Atomausstieg

.ausgestrahlt: Atommüll: Atomkraftgegner enttäuscht

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 9. April 2013

Atommüll: Atomkraftgegner enttäuscht

„Heute hätte ein historischer Tag sein können, aber das ist leider nicht gelungen.“

anti atom sonneZu den Gesprächen von Bund und Ländern über die Atommüll-Lagerung erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wir sind enttäuscht, dass die Politik sich nicht dazu durchringen konnte, mit dem Gesetz zu warten, bis es einen Konsens in der Enquete-Kommission gibt. Heute hätte ein historischer Tag sein können, aber das ist leider nicht gelungen. Denn das Ergebnis der heutigen Verhandlungen wird unweigerlich zu neuem Streit und Verzögerungen führen.

Jetzt bekommen wir ein schnell gestricktes, mangelhaftes Gesetz. Es steht in den Sternen, ob Bundestag und Bundesrat dazu bereit sind, dieses Gesetz zu revidieren, wenn die Kommission zu abweichenden Vorschlägen kommt.

Entgegen aller Beteuerungen behält der Standort Gorleben eine Sonderrolle im neuen Gesetz. Einen wirklichen Neustart kann es so nicht geben.

Völlig unterschlagen wird in der Debatte, dass noch immer neun Atomkraftwerke in Deutschland Tag für Tag hochradioaktiven Atommüll produzieren – die meisten bis 2022. Wer salbungsvoll über die großen Probleme bei der Lösung des Menschheitsproblems Atommüll spricht, aber nichts daran ändert, dass immer mehr davon entsteht, macht sich unglaubwürdig. Die AKW müssen jetzt stillgelegt werden und nicht erst in neun Jahren.“

NaturFreunde: Protest vor Deutscher Bank: Uranabbau tötet! Keine Investitionen in Uranminen!

Uranabbau tötet! Keine Investitionen in Uranminen!

 

naturfreunde haende geschnittenNaturFreunde organisieren vor der Deutschen Bank Protest gegen die Finanzierung der Uranproduzenten durch die Deutsche Bank

 

„Die Deutsche Bank und HypoVereinsbank/UniCredit sind die einzigen deutschen Banken, die zwischen März 2011 und Januar 2013 den Atomkonzern Areva und die Uranfirmen BHP Billiton und Rio Tinto finanziert haben. Der französische Atomkonzern Areva ist weltweit der zweitgrößte Uranproduzent (16 Prozent der weltweiten Uranproduktion 2011) und betreibt Minen in Kanada, Niger und Kasachstan. Das englisch-australische Unternehmen Rio Tinto ist kein Atomkonzern, sondern ein Bergbauunternehmen, das aber wie Areva zu den größten Uranproduzenten gehört (8 Prozent der weltweiten Uranproduktion 2011). Auch BHP Billiton ist ein englisch-australischer Rohstoffkonzern, der im Uranabbau tätig ist und 2011 sechs Prozent zur weltweiten Uranproduktion beitrug.

 

Die Deutsche Bank verhalf Areva und Rio Tinto im genannten Zeitraum zu über 1,1 Milliarden Euro. Diese Summe setzt sich zusammen aus Unternehmenskrediten über 50 Millionen Euro für Areva sowie die Ausgabe von Anleihen in Höhe von 1.099,37 Millionen Euro für Areva (100 Mio. Euro) und Rio Tinto (999,37 Mio. Euro). Die HVB/UniCredit versorgte im gleichen Zeitraum Areva und BHP Billiton mit 944,48 Millionen Euro. Dazu zählen Unternehmenskredite über 93,75 Mio. Euro für Areva und über 369,63 für BHP Billiton sowie die Ausgabe von Anleihen in Höhe von 481,10 Millionen Euro für BHP Billiton. Keines der drei Unternehmen gab im Untersuchungszeitraum neue Aktien aus.“[i]

 

 

Protestkundgebung:

„Uranabbau tötet! Keine Investitionen in Uranminen!“

am: Donnerstag, 11.04.2013

16.00 Uhr

Vor der Deutschen Bank, Alte Potsdamer Straße 1 (Potsdamer Platz)

 

Wir fordern:

  •  Banken und Versicherung müssen die Finanzierung von Uranminen sofort beenden!
  •  Uranabbau stoppen!

