EU

Oxfam und foodwatch fordern wirksame Regulierung der Finanzmärkte

 

EU-Maßnahmen gegen Nahrungsmittelspekulation weitgehend wirkungslos

oxfamnahrungDie Vorschläge der Europäischen Union zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation sind weitgehend wirkungslos. Das hat eine Analyse der Entwicklungsorganisation Oxfam und der Verbraucherorganisation foodwatch gezeigt. Der EU-Richtlinienentwurf zur Regulierung der Finanzmärkte (MiFID-Richtlinie) enthält zahlreiche Ausnahmeregeln, durch die die Maßnahmen, mit denen exzessive Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln verhindert werden sollen, unwirksam werden.

„Die mächtige Finanz- und Wirtschaftslobby hat in Brüssel ganze Arbeit geleistet, um die Regulierung der Finanzmärkte zu torpedieren“, erklärte David Hachfeld von Oxfam Deutschland. „Der Finanzindustrie ist es gelungen, entscheidende Schlupflöcher in die Finanzmarkt-Richtlinie einzubauen. Damit gehen die Spekulationsgeschäfte auf Kosten der Ärmsten munter weiter“, so foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sollte handeln

Oxfam und foodwatch forderten die EU-Finanzminister auf, effektive Maßnahmen gegen die Wettgeschäfte auf Agrar-Rohstoffpreise zu ergreifen – insbesondere durch die Einführung umfassender „Positionslimits“ ohne Ausnahmeregeln. Damit würde die Zahl der zu rein spekulativen Zwecken abgeschlossenen Warenterminverträge auf Agrar-Rohstoffe begrenzt.  Eine besondere Verantwortung sehen beide Organisationen bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Er vertritt nicht nur das EU-Mitgliedsland mit der größten Wirtschaftskraft, sondern auch jenes, in dem mit Deutscher Bank und Allianz zwei der weltweit größten Nahrungsmittelspekulanten ihren Sitz haben. Wolfgang Schäuble müsse beweisen, dass die Gewinn-Interessen der deutschen Finanz- und Energiekonzerne nicht über dem Wohl von Millionen von Armut und Hunger bedrohten Menschen stünden, so Oxfam und foodwatch.

Die EU-Beratungen über die umfassende MiFID-Richtlinie zur Regulierung der Finanzmärkte gehen aktuell in die entscheidende Phase. Der Gesetzentwurf, über den demnächst die europäischen Finanzminister verhandeln, beinhaltet zwar die Einführung von Positionslimits – allerdings auch zahlreiche Ausnahmeregeln und Schlupflöcher. Drei Beispiele befinden sich am Ende des Dokuments.

Exzesse im globalen Rohstoff-Casino beenden

David Hachfeld und Thilo Bode forderten ein entschiedenes Vorgehen der Europäischen Union: „Hunger hat viele Ursachen. Doch Hunger durch Nahrungsmittelspekulationen ist menschengemacht – diesen unverantwortlichen Geschäften muss Einhalt geboten werden. Die USA verschärfen Positionslimits, auch Finanzplätze wie Japan, Hongkong oder Singapur wenden dieses wirkungsvolle Instrument bereits an. Die EU muss jetzt endlich nachziehen, um die schlimmsten Exzesse im globalen Rohstoff-Kasino zu beenden.“

Nachdem die Europäische Kommission im Oktober 2011 ihre Vorstellungen zur Finanzmarktrichtlinie vorgestellt hat und das Europäische Parlament sich in erster Lesung positioniert hat, liegt nun der Ball beim Rat der EU-Finanzminister. Sobald die Position des Ministerrats vorliegt, verhandeln das Parlament, der Ministerrat und die Kommission über einen gemeinsamen Vorschlag. Der ursprüngliche Zeitrahmen sah eine Verabschiedung im Herbst 2012 vor. Ob noch vor der Sommerpause 2013 ein Beschluss stehen wird, ist unklar.

Zum Download: hier

Pressekontakte:
foodwatch e.V., Andreas Winkler, E-Mail: presse@foodwatch.de,
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90

Oxfam Deutschland e.V., Svenja Koch, E-Mail: skoch@oxfam.de,
Tel.:+49 (0) 30 / 45 30 69 – 710

Drei Beispiele für Schlupflöcher

„Schlupfloch“ 1: Außerhalb der Börsen darf unbekümmert weiter spekuliert werden Spekulationsgeschäfte mit Agrar-Rohstoffen finden nicht nur an Börsen und anderen regulierten Handelsplätzen statt, sondern auch in dem bisher weitgehend unregulierten sogenannten over-the-counter-Handel (OTC-Handel). Entscheidend ist daher, dass Positionslimits für den gesamten Handel gelten – unabhängig von der Handelsplattform. Dies ist in der MiFID-Richtlinie jedoch nicht eindeutig formuliert.

„Schlupfloch“ 2: Individuelle Positionslimits für einzelne Händler sind nicht effektiv
Die MiFiD-Richtlinie sieht Positionslimits bisher nur für einzelne Händler vor. Zu Preisstörungen kann es jedoch auch kommen, wenn mehrere kleinere Spekulanten mit identischen oder ähnlichen Strategien handeln. So könnte etwa die Deutsche Bank Positionslimits ganz einfach umgehen, indem sie ihre verschiedenen Investmentgesellschaften und deren Rohstofffonds als separate Händler mit jeweils einem eigenen Limit betrachtet. Die Forderung von Oxfam und foodwatch: Unternehmen, die vollständig oder zu einem relevanten Anteil zum selben Konzern gehören, müssen einem konzernübergreifenden Positionslimit unterliegen („aggregierte Positionslimits“).

