Antifaschismus

VVN-BdA: Keine Neonazi – Provokationen am 1. Mai in Berlin!

Pressemitteilung der Berliner VVN-BdA e.V. 30.04.12

 

Keine Neonazi – Provokationen am 1. Mai in Berlin!
Solidarität statt „Volksgemeinschaft“!
1.Mai – nazifrei!

Die Berliner NPD hat zum 1. Mai 2012 zu mehreren Kundgebungen aufgerufen.

Nicht nur, aber gerade auch am 1.Mai haben Neonazis nichts auf der Straße zu suchen.

Wir bitten alle Berliner Bürgerinnen und Bürger sich am 1. Mai, in Hohenschönhausen und Mahrzahn-Hellersdorf sich den Neonazis in den Weg zu stellen und an den Gegenkundgebungen der demokratischen Parteien und Antifaschistinnen und Antifaschisten zu beteiligen. Eine Demonstration “1. Mai – Nazifrei!” ist ab 13 Uhr ab Falkenberger Chaussee/Vincent-van-Gogh-Str. angemeldet.

Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Homepage der MBR-Berlin. http://www.mbr-berlin.de/Aktuelles/1125.html

Erinnern wir uns: Am 2. Mai 1933 stürmte die SA deutschlandweit die Gewerkschaftshäuser, verhaftete zahlreiche Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen. Danach wurden die freien Gewerkschaften aufgelöst und verboten. Zahlreiche Gewerkschafter/innen wurden in der Folge inhaftiert und ermordet. Die Nazis logen den Internationalen Kampftag der Arbeiter/innen zum “Tag der nationalen Arbeit” um.

In dieser Tradition stehen die Neonazis, die am 1. Mai aufmarschieren wollen. Auch heute setzen die Neonazis auf rassistische Spaltung, nationalen Chauvinismus und soziale Demagogie. Das gipfelt in den rassistischen Morden des „NSU“.

Wir setzen dagegen gleiche Rechte für Alle und Solidarität!
Bleiberecht für Alle!
Nonpd- NPD-Verbot jetzt.

Berliner VVN-BdA e.V., 30.04.2012

Piraten-Beschluss gegen Holocaust-Leugner darf nur der erste Schritt sein!

Auf ihrem Parteitag haben die Piraten einen Antrag verabschiedet, in dem sie die Leugnung und Relativierung des Holocausts für unvereinbar mit ihren Grundsätzen erklären. Hierzu erklärt Sebastian Lucke, Bundessprecher der Linksjugend ['solid]:

“Mit ihrem Beschluss haben die Piraten einen ersten Schritt getan, der nun in der Realität umgesetzt werden muss. Alle Mitglieder der Partei sind dazu aufgerufen, rechte Äußerungen zu kritisieren und ihnen Konsequenzen folgen zu lassen. Eine unmissverständliche Abgrenzung gegen rechts bedeutet aber auch die Ablehnung von Antisemitismus. Dies wird in dem Antrag allerdings nicht erwähnt.”

Es müsse außerdem nun auch eine Debatte um die NS-Vergleiche von führenden Piraten geben: “Saloppe NS-Vergleiche sind einerseits Folgen eines fehlenden geschichtlichen Bewusstseins, nicht zuletzt aber auch Ausdruck eines gesellschaftlichen Trends. Inakzeptable Ausfälle in den letzten Jahren, wie der von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Oskar Lafontaine mit Hitler verglich, haben ein gesellschaftliches Klima gerade unter den jungen Menschen gestiftet, in dem NS-Vergleiche kein Problem darstellen. Die Extremismustheorie, die seit Jahren in der Gesellschaft etabliert werden soll und durch Kristina Schröder zur Staatslinie erhoben wurde, führt zu einer Gleichsetzung von Linken und Nazis. Hierdurch wird die Gefahr von rechts verharmlost, während die gesellschaftliche Linke bekämpft werden soll.”

Als antifaschistischer Jugendverband organisisert Linksjugend ['solid] seit Jahren Fahrten zu KZ-Gedenkstätten und Gespräche mit Zeitzeugen. “Das ist ein guter Weg um gerade Jugendliche für die Verbrechen des NS-Regimes zu sensibilisieren. Wir bieten den Piraten und den Jungen Piraten gerne an, an diesen mitzuwirken oder sie bei der Organisation zu unterstützen“, so Lucke abschließend.


VVN-BdA: Verschweigt Berliner Polizei Naziübergriffe und -aktivitäten rund um den 20. April?

Pressemitteilung 23. 04. 2012

Verschweigt Berliner Polizei Naziübergriffe und -aktivitäten rund um den 20. April?

