Parteitag

Sachsens LINKE hat jetzt Konzept für zeitgemäße Bildung aus einem Guss – Parteitag beschließt Leitlinien

Der 8. Landesparteitag der LINKEN Sachsen in Schkeuditz hat fast einmütig die Bildungspolitischen Leitlinien des Landesverbandes beschlossen.

Wir haben jetzt ein Konzept für zeitgemäße Bildung aus einem Guss – von der frühkindlichen über die schulische bis zur beruflichen bzw. Hochschulbildung. Für uns ist Bildung ein Menschenrecht! Wir streben mittelfristig eine Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation auf 1:4 in der Krippe, 1:10 im Kindergarten und 1:17 im Hort an. Aufgrund wachsender Anforderungen ist die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher zu reformieren und im Fachhochschulbereich anzusiedeln. Wir wollen ein möglichst langes gemeinsames Lernen. Dabei soll der polytechnischen Bildung genau wie der kulturellen und Medienpädagogik mehr Raum eingeräumt werden. Die Stärkung der Hochschulautonomie soll mit der inneren Demokratisierung der Hochschulen verbunden werden. Die Zahl der Studienplätze in Sachsen ist bedarfs- und nachfragegerecht auszubauen. Zugleich wollen wir familienfreundlichere Rahmenbedingungen für Forschung, Lehre und Studium. Mit unserem Konzept für die Bildungspolitik, eines der landespolitischen Schlüsselthemen, stellen wir wieder unter Beweis, dass wir für sowohl für Opposition wie für Regierung kompetent sind.

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Ich will dieses Land verändern

Linkenchef Rico Gebhardt findet: Die Partei soll nicht nur Opposition können. Sondern auch Regierung.
Sächs. Zeitung, Seite 6, 19.04.2013

Herr Gebhardt, Sie sind Fraktions- und Landeschef der Linken. Sind Sie auch der neue Ministerpräsident?
Das müssen die Wählerinnen und Wähler in Sachsen entscheiden.

Können die Sie 2014 wählen? Werden Sie Spitzenkandidat Ihrer Partei?
Bevor das die Wähler entscheiden, muss es die Partei entscheiden und ich natürlich auch. Dazu gibt es einen Fahrplan. Der lautet: Im August werde ich mich erneut zur Wahl als Landesvorsitzender stellen. Danach sollte klar sein, wie die Mehrheitsverhältnisse innerhalb des Landesverbandes sind. Dann wird darüber gesprochen, ob ich als Spitzenkandidat antrete.

Nach einer aktuellen Umfrage der Staatskanzlei erreichen Linke, SPD und Grüne zusammen 42 Prozent der Stimmen. Regiert in Sachsen ab kommendem Jahr ein rot-rot-grünes Bündnis?
Entscheidend ist zunächst die Bundestagswahl. Das Ergebnis, das rot-rot-grün im September in Sachsen einfährt, wird für mich der Maßstab sein, ob es tatsächlich eine realistische Option gibt für 2014.

Wäre denn Rot-Rot-Grün eine Option?
Ich werbe immer dafür. Ich werbe in meiner eigenen Partei dafür, das als Option anzuerkennen. Ich werbe auch bei den politischen Partnern dafür. Ich glaube, dass wir sehr viel Vorbehalte abbauen konnten.

Welche Vorbehalte?
Grünenfraktionschefin Antje Hermenau hatte kritisiert, Anspruch der Linken sei es, Nationale Front zu spielen. Mir geht es darum, auf Augenhöhe Gespräche zu führen. Wir haben bei der Debatte zur Verfassungsänderung gezeigt, dass wir zu Kompromissen bereit sind. Bewegt haben wir uns auch beim Mindestlohn. Mit SPD und Gewerkschaften haben wir ein Tariftreuegesetz eingebracht, das 8,50 Euro vorsieht. Und das, obwohl wir Linke grundsätzlich bei der Forderung nach zehn Euro bleiben.

Zur Bundestagswahl: Ist das acht Mitglieder starke Führungsteam gut aufgestellt? Parteiintern gibt es den Spott von Gysi und den sieben Zwergen.
Ich hätte mir eine andere Variante gewünscht, mit einem oder zwei Spitzenkandidaten. Die Partei hat es anders entschieden, was ich akzeptiere. Ich kann auch mit acht Botschaftern gut leben, von denen jeder für ein bestimmtes Thema steht. Die Linke ist nun mal so. Ich werde das jetzt nicht mehr kritisieren.

Können Sie alle acht aufzählen?
(lacht) Habe ich schon mehrfach. Das Gremium ist mir nicht fremd, zumal wir als Sachsen dort mit Caren Lay vertreten sind.

Ist es glücklich, dass Parteichefin Katja Kipping nicht vertreten ist?
Man kann es auch so sehen: Sie und der Kovorsitzende Bernd Riexinger gehören zwar nicht in das Team, sind aber dabei. Also haben wir sogar zehn Spitzenkandidaten.

Zurück zur bereits erwähnten Staatskanzleiumfrage: Aus ihr ergibt sich eine Mehrheit der Sachsen, die mit der Arbeit der Landtagsfraktion unzufrieden ist. Warum?
Das werden wir analysieren. Natürlich nehmen wir solche Ergebnisse ernst und sagen nicht: Die Leute haben noch nicht begriffen, wie toll wir sind. Wir waren zwei Jahrzehnte in der Opposition und haben das gut gemacht. Doch jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, dass wir auch Verantwortung übernehmen wollen. In der Partei ist das umstritten. Da gibt es Einschätzungen wie diese: Opposition ist mehr wert als regieren. Ich sehe das so: Wenn wir zur Wahl antreten, müssen wir je nach Ergebnis für beides bereit sein. Regieren oder Opposition.

