck, früherer Staatssekretär des damaligen Bundesfinanzministers Oskar Lafontaine. Flassbeck, der inzwischen in einer Spitzenfunktion bei der UNO-Organisation für Handel und Entwicklung UNCTAD tätig ist, redete gar über die „Weltschulden“. Sein Thema war „Schuldenbremse – eine Zukunft ohne Schulden?“

Dresden ist zwar nicht Athen. Und die Sachsen haben andere Sorgen als die Griechen. Aber wir sitzen in einem gemeinsamen Boot, und wenn das in die falsche Richtung gesteuert wird, bekommen wir Probleme, die niemand mehr alleine lösen kann. In der gegenwärtigen Situation, in der die herrschende Politik und tonangebende Medien gemeinsam mit Volldampf ins Verderben fahren, brauchen wir mutige Frauen und Männer, die sich nicht von der Vernunft abbringen lassen und dafür einstehen.

Du bist für Dein Auftreten in Athen von manchen deutschen Spitzenpolitikern des „antideutschen“ Verhaltens bezichtigt worden – tatsächlich aber, lieber Bernd, stehst Du auf der Seite der Bevölkerung in Deutschland und Griechenland. Während sich andere um Banken und Hedge-Fonds sorgen, gilt Deine Aufmerksamkeit den Krankenschwestern und allen anderen wirklichen sozialen Leistungsträgern. Ich bin mir sicher, dass dich das Geschrei derer nicht stört, die den Begriff „Volks-Vertreter“ nur als folkloristisches Relikt betrachten und den Deutschen Aktienindex DAX mit dem Zustand des Gemeinwohls verwechseln.

Anders als Europa oder Griechenland hat Sachsen kein Schuldenproblem. Um das zu verstehen, muss man gut zwei Jahrzehnte zurückgehen, als die staatlichen Instrumente für den Aufbau Ost zusammengebastelt wurde. Ein Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise, in dem heute etwa so viele Menschen leben wie allein in der Freien und Hansestadt Hamburg, ist da natürlich in einer wesentlich ungünstigeren Ausgangslage als das dicht besiedelte Sachsen, in dem es ein traditionell engmaschiges Netz an Wirtschafts- und Forschungsstandorten gab und teilweise noch gibt.

Sachsen war also besser dran als andere im Osten, kam folglich mit seinem Geld besser aus und hatte vielleicht mit Georg Milbradt auch einen geschickten Finanzminister. Auch wenn der inzwischen seinen Ruf für alle Zeiten durch den Crash der Landesbank ruiniert hat, die mitsamt ihrer Spekulationsblase rund um US-amerikanische Immobilien zerplatzt ist. Statt sich lieber ordentlich mit Krediten um den sächsischen Mittelstand zu kümmern.

Sachsen macht seit 2006 keine neuen Schulden. Sachsen hat eine Haushaltsordnung, die eine vorweggenommene Schuldenbremse ist. Wir haben diese Haushaltsordnung natürlich aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt, weil wir nichts von einer solchen Selbstfesselung der Politik halten. Praktische Auswirkungen aber hat sie sowieso nicht. Selbst wir haben seit zwölf Jahr nur alternative Haushaltsansätze ohne zusätzliche Neuverschuldung vorgelegt. Weil das Hauptproblem in Sachsen nicht fehlendes Geld, sondern falsche Prioritäten der Regierenden beim Geldausgeben sind.

Nun verhandeln wir seit acht Monaten mit den anderen demokratischen Fraktionen – also auch mit der CDU – über eine Weiterentwicklung der sächsischen Landesverfassung. Schwarz-Gelb will ein Schuldenverbot in der Verfassung, wir wollen u. a. mehr direkte Demokratie. Die Schuldenverbots-Debatte ist aus den genannten Gründen eigentlich in Sachsen sowieso überflüssig, außerdem greift in absehbarer Zeit ohnehin die auf Bundesebene beschlossene Schuldenbremse auch in den Ländern.

CDU und FDP haben für das Schuldenverbot keine Zwei-Drittel-Mehrheit und wir nicht für die Erleichterung von Volksentscheiden und andere wirklich wichtigen Dinge. Prof. Flassbeck hat in diese sächsische Debatte aus globaler Sicht einen völlig neuen Aspekt eingebracht: Aus seiner Sicht werden diese ganzen Schuldenbremsen bzw. Schuldenverbote sowie nie Wirklichkeit werden, weil sich inzwischen durch die Eurokrise die Rahmenbedingungen grundlegend geändert haben.