 

Der Protest findet im Rahmen des Bündnisses „Bankwechsel Jetzt“ statt. Infos unter: www.bankwechsel-jetzt.de


[i] aus: Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt?, urgewald, März 2013

NaturFreunde fordern sofortige Kündigung des EURATOM-Vertrags und Ausstieg aus der Atomenergie

Zwölf EU-Regierungen erklären ungebremste Befürwortung der Atomenergie

 

EURATOM NaturfreundeBerlin, 04. April 2013 – Zwölf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erklärten am 12. März in London, dass Atomenergie „zum zukünftigen kohlenstoffarmen Energiemix in der EU beitragen kann“ und forderten gleichzeitig die Schaffung eines Investitionsumfelds für neue AKW. Diese rückwärtsgewandte Haltung macht deutlich, dass sich die Anti-Atom-Bewegung weiter internationalisieren und den Widerstand gegen die unverantwortliche Atompolitik auf EU-Ebene intensivieren muss, meinen die NaturFreunde Deutschlands.

 

„Mit ihren reaktionären Forderungen zeigen diese zwölf Regierungen, dass die umweltpolitischen Debatten der letzten 20 Jahre an ihnen komplett vorbeigegangen sind“, kritisiert Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. „Die gesamte Erklärung geht an den Interessen der eigenen Bürgerinnen und Bürger total vorbei.“

 

Die gemeinsame Erklärung der Regierungen von Bulgarien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik und Ungarn, die sie am 12. März 2013 in London abgaben, ist geprägt von einer ungebremsten atomkraftbefürwortenden Ideologie. Die Regierungen handeln gegen die Interessen der Mehrheit ihrer Bürgerinnen und Bürgern. In vielen Umfragen hat sich gezeigt, dass sich in den meisten unterzeichnenden Staaten zum Teil bis zu 80 Prozent der Bevölkerung gegen die weitere Nutzung von Atomkraft ausgesprochen haben.

 

Die Regierungen erklären, dass sie „von der Bedeutung der Kernenergie in einem zukünftigen, kohlenstoffarmen Energiemix in der EU überzeugt sind“. Gleichzeitig kündigen sie an, dass sie „im Bereich der nuklearen Sicherheit in Europa enger zusammenarbeiten“ wollen und „bekräftigen ihr Engagement zur Erhaltung und Förderung der immerwährenden Verbesserung der nuklearen Sicherheit und deren Regulierung“.

 

Die Atomlobby ist in den unterzeichnenden Staaten noch immer hochaktiv

Die gesamte Erklärung ist geprägt von einer reaktionären, rückwärtsgerichteten Energiepolitik. Mit ihren Forderungen, dass der „Einsatz einer möglichst vollständigen Bandbreite an kohlenstoffarmen Technologien“ auch „CO2-Abtrennung und -speicherung (CCS) sowie Kernenergie“ beinhalten muss, zeigen diese Regierungen, dass die umweltpolitischen Debatten der letzten 20 Jahre an diesen Regierungen komplett vorbeigegangen sind.

 

Einer der entscheidenden Punkte in der gemeinsamen Erklärung ist, dass die Unterzeichner fordern, dass für die Staaten, die neue Atomkraftwerke planen, „ein Investitionsumfeld geschaffen werden müsse, das die Langfristigkeit der nuklearen Infrastrukturprojekte in der EU berücksichtige“. Zu befürchten ist, dass damit eine Erhöhung des Kreditplafonds von EURATOM verbunden sein soll, was alle Bemühungen der Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung nach einem vertraglichen Verbot von Atomkraftnutzung in der EU unterlaufen würde.

 

Planungen der Atomlobby aus Banken, Unternehmen und Politik in den zwölf unterzeichnenden Staaten:

