Wedding

AUFRUF: Antikapitalistische Walpurgisnacht in Berlin: Demonstration: Take Back The City – Nimm was dir zusteht!

15:00 | S- & U-Bhf Gesundbrunnen
Kundgebung mit Live Acts und Redebeiträgen

20:30 | Behmstraße/Badstraße
Demonstration: Take Back The City – Nimm was dir zusteht!

 

Überwachen und Strafen? Nein, den gewinnorientierten Umbau der Stadt stoppen!

Walpurgisnachtplakat-GentrifizierungDie Antikapitalistische Walpurgisnacht fand im letzten Jahr zum ersten Mal im Berliner Bezirk Wedding statt. Entgegen der groß angelegten medialen und staatlichen Hetze im Vorfeld gingen am 30.04.2012 über 6000 Menschen auf die Straße. Bei den Anwohner_innen war Angst vor angeblichen bösen und gewaltbereiten Demonstrant_innen geschürt worden, was dazu führte, dass einige Geschäfte sich mit Brettern vor den Fenstern rüsteten. Auf der Demonstration jedoch wurden Rassismus und soziale Ausgrenzung als Phänomene des Kapitalismus genannt und aufgedeckt.

Noch vor einigen Jahren galten Bezirke wie Neukölln, Kreuzberg und Wedding als „Schmuddelbezirke“ mit niedrigen Mieten. Menschen mit geringem Einkommen, Migrationshintergrund oder anderen Hintergründen, die nicht in die schon damals gutbürgerlichen Bezirke oder in die ehemals wilden Bezirke wie Prenzlauer Berg passten, wurden in diese Stadtteile abgedrängt. Mittlerweile hat sich vieles verändert und auch der Berliner Senat hat angefangen, diese Bezirke rein gewinnorientiert zu vermarkten. Doch wie wird man die bisherigen Anwohner_innen los, die nun nicht mehr in das erwünschte Bild passen? Ganz einfach: man bedient sich rassistischer Propaganda. So tut es bei jeder Gelegenheit der rechtspopulistische Bürgermeister Neuköllns, Heinz Buschkoswky (SPD), und ist sich nicht zu schade, darüber ein Buch zu schreiben. Parallel dazu steigen die Mieten einfach wegen der gesetzlichen Möglichkeit dazu und werden Zwangsumzüge durchgesetzt. Das schafft Platz für einkommensstärkere Mieter_innen und solche, die mit Wohn- und Mieteigentum Geld verdienen. Allen anderen bleibt nur der Umzug in die sogenannten Randbezirke oder die Wohnungslosigkeit. Wenn wir also ein Zeichen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung setzen wollen, muss es immer auch antikapitalistisch sein, denn die Gründe liegen nicht in der Mieterhöhung allein.

Außerdem verschärft sich die soziale Situation in der Stadt weiter. Während der wirtschaftlich orientierte Umbau der Stadt durch die herrschenden Parteien seit Jahrzehnten vorangetrieben wird, soll zeitgleich ein starker Polizeiapparat aufgebaut werden, um mögliche soziale Unruhen frühzeitig erkennen und niederschlagen zu können. “Überwachen und Strafen” ist die Antwort der politischen und ökonomischen Eliten von Heinz Buschkowsky bis Thilo Sarrazin auf den Fakt, dass die Situation noch lange nicht so ist, wie es sich kapitalistische Pläne vorstellen. Passenderweise wird im Februar wieder der Europäische Polizeikongress in Berlin stattfinden, bei dem auch dieses Jahr die allumfassende Sicherheitsarchitektur weiterentwickelt wird: mehr Kameraüberwachung, systematische und zunehmend willkürliche Polizeipräsenz, Rechtsfreiheit für die Staatsgewalt.