Das ist aber kein Konsens, oder?
Ich würde es so ausdrücken. Es ist noch nicht bis zum Letzten durchgedrungen. Häufig heißt es in der Partei: Wir wollen der Stachel im Fleisch sein. Ja und? Ich sage: Wenn der Stachel gezogen ist, verheilt die Wunde, und alles ist gut. Ich will dieses Land aber gestalten und verändern – egal ob in der Opposition oder in der Regierung. Das müssen wir den Wählern deutlicher machen als bisher.
Sie haben mit anderen Fraktionen eine Einigung zur Verfassungsänderung für ein Schuldenverbot verhandelt.

Doch ein kleiner Parteitag hat Nein zur Schuldenbremse gesagt. Sehen Sie sich in Ihrer Führungsfunktion beschädigt?
Das müssen andere beurteilen. Ich habe bei den Verhandlungen immer gesagt, dass es einen Gremienvorbehalt gibt. Unser Problem lag darin, dass wir gar nicht damit gerechnet haben, dass wir wirklich ein Ergebnis zustandebringen, das dann bewertet werden muss. Über Jahrzehnte war ausgeschlossen, dass CDU und Linke miteinander verhandeln. Jetzt gab es ein Ergebnis. Davon waren wir überrascht.

Hat es Sie persönlich frustriert, dass Sie nach einem Jahr zäher Verhandlungen von einem Parteitag gestoppt wurden?
Wenn es mich frustriert hätte, hätte ich hingeschmissen und gesagt: Macht euren Dreck alleine. Aber ich bin kein König. Im Übrigen war die Meinungsbildung in anderen Parteien auch nicht leicht.

Sie haben unlängst mit dem Vorschlag für Furore gesorgt, dass auch ein parteiloser Fachmann einer rot-rot-grünen Landesregierung vorstehen könnte. Stehen Sie noch dazu?
Ja. Mir geht es darum, dass die CDU nach einem Vierteljahrhundert nicht mehr die Staatskanzlei besetzt. Das sollte unser Ziel sein. Wenn das mit einem Parteilosen zu verwirklichen ist, warum nicht?

Wie wird die Linke in Sachsen ihren Spitzenkandidaten küren?
Ich kann mir einen Parteitag dazu vorstellen, aber auch eine Mitgliederbefragung.

Und was ist inhaltlich bis zur Landtagswahl 2014 zu erwarten?
Neben unserem sozialen Schwerpunkt wollen wir uns stärker Wirtschaftsfragen widmen. Sachsens Zukunft ist von einem erfolgreichen Mittelstand abhängig.

Das Gespräch führte Thilo Alexe.

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Parteiaufbau auf dem Parteitag diskutieren?

buko12_podium Ich finde es wichtig, dass der Parteitag im Juni sich neben der Verabschiedung des Bundestagswahlprogramms mit dem Parteiaufbau beschäftigt – weil ich glaube, dass letztlich die gesellschaftliche Verankerung, Aktivität und Mobilisierungsfähigkeit unserer Partei entscheidend für unseren Beitrag zur Veränderung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse sind.

In diesem Sinne habe ich den folgenden Antrag (hier als pdf) geschrieben und würde mich über Kritik, Änderungsvorschläge, Ergänzungen und Unterstützung freuen.

DIE LINKE als aktive Mitgliederpartei aufbauen

Unabhängig vom Ergebnis der kommenden Bundestagswahl und der Farbenkonstellation der nächsten Bundesregierung gilt, was wir Erfurter Programm festgestellt haben:

“Sozialer Wandel und politische Veränderung müssen aus der Gesellschaft erwachsen und von vielen Menschen getragen werden. Wir ringen daher um ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Neoliberalismus und Kapitalherrschaft und für eine linke demokratische, soziale, ökologische und friedliche Politik zur solidarischen Umgestaltung der Gesellschaft.”

Um diesen Zielen und Ansprüchen gerecht zu werden, müssen wir unsere eigenen Mitglieder und weitere Menschen mobilisieren können, um gemeinsam in politischen Auseinandersetzungen zu streiten und Erfolge erzielen zu können. Wir brauchen eine in den Stadtteilen, Betrieben und zivilgesellschaftlichen Organisationen verankerte Partei, um gesellschaftlich wirkungsmächtig zu werden. Wir brauchen diese Verankerung auch, um trotz ungünstiger politischer Konjunkturen erfolgreich an Wahlen teilzunehmen. Die jüngsten Wahlniederlagen in NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind nicht ausschließlich, aber auch Ausdruck fehlender sozialer Verankerung.

Nicht zuletzt müssen wir danach streben, mehr und mehr Menschen direkt und ohne Vermittlung über Presse und Fernsehen mit unseren Forderungen und Argumenten zu erreichen, denn wir können von den in Deutschland dominanten Medienkonzernen nicht erwarten, eine grundsätzliche Opposition gegen Kapitalismus und Neoliberalismus zu unterstützen.

