Atomausstieg

Entsorgungsfiasko: BI Umweltschutz legt Zahlen vor

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 3.04.12

Was die Bundesregierung nicht schafft, das will die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) anschieben: eine öffentliche und umfassende Atommülldebatte. Im Auftrag der BI hat der Diplom-Physiker Wolfgang Neumann eine akribische Arbeit geleistet. Er legt eine aktuelle Atommüllbilanz vor. An den AKW-Standorten lagern bereits jetzt rund 1000 Castoren, die zu einem potentiellen Endlagerstandort transportiert werden müssten. Es müsste auch eine Konditionierungsanlage an dem Endlagerstandort gebaut werden. Völlig ungelöst ist, wohin der Müll aus der Urananreicherungsanlage Gronau und der Müll, der aus der Asse II geborgen werden soll, verbracht wird.

Sollte es ein Endlager für hochaktive Abfälle und diesen Müll geben, müsste das Endlager-Konzept neu gedacht werden.

Die Gorleben-Gegner plädieren im Unterschied zu Norbert Röttgen (CDU) und den Vertretern aus den Ländern, die ein Endlagersuchgesetz verabschieden wollen, vehement für eine vorgeschaltete Debatte des “Entsorgungsfiaskos”. Diesen Titel trägt auch das Heft der Schriftenreihe “zur Sache”, das die BI neu auflegt und mit dem die Forderung unterfüttert wird. “Wir haben ein großes Problem und keine Lösung”, schreibt im Vorwort Asta von Oppen, die die Arbeit der Rechtshilfe Gorleben koordiniert. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke betont in seinem Beitrag, wie wichtig es sei, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, er hebt  hervor, dass es neben dem schwarzen Fleck Gorleben auf der angeblich weißen Landkarte, von der die die Bund-Länder-Vertreter bei der Endlagersuche ausgehen, mit den havarierten Endlagern Morsleben und Asse II und der Festlegung auf den Schacht Konrad bereits vier schwarze Flecken existieren. “Die Aufarbeitung der industriepolitischen Fehlentscheidungen der 70er Jahre muss einer Endlagersuche vorausgehen”, fordert die BI.

Die 51-seitige Broschüre ist Büro der BI Umweltschutz in Lüchow gegen eine Spende von 5 Euro zu erhalten (05841-4684).

Schon wieder undichtes Spaltelement im AKW Gundremmingen

Medienerklärung

 

 

AKW-Leitung erwähnt beiläufig:

Schon wieder undichtes Spaltelement im AKW Gundremmingen

 

Im Block B des AKW Gundremmingen ist wohl wieder ein Spaltelement undicht. Dies wurde von der AKW-Leitung heute beiläufig beim Jahrespressegespräch bekannt gemacht.

 

Seit dem Jahr 2010 häufen sich im AKW Gundremmingen Vorkommnisse mit undichten Spaltelementen. Bis heute haben die verantwortlichen RWE-Manager noch nicht die Ursache geklärt, zumindest nicht den Bürgern mitgeteilt.

 

Undichte Spaltelemente führen jedoch in der Regel zu höheren Freisetzungen von Radioaktivität. Dabei werden die Grenzwerte angeblich nicht verletzt. Aber diese Grenzwerte sind nicht so bemessen, dass sie vor zusätzlichen Krebserkrankungen schützen würden. Die Grenzwerte sind ein Kompromiss zwischen den Interessen des AKW-Betriebs und denen des Gesundheitsschutzes.

 

Das AKW Gundremmingen setzt mit seinen alten und problematischen Siedewasserreaktoren im Regelfall die meiste Radioaktivität aller deutschen AKW frei. Hinzu kommt, dass in Gundremmingen mit Spaltelementen experimentiert wird. Es werden dem Vernehmen nach auch russische WAU-Elemente und es werden sehr viele plutoniumhaltige MOX-Elemente eingesetzt. Unseres Wissens mehr als in irgendeinem anderen Siedewasserreaktor der Welt. Außerdem wurde seit Jahren die Anreicherung der Elemente mit den Spaltstoffen Uran235 und Plutonium239 erhöht. Das sind Vorbereitungen auf eine im Herbst 1999 (!) beantragte und bis heute noch nicht entschiedene Leistungserhöhung der Gundremminger Reaktoren.