Nationalismus als Verschleierungszusammenhang

Die Stadt ist das Feld der sozialen Auseinandersetzungen, unterdrückende Strukturen und soziale Ausgrenzung sind an allen Ecken der Stadt anzutreffen. Was in den 1920er Jahren der Weimarer Republik als “Sozialhygiene” nur angedacht wurde, verwirklicht sich heute schon in der Realpolitik. Sozialhygiene beschreibt das “Aussieben” der Gesellschaft, die systematische Entrechtung und Diskriminierung vieler Menschen aufgrund ihrer Lebensweise oder sozialer Lebensumstände. Armut wird als persönliches Versagen verstanden und biologisiert – für “abweichendes Verhalten” und Armut werden genetische Ursachen erdacht. Wer sich nicht dem kapitalistischen Alltagsbetrieb fügen kann oder will, wird aufgrund des immerfort drohenden sozialen Abstiegs als “Unterschicht” bezeichnet und abgewertet. Bevor man selbst davon betroffen ist, bleibt immer noch Zeit, auf andere verächtlich herabzublicken. Sarrazins sogenannte Thesen und das auf allen Ebenen vorgeschobene Argument “Das wird man doch wohl noch sagen dürfen” zeigen eine breite Zustimmung zu einem gefährlichen Sozialchauvisnismus, der Herabwürdigung anderer aufgrund ihres angeblich niedrigeren sozialen Standes. Menschenfeindlichkeit getarnt als Meinungsfreiheit.

In Zeiten des dauerhaften Krisen-Kapitalismus zieht die Bundesregierung gerade die sogenannte Euro-Krise als erfolgreichen Beleg für den “deutschen Weg” des kapitalistischen Wirtschaftens heran. Sozialchauvinismus gegen die Verlierer_innen dieser ökonomischen Herrschaft wird mit einem Nationalismus verquickt, der sich als Stärkung des Standorts tarnt und das bestehende System stützen soll. Im nationalistischen Wahn werden die bestehenden sozialen Widersprüche verwischt, obwohl die persönliche Situation immer prekärer wird. Unter Applaus können die Missstände von der Öffentlichkeit abgesegnet werden, da es ja immer Menschen gibt, denen es noch schlechter geht. Arbeitsagenturen und Jobcenter als maßregelnde Einrichtungen sollen das Märchen vom “Erfolg durch Anstrengung” weitererzählen. In Berlin steigt die Anzahl der durch die Jobcenter verhängten Sanktionen bei Hartz-4-Bezügen weiter an. Mehr Menschen ohne genug Geld zum Leben bekommen noch weniger Geld, kommen dadurch in finanzielle Probleme und bekommen: noch weniger Geld.

Keine Angst, es ist nur Gentrifizierung!

Gentrifizierung ist ein Phänomen, welches wegen der Anziehungskraft auf den spekulativen Immobilienhandel und die folgende Aufwertung die sozialen Unterschiede in den Städten weiter verschärft. Durch solch eine Stadtpolitik steigen die Mieten in zahlreichen Innenstadtteilen in unbekannte Höhen oder werden Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verwandelt, was großen Bevölkerungsteilen das Leben dort verunmöglicht. Senat, Bezirksämter, Quartiersmanagements, Wohnungsbaugesellschaften und Polizei arbeiten Hand in Hand daran, die entstehenden Konfliktherde mit einer Law-and-Order-Politik aus den Innenstadtbereichen an den Standrand zu drängen. Es stellt sich die Frage, ob hier gar eine Art Ghettoisierung fernab der attraktiven, für Investor_innen interessanten und verwertbaren Innenstadtquartiere verfolgt wird.

