DIE LINKE

Kommunistische Plattform (KPF): Es gibt keinen Grund, das Wort Spaltung in den Mund zu nehmen!

4. Juni 2012

Erklärung des Bundessprecherrates der KPF zum Göttinger Parteitag

In der Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” vom 3. Juni 2012 können wir über den gerade beendeten Göttinger Parteitag lesen: “Gysi spricht die Gefahr der Spaltung offen aus. Wenn das so weiter gehe, dann wäre es besser, … ‘sich zu trennen, als eine in jeder Hinsicht verkorkste Ehe zu führen.’”

Oskar Lafontaine, der nach Gregor Gysi sprach, merkte hierzu an: “Es gibt keinen Grund, das Wort Spaltung in den Mund zu nehmen. Ich bitte Euch alle: Lasst dieses Wort in Zukunft weg! Ich will Euch auch sagen, warum. Die Geschichte der Arbeiterbewegung lehrt, eine Spaltung ist nur dann erforderlich, wenn gravierende programmatische Unterschiede festgestellt werden, wenn die Einen – ich erinnere an Liebknecht und Luxemburg – gegen Krieg sind und die Anderen für Krieg sind, wenn die Einen für den Abbau des Sozialstaates sind und die Anderen gegen diesen Abbau sind, dann hat man Grund, sich zu trennen, aber nicht, weil man da oder dort Befindlichkeiten hat. Das ist doch kein Grund, ein politisches Projekt infrage zu stellen!”

Wir stimmen diesen Worten Oskar Lafontaines zu, bis auf einen Einwand: Es geht nicht primär um Befindlichkeiten. Es geht schon um prinzipielle Meinungsverschiedenheiten. Die gab es in unserer Partei von Anbeginn – nicht erst seit 2007 – sondern spätestens seit dem Sonderparteitag 1989. Doch nur in bestimmten Phasen führte diese Pluralität unserer Partei zu Zerreißproben; dann nämlich, wenn es um sogenannte Richtungsentscheidungen ging. Das war im Januar 1995 der Fall, als führende Protagonisten der PDS auf der 1. Tagung des 4. Parteitages äußerten, wenn die seinerzeit 25-jährige Studentin Sahra Wagenknecht in den Parteivorstand gewählt würde, stünden sie nicht zur Verfügung. Das geschah 2000 in Münster, als es – nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal – um die Einzelfallprüfung von Militäreinsätzen ging. Das erlebten wir nach der Wahlniederlage von 2002 in Gera und 2003 auf jenem Parteitag in Berlin, als die in Gera gewählte Führung nach einer Monate währenden Kampagne abgewählt wurde. Es gab auch eine wesentlich härtere Bezeichnung für diesen Vorgang.

Es ging 1995, es ging in Münster, Gera und 2003 in Berlin nicht um Befindlichkeiten, sondern um grundsätzliche Differenzen, die im Grunde genommen bis heute existieren. Sie haben unsere Partei dennoch letztlich nicht daran gehindert, Fortschritte zu erzielen und das politische Profil zu stärken. Immer wieder besannen wir uns auf die Gemeinsamkeiten und praktizierten sie im politischen Alltag.

2004/2005 lagen die Anfänge der Fusion von PDS und WASG, die 2007 zur Vereinigung beider Parteien führte. In den letzten sieben Jahren war unser teils sehr erfolgreiches Wirken maßgeblich mit der Arbeit und Überzeugungskraft von Oskar Lafontaine verbunden.

Es ist heute weder die Zeit noch der Platz, die Krisen der PDS zu analysieren und einzuschätzen, wie es zur aktuellen Krise der LINKEN gekommen ist. Diese Arbeit ist noch zu leisten, wenn wir für die Zukunft lernen wollen.