  • • In Bulgarien will die Regierung am Reaktorstandort Kosloduj zwei neue Atomreaktoren bauen.
  • • Finnland baut seit über vier Jahren in Olkiluoto zusammen mit dem französischen Atomkonzern Areva an einem neuen Atomreaktor.
  • • Auch die Regierung in Frankreich verkündet in regelmäßigen Abständen, dass sie neue Atomreaktoren bauen will und ist derzeit mit dem ständig teurer werdenden Bau des neuen Reaktors in Flamanville beschäftigt.
  • • Erst vor wenigen Jahren hat die britische Regierung Standorte für zehn neue Atomkraftwerke genehmigt und sucht nun intensiv nach Investoren.
  • • Obwohl sich in Litauen bei einer Volksabstimmung im letzten Jahr 61,5 Prozent gegen den Bau eines neuen Atomreaktors ausgesprochen haben, versucht die Regierung mit der Unterstützung der Initiative der 12 Staaten Fakten vorzubereiten, um doch noch in den Atomkraftwerksbau einsteigen zu können.
  • • In den Niederlanden ist in Borssele ist ein neues Atomkraftwerk in Planung und soll gegen den Willen der Mehrheit der niederländischen Bevölkerung gebaut werden.
  • • Mit dem im letzten Jahr verabschiedeten Atomprogramm in Polen will die Regierung in den nächsten 20 Jahren vier Reaktoren mit insgesamt 6000 MW Leistung bauen.
  • • Am rumänischen Atomkraftwerksstandort Cernavodă sind zwei neue Reaktoren in Planung, obwohl der Standort in einer der seismisch aktivsten Regionen Europas liegt.
  • • In der Slowakischen Republik sind am Standort Mochovce zwei Reaktoren seit Langem in Bau; am Standort verkündet die Regierung seit Längerem, dass sie sich zwei weitere Atomreaktoren vorstellen kann.
  • • Die Regierung in Spanien versucht gegen die Mehrheit der Bevölkerung den Neubau von Atomreaktoren zu forcieren und mit einer Öffentlichkeitsoffensive durchzusetzen.
  • • Das Tschechische Industrieministerium verlautbarte, dass in Tschechien zehn neue Atomkraftwerke in den nächsten 50 Jahren gebaut werden sollen. Mit der massiven Planung eines neuen Reaktorblocks in Temelín sollen hier erste Fakten geschaffen werden.
  • • Die Regierung von Ungarn hat erst vor wenigen Monaten verkündet, dass sie am Atomkraftwerksstandort in Paks den Neubau von Reaktoren vornehmen möchte.

 

Die NaturFreunde werden sich diesen Planungen aktiv entgegenstellen und durch ihre internationale Arbeit zur weiteren Vernetzung der Anti-Atom-Bewegung in den verschiedenen Ländern beitragen.

 

Mit der Kampagne „EURATOM? Nein danke!“ (www.euratom-nein-danke.de) fordern die NaturFreunde die Auflösung von EURATOM und erwarten von der Bundesregierung, dass Deutschland den Vertrag kündigt.

.ausgestrahlt: Atomkraftgegner fordert: Castor-Transporte aussetzen

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 28. März 2013

Atomkraftgegner fordert: Castor-Transporte aussetzen

Transporte nach Brunsbüttel und Philippsburg verstoßen gegen Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung

anti atom sonneZu den Überlegungen, Castor-Behälter zukünftig nach Brunsbüttel und Philippsburg statt nach Gorleben zu bringen erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Besser als die Umleitung der Castor-Transporte in andere Zwischenlager ist es, diese so lange auszusetzen, bis geklärt ist, wo der Atommüll langfristig gelagert werden soll. Jeder Transport mit hochradioaktivem Material stellt ein erhebliches Risiko dar und deshalb sollte jede unnötige Atommüll-Fuhre vermieden werden. Dies entspricht auch dem Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung, wonach jede vermeidbare Strahlenbelastung vermieden werden muss.

Die Verträge mit den Plutonium-Fabriken im französischen La Hague und englischen Sellafield regeln zwar, dass der Müll zurückgenommen werden muss, aber nicht den Zeitpunkt. Deshalb macht es Sinn, erst dann zu transportieren, wenn das eigentliche Ziel feststeht.

Im Übrigen stellen wir mit Erstaunen fest, welche Debatten schon einzelne mögliche Transporte in den betroffenen Bundesländern auslösen.
Denn gleichzeitig wird in Deutschland tagtäglich in neun Atomkraftwerken hochradioaktiver Atommüll produziert. Da wäre es doch sinnvoll, zuerst die weitere Produktion strahlender Abfälle zu beenden.“

.ausgestrahlt: Castor-Stopp nach Gorleben hängt von Atomwirtschaft ab

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 26. März 2013

Castor-Stopp nach Gorleben hängt von Atomwirtschaft ab

Atommüll-Verursacher haben Rechtsanspruch für Transporte nach Gorleben.
Für die Zwischenlagerung in anderen Bundesländern fehlen Genehmigungen.

anti atom sonneZum angekündigten Stopp aller Castor-Transporte nach Gorleben erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die Zusage zum Stopp der Castor-Transporte nach Gorleben steht auf tönernen Füßen. Nicht, wie bisher kolportiert, die Zustimmung anderer Bundesländer, Atommüll in ihren Zwischenlager-Hallen aufzunehmen, ist das Hauptproblem. Viel wesentlicher ist die Kooperationsbereitschaft der Atomwirtschaft.

