Atomausstieg

BI Umweltschutz: Immer mehr Atommüll für Gorleben

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
buero@bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung  21.05.12

Immer mehr Atommüll für Gorleben
BI Umweltschutz warnt: “Gorleben wird nicht eingemottet, der Standort wird ausgebaut”

Auf Gorleben kommt noch mehr hochradioaktiver Müll zu als bisher geplant, das berichtete die Aachener Zeitung Ende letzter Woche.

Geplant ist ein sogenanntes Swapping, ein “Müll -Tausch”: Wegen fehlender Entsorgungsmöglichkeiten musste das Forschungszentrum Jülich in den Jahren 1992/93 insgesamt 176 abgebrannte Brennstäbe aus den beiden Forschungsreaktoren (DIDO und Merlin) zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland/UK) bringen. Neben dem Forschungszentrum Jülich haben auch die meisten anderen Betreiber deutscher Forschungsreaktoren ihre abgebrannten Brennstäbe nach Dounreay abgegeben.

Entsprechend der Verträge zwischen der Wiederaufarbeitungsanlage und den Betreibern müssen die in 560l-Fässer einzementierten Wiederaufbereitungsabfälle der deutschen Forschungsreaktoren von Deutschland auch zurückgenommen werden. Mangels Platz in Jülich ist demnach daran gedacht, anstelle dieser 55 Fässer hochradioaktiven Müll nach Deutschland zu bringen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert die Aktivitäten zur Rückholung der entsprechenden Abfälle und kündigte für die nächsten Wochen entsprechende Verhandlungen an, erfuhr die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).
Damit würde Dounreay dem Beispiel Sellafields folgen, denn auch aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage sollen nicht 20, sondern 21 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Müll nach Gorleben rollen, und zwar aus dem gleichen Grund: Um die Müllmenge und das Transportaufkommen zu reduzieren wird hochradioaktiver Müll nach Gorleben gebracht, kündigte die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) bereits im vergangenen Jahr an.

“Angeblich – so hatten der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und sein damaliger Amtskollege Hans- Heinrich Sander (FDP) übereinstimmend behauptet – sollte mit dem 13. Castor-Transport im Herbst letzten Jahres  Schluss sein, nun gehen nicht nur die Ausbaupläne für Gorleben weiter und ab dem Jahr 2014 könnten die Castoren wieder Gorleben anfahren, sagte Wolfgang Ehmke (BI).

Erst in der vergangenen Woche war der Plan der GNS bekannt geworden, in Gorleben eine weitere Abfallverpackungsanlage für radioaktive Abfälle zu errichten. Der BI-Vorsitzende Marin Donat warnt: “Gorleben wird nicht eingemottet, der Standort wird ausgebaut”.

Einwendung gegen den Neubau von zwei Atomreaktoren in Temelin unterschreiben

Liebe Anti-Atom-Aktive,

aufgrund vertraglicher Regelungen gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zum Neubau von zwei Reaktorblöcken am tschechischen Atomkraftwerks Temelin Stellung zu nehmen.

Die tschechische Regierung plant, zwei neue Reaktorblöcke am Atomkraftwerk Temelin zu bauen. Temelin ist aber schon seit Jahren dafür bekannt, extrem störanfällig zu sein. In vielen anderen europäischen Staaten würden die derzeit im Betrieb befindlichen Reaktorblöcke sofort stillgelegt. Auch die Planungen für die beiden neuen Reaktorblöcke wären in Deutschland aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen nicht genehmigungsfähig.

Helft mit einer Einwendung an das Tschechische Umweltministerium mit, im Rahmen der grenzüberschreitenden UVP Stellung gegen die neue Reaktorblöcke zu beziehen. Bis zum 5. Juni sind die Einwendungen noch möglich. Die NaturFreunde werden die Stellungnahmen  direkt an das Tschechische Umweltministerium weiterleiten und kurz vor dem 5. Juni die Petitionen direkt an die Botschaft der Tschechischen Republik öffentlichkeitswirksam überreichen.

Die NaturFreunde Deutschlands haben eine Seite eingerichtet, um möglichst viele Einwendungen gegen den Neubau der Reaktorblöcke zu sammeln. Die Einwendungsfrist läuft bis zum 05. Juni 2012. Bitte unterschreiben.