„Schlupfloch“ 3: Kritische Ausnahme für Spekulanten
Der aktuelle EU-Richtlinienvorschlag enthält weitreichende Ausnahmen für  Transaktionen, „die objektiv messbar direkt mit der Geschäftstätigkeit oder dem Liquiditäts- und Finanzmanagement“ von Unternehmen zusammenhängen. Eine genaue Abgrenzung zwischen dem „Liquiditäts- und Finanzmanagement“ von Unternehmen und rein spekulativen Geschäften ist jedoch schwierig. Große Konzerne wie Glencore oder Cargill, die eigentlich physisch mit Rohstoffen handeln, benutzen die Warenterminmärkte bereits heute nicht mehr nur zur Absicherung realer Risiken, sondern auch für spekulative Zwecke mit dem Ziel, aus den erhöhten Preisschwankungen zusätzliche Gewinne zu erzielen. Die MiFID-Richtlinie ermöglicht, dass Händler alle möglichen Aktivitäten als Liquiditäts- und Finanzmanagement deklarieren können – und damit die Positionslimits problemlos umgehen. Oxfam und foodwatch fordern daher, dass Ausnahmen nicht generell für das Liquiditäts- und Finanzmanagement gelten dürfen, sondern eng auf Transaktionen beschränkt bleiben müssen, bei der ein Beleg für ein konkretes Rohstoffgeschäft erbracht werden kann.

Solikundgebung: Gegen die Zerschlagung des staatlichen Rundfunks in Griechenland – Solidarität mit den Beschäftigten!

DSCI2926Die Griechische Regierung hat in einem regelrechten Handstreich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch alle öffentlichen Rundfunk- und Fernsehsender abschalten lassen und sämtliche Beschäftigte auf die Straße gesetzt. Dies ist weder mit dem griechischen Recht noch mit einer Demokratie vereinbar. Das griechische Parlament wurde weder informiert, noch dazu gehört. Die neoliberale Regierung Griechenlands versucht damit, kritischen staatlichen Rundfunk zum Schweigen zu bringen und überlässt alleine den privaten Presse- und Rundfunkkonzernen die öffentliche Meinungsbildung.

  • Wir unterstützen die Forderungen der Protestierenden in Griechenland, diesen Schließungsbeschluss umgehend zurückzunehmen.
  • Wir solidarisieren uns mit den fast 3000 Kolleginnen und Kollegen, die putschartig und ohne jegliche Kündigungsfristen entlassen wurden.
  • Wie solidarisieren uns mit den Besetzerinnen und Besetzer der Gebäude des staatlichen Rundfunks und senden ihnen unsere solidarischen Grüße.
  • Wir begrüßen die heute beginnenden Streiks in der öffentlichen Verwaltung und im Personenverkehr, die gegen die Schließung des staatlichen Rundfunks begonnen haben.

Vor der griechischen Botschaft wollen wir uns mit den Betroffenen solidarisieren und fordern die sofortige Rücknahme des Beschlusses, die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender abzuschalten.

Vor der EU-Vertretung in Berlin fordern wir die sofortige Beendigung der Austeritätspolitik gegen die Menschen in Griechenland. Sie zerstört die Demokratie und treibt immer mehr Menschen in Armut und soziale Verelendung.

„Gegen die Zerschlagung des staatlichen Rundfunks in Griechenland – Solidarität mit den Beschäftigten!“

am Freitag, den 14. Juni 2013

Solidaritätskundgebung

10.00 bis 10.30 Uhr, vor der Griechischen Botschaft, Jägerstr. 54-55, 10117 Berlin

10.45 bis 11.15 Uhr, vor der Vertretung der Europäischen Union, Unter den Linden 78, 10117 Berlin.

 

Kommt bitte zahlreich, bringt Schilder mit und zeigt Solidarität mit den Betroffenen.

 

blockupy: Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus

Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus

Erklärung des Blockupy Koordinierungskreises vom 5.6.2013

DSC_0789Blockupy 2013 – das waren intensive und kraftvolle Tage der gemeinsamen Aktion und des gemeinsamen Widerstandes. Wir haben am Freitag mit mehr als 3000 Aktivist_innen die Zugänge zur Europäischen Zentralbank blockiert und damit – wie angekündigt – den Widerstand in das Herz des europäischen Krisenregimes getragen.

Wir haben danach in vielfältigen ungehorsamen Aktionen deutlich gemacht, wie die Krisen- und Verarmungspolitik in unser Leben und in das Leben von Millionen Menschen auf der Welt eingreift:
durch die Ausbeutung und die tödlichen Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie, durch prekäre Arbeitsverhältnisse und Armutslöhne in Europa, durch die schmutzigen Geschäfte der Deutschen Bank mit Rüstung, Land-Grabbing oder Nahrungsmittelspekulation, durch die Abwälzung von Sorge-, Pflege- und Reproduktionsarbeit ins Private und die damit verbundene Verschärfung der Geschlechterungleichheit, durch die Vertreibung von Menschen aus ihren Wohnungen (mit Zwangsräumungen, Luxussanierung und Privatisierung öffentlicher Wohnungen) oder durch die gnadenlose und tödliche Migrations- und Abschiebepolitik der EU.

Wir kamen in einem großartigen Camp zusammen, das nicht nur Unterkunft bot, sondern zum Ort der Begegnung, des Austauschs und der Planung von Aktionen von Aktivist_innen nicht nur aus Deutschland, sondern aus Italien, aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden, aus Spanien, aus Griechenland, aus Österreich und aus vielen weiteren Ländern geworden ist.

