Anti-Atom-Bewegung

BI Umweltschutz: Einladung zur Atommüllkonferenz am 2.2.13 in Kassel

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 31.01.13

Atommüllkonferenz

bi umweltschutz castorAuf Einladung der Bürgerinitiativen der gescheiterten und möglichen “Endlagerstandorte” Morsleben, Asse II, Schacht Konrad und Gorleben wird am kommenden Samstag in Kassel eine Atommüllkonferenz stattfinden. Über 25 Bürgerinitiativen und Umweltgruppen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Die Atommülldebatte wollen sie nicht länger den Parteien überlassen.

Im Zentrum der Konferenz, an der die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) mitwirkt, stehen außerdem zentrale Facetten des Atommülldilemmas:

Wann sollten die stillgelegten Reaktoren sinnvollerweise endgültig abgerissen werden und was soll mit den Abrissabfällen geschehen? Welche Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung haben die Asse-Gegner sammeln können?

“Die Parteien ignorieren komplizierte Sachverhalte und suchen schnelle Lösungen, auf Kosten von Sicherheit und unter Umgehung von Bürgerbeteiligung. Nun sind wir an der Reihe”, betonen die BI-Sprecher Lennart Müller und Wolfgang Ehmke. Die Erfahrungen im Umgang mit den havarierten Atommüllendlagern Asse II und Morsleben sind für die AG Schacht Konrad und die Gorleben-Gegner von zentraler Bedeutung, denn sie sind aus Sicht der Umweltinitiativen symptomatisch für den Umgang mit dem Atommüll und die Verwobenheit staatlicher Institutionen und Einzelpersönlichkeiten in alle Atommüllprojekte.

Als Gastredner konnte die BI Lüchow-Dannenberg den Schweizer Geologen und Nuklearexperten Marcos Buser gewinnen. Buser wird das Scheitern des dortigen Suchverfahrens und des Beteiligungsprozesses analysieren, das er selbst mit auf den Weg gebracht hatte und das auch in Deutschland lange Zeit als beispielhaft galt.

Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

Informationen finden Interessierte unter www.atommuellkonferenz.de

und über das Lüchower BI-Büro (Tel. 05841 46 84)

NaturFreunde: Die Bundesregierung betreibt Energiepolitik nur noch als Machtfrage

 

Berlin, 30. Januar 2013 – Die von Bundesumweltminister Altmaier vorgestellte „Strompreis-Bremse“ kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

 

naturfreunde haende geschnittenDie Energiewende ist eine der Schlüsselfragen für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie benötigt ein langfristiges Konzept, das einen grundlegenden Umbau in Richtung Energieeffizienz und erneuerbare Energieversorgung vorantreiben kann.

 

Doch diese Regierung hat immer noch keine durchdachte Energiepolitik. Der Wirtschaftsminister wie auch der Umweltminister reduzieren die Energiepolitik auf permanente Kürzungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), auf Strom und auf punktuelle Änderungen der Infrastruktur. Abhängig von der parteipolitischen Interessenlage machen entweder Umweltminister Altmaier (CDU) oder Wirtschaftsminister Rösler (FDP) Vorschläge, um kurzfristig in der Öffentlichkeit zu punkten. Das permanente Herumkurieren am EEG und die ständigen Versprechungen, Preissteigerungen zu verhindern, sind auf Sand gebaut.

 

Die Herausforderungen der Energiewende sind:

> Der Energieverbrauch muss drastisch reduziert werden. Hier passiert fast nichts.

> Die Energieinfrastrukturen müssen dezentral und möglichst verbrauchsnah umgebaut werden. Einsparpotenziale können nur dann mobilisiert werden, wenn sie verbrauchsnah sind. Auch hier passiert nichts.

> Wo immer möglich, müssen Kraft-, Wärme- und Mobilitätsenergie zusammengeführt werden – wie zum Beispiel in der Kraft-Wärme-Kopplung oder im Umbau der Mobilität. Auch hier passiert faktisch nichts.

> Der Umbau in Richtung einer solaren Zukunft muss in allen Bereichen berechenbarer werden. Doch die Bundesregierung hat sich faktisch einseitig auf die Seite der großen Verbundunternehmen gestellt und schafft immer nur neue Ausnahmeregelungen.