Über Farbflecke an der Hauswand des Arbeitsamtes in der Weddinger Müllerstraße oder über mit Farbe gefüllte „Tetra-Packs“, die an der Glasfassade eines am Potsdamer Platz befindlichen Bürogebäudes gelandet sein sollen, kann man am 19. bzw. 20. April bei den Pressemitteilungen der Berliner Polizei nachlesen. „Über mutmaßliche Naziübergriffe und –aktivitäten rund um den Geburtstag von Adolf Hitler findet man dagegen nichts. Ob diese Vorfälle dann in Statistiken „rechts motivierter Gewalt“ auftauchen werden und welchen Motivationen hinter dem Verschweigen stecken, ist derzeit unklar.“ kritisiert die Berliner VVN-BdA.

Die Vereinigung weiter:

„In der Nacht vom 19.04. auf den 20.04.2012 wurde das Hochschulcafé Frei_Raum der Alice-Salomon-Hochschule von Nazis angegriffen. Sie versuchten, die Fenster einzuwerfen und hinterließen Aufkleber mit rechten Inhalten auf den Scheiben.“ vermeldete der AStA der Alice-Salomon-Hochschule. Weiterhin sollen in den frühen Morgenstunden drei mutmaßliche Randalierer in der Kochhannstrasse in Friedrichshain von der Polizei festgesetzt worden sein, die durch Äußerungen und Kleidung der rechten Szene zugeordnet werden könnten. In unmittelbarer Nähe sollen bei Wohnhäusern Scheiben beschädigt worden sein. Auch sollen laut AnwohnerInnen rechte Parolen gehört haben.

Eine auf Facebook beworbene für den Abend geplante „Feierlichkeit“ der Berliner Neonaziszene am Geburtstag von Adolf Hitler fand im Naziladen in der Lichtenberger Lückstraße 58 statt. Daran nahm neben dem bekannten schwedischen Nazi Dan Eriksson und dem Anführer der verbotenen Kameradschaft Tor Björn Wild auch der Berliner NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke teil. Die Berliner Polizei sicherte den Zugang zu der Feier über einen Nebeneingang ab.

„Immer wieder kommt es rund um den Geburtstag von Adolf Hitler zu Übergriffen auf alternative und linke Räume oder Personen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen und zu Propagandaveranstaltungen, die die Opfer des deutschen Faschismus nachträglich verhöhnen. Dabei zeigen sich all zu oft auch die personellen Verbindungen zwischen Berliner NPD und dem gewaltbereiten Kameradschaftsspektrum wie dem Netzwerk „NW-Berlin“. Dass die Berliner Polizei nicht selten Schützenhilfe durch logistische, infrastrukturelle und/oder planungstechnische Unterstützung leistet, finden wir unerträglich. Dazu gehört auch das Verschweigen von Naziübergriffen und – aktivitäten oder die Sicherstellung letzterer.“

Die Berliner VVN-BdA sichert den Betroffenen ihre volle Solidarität zu und dankt den Antifaschist_innen, die sich so kurzfristig und entschlossen den Nazis und ihrer „Feierlichkeit“ in der Lückstraße entgegengestellt haben.

Demokratische Legitimierung von Rassismus? Ohne mich!

Dirk Stegemann 16. April 2012

Demokratische Legitimierung von Rassismus? Ohne mich!

Über Rassismus ohne Rassisten diskutieren – Eine Stellungnahme als Antwort.