In Göttingen ist der große Crash abgewendet worden. Durch die Wahl Bernd Riexingers wurde wohl vermieden, dass sich womöglich beträchtliche Teile der im Westen organisierten LINKEN mit immensen Folgen aus der Partei verabschieden und dass es im Osten ebenfalls konzentriert Parteiaustritte gibt. Das Wahlergebnis war relativ knapp: Dietmar Bartsch erhielt etwas über 45 Prozent der abgegebenen Stimmen und Bernd Riexinger etwa 53 Prozent. Ein Kräfteverhältnis übrigens, aus dessen Widersprüchlichkeit sich vor allem ableitet, dass nur Miteinander gearbeitet werden kann.

“Wenn Teile der Partei”, so drückte es Klaus Ernst aus, “mit der neuen Führung genauso umgehen wie mit der alten, dann werden wir wieder ein Problem haben.”

Wir werden erleben, was in den kommenden Wochen und Monaten geschehen wird, wie sich insbesondere der neugewählte Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn und der wiedergewählte Bundesschatzmeister Raju Sharma engagieren, damit durch den Parteiapparat wesentliche Voraussetzungen für eine qualifizierte Vorstandsarbeit gewährleistet werden. Wir werden erleben, ob der neugewählte Vorstand sachorientiert arbeitet oder sich – wie viel zu oft in der Vergangenheit von PDS und LINKEN – von den bürgerlichen Medien die Selbsteinschätzung und die daraus resultierenden Konsequenzen diktieren lässt.

Die Vertreter der KPF auf dem Bundesparteitag waren sich einig, dass sich – bei allem Vergleichbaren – die aktuelle Krise der Partei nicht mit früheren gleichsetzen lässt. Es geht unseren politischen Gegnern nicht mehr in erster Linie darum, uns permanent Anpassungsdrücken auszusetzen und uns so möglichst zu “entzaubern”. Es geht mittlerweile um Liquidationsprozesse, da die Herrschenden auf Grund ihrer eigenen Lage prinzipiellem Widerstand die strukturellen Möglichkeiten nehmen wollen. Da wird mit allem Möglichen Druck gemacht, und manche Steilvorlage hierfür kommt aus den eigenen Reihen. Es geht um unsere weitere Existenz.

Und noch eine Anmerkung: Es war – gelinde gesagt – wenig hilfreich, dass die Bundesschiedskommission inszenatorisch, vor laufenden Kameras, faktisch ihren Bankrott erklärte, und somit den Eindruck vertiefte, die Partei sei weitgehend marode. Wir werden in diesem Kontext und in anderen Zusammenhängen erleben, wie die Mainstream-Medien in der Zeit bis zu den Bundestagswahlen ihre jetzt schon maßlose Hetze gegen DIE LINKE womöglich noch steigern werden.

Wenn die Partei dem nicht offensiv entgegentritt, vor allem durch gute Arbeit im Alltag aber ebenso durch Aufklärung über die Rolle der gewaltigen Medienkonzerne – dann wird es eng.

Wir werden als Kommunistinnen und Kommunisten in der Partei alles uns Mögliche tun, damit der neugewählte Parteivorstand seine Verantwortung auf der Basis des Erfurter Programms realisieren kann.

AKL: Ziel bleibt der systematische Aufbau der LINKEN als gesellschaftlich verankerte Kraft

AKL-05.06.2012 / http://www.antikapitalistische-linke.de/article/524.aufbau.html

Erklärung des SprecherInnenrates der AKL zum Ausgang des Parteitags in Göttingen
Inge Hoeger, Ulla Jelpke, Dagmar Henn, Tobias Pflüger, Detlef Belau und Thies Gleiss

Der Bundesparteitag der LINKEN in Göttingen ist ohne die von der Mainstream-Presse herbei geschriebene und erhoffte Spaltung der Partei mit allen geplanten Beschlüssen und Wahlen zu Ende gegangen – am Tag danach fielen an der Frankfurter Börse die Kurse auf neue Tiefststände. Beide Tatsachen entsprechen der Wirklichkeit, der kausale Zusammenhang besteht leider nicht….

