Militär

Über 70 Organisationen unterstützen dezentrale Aktionstage für militärfreie Bildung und Forschung vom 13. – 15. Juni

Pressemitteilung

Start der Unterschriftenkampagne „Lernen für den Frieden“

 

LogoSchuleOhneMilitaer3Für den 13.- 15. Juni rufen zahlreiche Organisationen und Strukturen der Friedens- und Antikriegsbewegung zusammen mit SchülerInnen, StudentInnen, Gewerkschaften, politischen Jugendverbänden und anderen VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu vielfältigen Aktionen auf. „Mit diesen Aktionstagen wenden wir uns gegen die zunehmende Militarisierung der Klassenzimmer und Universitäten“ so Roland Blach, Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK Baden-Württemberg) und Koordinator der baden-württembergischen Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“. Schwerpunkte der Aktivitäten mit Kundgebungen, Mahnwachen, Verteilaktionen von Flyern usw. liegen in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

 

„Wir setzen uns insbesondere ein für die ersatzlose Kündigung der sogenannten Kooperations­abkommen zwischen mehreren Bildungsministerien und der Bundeswehr, die den Jugendoffizieren privilegierten Zugang zu den Schulen verschaffen“ so Markus Gross vom „Netzwerk Schule ohne Bundeswehr NRW“. Die Drittmittelabhängigkeit von Hochschulen ärgert Julian Toewe vom AK Zivilklausel an der Uni Frankfurt besonders: „Die zunehmende Drittmittelabhängigkeit an Hochschulen führt zur qualitativen Verschlechterung der Wissenschaft und macht sie anfälliger für Rüstungsforschung. Wir fordern dagegen eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen, damit sie endlich ihre Verantwortung für eine friedliche Welt wahrnehmen. Dafür muss aber auch ein Bewusstseinswandel an den Hochschulen und in der Gesellschaft insgesamt stattfinden.“

 

„Deswegen rufen wir die Gesellschaft und Beschäftige in Bildungseinrichtungen im Besonderen dazu auf, sich aktiv gegen die Militarisierung der Gesellschaft, für militärfreie Bildung und Wissenschaft einzusetzen“ so Blach. Besonders ermutigend ist in diesem Zusammenhang die diesjährige Verleihung des Aachener Friedenspreises an mehrere Schulen, die sich per Beschluss für militärfrei erklärt haben.

 

Zu den Aktionstagen startet auch die bundesweite Unterschriftenkampagne „Lernen für den Frieden“, die von über 30 Gruppen und Organisationen unterstützt wird, darunter dem bundesweiten Zivilklausel Bündnis Hochschulen für den Frieden, dem SDS Bundesverband, den Juso Hochschulgruppen Deutschland, den Jusos Deutschland, dem Bund demokratischer Wissenschaftlicherinnen und Wissenschaftler (BdWi), der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), dem freien Zusammenschluss der Studierendenschaften (fzs), dem DFG VK Bundesverband, dem attac-Arbeitskreis Bildung & Erziehung , den Natur Freunde Deutschlands und Campus:Grün.

 

Alle Informationen zu dem Dezentralen Aktionstagen: www.antimilitaristische-aktionstage.info

Infos zur Unterschriften-Kampagne: www.lernenfuerdenfrieden.de

Militärmarke zurückziehen – Briefmarken sind weit mehr als reine ‘Postwertzeichen’

Keine Militärpropaganda! – Jetzt mitmachen unter www.feldpost.dfg-vk.de

DFG-VKAnfang Juni 2013 veröffentlicht das Bundesfinanzministerium eine Sondermarke: „Bundeswehr – Im Einsatz für Deutschland“. Zur Begründung dieser Krieg- und Militärverherrlichung erklärt das Ministerium, dass die Bundeswehr „hohes Ansehen und Vertrauen“ genießt, „einen selbstverständlichen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft“ einnehme und „eine einzigartige und unverzichtbare Aufgabe wahrnimmt“. Zur Rechtfertigung der Bundeswehr-Kriegseinsätze wird behauptet, „Frieden und Freiheit“ würden „in Deutschland und in internationalen Einsätzen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung“ geschützt. 
Das Anliegen der Briefmarke sei es, „für die gesellschaftliche Wertschätzung der Leistungen der Angehörigen der Bundeswehr zu werben.“

Wir wollen keine Briefmarke, die die Heimatfront stärken soll, den militärische Werbefeldzug für die Bundeswehr fortsetzt und die Gesellschaft mit Militärsymbolen durchsetzt. Kriege sind nicht in unserem Interesse, und die Bundeswehr ist nicht für uns im Einsatz. Frieden und Freiheit sind keine gesellschaftlichen Zustände, die auf Dauer mit Militär hergestellt oder gesichert werden können – nicht hier und nicht in anderen Teilen der Welt!
Wir protestieren gegen die subtile Militär-Propaganda des Finanzministeriums.

Wir fordern den Minister der Finanzen Wolfgang Schäuble auf:
Ziehen Sie die Propaganda-Briefmarke “Bundeswehr. Im Einsatz für Deutschland” zurück und entfernen Sie sie aus dem Handel. 
Setzen Sie sich in der Bundesregierung und im Bundestag für die Beendigung der Kriege und den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen ein.