“Zigeuner ins Gas!”, „Türken unters Messer!”, “Sterbt Zigeuner!”, “Zigeuner zu Suppe” oder „Zigeuner zu Seife“ brüllten im letzten Jahr Tausende in den Straßen Bulgariens und Tschechiens. Facebook-Gruppen mit Namen wie “Tod Zar Kirov – Auge um Auge, Zahn um Zahn” mobilisierten zu Anti-Roma-Protesten. Wie aber u.a. Italien, Frankreich und auch Deutschland zeigen, sind Roma und Sinti nicht nur in den neuen EU-Mitgliedstaaten staatlichen Diskriminierungen und Repressionen ausgesetzt und Pogromen oder Übergriffen ausgeliefert. Ein tief verwurzelter Rassismus gegen Roma ermöglicht es immer wieder, rassistische Stimmung zu schüren und politische Maßnahmen zu rechtfertigen. Auch die Schweizer Weltwoche scheint angesichts der europaweiten Diskriminierung von Roma nicht zurückstehen zu wollen. Unter der Schlagzeile: „Die Roma kommen: Raubzüge in der Schweiz“ war in der Ausgabe 14/2012 ein Foto mit einem verschmutzt wirkenden Jungen zu sehen, der eine Pistole hält, mit der er direkt auf die Leser_innen zielt. Dass diese Aufnahme aus dem Jahr 2008 und aus dem Kosovo stammt, erfährt man ebenso wenig wie die Tatsache, dass dieses Kind auf einer giftigen Müllkippe aufwachsen muss. Auch, dass nicht nur Kinder von Roma (leider) öfter und gern mit Spielzeugwaffen zu spielen scheinen, bleibt vollkommen ausgeblendet. In diesem Zusammenhang sei auf den anhaltenden Boom von gewaltverherrlichenden PC-Spielen hingewiesen, der bei Kindern allgemein als Ersatz für Spielzeugwaffen um sich greift. Keine Rede auch davon, dass bspw. die meisten kosovarischen Roma vor dem völkerrechtswidrigen NATO-Angriff auf die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 wenn auch nach wie vor diskriminiert in separaten Stadtvierteln, aber zumindest in eigenen Häusern und einem teilweise mäßigen Wohlstand lebten, einen gewissen Bildungsgrad hatten und Berufen aller Bereiche nachgingen. Nachdem die NATO die UÇK an die Macht gebombt und diese im Zuge ihrer „ethnischen Säuberung“ auch ca. 100.000 Roma vertrieben hatte, machte man wieder einmal aus dem Vorurteil eine faktische Realität. Aus durch Vertreibung und eine rassistische und diskriminierende Politik in vor allem südost- und südeuropäischen Ländern “heimat”- und obdachlos gewordenen und aus Bildungseinrichtungen und vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ausgegrenzten Roma wurden erneut „umherziehende“, „arme“, „ungebildete“ und „arbeitsscheue“ „Zigeuner“ gemacht. Die Wahrheit _ nämlich, dass die gegenwärtige soziale Situation mancher Roma durch die sozialen Verhältnisse der sog. Mehrheitsgesellschaften und nicht durch vermeintliche „Eigenschaften“ verursacht ist – wird in populistischer Manier gezielt außen vor gelassen. Ganz zu schweigen von der inzwischen wissenschaftlichen Binsenwahrheit, dass für eine höhere Belastung mit Kriminalität nicht ein wie auch immer gearteter Migrationshintergrund, sondern die soziale Situation maßgeblich ist.

Das Kind auf dem Titelfoto wird also offensichtlich bewusst vom Opfer zum Täter gemacht. Die nachträgliche Legitimierung des Titelfotos als angeblicher Verweis auf den „Missbrauch“ der Kinder durch die Eltern bzw. Clans ist angesichts des reißerischen Titels wenig glaubwürdig. In der Gesamtschau scheint die Weltwoche eine gezielte Verunglimpfung von Roma mindestens in Kauf zu nehmen. Selbst dann, wenn in „gute“ schweizerische Roma und „schlechte“ südosteuropäische bzw. einwandernde Roma mal am Rande unterschieden wird. Diese Unterscheidung erscheint für mich im Gesamtkontext der Artikel eher wie die Vortäuschung einer vermeintlichen Differenzierung, als Rechtfertigungsstrategie vor zu erwartenden Protesten sowie zur Spaltung der Roma untereinander und zur Erhöhung des Anpassungs- bzw. Distanzierungsdruckes auf die einheimischen Roma. Im Zusammenhang mit der Art und Weise des Artikels werden eben nicht Kriminalität und ihre sozialen Ursachen problematisiert, sondern in z.T. eher hetzerisch wirkender Aufmachung die in die Schweiz kommenden Roma. Deshalb meine Anzeige wegen Volksverhetzung. Denn Roma werden in ihrer Eigenschaft „Roma-zu-sein“ zum kriminellen Problem dämonisiert und somit suggestiv „gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe […] zum Hass aufgestachelt“. Damit wird geistige Brandstiftung begangen, die sehr wohl in dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima Gewalt- oder Willkürmaßnahmen nach sich ziehen kann, die genau mit dieser faktisch unausweichlichen „Problemlastigkeit“ legitimiert werden könnten.