Der Angriff der Polizei auf die große internationale Demonstration – mit über 20.000 Aktivist_innen – am Samstag hatte die Absicht, diese Erfolge wieder zunichte zu machen und das Bündnis zu spalten. Die Verantwortlichen für diesen Angriff – allen voran der hessische Innenminister und der Frankfurter Ordnungsdezernent, beide aus der Partei Angela Merkels – konnten nicht ertragen und zulassen, dass eine große und internationale Demonstration direkt an der EZB vorbeizieht. Sie wollten dies schon im Vorfeld durch Verbote verhindern, sind aber vor Gericht gescheitert. Daraufhin haben sie diese Urteile einfach unterlaufen und damit deutlich gezeigt, was ihr Gerede von Demokratie und Rechtsstaat wert ist. Die Gefahr, dass ein paar Farbspritzer die Fassade der EZB erreichen könnten, war ihnen Anlass genug, die Versammlungsfreiheit auszuhebeln und mehr als 300 Menschen durch Schläge, Tränengas und vor allem Pfefferspray zum Teil schwer zu verletzten.

Mit dem Angriff auf unsere Demonstration sollte die Bewegung demoralisiert und gespalten werden. Sie haben wirklich gedacht, sie könnten 1000 Aktivist_innen aus dem antikapitalistischen Block an der Spitze der Demonstration einkesseln und die anderen Blöcke würden einfach auf jener Route, die die Polizei schon immer gewollt hatte, weiterlaufen. Damit haben sie die Solidarität und die Einigkeit unter den Bündnispartner_innen und unter den Aktivist_innen völlig unterschätzt. Wenn die Polizei einen Teil unserer Demonstration angreift, dann greift sie uns alle an.

Niemand ist auf ihr absurdes Angebot, die Eingekesselten und Angegriffenen im Stich zu lassen, eingegangen. Tausende sind bis spät in den Abend geblieben und haben sich bis zum Schluss mutig der Polizei entgegengestellt. Es ist diese gemeinsame Erfahrung des Mutes und der Solidarität im Angesicht der Polizeigewalt, die unser Bündnis und unsere Bewegung noch enger zusammengebracht hat.

Blockupy hat einen wichtigen politischen Erfolg errungen. Der Angriff auf unsere Demonstration ist zur politischen Niederlage für das Innenministerium und die Vertreter_innen der autoritären Krisenpolitik geworden. Wir sind entschlossen, weitere Aktionen an der Europäischen Zentralbank vorzubereiten, diesem frei liegenden Nerv des europäischen Krisenregimes, wo Proteste so offensichtlich wehtun und unerwünscht sind.

Es ist überflüssig, dass wir auf die Lügen und Rechtfertigung der Polizei und des hessischen Innenministeriums im Einzelnen eingehen. Das geschieht in der Öffentlichkeit und von vielen Seiten bereits. Alle, die am 1. Juni auf der Straße waren, wissen: Der Angriff der Polizei findet keinerlei Rechtfertigung in dem Verhalten der Demonstrant_innen. Der Stopp der Demonstration und die Einkesselung waren politisch gewollt und angeordnet. Es gab niemals die Absicht, unsere Demonstration auf der gerichtlich bestätigten Route laufen zu lassen.

Repression und Polizeigewalt sollen Stärke demonstrieren, aber in Wahrheit decken sie die Nervosität der herrschenden Krisenpolitik auf, die sich immer weniger demokratisch legitimieren lässt und immer mehr autoritär durchgesetzt werden muss. Der Widerstand gegen die sozialen Folgen der Krisenpolitik, gegen die Verelendung und die Hoffnungslosigkeit, in die dadurch Millionen Menschen gestürzt wurden, und der Widerstand gegen die Beschneidung demokratischer Rechte sind nicht voneinander zu trennen, sondern gehören unmittelbar zusammen. Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus.

Wir grüßen alle Aktivist_innen in allen Ländern, die in diesen Tagen auf den Straßen sind und waren. Wir senden insbesondere solidarische Grüße an unsere mutigen Freund_innen in der Türkei. Euer Kampf ist auch unser Kampf.

Wir sind bei den Aktionstagen von Blockupy 2013 unserem Ziel, Teil einer großen, gemeinsamen europäischen und globalen Bewegung zu werden, einen weiteren Schritt näher gekommen. Auch auf diesem Weg werden wir weitermachen und die Diskussionen und die gemeinsame Aktionen mit unseren internationalen Freund_innen fortsetzen und intensivieren.

BLOCKUPY gibt das Versprechen, dass im Herzen des europäischen Krisenregimes, in Deutschland und speziell in Frankfurt, keine Ruhe einkehren wird, sondern dass unsere Aktionen weitergehen werden. Wir werden in Kürze zu gemeinsamen Beratungen einladen, um einen großen internationalen und partizipativen Vorbereitungsprozess für die Mobilisierung gegen die geplante Eröffnung der neuen EZB 2014 einzuleiten.

Blockupy Koordinierungskreis, 5.6.2013

Die Erklärung als PDF zum Ausdrucken und Verteilen

Bundesweites Blockupy-Bündnis : Aktionsziel erreicht, Europäische Zentralbank blockiert

 

Pressemitteilung
Bundesweites Blockupy-Bündnis
Frankfurt am Main, 31. Mai 2013 15 Uhr

 

* Aktionsziel erreicht, Europäische Zentralbank blockiert

 

* Kraftvolle Aktionen im Stadtgebiet / Polizeischikane am Flughafen

 

DSC_0789Mehr als 3000 Menschen haben bei den Blockupy-Protesten am Freitagmorgen für mehrere Stunden die EZB in Frankfurt am Main umzingelt und abgeriegelt. Im Anschluss folgten Aktionen im Stadtgebiet, bei denen die Aktivistinnen und Aktivisten mit kreativem Protest weitere Akteure der Krise markierten.