 

Für den nötigen Umbau muss man auch Geld in die Hand zu nehmen und die Lasten fair verteilen. Nur so wird die mittelfristige Energiezukunft kostengünstiger als die Fortsetzung der heutigen verschwenderischen und umweltzerstörenden Energieversorgung.

NRW-Landeskonferenz der Anti-Atom-Bewegung: „Atomausstieg auch in NRW umsetzen“

28.01.2013

von NRW-Landeskonferenz der Anti-Atom-Bewegung

9. März: Großdemonstration in Gronau

Fukushima 2013 antiatom antiakw„Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima muss der Atomausstieg in NRW endlich umgesetzt werden. Stattdessen werden die Atomanlagen in Gronau (Urananreicherung) und Duisburg
(Atommüllkonditionierung) sogar noch ausgebaut und sollen zeitlich unbegrenzt weiterlaufen. Zugleich sind die massiven Atommüllprobleme an den Atomstandorten Gronau, Ahaus, Hamm, Würgassen, Duisburg und Jülich weiterhin völlig ungelöst.

Deshalb rufen die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW zum zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima am 9. März zu einer überregionalen Demonstration vor der Urananreicherungsanlage Gronau auf. Wir fordern von der Bundes- und der Landesregierung die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen, ein Ende der Forschung an neuen Reaktorlinien sowie den Stopp der Atomtransporte quer durchs Land. Die Landesregierung muss endlich der Bundesregierung und der Atomindustrie Dampf machen,“ erklärten die VertreterInnen zahlreicher Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet, dem Münsterland, Ostwestfalen und Osnabrück auf einer Landeskonferenz der Anti-Atom-Bewegung in Münster.

Mittlerweile rufen rund 70 Initiativen und Verbände zu der Demonstration in Gronau auf. Die Demonstration findet im Rahmen bundesweiter Proteste zum Fukushima-Jahrestag statt. Die Landeskonferenz unterstützt ausdrücklich die parallel stattfindenden Demonstrationen vor den benachbarten Atomkraftwerken Grohnde
(Niedersachsen) sowie am 10. 3. in Tihange (Belgien).

Atomarer Sorgenbericht für NRW

Zugleich planen die Anti-Atomkraft-Initiativen die Erstellung eines atomaren Sorgenberichts für NRW und die angrenzenden Regionen. „In unserer Region befindet sich von der Atomforschung (Jülich/Aachen), der Urananreicherung (Gronau) und der Brennelementefertigung (Lingen) über den Betrieb der AKW Grohnde, Lingen und Tihange bis zur Atommüllkonditionierung (Duisburg) und der sog. „Zwischen“-Lagerung in Ahaus und Gronau die gesamte Palette der Atomwirtschaft, die auch international große Bedeutung hat. Und es ist kein Ende in Sicht – der Atomausstieg scheint an NRW und den angrenzenden Regionen komplett vorbeizugehen. NRW ist keine atomfreie Insel der Glückseligen, deshalb gehen wir weiterhin auf die Straße, bis der Atomausstieg in allen Facetten endlich umgesetzt ist,“ so die Landeskonferenz in ihrer Abschlusserklärung.

Ebenfalls geplant sind Gedenk- und Infoveranstaltungen zum Tschernobyl-Jahrestag im April sowie ein Anti-Atom-Camp im Münsterland.

Bereits im Februar wird es eine Infotour mit Veranstaltungen im Vorfeld der Gronau-Demonstration geben.

Weitere Infos: www.bbu-online.de, www.westcastor.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.fukushima-jahrestag.de

Anti-Atom-Landeskonferenz NRW – Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen – Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich – Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Duisburg – Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau – SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster – Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

http://www.anti-atom-aktuell.de/diverses/20130127_laka

 

BI Umweltschutz: Endlagersuchgesetz – BI fordert ein Parteien unabhängiges Verfahren

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung  29.01.13
Endlagersuchgesetz
BI fordert ein Parteien unabhängiges Verfahren

bi umweltschutz castorGeht es um die Verabschiedung eines Endlagersuchgesetzes, dann haben es die Bundesregierung und die Grünen in Baden-Württemberg auffällig eilig, deren Umweltminister Franz Untersteller und sein grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann brüskieren gar ihre Parteifreunde in Niedersachsen, die gerade an einem Koalitionsvertrag mit der SPD feilen. Bundesminister Peter Altmaier (CDU) ist der lachende Dritte, denn weder er noch die Kanzlerin haben einen Hehl daraus gemacht, dass sie an Gorleben festhalten wollen, kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) das gegenwärtige Schwarze-Peter-Spiel.