Daher bekräftigen wir das Ziel, DIE LINKE als aktive Mitgliederpartei aufzubauen, als einen Ort, an dem sich alle Mitglieder nach ihren Interessen und Möglichkeiten in die politische Arbeit einbringen können. Mit dem Konzept LINKE 2020, der Benennung von Mitgliederbeauftragten in vielen Gliederungen, den Maßnahmen der politischen Bildungsarbeit und vielen weiteren Projekten sind gute Anfänge gemacht, auf die wir aufbauen können, doch die Mühen der Ebene liegen noch weitgehend vor uns.

Aktive Mitgliederpartei vor Ort

DIE LINKE als aktive Mitgliederpartei heißt auf der lokalen Ebene, dass jedes Mitglied aktiv mitreden, mitgestalten und mitarbeiten kann – auch ohne ein Amt zu übernehmen. Regelmäßige Mitgliederversammlungen mit Vorträgen, Wahlen und Antragsverfahren sind wichtige Bestandteile des Parteilebens und Elemente der innerparteilichen Demokratie – aber sie allein erfüllen diesen Anspruch in der Regel nicht.

- Wir rufen daher alle Mitglieder der LINKEN auf, sich nach ihren Interessen und Möglichkeiten in die lokale Parteiarbeit einzubringen, vor Ort eigene Projekte und Basis- bzw. Stadtteilgruppen zu beginnen oder mitzugestalten.
- Wir rufen alle Kreisverbände dazu auf, selbstorganisierte politische Arbeit der Mitglieder zu ermöglichen, zu unterstützen und zu initiieren und dazu unter anderem den Aufbau von Basis- bzw. Stadtteilgruppen voranzutreiben.
- Wir fordern den Parteivorstand dazu auf, den Aktivitäten und Möglichkeiten von Mitgliedern und Parteistrukturen vor Ort in der Planung von Projekten und Kampagnen einen zentralen Ort zu geben.
- Wir bitten die Kommission politische Bildung, Bildungsangebote zur Unterstützung des Aufbaus von Basis- bzw. Stadtteilgruppen zu entwickeln.

Kontinuierliche öffentliche Präsenz

Um dauerhaft als Partei im öffentlichen Leben präsent und ansprechbar zu sein, wollen wir kleinen Zeitungen der Partei und andere regelmäßige Publikationen, deren Zielgruppe nicht nur Parteimitglieder und -sympathisantInnen sind, stärken und ausbauen. Das gleiche gilt für online-Auftritte, soweit diese regelmäßig mit aktuellen Informationen gefüllt werden können. Auch und gerade außerhalb von Wahlkämpfen wollen wir mit Infoständen, Verteilungen und öffentlichen Aktionen in Schwerpunkten präsent sein. Als Schwerpunkte bieten sich dabei vor allem unsere Hochburgen bei Wahlen an.

- Wir rufen alle Mitglieder dazu auf, sich vor Ort an solchen Projekten zu beteiligen und sie zu initiieren.
- Wir rufen die Basis-/Stadtteilgruppen und Kreisverbände dazu auf, die Publikationen und öffentliche Präsenz der Partei in Schwerpunkten auch über die Bundestagswahl hinaus gezielt auszubauen.
- Wir fordern Abgeordnete von der Kommunal- bis zur EU-Ebene dazu auf, die öffentliche Präsenz der Partei und die Erstellung und Verbreitung ihrer Publikationen durch geeignete Kooperationen zu unterstützen.

Politische Bildung ausbauen

Für eine aktive, starke und attraktive Mitgliederpartei stellt politische Bildung kein (in Zeiten knapper Ressourcen verzichtbares) Extra dar, sie ist zentraler Bestandteil der Parteiarbeit zur Stärkung und Bindung der Mitglieder. Politische Bildungsarbeit sollte deshalb auf allen Ebenen ins Parteileben integriert werden und Teil regelmäßiger Treffen und Versammlungen sein. Der Parteitag ruft alle Kreis- und Landesverbände auf, Verantwortliche für die politische Bildungsarbeit zu benennen und die Bildungsarbeit in Kooperation mit den Bildungsstrukturen auszubauen.

Arbeit innerhalb und außerhalb der Parlamente verbinden

In der Theorie sind wir uns einig: “Ein politischer Richtungswechsel lässt sich nicht allein auf parlamentarischer Ebene durchsetzen. Er kann nur gelingen in einem Wechselspiel politischer Auseinandersetzungen im außerparlamentarischen und im parlamentarischen Bereich.” (Erfurter Programm) Wir müssen aber noch daran arbeiten, dieses Wechselspiel in der Praxis produktiv zu gestalte, zu verhindern, dass Energie in parlamentarischer Kleinarbeit verloren geht und der Parteiaufbau auf der Strecke bleibt und dafür zu sorgen, dass in Parlamenten erzielte Ergebnisse auch in die Gesellschaft kommuniziert werden. Dazu muss sich auch die Arbeit und Schwerpunktsetzung der Fraktionen an den Prioritäten der jeweiligen Parteiebenen orientieren.

- Wir fordern die Partei auf allen Ebenen dazu auf, bei der Bearbeitung ihrer Schwerpunkte die Abgeordneten einzubinden und zu unterstützen.
- Wir fordern die Abgeordneten der LINKEN auf allen Ebenen dazu auf, ihre politische Arbeit auf die Stärkung gesellschaftlicher Gegenmacht in Partei und Bewegungen zu orientieren und mit ihren Möglichkeiten zum Parteiaufbau beizutragen.