 

“Wir haben unser Ziel erreicht und den Eurotower wie angekündigt mit Massenblockaden dicht gemacht. Die EZB symbolisiert nicht nur das europäische Krisenmanagement zu Gunsten der Großbanken. Sie ist als Teil der Troika ein Akteur der euroweiten Verarmungspolitik, die Menschen vor allem in den südeuropäischen Ländern ihre Existenz raubt. Austerität tötet”, sagte Blockupy-Sprecher Roland Süß. “Der Schritt vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsam ist nötig.”

 

Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann ergänzte: “Und wir haben mit entschiedenen, kämpferischen Aktionen deutlich gemacht, dass wir Nein sagen zur herrschenden Politik des globalen Hungers, zur Ausbeutung von Menschen und Naturressourcen – kurz: zum Kapitalismus und seinen alltäglichen Folgen wie Niedriglohn-Arbeit, sozialer Ausgrenzung, drückender Wohnungsnot und einer rassistischen Abschiebepolitik.”

 

Im Anschluss an die Blockade der EZB schlugen die Protestteilnehmer vor der Deutschen Bank Krach, klärten vor Textilgeschäften auf der Zeil über menschunwürdige Produktionsbedingungen auf und forderten mit buntem Protest vor Immobilienunternehmen ihr Recht auf Stadt ein. Mit einem so genannten Care Mob und einer Tanzblockade machten Aktivistinnen zudem auf die Auswirkungen der Krisenpolitik insbesondere für Frauen in der Familien- und Pflegearbeit aufmerksam.

 

+ Polizeischikane am Flughafen

 

Am Flughafen protestieren derzeit 800 Menschen gegen Abschiebung und Rassismus. Dabei verwehrt die Polizei den Demonstrierenden bis zum jetzigen Zeitpunkt den Zugang zum Terminal 1 – entgegen dem gestrigen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs, der die Kundgebung im Flughafen ausdrücklich erlaubt, wenn auch auf 200 Teilnehmer begrenzt hat. Blockupy-Sprecher Thomas Occupy: “Polizei und Ordnungsamt tun alles, um mit Schikanen die Versammlungsfreiheit im Flughafen außer Kraft zu setzen und das Urteil des VGH faktisch zu unterlaufen. Protest gegen Rassismus und das europäische Abschieberegime gehört ins Terminal, nicht auf die grüne Wiese!”

 

+ Proteste gehen weiter – in Frankfurt und ganz Europa

 

Die Aktionstage gehen weiter: Am späten Freitagnachmittag lädt Blockupy zu öffentlichen Diskussions-Veranstaltungen. Am Samstag folgt eine große Demonstration. Start ist um 11 Uhr am Baseler Platz, die Schlusskundgebung beginnt gegen 15.30 Uhr vor der EZB. Zeitgleich finden morgen unter dem Motto “Vereint gegen die Troika” mehr Proteste mehr als in zehn europäischen Städten statt.

Sabine Wils, DIE LINKE: Vertragsverletzungsverfahren gegen die BRD wegen BER-Flugrouten: Der Bund ist in der Pflicht!

die linkeZu der Entscheidung der EU-Kommission, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der Flugrouten am Berliner Hauptstadtflughafen BER einzuleiten, erklärt Sabine Wils, MdEP DIE LINKE. im Europaparlament, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und stellv. Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr:

 

„Ich begrüße die überfällige Entscheidung der Europäischen Kommission, ein Vertragsverletzungsverfahren zu eröffnen. Die zuständigen Bundesbehörden DFS und BAF habe in grob fahrlässiger Weise EU-Recht gebrochen und die notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfungen für die Flugrouten unterlassen. Das ist völlig inakzeptabel.“

Wils weiter: „Bereits das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg gegen die sogenannte Wannsee-Flugroute zeigt, in welcher Gutsherrenart DFS und BAF die Flugrouten festgelegt haben. Der Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner sowie von Flora und Fauna haben bei der Festlegung der Flugrouten offenbar keine Rolle gespielt. Deswegen muss der Bund jetzt reagieren und die nötige Umweltverträglichkeitsprüfung nachholen.“

„Tausende Bürgerinnen und Bürger in den Anrainergemeinden des BER warten auf die ihnen längst versprochenen Schallschutzmaßnahmen. Diese können erst bei rechtssicheren Flugrouten erfolgen. Der Bund ist jetzt in der Pflicht, umgehend seine Hausaufgaben zu machen und es nicht auf weitere Gerichtsverfahren anzulegen.“

Blockupy 2013: Aktionstrainings in Berlin

DSC_0789BLOCKUPY 2013: Aktionstrainings in Berlin Am 31. Mai 2013 wird es nach 2012 zum zweiten Mal eine Blockade-Aktion gegen die Europäische Zentralbak (EZB) in Frankfurt am Main geben. Die EZB ist als Teil der sogenannten „Troika“ neben der EU-Kommission und dem IWF ein wesentlicher Akteur und unmittelbar für die derzeit europaweit betriebene Verarmungspolitik verantwortlich. Das Aktionsziel ist, mit massenhaften Sitz- und Stehblockaden alle Korridore zum Eurotower am Willi-Brandt-Platz dicht zu machen und dadurch den normalen Geschäftsablauf der EZB in Frankfurt zu stören. In Vorbereitung auf diese Aktion werden bundesweit Aktionstrainings durchgeführt. Auch in Berlin werden einige davon stattfinden. Neben den „Basistrainings“ wird es ebenfalls ein „Aufbautraining“ geben, das auch für Aktivist*innen mit Aktions- und/ oder Trainingserfahrung geeignet ist.

