Bauern

Oxfam warnt: Politik fördert Investoren statt kleinbäuerliche Landwirtschaft

Agrarminister-Gipfel in Berlin

Oxfam warnt: Politik fördert Investoren statt kleinbäuerliche Landwirtschaft

oxfam deutschland vertikalBerlin, 18. Januar 2013. Morgen diskutieren Agrarminister/innen aus über 80 Staaten auf dem Global Forum for Food and Agriculture in Berlin die Förderung der globalen Ernährungssicherung und ländlichen Entwicklung durch verantwortliche Investitionen in die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Oxfam fordert den internationalen Agrarminister-Gipfel auf, die Entwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in den Fokus zu stellen und verweist auf eine aktuelle Studie. Die Studie „Tipping the balance“ (auf Deutsch: „Kippen der Balance“) kommt zu dem Schluss, dass Regierungen und Organisationen in der Agrarförderung zu viel Aufmerksamkeit auf gute Rahmenbedingungen für private Investitionen von Unternehmen legen. „Tipping the balance“ wurde von Oxfam und dem IIED, dem International Institute for Environment and Development, London erstellt.

„Wer den Hunger bekämpfen will, muss vorrangig den Zugang von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen zu Land und Wasser sicherstellen und ihre traditionellen und informellen Märkte fördern“, erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Die FAO schätzt, dass 50,2 Milliarden US-Dollar jährlich an öffentlichen Ausgaben notwendig sind, um den Hunger bis 2025 zu bekämpfen.

Große Landflächen als Anreiz für private Investitionen

Viele Organisationen – ob FAO oder Weltwirtschaftsforum – sowie die deutsche Bundesregierung und andere Geldgeber sehen im Agrobusiness den Motor für die globale Nahrungsmittelproduktion. Sie unterstützen Regierungen in Entwicklungsländern dabei Investoren anzulocken. Dafür wurde unter anderem Land zu niedrigen Preisen zur Verfügung gestellt. Unternehmen konnten so große Landflächen erwerben. „Der Verkauf bzw. die Pacht von Land zu günstigen Konditionen an Investoren benachteiligt die kleinbäuerliche Landwirtschaft“, kritisiert Wiggerthale. Zudem ignorierten Investoren vielfach die Rechte und Bedürfnisse armer Menschen, die das Land vorher bearbeiteten und davon lebten. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen würden auch finanziell von Regierungen weniger unterstützt. In Brasilien seien 2009-2010 sechs Mal mehr öffentliche Gelder in den Agrobusiness-Sektor als in die bäuerliche Landwirtschaft geflossen, so Wiggerthale weiter.

Kleinbäuerliche Landwirtschaft Schlüssel zum Kampf gegen Hunger

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen werden zwar oft als Zielgruppe benannt, aber bei der Gestaltung von Politik und Projekten nicht einbezogen. „Die Bedürfnisse der Mehrheit der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bleiben häufig außen vor“, kritisiert Wiggerthale. „Wenn die Bundesregierung hierzulande und die Regierungen dort die Lebenssituation der Mehrheit der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verbessern wollen, müssen sie sich mit ihnen an einem Tisch setzen“, so Wiggerthale. Die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist ein Schlüssel im Kampf gegen den Hunger, da dadurch die lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln verbessert und die Einkommen von Familien auf dem Lande erhöht werden.

Hintergrundinformationen zu Investitionen in die Landwirtschaft finden Sie hier: http://www.oxfam.de/publikationen/investitionen-in-landwirtschaft

Die Studie „Tipping the Balance“ von Oxfam und IIED finden Sie hier: http://www.oxfam.de/publikationen/tipping-the-balance

INKOTA-Herbsttagung zum Thema “Wer ernährt die Welt”

aufgetischt.
Wer ernährt die Welt?
Eine Tagung zur Zukunft der Landwirtschaft.

Wann: 14. bis 16. Oktober 2011
Wo: Jugendbildungsstätte Hirschluch, 15859 Storkow/Mark

Weltweit wird am 16. Oktober zum Welternährungstag daran erinnert, dass fast eine Milliarde Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt sind. Der Kampf gegen den weltweiten Hunger stellt eine der größten Herausforderungen der Menschheit dar. Doch die Weltmarktpreise für Weizen, Mais und Reis sind so hoch, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Während Spekulanten an den explodierenden Nahrungsmittelpreisen kräftig verdienen, sind die Ärmsten der Welt die Leidtragenden. Immer mehr Menschen können sich selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten.


Anlässlich des Welternährungstags fragen wir auf der INKOTA-Herbsttagung, mit welchen Konzepten die Welternährung in Zukunft gesichert werden kann. Kann eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft die Welt ernähren? Oder brauchen wir eine Ausweitung der industriellen Produktion? Wer wird in Zukunft bestimmen, was auf unseren Teller kommt und wie wirkt sich die europäische Agrarpolitik auf die Menschen in den Entwicklungsländern aus? Welche Landwirtschaft hat Zukunft?


