Naziaufmarsch

Ich freue mich über die Einstellung des Verfahrens gegen André Hahn

Zur Einstellung des Verfahrens gegen André Hahn wegen des Anti-Nazi-Protestes am 13.2.2010 in Dresden:

Friedliches Engagement gegen Nazis ist gerade in Sachsen dringend notwendig und auf keinen Fall kriminell. Deshalb ist die Einstellung des Verfahrens gegen André Hahn folgerichtig und überfällig. Ich freue mich über diese Entscheidung und erwarte von der Staatsanwaltschaft, in allen noch offenen Fällen friedlicher Gegenwehr gegen die Nazi-Aufmärsche in Dresden 2010 und 2011 entsprechend zu verfahren. Angesichts des mörderischen Terrors der NSU, der von Sachsen ausgegangen ist, sollte die Justiz dem irritierenden Eindruck entgegenwirken, sie sei mehr mit friedlichen Nazigegnern als mit Nazis befasst.

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Zum Prozess gegen Dr. André Hahn: Es gibt in Sachsen und Thüringen kein Antifa-, sondern ein Nazi-Problem

Erklärung anlässlich des zweiten Verhandlungstages am Dresdner Amtsgericht im Prozess gegen den früheren Vorsitzenden der sächsischen Linksfraktion, Dr. André Hahn, wegen der Blockade des Naziaufmarsches am 13. Februar 2010 in Dresden, heute in Erfurt:

Was sich derzeit vor dem Amtsgericht Dresden im Prozess gegen André Hahn abspielt, ist eine Farce. Die Kriminalisierung des friedlichen Protestes gegen Nazi-Umtriebe auf Straßen und Plätzen muss beendet werden. Dies gilt für dieses wie für alle anderen Verfahren, die wegen des erfolgreichen zivilgesellschaftlichen Widerstandes gegen den größten Naziaufmarsch Europas geführt werden. Wer sich Nazis friedlich und couragiert entgegenstellt, darf dafür nicht bestraft werden.

Oberstaatsanwalt Schär hatte am 10. Oktober im Gerichtssaal seine Freude darüber zum Aus-druck gebracht, dass die Marschpläne der Nazis in den Jahren 2010, 2011 und 2012 in Dresden vereitelt worden sind. Dazu passt nicht die von der Staatsanwaltschaft angezettelte Prozessflut insbesondere auch wegen des 19. Februar 2011.

Es gibt in Sachsen und auch Thüringen kein Antifa-, sondern ein Nazi-Problem. Wir fordern daher die Staatsanwaltschaft als Ermittlungs- und Anklagebehörde auf, ihre Aufmerksamkeit auf die Verfolgung der von Nazis begangenen Verbrechen zu konzentrieren. Dass von unserer Region aus der „Nationalsozialistische Untergrund“ ein Jahrzehnt lang unbehelligt morden konnte, zeigt, dass es hierbei noch erheblichen Nachholbedarf gibt.

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Tausende gegen „Sächsische Verhältnisse“

Am 18. Februar 2012 beteiligten sich mehr als 8.000 Menschen an der von „Dresden-nazifrei“ organisierten antifaschistischen Großdemonstration. „Unter dem Motto „Gegen Nazis – für einen antifaschistischen Konsens!“ haben viele engagierte Menschen deutlich gemacht, dass die Aussage von Sachsens Innenminister Markus Ulbig „nicht Antifaschismus sei die richtige Antwort, sondern Demokratie.“ nicht hingenommen wird.

Der heutige Tag und auch der 13. Februar haben deutlich gemacht, dass Transparenz und guter Wille seitens der Behörden viel sinnvoller sind, als im Geheimen zu agieren und Proteste unmöglich zu machen. Vielleicht konnte somit in diesem Jahr ein deutliches Zeichen gesetzt werden, nicht nur aufgrund der Anzahl vieler tausender ProtestlerInnen, wie in den nächsten Jahren agiert werden kann. Wir danken allen, die gemeinsam auf die Straße gegangen sind. Nun hoffen wir, dass die Staatsanwaltschaft zur Vernunft kommt und die unsäglichen Repressionsmaßnahmen einstellt.