 

Hier könnt Ihr unterschreiben:

http://www.euratom-nein-danke.de/start/temelin/einwendung-gegen-temelin/


Beste Grüße

Uwe Hiksch


Text der Einwendung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu der geplanten Erweiterung des Kernkraftwerkes Temelin in der Tschechischen Republik nehme ich wie folgt Stellung:

Bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Reaktoren drei und vier  macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine objektive Untersichtung handelt. Umweltschutz und Atomkraft sind ein Widerspruch in sich. Deshalb lehne ich den Bau weiterer Atomreaktoren in Temelin strikt ab.

Begründung:

Der gesamte Produktionsprozess für die Herstellung von Brennelementen belastet die Umwelt massiv. Beim Abbau von Uran werden zehntausende von Menschen verstrahlt und riesige Regionen in den Abbauländern radioaktiv belastet. Gerade die Lebensgrundlagen indigener Völker werden in diesen Regionen massiv bedroht. Aber auch der Abbau von Uran in den Ländern der Europäischen Union hat sich als umweltpolitische Zeitbombe erwiesen. Sowohl beim Abbau in Deutschland als auch in der Tschechischen Republik sind riesige Abraumhalden mit radioaktiv verseuchten Materialien angefallen, die heute mit riesigem Kostenaufwand notdürftig abgesichert werden. Diese gravierenden Umweltprobleme werden bei der Beurteilung der Umweltfolgen des Neubaus von Reaktoren in Temelin einfach ausgeklammert und in keiner Weise bei der Beurteilung der Umweltauswirkungen der Atomkraft berücksichtigt.

Auch die Strahlenbelastung durch den laufenden Betrieb von Atomkraftwerken hat bereits in geringsten Dosierungen unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in deren Umgebung. In mehreren Studien wurde auf den Zusammenhang von erhöhten Krebsfällen zur räumlichen Nähe von Atomkraftwerken hingewiesen. Die deutsche Kinderkrebsstudie (KiKK) aus dem Jahr 2007 wird bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und den direkten Folgen des Neubaus von Atomreaktoren in Temelin in keiner Weise ausreichend gewürdigt. Hier wird in der Umweltverträglichkeitsprüfung gegen das Vorsorgeprinzip verstoßen.

Es gibt bisher weltweit keine Lösung für eine möglichst sichere Lagerung der hochradioaktiven abgebrannten Brennstäbe – und des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls. Die Tschechische Republik ist keine Ausnahme. Bereits heute produziert sie mit ihren Reaktoren große Mengen an hochradioaktivem Abfall, der seit Jahrzehnten in sogenannten “Zwischenlagern” deponiert wird. Eine verantwortbare Lösung ist nicht absehbar. Der Bau von neuen Reaktoren führt nicht nur zur Zunahme von weiterem radioaktiven Müll, sondern auch, dass den zukünftigen Generationen eine unverantwortbare Hinterlassenschaft zugemutet wird. Internationale Experten gehen davon aus, dass ein Endlager für eine Million Jahre „sicher“ sein muss. Dies wird in der Umweltverträglichkeitsprüfung ebenfalls in keiner Weise ausreichend berücksichtigt.

Auch die Gefahr der militärischen Verbreitung der radioaktiven Materialien im Laufe der nächsten Jahrhunderte und die potenzielle Gefahr, die Atomkraftwerke als Ziele für terroristische Angriffe darstellen, werden in der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht ausreichend untersucht.

Unbestritten ist, dass im Falle eines atomaren Unfalls eine weiträumige und auf Jahrzehnte andauernde radioaktive Verseuchung droht! Die Behauptung, dass dieser Fall faktisch nicht eintreten wird, ist unwissenschaftlich und mit einer verantwortlichen Risikoabwägung nicht zu vereinbaren. Auch deshalb ist die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht akzeptabel und muss wiederholt werden.

Die gesamte Seriosität der Umweltverträglichkeitserklärung wird durch die Tatsache infrage gestellt, dass die tschechischen Gutachter davon ausgehen, dass die Reaktoren Temelin drei und vier keinerlei Umweltauswirkungen haben werden, ohne zu wissen, welcher Atomreaktor überhaupt gebaut wird!  Die Entscheidung über die Auswahl des Reaktortyps wird erst nach dem Ende der „Umweltverträglichkeitsprüfung“ fallen! Diese Vorgehensweise ist in höchstem Maße unseriös und deshalb abzulehnen!