Neu an dem Entwurf ist der Vorschlag eines pluralistisch zusammengesetzten Begleitgremiums, das den Suchprozess eben nur “begleitet”. Ein Parteien unabhängiges Gremium müsse den Prozess der Endlagersuche aber kontrollieren, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die BI pocht deshalb weiterhin auf ein Parteien unabhängiges Verfahren und das Vorrecht eines solchen Gremiums bei der Standortsuche, Standorte frei von Parteieninteressen zu benennen und die Vorschläge eines Bundesinstituts zurück zu weisen.

Am Ende stehe nach dem vorliegenden Entwurf aber immer noch eine Abstimmung im Bundestag, die sogenannte Legalplanung. “Es fehlt weiter, und das wohl bewusst, das Klagerecht der interessierten Öffentlichkeit, in einem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren und somit eine gehörige Portion Rechtssicherheit für die Bürger”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Das werde Menschen in den Regionen, die künftig für eine Standortsuche ausgewählt werden, noch in die Verbitterung treiben.

“Kommt es am Ende im Bundestag für die Abgeordneten zu einer Abstimmung zwischen einem Standort in Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen, dann summieren sich der reale Ausbau Gorlebens, die Daten der vorläufigen Sicherheitsanalyse, die laut Gesetzentwurf gesichert werden sollen, zu dem gewollten Standortvorteil Gorlebens. Wenn zudem noch ein Salzlabor in Gorleben betrieben wird, dann kann man sich das aufwändige Verfahren auch schenken und offen zugeben, dass es bei Gorleben bleibt.”

BI Umweltschutz: Geschäftsfeld Atommüll

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  25.01.2013

bi umweltschutz castorÜber 80 Atomkraftwerke in Europa werden in den kommenden 10 Jahren stillgelegt. Die Frage, ob und wie diese rückgebaut werden und wie Kosten für den Rückbau und die Lagerung des Mülls reduziert werden können, steht auf der Agenda eines internationalen Kongresses, der am 28. und 29. Januar in München stattfinden wird.

Auf mehrere Hundert Milliarden Euro beliefen sich die Rückbaukosten, für Großbritannien seien allein 53,7 Mrd. Euro und für Deutschland 32,5 Mrd. Euro veranschlagt. Auf dem “International Nuclear Decommissioning Summit” soll über dieses Geschäftsfeld debattiert werden. Deutsches Vorzeigeprojekt ist der Rückbau der Reaktoren in Lubmin/Greifswald durch die Energiewerke Nord (EWN), finanziert durch staatliche Gelder. “Das lukrative Geschäft lockt Firmen wie Rosatom und die britische Nuklearfirma Arvia als Hauptsponsoren”, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI), ausgeschlossen ist die interessierte Öffentlichkeit durch einen simplen Trick: Die Teilnahmekosten liegen bei 3.199 Euro.

Die BI sieht den Kongress auch im Kontext des Streits um mögliche Atommüllexporte bzw. –importe. Am 19. Juli 2011 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie 2011/70/EURATOM über einen Gemeinschaftsrahmen “für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle (Richtlinie
2011/70/EURATOM) verabschiedet. Die Richtlinie 2011/70/EURATOM ist von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union spätestens bis zum 23. August 2013 umzusetzen. Ein erster Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums hatte Anfang des Jahres Wirbel ausgelöst, weil sowohl Importe als auch Exporte erlaubt werden sollten.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: “Wir werden Peter Altmaier genau auf die Finger sehen, wenn er das Atomgesetz an die EU-Richtlinie anpassen wird. Wer es preiswerter haben will und sich trotzdem fundiert über die Dimensionen dieses Geschäfts und die ungelösten Probleme informieren möchte, sollte sich deshalb auf den Weg nach Kassel machen, wo am 2. Februar die Anti-Atom-Initiativen eine Bilanz ziehen. Die Kosten betragen 25 Euro.”