Kritiker/innen als demokratisches Feigenblatt

„Wir luden die Kläger ein, ihre Argumente in der aktuellen Ausgabe darzulegen, doch die Kritiker lehnten ab. Stattdessen soll die Weltwoche juristisch belangt werden“, so Köppel. Immer wieder wird versucht, rechtspopulistische und rassistische Positionen durch einen vermeintlich demokratischen Meinungsstreit mit Kritikerinnen und Kritikern bzw. Gegnerinnen und Gegnern zu legitimieren. Doch wozu? Letztlich scheint es doch der Weltwoche genauso wenig um eine argumentative Auseinandersetzung zu gehen wie Herrn Köppel, sondern nur darum, rassistischen Positionen einen Anstrich von Normalität und Seriosität zu verleihen. Wer Ängste und Vorurteile aufgreift und schürt sowie soziale bzw. gesamtgesellschaftliche Probleme einer vermeintlichen Herkunft, einer Religion, einer Lebensweise oder einem sozialen Status zuzuschreiben versucht, mag an der Produktion von Sündenböcken interessiert sein, aber kaum am Austausch von Argumenten. Die Weltwoche versucht offenkundig in ihrer Propaganda gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Indem die „nichtschweizerischen“ Roma pauschal zum vermeintlichen „Problem“ stigmatisiert werden, werden nicht nur weitverbreitete antiziganistische Vorurteile bedient, sondern wird auch noch Migration in die Schweiz im Sinne einer sozial selektiven Einwanderungspolitik suggestiv eingefordert. Mal mehr, mal weniger wird eine scheinbare Rückständigkeit und Kriminalität von Einwanderern aufgezeigt und eine scheinbare Bedrohung der schweizerischen Rechtsordnung durch Migration herbeigeredet. Nicht nur Migration wird, bewusst verkürzend, sozial entkontextualisiert dargestellt, sondern auch die soziale Wirklichkeit vieler Roma, so als sei diese freiwillig gewählt oder gar biologisch vorbestimmt. Es wäre sicher hilfreich, Kriminalität allgemein und natürlich auch bei Roma im Zusammenhang mit Alltagsrassismus, sozialer Ausgrenzung, justizieller Ungleichbehandlung usw. zu untersuchen und zu thematisieren. Doch genau daran haben Köppel und die Weltwoche offensichtlich kein Interesse. Denn die Titelgeschichte beweist einmal mehr die politische Umorientierung der Weltwoche von einer 1933 als antifaschistisch gestarteten Zeitschrift, weg vom „linksliberalen Mainstream“, wie Chefredakteur Roger Köppel angewidert zur Kenntnis gibt (http://www.taz.de/!91150/). Die nicht gerade für eine differenzierte Berichterstattung bekannte Weltwoche, ist wohl nunmehr nur noch durch das Verbreiten und Schüren rechtspopulistischer und rassistischer Vorurteile auffällig. Wie auch bei anderen Themen werden gezielt einzelne Informationen ge- und benutzt, um zu dramatisieren und zu emotionalisieren. Es wird getreu dem Prinzip agiert, Inhalte von Kontexten und Differenzierung zu befreien. In diesem Stil wurde schon der Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ gleichgesetzt (42/2009) oder über „Schwarze in der Schweiz. Die dunkle Seite der Zuwanderung aus Afrika“ (Ausgabe 46/2010) geschmiert. Dass der Rassist Christoph Blocher von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) Gefallen an der Zeitschrift finden dürfte oder auch mal als Informant gedient haben soll, spricht für sich. Umgekehrt, die Werbung der Weltwoche für die SVP bzw. deren Politik auch.

Die Polizei als Teil des Problems, als willkommener Leumund

Der Emotionalisierung des Themas Kriminalität bei Roma und/oder der Bettelei stellen sich auch immer wieder gern Polizeibeamte zur Verfügung, die sich in der Schweiz wie auch in Deutschland bei der Bekämpfung von Rassismus zumeist eher als ein Teil des Problems als ein Teil der Lösung erweisen. Erinnert sei hier auch an den Mordfall an der Polizistin Michèle Kiesewetter. Lange Zeit hatte die Polizei Sinti und Roma unter Verdacht. Bei den Rechten wurde nicht ermittelt. Eine Entschuldigung steht bis heute aus. Nicht nur das faktenfreie Vokabular im Zusammenhang mit Roma wie „kriminelle Banden schwärmen aus“ oder „Blitzkriegern aus dem Ausland gleich fallen sie für ihre Raub- und Beutezüge über die Schweiz her“, sondern auch die historisch völlig unreflektierte Bezeichnung „Zigeuner“, egal ob mit oder ohne Anführungszeichen, zeigt wessen geistigen Kindes die sog. Expertinnen und Experten sowie die Weltwoche sind. Jean-François Cintas, Chef der Abteilung Einbruch bei der Genfer Kantonspolizei, wird in einem Artikel der Ausgabe 14/2012 der Weltwoche (S. 24) unter der pauschalen und kriminalisierenden Überschrift „Sie kommen, klauen und gehen“ zitiert, dass wenn „Sie in Genf zwei junge Zigeuner antreffen, die alleine unterwegs sind, sie zu 99 Prozent einen Schraubenzieher in der Hosentasche“ haben. Dass Kriminalhauptkommissar Ludwig vom Betrugsdezernat der Kölner Polizei laut einem weiteren Artikel in der Ausgabe 14/2012 (S. 29) von seinen Kollegen „scherzhaft“ „Zigeuner-Lude“ genannt wird, ist ebenfalls bezeichnend. Seine verkürzte Weltsicht, wonach das eigentliche Problem die kriminellen Banden wie die „Roma-Sippe Lakatosz“ und „Politiker, Richter und Datenschützer sind, […] die das Problem unterschätzen“, wird gern präsentiert.