Wie auch immer, wir erfuhren von Prof. Flassbeck Bemerkenswertes: Die Sparer können nur mit Erfolg sparen, wenn es andere gibt, die bei der Bank mit dem Geld der Sparer Schulden machen. Wer das Schuldenmachen generell verbieten wolle, müsse auch das Sparen verbieten. Zudem führe massenhaftes Sparen ohne Kreditaufnahme zum Ruin der Volkswirtschaft in wenigen Jahren, weil ja dem Kreislauf des Produzierens und Konsumierens ständig mehr Geld entzögen würde.

Die vielzitierte „schwäbische Hausfrau“ taugt also nicht als Leitkultur – womit ich, lieber Bernd, natürlich nichts gegen Deinen Geburtsort Leonberg nahe Stuttgart sagen möchte.  Und auch nicht gegen die dort Jahrzehnte ansässige Leonberger Bausparkasse, die inzwischen zu „Wüstenrot“ gehört – und bei der Deine berufliche Laufbahn begann. Denn wie jeder Häuslebauer weiß, gehört zum Bausparen beides: das Sparen und das damit wachsende Anrecht auf Kredite.

Zu unserer konkreten sächsischen Schuldenverbotsfrage sagte Prof. Flassbeck: Wenn der Freistaat Sachsen nie mehr Schulden machen will, müssen das andere tun, nämlich beispielsweise die Unternehmen in Sachsen. Da frage ich mich: Wird aber die sächsische Wirtschaft durch die schwarz-gelbe Sparpolitik in Dresden dazu motiviert, verstärkt Kredite für Investitionen aufzunehmen, mit denen die eigene Produktivität gesteigert wird?

Da habe ich meine großen Zweifel, denn die beiden drängendsten aktuellen Probleme Sachsens haben etwas mit diesem Thema und miteinander zu tun: der zunehmende Fachkräftemangel und die weit verbreitete Niedriglohn-Bezahlung. Im Gefolge dessen erleben wir mangelnde Kaufkraft und Abwanderung junger hochqualifizierter Menschen. – Für eine Investitionsoffensive in Innovation braucht man jedenfalls mehr Ideen als nur die gebetsmühlenhafte Wiederholung des „Keine Schulden – niemals!“

Miteinander zusammen hängen auch der deutsche Exportüberschuss – erkauft durch Lohnzurückhaltung und immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse hierzulande – und das Handelsbilanzdefizit einschließlich Verschuldung der südeuropäischen Länder. Oder wie Prof. Flassbeck sagte: Deutschland hat seine Kunden ruiniert, und das schlägt auf uns selbst zurück. Er empfahl für die Zukunft wirtschaftspolitische Strategien ohne große Überschüsse, allein schon deshalb weil kaum noch ein Land auf der Welt bereit ist, die dafür im Gegenzug notwendigen Defizite auf sich zu nehmen.

Wir LINKE sollten uns trauen, auch bei Landtagswahlen ein ganzheitliches Politikangebot zu machen, dass die Redewendung vom „Sachsen in Europa“ mit Leben erfüllt. Dazu wird Bernd Riexinger jetzt einen Beitrag leisten. Wir freuen uns, dass Du nach dem Kleinen Parteitag bereits zum zweiten Mal in relativ kurzer Zeit den Weg nach Sachsen gefunden hast. Das möge die Tradition einer regelmäßigen engen Zusammenarbeit begründen!

Dann sind wir auch bereit, es ohne Protest hinzunehmen, wenn die aus Sachsen stammende Ko-Parteivorsitzende Katja Kipping mal Termine in der Heimat nicht wahrnehmen kann, weil sie terminliche Verpflichtungen in Schwaben hat. Ich persönlich habe ja bekanntlich mit Schwaben keine Probleme, weil ich auch nicht hochdeutsch kann. Ich bin nur ein bisschen neidisch, dass der Spruch „Wir können alles außer Hochdeutsch“ zum Markenzeichen von Baden-Württemberg geworden ist – und nicht von Sachsen.

Aber uns wird sicher was noch Besseres einfallen, wenn hier die CDU nicht mehr regiert. Baden-Württemberg hat ja vorgemacht, dass auch in scheinbar konservativen Stammländern plötzlich was ganz anderes passieren kann. Und das gilt umso mehr für Sachsen, das ja von Haus aus ein „rotes“ Land ist. Ich denke, wir werden nach dieser öffentlichen Fraktionssitzung dem roten Sachsen der Zukunft ein Stück näher gekommen sein.