Da es gültige Genehmigungen für das Zwischenlager Gorleben – und nur für dieses – gibt, haben die Abfallverursacher quasi einen Rechtsanspruch auf Castor-Transporte ins Wendland. Diesen Anspruch kann ihnen keine Landesregierung und keine Bundesregierung so einfach nehmen.

Nur wenn die Atomwirtschaft bereit ist, auch für Zwischenlager an anderen Orten Anträge auf die Einlagerung von Castor-Behältern aus den Plutonium-Fabriken im Ausland zu stellen, kann es überhaupt ein Genehmigungsverfahren für diese Standorte geben.

Stellen sich die Atommüll-Verursacher stur und halten an ihren Plänen für nächste Transporte nach Gorleben ab 2015 fest, dann wird es für die Behörden sehr schwer, dies zu verhindern.

Aus unserer Sicht wäre es am besten, vorläufig auf alle Atomtransporte zu verzichten und diese erst wieder aufzunehmen, wenn klar ist, wo das Endlager letztendlich sein wird. Denn dann muss der strahlende Müll nur noch ein einziges Mal transportiert werden. Das minimiert die Unfall-Risiken und die Belastung für alle Bundesländer.“

Auf http://www.ausgestrahlt.de finden Sie unsere Analyse des Vorschlags von Altmaier, Weil und Wenzel zur Endlagersuche.

.ausgestrahlt: Atommüll-Kompromissvorschlag hat entscheidenden Fehler

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 25. März 2013

Atommüll-Kompromissvorschlag hat entscheidenden Fehler

Atomkraftgegner mahnen richtige Reihenfolge bei Atommüll-Suchverfahren
an: Erst Enquete-Kommission und dann das Gesetz

anti-atom castorNach einer gründlichen Analyse des Vorschlags von Altmaier, Weil und Wenzel zum Endlagersuchgesetz erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der Vorschlag macht einige Schritte in die richtige Richtung, hat aber einen entscheidenden Fehler: Es macht keinen Sinn und ist schädlich, ein Verfahren für die Endlagersuche bereits jetzt gesetzlich festzulegen, bevor die Enquete-Kommission wesentliche Fragen für die Ausgestaltung dieses Verfahrens beantwortet hat.

So entsteht der Eindruck, dass die Enquetekommission lediglich dazu eingerichtet wird, damit Niedersachsen dem bestehenden mangelhaften Gesetzentwurf zustimmt  – aber nicht, weil Peter Altmaier der Kommission wirklich zugestehen will, einen tragfähigen Konsens zu erarbeiten, der dann gesetzlich umgesetzt wird.

Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den Umstand, dass die Ergebnisse der Kommission keine Verbindlichkeit haben sollen, sondern vom Bundestag samt und sonders abgelehnt werden können.

Wir fordern SPD und Grüne und die von ihnen regierten Bundesländer dazu auf, die Verabschiedung des Gesetzes zurückzustellen, bis die Ergebnisse der Enquete-Kommission vorliegen. Es besteht keine Veranlassung, das Gesetz bereits jetzt zu verabschieden, vor allem, da das Suchverfahren sowieso erst beginnen soll, wenn die Kommission ihre Arbeit abgeschlossen hat.“

BI Umweltschutz: “Geschäftsmodell Gorleben”

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung  26.03.13

“Geschäftsmodell Gorleben”

anti-atom castorDie Bund-Länder-Kommission, deren Ehrgeiz es ist, bis zur Sommerpause ein Endlagersuchgesetz auf den Weg zu bringen, habe den Kern ihres Auftrags noch gar nicht in Angriff genommen, moniert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Die Gorleben-Gegner verweisen darauf, dass die Finanzierung des Atommülldesasters “ein völlig unbestelltes Feld” sei. Es sei überfällig, einen öffentlich-rechtlichen Fond dafür einzurichten, in den die Atomstromproduzenten ihre steuerfreien Milliardenbeträge einzuzahlen hätten. Diese belaufen sich auf rund 30 Mrd. Euro.
“Auch Stromkonzerne können Pleite gehen oder ihr Geschäftsfeld wechseln”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Oder sie entziehen sich deutschem Recht wie Vattenfall. Dieser Konzern verklagt gerade die Bundesrepublik wegen des Atomausstiegs dem ICSID, dem International Centre for Settlement of Investment Disputes, das der Weltbank angehört, auf Zahlung von 3,7 Mrd. Euro.

