Umwelt

LINKE lehnt S21 weiter ab – Bewegung muss sich neu aufstellen

Stellungnahme Geschäftsführender Landesvorstand zur Volksabstimmung

LINKE lehnt S21 weiter ab – Bewegung muss sich neu aufstellen

DIE LINKE Baden-Württemberg ist enttäuscht über das Ergebnis der Volksabstimmung, respektiert jedoch, dass eine Mehrheit der Abstimmenden nicht mit Ja gestimmt hat. DIE LINKE lehnt das Projekt weiterhin ab. Die Milliarden für S21 wären bei regionalen Verkehrsprojekten und im sozialen Bereich wesentlich besser aufgehoben. S21 ist und bleibt ein unsinniges und kostspieliges Projekt. Wir sind enttäuscht, dass der massive Einsatz von Geld, die Allianz zwischen wesentlichen Teilen der Wirtschaft, ihren Verbänden, Bahn, CDU, SPD und FDP sich gegen die weit weniger gut ausgestattete BürgerInnen-Bewegung bei der Volksabstimmung durchgesetzt hat. Dass hierfür sogar öffentliche Kassen missbraucht wurden, wie beim Wahlbrief des Stuttgarter Oberbürgermeisters ist für uns nicht hinnehmbar.

Die Bewegung gegen das Milliardengrab Stuttgart 21 hat dafür gesorgt, dass mit zahlreichen Fakten und Untersuchungen eine öffentliche Auseinandersetzung über den Sinn eines mehr als fragwürdigen Projektes geführt wurde. Sie hat außerdem zu einer beispiellosen Aktivierung zehntausender von Bürgern und Bürgerinnen beigetragen, die mit viel Phantasie, Kreativität und einem beispiellosen Durchhaltevermögen das Durchwinken eines Großprojektes verhindert hat. Die Reichweite dieser Bewegung wird weit über das Projekt S21 hinaus gehen.

Diese Bewegung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die fast 50jährige Umklammerung Baden-Württembergs durch die CDU durchbrochen wurde. Es ist eine Ironie, dass jetzt ausgerechnet eine von den Grünen geführte Regierung, die ihr Wahlergebnis nicht unwesentlich dem Widerstand gegen S21 zu verdanken hat, für die Durchführung der Baumaßnahmen sorgen wird. Dass sie dies auch noch mit Überzeugung und mit Berufung auf die Demokratie tut, ist nicht nur bedauerlich sondern ärgerlich. Dass ein grüner Verkehrsminister sagt, er wäre sogar besonders geeignet, dieses Projekt zu begleiten, muss nicht weiter kommentiert werden. Schließlich war die Volksabstimmung kein besonderer demokratischer Akt (sonst hätte sie am Anfang des Projektes stehen müssen) sondern ein Koalitionskompromiss, um die Grüne/SPD-Regierung überhaupt bilden zu können.

Das Ergebnis in Stuttgart ist zwar für die Gegnerinnen des Projektes enttäuschend, aber durchaus ein Achtungserfolg. Wenn über 45 % der Abstimmenden gegen das Projekt stimmen, zeigt das nach wie vor den Riss, der durch die Bevölkerung geht. Die Argumente gegen das Projekt bleiben bestehen, sei es die befürchtete Kostenexplosion, die ökologischen Risiken, die Gefährdung der Mineralquellen. Dazu kommt noch die Belastung durch eine gewaltige Baustelle.

Die Bewegung gegen S21 muss sich jetzt neu aufstellen und mit allen Akteuren diskutieren, wie die Auseinandersetzung um das Großprojekt geführt werden kann. DIE LINKE wird sich an dieser Diskussion konstruktiv beteiligen und appelliert an alle Bündnispartner, weiterhin im Bündnis zu bleiben.