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Aktionstraining „Basistraining“ | Samstag 18. Mai | 13-18 Uhr | Irving Zola Haus | Ohlauer Straße 12 (Ecke Reichenberger) | 10999 Berlin Aktionstraining „Aufbautraining“ | Mittwoch 22. Mai | 18-22 Uhr | Irving Zola Haus | Ohlauer Straße 12 (Ecke Reichenberger) | 10999 Berlin Aktionstraining „Basistraining“ | Samstag 25. Mai | 13-18 Uhr | Projektraum H48 | Hermannstr. 48 | 2. Hinterhof | 12049 Berlin | U8 Boddinstr. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

[bundesweiten Blockupy-Bündnisses] http://blockupy-frankfurt.org https://www.facebook.com/blockupy.europe https://twitter.com/blockupy [Berliner Blockupy-Plattform] http://berlin.blockupy-frankfurt.org/ https://www.facebook.com/BlockupyPlattformBerlin https://twitter.com/BlockupyBerlin

NaturFreunde: Tempolimit: Eine richtige Debatte im falschen Rahmen

Zur aktuellen Debatte über die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands, Michael Müller:

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 10. Mai 2013 – Offenkundig sind Gier und Rücksichtslosigkeit Markenzeichen unserer Zeit. Das gilt nicht nur für den Finanzkapitalismus, sondern auch für die alltägliche Mobilität. Deutschland ist das einzige demokratisch regierte Land der Welt, in dem es kein Tempolimit gibt. Insgesamt sind es nur drei Staaten, die sich diesen fragwürdigen Luxus leisten.

Die SPD hat mehrfach beschlossen, ein Tempolimit einzuführen. Aber sie hat immer gekniffen, wenn es darauf ankam. Zwei Begründungen sind absolut nicht zu akzeptieren: Zum einen die Begründung von Bundesbauminister Peter Ramsauer, der sagt, erst müssten die Straßen in Ordnung gebracht werden, dann könnte man über ein Tempolimit reden. Die Logik ist gerade umgekehrt. Wenn die Straßen in immer schlechterem Zustand sind, was auch stimmt, dann müsste umso eher eine Geschwindigkeitsbegrenzung gelten. Die zweite Argumentation ist, erst wenn alle EU-Staaten ein Tempolimit hätten, könnte man es in Deutschland einführen. Alle EU-Staaten haben eine Limitierung der Geschwindigkeit. Wo bleibt sie in Deutschland?

Ein Tempolimit ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern führt auch zu mehr Rücksichtnahme und weniger schweren Unfällen. Sigmar Gabriel hat eine richtige Debatte begonnen. Allerdings hätte er sie vorbereiten müssen und nicht einfach in den Raum stellen sollen. Das aber ist kein Grund, um generell nur über sein Vorgehen zu reden, sondern auch die Sache zu debattieren. Dazu scheinen wir jedoch kaum noch fähig zu sein.

Demobild für Blockupy Frankfurt 2013

Auftaktkundgebung am Baseler Platz: 11 Uhr
Abschlusskundgebung am Willi Brandt Platz: 16 Uhr

DSC_0789Der Protest gegen die Krisendiktate und der Widerstand gegen die Verarmungspolitik der Troika – der EZB, EU-Kommission und IWF – wird weitergehen. Wir wenden uns zudem gegen die sie antreibende Bundesregierung, deren Politik dem Willen und den Bedürfnissen der Bevölkerung entgegen steht. Wir wollen auf der Demonstration die Formen der Solidarität sichtbar machen, die uns befähigen, den Angriffen auf unsere Rechte und unser Leben entgegenzutreten. Die Demonstration soll lautstark, vielfältig und entschlossen durch Frankfurt ziehen und unseren Widerspruch gegen die Spardiktate direkt vor die Europäische Zentralbank (EZB) tragen.

 

Aktiv werden – Unsere Demonstration soll ein Ort sein, den die Teilnehmer_innen selbst aktiv mitgestalten können. Frankfurt als Herz des europäischen Krisenregimes und Sitz ungezählter Akteure der globalen Ausbeutung ist dabei Anknüpfungspunkt für eine Vielzahl und Vielfalt kreativer und eigenständiger Aktionsformen. Durch das symbolische Markieren von Krisenakteur_innen werden wir den Widerstand und die Kämpfe in den unterschiedlichen sozialen und politischen Feldern zum Ausdruck bringen. Den Protesten in Südeuropa folgend, werden wir persönliche Krisenerfahrungen mit kollektiven Protestformen und im Rahmen des Versammlungsrechts Raum für Eure kreativen Formen des Strassenprotests lassen.

Sichtbar werden – Neben Bannern, Schildern und Transparenten, die die umfassenden Auswirkungen der kapitalistischen Krise thematisieren, werden auch dieses Mal Symbole ihren Platz haben, die auf alltägliche Situationen und Kämpfe aufmerksam machen. Leitern und Schlauchboote symbolisieren die lebensgefährlichen Überwindungen hochgerüsteter EU-Grenzen durch illegalisierte Migrant_innen; Papp-Panzer stellen die Kritik an Kriegen, Militarisierung und den daran verdienenden Konzernen dar; Projektionen auf Hauswänden, mobile Lichtinstallationen oder Tonkollagen sollen Unsichtbares sichtbar machen; Großpuppen und Einkaufswagen thematisieren die prekären Arbeitsverhältnisse von Millionen Menschen; Fahnen und Banner zeigen unsere Organisierungsformen in Gruppen, NGOs, Parteien und Gewerkschaften; Fässer und Schutzanzüge veranschaulichen die unzähligen verheerenden ökologischen Katastrophen wie Fukushima und Deep Water Horizon; Umzugskartons symbolisieren die Auseinandersetzungen um Gentrifizierung und Mietenkämpfe. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Hörbar werden – Neben Lautsprecherwägen sollen kollektive Ausdrucksformen, wie Lieder oder Sprechchöre, aber auch individuelle Botschaften, vermittelt durch kleine Megaphone unsere Kritik kommunizieren, und damit den repräsentativen Ausdruck von Redebeiträgen einzelner Personen oder Organisationen ergänzen. Durch Mehrsprachigkeit in Slogans, Transparenten und Schildern wollen wir den transnationalen Charakter der Proteste deutlich hervorheben und unsere Kritik und unsere Ziele auch über die Grenzen deutschsprachiger Medien hinaus verständlich machen.