Der Parteitag von Göttingen war eine Demonstration der tiefen Meinungsverschiedenheiten in der Partei und gleichzeitig aber auch des breiten Willens, diese Meinungsverschiedenheiten in einer gemeinsamen, gesamtdeutschen linken Partei auszutragen. Die politischen Auseinandersetzungen sind kein Streit zwischen Ost und West. Entsprechende Medienberichte werden auch durch tägliche Wiederholung nicht richtiger, sondern bleiben dumm und können die von Interessen geleitete Ideologie kaum verhüllen.

Die Debatten der LINKEN drehen sich um die großen politischen Fragen von heute.

- Wie ist eine umfassende Alternative zur kapitalistischen Produktionsweise und ihren Macht- und Eigentumsverhältnissen auszuarbeiten und zu popularisieren?

- Wie ist der historisch am Boden liegende „Sozialismus“ wieder als brandaktuelle Alternative und Antwort auf die Menschheitsprobleme von heute in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskurse zu bringen, wie ist der Kampf um die Mehrheit zu gewinnen?

- Wie kann sich die LINKE als Partei wirklich gesellschaftlich verankern und dadurch auch ihren Einfluss bei Wahlen , der aktuell von gut fünf Millionen Menschen im Jahre 2009 auf die Hälfte geschrumpft ist, wieder steigern und in wirkliche gesellschaftliche Verankerung verwandeln?

- Welche Strategie muss die LINKE verfolgen, um die vielen täglichen Konflikte und Kämpfe, die zahllosen politischen Initiativen in den Parlamenten und auch die vielen kleinen Erfolge und Zwischenschritte zu einem umfassenden Bruch mit der kapitalistischen Entwicklungslogik, hier und weltweit, zusammenzuführen?

- Was für eine Partei muss die LINKE werden, um Schlagkraft und Handlungsfähigkeit auf der einen Seite zu erreichen, aber andererseits auch die weitgehenden demokratischen Bedürfnisse ihrer Mitglieder wie die Erwartungen ihrer Anhänger und sympathisierenden Beobachter zu erfüllen?

- Wie kann es der LINKEN gelingen, in dem Land, das bisher die Krisen der europäischen Nachbarn gezielt verschärft und davon profitiert hat, dennoch den nötigen Widerstand gegen diese Politik zu entwickeln?

Wer mit den bestehenden Verhältnissen seinen Frieden geschlossen hat, trotz sozialer Ungerechtigkeit, Kriege, tiefer Wirtschaftskrise und Bedrohung der ökologischen Stabilität der Erde; wer gar zu den Profiteuren zählt, wird an diesen Debatten kein Interesse haben, sie belächeln, behindern und verzerren. Wer um sein tägliches materielles Überleben kämpft, wer sich Aufrüstung und Kriegspolitik entgegen stellen will, wer statt Staatsräson und Diktatur der Reichen umfassende demokratische Freiheiten für alle Menschen sicherstellen will und wer den Kindern eine ökologisch und klimatisch intakte Welt hinterlassen will – für den oder die sind diese Fragen und Debatten von großer Bedeutung.

Die LINKE ist auf der Suche und auf dem Weg, eine Partei zu werden, die ihrem vor einem halben Jahr in Erfurt angenommenen Grundsatzprogramm mit seiner radikalen Kritik und Kampfansage an die Enteignungsprozesse und tägliche kapitalistische Gewaltausübung, entspricht. Eine breite Mehrheit war sich in Göttingen mit ihrem Gründungsvorsitzenden Oskar Lafontaine einig darin, dass diese Partei weiterhin als breit aufgestellte, plurale Partei aufgebaut werden muss. Keine Debatte von heute rechtfertigt eine Spaltung. Große Fragen wie Krieg oder Frieden; Nationalismus oder Internationalismus; Demokratie von Unten oder Diktatur von Oben waren Grundlage von Spaltungen in der Arbeiterbewegung. Streit um Tagespolitik oder gar um parteiinternen Einfluss oder sogar persönliche Karrieren rechtfertigen keine politischen Spaltungen, sondern schwächen die Gesamtheit der Linken und alle Beteiligten.