Programm und Anmeldung unter: http://tinyurl.com/44ekxz7 oder www.inkota.de

ReferentInnen:


María Lydia Mendoza Murillo und Amada Felipa Mendoza Morales vom Frauenzentrum Xochilt Acalt in Nicaragua
Christine Chemnitz – Agrarexpertin der Heinrich-Böll-Stiftung
Markus Henn – Experte für Nahrungsmittelspekualtionen bei WEED
Susanne Gura – Ernährungswissenschaftlerin und Autorin der Dokumentation „Agropoly – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion“
Henrik Maaß und Phillip Brändle von der jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft

 

Tagungsort
Jugendbildungsstätte Hirschluch
15859 Storkow/Mark
www.hirschluch.de

Kosten
Der Unkostenbeitrag beträgt 30 Euro (ermäßigt 15 Euro) inklusive Übernachtung und Vollverpflegung und ist vor Ort zu bezahlen.
Geschwisterkinder zahlen nur einen Beitrag, egal wie viele mitkommen. Fahrtkosten können auf Antrag erstattet werden. Wer kann, zahlt den Solidaritätsbeitrag in Höhe von 50 Euro.

Anreise
Wir empfehlen die Anreise mit der Bahn. Die Regionalbahn von Berlin-Schöneweide fährt stündlich bis Storkow/Mark. Von dort bringt euch der INKOTA-Shuttle zur Tagungsstätte.
Weitere Informationen zur Anreise auf Anfrage oder unter www.hirschluch.de.

 

Bauernsternfahrt am 9. Juni 2011 vor dem Kanzleramt

 

Liebe Freundinnen und Freunde von ?Wir haben es satt!?, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer einer zukunftsfähigen Landwirtschaft,
nach 11 Tagen Fahrt durch die Regionen des Landes kommt die Bauernsternfahrt aus dem Allgäu, aus Ostfriesland, aus Südhessen und aus Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 10 Uhr in Berlin vor dem Kanzleramt an.
Frau Merkel ist eingeladen, mit uns zu tafeln und über die anstehenden Weichen­stellungen für bäuerliche, faire und weltweit vertretbare Agrarpolitik zu diskutieren.

Nach der großen Wir-haben-es-satt-Demo im Januar 2011 in Berlin machten wir uns mit der Bauernsternfahrt “auf den Weg für eine bäuerliche Zukunft”, um unseren Forderungen erneut Ausdruck zu verleihen. Wir lassen nicht mehr locker. Wir fordern einen Systemwechsel in der Agrarpolitik – sofort.
Wir setzen uns ein: für eine artgerechte Tierhaltung, für faire Preise bei Agrarprodukten, für Arbeitsplätze im ländlichen Raum, für gesunde Lebensmittel und Schutz der natürlichen Ressourcen; kurz: für eine bäuerliche, ökologische und soziale Landwirt­schaft ? hier und überall auf der Welt. Gentechnik und Patentierung von Leben müssen von der Politik eine deutliche Absage erhalten.
Deswegen ziehen wir unter dem Motto “Frau Merkel: Mut zum Umdenken”
Industrielle Landwirtschaft stoppen? vors Kanzler­amt. Seid mit dabei!

Ablaufplan:

Um 10:00 Uhr werden die Schlepper vor dem Kanzleramt in Berlin Mitte vorfahren. Die Sternfahrer bitten von 10:00 bis 12:00 Uhr zu Tisch.

Was Euch vor dem Kanzleramt erwartet:
-ab 8:30 Uhr Trecker-Demo von der Domäne Dahlem zum Bundeskanzleramt mit dekorierten Sternfahrer-Treckern. – Diese letzte Etappe wird nur von den Treckern beschritten; Fußgänger, Fahrradfahrer und alle anderen kommen bitte direkt zum Kanzleramt!
-Um 10 Uhr Symbolische Bauerntafel mit kurzen Tischreden der Sternfahrer, in denen ihre Wut über die agrarpolitischen Fehlentwicklungen zum Ausdruck gebracht wird.
-Redebeiträge unserer afrikanischen Gäste über die negativen Folgen der bisherigen EU-Agrarpolitik in ihren Ländern.
-Uraufführung: Videobotschaften an die Kanzlerin – “Agrarpolitik geht uns alle an!” zu Agrarpolitik, Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung, die wir unterwegs von vielen Menschen eingefangen haben.
-Übergabe des Forderungskatalogs “Bauernhöfe statt Agrarindustrie” der Kampagne ?Meine Landwirtschaft? ins Kanzleramt.
-Statements der Agrar-Experten Friedrich-Wilhelm Graefe zu Bahringdorf (AbL), Romuald Schaber (BDM) und Hubert Weiger  (BUND) -Musikalisch-landkulturelle Beiträge aus Ostfriesland und Bayern sowie Jazz-Musik aus Kanin

Kommt mit uns zur Kundgebung vors Kanzleramt ? Landwirtschaft geht uns alle an!! Eine neue Agrarpolitik ist möglich!

Abschlussfest im Prinzessinnengarten:
Ab 18:00 Uhr findet im Prinzessinnengarten in Berlin-Kreuzberg am Moritzplatz (Prinzenstrasse 35 ? 38 / Prinzesinnenstrasse 15) unsere Abschlussfeier “Bauernsternfahrt meets Prinzessinengarten” statt.

Es gibt Leckeres von unserm Bauerntafelkoch Wam Kat, Elektromusik aus Kanin und viele Eindrücke der Sternfahrt. Wir würden uns freuen, mit Euch gemeinsam zu feiern!

Investiert in die bäuerliche Zukunft der Landwirtschaft! Werdet Sternfahrt­aktionäre. Infos unter:
http://www.meine-landwirtschaft.de/sternfahrt/mitmachen/aktien.html