Zusehends entsteht ein Repressionsapparat, welcher auch in Abwesenheit konkreter Ordnungshüter_innen funktioniert und zur Selbstdisziplinierung anregen soll: mit scheinbar demokratischen Elendsverwaltungen, allen voran Quartiersmanagements, sollen demokratische Teilnahmemöglichkeiten vorgetäuscht und die kritische Auseinandersetzung mit dem Versagen des Berliner Senats verhindert werden. Ob in Neukölln oder Wedding: Bestrebungen zur Disziplinierung werden von Bezirksbürgermeistern wie Buschkoswky genauso gefordert wie eine umfassende soziale Kontrolle der Bevölkerung. Die Ideen reichen bis zu “Kiezläufern”, die Überwachungs- und Kontrollfunktionen übernehmen und für eine immer engere Kooperationen zwischen Behörden und der Polizei stehen, die jedes auch nur mögliche Vergehen gegen einen wahnwitzigen Ordnungskatalog verfolgen und bestrafen will.

Doch es geht auch anders. So konnte in den vergangenen Monaten in Berlin-Kreuzberg eine Zwangsräumung verhindert werden. Eine Familie sollte ihre seit mehreren Jahrzehnten bewohnte Wohnung durch Polizeigewalt verlassen, was durch Freund_innen, Anwohner_innen und Unterstützer_innen vorerst durch Blockaden verhindert werden konnte. Dies ist ein Zeichen der Solidarität als Antwort auf staatliche Repression.

Diskriminierung als Hintergedanke

Der Prozess der Gentrifizierung arbeitet mit Rassismus gut zusammen. Nicht nur Rechtspopulist_innen wie von “Pro Deutschland”, sondern auch weit in die sogenannte gesellschaftliche Mitte sorgt sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft um ihr Überleben. Befürchtet wird eine angebliche “Überfremdung” durch muslimische Einwander_innen, was als mediale Hetze ganz klar rassistische Strukturen aufweist und dank des Mangels an Argumenten gut ankommt. Glücklicherweise scheitern die tragenden Strukturen dieser Kampagne wie die Partei “Die Freiheit” immer wieder an verschwindend geringen Wahlstimmen und dem unprofessionellen Auftreten ihrer bekannten Figuren.

Eine Ursache für den zunehmenden Rassismus lässt sich im jahrelangen Absinken des Reallohns und gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten vor allem für Mieten finden, da es am leichtesten scheint, die sowieso schon an den Rand gedrängten Bevölkerungsteile wie Migrant_innen weiter aus dem gesellschaftlichen Leben zu drängen, wenn sich die eigene Situation verschärft. Zeitungen wie BZ, Bild und Kurier klatschen Beifall und fordern mehr Kameras, mehr Polizei, härtere Strafen – nicht nur gegen als “kriminell” bezeichnete Menschen, sondern am besten gegen alle, die nicht von sich aus den ganzen Tag ihren Wert beweisen, in Deutschland leben zu dürfen. Unter dem Deckmantel der Sicherheit oder besser: der Absicherung gegen politische Aktionen entsteht eine totale Überwachung und Bestrafung der Gesellschaft. Das wird in Zukunft auch den letzten Freiraum in der Stadt beseitigen.

Ganz im Sinne der rassistischen Zuschreibungen und dem Abwälzen eigener Probleme ist in vielen von der Polizei willkürlich als “Kriminalitätsschwerpunkt” bezeichneten Stadtteilen die Strategie des “racial profiling” Wirklichkeit geworden. Menschen, die als abweichend von irgendeinem Muster angesehen werden, geraten ohne Vorwarnung auf Straßen und Bahnhöfen in “verdachtsunabhängige Kontrollen” und werden Stück für Stück entrechtet. Anlass kann die äußere Erscheinung, die Kleidung oder die Bewegungsart sein, Betroffene werden manchmal sogar mehrmals hintereinander kontrolliert. Rassismus tritt dabei als gesellschaftliches und institutionelles Problem auf – aufgrund der Zustimmung in der Mehrheitsgesellschaft können die Behörden sich viele Rechtsbrüche erlauben. Auch im Jahr 21 nach der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl sind offensichtlich keine Lehren aus der Geschichte gezogen worden, es sei nur an die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda erinnert. Erst kürzlich warnte Innenminister Friedrich, aus deutscher Tradition und ganz klar antiziganistisch, vor “Asylmissbrauch” durch Menschen aus Serbien und Mazedonien.