 

Wann endlich greift das Bayerische Umweltministerium als verantwortliche Aufsichtsbehörde ein?

 

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de

Vattenfall in die Tonne! Energiesversorgung demokratisieren!

 

Kundgebung am Donnerstag, den 29.03.12. von 12-14 Uhr, Chausseestr. 23, Berlin (U Naturkundemuseaum)

Tonne

Wenn Vattenfall den Geschäftsbericht für 2011 vorstellt, machen wir ihnen einen Strich durch die Rechnung!

Im Energiesystem läuft so einiges falsch. Beispiel Vattenfall: neue Kohlekraftwerke werden gebaut, die Preise für Energie steigen, der Atomausstieg wird, wo es nur geht verzögert, in der Lauitz werden die Leute für neue Kohleminen vertrieben. So fährt der Konzern jährlich fette Renditen ein. Wir sagen: Es gibt kein Recht auf Profit!

Wir eignen uns die Energieversorgung nun einfach an und bestimmen selbst darüber wie und unter welchen Bedingungen der Strom erzeugt und verteilt wird.Vattenfall findet das nicht gut – wir schon!

Um das zu erreichen, müsssen wir uns zusammentun. Seid ihr dabei? Kommt zahlreich zur Mitmachkundgebung. Vattenfall in die Tonne! Energieversorgung demokratisieren!

Eine Aktion von: Gegenstrom Berlin,  Für eine linke Strömung (FelS), Naturfreunde Berlin und AntiAtomBerlin.

Aktionsseite: .http://vattenfallindietonne.blogsport.de 

„Auf die Plätze, fertig, los!“ – Berliner Energietisch startet Sammelmarathon!

Aufruf an alle Bündnispartner und Unterstützer des Volksbegehrens

Raus auf die Plätze! Zum Wochenende des Vattenfall-Halbmarathons am 1. April wollen wir den schwedischen Noch-Netzbetreiber sportlich einmal so richtig herausfordern. Die Wette gilt: Wir sammeln 1.000 Unterschriften an einem Wochenende! Verteilt an Parks, Einkaufsmeilen und vielen Plätzen der Stadt überzeugen wir in einer gemeinsamen Aktion tausend Berlinerinnen und Berlinern von den Vorteilen stadteigener Stromnetze und Stadtwerke. Die Aktion läuft von Samstag den 31. März bis Sonntag den 1. April.

Damit sich alle, die Lust zum Sammeln haben, der Aktion anschließen können, bilden wir an beiden Tagen mehrere Teams in verschiedenen Bezirken der Stadt.

Und jetzt seid Ihr gefragt: Gebt Eurem Team einen Namen und legt einen Startpunkt für Eure Aktion fest! Tragt Euch mit Team bitte in den Sammelkalender auf der Website ein und gebt eine Mobilnummer als Kontakt an. Und nicht vergessen: zu einem erfolgreichen Sammeltag gehört natürlich auch ein Photo im Zieleinlauf. :-)

Liebe Aktive! Damit die Aktion gelingt, brauchen wir diesmal einen Kern von mindestens 25-30 SammlerInnen aus den aktiven Kreisen des Bündnisses und der Unterstützer, die an diesem Wochenende sammeln! Laßt also alles stehen und liegen und bringt Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn mit!

Gebt uns bitte den Name Eures Teams durch. Ihr bekommt natürlich auch eine Startnummer :-)

Bei gutem Wetter treffen sehen wir uns dann am späten Sonntag-Nachmittag in einem Gartenlokal zur Siegesfeier :-)

NaturFreunde Deutschlands starten die Kampagne „EURATOM? Nein Danke!“


 

Berlin, den 21.03.2012 – Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde, begrüßt, dass sich heute im Rahmen einer Anhörung auch der Deutsche Bundestag mit der Zukunft von EURATOM befasst.

 

Schon 2007 hatte Deutschland beim Abschluss des EU-Vertrages von Lissabon zu Protokoll gegeben, dass der EURATOM-Vertrag neu verhandelt werden müsse. Ein aktuell vorliegender Entschließungsantrag der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag ziele nun in die richtige Richtung, den Umbau in eine europäische Agentur für erneuerbare Energien.