Ich lehne die Pläne für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelin ab. Die Regierung der Tschechischen Republik bitte ich, von diesen Plänen Abstand zu nehmen und in Tschechien endlich eine Energiewende einzuleiten. Die jetzigen Planungen beruhen auf einer zentralisierten Energieversorgung, die mit einer in die Zukunft gerichteten Energieversorungsstruktur nichts zu tun haben.

Einwendung gegen Neubau von zwei Reaktoren in Temelin unterschreiben

Liebe Anti-Atom-Aktive,
vor wenigen Minuten haben wir auf unserer Internet-Seite die Möglichkeit freigeschaltet, eine Einwendung gegen den Bau von zwei weiteren Reaktoren im tschechischen Atomkraftwerk Temelin zu bauen. Im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung kann gegen den Bau Einwendungen erhoben werden.
Hier könnt Ihr unterschreiben. Wir werden die Einwendungen direkt an das Tschechische Ministerium weiterleiten:
Bitte macht die Einwendung bekannt, damit wir viele Unterschriften sammeln können.
Hier der Text für die Einwendung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung:
Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu der geplanten Erweiterung des Kernkraftwerkes Temelin in der Tschechischen Republik nehme ich wie folgt Stellung:

Bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Reaktoren drei und vier macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine objektive Untersichtung handelt. Umweltschutz und Atomkraft sind ein Widerspruch in sich. Deshalb lehne ich den Bau weiterer Atomkraftreaktoren in Temelin strikt ab.

Begründung:

Der gesamte Produktionsprozess für die Herstellung von Brennelementen belastet die Umwelt massiv. Beim Abbau von Uran werden zehntausende von Menschen verstrahlt und riesige Regionen in den Abbauländern radioaktiv belastet. Gerade die Lebensgrundlagen indigener Völker werden in diesen Regionen massiv bedroht. Aber auch der Abbau von Uran in den Ländern der Europäischen Union hat sich als umweltpolitische Zeitbombe erwiesen. Sowohl beim Abbau in Deutschland als auch in der Tschechischen Republik sind riesige Abraumhalden mit radioaktiv verseuchten Materialien angefallen, die heute mit riesigem Kostenaufwand notdürftig abgesichert werden. Diese gravierenden Umweltprobleme werden bei der Beurteilung der Umweltfolgen des Neubaus von Reaktoren in Temelin einfach ausgeklammert und in keiner Weise bei der Beurteilung der Umweltauswirkungen der Atomkraft berücksichtigt.

Auch die Strahlenbelastung durch den laufenden Betrieb von Atomkraftwerken hat bereits in geringsten Dosierungen unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in deren Umgebung. In mehreren Studien wurde auf den Zusammenhang von erhöhten Krebsfällen zur räumlichen Nähe von Atomkraftwerken hingewiesen. Die deutsche Kinderkrebsstudie (KiKK) aus dem Jahr 2007 wird bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und den direkten Folgen des Neubaus von Atomreaktoren in Temelin in keiner Weise ausreichend gewürdigt. Hier wird in der Umweltverträglichkeitsprüfung gegen das Vorsorgeprinzip verstoßen.

Es gibt bisher weltweit keine Lösung für eine möglichst sichere Lagerung der hochradioaktiven abgebrannten Brennstäbe – und des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls. Die Tschechische Republik ist keine Ausnahme. Bereits heute produziert sie mit ihren Reaktoren große Mengen an hochradioaktivem Abfall, der seit Jahrzehnten in sogenannten “Zwischenlagern” deponiert wird. Eine verantwortbare Lösung ist nicht absehbar. Der Bau von neuen Reaktoren führt nicht nur zur Zunahme von weiterem radioaktiven Müll, sondern auch, dass den zukünftigen Generationen eine unverantwortbare Hinterlassenschaft zugemutet wird. Internationale Experten gehen davon aus, dass ein Endlager für eine Million Jahre „sicher“ sein muss. Dies wird in der Umweltverträglichkeitsprüfung ebenfalls in keiner Weise ausreichend berücksichtigt.