DIE LINKE als aktive Mitgliederpartei aufzubauen, lässt sich nicht auf nach den Wahlen vertagen – im Gegenteil: Der Wahlkampf ist eine besondere Gelegenheit, Mitglieder zu aktivieren und neue Mitglieder zu gewinnen. Wir werden die Bundestagswahl nutzen, um vor Ort lokale Schwerpunktgebiete festzulegen und dort unsere regelmäßige Präsenz auszubauen sowie um überall Mitglieder zu aktivieren, einzubinden und neue zu gewinnen.


Beschluss des „Kleinen Parteitages“ in Weinböhla zur Verfassungsdebatte:

1. Die gemeinsame Beratung von Landesvorstand, Landesrat, Kreisvorsitzenden und Fraktionsvorstand der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag sieht das im Jahre 2009 mit dem Artikel 109 Abs. 3 in das Grundgesetz aufgenommene „Verbot der Kreditaufnahme zum Haus-haltsausgleich“ (kurz  Schuldenbremse) grundsätzlich als ein untaugliches Mittel an, um Gesell-schaft und Politik im Interesse aller Menschen in Land und Bund zu gestalten.
Dafür:  einstimmig
2.a Die gemeinsame Beratung von Landesvorstand, Landesrat, Kreisvorsitzenden und Frakti-onsvorstand der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag dankt den Verhandlungsführen-den der Fraktion,  Klaus Bartl und Sebastian Scheel, für ihre engagierte und kompetente Ver-handlungstätigkeit.
Mehrheitlich angenommen
2b. Die gemeinsame Beratung von Landesvorstand, Landesrat, Kreisvorsitzenden und Frakti-onsvorstand der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag  nimmt das erzielte Ergebnis der zehnmonatigen Verhandlung zu den anstehenden Verfassungsänderungen zwischen den de-mokratischen Fraktionen im Sächsischen Landtag vom 1. Februar 2013 würdigend zur Kenntnis.
Mehrheitlich angenommen

3. Die gemeinsame Beratung von Landesvorstand, Landesrat, Kreisvorsitzenden und Frakti-onsvorstand der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag empfiehlt den Mitgliedern der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, sich an der weiteren Ausarbeitung eines Geset-zesentwurfes zur Veränderung der Sächsischen Verfassung auf der Grundlage des Verhand-lungsergebnisses vom 1. Februar 2012 nicht mehr zu beteiligen, da erhebliche Bedenken auf der Ebene des Parteivorstandes bzw. anderer Landesverbände[MB1] der LINKEN. und Teilen der sächsischen LINKEN hinsichtlich einer Zustimmung der sächsischen Landtagsfraktion zu einer sogenannten Schuldenbremse artikuliert worden sind, die nicht unberücksichtigt bleiben können.
Dafür: 26, Dagegen: 17, Enthaltungen: 8

4. Die gemeinsame Beratung von Landesvorstand, Landesrat, Kreisvorsitzenden und Frakti-onsvorstand der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag stellt fest, dass es ohne Beteili-gung der verhandelnden Fraktion bzw. deren Verhandlungsführenden grundsätzliche Be-schlussfassungen von Bundesgremien im Zusammenhang und im Umgang des Landesverban-des Sachsen mit den verhandelten Verfassungsänderungen geben hat, noch bevor sich die Landtagsfraktion und Parteigremien in Sachsen mit dem Verhandlungsergebnis beschäftigen konnten Wir halten dies für eine Herangehensweise, die für eine jederzeit erforderliches part-nerschaftliches Zusammenwirken zwischen Bundesebene und Landesverbände der LINKEN. ungeeignet ist.
Dafür: 32    Dagegen: 16    Enthaltungen: 4

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Eröffnungsrede Kleiner Parteitag in Weinböhla am 23. Februar 2013

Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Gäste!

Wenn man Verantwortung übertragen bekommt, muss man sich dieser Verantwortung auch stellen und sie wahrnehmen. Gerade für die Aufgabe, die wir heute als erstes zu lösen haben, ist mir bewusst, welche Bürde ein Amt auch mitbringen kann.

Unser letzter Parteitag in Chemnitz war mit dem schönen Motto

überschrieben: „Fragend schreiten wir voran“.

Wir müssen heute eine ganz wichtige Frage entscheiden:

„Wollen wir jetzt zum Motor für reale Veränderungen werden“?, so wie es  Katja, unsere Bundesvorsitzende am Mittwoch bei der Präsentation des Bundeswahlprogramms gesagt hat. Die Probe aufs Exempel unseres

fragenden Voranschreitens, mit dem zugleich etwas real verändert wird, könnte unsere Mitgestaltung bei der sächsischen Verfassungsdebatte sein.

 

Wir haben es dabei nämlich gleich in doppelter Hinsicht mit einer Situation zu tun, auf die es keine fertigen Antworten in der Schublade gibt. Mit einer Situation, in der man entweder fragend voranschreitet – oder erschrocken davonläuft. Wer aber die Welt verändern will, darf keine Angst vor

Veränderungen haben; deshalb fällt aus meiner Sicht das Weglaufen aus.