NaturFreunde fordern Ende des AKW-Ausbaus in Kudankulam (Indien)

Indien ist auf atompolitischem Irrweg

 

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 24. Januar 2013 – Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung seit vielen Jahren gegen den Bau der Atomreaktoren im indischen Kudankulam kämpft, will die Regierung ihr Atomprogramm durchsetzen. Den geplanten Vertragsabschluss zwischen der russischen und der indischen Regierung zum Bau zweier weiterer russischer Reaktorblöcke in Kudankulam kritisieren die NaturFreunde Deutschlands aufs Schärfste.

 

“Die indische Regierung lässt den Widerstand der Bevölkerung mit brutaler Polizeigewalt niederschlagen und verurteilt Anti-Atom-Aktivisten zu hohen Strafen”, missbilligt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, das Vorgehen. “Dieser atompolitische Irrweg ist nicht zu verantworten.”

 

Durch das russische Atomunternehmen Atomstroyexport wurden in Kudankulam zwei Reaktorblöcke vom Typ WWER-1000 mit einer Gesamtleistung von 2000 MW gebaut. Dieser Bau ist Teil eines Kooperationspaktes, der zwischen Russland und Indien im Jahr 2010 abgeschlossen wurde. In diesem Pakt wurde vereinbart, dass durch Russland sechs Reaktoren in Kudankulam im Bundesstaat Tamil Nadu und weitere sechs in Haripur im Bundesstaat Westbengalen gebaut werden sollen. Der Bau aller Atomreaktoren wird von Russland vorfinanziert und über langfristige Kreditverträge, für die die indische Regierung Garantien übernimmt, finanziell abgesichert.

 

Breiter Widerstand der betroffenen Bevölkerung

Gegen das bestehende Atomkraftwerk in Kudankulam gibt es seit vielen Jahren einen breiten Widerstand der betroffenen Bevölkerung in der Region. Nur mit massiver Polizeigewalt konnte die indische Regierung den Bau des AKW in den letzten Jahren durchdrücken. Anti-Atom-Aktivisten wurden durch die indischen Behörden verfolgt und kriminalisiert. Die NaturFreunde Deutschlands sprechen den Aktivistinnen und Aktivisten in Kudankulam ihre Solidarität aus und fordern die indische Regierung auf, die Repressionen gegen die Bevölkerung sofort zu beenden. “Auch in Indien können AKW-Neubauten nur gegen den Widerstand der eigenen Bevölkerung durchgesetzt werden. Diese Technik hat ausgedient”, erklärt Uwe Hiksch.

 

Nach Angaben der indischen Regierung sollen die ersten beiden Reaktorblöcke des vom russischen Atomkonzern Rosatom geplanten AKW Kudankulam im Jahr 2013 in Betrieb gehen. Für die nächsten beiden Reaktoren haben sich die russische und die indische Regierung weitestgehend auf die Konditionen geeinigt, so dass ein baldiger Vertragsabschluss erwartet wird. Zur Zeit gibt es zwischen beiden Regierungen noch Diskussionen, ob das indische Haftungsgesetz für Atomanlagen für diesen Bau gelten soll. Es gibt vor, dass bei Atomunfällen, die auf Fehler der Atomkraftwerksbauer zurückzuführen sind, eine Haftungssumme von bis zu 300 Millionen Dollar fällig wird. Russland fordert von Indien einen Verzicht auf die eigenen gesetzlichen Grundlagen.

 

Strategische Partnerschaft zwischen Russland und Indien

Bei Wladimir Putins Besuch in Indien im Dezember wurde bekannt gegeben, dass Indien und Russland eine Kreditvereinbarung unterzeichnet haben, die den Bau von zwei weiteren Atomreaktoren durch Rosatom absichern soll. Die russische Regierung setze ihre Gasmilliarden dafür ein, Rosatom zu einem strategischen internationalen Bauunternehmen von Atomkraftwerken weiterzuentwickeln, meint Uwe Hiksch von den NaturFreunden. Dabei liefere Russland – wie im Fall des geplanten AKW in der Türkei – immer auch die notwendigen Investitionsmittel für die betroffenen Länder mit und schaffe dadurch langfristige Abhängigkeiten dieser Länder von den russischen Kreditgebern.