Auch die Gefahr der militärischen Verbreitung der radioaktiven Materialien im Laufe der nächsten Jahrhunderte und die potenzielle Gefahr, die Atomkraftwerke als Ziele für terroristische Angriffe darstellen, werden in der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht ausreichend untersucht.

Unbestritten ist, dass im Falle eines atomaren Unfalls eine weiträumige und auf Jahrzehnte andauernde radioaktive Verseuchung droht! Die Behauptung, dass dieser Fall faktisch nicht eintreten wird, ist unwissenschaftlich und mit einer verantwortlichen Risikoabwägung nicht zu vereinbaren. Auch deshalb ist die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht akzeptabel und muss wiederholt werden.

Die gesamte Seriosität der Umweltverträglichkeitserklärung wird durch die Tatsache infrage gestellt, dass die tschechischen Gutachter davon ausgehen, dass die Reaktoren Temelin drei und vier keinerlei Umweltauswirkungen haben werden, ohne zu wissen, welcher Atomreaktor überhaupt gebaut wird! Die Entscheidung über die Auswahl des Reaktortyps wird erst nach dem Ende der „Umweltverträglichkeitsprüfung“ fallen! Diese Vorgehensweise ist in höchstem Maße unseriös und deshalb abzulehnen!

Ich lehne die Pläne für den Ausbau des Atomkraftwerks Temelin ab. Die Regierung der Tschechischen Republik bitte ich, von diesen Plänen Abstand zu nehmen und in Tschechien endlich eine Energiewende einzuleiten. Die jetzigen Planungen beruhen auf einer zentralisierten Energieversorgung, die mit einer in die Zukunft gerichteten Energieversorungsstruktur nichts zu tun haben.

 

Gundremminger Bürgerinitiative FORUM: So gibt es in Schwaben keine Energiewende

Medienerklärung vom 15. Mai 2012

 

 

 

Nach dem erpressten faulen Vergleich

So gibt es in Schwaben keine Energiewende

 

Die Gundremminger Bürgerinitiative FORUM und der Dillinger Energieverein Sonnenkraft haben gemeinsam das Augsburger Gerichtsverfahren gegen die Zöschinger Windkraftanlagen diskutiert. Scharf kritisieren sie das manipulative Verhalten zweier Richter und das unglaubwürdige Auftreten einiger Windkraftgegner.

 

Während täglich im AKW Gundremmingen rund 150 Kilogramm hochradioaktiver Atommüll erzeugt werden, und niemand weiß, wie dieser Atommüll für die notwendige Zeit von einer Million Jahre sicher gelagert werden kann, kämpfen einige unter der Tarnkappe Umweltschutz gegen die Windkraft und somit für das Weiterlaufen von Atom- und Kohlekraftwerken.

 

Empörend, dass zwei Richter des Augsburger Verwaltungsgerichts mit manipulativen Rechtsaussagen die Windkraftunternehmer bedrohten, um einzelne Windkraftanlagen, gegen deren Genehmigung auch keine stichhaltigen Gründe vorgebracht wurden, zu verhindern. Eine der Richterinnen war vor Jahren als CSU-Kommunalpolitikerin Wortführerin bei der Verhinderung von Windkraftanlagen nahe Augsburg.

 

Angesichts des Drucks, den Atom- und Kohleindustrie und ihre Helfershelfer gegen den Bau von Windkraftanlagen machen, rufen wir die Gründe für die Energiewende in Erinnerung:

 

  1. In Gundremmingen werden die letzten der besonders gefährlichen Siedewasserreaktoren Deutschlands betrieben. Wie gefährlich sie sind, sieht man auch daran, dass das AKW keine risikogerechte Haftpflichtversicherung hat. Denn diese wäre angesichts des übergroßen Risikos so teuer, dass der Atomstrom nicht konkurrenzfähig wäre.
  2. Im AKW Gundremmingen wird durch die Kernspaltung hochradioaktiver Müll erzeugt. Täglich rund 150 Kilogramm, darunter mehr als ein Kilo von dem Ultragift Plutonium. Seit 46 Jahren läuft dieses AKW und bis heute ist kein Kilo von dem Atommüll entsorgt. Alles nur zwischengelagert. In den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wird dieser extrem gefährlich oberirdisch gelagerte Strahlenmüll irgendwann freigesetzt und ganze Landstriche in Schwaben verseuchen.
  3. Um das AKW Gundremmingen erkranken überdurchschnittlich viele Menschen an Krebs.