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Riexingers Kritiker

Dafür, dass Bernd Riexinger an den Protesten gegen den Troika-Sparkurs der griechischen Regierung teilgenommen hat, weht ihm jetzt Wind entgegen: als „vaterlandslosen Gesellen“ hat man den Linkspartei-Vorsitzenden tituliert, zweitklassige Politiker der Koalition mäkelten an Riexingers Athen-Besuch herum. Die Spitze der Linken stellte sich vor Riexinger: Die Kritik sei “scheinheilig und vordemokratisch”, wird Katja Kipping im “Hamburger Abendblatt” zitiert. “In einem gemeinsamen europäischen Haus gibt es auch europäische Demonstrationsfreiheit.” Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn erklärte, “wer davon ausgeht, dass man als deutscher Politiker nur in Deutschland europäische Politik kritisieren darf, der hat Europa nicht verstanden”. Und Sahra Wagenknecht sagte dem “Kölner Stadt-Anzeiger”, die Kritik am Linken-Vorsitzenden sei „haltlos. Wenn Riexinger in Athen gegen die Europapolitik der Kanzlerin demonstriert, dann vertritt er damit die Interessen der deutschen Steuerzahler ebenso wie die Interessen griechischer Arbeitnehmer und Rentner.” Auf neues-deutschland.de hat wh sich die Sprache der Kritiker vorgenommen, auf der Website des „nd“ finden sich auch zwei Beiträge von Riexinger selbst – darunter seine nicht gehaltene Athener Rede. (vk)

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Steinbrücks Geschmäckle

Jetzt hat erstmal sein SPD-Politiker den Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten aufgefordert, für mehr Transparenz bei seinen Nebeneinkünfte zu sorgen. Dadurch könne der frühere Finanzminister „nur gewinnen“. Die Linkspartei sieht derweil „wirklich eine rote Linie überschritten“ – es geht um Honorare der Banken-Kanzlei Freshfields, die Gesetze für das Finanzministerium unter Steinbrück schrieb. Wie viel Einfluss gibt es für eine halbe Million Euro? Der Fall des Honorar-Königs Peer Steinbrück bietet dringenden Anlass, endlich strengere Regeln für die Nebeneinkünfte von Abgeordneten durchzusetzen. Nicht weil Wahlkampf ist und auf diesem Wege schlagzeilenträchtige Kritik an der SPD geübt werden kann. Sondern weil es um die Rückeroberung von ein paar essentiellen Standards in der parlamentarischen Demokratie geht. Zwei Texte (hier und hier) aus dem Blog von tos auf neues-deutschland.de

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Rede „Kleiner Parteitag“ am 15. September 2012

Liebe Genossinnen und Genossen,

die heutige gemeinsame Beratung des Landesvorstandes, des Landesrates, der Kreisvorsitzenden und des Fraktionsvorstandes, kurz: unser sogenannter „Kleiner Parteitag“ hat wieder mal ein sehr volles Programm. Das kennen wir nun seitdem wir diese Beratung eingeführt haben und das ist eine gute Sache. Auch, wenn wir uns intern ab und an über den Begriff „Kleiner Parteitag“ streiten.

Ich betone das hier gleich am Anfang, um insbesondere unseren Gästen, den beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger, die ich hiermit ganz herzlich begrüßen möchte …. (BEIFALL)…
…. um insbesondere bei Euch nicht den Eindruck entstehen zu lassen, wir hätten eine Sondertagesordnung für euch aufgestellt.

Seit geraumer Zeit arbeiten wir im Landesverband Sachsen an den inhaltlichen Grundlagen für die bald bevorstehenden Landtagswahlen 2014 und damit natürlich auch an unserem Beitrag für die Bundestagswahlen im nächsten Jahr.
Wie Oskar Lafontaine zu Recht bemerkte, sollte die Wahlvorbereitung so ungefähr zwei Jahre vor dem Wahlgang beginnen. Wir liegen da gut im Zeitplan, nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch in Bezug auf die Wahlkampfstrukturen und die Methodik.