If the kids are united…

Schon in den ersten Lebensabschnitten wird den Menschen vom Staat vermittelt: gefördert wird nur, was Gewinn verspricht. Senioren- und Jugendeinrichtungen werden geschlossen und die Sozialhaushalte immer weiter verknappt. Ursprünglich staatliche Aufgaben wie zur Versorgung Armer und Obdachloser werden an marktwirtschaftlich orientierte Unternehmen verscherbelt, damit diese selbst daraus noch Profit ziehen können. “Public-Private-Partnership” (Zusammenarbeit öffentlicher/staatlicher und privater Firmen) heißt das Zauberwort, mit dem auch soziale Dienstleistungen gewinnträchtig werden.

Dagegen wehren wir uns! Die Frage “Wem gehört die Stadt?” wollen wir einmal mehr stellen. Die zunehmenden Anzahl von Stadtteilinitiativen, Mieter_innenbewegungen und anderen sozialen Protestbewegungen stehen für eine Entwicklung, die Stadt nicht als Ort des Profitgewinns, sondern als Lebensraum zu begreifen. Die Hausbesetzung in der Stillen Straße, das Refugee Camp am Oranienplatz und die erfolgreiche Besetzung der Schule in der Ohlauer Straße zeigen Möglichkeiten des Widersetzens und des Widerstandes auf. Nun gilt es, die verschiedenen sozialen, antirassistischen und antifaschistischen Kämpfe zusammenzuführen.

Wir, die von Häuserräumungen und Verdrängung, von Rassismus und sozialer Ausgrenzung, von polizeilichen Kontrollen und Schikane durch das Jobcenter betroffen sind, lassen uns nicht einschüchtern!

Für eine antikapitalistische Perspektive – ohne rassistische Diskriminierung und ökonomische Ausbeutung!

Darum: am 30.04. auf die Straße – für eine solidarische Gesellschaft! Take Back the City!

Der Mauerpark gehört uns: Nein zu Luxuswohnungen – Aufstehen gegen Gentrifizierung im Wedding

Liebe FreundInnen,

am 18. Februar hat die Bürgerinitiative “welt-buerger-park” kurzfristig zu einem Austausch zu den schockierenden Mauerpark-Betonplänen der Groth-Gruppe eingeladen. 60 AktivistInnen waren anwesend.

Seit 1990 setzen sich Bürgerinitiativen im Prenzlauer Berg für eine Erweiterung des Mauerparks ein. Durch aktiven Protest gelang es bis heute, eine Bebauung des Mauerparks erfolgreich zu verhindern.

Bei der Beratung am 18. Februar wurde deutlich, das es höchste Zeit wird, den Protest nun auch in den Wedding zu tragen und den kreativen Widerstand vor Ort auszuweiten.

Gemeinsam mit den langjährigen wertvollen Erfahrungen der Bürgerinitiativen im Prenzlauer Berg wollen wir nun auch hier im Wedding einen „Widerstandsgrundstein“ legen.

Zu einem ersten Austausch, Kennenlernen und Pläneschmieden laden wir ein:
Am Montag, 11. April um 19:00 Uhr im Café „Tortenwerkstatt“, Gleimstr. 6
Nähere Infos unter: www.welt-buerger-park.de

HINTERGRUNDINFOS:
Am 15.02.2013 hat der Berliner Investor Klaus Groth seine Pläne für die Bebauung des Nordfeldes des Mauerparks im Bezirksamt Wedding vorgestellt.
Es sollen 520 bis 530 Wohnungen mit einer Brutogeschoßfläche von 54.000 Quadratmetern am Nordrand des Mauerparks entstehen.