 

Deswegen kämpfen wir Umweltschützer für das schnellstmögliche Abschalten des AKW. Mit Einsparen, Effizienz und Erneuerbaren Energien können wir die Atom- und auch die klimaschädliche Kohlekraft schnell ersetzen.

 

Wenn Windkraft ein Drittel unseres Stromverbrauchs decken soll, brauchen wir in Bayern mit seinen 12,6 Millionen Einwohnern und derzeit noch 83 Mrd. kWh Stromverbrauch rund 28 Mrd kWh Windstrom und 4 – 5 Tausend große Anlagen mit 2,4 bis 3 MW. Und in einigen Jahren noch größere Anlagen. Das setzt jedoch voraus, dass wir den Stromverbrauch schnell wieder um wenigstens ein Fünftel auf 66 Mrd. senken! Etwa so viel wie wir im Jahr 1990 verbraucht haben.

Oder: Um die 21 Milliarden kWh des AKW Gundremmingen zu ersetzen, brauchen wir gut 4.200 moderne große WKA, von denen jede 5 Mio kWh im Jahr produziert.

 

Wir Gesundheits- und Umweltschützer treten dafür ein, dass in jedem Landkreis etwa 60 – 70 Windkraftanlagen betrieben werden.

 

Der jetzt vom Verwaltungsgericht Augsburg den Zöschinger Windkraftunternehmen abgepresste Vergleich nutzt weder der Natur noch den BürgerInnen in Zöschingen. Ob acht oder zehn Anlagen betrieben werden, macht im Landschaftsbild keinen großen Unterschied. Alle Schutzwerte für Lärm und Schattenwurf werden ohnehin eingehalten. Lokale Populationen besonders geschützter Vögel werden nicht gefährdet. Durch diesen faulen Kompromiss wird nur der Betrieb der Atomkraftwerke verlängert.

 

 

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de

BI Umweltschutz: Überzeugende Argumente gegen Gorleben

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 9.05.12
Überzeugende Argumente gegen Gorleben

Die klare Haltung des niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten Stephan Weil kommt bei den Gorleben-Gegnern an. Weil schließt ein Atommüllendlager in Gorleben kategorisch aus. “Und das nicht aus regionalistischem Übereifer, wie wir es von bayrischen Unionspolitikern kennen, die schon vor einer Erkundung möglicher Gesteinsformationen bekräftigen, Bayern käme für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle nicht in Frage”, betont die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). So habe Weil nicht ausgeschlossen, dass auch Niedersachsen als Suchraum weiter in Frage käme.

In einem kleinen Kreis hatten Ende April Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sowie die Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) und Winfried Kretschmann (Grüne) getagt, um sich über einen Neuanfang bei der Suche nach einem möglichen Atomendlager zu verständigen. Zwar wolle man sich dabei auf eine „weiße Karte“ möglicher Standorte einigen. Gorleben, das per Handstreich 1977 zum möglichen Standort deklariert wurde, solle aber auf der Liste bleiben
Weil hält diese Argumentation wie die großen Umweltverbände und die BI für reine Taktiererei. “Sätze des niedersächsischen Umweltministers Birkner, nach denen die Nichteignung Gorlebens noch nicht bewiesen sei, sind doch bizarr. Der Salzstock ist auch aus geologischen Gründen ungeeignet, das muss man klar sagen”, heißt es in Zeitungsberichten. Auch in einem anderen Punkt pflichtet der den Anti-Atom-Initiativen bei: Bei einem solchen Jahrtausendprojekt jetzt den „schnellen Kompromiss“ zu suchen, sei verfehlt, sagte Weil: “Das Thema Endlager ist doch keine politische Alltagsware.”