Heute wird zum Beispiel der Entwurf für die Sucht- und Drogenpolitischen Leitlinien vorgestellt. Ein sehr wichtiges Thema und ebenso ein nicht ganz einfaches Thema für unsere Partei. Sicher ist das kein Problemfeld, mit dem wir großartig um Mehrheiten ringen werden. Trotzdem müssen wir uns damit befassen. Allein nur Themen aufzuwerfen, die aus wahltaktischer Sicht erfolgversprechend sind, scheint mir doch zu beschränkt zu sein. Der Entwurf der Leitlinien ist aus meiner Sicht schon mal ziemlich gut gelungen, was vor allem heißt, dass wir auf sachlich-fachlicher Grundlage sowohl gut gemeinsam diskutieren können, als auch mit den vielen auf diesem Gebiet engagierten Initiativen, Vereinen und, natürlich auch, Behörden und Vertreterinnen des Gesundheitswesens.
Hier wird es wieder mal deutlich, was der Begriff „Kümmererpartei“ meint. Wir entwickeln Politik nicht nur für die sogenannten „Leistungsträger“ der Gesellschaft – ein ohnehin fragwürdiger Begriff – sondern unser Blick gilt der gesamten Gesellschaft. Unsere Sorge gilt vor allem jenen, die an den Rand oder über diesen hinaus gedrängt sind, die unsichtbar gemacht werden, kriminalisiert und tabuisiert.
Und, dass wir das tun, dass wir uns kümmern, macht klar, welche Haltung zur Gesellschaft wir haben.
Ein gutes Leben zu haben ist immer damit verbunden, dass Menschen in Gemeinschaft, im Miteinander, in Solidarität sind.
Unsere Vorstellung von einer gerechten, solidarischen Gesellschaft wird wahrnehmbar in unserer ganz konkreten Arbeit oder gar nicht. Darin besteht im Übrigen der Sinn des Satzes, dass Wahlen nicht in den Wahlkämpfen, sondern dazwischen gewonnen werden.

Wir sollten davon ausgehen, dass die WählerInnen – und insbesondere unsere Wählerinnen – sehr aufmerksam und klug sind und dass sie also wahrnehmen, was wir wie tun.

Man kann darüber natürlich viel spekulieren, aber dankenswerter Weise hat der Parteivorstand eine Befragung unserer potentiellen Wähler in Niedersachsen in Auftrag gegeben, was deren Erwartungshaltung betrifft. Und dabei sind mir vier wichtige Sachen aufgefallen:
Unserem engeren und weiteren Wählerkreis in Niedersachsen ist Menschlichkeit wichtig, Menschlichkeit im Sinne der Zwischenmenschlichkeit, des sozialen Zusammenhalts, der Solidarität.
Es ist ihnen wichtig, dass wir LINKEN Ideale haben, aber nicht so sehr Ideologien verhaftet sind.
Sie wollen, dass wir umsetzbare Alternativen entwickeln, von denen glaubwürdig annehmbar ist, dass ihre Umsetzung klappen könnte und, auch nicht sehr überraschend,
sie erwarten die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, damit wir Ziele im Sinne der Menschen erreichen.
Das sind doch vier spannende Botschaften, die uns unsere möglichen Wählerinnen aus Niedersachsen übermitteln.

Wenn ich mir die Aussagen aus Niedersachsen anschaue, komme ich zu der Feststellung, dass mir das bekannt vorkommt. Nämlich ganz einfach von HIER! Die Menschen, die sich vorstellen können, uns zu wählen, unterscheiden sich offensichtlich gar nicht so sehr zwischen Ost und West.
Was sich unterscheidet, sind die Umstände unter denen sie leben.

Ich hoffe nicht, dass es abgedroschen klingt, wenn ich daran erinnere, dass es das gesellschaftliche Sein ist, welches das Bewusstsein bestimmt. Und so altbekannt dieser Satz ist, so sehr hilft er uns doch, in unserer Politikentwicklung nicht fahrlässig und oberflächlich zu werden. Deshalb möchte ich genau an dieser Stelle Sahra Wagenknecht widersprechen, die sich am Montag damit zitieren lässt, das Ost-West-Thema sei überholt!

Solange dieses Land durch einen sozial-ökonomischen Graben getrennt ist, solange Biographien durch die Herkunft und die Sozialisation im Osten nicht die gleiche Chance haben, solange wird eine linke Partei diese Ungerechtigkeit thematisieren müssen!