“Dass bei der Endlagersuche Gorleben trotz der geologischen Mängel immer noch gehandelt wird, hat auch ökonomische Gründe, unterstreicht die BI. Das Geschäftsmodell Gorleben, bei dem die Konzerne auf der einen Seite 1,6 Mrd. Euro ausgegeben haben, auf der anderen Seite sich aber beim Vorhabenträger, der DBE (Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe) zu 75% eingekauft haben, sich den Großteil der Investition wieder in die eigene Tasche stecken, ist einer der handfesten Gründe, warum an Gorleben festgehalten wird”, ist sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke sicher. “Wir können immer nur wieder davor warnen, den fünften vor dem ersten Schritt zu gehen, ein Gesetz muss Resultat einer gründlichen Beratung der Causa Atommüll sein”, so die BI.

BI Umweltschutz: Endlagerkompromiss “Mogelpackung”

Pressemitteilung  25.03.13

Endlagerkompromiss
BI Umweltschutz: “Mogelpackung”

bi umweltschutz castorDie schlechte Nachricht wurde gut eingepackt: Eine Enquete-Kommission soll jetzt zwei Jahre lang über Sicherheitskriterien und verschiedene Endlagerkonzepte beraten. “Diesen Schritt, eine öffentliche Atommülldebatte zu führen, begrüßen wir, und wir werden uns dafür stark machen, dass es keine unverbindliche Debatte wird”, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).  Entscheidend werde sein, welche Kompetenzen einer solchen Kommission eingeräumt werden.

Doch den Kern, den Teil des Kompromisses zwischen Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und der rot-grünen Landesregierung in Hannover, dass Gorleben im Rennen bei der Endlagersuche bleiben soll, hält die Umweltinitiative für untragbar.

“Es widerspricht diametral dem Wahlversprechen und der Einsicht, dass in Gorleben nur mit Hilfe von Verfahrenstricks und Lügen ein sogenanntes Erkundungsbergwerk aufgefahren werden konnte”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Ein Gesetzentwurf, der am Ende diesen Lügengebäude ex post auch noch anerkennt, indem Gorleben im Rennen bleibt, rufe weitere Protest und heftigen Widerstand hervor. Der BI-Vorsitzende Martin Donat appelliert deshalb an die Verhandlungsführer, vor dem entscheidenden Bund-Länder-Treffen am 7.
April diesen Webfehler des Kompromisse zu tilgen und klar zu der Einsicht zu stehen, dass Gorleben aus geologischen Gründen als Atommülllager ausscheidet.

Auch dass es einen Castor-Stopp geben könnte, nehmen die Gorleben-Gegner weder Altmaier noch Weil und Wenzel ab: “Wir halten es nicht mit Sankt Florian, ein Castor-Stopp für Gorleben wäre eine Belastung für andere Standorte. Wir fordern einen völligen Atomtransporte-Stopp bis zur Klärung der Frage, wie mit dem Atommüll verfahren werden soll.” Altmaier müsse im Übrigen direkt mit der Gesellschaft für Nuklearservice verhandeln, die entsprechende Transport-Anträge gestellt hat. Ehmke: “Dem Positionspapier liegt eine falsche Einschätzung zugrunde, die Bundesländer haben bei den Castor-Transporten nichts zu vermelden. Bisher ist es eine Mogelpackung.”

.ausgestrahlt: Atomkraftgegner warnen vor Trickserei mit Endlagersuchgesetz

.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie Pressemitteilung

Hamburg, 24. März 2013

Atommüll: Scheinbeteiligung oder gesellschaftlicher Konsens?

Atomkraftgegner warnen vor Trickserei mit Endlagersuchgesetz

Zur aktuellen Entwicklung in der Debatte um ein Endlagersuchgesetz erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

anti atom sonne„Wir begrüßen zwar die Einbeziehung der Zivilgesellschaft bei der Entwicklung eines geeigneten Verfahrens für den Umgang mit Atommüll – wenn es denn ernst gemeint ist. Denn wer einen gesellschaftlichen Konsens im Endlager-Streit will, muss auch alle Betroffenen umfassend mit einbeziehen. Wir warnen aber eindringlich vor einer Scheinbeteiligung.