 

Erstmals seit 1990 hatten wir Verhandlungen mit vier weiteren Fraktionen zu führen. Regierungen, die aus zwei Parteien bestehen, haben

bekanntlich einen größeren Kommunikationsbedarf als Ein-Parteien-Regierungen, bei drei Partnern ist der Gesprächsbedarf noch komplexer. Hier saßen nun Vertreterinnen und Vertreter von fünf Fraktionen an einem Tisch, die zum Teil bisher ansonsten herzlich wenig miteinander zu tun

hatten. Dies betrifft insbesondere die beiden größten der beteiligten Fraktionen:

 

Zweitens war die Grundlage der Verhandlungen ein, wenn man es

traditionell-konservativ betrachtet, „unsittliches Angebot“: Wenn ihr uns ein Schuldenverbot in der Verfassung besorgt, das ihr ja gar nicht haben wollt, beschimpfen wir euch nicht im Landtagswahlkampf als

unverantwortliche Schuldenmacher.

 

Es gab Genossinnen und Genossen, die aus höchst ehrenwerten Motiven vor einem Jahr gesagt haben: Lasst das sein, verhandelt nicht, das kann nicht gut gehen. Die ganz große Mehrheit in Partei und Fraktion hat sich schließlich für eine andere Herangehensweise entschieden, die man so

zusammenfassen könnte: Wir haben eigentlich keine Chance, aber wir

wollen sie nutzen!

 

Also ging mein Vorgänger im Amt des Fraktionsvorsitzenden, André Hahn, „ohne Vorbedingungen“, wie er es zutreffend formulierte, in die

Verhandlungen.

Die Fraktion hat die Partei gefragt. Die Partei hat Ja gesagt.

Ich habe die Landespartei informiert.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben regelmäßig die Fraktion informiert.

 

Und als Mitte Oktober 2012 unser neuer Bundesvorsitzender Bernd

Riexinger in Dresden zu Besuch war, habe ich auf einer Fraktionssitzung den Zwischenstand der Verhandlungen einschließlich aller sächsischen Spezifika so ausführlich dargelegt, dass das nunmehr vorliegende Ergebnis in Berlin weniger Aufregung auslösen sollte, als in den letzten Wochen

erzeugt wurde.

 

Herausgekommen ist nach einem Jahr ein Dreifaches:

Schwarz-Gelb hat das im Koalitionsvertrag vorgesehene verfassungsmäßig verankerte Schuldenverbot nicht bekommen. Sondern wir haben eine Verständigung auf dem Tisch liegen, mit der die Wirkung der vom Bund

bereits beschlossenen und im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse auf Sachsen entschärft oder wie Peter Porsch diese Woche gesagt hat: gedrosselt würde.

Mit einfacher Mehrheit können bei Bedarf Kredite

aufgenommen werden, wenn die Steuereinnahmen mindestens drei

Prozent unter dem Niveau der letzten vier Jahre bleiben. Damit haben wir den landespolitischen Handlungsspielraum trotz der gegen den Willen der

LINKEN bundesweit geltenden Schuldenbremse deutlich erweitert.

 

 

Herausgekommen ist aber auch etwas, was es bisher in keinem

Bundesland gibt: Der soziale Ausgleich muss neben den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit künftig bei der Aufstellung des

Landeshaushalts berücksichtigt werden. Was das sowohl verfassungsrechtlich als auch politisch bedeutet, wird unser Mitglied in der

Verhandlungskommission Klaus Bartl anschließend in seinem Beitrag zur Einführung in die Diskussion darstellen.

 

Herausgekommen ist zugleich etwas, was sich nicht nur die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker schon lange gewünscht haben:

Nämlich eine verfassungsrechtlich garantierte, umfassende Finanzierung aller den Kommunen übertragenen Aufgaben. Insbesondere hierzu wird sich unser Mitglied in der Verhandlungskommission Sebastian Scheel in seinem Redebeitrag äußern.

 

Die Verfassung ist gerade für LINKE in Sachsen etwas sehr Wichtiges. Schließlich haben wir als Fraktion mehr als ein Dutzend Mal vor dem Sächsischen Verfassungsgericht erfolgreich geklagt und damit Politik der CDU-geführten Staatsregierung korrigiert. Natürlich wissen wir, dass eine Verfassung nur mittelbar gilt, also durch Übersetzung in Gesetze, Behördenhandeln oder eben in einen Rechtsstreit, der zu einem Gerichtsurteil führt, mit dem konkrete Maßstäbe formuliert werden. Das gilt für alle

Verfassungsartikel.

 

Für uns kann dieses Paket von Änderungen der Verfassung nur ein erster Anfang sein.

Daher schlage ich vor, dass wir zusammen mit SPD und GRÜNEN baldigst die Initiative für die nächste Runde der Verfassungsmodernisierung

eröffnen. Dabei sollte ein Mehr an direkter Demokratie, die Erleichterung von Volksbegehren und Volksentscheiden im Mittelpunkt stehen.

Und wir werden die CDU zu diesen Gesprächen einladen. Sollten sie sich einer Demokratisierung der Gesellschaft verweigern, dann werden wir im Rahmen des Landtagswahlkampfes deutlich machen, wer hier auf der

Demokratiebremse steht.

 

Fazit:

 

Unabhängig von der Frage, ob die LINKE Sachsen in der künftigen

Legislatur regiert oder opponiert, sind die Optionen und Möglichkeiten künftiger Handlungsfähigkeit der Fraktion DIE LINKE im Landtag in den

Bereichen Haushalt, sozialer Ausgleich oder Kommunalfinanzen mit einer Verfassungsänderung größer als wenn die Rechtslage so bleibt, wie sie heute ist.