Zu den erfolgreichen Protesten am 13. Februar in Dresden

Dresden wehrt sich erfolgreich gegen Neonazis, das ist ein großartiger Erfolg aller, die am 13. Februar ein deutliches Zeichen gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Gewalt gesetzt haben.Endlich ist es in der Stadt gelungen, dass friedliche Proteste in “Hör- und Sichtweite” der Neonazis erzwangen, dass der Aufmarsch der etwa 1600 Neonazis deutlich verkürzt wurde.
Ich danke der Polizei, die in diesem Jahr ruhig und besonnen den Protest ermöglichte.
Umso mehr bedauere ich die Tatsache, dass noch immer hunderte Verfahren aus den Jahren 2010 und 2011 anhängig sind, die das gleich zum Ziel hatten, was gestern gelang: Dresden diese Neonazis zu ersparen.

Begrüßungsrede zur Linken Sachsen auf der Beratung des Bundesausschusses

Am Sonnabend habe ich zu Beginn der Beratung des Bundesausschusses der LINKEN diesen Begrüßungsvortrag zur LINKEN Sachsen gehalten. Hier habe ich dargestellt wie wir organisiert und aufgestellt sind und welche Aufgaben wir in den letzten zwei Jahren bewältig haben und welche Aufgaben vor uns stehen.