“Eine umfassende und ehrliche Atommülldebatte muss einer Wahl möglicher Standorte vorausgehen, dass Gorleben nicht geht, leugnet nur noch der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner, der es besser wissen müsste”, sagte Wolfgang Ehmke (BI). So werde bisher überhaupt nicht die Problematik bedacht, dass in jenem Endlager X nicht nur hochradioaktive Abfälle, sondern auch Müll gelagert werden soll, der die Einlagerungsspezifikationen für den Schacht Konrad nicht erfüllt. “Das hat weitgehende Folgen für ein Endlagerkonzept”, unterstreicht BI-Sprecher Lennart Müller.

Die Gorleben-Gegner rechnen damit, dass die Endlagerdebatte nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen wieder Fahrt aufnimmt.

.ausgestrahlt: Nach den Wahlen: „Brokdorf und Fessenheim müssen vom Netz“

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 7. Mai 2012

Nach den Wahlen: „Brokdorf und Fessenheim müssen vom Netz“

Atomkraftgegner: Wahlsieger in Schleswig-Holstein und Frankreich müssen atompolitische Versprechen zügig umsetzen.

Zu den atompolitischen Folgen der Wahlausgänge in Schleswig-Holstein und Frankreich erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt:

„Kommt es in Schleswig-Holstein zu einer Koalition aus SPD, Grünen und SSW, dann wird der atompolitische Knackpunkt die Zukunft des AKW Brokdorf an der Unterelbe. Brokdorf soll nach geltendem Atomgesetz bis Ende 2021 in Betrieb bleiben, obwohl es schlecht gegen Hochwasser und Flugzeugabstürze gesichert ist. Doch alle drei Parteien haben vor dem Urnengang im „Wahl-o-mat“ der Landeszentrale für politische Bildung der Aussage „Das Kernkraftwerk Brokdorf soll sofort abgeschaltet werden“ zugestimmt. Die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Albig und Habeck, haben sich am 11. März an der Umzingelung des AKW beteiligt, zu der ebenfalls mit der Forderung nach sofortiger Stilllegung aufgerufen worden war.

Wir erwarten von SPD, Grünen und SSW, dass sie ihre Wahlversprechen bezüglich Brokdorfs zügig in die Tat umsetzen. Ergebnis der Koalitionsverhandlungen muss ein konkreter Plan sein, wie der Reaktor von der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht aufgrund der Sicherheitsmängel stillgelegt werden kann.

In Frankreich kann mit dem Wahlsieg von Françoise Hollande die Dämmerung des Atomzeitalters beginnen. Der künftige Präsident hat im Wahlkampf angekündigt, den Anteil des Atomstroms mittelfristig von 75 auf 50 Prozent reduzieren zu wollen. Das AKW Fessenheim am Oberrhein will er innerhalb der nächsten fünf Jahre stilllegen. Aus unserer Sicht muss Fessenheim sofort vom Netz, weil es mitten in einer Erdbebenzone liegt.
Die Anti-AKW-Bewegung in Frankreich muss nun kräftig Druck auf Hollande organisieren, damit er seine Versprechen zügig umsetzt. Wir werden sie dabei nach unseren Möglichkeiten unterstützen.“

Atomausstieg selber machen: EON – Expansion ins Ausland statt erneuerbar im Inland

Pressemitteilung vom 04. Mai 2012

EON setzt weiter auf Atomkraft:
Expansion ins Ausland statt erneuerbar im Inland

Essen/ Berlin, 04. Mai 2012 – Anstatt in Deutschland intensiv in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren, plant Deutschlands größter Energiekonzern EON, seine Geschäfte im Ausland auszuweiten. Dies gab das Unternehmen auf seiner Aktionärsversammlung in Essen bekannt. Das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft EON-Kunden daher auf, dem Großkonzern zu kündigen.

„EON hätte das Abschalten von vier seiner Atomkraftwerke als Chance nutzen können, sein Geschäftsmodell anzupassen und endlich auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien aufzuholen“, hält Melanie Ball vom Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ fest. Bisher erzeugt EON seinen Strom im Inland zu weniger als zehn Prozent aus erneuerbaren Energien. Rechne man alte Wasserkraftwerke heraus und betrachte nur Erneuerbare-Energien-Anlagen, die in den letzten sechs Jahren neu errichtet wurden, sei der Beitrag EONs zur Energiewende „geradezu erbärmlich“, so Melanie Ball weiter.