 

Der 1957 geschlossene Vertrag zur Einrichtung der Europäischen Atomgemeinschaft bevor-teilt einseitig die Atomindustrie in der Europäischen Union und verhindert nicht nur in Staaten mit Atomkraftwerken den Umbau zu einer dezentralen und umweltfreundlichen Energieversorgung.

 

Allein die Bundesrepublik muss jährlich 117 Millionen Euro für die Erforschung der Atom-kraft bezahlen und in der laufenden Förderperiode sind im Haushalt der Europäischen Union 7,8 Milliarden Euro für die Förderung der Kerntechnik eingestellt. Geld, das sinnvoller in die Erforschung und den Ausbau der erneuerbaren Energien angelegt ist.

 

Aus diesem Grund haben die Naturfreunde Internationale und die NaturFreunde Deutschlands die Kampagne „EURATOM? Nein Danke!“ gestartet. Diese Kampagne dient dazu, die Bevölkerung in Deutschland und der Europäischen Union über EURATOM aufzuklären. Zudem haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, einen Appell an Bundeskanzlerin Merkel zu unterschrieben, indem sie Sie auffordern, einen neuen europäischen Vertrag zu schließen, auf dessen Grundlage die erneuerbaren Energien gefördert und erhebliche Energieeinsparungen in ganz Europa durchgesetzt werden.

 

Ein weiterer Bestandteil der Kampagne ist der Fotowettbewerb „1000 Gipfel gegen EURATOM!“. Hierbei können  NaturFreunde aber auch Bürgerinnen und Bürger ihren Protest gegen EURATOM auf Berggipfeln, vor Sehenswürdigkeit, etc., mit der „EURATOM? Nein Danke!“-Fahne der NaturFreunde Ausdruck verleihen.

 

Weitere Informationen auf www.euratom-nein-danke.de.

Anti-Atom in Indien: Ausnahmezustand in Kudankulam

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.

http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 20.03.12
Indien: Ausnahmezustand in Kudankulam

Die Regierung des indischen Bundesstaats Tamil Nadu hat beschlossen, den Bau des Atomkraftwerkes Kudankulam, der wegen Massenprotesten der Einwohner auf Eis gelegt worden war, wieder aufzunehmen. Die Lage vor Ort spitzt sich zu: 20.000 Menschen beteiligen sich an einer Demonstration vor dem Reaktor und blockieren die Zufahrten.

Die erste von dem russischen Konzern Atomstrojexport gebaute Atomanlage mit zwei Reaktorblöcken sollte ursprünglich Ende 2011 ans Netz gehen.

Doch die Bauarbeiten mussten wegen Massenprotesten, die seit September andauerten, gestoppt werden.
Die Gruppe People’s Movement Against Nuclear Energy führt eine Protestbewegung gegen das AKW an, dessen Bau Auswirkungen auf mindestens 15.000 Personen aus den umliegenden Gemeinden haben wird.

Die Protestierenden haben die Baustelle belagert und damit den Bau des AKW um mehr als 8 Monate verzögert. Die Proteste begannen, nachdem im März 2011 durch ein Erdbeben radioaktive Substanzen im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima freigesetzt worden waren. Im Dezember 2004 hatte ein Tsunami, der über den Südosten Asiens hereingebrochen war, die Dörfer in der Umgebung von Kudankulam erreicht.
Am 15.03. hatten Atomkraftgegner zu der Aktion “Kudankulam Chalo!”

aufgerufen, der tausende Menschen gefolgt waren. Nun haben sich die Proteste gegen das indische Atomkraftwerk in Kudankulam zugespitzt. Bei einer Blockade der Zufahrtsstraßen seien laut twitter-Meldungen mehrere hundert Aktivisten festgenommen und die Medien ausgewiesen worden. Es befinden sich offensichtlich rund 20.000 Menschen vor dem AKW, von denen sollen 15 AktivistInnen in den unbefristeten Hungerstreik getreten sein.