X-tausendmal quer bereitet sich auf Blockade der Castor-Transportstrecke vor

X-tausendmal quer
Gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft

Pressemitteilung
26. November 2011; 18:15 Uhr

* X-tausendmal quer bereitet sich auf Blockade der Castor-Transportstrecke
vor
* Shuttle-Busse ins Camp in Gedelitz / „Gewaltfrei und entschlossen“

Dannenberg / Gorleben. Nach der großen Anti-Castor-Demonstration mit über 23.000 Menschen am Samstag in Dannenberg machen sich Hunderte Atomkraftgegner/innen auf den Weg ins Camp der Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer in Gedelitz. Zusätzlich beteiligen sich gegenwärtig über 2000 Menschen an der gewaltfreien Schienenblockade der Gruppe WiderSetzen.

Hunderte Menschen haben angekündigt, sich an der gewaltfreien Blockade von X-tausendmal quer auf der Straßen-Transportstrecke bei Gorleben beteiligen zu wollen. Gegenwärtig fahren Shuttle-Busse von der Kundgebung in
Dannenberg zum Camp von X-tausendmal quer in Gedelitz.

„Angesichts der aktuellen politischen Debatte sei dieser Protest so nötig wie in den vergangenen Jahrzehnten und so wichtig wie selten zuvor“, so Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin von X-tausendmal quer.

„Für viele Menschen ist klar, dass sich nichts verändert hat: Der Salzstock Gorleben ist als Endlager ungeeignet und Castor-Transporte ins Wendland daher eine gefährliche und unnötige Müllansammlung am falschen Ort,“ so Luise Neumann-Cosel. Wir werden den Schwarzbau Gorleben nicht dulden und entschlossen dagegen protestieren.“

attac: Bundesweites Vernetzungstreffen kommunaler Klima- und Anti-Kohle-Bündnisse

Attac AG Energie, Klima, Umwelt (EKU-AGBMK)
BürgerBegehren Klimaschutz (BBK)

REMINDER UND EINLADUNG
BEWEGUNG. MACHT.KLIMA
Bundesweites Vernetzungstreffen kommunaler Klima- und Anti-Kohle-Bündnisse

Freitag, 2.12. (17:00) bis Samstag, 3.12.2011

Tagungshaus Schacht III, Gelsenkirchen


 

 

Liebe Klima- und Anti-Kohle-Aktive,
es gibt noch Plätze bei einer besonderen Tagung in Gelsenkirchen:

BürgerBegehren Klimaschutz und die bundesweite Attac EKU-AG laden gemeinsam zum 1. bundesweiten Treffen der kommunalen Klimaschutz- und Anti-Kohle-Bündnisse ein. In Gelsenkirchen treffen wir uns am globalen Klima-Aktionstag zu einem spannenden, bewegungsinternen Austausch über sehr konkrete Themen und Erfahrungen: Energiedemokratie, Klimagerechtigkeit und kommunaler Klimaschutz.
Auftakt ist eine Podiumsdiskussion mit Greenpeace und Eurosolar zum Thema der dezentralen und zentralen Erneuerbaren Energien.
Alle, die an Klimaschutz, Energiewende und Widerstand gegen Kohlekraftwerke interessiert sind, sind herzlich eingeladen!

Weite Infos, Tagungsflyer und Anmeldung:
http://www.attac-netzwerk.de/fileadmin/user_upload/AGs/AG-Energie-Klima-Umwelt/Material/bmk%20programm%20dez%20-%2023.11..pdf

Viele Grüße, bis im Wendland und in Gelsenkirchen (und zwischendurch mal ausschlafen…),
das Vorbereitungsteam von BBK und Attac EKU-AG

NaturFreunde begrüßen Weltnaturerbe Buchenwälder

NaturFreunde begrüßen Weltnaturerbe Buchenwälder
Beim Steigerwald aber „hat die bayerische Staatsregierung eine große Chance verpasst“