„In seinem öffentlichen Auftreten vermittelt EON gern den Eindruck, erneuerbare Energien spielten in der Konzernentwicklung eine wichtige Rolle“, kritisiert Melanie Ball von „Atomausstieg selber machen” die Imagekampagne: De facto macht EON in Deutschland das Hauptgeschäft nach wie vor mit Atomkraft und fossilen Energieträgern. In einem finnischen Naturschutzgebiet treibt der Konzern aktuell den Bau eines neuen Atomkraftwerks voran. Auch nach Brasilien, Indien und in die Türkei will der Großkonzern expandieren – in den aufstrebenden Ländern sind zahlreiche neue konventionelle Kraftwerke geplant.

Wenn EON in den vergangenen Jahren Erneuerbare-Energien-Anlagen errichtete, dann vorwiegend in den USA, Großbritannien und Dänemark. „Das lässt sich ganz einfach erklären“, verrät Melanie Ball. „EON will nicht von seinen gewohnten Großstrukturen Abstand nehmen. Deshalb investiert der Konzern höchstens in Windparks auf See oder Solarparks im Süden. Die dezentrale Energiewende, die in Deutschland längst von den Bürgern in Gang gesetzt wurde, ist EON nicht gewinnträchtig genug.“

„Atomausstieg selber machen“ empfiehlt EON-Kunden den Wechsel zu einem der bundesweiten Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom. Diese Unternehmen engagieren sich seit über zehn Jahren für die Energiewende und sind bekannt für ihre Kundenfreundlichkeit. Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

gorleben365: Widerstand umzingelt Endlager

Gorleben, 28.4.2012,

 

Widerstand umzingelt Endlager

 

120 AktivistInnen der Kampagne gorleben365 halten die Zufahrten zum geplanten Endlager in Gorleben besetzt. Sie unterstreichen damit ihre Forderung Gorleben als Endlagerstandort fallen zu lassen.

 

Auftakt bildete in den frühen Morgenstunden eine musikalischen Blockade der Tore zum Erkundungsbergwerk. Aktiv waren dort MusikerInnen der „Lebenslaute“, einer bundesweiten Musik- und Aktionsgruppe, die überwiegend klassische Musik dort zum Klingen bringt, wo dies nicht erwartet wird: Auf Militärübungsplätzen und Abschiebeflughäfen, vor AKW und diesmal zum vierten Mal auch in Gorleben. Die Betreiber entschieden sich, die Wachmannschaft in einem Gefangenenbus auf das Gelände zu transportieren.

 

Nach der großen Kundgebung. an der mehr als 3000 Menschen aus Norddeutschland teilnahmen und der Kulturellen Umzingelung des Salzstocks, räumten die AktivistInnen der Kampagne gorleben365 nicht das Gelände, sondern ließen sich vor den Toren nieder.

 

Katja Tempel, Sprecherin der Kampagne gorleben365 erklärt dazu:

„Solange Gorleben nicht aus dem Topf der möglichen Standorte raus ist, werden wir hier in Gorleben nicht nur Protest, sondern Widerstand leisten. Mit fantasievollen gewaltfreien Blockaden nehmen wir die Stilllegung des Erkundungsbergwerks selbst in die Hand.

Ziviler Ungehorsam ist dann gerechtfertigt, wenn politische Entscheidungen einer gesellschaftlichen Entwicklung hinterherhinken. JedeR weiß, Gorleben ist als Standort nicht geeignet. Doch anscheinend braucht es den Druck von der Straße, um dieses Wissen in Handeln umzusetzen.”

 

Die AtomkraftgegnerInnen werden noch weiter ausharren und sich nicht freiwillig entfernen.

 

Die Kampagne gorleben365 wurde am 14. August 2011 von der Initiative X-tausendmal quer – gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft und der KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion gestartet und hat sich zum Ziel gesetzt, an möglichst vielen von 365 Tagen die Zufahrten zum geplanten Endlager mit Blockaden zu behindern.

BI Umweltschutz: 144 Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft bei Gorleben-Demo

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 29.04.12

“Der Fleck muss weg” – Hunderte weißer Luftballons mit einem schwarzen Flecken ließ die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) am Samstag in den Himmel steigen. Knapp 3000 Atomkraftgegner demonstrierten am Samstag in Gorleben gegen die “Mogelpackungen, die derzeit in Berlin in Sachen Endlagersuchgesetz verhandelt werden”.