Schön, euch heute hier in Dresden begrüßen zu können. Ich freue mich, dass Ihr euch als Beratungsort die Stadt Dresden und damit das Land Sachsen für den Beginn der neuen Legislaturperiode ausgesucht habt.
Gerade Dresden steht ja immer schon für viel Widersprüchliches: Die Schönheit der der Stadt, eingebettet in den Ausläufern des Elbsandsteingebirges, die verehrende Flut im Jahr 2002 und die damit verbundene Solidarität.
Das hilflose Agieren der Stadtverwaltung Dresden und von großen Teilen der Stadtgesellschaft gegenüber dem immer größer werden Naziaufmarsch in Dresden, der 2009 mit mehr als 6.500 Nazis der größte in Europa war und der fast ungestört durch die Innenstadt zog und die immense Solidarität auch in unsere Partei seit dem Jahr 2010 mit den AkteurInnen hier vor Ort – vor allem dem Bündnis „Dresden „Nazi-frei“.
Hier möchte ich mich bei allen bedanken, die uns insbesondere in den letzten zwei Jahren so grandios unterstützt haben. Ohne diese Hilfe aus der gesamten Bundesrepublik hätten wir die Naziblockaden 2010 und 2011 nicht hinbekommen.
Und eigentlich bin ich in diesem Zusammenhang auch unendlich traurig, dass viele sich in den letzten Jahren nicht nur kalte Nasen in Dresden geholt haben, sondern die wirklich mit nichts zu rechtfertigende Härte der Dresdner Staatsanwaltschaft und der Dresdner Richterschaft persönlich zu spüren bekamen. Das ist beschämend für diese Stadt, für dieses Land und eigentlich habe ich ein schlechtes Gewissen, euch trotzdem wieder einzuladen am 13. und/oder am 18. Februar nach Dresden zu kommen, um Gesicht zu zeigen gegen die neuen und alten Nazis in diesem Land und in dieser Stadt. Da ihr heute noch einen eigenen Tagesordnungspunkt dazu haben werdet, will ich an dieser Stelle auf weitere Ausführungen verzichten.
Ich sprach von Widersprüchlichkeit in dieser Stadt und will dies auch auf den nächsten Punkt beziehen, den ich kurz erwähnen möchte:
Am vergangen Wochenende haben sich rund 133 000 Einwohnerinnen und Einwohner für den Verbleib der Klinken in städtischer Hand ausgesprochen. 108 000 Stimmen wären für den Erfolg des BürgerInnenentscheids ausreichend gewesen. Ein großer Erfolg auch für unsere Partei. Nicht nur weil wir über 6.500 eigene Plakate hatten – einige sind ja immer noch zu sehn, sondern weil die Initiatoren des Bürgerentscheids drei LINKE Stadträte waren. Die SPD und die Gewerkschaft Verdi haben mitgemacht und mitgeholfen.
Also in Dresden wo noch vor ein paar Jahren Teile der damaligen Stadtfraktion der PDS den Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zugestimmt haben – was zur Spaltung der Fraktion führte, zu Vertrauensverlust und zu immensen WählerInnenverlust geführt hat – gerade hier in der Stadt Dresden, wurden nun die richtigen Konsequenzen gezogen.
Der Landesverband Sachsen ist Organisieret in 13 Kreisverbänden, darunter die Stadtverbände Dresden, Leipzig und Chemnitz und somit 10 Flächenkreise. Die Mitgliederzahl im Stadtverband Leipzig beträgt 1 532 und im kleinsten Kreisverband haben wir 521 Mitglieder, insgesamt haben rund 11 000 Mitglieder.
Wir haben 29 Landtagsabgeordnete und 8 Bundestagsabgeordnete die von der Sachsenliste gewählt worden sind und zwei VertreterIn im Europaparlament, die ihren Wohnsitz in Sachsen haben – wobei Lothar Bisky bei uns wohnt, aber politisch vor allem in Brandenburg arbeitet. Cornelia Ernst als Dresdnerin ist ja auch Mitglied bei euch im Bundesausschuss auf dem Ticket von Sachsen.
Wir sind selbstverständlich in alle Kreistagen vertreten und in der Regel dort – wie auch im Landtag – die zweitstärkste Fraktion.
Insgesamt haben wir in Sachsen rund 1 000 kommunale Mandatsträgerinnen in den Kreis- Stadt- und Gemeinderäten, dazu kommen dann noch Ortschaftsräte u.ä.
Der Landesvorstand hat eine Stärke von 22 Genossinnen und Genossen, darunter ein Vorsitzender, zwei StellvertreterInnen, eine Landesgeschäftsführerin, ein Schatzmeister, ein Jugendpolitischer Sprecher der auf Vorschlag des Jugendverbandes gewählt wird und eine Gleichstellungspolitische Sprecherin.
Noch was kurz zur Struktur: Neben Vorstand gibt es in Sachsen einen gut arbeitenden Landesrat, welcher Kontroll- und Initiativrecht gegenüber dem Landesvorstand hat. Hier sind alle Kreisverbände und die anerkannten Landesweiten Zusammenschlüsse mit Stimmrecht vertreten.
Dann gibt es bei den LINKEN in Sachsen noch ein Gremium, was sich zusammensetzt aus den Mitgliedern des Landesvorstand, den Kreisvorsitzende, den Mitgliedern des Landesrates und dem Fraktionsvorstand – mittlerweile hat sich dafür der Begriff Kleiner Parteitag eingeprägt – dieses Gremium entscheidet zwischen den Landesparteitagen z.B. den Haushaltsplan und den Stellenplan der Partei – hier dürfen die Mitglieder des Fraktionsvorstandes nicht mit abstimmen oder es werden wichtige politische Entscheidungen für den Landesverband gefasst, wie die Personalentwicklungskonzepte oder wir haben in dieser Runde gemeinsam mit den Bundesparteitagsdelegierten unsere Änderungsanträge zum Parteiprogramm im vergangen Jahr abschließend beraten und beschlossen. Wenn alle kommen sind dies immerhin bis zu 90 Genossinnen und Genossen. Wir tagen drei bis viermal im Jahr.
Zusätzlich trifft sich der Landesvorstand mindestens viermal im Jahr mit den Kreisvorsitzenden, wobei sich auch hier eingebürgert hat, dass wir die Kreisvorsitzenden zu den Klausuren des Landesvorstandes mit einladen. Im Übrigen erhalten alle Kreisvorsitzenden und die drei SprecherInnen des Landesrates bereits alle Beratungsunterlagen der Landesvorstandsmitglieder vorab zugeschickt.
Was haben wir sonst noch so für Arbeitsstrukturen bzw. gemacht bzw. haben wir gerade vor?
a) Wir haben ein Konzept zur politischen Bildung im Landesverband Sachsen
Wir haben mit dem Konzept den Ansatz der politischen Bildung der Bundespartei aufgegriffen. Zusätzlich haben wir weiterhin den Bedarf an Fähigkeitsausbau, um Parteiarbeit leisten zu können mit in den Mittelpunkt gerückt. Wir arbeiten eng mit den BildungsträgerInnen um die Partei zusammen, um auch auf kommunaler Ebene voran zu kommen.
Auf Landesverbandsebene haben wir ein jährliches Vernetzungsangebot geschaffen, die Sommerakademie Sachsen, bei der sich ca. 80 Leute getroffen haben und sich weitergebildet haben. In diesem Jahr werden wir zusätzlich ein eigenes Mentoringprogramm auf den Weg bringen, bei dem potentielle KandidatInnen für Mandate, aber auch für Parteiämter zum einen geschult werden sollen, aber zum anderen auch stärker eingebunden werden. Dieses Programm haben wir gemeinsam mit unseren Kreisverbänden entwickelt.

b) Wir haben ein Personalentwicklungskonzept I, welches sich auf die Findung/Einbeziehung kommunaler MandatsträgerInnen sowie auf die ehrenamtliche Ebene bezieht
In diesem Konzept haben wir Vorschläge unterbreitet, wie die Kreisverbände das Thema angehen können. Der Landesvorstand hat konkrete Unterstützung angeboten. Vier Kreisverbände haben mittlerweile eigene Kreisentwicklungskonzepte beschlossen. Wir haben, um zu sehen, was die Mitglieder von ihrer Partei erwarten, in einem Kreisverband (Flächenkreis) eine ausführliche Mitgliederbefragung durchgeführt.

c) Es gibt ein Personalentwicklungskonzept II, welches sich auf die Findung von Verwaltungsnachwuchs konzentriert
Da wir BürgermeisterInnen und DezernentInnen im Amt haben, sind diese für ihre Arbeit auf Personal angewiesen, welches Ausschreibungskriterien in der Verwaltung gerecht wird. Die Schwierigkeit, die wir haben, ist, dass wir von den wenigsten Mitgliedern wissen, welche Ausbildung und Berufserfahrungen sie haben. Dieses Wissen haben oft die Kreisvorsitzenden, es ist aber für die Landesebene nur schwer abrufbar. Das aber zu bündeln, um insgesamt handlungsfähiger zu sein, haben wir uns zur Aufgabe gemacht.

d) Wir befinden uns gerade in der Diskussion zum Konzeptes zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit
Wir haben für den Landesverband eine Diskussionsgrundlage des Konzeptes erstellt und sind gerade in den Kreisverbänden dabei, das Konzept herunterzubrechen. Im Ergebnis wollen wir dann die Erfahrungen aus den Kreisen ins Landeskonzept und dessen Beschlussfassung einfließen lassen. Wir sehen das Konzept als Fortschreibungspapier an.

e) Eine Mitmachenbroschüre für den Landesverband, die sich an neue Mitglieder und SympathisantInnen richtet
Wenn Menschen den Weg zu uns finden, müssen sie wissen, wo sie neben den Ortsverbänden und Basisorganisationen Beteiligungsmöglichkeiten haben. Gerade wenn Menschen aus inhaltlichen Gründen zu uns kommen, ist es nicht ganz einfach kompetente AnsprechpartnerInnen für die Themen zu finden. Gerade weil in den Zusammenschlüsse die Ansprechpartner hin und wieder wechseln. Aus dem Grund gibt es jetzt eine aktuelle Broschüre, die fortgeschrieben wird, die als erstes Orientierungsmaterial in die Hand gegeben werden kann.
Auch die Kontaktpersonen in den Kreisverbänden bzw. in den Geschäftsstellen sind mit aufgeführt.

f) Telefonaktion im Landesverband, bei der die seit 2007 eingetretenen Mitglieder kontaktiert hat
Um ein Spiegelbild zu erhalten, wie neue Mitglieder in der Partei angekommen und den seit 2007 Eingetretenen ggf. Anknüpfungspunkte aufzuzeigen, haben wir eine Telefonaktion durchgeführt. Wir haben diese Mittel 2011 erst malig genutzt, um mittelbaren Kontakt herzustellen und vor allem auch ein Möglichkeit, den GenossInnen zu vermitteln, dass wir ihre Meinung und ihr Engagement bei uns in der LINKEN ernst nehmen.