Die AKL kritisiert deshalb die Rede des Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi in Göttingen. Wir teilen auch nicht seine Ansicht, dass die LINKE in zwei Teile zerfallen ist: eine „Volkspartei“ im Osten und eine „Interessenspartei“ im Westen. Hier wie dort ist die LINKE die Partei der vom Kapitalismus Entwürdigten und Enteigneten, hier wie dort ist sie die Partei des Friedens; hier wie dort ist sie die Partei der linken gesellschaftlichen Opposition und der Protestbewegungen; hier wie dort ist sie Partei des Sozialismus.

Die AKL kritisiert insbesondere die Sichtweise von Gregor Gysi, dass die LINKE ein kontinuierlicher Fortentwicklungsprozess der PDS seit 1989 ist. Die PDS war nach der Jahrtausendwende in einer tiefen Krise und die erfolgreiche Fusion mit der WASG hat ihr neue Perspektiven und neuen Einfluss ermöglicht, Die Fusion war ein wirklicher Bruch, ein Neubeginn und programmatische Zuspitzung – wer dies heute leugnet, verrät den historischen Fortschritt, der sich mit der Gründung der LINKEN ergeben hat.

Die großen Streitfragen bestehen weiter. Auch der Parteitag in Göttingen hat gezeigt, dass viele Mitglieder und Delegierte in der Partei mutlos geworden sind; dass sie den kleinen politischen Erfolg von heute dem grundsätzlichen Kampf gegen den Kapitalismus vorziehen. Und wir sollten auch nicht leugnen, dass wir in unseren Reihen auch Kräfte haben, die persönliche Vorteile aus diesem Verzicht auf den Kampf mit langem Atem ziehen. Aber „der kleine politische Erfolg“ ist oder wird zum Selbstbetrug, wenn er sich nicht in den politischen Kampf für eine umfassende sozialistische Alternative einbindet. Es ist die wichtigste Aufgabe einer linken Partei diesen Zusammenhang jeden Tag aufzuzeigen und praktische umzusetzen.

Die auf dem Parteitag in Göttingen neu gewählte politische Führung ist in ihrer Zusammensetzung ein Abbild der Gesamtpartei. Die AKL freut sich über die Wahl von Bernd Riexinger zum neuen Vorsitzenden. Er bringt frischen Wind in die Partei; er ist nicht gebunden durch ein gleichzeitiges Mandat in einem Bundes- oder Landtag – vor allem aber ist er in der ganzen Breite der Klassenkämpfe von heute verankert und gut bekannt, der Gewerkschaftsbewegung wie der neuen sozialen Bewegungen für Frieden und Umwelt. Die AKL hat viele Meinungsverschiedenheiten zur neu gewählten Vorsitzenden Katja Kipping, aber sie repräsentiert einen wichtigen Teil unserer Partei sie öffnet auch Tore zu aktuellen Debatten um Bürger- und Freiheitsrechte, Internet-Kommunikation und Formen von Selbstorganisation, denen sich die LINKE stellen muss. Auch die Mehrheit der übrigen Mitglieder im geschäftsführenden und erweiterten Vorstand ist neu in ihrem Amt. Aber es bleibt die Dominanz der Doppelämter aus Mandat und Parteiamt. Es bleibt ein überzentralisierter Parteiapparat in Berlin, der zu oft und zu negativ von Eigeninteressen geleitet ist.

Die Wahlen zum Parteivorstand sind kein „Linksruck“, wie einige jubilieren und andere aufstöhnen. Sie bilden die Partei und ihre Probleme ab, mehr nicht. Der neue Vorstand muss sich diesen Problemen stellen, aber nicht nur er – die gesamte Partei in all ihren Gliederungen muss dies tun, sonst droht eine Verstetigung der gegenwärtigen Krise.