Offenkundig sind für Ludwig genauso wenig die sozialen Verhältnisse das Problem, sondern die Psychologen. Der Stadtpolizei-Sprecher von Zürich folgt dieser Linie und sieht auch eher in den Bettelnden das Problem als in den Ursachen für das Betteln (http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Roma-Kinder-betteln-vermehrt-in-Trams-23685723): „Das Betteln in Zürich soll so unattraktiv wie möglich bleiben, sonst zieht es wohl noch mehr Bettler an.“ Schlimm daran ist, dass Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) in einem Interview, das sie der Weltwoche zu deren inkriminiertem rassistischem Artikel in der Ausgabe 15/2012 (S. 16) gab, auch eher das Betteln und die betroffenen Personen als zu problematisierenden Gegenstand unkommentiert stehen lässt, statt den entsprechenden sozialen Kontext zumindest in die Debatte einzubringen. Genau diese generelle Trennung des Bettelns vom sozialen Kontext ermöglicht aber nicht nur die pauschale Kriminalisierung der Bettelei sondern auch deren Legitimierung durch Gesetze wie das Bettelverbot, die so wiederum Betroffene von sozialer Ausgrenzung unter Generalverdacht stellen und erst zu „Kriminellen“ abstempeln. Allein sich dann auf die Einhaltung solcher Gesetze zu beziehen, dürfte nichts mit Antidiskriminierung zu tun haben. Deutlich wird daran eins: Ignoranz gegenüber diskriminierten und ausgegrenzten Menschen; Menschen, die gemeinhin als „Unnütze“, „Überflüssige“ oder gar von vielen, in Unkenntnis oder Ignoranz gegenüber der Geschichte, als „Unwerte“ oder „Asoziale“ betrachtet werden. Die eigentlichen Verursacher_innen und Profiteur_innen von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie ihren Folgen bleiben dabei wieder einmal außen vor.

NaturFreunde: Weltwoche-Artikel ist volksverhetzend!


NaturFreunde fordern, den Vertrieb und Verkauf dieser Zeitung sofort zu stoppen

 

Berlin, 12. April 2012 – Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und das Berliner Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ stellten Strafanzeige gegen die Schweizer Zeitschrift Weltwoche. „Der Rassismus und Antiziganismus diese Blattes ist unerträglich“, erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvortstand der NaturFreunde Deutschlands, und begrüßt diesen Schritt.

 

In ihrer Ausgabe vom 5. April 2012 mit dem Titel: „Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz“ hat die Zeitschrift „Weltwoche“ mit dem Mittel der Volksverhetzung ganz bewusst versucht, ihre Auflagenzahlen durch rassistische Töne zu steigern. Das ist verwerflich und völlig inakzeptabel. Es sind diese Stereotypen, die seit Jahrhunderten zu einer Diskriminierung, Verfolgung und in der Zeit des Faschismus zu einer systematischen Vernichtung und Ermordung von Menschen aus den Roma- und Sinti-Gemeinschaften geführt haben. Seit Jahrhunderten versuchen Rassisten in vielen Ländern Europas Roma und Sinti bewusst zu kriminalisieren. Dieser Sachverhalt dürfte auch den Machern der Zeitung „Weltwoche“ bekannt sein. „Die antiziganistischen und rassistischen Töne in dieser Ausgabe der Zeitschrift „Weltwoche“ sind ekelerregend“, so Hiksch.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die verantwortlichen deutschen Stellen auf, den Vertrieb dieser Ausgabe der Zeitschrift „Weltwoche“ in Deutschland sofort zu stoppen. Volksverhetzung und Antiziganismus haben nichts im freien Verkauf an den Kiosken zu suchen. „Es ist ein Skandal, dass eine Zeitung versucht, mit rassistischen und antiziganistischen Vorurteilen ihre Auflage im rechten Spektrum zu steigern“, kritisiert Uwe Hiksch.

 

Die NaturFreunde Deutschlands bedanken sich beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und beim Berliner Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ für die Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Zeitschrift. Seit vielen Jahren engagieren sich die NaturFreunde Deutschlands gegen Rassismus und Antiziganismus. Die NaturFreunde Berlin sind Mitglied im Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ und haben sich aktiv an der Organisation und Durchführung der antirassistischen Demonstrationen in Berlin gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Roma und Sinti beteiligt

Rechtspopulismus stoppen: Verfassungsklage gegen Bescheide der Berliner (General-) Staatsanwaltschaft zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten

Verfassungsklage gegen Bescheide der Berliner (General-) Staatsanwaltschaft zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten

 

“Ich werde die Tatsachenbehauptung der Verbreitung antisemitischer Stereotype durch Conny Axel Meier, derzeit Landesvorsitzender der rechtspopulistischen Kleinstpartei “Die Freiheit” auf dem rassistischen Webblog “politically incorrect” auch weiterhin mit allen rechtlich mir zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen” erklärt der Sprecher des ehemaligen Bündnisses “Rechtspopulismus stoppen”.