6.000 Polizeikräfte, unter anderem auch der Spezialeinheit “Rapid Action Force” seien um Kudankulam zusammengezogen worden. Es sei zudem eine Ausgangssperre verhängt und Kontrollpunkte auf allen Straßen um Kudankulam eingerichtet worden. Man habe 300 Arbeiter  unter Polizeischutz in das AKW eskortiert.
Nach Einschätzung von Atomkraftgegner soll nach dem Scheitern von Expertenkomissionen und Hetzkampagnen nun das Interesse der Atomindustrie mit Gewalt durchgesetzt werden. Im Februar hatte der indische Ministerpräsident von den USA und einigen skandinavischen Ländern unterstützten NGOs vorgeworfen, hinter den Protesten zu stehen.

10 Atomkraftgegner sind laut Amnesty International akut von langjährigen Haftstrafen bedroht.
Die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg schickt solidarische Grüße an die indischen Aktivisten. Die Lage vor Ort, so die Hoffnung, muss umgehend medienöffentlich werden, um eine Eskalation der Gewalt seitens der Polizei zu verhindern.

Weitergehende Informationen:

http://www.contratom.de/2012/03/20/indien-ausnahmezustand-in-kudankulam/

BI Umweltschutz: Atommüll ohne Akzeptanz

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
buero@bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 18.03.12
Atommüll ohne Akzeptanz

Die mögliche Suche nach verschiedenen Endlageroptionen wirft vor allem die Frage auf, ob es eine Akzeptanz für eine Atommüllkippe geben könnte. Der Soziologe Wolf Schluchter ist davon überzeugt, dass es möglich sei, die Bevölkerung für Atommüll zu begeistern. Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” berichtet, hat der emeritierte Professor für sozialwissenschaftliche Umweltstudien ein Konzept für Bürgerbeteiligung bei Großprojekten entwickelt, das bei der Suche nach einem deutschen Atommüll-Endlager zum Einsatz kommen soll.

Schluchters  “Triplex-Konzept” ruft bei der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) jedoch eher Kopfschütteln aus. Der Soziologe setzt nämlich auf das Zusammenspiel finanzieller Anreize für die Anwohner, eine Art Extrarente für die Anwohner, Struktur- und Regionalförderung und eine nicht-materielle Anerkennung. So zitiert der “Focus” Schluchter mit den Worten: “Vor allem müssten Leute, die die besondere Verantwortung der Atommülleinlagerung übernehmen, als Helden angesehen werden. Sie verdienen den größten Respekt der Gesellschaft.”

“Die Rente soll dazu führen, dass Menschen nicht fortziehen, die Gorleben-Millionen als Schmiermittel für die Gemeinden und den Landkreis kennen wir schon. Sie haben nicht dazu geführt, uns einzulullen, sondern heute machen wache Geister, die sich gegen die Fortsetzung des Gorleben-Abenteuers stark machen, die Kreistagmehrheit im Wendland aus. Und dass wir früher als Ökospinner und unappetitliches Pack beschimpft wurden, wir jetzt aber belobigt werden sollen, haken wir mal ab”, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Die Gorleben-Gegner wundern sich, dass die tatsächlich Vertrauen bildenden Maßnahmen nicht debattiert werden, als da wären: “Der Stopp der Atommüllproduktion, Verfahrens- und Klagerechte für die Allgemeinheit und ein Ende der Tricksereien bei der Ausarbeitung eines Gesetzestextes im Parteienkonsens hinter verschlossenen Türen, bei dem Gorleben nicht einmal gestrichen werden soll.”

BBU: Sonderzüge bringen 900 Tonnen Uranhexafluorid nach Gronau

Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus dauerhaft stoppen

16.03.12

von Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.

Sonderzüge bringen 900 Tonnen Uranhexafluorid nach Gronau

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat das schon “traditionelle” Informationschaos rund um die drohenden Castor-Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus massiv kritisiert.

Die Bundesregierung und die noch amtierende NRW-Landesregierung sollen der Bevölkerung klipp und klar mitteilen, was mit dem Jülicher Atommüll passieren soll. Während am Donnerstag in den Medien berichtet wurde, dass die Transporte nicht vor 2016 rollen werden, ist am heutigen Freitag wieder davon die Rede, dass die Transportserie auch kurzfristig starten und dann noch bis nach 2013 rollen könnte.