 

Welchen Erfolg die Handlungsmöglichkeiten bringen, kann niemand

verlässlich bewerten. Sicher ist nur: Handlungsoptionen für eine

Landtagsfraktion der LINKEN wird es mit einer Verfassungsänderung

geben, die ohne Verfassungsänderung komplett ausfallen werden.

 

Ich habe vor einem Monat gesagt: Ich werde die politische Verantwortung für das Verhandlungsergebnis übernehmen und für das Ergebnis werben. Entscheiden müssen wir es zusammen.

Ich weiß: Ihr werdet die richtige Entscheidung treffen.

 

Glück auf!

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In sächsische Verfassungsdebatte kommt Bewegung – CDU lernt unter Druck beim Thema Bürger-Beteiligung dazu

Zum Bericht „Sachsen-CDU will Hürde für Volksentscheide senken“ (DNN von heute):

Offenbar kommt neue Bewegung in die sächsische Verfassungsdebatte: Unter dem Druck der öffentlichen Diskussion will die CDU „die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger“ (…) auf allen Ebenen ausbauen“. Genau dies wollen wir im Rahmen der Verhandlungen zwischen den demokratischen Landtagsfraktionen über eine Weiterentwicklung der sächsischen Landesverfassung erreichen. Ich begrüße es, dass in der CDU nicht mehr nur gebetsmühlenartig über das Verbot von Schulden geredet wird, die in Sachsen aufgrund der besonderen Finanzsituation des Freistaates sowieso niemand machen will, sondern endlich über ein Thema, dass die Bevölkerung wirklich interessiert. Allerdings muss die CDU noch vom Allgemeinen zum Konkreten finden, wobei wir ihr gerne behilflich sind. Der laut Medienbericht dem CDU-Landesvorstand vorgelegte Antragsentwurf mit einer Festschreibung des Quorums für Volksentscheid auf zehn Prozent (statt zurzeit real 13 Prozent) wäre zumindest in die richtige Richtung gegangen. Dass die Zahl im Antrag des Landesvorstands zum Parteitag fehlt, zeigt allerdings, dass wir bei den Verhandlungen mit der CDU-Fraktion noch manche harte Nuss zu knacken haben. Ich bleibe jedoch gedämpft optimistisch, dass es uns gemeinsam gelingen wird, im Interesse Sachsens zu Ergebnissen zu kommen. Der Ruf der „sächsischen Demokratie“ ist bekanntlich verbesserungsbedürftig – die Verfassungsdebatte ist ein guter Rahmen, hier für Abhilfe zu sorgen.

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Rede „Kleiner Parteitag“ am 15. September 2012

Liebe Genossinnen und Genossen,

die heutige gemeinsame Beratung des Landesvorstandes, des Landesrates, der Kreisvorsitzenden und des Fraktionsvorstandes, kurz: unser sogenannter „Kleiner Parteitag“ hat wieder mal ein sehr volles Programm. Das kennen wir nun seitdem wir diese Beratung eingeführt haben und das ist eine gute Sache. Auch, wenn wir uns intern ab und an über den Begriff „Kleiner Parteitag“ streiten.

Ich betone das hier gleich am Anfang, um insbesondere unseren Gästen, den beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger, die ich hiermit ganz herzlich begrüßen möchte …. (BEIFALL)…
…. um insbesondere bei Euch nicht den Eindruck entstehen zu lassen, wir hätten eine Sondertagesordnung für euch aufgestellt.

Seit geraumer Zeit arbeiten wir im Landesverband Sachsen an den inhaltlichen Grundlagen für die bald bevorstehenden Landtagswahlen 2014 und damit natürlich auch an unserem Beitrag für die Bundestagswahlen im nächsten Jahr.
Wie Oskar Lafontaine zu Recht bemerkte, sollte die Wahlvorbereitung so ungefähr zwei Jahre vor dem Wahlgang beginnen. Wir liegen da gut im Zeitplan, nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern auch in Bezug auf die Wahlkampfstrukturen und die Methodik.

Heute wird zum Beispiel der Entwurf für die Sucht- und Drogenpolitischen Leitlinien vorgestellt. Ein sehr wichtiges Thema und ebenso ein nicht ganz einfaches Thema für unsere Partei. Sicher ist das kein Problemfeld, mit dem wir großartig um Mehrheiten ringen werden. Trotzdem müssen wir uns damit befassen. Allein nur Themen aufzuwerfen, die aus wahltaktischer Sicht erfolgversprechend sind, scheint mir doch zu beschränkt zu sein. Der Entwurf der Leitlinien ist aus meiner Sicht schon mal ziemlich gut gelungen, was vor allem heißt, dass wir auf sachlich-fachlicher Grundlage sowohl gut gemeinsam diskutieren können, als auch mit den vielen auf diesem Gebiet engagierten Initiativen, Vereinen und, natürlich auch, Behörden und Vertreterinnen des Gesundheitswesens.
Hier wird es wieder mal deutlich, was der Begriff „Kümmererpartei“ meint. Wir entwickeln Politik nicht nur für die sogenannten „Leistungsträger“ der Gesellschaft – ein ohnehin fragwürdiger Begriff – sondern unser Blick gilt der gesamten Gesellschaft. Unsere Sorge gilt vor allem jenen, die an den Rand oder über diesen hinaus gedrängt sind, die unsichtbar gemacht werden, kriminalisiert und tabuisiert.
Und, dass wir das tun, dass wir uns kümmern, macht klar, welche Haltung zur Gesellschaft wir haben.
Ein gutes Leben zu haben ist immer damit verbunden, dass Menschen in Gemeinschaft, im Miteinander, in Solidarität sind.
Unsere Vorstellung von einer gerechten, solidarischen Gesellschaft wird wahrnehmbar in unserer ganz konkreten Arbeit oder gar nicht. Darin besteht im Übrigen der Sinn des Satzes, dass Wahlen nicht in den Wahlkämpfen, sondern dazwischen gewonnen werden.