Berlin, 23. November 2011 – Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen die Anerkennung von fünf deutschen Buchenwäldern als Weltnaturerbe der UNESCO. Allerdings bedauerte der umweltpolitische Sprecher der NaturFreunde Deutschlands Eckart Kuhlwein, dass die bayerische Staatsregierung nichts unternommen habe, um auch die Buchenwälder im Steigerwald als Weltnaturerbe anzumelden. „Damit hat die bayerische Staatsregierung eine große Chance verpasst, internationale Anerkennung zu erhalten und den sanften Tourismus in einer benachteiligten Region zu fördern“, so Kuhlwein. Der Steigerwald sei ein Musterbeispiel für alte und urtümliche Buchenwälder in Bayern und darüber hinaus.

Zu den fünf von der UNESCO ausgewählten Buchenwaldgebieten gehören der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalpark Jasmund und der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen.

Kuhlwein kritisierte auch, dass die Regierung in München jetzt im Steigerwald einen „Baumwipfelpfad“ anlegen und „ausgerechnet einen benachbarten Weinort zum Nachhaltigkeitszentrum für den Wald machen will“. Spötter hätten bereits von einem „Motorsägenmuseum“ gesprochen.

Solche „verkrampften kleinen Schritte“ würden den Verdiensten der bayerischen Forstleute um den Steigerwald nicht gerecht wie etwa den von Forstdirektor a.D. Georg Sperber, der sich im Bayerischen Wald und im Steigerwald engagiert. Sperber hatte für sein Lebenswerk erst vor Kurzem den Ehrenpreis des Deutschen Naturschutzpreises erhalten.

„Bayern sollte Herrn Sperber dadurch ehren, dass endlich auch sein Wunsch erfüllt wird, die Buchen im Steigerwald als Nationalpark zu schützen“, empfahl Kuhlwein.

Großdemonstration „Gorleben soll leben“ : Veranstalter halten an Großdemo am 26.11. in Dannenberg fest

Trägerkreis der Großdemonstration „Gorleben soll leben“ in Dannenberg

Pressemitteilung 20. November 2011

Veranstalter halten an Großdemo am 26.11. in Dannenberg fest

Früherer Castor-Abfahrtstermin in Frankreich – Viele unterschiedliche Transportabläufe denkbar – „Wir lassen uns nicht verrückt machen.“

Der Trägerkreis „Gorleben soll leben“ hält trotz Informationen, der Castor-Transport könne bereits am Mittwoch in Frankreich starten, daran fest, die geplante Großdemonstration am Samstag, den 26. November um 12.30 Uhr in Dannenberg zu veranstalten.

„Beim jetzt wahrscheinlichen Abfahrts-Zeitpunkt am Mittwoch sind die unterschiedlichsten Szenarien denkbar“, so Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. „Der Transport könnte theoretisch, käme er reibungslos durch, schon vor der Demonstration ankommen. Es spricht aber auch einiges dafür, dass es unterwegs längere Pausen gibt und der Zug erst nach der Demonstration nach Dannenberg rollt. Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.“

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Wir lassen uns nicht verrückt machen. Die Demonstration am kommenden Samstag wird so oder so ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung, dass der Weiterbau im Salzstock Gorleben auf breite gesellschaftliche Ablehnung stößt. Wir rufen alle Atomkraftgegner dazu auf, sich so früh wie möglich, aber spätestens zu einer kraftvollen Kundgebung am Samstag auf den Weg ins Wendland zu machen.“

Weitere Informationen auf
http://www.gorleben-castor.de

Bauer hält Hof nimmt Fahrt auf


Nach dem am Welternährungstag,16.Oktober 2011, die Aktion “Bauer hält Hof” in Schleswig Holstein startete, legt sie jetzt bundesweit los. Auf Deutschlands Bauernhöfen wird über die Zukunft der Landwirtschaft dikutiert und für eine wirkliche Reform der Agrarpolitik gestritten. Sie sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen. “Bauer hält Hof” ist bestimmt auch in Ihrer Nähe!