Die grundsätzliche Ausrichtung der LINKEN mit ihrem Erfurter Programm hat heute keine große Unterstützung in irgendeiner anderen Partei. Es gibt kein über kleinste tagespolitische Absprachen hinaus gehendes „Lager links von Mitte“. Deshalb ist der systematische Aufbau der LINKEN als gesellschaftlich verankerte Kraft das wichtigste Ziel der kommenden Zeit. Es wird keine Abkürzung zu neuen gesellschaftlichen Mehrheiten geben. Das war die historische Erfahrung der LINKEN bei ihrer Gründung und dies ist die Erfahrung der erfolgreichen Linken in anderen europäischen Ländern heute. Die tiefe Krise der EU und die Zwänge der Krise der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zeigen heute erneut, dass SPD und Grüne niemals ihre freiwillig gewählte und durch dauerhafte Korrumpierung abgesicherte Verteidigung des Kapitalismus aufgeben werden. Eine starke LINKE kann sie (wie wir in der Vergangenheit und die französische, griechische, spanische und niederländische Linke heute) unter Druck setzen, ihren Einfluss mindern und ihre Anhänger für uns gewinnen. Aber dafür muss eine solche starke LINKE aufgebaut werden. Angesichts der durch die Krise verschärften Konkurrenz zwischen den kapitalistischen Kernländern ist ein neuer sozialistischer Internationalismus dringender denn je, und er kommt nur durch eine starke eigenständige LINKE.

Der neue Vorstand muss sich den akuten Problemen in den Kreis- und Landesverbänden widmen. Dauerhafte Mitgliedschaftsstrukturen in Betrieben, Stadtteilen und allen gesellschaftlichen Sektoren müssen aufgebaut werden – das ist die Voraussetzung für erfolgreiche Politik und erfolgreiche Wahlkämpfe. Die zu starke Betonung zugunsten des Aufbaus des Berliner Parteiapparates muss systematisch mehr auf regionale Strukturen umgelenkt werden. Die Umklammerung von Parteiarbeit durch parlamentarische Arbeit muss aufgebrochen werden. Auf dem Göttinger Parteitag wurde von sehr vielen Rednerinnen und Rednern die Bedeutung der kommunalen Arbeit hervorgehoben. Auch die AKL teilt diese Sicht. Allerdings ist die Arbeit in der Kommune – seit jeher das Herzstück von linkem Aktivismus – nicht zu verwechseln mit der Arbeit in Kommunalparlamenten. Die kommunalen Parlamente sind finanziell und politisch die einflusslosesten Strukturen der bestehenden Verwaltungsordnung. Wahlbeteiligungen erreichen dabei selten mehr als 45 Prozent, häufig deutlich weniger. Gleichzeitig fressen sie Unmengen an Zeit und personellen Ressourcen einer linken Partei. Wir wünschen uns als Zentrum kommunaler Arbeit das bewegungsorientierte Engagement in Stadtteilen, Betrieben, Schulen und Universitäten. Erst wenn es das gibt, kann kommunale Parlamentsarbeit als Ergänzung wirken.

Die AKL versichert dem neuen Vorstand ihre Unterstützung. Wir haben uns in der Vergangenheit nicht an zersetzenden und personalisierenden Streitereien beteiligt und werden es auch in Zukunft nicht tun. Die AKL wird weiterhin ihre kritischen und konstruktiven Vorschläge einbringen – für heute ruft sie die gesamte Parteimitgliedschaft auf, mit diesem neuen Vorstand eine neue Etappe im Aufbau einer politisch breit wirksame und verankerte und klar antikapitalistische und antimilitaristische Partei zu eröffnen.