Kommunikativ werden – Ein unmittelbares Anliegen unserer Demonstration ist die direkte Kommunikation mit den Frankfurter Bürger_innen und die Aufklärung der interessierten Öffentlichkeit über die Inhalte und Ziele unseres Protestes und Widerstands gegen die aktuelle Krisenpolitik. Elemente wie Strassenkreiden, Absperrband oder ähnliches sollen den Demonstrationsteilnehmer_innen helfen, untereinander und mit der Umwelt in Austausch zu kommen und so der Demonstration ihre Abgeschlossenheit nehmen, ohne den Schutz von organisierten Blöcken aufzugeben.

Partizipativ werden – Die Demonstration soll mit einer Auftaktkundgebung am Baseler Platz beginnen, auf der die Bündnispartner in kurzen Redebeiträgen ihre Perspektiven auf die Krise darstellen, um die gemeinsamen und diversen Inhalte des Protests in die Öffentlichkeit zu tragen und die Demonstration kraftvoll beginnen zu lassen. Beenden wollen wir die Demonstration gemeinsam mit moderierten Versammlungen, in denen alle Teilnehmer_innen ihre Sicht auf die vergangenen Aktionstage und ihre Positionen zur Krise diskutieren und die nächsten Schritte der Proteste beraten können.

Solidarisch bleiben – Während der Demonstration wollen wir eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmer_innen transparent ist und in der sie solidarisch aufeinander achten, sich unterstützen und gemeinsam dafür eintreten, die Demonstration erfolgreich zu gestalten. Auf unserer angemeldeten Demonstration sind alle willkommen und sollen sich sicher fühlen, dies betrifft im Besonderen auch Rollstuhlfahrer_innen und Familien mit Kinderwagen. Wir bestehen darauf, dass niemand der Teilnehmer_innen aufgrund von Alter, Kleidung, sexueller Orientierung, Geschlecht und/oder Herkunft diskriminiert, verfolgt oder ausgeschlossen wird. Dies betrifft sowohl die Anreise zur Auftaktkundgebung, die Demonstration selbst, aber auch die Abreise nach der Abschlusskundgebung. Wir verwehren uns gegen mögliche diskriminierende und einschüchternde Kontrollen im Vorfeld der Demonstration, gegen die Anwesenheit von Polizeibeamten in Zivil in unserer Demonstration und gegen die mögliche Bedrängung von Teilen der Demonstration durch die Polizei. Bei polizeilichen Provokationen bleiben wir als Demonstration geschlossen und verfolgen unser Ziel, diese gemeinsam zu beenden.

Rede zum 1. Mai 2013 in Zschopau

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Genossinnen und Genossen,

der heutige 1. Mai steht bereits ganz im Zeichen der bevorstehenden Bundestagswahlen. Und das ist auch richtig so.
Denn im Herbst diesen Jahres werden die Menschen in diesem Land eine Entscheidung treffen, die nicht nur für Deutschland, sondern für viele Länder und Menschen in der ganzen Europäischen Union von erheblicher Bedeutung sein wird.
Nach fünf Jahren Krise, die als Krise des Banken- und Finanzsektors begonnen hat und sich inzwischen als brutale Wirtschaftskrise und soziale Krise in vielen europäischen Ländern zeigt, ist die Schwarz-Gelbe Regierung Merkel eine der letzten, die den ökonomisch falschen und für die soziale Sicherheit verheerenden Sparkurs fährt.

Deutschland ist auf Grund der von rot-grün begonnenen und den Nachfolgeregierungen fortgesetzten Politik gegen die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, gegen Arbeitslose und Rentner nur scheinbar der Nutznießer dieser Krise.

Gerade ein Land, für das der Exportsektor die treibende Kraft des Wachstums ist, braucht zahlungskräftige Nachbarn. Sowohl im Land als auch in Europa gilt: Solidarität macht stark! Nicht aber nationaler Egoismus und kurzfristiges Vorteilsstreben.

Deshalb ist es auch in Deutschland an der Zeit, CDU und FDP aus der Regierung zu jagen, die einen erheblichen Teil der Verantwortung dafür tragen, dass die Menschen in diesem Land so großen sozialen Risiken ausgesetzt sind und unsere europäischen Nachbarn vor dem sozialen Ruin stehen.

Aber es wird nicht ausreichen, nur CDU und FDP aus dem Amt zu treiben. Denn es bedarf einer Bundesregierung, die endlich in der Lage ist und Willens ist, die Verantwortung wahr zu nehmen, die dem ökonomisch stärksten Land in Europa auch zukommt.
Es ist Zeit für eine Politik, die sich an den Interessen der Mehrheit der Menschen in diesem Land orientiert, eine Politik, die gute Löhne und gute Arbeit in den Mittelpunkt stellt.

Gerade heute, am Tag der Arbeit, sollte uns allen bewusst sein, dass es eine Schande ist, wenn in diesem Land Menschen Vollzeit arbeiten gehen und davon nicht leben können!

Es ist eine Schande, wenn jetzt Menschen in Rente gehen, die nicht die Chance hatten, ausreichend Rentenansprüche zu sammeln.

Es ist eine Schande, dass in einem der reichsten Länder Europas Altersarmut ansteigt und insbesondere hier im Osten Deutschlands für die Hälfte der Älteren Menschen zum realen Risiko wird.

Und ich will daran erinnern, dass es eine Schande ist, wenn in diesem Land das Kinderkriegen das größte Armutsrisiko ist.
Da muss ich ganz klar fragen: WO leben wir denn?

