Kirchgemeinde

Kirchenvorstand lehnt in offiziellem Schreiben Bitte der Stadträte ab

Der Kirchenvorstand hat nach der Entscheidung im Kirchenparlament nun offiziell auf die Bitte von Stadträten und Bürgern geantwortet. Im Schreiben des Vorsitzenden des Kirchenvorstandes der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde “Zum Friedefürst”, Pfarrer Stephan Zeibig, wurde erläutert, dass nach einer intensiven Diskussion die Mehrheit des Kirchenvorstandes die Aufstellung des Gedenksteines auf dem Friedhof ablehnte, denn für dessen Größe sah man auch bei den Soldatengräbern keinen Platz. Nach Ansicht des Kirchenvorstandes ist aber auch ein Verbleiben des Steins auf dem Bauhof unwürdig, es müsse eine andere Stelle gefunden werden als der Friedhof.

Der Stein war Teil eines größeren Denkmal, das bis kurz nach der politischen Wende ’89 auf dem Marktplatz stand. Die gesamte Anlage wurde nach der Wende demontiert und und einzig der 1,50m x 0,90m x 0,10m große schwarze Stein, der lediglich ein auf der Spitze stehendes gleichseitiges Dreieck trägt, wurde im Bauhof der Stadt eingelagert. Seitdem wurde von Stadträten der LINKEN und Mitgliedern des VVN-BDA versucht, den Stein wieder aufzustellen und so wandte man sich bereits mehrmals an die Kirchgemeinde “Zum Friedefürst”, die dies immer wieder ablehnte.

Der Stein erinnert an das Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten, in dessen Verlauf Systemgegner und Antifaschisten in Klingenthal verhaftet und im Rathauskeller und der Scheune oberhalb der Rundkirche gefoltert und gedemütigt worden sind. Während der DDR fanden an dem Mahnmal die Feierlichkeiten zum Tag der Opfer des Faschismus statt. Stadtrat Gruber bedauerte die Entscheidung des Kirchenvorstandes und verwies darauf, dass in jener Zeit in der Rundkirche Hakenkreuzfahnen aufgehängt wurden und eine nicht unwesentliche Anzahl der Christen damals den Faschismus unterstützten. Auch die Gemeinden müssen sich ihrer Vergangenheit stellen, meinte Gruber, es wäre schön gewesen, wenn die Kirchenvorstände die ausgestreckte Hand der Stadträte und Bürger nicht einfach weggeschlagen hätten. Man werde nun verstärkt nach einem anderen Platz suchen und mit dem VVN die Geschichte des Naziherrschaft in Klingenthal wieder thematisieren und über die damaligen Umstände aufklären, versprach Gruber.