Ohne gute Arbeit keine guten Fachkräfte

Sabine Zimmermann

Sabine Zimmermann

05.06.2012 – PRESSEMITTEILUNG – Sabine Zimmermann

“Die Debatte über den Fachkräftebedarf der deutschen Wirtschaft muss ehrlich geführt werden und darf nicht für Lohndumping-Versuche missbraucht werden. Seriösen Studien zufolge gibt es mittelfristig eher in den Sozial- und Gesundheitsberufen eine Fachkräftelücke als bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. Dem kann nur durch bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen und höhere Löhne begegnet werden. Ohne gute Arbeit keine guten Fachkräfte”, erklärt Sabine Zimmermann zum Fachkräftegipfel der Bundesregierung.

Die ganze Pressemitteilung


Einsortiert unter:Statements Tagged: Die Linke., Fachkräfte, Fachkräftelücke, Löhne, Lohndumping, Sabine Zimmermann

Chance für einen neuen Aufbruch – DIE LINKE nach dem Göttinger Parteitag

05. Juni 2012  Allgemein, DIE LINKE, Parteitag

Bundesparteitag Göttingen 2012Das hat es so bei der LINKEN noch nicht gegeben: Die Delegierten des Bundesparteitags hatten tatsächlich eine Wahl. Und sie entschieden, dass Katja Kipping und Bernd Riexinger die neuen Vorsitzenden sind, die DIE LINKE in die Bundestagswahl 2013 führen werden. Wochenlang stritt die Partei, wer die Führung übernehmen sollte. Regionalkonferenzen sollten den Delegierten und der Basis die Entscheidung erleichtern. Doch Klarheit herrschte bis kurz vor Eröffnung des ersten Wahlgangs nicht einmal über die Frage, wer alles kandidiert.

Viele Delegierte ließen in Redebeiträgen und auf den Fluren und Gängen klar, dass sie vor allem eines möchten: dass der Streit um Personal und Deutungshoheiten endlich ein Ende hat und die LINKE wieder anfängt Politik zu machen. Immer wieder kam die Forderung auf, dass DIE LINKE wieder zur „Kümmererpartei“ werden müssen. Entsprechend wählten die Delegierten einen Vorstand, der das Potential hat, einen Neuanfang zu wagen, Gräben zu überbrücken und sich um die dringlichsten Herausforderungen zu kümmern: Die Auswirkungen der sich auch in Deutschland zuspitzenden Euro-Krise, die wachsende soziale Ausgrenzung von immer mehr mehr Menschen, einen existenzsichernden Mindestlohn, die Aushöhlung von Demokratie durch die Schuldenbremse und vieles mehr.

Bundesparteitag 2012Neben der neuen Vorsitzenden Katja Kipping sind mit Caren Lay und Axel Troost zwei stellvertretende Vorsitzende der LINKEN aus dem Landesverband Sachsen. Und mit der Oberbürgermeisterin von Borna, Simone Luedtke, der Chemnitzer DGB-Regionalchefin Sabine Zimmermann, der Landtagsabgeordneten Julia Bonk und der Frauenbeauftragten der sächsischen LINKEN Claudia Jobst ist Sachsen insbesondere auch durch starke Frauen im Parteivorstand vertreten. Alle Ergebnisse findet man hier.

Artikel Freie Presse

 

Offener Brief an Hilde Mattheis, MdB, stellvertretende Vorsitzende der SPD in Baden-Württemberg

Michael Schlecht, MdB,
Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE
Stuttgart, 5 Juni 2012

Offener Brief an Hilde Mattheis, MdB, stellvertretende Vorsitzende der SPD in Baden-Württemberg

Liebe Hilde Mattheis,

in einem Beitrag in der Stuttgarter Zeitung erläuterst du, dass man seine Partei wechseln sollte, „wenn die inhaltliche Richtung nicht mehr stimmt“. In der Tat, da bin ich mit dir einer Meinung.

Dann müsstest du dir aber überlegen, in DIE LINKE zu wechseln. Es gibt doch so viele Sachfragen in denen du mit deiner Partei nicht übereinstimmst!?

