Aktionstag

Pflege braucht Zeit und Geld – Sachsens Regierung reagiert auf stetige Zunahme Pflegebedürftiger unzureichend

Zum heutigen Aktionstag „Pflege braucht Zeit”, der auch vor dem Landtag durchgeführt wird:

Die Pflegepolitik in Sachsen muss grundsätzlich reformiert werden. Es ist für mich nicht mehr länger hinnehmbar, dass einerseits die Staatsregierung eine Demografie-Debatte führt und den Anstieg des sogenannten Altenquotienten in der Gesellschaft bedauert, aber andererseits auf die stetige Zunahme der Anzahl der Pflegebedürftigen nur unzureichend reagiert.

Die Zustimmung der Regierung Tillich zur Einführung der privaten Pflegeversicherung nach dem Modell der Riester-Rente wird das grundsätzliche Problem nicht lösen. Es ist nur ein weiterer Beitrag zur Unterstützung des Versicherungs- und Bankensektors.

Die geringe Wertschätzung der die Pflege Leistenden zeigt sich u. a. im Stundenlohn. Wenn die Reparatur eines Autos in der Gesellschaft mit dem zwei- bis dreifachen Stundenlohn einer Pflegefachkraft vergütet wird, dann stimmt etwas nicht. Wenn der Bau neuer Alten- und Pflegeheime allein dem freien Markt überlassen wird wie es derzeitige Praxis in Sachsen ist, dann werden die Kostensätze in den Heimen explodieren, und die Kommunen haben die Sozialhilfe für die Betroffenen zu tragen.

Ich unterstütze den Aktionstag und sehe drei wichtige Gruppen, die in engem Zusammenhang stehen: Die zu pflegenden Menschen, ihre Angehörigen und das professionelle Pflegepersonal.

Es braucht eine völlige Umstellung der Finanzierungsgrundlagen. Dafür ist im Moment der politische Wille bei den Regierenden nicht da. Für ein stabiles finanzielles Fundament braucht man eine solidarische Bürgerversicherung. Besser verdient das professionelle Pflegepersonal Im Osten weniger als im Westen. Wo aber bitte ist der Unterschied zwischen einem im Westen zu Pflegenden zu dem im Osten? Es gibt ihn einfach nicht. Also ist die geringere Bezahlung nicht vermittelbar. Gleiches trifft auch auf die pflegenden Angehörigen zu. Sie erarbeiten sich Rentenansprüche, die bei gleichen Leistungen in Ost und West auch immer noch unterschiedlich sind. Wir brauchen ein neues Verständnis von Pflege. Wir wollen eine umfassende Pflege, mit der Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Deshalb unterstütze ich das Motto des Aktionstages „Pflege braucht Zeit“ und füge hinzu, Pflege braucht auch Geld.“

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Umfairteilen – Reichtum besteuern!

Politische Plattform für das Bündnis

Umfairteilen – Reichtum besteuern!

 

Die Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrisen der letzten Jahre haben die Schuldenberge der öffentlichen Hand weiter in die Höhe schnellen lassen. Dies untergräbt den politischen Gestaltungsspielraum unserer Demokratie und unseres Sozialstaates! Bund, Ländern und Kommunen fehlt das Geld, notwendige öffentliche und soziale Leistungen zu erbringen, ausreichend in Infrastruktur, Bildung und ökologischen Umbau zu investieren und mehr Mittel für den internationalen Ausgleich zwischen Arm und Reich bereit zu stellen.

Den Schulden der öffentlichen Hand stehen gigantische private Vermögen gegenüber. Alleine die privaten Vermögen des reichsten Prozents der Bevölkerung sind höher als alle öffentlichen Schulden in Deutschland zusammen. Auf der Suche nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten heizen sie die Spekulation an den Finanzmärkten an – und verschärfen damit die Krise.

In den letzten 20 Jahren ist die Ungleichheit zwischen Arm und Reich enorm gestiegen. Das wohlhabendste Zehntel der Gesellschaft verfügt mittlerweile über mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens, während die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen nur ein Prozent des Vermögens besitzt. Zu große Ungleichheit schadet allen und untergräbt den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft!

Die gigantischen Vermögen, die selbst in Krisenzeiten weiter wachsen, werden kaum oder gar nicht besteuert. Jetzt müssen endlich auch die großen Vermögen an den Kosten der Krise beteiligt werden, am besten europaweit: Mit einer einmalige Vermögensabgabe, die einen substanziellen Teil der großen Vermögen zugunsten des Gemeinwesens umverteilt. Um dauerhaft bedeutende Finanzmittel für die öffentlichen Aufgaben aufzubringen und der sozialen Ungleichheit unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, muss wieder eine Vermögenssteuer erhoben werden. Steuerflucht muss konsequent bekämpft werden, Steueroasen müssen ausgetrocknet werden.

Eine Politik für mehr Gerechtigkeit erfordert zudem wieder höhere Steuern auf hohe Einkommen und große Erbschaften, eine wieder höhere Besteuerung finanzstarker Unternehmen sowie von Kapitalerträgen, und eine Transaktionssteuer auf Finanzmarktgeschäfte aller Art. EU-weit brauchen wir Mindeststeuersätze. Wir wollen eine verbesserte und sozial gerechte Finanzierung des Sozialstaats.

Die Politik in Deutschland muss endlich handeln! Auch in den USA und Frankreich wird derzeit um die stärkere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen gerungen. Doch bewegen wird sich nur etwas, wenn wir Bürgerinnen und Bürger Druck machen für mehr Verteilungsgerechtigkeit! Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.

 

Infos unter: Seite von Umfairteilen