 

Dirk Stegemann hatte mit Bezug auf den  Artikel „Friedrich-Ebert-Stiftung bietet Extremisten Forum“, in dem Meier schreibt: “Auf der am gleichen Tag stattfindenden Diskussionsveranstaltung “Stop the Wilders Show” im Schöneberger Rathaus erklärte Stegemann vor ca. 25 Getreuen, anscheinend ohne dass jemand widersprochen hätte, seinen Misserfolg damit, dass wohl das “internationale Finanzjudentum” dahinterstecke, wie mir Augenzeugen glaubhaft noch am gleichen Abend versicherten.”, Anzeige erstattet.

 

Mit Bescheid vom 28.02.2012 stellte die Staatsanwaltschaft Berlin das Verfahren gegen Meier nach § 170 Abs. 2 StPO ein. Die Staatsanwaltschaft ging dabei zwar davon aus, dass der Tatbestand der üblen Nachrede (§ 186 StGB) “im Raume stand”, sah die Äußerung jedoch als Wahrnehmung berechtigter Interessen gemäß (§ 193 StGB) als gerechtfertigt an.

In der Folge geht der Bescheid der Staatsanwaltschaft auch davon aus, dass die ungeprüfte Veröffentlichung der behaupteten Äußerung ein Verstoß gegen die journalistische Prüfpflicht darstellte. Auch dies blieb ohne Konsequenzen. Eine Beschwerde gegen die Einstellung wurde durch die Generalstaatsanwaltschaft mit Bescheid vom 14.03.2012 verworfen.

 

“Es kann nicht sein, dass die Staatanwaltschaft und auch die Generalstaatsanwaltschaft einseitig die Interessen eines  Beschuldigten vertritt und keinerlei Auseinandersetzung mit den Gütern und Interessen des Beschwerdeführers stattfinden. Das könnte ja dann auch jeden anderen treffen” erklärt Dirk Stegemann und hat neben der beantragten Akteneinsicht für eine mögliche Privatklage, eine sachliche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Generalstaatsanwaltschaft beim Innensenator in Berlin sowie Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Spandauer Bündnis gegen Rechts: Spandau bringt “Pro Deutschland” aus der Fassung

Sprecherin SBgR

Pressemitteilung
2012 03 24

Spandau bringt “Pro Deutschland” aus der Fassung

“Egal in welchem Bezirk oder Stadtgebiet sich die Rassisten von “Pro Deutschland” in öffentliche Räume einzuklagen versuchen, der Protest ist bereits da – und auch Spandau macht da keine Ausnahme” erklärt das Spandauer Bündnis gegen Rechts.

Und weiterhin:
„Falls Pro Deutschland geglaubt haben sollte, in einem Seniorenclub der Spandauer Wilhelmstadt nun erfolgreicher sein zu können, bewies der heutige, breit getragene und parteiübergreifend unterstützte Protest genau das Gegenteil.“ Ca. 120 Menschen, allen voran die sonstigen Besucherinnen und Besucher dieses Clubs, die dafür extra ein eigenes Transparent unter dem Motto: „Rechtsextremistische Parteien haben in unserem Seniorenklub nichts zu suchen“ mitbrachten, vermiesten ihnen die per Gerichtsbeschluss gegen das Bezirksamt erzwungene Veranstaltung.

Schließlich konnten nur 40 zumeist bekannte Pro-Mitglieder bzw. -sympathisanten aus allen Bezirken Berlins nach Spandau mobilisiert werden. Die Resonanz zu Gunsten der Rassisten aus Spandau selbst blieb trotz des betriebenen Aufwandes aus.

Das Interesse am groß angekündigten Vortrag von Kleine-Hartlage schien auch nicht besonders groß zu sein – tummelten sich doch Pro-D-Mitglieder immer wieder vor der Tür, um die Anwesenden zu provozieren und ausgiebig zu fotografieren. Allen voran Lars Seidensticker, dem auch keine Absperrung im Wege war.

Eindeutiges Indiz für das Verständnis von “Pro Deutschland”, wie weit sie tatsächlich auf dem “Boden des Grundgesetzes” stehen, welches sie als demokratischen Deckmantel vor sich herzutragen versuchen.
Letztendlich ist es alleine den Gegendemonstranten, die einen kühlen Kopf behielten, zu verdanken, dass diese Provokationen nicht zu einer Eskalation geführt haben. Einmal mehr konnte so “Pro Deutschland” die “demokratische” Maske vom Gesicht gerissen werden.