Machen Sie mit: www.feldpost.dfg-vk.de

Friedensbewegung demonstriert gegen die “zunehmende Militarisierung der Politik”: 80 Ostermärsche in 100 Orten

Ostermärsche beginnen am Wochenende
“Krieg ist keine Lösung”
Friedensbewegung demonstriert gegen die “zunehmende Militarisierung der Politik”
80 Ostermärsche in 100 Orten

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

friedenKassel, Berlin, 21. März 2013 – Zu den bevorstehenden Ostermärschen der Friedensbewegung erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, einem Bündnis zahlreicher lokaler und regionaler Basis-Friedensinitiativen, Peter Strutynski und Lühr Henken am Donnerstag in Kassel:

Die Premiere zu den diesjährigen Ostermärschen der Friedensbewegung findet bereits am kommenden Wochenende in Potsdam statt. Über 80 weitere Ostermärsche, die durch mehr als 100 Orte führen, werden dann am Osterwochenende folgen. Es sind etwa genauso viele wie in den vergangenen Jahren.

Zugenommen haben allerdings die Themen und Probleme, mit denen sich die Friedensbewegung auseinandersetzen muss. Soeben hat das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI bestätigt, dass Deutschland weiterhin hinter den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur weltweit ist. Rüstungsgüter gehen von hier in etwa 80 Staaten der Erde, darunter viele Entwicklungsländer. Besonders beliebt sind Waffen Made in Germany im Nahen und Mittleren Osten: Geliefert wird unterschiedslos an Saudi-Arabien, Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait – Staaten, die entweder wegen ihrer Missachtung der Menschenrechte oder wegen ihrer Verstrickung in regionale Dauerkonflikte nie und nimmer deutsche Waffen erhalten dürften. Doch die Einhaltung der eigenen Rüstungsexportrichtlinien ist der Bundesregierung keinen Pfifferling wert. In allen Ostermärschen steht das Rüstungsthema obenan auf der Agenda.

Neu hinzugekommen ist auch die Kritik an der Drohnenpolitik der Regierungskoalition. Die feste Absicht des Verteidigungsministeriums, bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr zu bestellen oder herstellen zu lassen, erntet entschiedenen Widerspruch sowohl in der Friedensbewegung als auch in der Öffentlichkeit. Auch wenn aus Regierungskreisen verlautbart, die Entscheidung über Kampfdrohnen erst im kommenden Jahr fällen zu wollen: Für die Friedensbewegung bedeutet das, den Druck auf Berlin so weit zu erhöhen, dass die Regierung auf diesen neuen Aufrüstungsschritt verzichten muss. Kampfdrohnen sind verfassungsrechtlich und völkerrechtlich außerordentlich umstritten und würden die Schwelle zum Krieg führen weiter senken.

Die weiteren Themen der diesjährigen Ostermärsche sind “alt”, aber deswegen noch lange nicht erledigt. In allen Ostermarsch-Aufrufen werden die Auslandseinsätze der Bundeswehr (von Afghanistan bis Mali) verurteilt und Regierung und Bundestag an den Grundgesetz-Auftrag erinnert, wonach die Bundeswehr nur der Landesverteidigung zu dienen habe. Mittlerweile wird ihr Umbau zu einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee (“Armee im Einsatz”) zügig vorangetrieben. Die Friedensbewegung fordert den Abzug der Truppen aus den genannten Ländern sowie aus der Türkei. Der dortige “Patriot”-Einsatz verschärfe nach Ansicht der Ostermarschierer nur den Konflikt mit Syrien. Dasselbe würde auch die Beendigung des Waffenembargos der EU bedeuten. Jede äußere militärische Einmischung in den syrischen Bürgerkrieg erhöht das Leiden der Bevölkerung und birgt die Gefahr eines regionalen Flächenbrandes.

Auch im Konflikt um das iranische Atomprogramm mahnt die Friedensbewegung zu einer realistischen Politik der Deeskalation. Selbst wenn wir unterstellen, dass Teheran an der Entwicklung der Atombombe bastelt (was keineswegs belegt ist), könnte der Iran durch einen “Präventivkrieg”, wie in Israel und die USA wohl ins Auge fassen (Obama: “Alle Optionen liegen auf dem Tisch”) davon langfristig nicht gehindert werden. Die Friedensbewegung schlägt den einzig gangbaren und völkerrechtlich gebotenen Weg der Verhandlungen mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten vor.

Neben den friedenspolitischen Themen der “großen Politik” werden die Ostermärsche auch Konflikte und Probleme “vor Ort” aufgreifen. Dazu zählen beispielsweise der Kampf gegen die immer aggressiver auftretende Werbung der Bundeswehr in Schulen oder auf Jahrmärkten, die Zurückweisung von Rüstungsforschung an den Hochschulen, der Protest gegen besonders markante Militäreinrichtungen wie etwa die in Büchel gelagerten US-Atomwaffen, das Drehkreuz Ramstein für die Interventionskriege der USA, die NATO-Kommandozentrale in Kalkar oder das im Aufbau befindliche Ausbildungszentrum der Bundeswehr für den Städte- und Guerillakampf in der Colbitz-Letzlinger Heide (bei Magdeburg).

All diesen ungeliebten Entwicklungen setzen die Ostermärsche ihre Forderung nach einer Kehrtwende der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber. Die Friedensbewegung, so heißt es in vielen Aufrufen, verweigert sich dem Zwangsdenken von Kriegspropaganda, Kriegsdrohungen und Kriegen. Sie hält fest an der Vision von einer Welt ohne Atomwaffen, von einem entmilitarisierten Europa der Völkerverständigung, von einer Bundesrepublik, von deren Boden kein Krieg, sondern, wie es im 2+4-Einigungsvertrag heißt, “nur noch Frieden ausgeht”.

Die zahlreichen Friedensinitiativen und lokalen Bündnisse, welche die Ostermärsche vorbereiten, sind guter Dinge, dass die Teilnehmerzahlen wieder an das gute Vorjahresergebnis heranreichen. Sicher sind sich aber alle darin, dass die Ostermärsche notwendiger sind als je zuvor.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Berlin
Peter Strutynski, