Faschismus

Berliner VVN: Polnische und sowjetische Veteranen am 9. Mai 2013 im Treptower Park

Berlin, 7.Mai 2013

Pressemitteilung

der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und

Polnische und sowjetische Veteranen am 9. Mai 2013 im Treptower Park

9_mai_poster_deuWir freuen uns, die beiden Veteranen Jakow Resnik und Jan Paciejewski am 9. Mai 2013 auf unserem Fest im Treptower Park begrüßen zu dürfen.

Jakow Resnik (*1925) wird gegen 13.30 sprechen und Jan Paciejewski gegen 16.00 Uhr.

Parkplatz am Rosengarten, Puschkinallee, unweit des sowjetischen Ehrenmals

Jakow Resnik wurde 1925 in Schepetowka in der Ukraine geboren. Seine Familie war nicht sehr religiös, beging aber die hohen Feiertage. Nach seiner Flucht vor den Deutschen im Jahre 1941 trat er 1943 als Pionier in die Rote Armee ein. Er kämpfte in der Ukraine, Moldawien, Rumänien, Jugoslawien, Ungarn und Österreich. Aus Wien kehrte er 1947 in seine Heimat zurück. In der Ukraine litt auch er unter den antisemitischen Beschränkungen für Juden bei der Studien- und Berufswahl. So konnte er nicht Jura studieren. Er arbeitete als Ingenieur in einer Textilfabrik, dann als leitender Angestellter eines Kombinats und Dozent. 1998 wanderte er nach Deutschland aus. Heute lebt er mit seiner Frau in Berlin und ist Vorsitzender des Klubs der jüdischen Veteranen der Roten Armee.

Jan Paciejewski(*1926), kämpfte als polnischer Partisan der BCh (Bauern-Armee). Er nahm während der Befreiung des Vernichtungslagers Majdanek durch die Rote Armee, im Umkreis des KZs an Aktionen gegen die SS teil. Als die 2. Polnische Armee Polen erreichte, trat er ihr bei, überquerte die Neiße und kämpfte in der Lausitz. Am 10. November 2012 nahm  er an den Aktionen gegen den Neonazi-Aufmarsch in Frankfurt Oder teil.

Weitere Informationen über unser Fest erhalten sie hier im Internet.

http://neuntermai.vvn-bda.de/

DIE LINKE: Lesen gegen das Vergessen. Berlin, Bebelplatz

logo-fraktion DIE LINKEFreitag, 10. Mai 2013 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Berlin, Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität

 

Lesen gegen das Vergessen

Lang ist die Liste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke am Abend des 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, verbrannt wurden.

Unter dem Gejohle eines großen Publikums landeten über 20 000 Bücher auf dem Scheiterhaufen der Nazis. Nur wenige Jahre später brannten in Auschwitz Menschen …

Der israelische Künstler Micha Ullmann schuf 1995 auf dem Bebelplatz das Mahnmal einer versunkenen, leeren Bibliothek.

Alljährlich treffen sich hier Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste aus aller Welt, um an das Geschehene zu erinnern und aus Büchern zu lesen, die die Nazis für immer vernichten wollten.

In diesem Jahr lesen: Elfriede Brüning, Stefan Bergel, Roland Claus, Daniela Dahn, Gregor Gysi, Beate Klarsfeld, Heidi Kloor, Klaus Lederer, Gesine Lötzsch, Dieter Mann, Gisela May, Andreas Nachama, Regina Scheer und Studierende aus den USA

Veranstalter: Die LINKE im Bundestag

9. Mai 2013 – 68. Tag des Sieges über den Faschismus!

Herzliche Einladung

9. Mai 2013 – 68. Tag des Sieges über den Faschismus!

Liebe Freund_innen und Freunde:

9_mai_poster_deuWer nicht feiert – hat verloren!

Großes deutsch-russisch-internationales antifaschistisches Fest

Donnerstag, 9. Mai 2013 / ab 11.00 – 22.00 Uhr / auf dem Parkplatz am Rosengarten / Puschkinallee / Treptower Park

In diesem Jahr begehen wir den 68. Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus. Ohne die unermesslichen Opfer der sowjetischen Frauen und Männer, wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen.

Viele unserer älteren Mitglieder und Freunde fanden als Antifaschistinnen und Antifaschisten Zuflucht in der Sowjetunion; viele kehrten in der Uniform der Roten Armee als Befreierinnen und Befreier zurück. Viele Verfolgte wurden von der Roten Armee aus den Konzentrationslagern und Gefängnissen befreit.

In diesem Jahr trauern wir um unser Mitglied Hanna Podymachina, Leutnant der 7. Abteilung, beim Stab der damaligen Südwestfront, die an der erfolgreichen Operation zur Einkesselung der 6. deutschen Armee in Stalingrad teilnahm. Sie ist vor wenigen Tagen am 17. April 2013 in Berlin verstorben.

Wir freuen uns den Veteranen der Roten Armee Jakob Resnik und Henryk L. Kalinowski vom 6. Brückenlege-Batallion der 2 polnischen Armee, er war als einer der ersten polnischen Soldaten in Berlin, begrüßen zu können.

Mit Sorge betrachten wir aber, dass sich seit Jahren die geschichtsrevisionistischen Angriffe in der Bundesrepublik und der Europäischen Union mehren, die den Beitrag der damalige Sowjetunion, der Rote Armee und der Partisaninnen und Partisanen zur Befreiung vom Faschismus negieren und relativierten solle.

Auch am 68. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus möchten wir uns bei allen bedanken, die zur Zerschlagung Nazideutschlands einen Beitrag geleistet haben. Der deutsche Antifaschist, Exilant und Veteran der Roten Armee Stefan Doernberg brachte es vor drei Jahren in seiner Rede auf unserem Fest zum 9. Mai auf den Punkt: »Die Rote Armee rettete die Zivilisation«.

In diesem Jahr ist der Jahrestag zugleich der 70. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943. Die Schlacht von Stalingrad ist eine der wichtigsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und zusammen mit der Schlacht am Kursker Bogen der Wendepunkt im Kampf um die Befreiung vom Nazismus.

Seit vielen Jahren organisieren wir, die Basisorganisation 8.Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V (Berliner VVN-BdA e.V.), ehrenamtlich unser nicht-kommerzielles Fest zum Tag des Sieges. Dabei haben wir tausende Gäste, Musikerinnen und Musikern sowie Freundinnen und Freunden dazu gewonnen mit uns zusammen zu feiern, zu essen und zu trinken. Der Kampf um den Frieden ist auch 68 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus durch die Armeen der Anti-Hitlerkoalition, die antifaschistischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern sowie Partisaninnen und Partisanen unsere tägliche Aufgabe.

An sie alle feierlich zu erinnern, ist der Anlass unseres fröhlichen Festes im Treptower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals, und in diesem Geiste wollen wir am 9. Mai zusammen feiern.

Wir möchten Euch auf diesem Wege herzlich einladen und um Eure Unterstützung und Teilnahme werben.

Hitler kaputt! Ein Grund zu feiern!

Eure BO 8. Mai der Berliner VVN-BdA e.V.

Stuttgarter Mobilisierungsbündnis veranstaltet Aktionstag in Stuttgart und der Region

block_all_nazisAm 09.02.2013 gibt es in verschiedenen Städten Baden-Württembergs Veranstaltungen und Aktionen zur Mobilisierung gegen den anstehenden Naziaufmarsch in Pforzheim. Auch das Stuttgarter Mobilisierungsbündnis beteiligt sich an diesem Aktionstag.

 
“Mit Kundgebungen in Leonberg, Waiblingen und Stuttgart sowie weiteren Aktionen wollen wir die Menschen informieren und deutlich machen, dass der Kampf gegen den Faschismus nicht an den Stadtgrenzen aufhört! Egal ob in Stuttgart, Dresden oder Pforzheim, Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!” so ein Sprecher des Mobilisierungsbündnisses. “Unser Ziel ist es, den Naziaufmarsch am 23.02.2013 in Pforzheim zu blockieren und die sogenannte Fackelmahnwache zu verhindern”, so der Sprecher des Bündnisses weiter.
Kundgebungen:
Leonberg:   10–12 Uhr Römerstraße / Eltinger Straße
Waiblingen: 10–12 Uhr kleiner Postplatz
Stuttgart:   13–14 Uhr Marienplatz


VVN-BdA: *Stalingrad 1943: Wer nicht feiert, hat verloren!*

 

[Zur Information; for information; для информации]


vvn stalingrad
Warm-up zum 9. Mai 2013 – dem 68. Jahrestag des Sieges!

Feiert mit uns den 70. Jahrestag des Endes der Schlacht von Stalingrad!

Die Schlacht von Stalingrad ist eine der wichtigsten Ereignisse des Zweiten
Weltkriegs und Wendepunkt im Kampf um die Befreiung der Welt vom
deutschen Faschismus. Wir möchten an die große Leistung der Roten Armee
erinnern, die dem von Nazideutschland ausgegangenen Morden ein Ende
bereitete.

Wir feiern den Sieg der Roten Armee um Stalingrad mit einem Konzert der Bands

Cosmonautix, Neofarius Orchestra/#249 und einer
Aftershowparty mit DJ Interpaul.

Kommt am 2. Februar 2013, 21 Uhr zum Hangar 49,
Holzmarktstr. 15-18, S-Bahnbogen 49, Michaelbrücke!
Eintritt:5 Euro!

Veranstalter ist die Basisorganisation 8.Mai der Berliner
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen
und Antifaschisten.

*Сталинград 1943 г.: Кто не празднует, тот проиграл! *

В/арм//-//ап пати к 9 мая 2013 – 68-ой годовщине победы! /Празднуйте с
нами 70-летнюю годовщину окончанияСталинградской битвы! Битва является
одним из важнейших событий Второй мировой войны и стала переломным
моментом в борьбе за освобождение отнемецкого фашизма. Мы хотели бы вам
напомнить о великих достижениях Красной армии, которая остановила череду
убийств, осуществлявшихся нацистской Германией.

Мы празднуемпобеду
Красной Армии в Сталинградской битве с концертом группы Космонавтикс,
Неофариуc Oркестрa #249 и c “/после-шоу-пати/” c диджеем Интерпаул.
Приходите 2 февраля 2013 года, 21 ч. в Aнгар 49, ул. Xoлцмapтстpacce
15-18, S-Bahnbogen № 49, мост Михаэльбрюке! Вход: 5 евро!

Организаторa – этa базовая организация 8 мая берлинского объединения преследуемых
нацистским режимом – Союз антифашисток и антифашистов.

Neonazis haben in Neukölln erneut ein linkes Projekt angegriffen

Presseerklärung der Betroffenen:

In der Nacht vom 03. Juni. zum 04.Juni 2012 kam es in Neukölln zum wiederholten Male zu Angriffen auf Räume, die sich im Bündnis „Neukölln gegen Nazis“ bereits gegen vorherige Attacken zusammen geschlossen haben. An die Fassade des Projektraum F54 und des auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche Veranstaltungskollektiv ORi in der Friedelstraße 8 wurden Keltenkreuze, weitere Runensymbole und der Schriftzug „NW-Berlin“ gesprüht.

Neben den eindeutigen Symbolen, lässt gerade der Schriftzug auf Sympathisant_Innen des „Nationalen Widerstand Berlin“ (NW) schließen. Dieser betreibt schon seit einiger Zeit das gezielte Ausspähen von Personen und Orten in Berlin, die sich öffentlich gegen Nazis positioniert haben. Auf einer dafür angelegten Internetseite werden die gesammelten Informationen, Adressen und Fotos mit dem Vermerk veröffentlicht, diese Personen und Orte zu attackieren.

Trotz der immer wieder kehrenden Angriffen nach gleichem Muster in den letzten Jahren mussten die auch diesmal erneut Geschädigten leider feststellen, dass es bei den Berliner Polizist_Innen offensichtlich kaum Kenntnisse über die Problemlage rechtsextremer Angriffe gibt. Die zur Anzeigenaufnahme geschickten Beamten konnten nur durch die Sachkenntnis der Betroffenen, davon überzeugt werden, dass es sich um politisch motivierte Straftaten handelt. Darüber hinaus wurde den Betroffenen offen unterstellt, wegen eines am Haus befindlichen Schriftzugs “Nazis sind scheiße”, doch selber schuld an ihrem Schaden zu sein. Diese Bedrohungen und ihre nachträgliche Verharmlosung durch die staatlichen Aufklärungsorgane sind nicht hinnehmbar. Wir werden auch in Zukunft deutliche Zeichen
der Solidarität für die Betroffenen und Bedrohten dieser Einschüchterungsversuche setzen, sowie durch Aufklärungsarbeit auf die Naziproblematik in Berlin und anderswo hinweisen. Die aktuellen Ereignisse der letzten Tage bestärken uns nur noch mehr in unseren Anstrengungen.

VVN-BdA: Daniel Giese von der Neonaziband „Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten“ wegen Volksverhetzung angeklagt

Pressemitteilung 20. 02. 2012

Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten und AntifaschistInnen begrüßt die auf ihre Anzeige hin nun von der Staatsanwaltschaft Osnabrück beim AG Meppen erhobene Anklage wegen Volksverhetzung gegen den Sänger der Neonaziband „Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten“, Daniel Giese. Dies ist ein erster Schritt zur längst überfälligen Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel zur nachhaltigen Unterbindung rassistischer Gewaltverherrlichung, der Billigung und Verharmlosung von Straftaten durch Neonazis und Rassisten sowie der Verhöhnung und Verunglimpfung ihrer Opfer. Der nächste Schritt, die Anklage gegen die übrigen Bandmitglieder, muss nun folgen.

Die Vereinigung erklärt weiter:

Die Neonaziband hetzt seit Jahren auf nicht hinnehmbare Art und Weise gegen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen und verherrlichen Gewalt. Den Tiefpunkt allerdings bildete die Verhöhnung der Ermordeten mit Migrationsgeschichte, deren Täter aus der Neonaziszene sowie deren rassistischer Hintergrund erst jüngst entlarvt wurden. Schon 2010 hatte die Neonaziband mit dem Lied “Döner-Killer” im Album “Adolf Hitler lebt!” Bezug auf die Neonazimorde genommen. Die CD wurde zwar indiziert, doch sah das sächsische Landeskriminalamt weder eine strafrechtliche Relevanz, noch wurde dies zum Anlass genommen, die Mörder in der Neonaziszene zu suchen. Dies scheint die Staatsanwaltschaft Osnabrück jetzt anders zu sehen und hat Anklage wegen Volksverhetzung gegen Daniel Giese erhoben.

Wir werden auch weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Neonazistrukturen sowie ihre rassistische und gewaltverherrlichende Hetze vorgehen. Deshalb hatten wir mit Unterstützung der Rechtsanwaltskanzlei „HERZOG&Kollegen“ aus Frankfurt am Main Strafanzeige sowohl gegen Daniel Giese und die anderen Mitglieder der Neonaziband „Gigi & Die braunen Stadtmusikanten“ sowie die Betreiber des Neonazi-Versandhandels „Reconquista“ Dirk Bernt, André Reinicke und Rodrigo Diaz wegen aller in Betracht kommender Straftaten, insbesondere Volksverhetzung, Billigung von Straftaten und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener gestellt. Die Ergebnisse der Durchsuchung und der Anzeige gegen die Betreiber des Neonazi-Versandhandels „Reconquista“ wegen des T-Shirts mit dem Aufdruck “Killer Döner nach Thüringer Art” stehen noch aus.


NoNPD! NPD- Verbot Jetzt!
Kein Raum für Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus!

Neonazis offensive entgegentreten!

Und nicht zuletzt: nonpd-NPD-Verbot jetzt!

Linke-Politikerin erhält Morddrohungen von Neonazis

27. Januar 2012  Faschismus, Morddrohung, Nazis, Rassismus, Ticker

Linke-Politikerin erhält Morddrohungen von Neonazis, nachdem sie auf SPAM-Mails eines Nazis eine sarkastische Antwort schrieb. Seitdem wird sie auf dubiosen Szene-Blogs sowie telefonisch bedroht. Hier eine kleine Kostprobe vom Anrufbeantworter des linXXnet. Solidarität mit Christin! Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!


Linke-Politikerin erhält Morddrohungen von Neonazis

26. Januar 2012  Antifa, Demokratie, Faschismus, Nazi, Neonazi, Sachsen

Die Mitarbeiterin eines Bürgerbüros der LINKEN in Leipzig wird massiv von Neonazis bedroht. Seit Anfang der Woche erhält sie von Rechtsextremisten Mord- und Gewaltdrohungen. Ein Beispiel hier zum nachhören Anrufbeantworter linXXnet

Die Linksfraktion im sächsischen Landtag erklärte dazu:

Apfel stellt Antifaschistin an den Pranger – Nazis machen Terror / Hahn/Gebhardt/Kipping/Leutert/Lay solidarisch mit C. Löchner

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des linXXnet, eines von 16 Landes-, Bundes- und Europapolitikern der LINKEN finanzierten projektorientierten politischen Büros im Leipziger Süden, Christin Löchner, wird seit Wochenanfang per Telefon, Mail und brieflich von Nazis mit Mord-, Gewalt- und Vergewaltigungsdrohungen überzogen. Auf dem Anrufbeantworter des Büros wurde sogar von bekennenden Nazis mit einem „Besuch“ mit Kalaschnikows gedroht, deren Magazin im Büro leer geschossen werden solle. Die Polizei ermittelt.

Christin Löchner hatte sich zuvor gegen die Belästigung durch Nazi-Mails durch einen Richard Wilhelm von Neutitschein mit einer polemisch-ironischen Antwortmail zur Wehr gesetzt. Diese Antwort machte NPD-Fraktionschef Holger Apfel zum Gegenstand einer Pressemitteilung, in der er den Verbreiter der Nazi-Propaganda als „Bürger“, der „in einem Rundschreiben an verschiedene Politiker Bürgerrechtsverletzungen in der Bundesrepublik anprangert“, verharmloste. Tatsächlich kämpft der Absender nach eigenem Bekunden für das „Deutsche Reich“ und wettert gegen die „Behörden und Anmaßungen des illegalen, antideutschen und verbrecherischen Betrugsregimes der BRD“. Gleichzeitig stellte Apfel die Verfasserin der Antwortmail an den Pranger der rechten Szene.

Dazu erklären die Vorsitzenden der Fraktion der LINKEN im Sächsischen Landtag und des Landesverbandes der LINKEN in Sachsen, André Hahn und Rico Gebhardt, die Vorsitzende des Bundestags-Sozialausschusses Katja Kipping, der Sprecher der Landesgruppe Sachsen der LINKEN im Deutschen Bundestag, Michael Leutert, und die Bundesgeschäftsführern der LINKEN, Caren Lay:

Wir erklären unsere umfassende Solidarität mit unserer Genossin Christin Löchner. Sowohl durch ihre jahrelange kontinuierliche antifaschistische Arbeit als auch durch ihre Antwort auf die Nazi-Propaganda-Mails eines gewissen Richard Wilhelm von Neutitschein ist sie zur Zielscheibe von Angriffen aus dem rechten Sumpf geworden. Die Mord- und Gewaltdrohungen von radikalen Rechten gegenüber Christin Löchner und ihrem politischen Umfeld beweisen aufs Neue den menschenverachtenden Charakter dieses Denkens. NPD-Chef Apfel reiht sich nahtlos in diese Ideologie ein. Ein Volksverständnis, das von Richard Wilhelm von Neutitschein und von NPD-Funktionären wie Holger Apfel auf die Spitze getrieben wird, erfordert aktiven Einspruch von uns allen. Der antifaschistische Kampf gegen die alten und neuen Nazis, gegen ihr Denken und Handeln, ist eine der wichtigsten Aufgaben für alle Demokratinnen und Demokraten in diesem Land. Deshalb werden wir Christin Löchner mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen und gegen die perfiden Angriffe der Rechten verteidigen. Unsere Solidarität gilt Christin und allen, die täglich mit Nazi-Gewalt und Bedrohungen zu kämpfen haben.am Donnerstag mit. Die Polizei ermittle in dem Fall. Nach den Angaben der Fraktion hatte die Mitarbeiterin auf eine Hetz-Botschaft eines Neonazis mit einer ironischen Antwort reagiert. Der NPD-Bundesvorsitzende und Fraktionchef im sächsischen Landtag, Holger Apfel, machte dies öffentlich und griff die Frau in einer Mitteilung persönlich an.

Auf einer Menge dubioser rechter Webseiten, die wir hier nicht verlinken wollen,  wird das ebenso thematisiert.Es bleibt also leider immer aktuell – gerade mit Blick auf den 13. Februar in Dresden: Der antifaschistische Kampf gegen die alten und neuen Nazis, gegen ihr Denken und Handeln, ist eine der wichtigsten Aufgaben für alle Demokratinnen und Demokraten.

Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“ kritisiert bundesdeutsche Gedenkpolitik

Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“
www.marginalisierte.de
http://bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute/ueber-uns

Berlin, 26. 01. 2012
Pressemitteilung/ Erklärung:

27. Januar: Arbeitskreis kritisiert Bundesdeutsche Gedenkpolitik – als “Asoziale” durch die Nazis verfolgte und ermordete Menschen weiter ausgeschlossen!