Udo Buchholz vom BBU-Vorstand fragt, “kann es sein, dass möglicherweise sehr kurzfristig mit den ersten hochgefährlichen Transporten von Jülich nach Ahaus begonnen werden soll?” Der BBU ruft die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW dazu auf, weiterhin wachsam und aktionsbereit zu bleiben.

Der BBU hält die Transporte von Jülich nach Ahaus für extrem gefährlich und lehnt sie ebenso wie seine Mitgliedsinitiative, die Bürgerinitiative “Kein Atommüll in Ahaus”, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen un weitere initiativen und Verbände generell ab. Ebenso engagiert sich der BBU gegen die zahllosen Urantransporte, die im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage in Gronau erfolgen.

“In dieser Woche haben mindestens zwei Sonderzüge mit insgesamt 900 Tonnen Uranhexafluorid die Gronauer Uranfabrik erreicht. Niemand ist an der Strecke auf einen Unfall mit Schadstoff-Freisetzungen ernsthaft vorbereitet”, warnt Buchholz.  Am vergangenen Sonntag, dem Fukusdhima-Jahrestag, hatten in Gronau rund 4000 Menschen gegen die Urananreicherungssanlage, gegen alle Atomtransporte und für den sofortigen Atomausstieg demonstriert.

Für den kommenden Sonntag (18. März) ruft die Bürgerinitiative “Kein Atommüll in Ahaus” zur Teilnahme an der monatlich in Ahaus stattfindenden Sonntagsdemonstration auf. Sie beginnt in diesem Monat nicht am Atommüll-Lager, sondern um 14.00 Uhr am sogenannten Mahner in der Innenstadt von Ahaus.

Zudem lädt die Bürgerinitiative bereits jetzt zur Teilnahme an der Frühjahrskonferenz der bundesweiten Anti-Atom-Kraft-Bewegung vom 13.4. bis zum 15.4. 2012 nach Ahaus ein. Wenige Tage zuvor findet in Jülich am Ostermontag (9. April) der landesweite Ostermarsch der NRW-Anti-Atomkraft-Bewegung statt.

“Landesregierungen kommen und gehen, dagegen bleibt die Anti-Atomkraft-Bewegung ein fester Faktor, mit dem auch eine zukünftige NRW-Landesregierung rechnen muss”, so Udo Buchholz.

Weitere Informationen rund um die Castor- und Urantransporte gibt es im Internet unter www.bi-ahaus.de www.kein-castor-nach-ahaus.de www.westcastor.de www.aku-gronau.de www.urantransport.de www.bbu-online.de

BI Umweltschutz: Die Strahlung in Gorleben ist gestiegen

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 15.03.12

BI Umweltschutz: NMU muss handeln

Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) gibt “Entwarnung” für das Castorlager in Gorleben. 2011 sei die Jahresdosisleistung am Zaun des atomaren Zwischenlagers mit 0,195 Millisievert deutlich unter dem genehmigten Maximalwert von 0,3 Millisievert pro Jahr geblieben, behauptete die GNS am Mittwoch.

“Das ist eine unglaubliche Irreführung der Öffentlichkeit”, kontert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg(BI). Dieser Wert sei nämlich kein Messwert, sondern sei herbei gerechnet worden.
BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: “Die GNS unterschlägt erstens, dass die Strahlung nach ihrer eigenen Rechnung von 0,171 Millisievert im Jahr 2010 auf 0,195 Millisievert im Folgejahr gestiegen ist – das liegt natürlich an den 11 stark strahlenden Castoren, die im November eingelagert wurden. Die schlagen aber nur für einen Monat zu Buche.”

Der Rechentrick der GNS aber sei der eigentliche Skandal. “Die Firma zieht von den gemessenen Bruttowerten im Widerspruch zu den Landesbehörden eine Strahlendosis von 0,27 Millisievert ab (*). Danach müssen also nach Behördenrechnungen im Jahr 2011 0,365 Millisievert Jahresdosis erreicht worden sein, das ist eine deutliche Überschreitung des genehmigten Grenzwertes”, sagte Ehmke.

Die Gorleben-Gegner fordern den niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner auf, dem “Märchen der GNS”, das in Gorleben alles in Ordnung sei, sofort und entschieden entgegen zu treten: “Das NMU ist gefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen. Wir fordern, dass bei den ausstehenden Messungen des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Experten der Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative zugegen sind. Unsere Devise ist: Nichts rein, nichts raus, das heißt, die Anlieferung der nicht wärmeentwickelnden Abfälle ins Fasslager muss ab sofort unterbunden werden.”