 

Russland versuche, durch den Bau von Atomkraftwerken eine strategische Partnerschaft mit Indien voranzutreiben, so Hiksch weiter. Diese Partnerschaft werde verstärkt durch die Verhandlungen zum Verkauf von 42 Kampfflugzeugen vom Typ Suchoi Su-30 und mehr als 50 Helikoptern des Typs Mi-17W-5 an Indien für etwa acht Milliarden US-Dollar.

 

Im Rahmen ihrer internationalen Arbeit gegen die Atomenergie werden sich die NaturFreunde für eine Unterstützung des Widerstandes in Indien und gegen die Aufrüstungsbemühungen der großen Waffenschmieden aus Russland, den USA, aber auch der Europäischen Union engagieren.

Grohnde abschalten: AKW-Grohnde: Akuter Handlungsbedarf für die neue Landesregierung

Presseerklärung / 16-01-2013 / Hannover:

AKW-Grohnde:

Akuter Handlungsbedarf für die neue Landesregierung

 

- AKW-GegnerInnen legen Schachstellenanalyse und ToDo-Liste vor -

anti atom sonne

Eine Schwachstellenanalyse zum niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde, die AKW-GegnerInnen heute in Hannover vorgelegt haben, stellt akuten Handlungsbedarf für die niedersächsische Atomaufsicht fest und legt eine ToDo-Liste vor.

Das Land muss handeln

„Nach der bundespolitischen Festlegung vom Sommer 2011, dass in Deutschland trotz Fukushima 9 Atomkraftwerke weiter betrieben werden dürfen, ist es nun an der Atomaufsicht der Länder, die Sicherheit der einzelnen Anlagen zu überprüfen oderdiese stillzulegen“, stellt Peter Dickel (Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD) fest. „Angesichts der bekannte Gefahren, etwa des schon beim Einbau vor 30 Jahren nicht mehr zulässigen Stahls, sind eine Leistungserhöhung des Reaktors oder der Einsatz von Plutonium-MOX-Brennelementen völlig indiskutabel. Natürlich sind wir der Meinung, dass das AKW-Grohnde sofort stillgelegt werden müßte.

Die Frage hier ist aber: Was kann eine Landesregierung, die die Sicherheit der Bevölkerung an erste Stelle setzt mit ihren Mitteln tun und was muss sie angesichts der konkreten Anlage in Grohnde tun.”

Im Auftrage der AKW-GegnerInnen hat die Physikerin Oda Becker die Schwachstellen des AKW Grohnde untersucht und dazu insbesondere die anlagenbezogenen Ergebnisse der Stress-Tests nach Fukushima angesehen. Ergebnis: Das AKW Grohnde wäre schon seit 1994 nicht mehr genehmigungsfähig und weist mit 231 die höchste Anzahl der meldepflichtigen Ereignisse aller deutschen AKWs auf. Anforderungen, die der Bund seit 2010 in einer Nachrüstliste zusammengestellt hat, sind nicht erfüllt.

1. Schritt: Bewertete Sachstandsanalyse binnen 4 Monaten

„Als erster Schritt“ regt Frau Becker an, „sollte die Aufsichtsbehörde vom Betreiber verlangen, innerhalb von vier Monaten in einer Sachstandsanalyse die geforderten Maßnahmen mit Angaben von Umsetzungsfristen und wirtschaftlicher Betrachtung darzustellen. Die Überprüfung dieses „Sachstandberichts“ unter Hinzuziehung unabhängiger Berater durch die Behörde sollte im gleichen Zeitraum durchgeführt werden. Die Entscheidungen der Behörde hinsichtlich der vom Betreiber vorgeschlagenen

Maßnahmen sollte, insbesondere angesichts der vorhandenen Risiken, der Bevölkerung transparent gemacht werden.“

Öffentliche Auseinandersetzung geht weiter

Mit einer Aktions- und Menschenkette zum 2. Fukushima-Jahrestag wollen die AKW-GegnerInnen am 9. März ein angenommenes Evakuierungsgebiet um den Reaktor markieren.

Die ganze Studie und die To-Do-Liste des neuen Umweltministers unter:

http://www.grohnde-kampagne.de/presse.htm#2013-01-16

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager: Historischer Rückgang der Atomkraft

Medienmeldung v. 17.1.2013

 

 

 

Internationale Atomenergieagentur (IAEA)

verändert rückwirkend die 2012 Statistik

Historischer Rückgang der Atomkraft

anti atom sonneMit einer beispiellosen und rückwirkenden Korrektur der Statistik für 2012 hat am 15. Januar 2013 die IAEA 47 japanische Atomreaktoren in den Status Langzeitstillstand („LONG-TERM SHUTDOWN“) versetzt. Statt 437 weist die IAEA jetzt 390 laufende Atomreaktoren aus. Damit ist nun die Zahl der weltweiten AKW so niedrig wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. www.iaea.org/pris/

 

Reaktoren, die von der Internationalen Atomenergieagentur aus der Kategorie „IN OPERATIONS“ in die Kategorie „IN LONG-TERM SHUTDOWN“ umgestuft wurden, sind manchmal nach Jahrzehnten wieder in Betrieb genommen und manchmal nach vielen Jahren rückwirkend in „Permanent shutdowns“, also dauerhafte Abschaltung eingeordnet worden.

Noch ist es unentschieden, ob das große Industrieland Japan, das sich aus Fotovoltaik, Geothermie, Wasser- und Windkraft zu 100 Prozent mit EE-Strom versorgen kann, wieder auf den Atomweg zurückkehrt oder seine natürlichen Ressourcen und seine Technik für eine zukunftsfähige Stromwirtschaft nutzt.

 

China hat für 2012 vier neue AKW-Baustellen nachgemeldet

 

Zusätzlich wurden bei der IAEA für 2012 noch vier neue Baustellen von Atomreaktoren mit zusammen 3,1 GW in China nachgemeldet. Damit ist offenbar die „Nach-Fukushima-Denkpause“ in dem sich kommunistisch nennenden Land beendet. Allerdings waren im Jahr 2010 sogar zehn AKW-Baustellen begonnen worden. Im Fukushimajahr 2011 wurde dann kein neuer AKW-Bau begonnen. Anscheinend hat die Atomfraktion in China wieder das Sagen. Zugleich boomen in China die Erneuerbaren Energien. Vor wenigen Tagen meldete die Nationale Energiebehörde NEA (National Energy Administration) das Land wolle im Jahr 2013 neue Wasserkraftanlagen mit 21 Gigawatt, neue Windkraftanlagen mit 18 Gigawatt und Solarstromanlagen mit 10 Gigawatt bauen. Zugleich baut das stromhungrige China viele neue klimaschädliche Kohlekraftwerke.

 

 

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de

www.facebook.com/pages/FORUM-gemeinsam-gegen-das-Zwischenlager-eV/152276034836072
 

9. März 2013 in Günzburg

Demonstration

Abschalten vor dem GAU!

 

Gruppen beteiligen sich in Südniedersachsen an Anti-Atom Aktions- und Menschenkette

Wie sähe eine Atomkatastrophe in Südniedersachsen aus?

Gruppen beteiligen sich in Südniedersachsen an Anti-Atom-Aktions- und Menschenkette