g) Prozessumgestaltung im Landesverband – wie arbeiten und diskutieren wir gemeinsam?
Da wir uns als Mitgliederpartei verstehen, hat sich die Landespartei in den letzten Jahren umgestaltet. Wir haben viele parteioffene Veranstaltungen im Zuge der Programmdebatte angeboten, deren Ergebnisse direkt in Anträge an den Bundesparteitag gemündet sind. Wir haben Prozesse von unten nach oben ins Leben gerufen, auf regen Austausch mit den Kreisverbänden gesetzt. Im Ergebnis haben wir einen Prozess des gemeinsamen Lernens auf den Weg gebracht, der bei wichtigen Entscheidungen Genossinnen und Genossen vor Ort mitzunehmen vermag.
Wir sind dabei, neue Wege zu finden, wie wir die Arbeit vor Ort erhalten und stärken können, ohne andere Aufgaben zu vernachlässigen.
Prozesse kosten Zeit, aber sie sind notwendig, fruchtbar und entsprechen unserem Demokratieverständnis, und ihre solchen Maximen widersprechende Beschleunigung oder Abkürzung könnte nur durch unabdingbare Zwänge gerechtfertigt sein.

h) Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Finanzkonsolidierung auseinandersetzt
Aus dem Wissen heraus, dass Parteifinanzen endlich sind und immer noch absolut ein Rückgang der Mitgliedschaft zu verzeichnen und Neueintritte beitragsschwächer sind als die Abgänge, ist schon lange eine Sensibilität für das Thema da: wir müssen prüfen, wie wir unter diesen Gegebenheiten die nächsten Jahre überleben wollen und gute Politik machen wollen und uns dafür aufstellen können.
Hier ist nicht entscheidend, das Warum zu erklären, sondern vielmehr Wege zu finden. Auch hier haben wir größere und kleinere Veranstaltungen durchgeführt, in Workshops diskutiert. Schließlich ist jetzt eine Arbeitsgruppe beauftragt, bis Herbst 2012 ein Finanzkonsolidierungskonzept für den Landesverband zu erarbeiten.

i) Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich mit Kommunalpolitik beschäftigt
Da wir Kommunalpolitik für eine der drei wichtigen Säulen unserer Partei erachten, denn auf kommunaler Ebene spielt sich Politik fühlbar für die Menschen ab, haben wir zur inhaltlichen Stärkung der Arbeit eine AG Kommunalpolitik gegründet. Sie wird ein Kommunalwahlprogramm erarbeiten, versuchen mit neuen KandidatInnen für die anstehenden Kommunalwahlen zu arbeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten usw.

j) Vernetzung der hauptamtlichen und ehrenamtlichen BürgermeisterInnen sowie DezernentInnen der LINKEN in Sachsen
Um unsere amtierenden BürgermeisterInnen und DezernentInnen zu stärken, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, haben wir einen Vernetzungspunkt geschaffen. Hier wird über mögliche Probleme der AmtsinhaberInnen gesprochen, sich ausgetauscht, wie man damit umgehen kann, und auch überlegt, wie linke Politik in den Gemeinden und Städten noch wahrnehmbarer konkret umgesetzt werden kann. Gerade weil linke BürgermeisterInnen oft in verkrustete Strukturen „hineingewählt“ werden, halten wir diesen Austausch für wichtig und essentiell für die Arbeit vor Ort.

k) Einrichtung eines regelmäßig tagenden „Aktionsrates“, bestehend aus VertreterInnen des Landesvorstandes, der Landtagsfraktion, der Landesgruppe Sachsen der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag und der Europaabgeordneten. Dadurch ist eine enge Vernetzung der Aktivitäten auf den verschiedenen Handlungsebenen ermöglicht, Reibungsverluste werden minimiert, gegenseitige Unterstützungseffekte erzeugt.

l) Bereits seit Parteineugründung Umgestaltung der Arbeit der Grundsatzkommission weg von einer „Think Tank“- orientierten zu einer beteiligungsorientierten Arbeit. Grundsatzkommission wirkt als Impulsgeberin und durch Organisation, wesentlich jedoch auch für die Bündelung der Diskussionsergebnisse. Damit Beteiligungsprozesse nicht nur das Reden über diverse politische Aufgaben bleibt, sondern auch Ziele und Ergebnisse zeitigen kann, muss genau dies organisiert werden. Die kontinuierliche Erfüllung dieser Aufgabe und die durch diese Kontinuität mögliche Anreicherung von entsprechenden Erfahrungen leistet die GSK.

m) Regelmäßige Gestaltung von Regionalkonferenzen zu verschiedenen thematischen oder organisationspolitischen Schwerpunkten. Mit diesen Regionalkonferenzen besteht die Möglichkeit, ohne Beschlussdruck den offenen Meinungsaustausch zu gewährleisten und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

n) Seit 2004 werden „Mindestanforderungen“ an die Wahlkreisbüros der Abgeordneten der verschiedenen Parlamente formuliert, die sich sowohl auf die räumliche Verteilung, vor allem aber auf die bürger- und bündnisfreundliche Ausgestaltung der Büros beziehen. Die an Hand von Pilotprojekten (linXXnet, WIR-AG usw.) gewonnenen Erfahrungen wurden ausgewertet und bilden Leitmodelle für die erfolgreiche und gesellschaftlich wirksame Arbeit vor Ort.