Bist du wirklich für die Rente mit 67, die die SPD nach wie vor vertritt? Bist du wirklich dafür, dass deutsche Soldaten bis 2014 – und zum Teil darüber hinaus – in Afghanistan stationiert bleiben? Der neue französische Präsident, ein Sozialist, holt seine Truppen bereits dieses Jahr zurück.

Teilst du wirklich den Stolz deiner Partei auf Hartz IV? Verteidigst du die Sanktionsandrohung gegenüber Erwerbslosen, wenn sie nicht bereit sind, jede Arbeit anzunehmen. Findest du es richtig, dass eine erwerbslose Schlecker-Frau demnächst zum Kloputzen für 3,50 Euro in der Stunde gezwungen werden kann?

Und vor allem: Ist die SPD noch deine Partei, wenn sie dem Fiskalpakt demnächst im Bundestag zustimmen wird? Was ist, wenn du per Fraktionsdisziplin ebenfalls zur Zustimmung genötigt wirst? Dir ist doch bekannt, dass der Fiskalpakt Deutschland zu brutalen sozialen Kürzungen zwingen wird! Mit dem Fiskalpakt „hat das europäische Sozialstaatsmodell“ ausgedient, so der EZB-Präsident Mario Draghi.

Liebe Hilde, wenn deine eigenen politischen Maßstäbe dich zum Hadern mit deiner Partei bringen, du eine neue politische Heimat suchst, dann steht DIE LINKE dir sicher offen. Hier werden die politischen Inhalte vertreten, für die du dich immer stark gemacht hast. Für weitere Fragen kannst du mich jederzeit anrufen; meine Handy-Nummer ist dir ja bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Schlecht, MdB
Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE

Heike Hänsel, DIE LINKE: Grüne spielen Arme in Deutschland gegen Arme im Süden aus

Pressemitteilung

“Die Grünen senden mit ihrer Entscheidung, Entwicklungshilfe zu Lasten der Ärmsten in Deutschland aufzustocken, ein fatales Signal aus. Damit spielen sie Armut im Süden gegen Armut in Deutschland aus und gefährden die bisher breite Akzeptanz der deutschen Entwicklungsausgaben”, kritisiert die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Heike Hänsel. Eine Projektgruppe der Grünen hatte eine massive Erhöhung der Entwicklungshilfe im Falle einer künftigen Regierungsbeteiligung in Aussicht gestellt. Die Hartz-IV-Sätze sollen hingegen nicht erhöht werden. Dazu Hänsel weiter:

“Natürlich ist auch DIE LINKE für einen deutlich größeren deutschen Beitrag zu internationalen Klima- und Entwicklungsprojekten. Wir haben in jeder Haushaltsrunde entsprechende Forderungen vorgetragen. Aber Möglichkeiten zur Gegenfinanzierung sehen wir woanders als die Grünen, zum Beispiel im Rüstungsetat, bei deutlich höheren Steuern auf Gewinne, Vermögen und Finanztransaktionen. Die überfällige massive Erhöhung des Hartz-IV-Satzes darf dafür nicht zurückstecken. Die Betroffenen haben nicht vergessen, dass es die SPD-Grüne-Regierung war, die das unmenschliche Hartz-IV-System eingeführt und damit Millionen Menschen Armut per Gesetz verordnet hat. Wenn die Grünen jetzt globale Armut und Armut in Deutschland gegeneinander ausspielen, bestätigen sie diese entsolidarisierende Politik. Dass die Grünen Schuldenbremse und Fiskalpakt befürworten und in Frankfurt am Main daran beteiligt waren, die sozialen Proteste gegen Bankenmacht und Kürzungsdiktate zu verbieten, passt da nur ins Bild.”

Gemeinsam für den solidarischen Aufbruch

Der Göttinger Parteitag ist vorüber, incl. Wahlmarathon um eine neue Führungsspitze. Darunter wurden u.a. Katja Kipping und Bernd Riexinger als neue Parteivorsitzende gewählt, wozu ich beiden ausdrücklich gratuliere.