„Je die Hälfte der Wohnungen sind als Mietwohnungen an der Nord- bzw. Eigentumswohnungen an der Südseite des neuen Stadtquartiers vorgesehen.” Groth rechnet mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 3.500 Euro pro Quadratmeter und einer Kaltmiete von 11,50 Euro pro Quadratmeter. Ende 2017 soll das neue Quartier stehen.

Diesen Vertrag hat das Land Berlin gegen den massiven Widerstand von Anwohnern und Bürgerinitiativen im vergangenen Jahr mit dem Immobilienunternehmen CA-Immo vereinbart. Er beinhaltet einen Grundstücksdeal: Das Land Berlin erhält für die Erweiterung des Mauerparks Fünf Hektar Privatgelände, im Gegenzug sichert Berlin dem Investor Baurecht für das neue Wohnviertel zu.

Die Zufahrt für die Bebauung sowie für die Zufahrt zum neuen Wohnquartier wird ausschließlich über den Wedding durch eine neue Straße vor dem Gleimtunnel stattfinden. Die Gleimstraße soll auf sechs Meter Fahrspur und zwei Fußwege ausgeweitet werden und eine Ampel soll die Zufahrt regeln. Für Radfahrer und Fußgänger soll es einen Aufzug zum höher gelegenen Luxuswohnviertel geben.

Für uns bedeutet es:
Verdichtung des Wohnviertels
Massive Erhöhung der Mieten durch Luxuswohnungen
Weniger Grün zur Erholung
Zerstörung des „Grünen Bandes“ ins Umland

Kommt bitte zahlreich am 11. April und bringt Freunde, Bekannte und Nachbarn mit.

Berlin: Linksfraktion prüft rechtliche Schritte wegen Mauerpark-Deal

09. November 2012  Allgemein, Berlin, DIE LINKE, Freizeit, Mauerpark, Wedding

Die Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Katrin Lompscher, und der rechtspolitische Sprecher Klaus Lederer erklären:

Nachdem die Koalitionsfraktionen heute im Ausschuss dem Mauerpark-Deal zugestimmt haben, steht er morgen im Plenum zur Abstimmung. Die Linksfraktion wird dem Vertragsentwurf nicht zustimmen und rechtliche Schritte prüfen. Dabei geht es nicht nur um die unakzeptablen finanziellen Zugeständnisse des Landes an einen Privatinvestor, sondern um die mögliche Verletzung planungs- und haushaltsrechtlicher Grundsätze sowie der Rechte des Abgeordnetenhauses.

Die rechtliche Prüfung wird erwogen

  1. wegen Missachtung der Festlegungen des Flächennutzungsplanes (FNP),
  2. wegen der unzulässigen Präjudizierung des B-Planverfahrens sowie
  3. wegen möglicher Vorteilsgewährung für die CA Immo zu Lasten des Landeshaushalts ohne zwingenden wirtschaftlichen und Rechtsgrund.

Die Fraktion DIE LINKE ist überzeugt, dass nach wie vor die für die Flächen am Nordkreuz geltende Zielplanung des FNP Grün die vernünftigste Perspektive ist. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über den Bedarf an innerstädtischen Wohnungsbauflächen ist eine demokratische Überprüfung der durch das Abgeordnetenhaus beschlossenen Planung opportun. Das muss aber in einer offenen und öffentlichen Debatte um die städtebauliche Ziele Berlins erfolgen und darf kein intransparentes, undemokratisches und unwürdiges Dealen zwischen den Profitinteressen des Grundstückseigentümers und den öffentlichen Interessen der Stadt hinsichtlich der Bodennutzung sein.

Welt-Bürger-Park e.V.: Worüber wurde am 13.09. in der BVV Mitte abgestimmt?

Ca. 200 Gäste waren Zeugen der Abstimmung in der BVV-Mitte-Sitzung am vergangenen Donnerstag, 13.09.2012. Viele fragten sich aber, worüber denn eigentlich abgestimmt worden war?! Ungewöhnlich, dass keine Drucksachen mit TOPs und Anträgen auslagen, genauso ungewöhnlich wie der Modus der Platzkartenvergabe und die Polizeikontrollen am Eingang zu einer Öffentlichen Sitzung.