anti atom sonneGöttingen. Northeim.Uslar. Welche Auswirkungen hätte ein Atomunfall im AKW Grohnde bei Hameln auf Südniedersachsen? Das wollen Atomkraftgegner zusammen mit vielen Menschen aus Vereinen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften und Einzelpersonen am 9. März anlässlich des 2. Fukushima-Jahrestages demonstrieren. Nach den ersten erfolgreichen Treffen in Göttingen und Northeim nimmt die Aktion nun langsam Gestalt an: Die Naturfreunde bieten zum Beispiel am Busbahnhof Uslar Linsensuppe für Atomflüchtlinge an, in Göttingen soll eine Menschenkette die für Katastrophenschutz verantwortliche Stellen miteinander verbinden: Von der Polizeidirektion Göttingen zum Landkreis und der Stadt Göttingen auf dem Hiroshimaplatz. Gegenüber dem Carrè in der Weender Str. werden von der Göttinger Anti-Atom-Initiative Jodtabletten ausgegeben, aber wie auch im Katastrophenfall nur für Kinder bis 18 Jahren und Schwangere. Entsprechende Nachweise sind mitzubringen. Auch sollte vorher getestet werden, ob eine Jodallergie vorliegt. Auch auf dem Northeim Wochenmarkt und in Echte sind Jodtabletten erhältlich. In Echte auf dem REWE-Parkplatz wollen die Grünen ein ganzes Auffanglager mit Zelt & Filme aufbauen und Getränke ausgeben. In Nörten-Hardenberg trifft sich am 9. März um 11.55 Uhr auf dem Rathausparkplatz ein Flüchtlingstreck mit Pferden, um auch die Tiere vor den radioaktiven Strahlen zu retten.
Streckenbefahrung am Wahlsontag
Am Sonntag den 20. Januar werden die Organisatoren nicht nur wählen gehen, sondern auch eine Streckenbefahrung machen. Treffen ist jeweils in Bad Gandersheim um 11 Uhr am Bahnhof, 11.30 in Kalefeld am Sportplatz/Birkenweg, in Northeim um 12 Uhr am Bahnhof, um 13 Uhr in Nörthen-Hardenberg. Auf Einladung des Göttingen Anti-Atom-Plenums werden sich die Aktivisten in Göttingen um 14 Uhr bei einem Kennlern-Brunch im Jugendzentrum Innenstadt stärken, bevor sie dann über Hardegsen abschließend um 16 Uhr in Uslar im Cafe im Forstgarten einkehren.
Weitere Info-Treffen geplant
Weitere Interessierte können sich bei Infotreffen in Göttingen am Montag 28.1, 19 Uhr bei DGB im 5.Stock, Weender Landstr. 6, in Northeim am 4. Februar um 19.30 Uhr im Clubraum des Hotel Schere und in Uslar am 14. Februar ab 19 Uhr im Naturfreundehaus Rotenberghütte, Naturfreundeweg über die Aktionsidee informieren.

Alle aktuellen Informationen finden sich auch unter www.grohnde-kampagne.de

 

Foto: Aktionskoordinator Thomas Erbe (Mitte) zeigt beim Infotreffen in Northeim mit google-maps die geplante Aktionsstrecke

http://www.grohnde-kampagne.de/2013-01-14%20Northeim.jpg

Atomausstieg selber machen: Atomstrom teurer als Ökostrom

Pressemitteilung vom 15. Januar 2013

Umwelt- und Verbraucherschützer rufen zum Stromwechsel auf

atomausstieg selber machenBerlin, 15. Januar 2013 – Nachdem die Atomkonzerne EnBW, E.on und Vattenfall bereits seit Beginn des Jahres bis zu 14 Prozent mehr Geld für ihren konventionellen Strom verlangen, kündigt nun auch RWE eine Preiserhöhung von 10 Prozent für März an. Die Grundversorgung von EnBW und RWE ist somit durchweg teurer als alle vier vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“ empfohlenen Ökostromanbieter. Auch wer von E.on oder Vattenfall beliefert wird, zahlt für den Atom- und Kohlemix mehr als er für 100-prozentigen Ökostrom eines konzernunabhängigen Ökostromversorgers ausgeben müsste. Umwelt- und Verbraucherschützer fordern Stromkundinnen und -kunden daher zum umgehenden Anbieterwechsel auf.

„Die Lüge vom billigen Atomstrom ist mit einem Blick auf die Stromrechnung widerlegt“, stellt Melanie Ball vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“ klar. „Ganz abgesehen davon, dass die Gesellschaft und nicht die Konzerne die Folgekosten der hochriskanten Atomkraft trägt: Die Atomkonzerne lügen uns die Ohren voll mit ihren Märchen vom teuren Ökostrom, während sie sich Milliardengewinne in die Taschen stopfen“, kritisiert Melanie Ball.

E.on, der größte deutsche Energiekonzern, konnte allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2012 rund drei Milliarden Euro Gewinn einstreichen; auch die anderen Atomkonzerne dürften im März wieder Milliarden an ihre Aktionäre auszahlen. „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Konsequenz ziehen aus dieser Abzocke: den Atomkonzernen kündigen und zu fairen Ökostromanbietern wechseln“, rät das Bündnis „Atomausstieg selber machen“. Wer die Energiewende unterstützen will, ohne übertriebene Preise zu zahlen, dem empfiehlt das Bündnis den Wechsel zu den Elektrizitätswerken Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.