Jahr für Jahr wird in dieser Gesellschaft genug Reichtum produziert, genug Güter und Dienstleistungen, dass wir nicht von „Engpässen“ reden müssen oder über „Versorgungsprobleme“ klagen.
Nein, es ist genug von allem da und weit mehr noch. Es gibt aber inzwischen ein ernsthaftes und sehr grundsätzliches Verteilungsproblem.

In diesem Zusammenhang will ich daran erinnern, dass es ja auch sehr kluge Unternehmer gibt. Henry Ford wird zum Beispiel der Satz zugeschrieben: „Autos kaufen keine Autos!“ und diese einfache Erkenntnis, für die man ja nicht nobelpreisverdächtig klug sein muss, wird seit 15 Jahren in diesem Land ignoriert – zumindest von der Regierung im Bund und in Sachsen.

Wenn der sächsische FDP-Wirtschaftsminister die niedrigen Industriearbeiterlöhne in Sachsen, die im übrigen die nahezu niedrigsten in ganz Deutschland sind, als Standortvorteil preist und damit Investoren anlocken will, dann hat er ganz klar den Schuss nicht gehört.
In diesem Land lockt man doch niemanden ernsthaft und auf Dauer mit Billiglöhnen an. Was in diesem Land der Standortfaktor Nummer eins ist, dass sind die herausragenden Fähigkeiten, der Facharbeiterinnen und Facharbeiter, der Ingenieure und Ingenieurinnen – dies zuallererst.

Aber eben auch einer guten Infrastruktur – und das sind eben bei weitem nicht nur die Straßen. Nein, es sind die Schulen, die Lehrstätten und Hochschulen, die Universitäten.
Es ist der Rechtsstaat und die Rechtssicherheit.
Die Infrastruktur, die dieses Land stark und die Menschen klug und fähig macht, würde in ausreichend vielen Kindertagesstätten beginnen und bei einer ordentlichen menschenwürdigen Rente enden.

Kluge und qualifizierte Menschen, eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur, umfängliche Bildungsmöglichkeiten für Menschen aller Herkunft – das sind Standortfaktoren. Und wir, DIE LINKE, werden zu den bevorstehenden Bundestagswahlen genau das zum Wahlkampfthema machen.

Und um eines vorweg zu sagen: Wir Mitglieder der LINKEN sind uns im ganzen Land darüber einig, dass wir dies schaffen können, ohne neue Schulden aufzunehmen.
Unser Wahlprogramm ist auf Heller und Pfennig so durchgerechnet, dass wir höheren Ausgaben in gleichem Maße höhere Einnahmen entgegensetzen.

Unsere Schuldenbremse heißt nämlich Millionärssteuer und sie heißt Vermögenssteuer.

Ja, nach anderthalb Jahrzehnten der Umverteilung von unten nach oben wollen wir, dass endlich wieder mehr bei denen ankommt, die den ganzen Reichtum auch erarbeiten.
Da wissen wir LINKEN uns auch eins mit den meisten Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern.

Ich möchte daran erinnern, dass wir sächsische LINKE ausgehend von einer Initiative des DGB gemeinsam mit SPD ein Tariftreuegesetz zur Vergabe öffentlicher Aufträge erarbeitet haben.
Denn es geht nicht an, dass die öffentliche Hand, der Freistaat, die Kreise und Kommunen – Lohndumping unterstützen.

Wir wollen, dass alle Aufgaben, die die öffentliche Hand vergibt zu ordentlichen Tariflöhnen geleistet werden. Und wo die Tarife zu niedrig sind, da wollen wir gemeinsam mit dem DGB einen gesetzlichen Mindestlohn von jetzt 8,50 Euro und zwar flächendeckend!

Und damit nicht durch die Hintertür die Kommunen dann tricksen müssen oder auf bestimmte Sachen verzichten gehört eine ordentliche und ausreichende Ausfinanzierung der Kommunen mit dazu. Das darf nicht getrennt gesehen werden. Denn gute Arbeit, dass sind nicht nur ordentliche Löhne, nein gute Arbeit heißt auch, dass der Druck nicht höher und höher wird, dass in immer kürzerer Zeit immer mehr geleistet werden soll, wie so häufig im Dienstleistungssektor zu beobachten.
Nein, gute Produkte, ob Güter oder Dienstleistungen müssen vor allem eine hohe Qualität haben.
Pfusch hilft gar niemandem und „schnell schnell“ ist kein Gütesiegel.

DIE LINKE steht jedoch insbesondere hier in Sachsen, aber natürlich auch auf Bundesebene, für ein weiteres Qualitätsmerkmal.
Wir kämpfen konsequent gegen Armut!
Sei dies Altersarmut oder Kinderarmut, seine es ungleiche Bildungsmöglichkeiten auf Grund der Herkunft oder geringere Jobchancen zum Beispiel im ländlichen Raum.

WIR LINKEN haben den Kampf aufgenommen gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit in allen Lebenslagen. Deshalb kämpfen wir um ordentliche Löhne und Tarife – was weit mehr ist, als der Kampf um einen Mindestlohn, den wir als PDS für anderthalb Jahrzehnten aufgenommen haben und der nun langsam erfolgversprechend erscheint.

Nein, wir wollen – und dass will ich so klar formulieren – dass der hohen Qualität der Arbeit, die die Menschen in diesem Land auch hochentlohnt wird.

Deutschland muss wieder ein Hochlohnland werden – aus Verantwortung vor den Menschen hier im Land und aus Verantwortung vor den Menschen in ganz Europa.