Mit 24 zu 19 Stimmen wurde nach 45 Minuten Thematische Stunde dieses Papier dann am Ende durchgewunken, CDU und SPD überstimmten LINKE, Piraten und Grüne, letztere waren nicht vollständig erschienen, sonst wäre das Ergebnis womöglich anders ausgegangen…

Und auch wenn Thorsten Reschke von der CDU nicht müde wurde, in mehreren Redebeiträgen zu versuchen die Anwesenden zu überzeugen, dass heute eigentlich über gar nichts abgestimmt würde und alles ganz harmlos sei, dieser Satz unter Punkt 2 im Papier sagt alles:

…der Bebauungsplanentwurf 1-64 so zu überarbeiten, dass er die im städtebaulichen Vertrag geregelten Nutzungen widerspiegelt. Die nächsten Verfahrensschritte im Bebauungsplanverfahren sind einzuleiten…

Damit ist klar, dass der B-Plan erst NACH einem rechtskräftig aufgestellten und UNTERZEICHNETEN städtebaulichen Vertrag aufgestellt wird, der unübersehbar die Interessen der CA Immo bedient. Damit gibt es aber auch einen harten juristischen Anfechtungsgrund. Jetzt hängt es am Senat der Stadt Berlin dem Treiben der Herren Spallek und Gaebler Grenzen zu setzen. Mehr dazu HIER

Eure Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Parkler

Welt-Bürger-Park e.V.

NaturFreunde Berlin fordern Schaffung des großen Mauerparks

Pressemitteilung:

Vorgehen von SPD und CDU in der BVV Mitte ist nicht akzeptabel

 

Berlin, 14.06.2012 – Zum heutigen Dringlichkeitsantrag der SPD in der BVV Mitte „Nächste Schritte für den Mauerpark“ erklärt der stellvertretende Vorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:

 

Mit dem Dringlichkeitsantrag der SPD „Nächste Schritte für den Mauerpark“ für die heutige BVV-Sitzung soll der Wille der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von Wedding und Prenzlauer Berg einfach zur Seite geschoben werden. Durch eine Nacht- und Nebelaktion soll eine seit vielen Jahren intensiv diskutierte Frage im Interesse von einigen Investoren gelöst werden. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wird mit einem solchen Vorgehen mit Füßen getreten.


Mit dem jetzt vorgelegten Dringlichkeitsantrag soll eine großflächige Bebauung der Mauerparkerweiterungsfläche im Wedding vorgenommen und die Privatisierung im Süden beschlossen werden. Weiter soll die Zuwegung über das Gleimviertel unter Umgehung der Beteiligung und gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger im Eilverfahren durchgepaukt werden.

 

Nach einem Planungsentwurf sind etwa 600 Wohnungen mit einer Bruttogeschossfläche von bis zu 58.000 Quadratmeter vorgesehen. Weiter soll im Süden des Parks an die bisherigen Gewerbetreibenden die von ihnen genutzte Fläche verkauft werden. Durch die Bebauung nördlich der Gleimstraße werden 3,5 Hektar bebaut, durch die Privatisierung an die Gewerbetreibenden werden weitere 2 Hektar der Öffentlichkeit entzogen.

 

Die NaturFreunde Berlin lehnen diese Planungen ab. Sie fordern SPD und CDU in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte auf, diesen Dringlichkeitsantrag zurückzunehmen und zu einem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zurückzukehren.

 

Die Schaffung des großen Mauerparks ist für die städtebauliche Entwicklung für den Berliner Norden wichtig. Mit ihm wird eine Freizeit- und Naturfläche geschaffen, die den gesamten Bereich positiv entwickelt. Gerade der Mauerpark hat sich zu einer vielseitigen, kreativen und von allen Generationen genutzten Naherholungsstätte entwickelt. Berlin braucht solche Orte, da aufgrund der Verdichtung in den letzten Jahren immer mehr Freiräume den öffentlichen Zugang entzogen wurden.