Das Bezirksamt fordern wir auf, in Zukunft Anmeldungsversuche von Nazis und/oder Rassisten rechtzeitig mitzuteilen und vor deren Bewilligung zu prüfen. Eine als rassistische Kleinstgruppe bekannte Partei wird eben nicht dadurch demokratischer, dass sie scheinheilig dementsprechende Klauseln im Nutzungsvertrag unterschreibt. Auch dafür lieferte sie heute erneut den Beweis. Wenn eine Anmietung öffentlicher Räume nicht verhindert werden kann, muss die Gegenmobilisierung noch umfassender gewährleistet und so weitere Erfolge gegen Nazis und Rassisten ermöglicht und ausgebaut werden. Ein erster Schritt dahin ist uns heute gelungen.

VVN-BdA: Das Problem heißt Rassismus! „Handeln! Jetzt! Es ist 5 vor 12!“

Pressemitteilung 20. 03. 2012

Das Problem heißt Rassismus! „Handeln! Jetzt! Es ist 5 vor 12!“

 

Die VVN-BdA unterstützt die Aktion „Handeln! Jetzt ! Es ist 5 vor 12!“.

 

Es ist tatsächlich 5 vor 12. Dass die rassistisch motivierte Mordserie der Neonazibande „Nationalsozialistischen Untergrund“ jahrelang als „Dönermorde“ durch die Ermittlungsbehörden konstruiert durch die Presse und Öffentlichkeit geisterte, ist bezeichnend für die Verfasstheit der deutschen Gesellschaft und den institutionellen Rassismus der deutschen Behörden. Auch wir konnten so getäuscht werden und müssen uns selbstkritisch hinterfragen.

 

Die VVN-BdA erklärt dazu: “Rassistische Vorurteile und Grundeinstellungen, die Diskriminierungen über die anhaltende Ausgrenzung von Migrant_innen, Flüchtlingen und Asylsuchenden aus einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Mitbestimmung auf allen Ebenen sowie aus den „deutschen“ Institutionen haben ursächlich dazu geführt und legitimiert, dass Neonazis ungestört morden konnten. Derweil war die Polizei damit beschäftigt, nicht gegen die Täter sondern gegen die Opfer zu ermitteln und diese zu kriminalisieren. Von dem Untersuchungsausschuss der Bundesregierung erwarten die Opfer schnelle, transparente und umfassende Untersuchungen und Ergebnisse. Die Blockadehaltung sowie deren fadenscheinige Begründungen der zuarbeitenden Verfassungsschutzämter und Polizeibehörden, führt jedoch dazu, dass sich Migrant_innen und Opfer neonazistischer Gewalt, nach wie vor als Bürger_innen 2. Klasse fühlen müssen.“ Dem gilt es massiv entgegen zu treten. Und nicht nur das. Es gilt Alltagsrassismus auf der Straße, aber auch rassistische Gesetze und populistischer Hetze in der Politik, den Medien und der Gesellschaft entschiedener zu begegnen, egal wo sie auftreten.

 

Wir rufen alle Bürger_innen auf sich morgen, am 21.April 2012 um 11.55 an den vielen Aktionen zu beteiligen, so auch bei der Berliner VVN- BdA ab 11.30 Uhr vor dem ND-Gebäude, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

Weitere dezentrale Aktionen wird es u.a. am Kottbusser Tor, am Leopoldplatz in Wedding oder am KranzlerEck (Joachimstaler/Ecke Ku’Damm) geben, wo sich ansässige Initiativen gegen Rassismus präsentieren. Das „Bündnis gegen Rassismus“ ruft für 17 Uhr zum Flashmob an der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz auf und veranstaltet um 21 Uhr ein Solikonzert (www.mrbb.de). Informationen, Flyer und Plakate gibt es u.a. beim Türkischen Bund unter www.tbb-berlin.de oder auf Facebook unter „Aktion 5 vor 12“.

 

Rassismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!

VVN-BdA: 22. März – Mahnwache: NPD-Verbot! Jetzt! – Ohne Wenn und Aber!

Pressemitteilung 20. 03. 2012
22.03. Mahnwache für NPD-Verbot! Jetzt! – Handeln statt neukonstruierte Hürden!

Mahnwache 22. März, 9-11.00 Uhr, gegenüber Bundesratsgebäude, Leipziger Straße 3-4 U/S-Potsdamer-Platz

 

Verfassungsschutz will weiter neonazistische Täter schützen!