Festzuhalten bleibt aus meiner Perspektive: Einerseits ist es sehr schade, dass die Partei (noch) nicht für eine weibliche Doppelspitze bereit ist, andererseits ist die Wahlentscheidung der Delegierten als demokratischer Akt zu akzeptieren. Das bedeutet für mich auch ein respektvoller Umgang zwischen “Gewinnern” und „Verlierern“, statt gegenseitiger Arroganz und Demütigung der jeweils anderen Seite.

Doch wie soll es weitergehen? Das Wichtigste ist jetzt, dass wir gemeinsam zur inhaltlichen Arbeit zurückkehren und das auf der Basis des Erfurter Parteiprogramms bzw. anhand der Schwerpunkte, welche die Menschen bewegen, für die wir Politik machen (wollen): solidarische Krisenbewältigung, Stärkung von Demokratie, Bekämpfung von Rassismus und Neofaschismus und der sozial-ökologische Umbau sind nur eine Auswahl davon.

Ebenso notwendig und fast noch dringender ist es, das wir innerhalb der Partei eine solidarische Debattenkultur entwickeln und vorleben, in dessen Mittelpunkt der Mensch bzw. das einzelne Mitglied steht. Basisdemokratie statt Hinterzimmerentscheidungen heißt hier die Devise!

Schließlich sind es die Kombination aus kooperativen Führungsstil, strömungsübergreifenden Denken und Handeln und die grundsätzliche Bereitschaft zum kritischen Diskurs mit dem Jugendverband, welche ich von der neuen Führungsspitze und vom gesamten Parteivorstand erwarte, damit wir gemeinsam den solidarischen Aufbruch für DIE LINKE erreichen, den wir aktueller denn je brauchen.

PS: An dieser Stelle möchte ich auch nochmal ganz herzlich Felix Pithan zu seiner Wahl als jugendpolitischer Sprecher im neuen Parteivorstand gratulieren. Ich bin mir sicher, Du wirst den PV stellvertretend für den Jugendverband rocken :)


Bernd Riexinger ist der neue Vorsitzende

Bernd Riexinger

Bernd Riexinger

Wahlgang 2: 557 abgegebene Stimmen, 555 gültige Stimmen, 4 Enthaltungen
Bartsch, Dietmar: 251 Stimmen (45,23 Prozent)
Horn, Bernd: 2 Stimmen (0,36 Prozent)
Klein, Werner: 0 Stimmen (0 Prozent)
Riexinger, Bernd: 297 Stimmen (53,5 Prozent)
Stange, Jürgen: 1 Stimmen (0,18 Prozent)

Gewählt: Bernd Riexinger


Einsortiert unter:Berichte Tagged: Bernd Riexinger, Die Linke., Göttingen, Parteitag

Katja Kipping ist die neue Vorsitzende

Katja Kipping

Katja Kipping

RP.Online:

Göttingen (RPO). Katja Kipping ist neue Vorsitzende der Linken. Sie wurde am Samstagabend auf dem Parteitag in Göttingen mit 67,1 Prozent der Stimmen gewählt und setzte sich damit gegen die Hamburger Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn durch. Im ersten Wahlgang durften ausschließlich Frauen antreten. Bislang war Kipping Vize-Vorsitzende der Partei.

mehr hier

Wahlgang 1: 557 abgegebene Stimmen, 553 gültige Stimmen, 20 Enthaltungen
Heyenn, Dora: 162 Stimmen (29,3 Prozent)
Kipping, Katja: 371 Stimmen (67,1 Prozent)

Gewählt: Katja Kipping


Einsortiert unter:Berichte Tagged: 2012, Die Linke., Katja Kipping, Parteitag Göttingen, Vorsitzende der Linken

Livestream des #LINKEBPT in Göttingen