Okay und wenn die Strukturen stimmen, fällt es auch leichter über inhaltliche Angebote gemeinsam nachzudenken und zu erarbeiten. Stefan Hartman und ich haben dies in einem DISPUT Artikel „Futter für die Köpfe!“ genannt:
Was machen wir da?
Als erstes haben wir im November 2010 unsere „Energiepolitischen Leitlinien“, wichtiger Baustein für den sozial-ökologischen Umbau in Sachsen beschlossen, die ein Jahr kontrovers diskutiert worden sind. Stichwort auch in Sachsen gibt es Menschen die von der Kohle leben, heißt dort arbeiten, für guten Lohn!
Dafür konnten wir große öffentliche Aufmerksamkeit im besten Sinne des Wortes ernten. Zugleich wurden damit einige inhaltliche Konflikte in unserer sächsischen Partei kulturvoll bearbeitet.
Bereits Ende 2009 – also nach der Landtagswahl wo wir mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden waren, haben wir mehrere Arbeitsgruppen mit der Aufgabe berufen, weitere inhaltliche Papiere für die Diskussion in der Partei und für die öffentliche Debatte vorzubereiten.
Daher konnten wir auf dem Novemberparteitag 2011 sehr umfassend angelegte Sozialpolitische Leitlinien in die öffentliche Debatte geben.
Darüber hinaus liegen Arbeitspapiere zu den bildungspolitischen und den kulturpolitischen Politikangeboten der sächsischen LINKEN vor.
Thesen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, unser „Plan demokratisches Sachsen“ und die Überarbeitung der kommunalpolitischen Leitlinien werden demnächst das Diskussionsangebot vervollständigen. Aber auch die Erarbeitung von Sucht- und Drogenpolitischen Leitlinien stehen im Jahr 2012 an, wir werden im März auch Eckpunkte von unseren Vorstellungen von regionaler europäischer Politik vorstellen.
Der Vorstand wird – hoffentlich – den Fahrplan bis 2014 beschließen, wie wir den „DIALOG für Sachsen“ führen werden. Also wann wir mit welchen Punkten in die Öffentlichkeit gehen wollen.
Wir wollen es schaffen am Beginn des Jahres 2014 ein Pan von Sachsen zu präsentieren, wie wir uns das Land 2020 und darüber hinaus vorstellen. Dabei wollen wir die Mitglieder und aber auch gesellschaftliche Akteure einbeziehen. Ich bin da optimistisch, dass uns dies gelingen wird.
Vielen Dank, dass Ihr mir so lange zugehört habt!

Mutmaßliche Absage der Neonazidemo ist großer Erfolg des friedlichen Protestes

Zur wahrscheinlichen Absage der Neonazidemonstration am 18. Februar in Dresden:

Ich freue mich, dass diese unsägliche Neonaziveranstaltung am 18. Februar wahrscheinlich nicht stattfinden wird.Das ist ein großartiger Erfolg, den alle demokratischen Kräfte, die gegen diese Veranstaltung mobilisierten, gemeinsam erreicht haben.
Ich plädiere allerdings auch weiterhin dafür, dass alle Dresdnerinnen und Dresdner und alle Gäste der Stadt am 18. Februar auf den Straßen präsent sind und Gesicht zeigen gegen möglicherweise doch anreisende Neonazis.
Darüber hinaus bitte ich alle diejenigen, die es am 13. Februar, einem Montag, ermöglichen können, der wahrscheinlich dann stattfindenden Neonazidemonstration friedlich und entschlossen entgegen zu treten.