Unsere Erfolge sind nicht das Ergebnis unserer kühnen Strategien, tollen Konzepte und was weiß ich noch. Sie sind vielmehr das Resultat dessen, dass wir auf eine gesellschaftspolitische Lage reagierend auf ganz verschiedene praktische Weise unsere politischen Angebote entwickelt haben.
„Kümmererpartei“ zu sein, war nie das Ergebnis eines Masterplans oder einer besonders klug ausgeheckten Strategie. Eine linke, eine demokratisch-sozialistische Partei wird nur erfolgreich sein können, wenn sie tief in der Gesellschaft verwurzelt ist. Diese Verwurzelung ist niemals endgültig erreicht.

Unsere Probleme in Sachsen, im ganzen Osten, kennen wir zur Genüge, jeder hier im Raum weiß, was ich meine. Wir versuchen, darauf zu reagieren, ob es uns gelingt, wird nur die Praxis zeigen.

Wenn wir also nun mit dem „Dialog für Sachsen“ nach dem Oktoberparteitag in die erste öffentliche Diskussionsphase treten, dann ist dies nicht nur eine Reaktion auf veränderte Anforderungen der Gesellschaft, sondern auch eine Reaktion auf veränderte Möglichkeiten, die wir als Partei haben.

Und an dieser Stelle möchte ich auch der Dresdner Stadtratsfraktion Dank sagen, die das kreativ übersetzt hat und in einen Dialog für Dresden eintritt oder die Oberbürgermeisterkandidatin in Leipzig, die sich mit einer Postkarte an die Leipzigerinnen und Leipziger wendet, mit der Bitte sich zu ihren Vorstellungen für eine soziales Leipzig zu äußeren.
Aber es ist eben ein wesentlicher Unterschied, ob wir in fast jedem Ort in allen möglichen Vereinen und Initiativen vertreten und aktiv sind, wie dies Anfang der neunziger Jahre noch möglich war. Nun gibt es einige, die dann sagen: na, da müssen wir eben jetzt eine Massenpartei werden. Das ist dann meist mit einer Kritik verbunden, dass insbesondere wir im Osten zu wenig revolutionär sein, zu angepasst und eigentlich irgendwie Teil des Systems- Ganz ehrlich: von diesen Möchtegern-Massenparteien, die sehr grundsätzlich, sehr revolutionär und gar nicht angepasst sind, gibt es viele. Das einzige, was dabei den Begriff „Massenpartei“ rechtfertigt, ist die große Masse dieser häufig doch sehr kleinen Gruppen. So schön die Vorstellung von einer Massenpartei sein mag, wir müssen konstatieren, dass derzeit die Bedingungen dafür nicht gegeben sind.

Liebe Genossinnen und Genossen,
mit meinen politischen Erfahrungen, beginnend in der SED, vor allem aber in der Wendezeit, mit meiner Arbeit als Stad- und Kreisrat, als Bürgermeisterkandidat in Aue, mit fast 50 % nur knapp gescheitert, als Wahlkreismitarbeiter, als Landesgeschäftsführer, als Landtagsabgeordneter und nun auch als Landes- und Fraktionsvorsitzender werbe ich für eine Politik, in ihren Inhalten und Methoden, die sich bewusst auf die Mühen der Ebene bezieht.
Dazu brauchen wir einen sehr langen Atem, um unseren Zielen zu entsprechen.
Die vor uns liegenden 23 Monate werden heiße Wahlkampfmonate. Bundestagswahlen, Kommunalwahlen, Europawahlen, Landtagswahlen und einige Ober- und Bürgermeisterwahlen liegen vor uns. Wir werden viel Kraft dafür brauchen. Bleiben wir uns treu und damit auch grundsätzlich den Wegen, auf denen wir doch einige dauerhafte Erfolge für unsere Partei und für die Menschen im Land erzielt haben, dann braucht uns nicht bange sein.
Lasst uns gemeinsam die Mütter und Väter des Erfolgs sein!
Ich denke, wir sind uns darüber einig das Land und seine Menschen brauchen mehr Gerechtigkeit und Solidarität. Dieses Land braucht eine Partei wie DIE LINKE!

Glück auf!

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Gabriel aus dem Rennen?

Sigmar Gabriel ist angeblich aus dem SPD-Rennen um die Kanzlerkandidatur. Gregor Gysi sagt, die Frage der Spitzenkandidatur stehe bei der LINKEN noch nicht an. Und bei den grünen endete die Bewerbungsfrist für das Spitzenduo – die Mitglieder haben zwischen acht oder neun Bewerbern die Wahl. Mehr dazu im Blog von tos auf neues-deutschland.de

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