Auch 67 Jahre nach dem Sieg über den deutschen Faschismus verweigert die Bundesregierung zehntausenden wegen ihres sozialen Status, ihrer Lebens- oder Verhaltensweisen bzw. aus sozialrassistischen Motiven verfolgten, gequälten und ermordeten Menschen die Anerkennung als Opfer des Nazi-Regimes sowie eine Rehabilitierung und Entschädigung, erklärt der Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“ anlässlich des Gedenktages an die Opfer des deutschen Faschismus am morgigen Freitag.

Wohnungs- und Erwerbslose, Bettler_innen, Prostituierte, Homosexuelle, Sinti und Roma und Suchtkranke u. a. wurden als „Unangepasste“, „Un- bzw. Minderwertige“, „Unnütze“, „Arbeitsunwillige“ oder “Gemeinschaftsfremde“ gebrandmarkt sowie spezifische Lebens- und Verhaltensweisen als genetisch bedingt pathologisiert. Für die Nazis war dies die Basis zur Verfolgung, Sterilisation, Inhaftierung und Zwangsarbeit dieser  Menschen und ihrer Ermordung in Konzentrationslagern. „Rassenhygienisch“ und „eugenisch“ zielte das Vorgehen auf eine „Reinigung des deutschen Volkskörpers“ von „Defektmenschen“ und „Ballastexistenzen“ ab.

Das gesamte Ausmaß dieser Verbrechen ist bis heute unbekannt. Allein im KZ Sachsenhausen wurden mindestens 11500 „Asoziale“ eingeliefert, darunter 6300 während der Aktion „Arbeitsscheu Reich“. 2600 Menschen von Ihnen haben nicht überlebt. Vom Bundesentschädigungsgesetz blieben die Opfer durch die Zuschreibung „nicht NS-typische Opfer“ bis heute ausgeschlossen. Lediglich nach den Härterichtlinien des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes haben gerade einmal 205 (163 „Asoziale“, 17 Arbeitsverweigerer, 24 Arbeitsscheue, 1 Landstreicher) Menschen Entschädigungen erhalten. Die derzeitige Bundesregierung kennt zwar die Zahlen aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion von 2008, sieht aber augenscheinlich nach wie vor zur Rehabilitierung dieser Menschen keinen Aufarbeitungs- bzw. Handlungsbedarf.

Sie verweigert so nicht nur die Aufarbeitung dieses Unrechts, sondern hält die willkürliche Stigmatisierung, Kriminalisierung und Ausgrenzung von Menschen als „unnütze“, „unwillige“ und  „unfähige“„Gemeinschaftsfremde“ aufrecht. Nach neoliberaler Wirtschafts- und Haushaltslogik reduziert sie weiterhin Menschen auf ihre ökonomische Verwertbarkeit für die Gesellschaft. Dies wird zunehmend von einer rassistischen „Integrationsdebatte“ begleitet, die darüber hinaus soziale Probleme kulturalisiert und ethnisiert. Angeblich arbeits- und integrationsunwillige bzw. -unfähige Menschen werden so konstruiert, kriminalisiert und ausgrenzt, um auch hier eine bedingungslose Unterordnung  und Anpassung einzufordern sowie Repressionen zu rechtfertigen. Dies ist der ideale Nährboden für sowie zur Legitimierung von Angriffen und Übergriffen bis hin zur Ermordung von sozial Benachteiligten insbesondere Migrant_innen durch Nazis und Rassisten.

Die Politiker_innen von Bund, Ländern und Kommunen müssen endlich umdenken und ihre historische Verantwortung wahrnehmen. Bisher ist dies einzig bei einigen Gedenkstätten ersichtlich. Die Anerkennung der “Asozialen” als Opfer des deutschen Faschismus und ihre Entschädigung wären ein erste Schritt. Die Unterstützung eines würdigen Gedenkens durch die Schaffung eines Ortes zum Erinnern und Nachdenken mit Dokumentationszentrum, eines Lern-, Forschungs- und Begegnungsortes  zu bzw. über soziale Ausgrenzung, ihre Ursachen, Verursacher_innen und Profiteur_innen mit Schwerpunkt auf die Verbrechen der Nazis wäre der Nächste.