Eskortiert von 144 Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft umzingelten die Teilnehmer der Demo im Anschluss an eine Kundgebung das Endlagerbergwerk musikalisch und künstlerisch. Aufgerufen hatten zu der Veranstaltung neben der BI und den Bauern auch die großen Naturschutzverbände und zahlreiche Anti-AKW-Gruppen. “Hier geht es nicht mehr um Gorleben, Gorleben ist vielmehr ein Symbol einer verfehlten Atommüllpolitik”, resümiert die BI.Vor allem sei man nicht einig mit den Parteien, die in Berlin um ein Endlagersuchgesetz feilschen.

Aus Verhandlungskreisen war zu hören, SPD und Grüne hätte sich mit der Regierungskoalition auf einen Umgang mit dem Standort Gorleben geeinigt. Demnach solle es einen kompletten Bau- und Erkundungsstopp geben und auch die vorläufige Sicherheitsanalyse “qualifiziert” abgebrochen werden. Dennoch werde der Salzstock nicht von dem Suchverfahren ausgeschlossen. „Ein Neustart sind anders aus. Es werden Daten gesammelt und der einzige Grund Gorleben im Rennen zu halten ist, am Ende Gorleben wieder als geeigneten Standort präsentieren zu können.
Dabei ist die Nichteignung des Standorts ist sein Jahren bekannt“, kritisiert Wolfgang Ehmke (BI).

Solange Gorleben weiter Teil eines Suchprozesses bleibe, können man die Kriterien für ein Endlager, wie schon in der Vergangenheit, immer wieder an den maroden Salzstock anpassen. „Einen echten Neustart in der Atommülldebatte kann es nur ohne Gorleben geben. Wir fordern deshalb von den Parteien, sich endgültig von eine Endlager Gorleben zu verabschieden“, so der Sprecher der BI, Lennart Müller.

BI Umweltschutz: “Der Fleck muss weg!” – Kundgebungsprogramm

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 25.04.12

 

Während in Berlin weiter hinter verschlossenen Türen über ein Endlagersuchgesetz verhandelt wird, tragen die Atomkraftgegner ihren Protest am kommenden Samstag öffentlich auf die Straße: Vor die Tore des Erkundungsbergwerks in Gorleben. “Denn das Verhalten zu Gorleben ist der Lackmus-Test”, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Weder das Modell Röttgen, der Gorleben als Referenzstandort sieht, noch der Versuch, Gorleben im Vergleich im Spiel zu halten, spreche für einen wirklichen Neustart. Einen geologisch ungeeigneten und politisch verbrannten Standort im Spiel zu behalten, widerspreche dem Gerede von einer angeblich weißen Landkarte bei der Endlagersuche. Darin ist sich die  Anti-Atom-Bewegung einig.

Unter dem Motto „Der Fleck muss weg!“ ruft die BI zusammen mit vielen Bündnispartnern zu einer Kundgebung am Salzstock in Gorleben auf. Die Bäuerliche Notgemeinschaft wird sich mit Traktoren an der Demo beteiligen. “Mit bunter Vielfalt und Lebensfreude, wollen wir klarmachen, dass es keine Ruhe mehr gibt, solange Atommüll weiter produziert und an Gorleben festgehalten wird”, unterstreichen die Veranstalter.

Nach der Kundgebung um13 Uhr  mit Redebeiträgen von Martin Donat (BI), Antonia Uthe (Schacht Konrad), Schulamith Weil (gorleben365) und Kerstin Wittstamm (Schauspielerin) wird das Gelände des Bergwerks mit Kunst und Kultur umzingelt. Künstler und Kulturschaffende aus der Region und dem Umland werden an 12 Punkten rund um das Bergwerksgelände die Teilnehmer mit ihrem Können unterhalten. Besonderen Wert legt die BI auf ein Kinderprogramm: So wird es die Möglichkeit geben, schwarze Flecken von einer weißen Landkarte zu entfernen und symbolisch den Müll ihrer Eltern zu bergen.

Für die Abendstunden hat die Kampagne gorleben365 angekündigt, die Zufahrten zum Bergwerk zu blockieren.