Denn wenn sich eines der produktivsten Länder der Welt an die Spitze der Lohndumpingbewegung setzt, da wird das ganze eine Schussfahrt ins ökonomische und soziale Debakel! Es ist ein Gebot der Vernunft, endlich auf Umverteilung zu setzen und endlich einen großen Schluck aus der Pulle vor allem für den arbeitenden teil der Bevölkerung zu nehmen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Genossinnen und Genossen,

ich will zum Schluss nochmal zusammenfassen, wofür wir LINKE in diesem Bundestagswahlkampf einstehen wird:

Wir kämpfen für ein
- Verbot der Leiharbeit
- und bis zur Umsetzung des Verbots wollen wir eine Flexibilitätszulage für Leiharbeiter, Begrenzung der Verleihdauer und Umwandlung in Festanstellungen
- Wir wollen das Lohndumping über Werkverträge bekämpfen:
- Wir wollen Minijobs umwandeln in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
- Befristungen von Arbeitsverhältnissen sollen auf nur wenige sachliche Gründe begrenzt werden.
- Wir wollen Niedriglohn verhindern und dafür einen gesetzlichen Mindestlohn von wenigstens 10 Euro.
- Die Vergabe öffentlicher Aufträge muss an die Tariftreue des Unternehmens gebunden werden.
- Und schließlich muss Gleicher Lohn für gleiche Arbeit her: Schluss mit der Unterbezahlung von Frauen, Schluss mit den Lohnunterschieden in Ost und West.
- Aber es geht auch um mehr: es geht um die Aufhebung der menschenunwürdigen Sanktionen durch die Hartz IV-Gesetzgebung.
- Es geht um die Einführung einer solidarischen Mindestrente: IN DIESEM LAND soll kein Mensch, insbesondere nicht im Alter arm sein. Deshalb muss diese solidarische Mindestrente oberhalb der Armutsrisikogrenze liegen und das sind 1050 Euro!
- Wir wollen eine Kindergrundsicherung, die allen Kindern zukommt und eben besonders denen, die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft leben. Also Schluss mit der Anrechnung des Kindergeldes als Einkommen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Genossinnen und Genossen,

heute, am 1.Mai, dem Tag der Arbeit – sind wir hier, um zu zeigen:
Die Spirale nach unten für die Mehrheit der Menschen in diesem Land muss ein Ende haben. Für die Menschen hier und in ganz Europa! Solidarität ist international und nur so werden wir Erfolg haben können gegen die Konzerne und deren politischen Vertreter.

Glück auf!

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atomstopp: Petition an das Europäische Parlament: Für eine europaweit einheitliche Haftpflichtversicherung für Atomreaktoren!

 

anti atom sonneÖsterreich: “Gemeinsam mit anderen Antiatom-Organisationen sammeln wir seit Mitte März Unterschriften für die Petition an das Europäische Parlament. Rund 5.000 Unterschriften liegen mittlerweile auf Papier vor. Die ONLINE-Sammlung von Unterschriften wird zum Tschernobyl-Gedenktag auf

www.atomstopp.at

gestartet. Bis Ende Juli wird es möglich sein, die Petition ONLINE zu unterstützen.

Der Petitionstext:

Petition an das Europäische Parlament: Für eine europaweit einheitliche Haftpflichtversicherung für Atomreaktoren!

Wir, die unterzeichnenden Bürger_innen der Europäischen Union, fordern das Europäische Parlament auf, an die Europäische Kommission heranzutreten, dass diese einen Vorschlag unterbreitet, in dem eine Haftpflichtversicherung für jeden Atomreaktor in der Europäischen Union vorgesehen ist und zwar in der Höhe von mindestens 400 Milliarden Euro je Atomreaktor.

Der Vorschlag soll als Verordnung erfolgen im Sinne eines einheitlichen europäischen Atomhaftungsrechts!

Ziel: Jeder Atomreaktor in der Europäischen Union ist mit einer Haftpflicht von mindestens 400 Milliarden Euro zu versichern! Die Betreiber von Atomreaktoren haben das Risiko einer Nuklearkatastrophe und auch das Risiko durch den “normalen” Betrieb eines Atomreaktors und all seiner Folgen (Transport von radioaktivem Material, Zwischenlagerung und Endlagerung, Risiko der Niedrigstrahlung im sogenannten “Normal”betrieb) zu versichern!

Es muss das Verursacherprinzip gelten: Wer den Schaden verursacht, muss dafür haftbar gemacht werden!

Schäden aus dem Betrieb von Atomreaktoren sind generell von der Umwelthaftung ausgenommen! Die Betreiber von Atomreaktoren haften meist nur bis zu einer vernachlässigbaren Höhe im Vergleich zum Schaden, der bei einem SuperGAU verursacht wird. Außerdem divergieren die jeweiligen Haftungen der Betreiber für Schäden aus einem SuperGAU enorm: in der Slowakei nur bis zu 50 Millionen Euro, in Frankreich nur bis zu 91 Millionen Euro, hingegen in Spanien bis zu 1.400 Millionen Euro und in Deutschland für alle Atomreaktoren gemeinsam mit maximal 2. 500 Millionen Euro. Die Unterschiede ergeben sich aus den verschiedenen Konventionen zur Regelung von Atomhaftungen (Wiener Konvention, Pariser Konvention, diverse Zusatzprotokolle). Eine im Feber 2013 veröffentlichte Studie beziffert die Schäden eines SuperGAUs in Frankreich mit 430 000 Millionen Euro!

Gemeinsam ist jedoch allen Konventionen von Atomhaftungen: reichen die Versicherungssummen im Schadensfall nicht aus und wird der Betreiber nach einer Reaktorkatastrophe zahlungsunfähig, muss die Allgemeinheit für die weiteren Kosten aufkommen. Das widerspricht dem Grundsatz des Verursacherprinzips, der auch für die Betreiber von Atomreaktoren zu gelten hat.