Hier die nächsten Hoftermine im Überblick:

Baden Württemberg

18. November (13:00) Ruhbauernhof, Dietenbach 9, 79199 Kirchzarten

10. Dezember (10:00) Kühof, Im Erb 1, 74589 Satteldorf

Bayern

20. November (13:30) Hof Bissinger, Heißesheimer Str. 3, 86690 Mertingen

3. Dezember (10:30) Hof Thorwarth zwischen 97234 Reichenberg-Fuchsstadt und Würzburg-Rottenbauer (nähe Biogasanlage)

3. Dezember (10:30) Hof Guggemos, Hummeratsried 3, 87616 Marktoberdorf

10. Dezember (10:00) Hof Abstreiter, Gstaudach 1, 84032 Altdorf

Hessen

3. Dezember (10:30) Hof Menz, Weihern 1, 35606 Solms-Oberbiel

Niedersachsen

26. November (13:30) Naturmilchhof Gartetal, Treffpunkt: Bushaltestelle “Neues Rathaus”, Göttingen

Rheinland-Pfalz

3. Dezember (10:30) Hof Berg, Brunnenstr. 1, 54634 Bitburg

Nordrhein-Westfalen

3. Dezember (10:30) Hof Schulte-Bockholt, Papendyk 140, 47802 Krefeld

Täglich werden auf unserer Webseite neue Termine gemeldet. Schauen Sie rein!

Und das erwartet Sie:

Eine Führung über den Hof mit Informationen zur Situation der Landwirtschaft aus erster Hand und Hintergründe zur EU-Agrarpolitik mit anschließender Diskussion. Gemeinsam wollen wir Wege finden wie Verbraucherinnen und Verbraucher, Bäuerinnen und Bauern und Entscheidungsträger vor Ort die Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung- und verarbeitung, sowie den Kosum gerechter, umweltfreundlicher und zukunftsorientierter gestalten können. Wir meinen: Agrarpolitik von unten fängt auf dem Bauernhof an.

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an „Bauer hält Hof“ aktiv zu beteiligen. Alle regionalen Mitglieder und Unterstützer der über 40 Trägerorganisationen von “Meine Landwirtschaft” können neben Hingehen auch selbst eine Veranstaltung organisieren, sich an der Vorbereitung beteiligen oder eigene Ideen einbringen. Termine, Informationen und Materialien finden Sie auf unserer Homepage.

Kontakt: 030 / 28482437 oder per Email (Christiane Winkler).

BI Umweltschutz: “Castorkonzept gescheitert – ein Großversuch am Ende”

Pressemitteilung 18.11.11

“Ein Großprojekt geht zu Ende”, titelt die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) ihre Ankündigung, dass ein letzter Transport mit hochradioaktiven Abfällen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage Cap de La Hague Ende November Gorleben erreichen soll. “Richtig ist, dass ein Großversuch einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bereits jetzt wird mit fünf Behältern, die abgebrannte Brennelemente enthalten, und 97 Behältern mit verglasten hochradioaktiven Abfällen die zulässige Strahlenbelastung von 0,3 Millisievert Jahresdosis am Zaun des Lagers überschritten”, kontert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Die BI beruft sich auf Messungen und die Prognose des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Ursprünglich hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Betriebserlaubnis für 420 Stellplätze erteilt und sie nicht widerrufen.

“Die Menschen im Wendland sind doch keine Versuchskaninchen für das gescheiterte Castorkonzept”, empört sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Die GNS kündigt entgegen ihrer Überschrift sogar die Fortsetzung des Castor-Abenteuers ab dem Jahr 2014 an, dann sollen aus dem britischen Sellafield weitere 21 Behälter in vier Transportkampagnen nach Gorleben transportiert werden. Unterschlagen werde, dass auch mittelaktive Abfälle aus Frankreich in Castor-Behältern – ebenfalls ab dem Jahr 2014 – angeliefert werden sollen. Die BI: “Ein Großprojekt ist gescheitert und soll sogar fortgeführt werden, die Menschen werden dagegen auf die Straße gehen.”