Wir sollten davon ausgehen, dass die WählerInnen – und insbesondere unsere Wählerinnen – sehr aufmerksam und klug sind und dass sie also wahrnehmen, was wir wie tun.

Man kann darüber natürlich viel spekulieren, aber dankenswerter Weise hat der Parteivorstand eine Befragung unserer potentiellen Wähler in Niedersachsen in Auftrag gegeben, was deren Erwartungshaltung betrifft. Und dabei sind mir vier wichtige Sachen aufgefallen:
Unserem engeren und weiteren Wählerkreis in Niedersachsen ist Menschlichkeit wichtig, Menschlichkeit im Sinne der Zwischenmenschlichkeit, des sozialen Zusammenhalts, der Solidarität.
Es ist ihnen wichtig, dass wir LINKEN Ideale haben, aber nicht so sehr Ideologien verhaftet sind.
Sie wollen, dass wir umsetzbare Alternativen entwickeln, von denen glaubwürdig annehmbar ist, dass ihre Umsetzung klappen könnte und, auch nicht sehr überraschend,
sie erwarten die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, damit wir Ziele im Sinne der Menschen erreichen.
Das sind doch vier spannende Botschaften, die uns unsere möglichen Wählerinnen aus Niedersachsen übermitteln.

Wenn ich mir die Aussagen aus Niedersachsen anschaue, komme ich zu der Feststellung, dass mir das bekannt vorkommt. Nämlich ganz einfach von HIER! Die Menschen, die sich vorstellen können, uns zu wählen, unterscheiden sich offensichtlich gar nicht so sehr zwischen Ost und West.
Was sich unterscheidet, sind die Umstände unter denen sie leben.

Ich hoffe nicht, dass es abgedroschen klingt, wenn ich daran erinnere, dass es das gesellschaftliche Sein ist, welches das Bewusstsein bestimmt. Und so altbekannt dieser Satz ist, so sehr hilft er uns doch, in unserer Politikentwicklung nicht fahrlässig und oberflächlich zu werden. Deshalb möchte ich genau an dieser Stelle Sahra Wagenknecht widersprechen, die sich am Montag damit zitieren lässt, das Ost-West-Thema sei überholt!

Solange dieses Land durch einen sozial-ökonomischen Graben getrennt ist, solange Biographien durch die Herkunft und die Sozialisation im Osten nicht die gleiche Chance haben, solange wird eine linke Partei diese Ungerechtigkeit thematisieren müssen!

Unsere Erfolge sind nicht das Ergebnis unserer kühnen Strategien, tollen Konzepte und was weiß ich noch. Sie sind vielmehr das Resultat dessen, dass wir auf eine gesellschaftspolitische Lage reagierend auf ganz verschiedene praktische Weise unsere politischen Angebote entwickelt haben.
„Kümmererpartei“ zu sein, war nie das Ergebnis eines Masterplans oder einer besonders klug ausgeheckten Strategie. Eine linke, eine demokratisch-sozialistische Partei wird nur erfolgreich sein können, wenn sie tief in der Gesellschaft verwurzelt ist. Diese Verwurzelung ist niemals endgültig erreicht.

Unsere Probleme in Sachsen, im ganzen Osten, kennen wir zur Genüge, jeder hier im Raum weiß, was ich meine. Wir versuchen, darauf zu reagieren, ob es uns gelingt, wird nur die Praxis zeigen.

Wenn wir also nun mit dem „Dialog für Sachsen“ nach dem Oktoberparteitag in die erste öffentliche Diskussionsphase treten, dann ist dies nicht nur eine Reaktion auf veränderte Anforderungen der Gesellschaft, sondern auch eine Reaktion auf veränderte Möglichkeiten, die wir als Partei haben.

Und an dieser Stelle möchte ich auch der Dresdner Stadtratsfraktion Dank sagen, die das kreativ übersetzt hat und in einen Dialog für Dresden eintritt oder die Oberbürgermeisterkandidatin in Leipzig, die sich mit einer Postkarte an die Leipzigerinnen und Leipziger wendet, mit der Bitte sich zu ihren Vorstellungen für eine soziales Leipzig zu äußeren.
Aber es ist eben ein wesentlicher Unterschied, ob wir in fast jedem Ort in allen möglichen Vereinen und Initiativen vertreten und aktiv sind, wie dies Anfang der neunziger Jahre noch möglich war. Nun gibt es einige, die dann sagen: na, da müssen wir eben jetzt eine Massenpartei werden. Das ist dann meist mit einer Kritik verbunden, dass insbesondere wir im Osten zu wenig revolutionär sein, zu angepasst und eigentlich irgendwie Teil des Systems- Ganz ehrlich: von diesen Möchtegern-Massenparteien, die sehr grundsätzlich, sehr revolutionär und gar nicht angepasst sind, gibt es viele. Das einzige, was dabei den Begriff „Massenpartei“ rechtfertigt, ist die große Masse dieser häufig doch sehr kleinen Gruppen. So schön die Vorstellung von einer Massenpartei sein mag, wir müssen konstatieren, dass derzeit die Bedingungen dafür nicht gegeben sind.