Deshalb sind wir nicht einverstanden damit, dass das Endlagersuchgesetz schon verabschiedet werden soll und die Ergebnisse der geplanten Enquetekommission keine Verbindlichkeit haben sollen. Damit der neue Ansatz gelingt, muss es umgekehrt laufen:

1. Die Gesetzgebung muss so lange zurückgestellt werden, bis der gesellschaftliche Konsens über das Verfahren hergestellt ist. Denn im aktuellen Gesetzentwurf gibt es an vielen Stellen Regelungen, die dem Aufbau von Vertrauen in der Bevölkerung entgegenstehen. Ohne dieses Vertrauen wird es aber nicht gelingen, den Streit um den Atommüll beizulegen.

2. Es darf keine Scheinbeteiligung geben, sondern die Ergebnisse der geplanten Enquete-Kommission müssen verbindlich sein.

3. Der Auftrag an die Kommission muss umfassend sein und sich auf das ganze Suchverfahren beziehen.

Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann der Atommüll-Streit überwunden und das beste Verfahren gefunden werden. Schon zu oft wurden in der Vergangenheit leere Versprechungen gemacht, die bei genauerem Hinsehen nicht viel wert waren.“

NaturFreunde: Millionenkredite für marode ukrainische AKW – Verantwortliche haben aus Tschernobyl nichts gelernt

Millionenkredite für marode ukrainische AKW
NaturFreunde: Verantwortliche haben aus Tschernobyl nichts gelernt

 

EURATOM NaturfreundeBerlin, 25. März 2013 – Mit der Entscheidung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), der Ukraine einen Kredit in Höhe von 300 Millionen Euro für die Modernisierung derzeit am Netz befindlicher Atomkraftwerke zu gewähren, übernehme die EBWE auch direkte Verantwortung für die Gefahr eines neuen Atomunfalls in der Ukraine, kritisieren die NaturFreunde. Sie kündigen Protest in Berlin an.

 

„Die Regierung verbreitet offen eine Unwahrheit“, mahnt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. „Die ukrainischen AKW werden auch mit den Nachrüstungen Hochgefahren-Reaktoren bleiben, die jederzeit einen Atomunfall verursachen können.“

 

Die Entscheidung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM), weitere 300 Millionen Euro für die ukrainischen Atomreaktoren beizusteuern, zeigt erneut, dass EURATOM zur Erhöhung des atomaren Risikos in Europa beiträgt, anstatt für Sicherheit zu sorgen. Die Forderung der NaturFreunde Deutschlands nach sofortiger Auflösung der Atomgemeinschaft, die in geheimen Sitzungen die Kreditvergabe an Atomunternehmen beschließt, erscheint daher mehr als notwendig. Auch die Bundesregierung trägt durch die Mitgliedschaft bei EURATOM unmittelbar zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in der Ukraine bei.

 

Bundesregierung hält an EURATOM-Vertrag fest

Die Ablehnung der Anträge von SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen durch die Regierungsfraktionen in der letzten Sitzungswochen, in denen die drei Oppositionsfraktionen gefordert hatten, EURATOM zu reformieren oder aufzulösen, zeigt deutlich, dass es der Bundesregierung nicht um einen wirklichen Atomausstieg geht.

 

Die 15 in der Ukraine betriebenen Atomreaktoren sind Altreaktoren aus der sowjetischen Zeit vom Typ „VVER 1000“ und „VVER 440/213“. Wenn hier die EBWE behauptet, diese Reaktoren könnten „auf einen Stand gebracht werden […], auf dem sie die internationalen Standards ebenso erfüllen wie die lokalen Vorschriften“, ist dies eine offene Lüge.

 

NaturFreunde kündigen Proteste an

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, die Kredite an die Ukraine noch zu stoppen und sich für die sofortige Stilllegung der ukrainischen Reaktoren einzusetzen. Stattdessen erwarten die NaturFreunde, dass die 600 Millionen Euro für die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien in der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.

 

In den nächsten Wochen werden die NaturFreunde vor der EU-Kommission in Berlin und vor der Botschaft der Ukraine gegen den Weiterbetrieb der Atomreaktoren und gegen die Vergabe von 600 Millionen Euro durch EURATOM und EBWE protestieren.