Zur Aufhebung der Immunität von Janine Wissler und Willi van Ooyen

Zur Entscheidung des Hauptausschusses des Hessischen Landtages, die
Immunität der beiden Fraktionsvorsitzenden der LINKEN, Janine Wissler und
Willi van Ooyen, aufzuheben:

Nun wurde also auch die Immunität der beiden Fraktionsvorsitzenden der
LINKEN. Hessen, Janine Wissler und Willi van Ooyen aufgehoben, um gegen sie juristisch vorgehen zu können. Nachdem die Immunität von André Hahn und Bodo Ramelow schon vor ein paar Monaten aufgehoben wurde, und sie mittlerweile Strafbefehle erhalten haben, ist damit auch bei den beiden
Fraktionsvorsitzenden aus Hessen zu rechnen.
Es ist unglaublich, dass – gerade angesichts des bevorstehenden 13. Februar 2012 und der erneut angekündigten Veranstaltungen der Neonazis -Fraktionsvorsitzende meiner Partei als engagierte Antifaschisten und Demokraten angeklagt, verurteilt und somit alle friedlichen Demonstrantinnen und Demonstranten als potenzielle Straftäter diffamiert werden. Ich hatte angenommen, dass nach dem Aufruf des Ministerpräsidenten von Sachsen, es mögen viele Menschen von außerhalb zu den friedlichen Protestaktionen nach Dresden kommen, Gericht und Staatsanwaltschaft in Dresden mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legten. Dem ist nicht so.
Wir werden uns aber nicht kriminalisieren lassen, wir als LINKE Sachsen sind solidarisch mit den vier Fraktionsvorsitzenden und allen anderen friedlichen BlockadeteilnehmerInnen von 2010 und 2011.
Wir nehmen vielmehr die Herausforderung an und werden uns um so mehr für den friedlichen Protest gegen die geplanten Aufmärsche der Neonazis engagieren und uns nicht einschüchtern lassen.
Ich fordere alle Mitglieder unserer Partei und alle demokratischen Kräfte
auf, am 18. Februar nach Dresden zu kommen, um den Nazi-Aufmarsch zu
verhindern.

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Gewalt zur Durchsetzung von Politik ist nicht akzeptabel

Interview mit Jens Lehmann von der Morgenpost

Herr Gebhardt, erstmals seit 2003 will sich die Linke ein neues Grundsatzprogramm geben. Was wird sich ändern?
Es ist noch kein wirkliches Grundsatzprogramm, sondern Sozialpolitische Leitlinien. Die haben aber einen umfassenden Politikansatz: Da geht es um Kultur, Bildung, Sport und Gleichberechtigung. Aus diesem Papier wollen wir im Laufe des Jahres 2012 ein Grundsatzprogramm erarbeiten. Energiepolitische Leitlinien haben wir bereits beschlossen, im Sommer ein kulturpolitisches Leitbild erarbeitet. Und wir gründeten ein Alternatives Wirtschaftsforum .Wirtschaft war bislang unser schwacher Punkt, wo man uns bislang nicht viel zutraute.

War die PDS programmatisch nicht schon mal viel weiter?
Ach das weiß ich nicht. Es gab Debatten, wie die um Privatschulen, die abgeschlossen waren. Die leben jetzt wieder auf, gut. Aber letztlich diskutiert die Linke immer. Weil wir auch immer vor neuen Voraussetzungen stehen.

Mit Katja Kipping (33) und Dietmar Pellmann (60) haben Mitglieder extremer Flügel die sozialen Leitlinien erarbeitet. Wer gibt den Ton an in der Partei: Utopisten oder Realisten?
Am Ende immer der Vorstand. Ich selbst habe beide gebeten das aufzuschreiben. Das Spannungsverhältnis der Generationen und die verschiedenen Sichtweisen auf Politik, haben eine gewisse Produktivität freigesetzt. Keiner von beiden hat sich durchgesetzt. Beide mussten nachgeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es geht uns nicht mehr um einen nachsorgenden Sozialstaat wie bisher, sondern um einen vorsorgenden.

Aber über das „bedingungslose Grundeinkommen“ hat man sich nicht einigen können.
Das ist der einzige Punkt der vertragt wurde. Wir werden im 2012 darüber reden. Auch die Bundesebene hat da noch keine Position. Ich übrigens auch nicht.

Wer wird denn mit diesem Programm 2014 in die Landtagswahl ziehen? André Hahn?
Über Personal haben wir bislang weder nachgedacht, noch geredet. Wir machen jetzt unsere Positionen klar und dann wird die Strategie geklärt, wie wir eine radikal linke Realpolitik in Sachsen umsetzen können.