Liebe Genossinnen und Genossen,
mit meinen politischen Erfahrungen, beginnend in der SED, vor allem aber in der Wendezeit, mit meiner Arbeit als Stad- und Kreisrat, als Bürgermeisterkandidat in Aue, mit fast 50 % nur knapp gescheitert, als Wahlkreismitarbeiter, als Landesgeschäftsführer, als Landtagsabgeordneter und nun auch als Landes- und Fraktionsvorsitzender werbe ich für eine Politik, in ihren Inhalten und Methoden, die sich bewusst auf die Mühen der Ebene bezieht.
Dazu brauchen wir einen sehr langen Atem, um unseren Zielen zu entsprechen.
Die vor uns liegenden 23 Monate werden heiße Wahlkampfmonate. Bundestagswahlen, Kommunalwahlen, Europawahlen, Landtagswahlen und einige Ober- und Bürgermeisterwahlen liegen vor uns. Wir werden viel Kraft dafür brauchen. Bleiben wir uns treu und damit auch grundsätzlich den Wegen, auf denen wir doch einige dauerhafte Erfolge für unsere Partei und für die Menschen im Land erzielt haben, dann braucht uns nicht bange sein.
Lasst uns gemeinsam die Mütter und Väter des Erfolgs sein!
Ich denke, wir sind uns darüber einig das Land und seine Menschen brauchen mehr Gerechtigkeit und Solidarität. Dieses Land braucht eine Partei wie DIE LINKE!

Glück auf!

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Böth und Sagel

Die Linken an Rhein und Ruhr haben einen neuen Vorstand: Ein Parteitag in Münster wählte am Samstag Gunhilt Böth und Rüdiger Sagel an die Spitze der Landeslinken. Böth setzte sich mit 68,6 Prozent gegen Karina Ossendorff (27,7 Prozent) durch; Sagel bekam mehr Stimmen (52,7 Prozent) als drei andere Kandidaten und konnte sich knapp gegen Michael Aggelidis (44,1 Prozent) behaupten. Zuvor hatten die Delegierten mit großer Mehrheit einem Leitantrag zugestimmt. (vk)

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Chance für einen neuen Aufbruch – DIE LINKE nach dem Göttinger Parteitag

05. Juni 2012  Allgemein, DIE LINKE, Parteitag

Bundesparteitag Göttingen 2012Das hat es so bei der LINKEN noch nicht gegeben: Die Delegierten des Bundesparteitags hatten tatsächlich eine Wahl. Und sie entschieden, dass Katja Kipping und Bernd Riexinger die neuen Vorsitzenden sind, die DIE LINKE in die Bundestagswahl 2013 führen werden. Wochenlang stritt die Partei, wer die Führung übernehmen sollte. Regionalkonferenzen sollten den Delegierten und der Basis die Entscheidung erleichtern. Doch Klarheit herrschte bis kurz vor Eröffnung des ersten Wahlgangs nicht einmal über die Frage, wer alles kandidiert.

Viele Delegierte ließen in Redebeiträgen und auf den Fluren und Gängen klar, dass sie vor allem eines möchten: dass der Streit um Personal und Deutungshoheiten endlich ein Ende hat und die LINKE wieder anfängt Politik zu machen. Immer wieder kam die Forderung auf, dass DIE LINKE wieder zur „Kümmererpartei“ werden müssen. Entsprechend wählten die Delegierten einen Vorstand, der das Potential hat, einen Neuanfang zu wagen, Gräben zu überbrücken und sich um die dringlichsten Herausforderungen zu kümmern: Die Auswirkungen der sich auch in Deutschland zuspitzenden Euro-Krise, die wachsende soziale Ausgrenzung von immer mehr mehr Menschen, einen existenzsichernden Mindestlohn, die Aushöhlung von Demokratie durch die Schuldenbremse und vieles mehr.

Bundesparteitag 2012Neben der neuen Vorsitzenden Katja Kipping sind mit Caren Lay und Axel Troost zwei stellvertretende Vorsitzende der LINKEN aus dem Landesverband Sachsen. Und mit der Oberbürgermeisterin von Borna, Simone Luedtke, der Chemnitzer DGB-Regionalchefin Sabine Zimmermann, der Landtagsabgeordneten Julia Bonk und der Frauenbeauftragten der sächsischen LINKEN Claudia Jobst ist Sachsen insbesondere auch durch starke Frauen im Parteivorstand vertreten. Alle Ergebnisse findet man hier.

Artikel Freie Presse

 

Bernd Riexinger ist der neue Vorsitzende

Bernd Riexinger

Bernd Riexinger

Wahlgang 2: 557 abgegebene Stimmen, 555 gültige Stimmen, 4 Enthaltungen
Bartsch, Dietmar: 251 Stimmen (45,23 Prozent)
Horn, Bernd: 2 Stimmen (0,36 Prozent)
Klein, Werner: 0 Stimmen (0 Prozent)
Riexinger, Bernd: 297 Stimmen (53,5 Prozent)
Stange, Jürgen: 1 Stimmen (0,18 Prozent)

Gewählt: Bernd Riexinger


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