BISS: Nein zur A 100 – Demo vor dem Landesparteitag der Berliner SPD!

Liebe A-100-GegnerInnen,

nun ist es wirklich amtlich: Die Berliner SPD will mit der CDU in den heute beschlossenen Koalitionsvereinbarungen die sozial-ökologische Modernisierung der Stadt unter Asphalt und Betonpisten beerdigen. Lesen Sie dazu unsere weiter unten folgende Pressemitteilung.

Dies nehmen wir nicht so einfach hin. Zeigen Sie am Montag ihren Protest:

Demo vor dem Landesparteitag der Berliner SPD!
am Montag, 21.11.2011 um 16:30 Uhr
vor dem Leonardo Royal Hotel, Otto-Braun-Str. 90, 10249 Berlin

Der Parteitag beginnt dort um 17:30 Uhr, Einlass ist ab 16:30 Uhr

Hier soll der Koalitionsvertrag mit der Berliner CDU abgesegnet werden.

Rot-Schwarz? 75% wollten es anders! Echte Demokratie jetzt!

Nach einer Wahl, die ein eindrucksvolles Signal zur Veränderung in Richtung zu mehr Transparenz, Stadtökologie und sozialer Gerechtigkeit war, soll nun das Gegenteil herauskommen: Eine Koalition der inneren Sicherheit, umweltschädlicher Großprojekte und des “Berliner Filzes”.

Wir appellieren an das Gewissen der SPD-Delegierten, im Koalitionsvertrag nur den Punkten zuzustimmen, die dem Wählerwillen entsprechen. Daher:

- kein Ausbau der A100 bis Treptow und Friedrichshain!
- Freiräume statt Betonierung, Spreeufer für alle!
- für eine menschengerechte, ökologische Stadtentwicklung und Verkehrspolitik!
- kein Fluglärm-Terror!
- für eine neue Liegenschafts- und Mietenpolitik!
- für transparente Planungen und Verträge!
- für umfassendere Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung!
- keine unsozialen Beschäftigungsverhältnisse!

Weitere Infos zur Demo auf http://www.a100stoppen.de/demo-vor-spd-parteitag/

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg: Der Widerstand gegen Gorleben läuft auf Hochtouren

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684  Fax: -3197
buero@bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung  15.11.11
Der Widerstand gegen Gorleben läuft auf Hochtouren

Die Vorbereitungen auf den nächsten Castortransport laufen im Wendland auf Hochtouren. Der Kreativität und dem Ideenreichtum steht der Widerstand gegen den 13. Castor-Transport in der Widerstandsgeschichte des Wendlands nichts nach. Ob Foto-Wettbewerb oder Videoclips, Facebook-Einträge und Infoveranstaltungen: “Es brummt”, heißt es bei der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). “Uns erreichen viele Solidaritätsadressen, auch aus Gewerkschaftskreisen, weil niemand der Ankündigung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen
(CDU) Glauben schenkt, dass ernsthaft Alternativen zu Gorleben als Endlagerstandort gesucht werden, nicht einmal ein Baustopp untermauert den angeblichen Kursschwenk in der Atommüllpolitik”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Zu einem “Wer Was Wann Wo?” kommen die Gorleben-Gegner/innen am 18.
November im Schützenhaus Dannenberg um 20 Uhr zusammen. Moderiert von Willem Wittstamm, dem “Mister X”, werden die unterschiedlichsten Widerstandskonzepte vorgestellt.

