Pankow

Bei Kaffee und Muffins

Es war natürlich nicht der erste Soli-Besuch eines Linken-Politikers. Aber wenn ein Gregor Gysi die „rüstigen Rentner“ (dpa) besucht, welche seit fast zwei Wochen einen von der Schließung bedrohten Seniorentreff im Berliner Stadtteil Pankow besetzt haben, dann ist das nicht nur eine Nachricht für die Agenturen. Man erfährt sogar, dass es „Kaffee und Muffins“ gegeben habe. Der Linksfraktionschef hat den „Rentnerrebellen“ (Junge Welt) versprochen, sich für ihre Sache einzusetzen – immerhin wohnt Gysi selbst in Pankow. Erst am Dienstag hatten vier der „Rentner-Hausbesetzer“ bei einer Filmpremiere für ihr anliegen demonstriert: Das Haus, in dem der Seniorentreff residiert, kostet im Jahr 52.000 Euro inklusive Personal; zudem stehen wohl Sanierungskosten von 2,5 Millionen Euro an. In der Tageszeitung kann man bei Uwe Rada nachlesen, wie es sich mit den Nöten des Bezirks und dem Druck des Senats verhält; in der selben Zeitung hat Konrad Litschko aufgeschrieben, dass es keineswegs nur die Pankower „Wutrentner“ (Taz) seien, die auf die politische Protestbühne drängten. Im Neuen Deutschland wird über diverse Initiativen berichtet, welche die „unbeugsamen Senioren“ unterstützen. Bisher war es ja oft umgekehrt: Ältere drückten Jüngeren bei derem Protest gegen Nazis, Atomkraft etc. die Daumen. Nun also der demografische Widerstandswandel. Kann man eigentlich nur noch sagen: Schafft ein, zwei, viele Stille Straßen! “Oma macht jetzt Occupy”? Ja doch, bitte mehr davon. (vk)

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“Omas” erste Hausbesetzung/Occupy Stille Straße

In Berlin ist ein Haus besetzt. Ein ganz normales Haus? Nein! Diese Hausbesetzung ist sogar für Berlin was neues. Das Durchschnitttsalter der BesetzerInnen liegt hier bei knapp 88 Jahren.
Es geht hier um die Begegnungstätte”Stille Straße” für Seniorinnen in Pankow, die geschlossesn werden soll. Inspiriert von Occupy und den Berliner Hausbesetzerinnen wehren sich jetzt die Besucher der Begegnungstätte. Bereits im März hatten sie  im  Kurier angekündigt:” Wenn gar nix anderes zieht, dann eben das Haus besetzen.” „Was die Jungen können, das können wir schon lange“, überlegen sie laut, fast erschrocken von der eigenen Courage. Matten zum Schlafen gäbe es im Sportraum. Die Vitalen müssten sich abwechseln bei der Wache. „Die müssen uns raustragen.”
Seit gestern ist die Lage ernst. Ob auch diesmal, wie in Berlin mehrfach bekannt,  die Polizei mit Hundertschaften anrückt um die Stille Straße gewaltsam zu räumen bleibt abzuwarten. Meinen Respekt und Untersützung haben die SeniorInnen auf jeden Fall.