Anti-Atom: Menschenkette im Rhônetal: eine historische Mobilisierung für den Atomausstieg!

Ein Jahr nach dem Anfang der Fukushima-Katastrophe, leiden die Japaner immer weiter unter der radioaktiven Kontamination. Überall in der Welt wirkte dieser Unfall als Notsignal für eine nötige Energiewende, aber die französischen Politiker haben es bisher ignoriert und wollen nicht von Atomausstieg hören. Einige Wochen vor der Präsidentschaftswahl, wurde am 11. März 2012 ein außerordentlich großes Zeichen gesetzt, um sie zu erwecken.

Am Sonntag, den 11. März 2012, genau ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe, haben 60,000 Menschen zwischen Lyon und Avignon demonstriert, indem sie eine riesige Menschenkette gebildet haben.

Manche waren langjährige AktivistInnen; andere bezeichneten sich nur als « besorgte BürgerInnen »; manche lebten ganz in der Nähe von den 14 Reaktoren, und andere waren aus weit entfernten Regionen und aus Länder angefahren (aus Deutschland, Finnland, Russland, usw.). Hand in Hand auf einer 230-km-langen Strecke, so lang wie die Entfernung zwischen Fukushima und Tokyo, in der von Atomanlagen dicht besiedelten Region Europas haben sie solidarisch mit den JapanerInnen demonstriert. Sie haben ihren Willen stark geäußert, die Energiepolitik in der Hand zu greifen und Atomausstieg zu erhalten.

Nicht nur die Zehntausende Menschen, die an dieser von dem Anti-Atom-Netzwerk « Sortir du nucléaire » und dem Kollektiv « Kettenreaktion » organisierte Menschenkette teilgenommen haben, haben gezeigt, dass Atomausstieg bei den französischen BürgerInnen ein starker Drang ist. Die sehr freundliche Reaktion der AutofahrerInnen, die an diesem Tag auf der Route Nationale 7 der Menschenkette vorbeigefahren sind, beweist wie weit dieses Gefühl verbreitet wird.

Gleichzeitig haben in anderen Orten in Frankreich weitere Menschenketten für den Atomausstieg und solidarisch mit schwerbetroffenen Japan stattgefunden (in Bayonne, Bordeaux, in der Bretagne, in Nordfrankreich, usw.). In der ganzen Welt sind auch ähnliche Aktionen organisiert worden. Von Deutschland bis Brasilien über Mongolei, ist die Botschaft dieselbe: um die kommende Generation zu schützen, brauchen wir eine atomkraftfreie Zukunft.

Energieverschwendung bekämpfen, Gebäude abdämpfen, Energieeffizienz verbessern, saubere und arbeitsplatzschaffende erneuerbare Energien entwickeln: die Lösungen für die Energiewende sind uns bekannt. Jetzt brauchen wir eine politische Entscheidung, die unsere europäischen Nachbarn übrigens schon getroffen haben. Aber die französische Regierung, stark von der Atomlobby beeinflusst, beharrt in der Verneinung des Risikos und in ihrem Pro-Atom-Kurs.

Die Teilnahme an dieser Menschenkette beweist es: wenn die Politiker nichts hören wollen, sind Zehntausende Franzosen bereits, sich zu mobilisieren, um aus dieser Technologie des vergangenen Jahrhunderts auszusteigen. In einigen Wochen wird die Präsidentschaftswahl stattfinden, und die Kandidaten dürfen nicht mehr unsere Forderungen ignorieren. Wir brauchen ein Atomausstiegsszenario, die ältesten Atommeiler gehören sofort abgeschaltet, das EPR-Programm soll aufgegeben werden, und wir sollen dringend mit der Energiewende anfangen. Jetzt ist es endlich Zeit für die Politiker, dies zu verstehen!


Charlotte Mijeon
Chargée de campagne et des relations extérieures
Réseau “Sortir du nucléaire”
Fédération de 920 associations
Agréée pour la protection de l’environnement
9 rue Dumenge
69317 Lyon