Die jetzigen Planungen laufen auf eine weitere Privatisierung möglicher öffentlicher Räume hinaus. Das wird von den NaturFreunden abgelehnt.

Bündnis antikapitalistische Walpurgisnacht: Gentrifizierung, soziale Ausgrenzung und Rassismus sind ein Thema in Berlin-Wedding!

Pressekontakt:
Bündnis antikapitalistische Walpurgisnacht
E-Mail: walpurgisnacht@safe-mail.net
Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://walpurgisnacht.blogsport.eu/

 

———————————————————————-
Pressemitteilung: Berlin, 01.05. 2012

Gentrifizierung, soziale Ausgrenzung und Rassismus sind ein Thema in Berlin-Wedding!

Allen Unkenrufen und Kriminalisierungsversuchen zum Trotz fanden sich heute über 5000 Teilnehmer_Innen zur antikapitalistischen Walpurgisnacht-Demonstration im Wedding ein. Kraftvoll und lautstark zog sich der Demonstrationszug durch den Wedding. Dabei fand die Demonstration keine verschlossenen Türen, Tore und Fenster vor – wie von der Polizei im Vorfeld gewünscht. Im Gegenteil: das Anliegen, auf steigende Mieten, soziale Ausgrenzung und Rassismus aufmerksam zu machen, stieß auf viel Anklang bei der lokalen Bevölkerung, die sich entweder auf den Bürgersteigen einfand, oder ihre Zustimmung von Balkonen und aus Fenstern kund tat.

Einziger Wehmutstropfen, der zur vorzeitigen Beendigung der ansonsten erfolgreichen Demonstration führte, war die zunehmende Polizeipräsenz gegen Ende der Route. Einerseits um die Demonstrant_Innen vor einer möglichen Eskalation zu schützen, andererseits weil eine positive Öffentlichkeitswirksamkeit für die zu transportierenden Inhalte kaum noch durch ein drei Reihen starkes Polizeispalier herzustellen war, wurde die Veranstaltung vorzeitig beendet.

Anstatt die Demonstrant_Innen dann ungehindert ihren Heimweg fortsetzen zu lassen, kesselte die Polizei sie ein und ließ ein Abfließen nicht zu. Ihren Höhepunkt erreichte diese Provokation danach durch das Räumen der Bürgersteige ohne Rücksicht auf Anwohner_Innen und Besucher_Innen von Lokalitäten. Erst nach mehrmaliger Intervention durch Anwesende konnte erreicht werden, dass alle Menschen, die sich gerade auf den Bürgersteigen befanden, nicht geschlossen mit der S-Bahn den Bezirk verlassen mussten, sondern ihren Abend fortsetzen konnten. Das Bündnis erwägt wegen dieses Vorfalls eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizei, da besagtes Vorgehen nicht nur an Nötigung grenzt, sondern dazu mit unverhältnismäßiger Härte umgesetzt wurde und die anwesenden Beamten_Innen auf keinerlei Einwände reagierten.


Das Vorbereitungsbündnis der antikapitalistischen Walpurgisnacht erklärt:

„Die Demonstration war trotzdem ein voller Erfolg. Wir danken allen Teilnehmer_Innen und Anwohner_Innen für ihre Solidarität. Der heutige Abend bewies, dass das Anliegen der Veranstaltung ein guter Auftakt sowohl für den heutigen 1. Mai, als auch für kommende soziale Proteste gewesen ist. Dies macht uns Mut, auch weiterhin gegen gesellschaftliche Missstände solidarischen Widerstand zu organisieren. Lasst uns den 30. April zum Kampftag der Mieter_Innen machen! Wir garantieren jedenfalls: Wir lassen uns nicht vertreiben und kommen wieder!“