Weit aus früher als in den Jahren zuvor wird auf der sogenannten ESSO-Wiese in Dannenberg eine Wagenburg mit Infozelt und Pressezentrum eingerichtet. “Der Castor-Konvoi soll am 24.11. im französischen Valognes bei Cap de La Hague starten, also sind wir ab dem 24.November ebenfalls schon in Aktion”, kündigt die BI an.”Wir sind im Übrigen auf die vielfältigsten Streckenvarianten eingestellt, auch dass der Castor-Konvoi mit den 11 Behältern über die neuen Bundesländer und dann möglicherweise über Wittenberge/Elbe und Ludwigslust schon am Wendland vorbeirattert.”

NaturFreunde fordern Kündigung des EURATOM-Vertrages

Geldverschwendung für Forschungsreaktor „ITER“ muss beendet werden

 

Berlin, 14. Oktober 2011 – Zu den Plänen der Bundesregierung, die Forschungsgelder für den geplanten Forschungsreaktor „ITER“ durch das Streichen anderer europäischer Wissenschaftsprojekte zu finanzieren, erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Die Bundesregierung lernt nicht dazu: Gemeinsam mit der EU-Kommission möchte sie das Forschungsprojekt für den internationalen Kernfusionsreaktor „ITER“ durchpeitschen. Obwohl immer noch keine wissenschaftlich fundierte Machbarkeitsanalyse für diese Risikotechnologie vorgestellt wurde, zeigt sich bereits jetzt, dass die Kosten für das Milliarden-Projekt weiter massiv steigen werden.

Damit setzt die Bundesregierung weiterhin auf den Planungsstand der 1970er Jahre, als Wissenschaftler davon ausgingen, mit der sogenannten Kernfusion die Energieprobleme der Welt lösen zu können. Ein Kernfusionsreaktor ist ein unsinniges zentralistisches Großprojekt, dass erneut die Forschung für neue Speichertechnologien für eine dezentrale, erneuerbare Energieerzeugungsstruktur verbaut. Finanziert werden soll dieses Projekt durch den EURATOM-Vertrag.

Statt endlich aus diesem Projekt auszusteigen, plant die Bundesregierung, andere europäische Forschungsprojekte zu kürzen, um die 1,3 Milliarden Euro Mehrkosten für die „ITER-Forschung“ finanzieren zu können. Aufgrund der Planungen des Bundesfinanzministeriums, die massiv gestiegenen Kostenansätze für den Kernfusionsreaktor durch Umschichtungen innerhalb des Haushalts für Wettbewerbsfähigkeit zu finanzieren, werden bei gleichbleibendem Haushalt andere Forschungseinrichtungen mit erheblichen Kürzungen rechnen müssen.

Nach bisherigen Planungen werden sich alleine im EU-Haushalt die Kosten für den Bau des Fusionsreaktors im südfranzösischen Cadarache auf mehr als sieben Milliarden Euro erhöhen. Nach derzeitigen Kostenschätzungen soll der ITER-Reaktor insgesamt mehr als 17,5 Milliarden Euro kosten. Die EU finanziert davon rund 40 Prozent. Die restlichen Kosten werden von China, Indien, Japan, Russland, Südkorea und den USA durch jeweils neun Prozent Anteil gedeckt.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern, den Bau des Forschungsreaktors sofort zu stoppen und die freiwerdenden Gelder für die Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien einzusetzen.
Denn dieses Projekt ist eine riesige Geldvernichtungsmaschinerie. Selbst die Wissenschaftler, die direkt mit der Erforschung des ITER-Reaktors beauftragt sind, gehen nicht davon aus, das vor dem Jahr 2050 mit einer reellen Produktion von Strom durch diesen Reaktortyp zu rechnen ist.

Planung und Finanzierung dieses Projektes im Rahmen des EURATOM-Vertrages machen erneut deutlich, dass sich dieser Saurier-Vertrag mehr als überlebt hat. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Auflösung des EURATOM-Vertrages. Deutschland muss seine Mitgliedschaft im EURATOM-Vertrag kündigen. Stattdessen muss ein neuer europäischer Vertrag geschlossen werden, auf dessen Grundlage eine alternative Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung eingerichtet wird.