“Nicht ein NPD-Verbot schadet der parlamentarischen Demokratie, sondern die Existenz der NPD, die sich selbst in Tradition zur NSDAP sieht sowie die sich immer wieder reflexhaft wiederholende, populistisch aufbereitete Pessimismus-Angst-Debatte zum NPD-Verbot von Teilen der Politik und Medien, schadet der parlamentarischen Demokratie” erklärt die Berliner VVN- BdA und ruft für den 22. März ab 09.00 Uhr zu einer Mahnwache gegenüber dem Bundesratsgebäude anlässlich der Sondersitzung der Innenministerkonferenz auf. Die Berliner VVN- BdA weiter:

Es ist bezeichnend, dass das erste Verbotsverfahren lediglich an formalen Hürden, der Anwesenheit von V-Leuten in Führungspositionen der NPD, gescheitert ist und jetzt suggeriert wird, es müssten erst inhaltliche Gründe genau geprüft werden. Nicht erst seit die Verbindungen von NPD-Führungskadern zur Neonazimördertruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” bekannt geworden sind, ist die Gefahr die von ihnen für das Leben von Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, bekannt. Report Mainz berichtete unlängst darüber “wie kriminell und vor allem gewalttätig die NPD wirklich ist”. “Rund 110 NPDFunktionäre und deren Mandatsträger haben in den vergangenen zehn Jahren ca. 120 Straftaten begangen oder wurden solcher beschuldigt. Das bedeutet: Im Durchschnitt verging kein Monat, ohne dass ein Repräsentant der NPD eine Straftat verübt hat oder dass gegen einen von ihnen ermittelt wurde.”

Verwickelt waren darin auch V-Leute des Verfassungsschutzes. So wurde lt. “Thüringer Allgemeine” gegen den Verfassungsschutz-Spitzel Tino Brandt während seiner Tätigkeit für den Verfassungsschutz “in insgesamt 35 teilweise schwerwiegenden Fällen ermittelt” ohne das es jemals zu einer Verurteilung kam. “Es ist ein Skandal, dass nicht die gesetzlichen Hürden für ein NPD-Verbot zu hoch sind, sondern die, die von Innenministern und Verfassungsschutz z.B. lt. Spiegel derzeit in einem Geheimbericht konstruiert werden. Schon 2002 ging lt. “Welt online” aus einem internen Vorschlagspapier der Amtsleiterkonferenz der Verfassungsschutzbehörden an die Innenministerkonferenz (IMK) hervor, dass der Verfassungsschutz bereit ist, “eine Verstrickung der von ihm geführten und bezahlten “Quellen” in Straftaten zu akzeptieren”. In der Summe der vorliegenden Erkenntnisse, die nicht dem Verfassungsschutz oder anderen Sicherheitsbehörden zu verdanken sind, scheint es nachvollziehbar, dass die Enttarnung von V-Leuten vom Verfassungsschutz sowie politisch Verantwortlichen als ein Problem konstruiert wird. Das Wohl, der dann ehemaligen V-Leute und weiterhin aktiven Neonazis, wird über das Wohl potentieller weiterer Opfer gesetzt. Wieder einmal erweisen sich somit der Verfassungsschutz und politisch Verantwortliche als Teil des Problems und nicht der Lösung. Einer umfassenden Aufklärung z.B. der Hintergründe von neonazistischen und rassistischen Morden stehen sie so lange im Wege, wie sie eine Mitverantwortung zu vertuschen suchen.”

Deshalb ruft die Berliner VVN-BdA für den 22. März zu einer Mahnwache auf.
NPD-Verbot! Jetzt! – Ohne Wenn und Aber!
Schluss mit dem Kuschelkurs gegenüber Neonazis und Rassisten!
Faschismus und Rassismus sind keine Meinung, sondern Verbrechen!

Annette Groth: LINKE fordert Freilassung aller politischen Gefangenen

0326 / 16. März 2012
Pressemitteilung von Annette Groth

LINKE fordert Freilassung aller politischen Gefangenen

"Weltweit sitzen viele zehntausend politische Aktivistinnen und Aktivisten in Gefängnissen, werden gefoltert und verfolgt. Gemeinsam mit der Solidaritätsbewegung fordern wir ihre Freilassung", so Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum Internationale Tag der politischen Gefangenen am 18. März. Groth weiter: 

"Auch in Deutschland müssen Menschen, die Nazi-Demonstrationen blockieren, die sich aktiv gegen die Castor-Transporte wehren oder sich gegen Krieg und Repressionen engagieren, wegen ihres politischen Engagement mit Verfolgung und Repressionen rechnen. 

Im letzten Jahr wurde gegen Aktive des Protestes gegen den Naziaufmarsch in Dresden durch die sächsische Justiz massiv vorgegangen. 44 Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden unter dem Tatvorwurf der "Bildung einer kriminellen Vereinigung"  nach §129 angeklagt.

Am 18. März sollten sich gerade angesichts der langen Tradition dieses Tages, die mit den Aufständen der unteren Schichten gegen Ausbeutung und Armut 1848 in deutschen Landen ihren Anfang nahm, so viele Menschen wie möglich gegen Repression und Unterdrückung zu Wort zu melden. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung, dass alle Verfahren gegen  Antifaschistinnen und Antifaschisten, die sich durch Blockaden und Aktionen den Nazis entgegengestellt haben, sofort eingestellt werden müssen."