Mit wem ginge das?
Na, ich kann mir da nur zwei Partner vorstellen: SPD und Grüne. Da muss man Vertrauen aufbauen, über Inhalte und Personen sprechen.

In Berlin hat die Linke bei den Senatswahlen kräftig verloren. Jungen Wähler bleiben weg und wandern zu Piraten und Grünen ab. Ein Problem was Sie auch in Sachsen erwartet, oder?
Wir haben darauf schon 2004 und 2009 aufmerksam gemacht. Die Milieus ändern sich und es gibt neue Wählerschichten, die weder links noch bürgerlich sind, sondern mehr der Umwelt- Demokratie oder Internetbewegung angehören. Und einen anderen Politikansatz haben. Das kann man in Dresden oder Leipzig bereits beobachten. Wir müssen daher neue Wählerschichten ansprechen. Das muss uns vor allem mit Personal gelingen, mit jungen Leuten. Wir müssen offener sein für neue Ideen.

Neue Wählergruppen, weil Ihnen die alten wegsterben – immerhin hat die Linke einen Altersschnitt von 67 Jahren.
Alle Parteien haben das Problem, auch die CDU. Ich hätte gern verschiedene Wählerschichten als Volkspartei – dazu gehören junge wie ältere Menschen. Unser Ziel bleibt: Mindesten 25 Prozent der Stimmen zu holen und in Sachsen zu regieren.

Was halten Sie von dem CDU-Angebot, gemeinsam rund um den 13. Februar in Dresden den Nazis gegenüberzutreten?
Ich habe großen Respekt vor diesem, Angebot. Es hat mich sehr positiv überrascht. Es ist ein Angebot, auf das wir nachhaltig und ernsthaft reagieren müssen. Wenn die CDU sagt, es soll möglich sein, in Sicht- und Hörweite zu den Nazis zu demonstrieren, dann bekommen wir jetzt das, was wir stets eingefordert haben.

Distanzieren Sie sich denn Ihrerseits von gewalttätigen Randalieren an Blockaden?
Ich hab immer gesagt: Steine schmeißende Demonstranten, die auch Polizisten angreifen, haben nicht unsere Sympathien. Dazu stehe ich und meine Partei als Ganzes. Gewalt zur Durchsetzung von Politik ist inakzeptabel.

Gilt das auch für Blockaden?
Da haben wir einen Dissens. Friedliche Blockaden, wie sie 2010 und 2011 stattgefunden haben, halte ich für ein zivilgesellschaftliches Mittel, was man einsetzen kann.

Auch wenn man damit gegen geltendes Recht verstößt?
Ich sage ausdrücklich als zivilgesellschaftliches Mittel! Es gibt eine große Bereitschaft aus der Gesellschaft heraus, diese Art des friedlichen Protestes im Kampf gegen Nazis zu akzeptieren.

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Bündnis „Nazifrei in Plauen“ ruft zum friedlichen Protest auf

Naziaufmarschin Plauen blockieren!Das Bündnis „Nazifrei in Plauen“ ruft zum friedlichen Protest
gegen den Naziaufmarsch am 16. April 2011 auf.

Unter dem Vorwand, der Opfer der Bombardierung Plauens im April 1945 zu gedenken, planen Nazis in Plauen zu marschieren. Damit versuchen sie, ihre menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie zu verbreiten.

Die Nazis wollen dabei ausgerechnet die historische Route der friedlichen Revolution von 1989 für ihren Aufmarsch missbrauchen. Wir dürfen nicht zulassen, dass an diesem Tag die Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Folgen verherrlicht oder verfälscht werden.

In jüngster Vergangenheit gab es mehrere Naziaufmärsche in Sachsen, ob im Februar in Dresden oder im März in Chemnitz. Ein breites demokratisches Spektrum aus Gewerkschaften, Initiativen, Kirchen, Parteien, Vereinen und vielen Einzelpersonen haben sich den Nazis entgegen gestellt.

Das Bündnis ruft alle Vogtländerinnen und Vogtländer dazu auf, sich an der Gegenkundgebung zu beteiligen und den Neonazis am 16. April friedlich und entschlossen entgegen zu treten.

Setzt ein klares Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und Toleranz!

www.plauen-nazifrei.de/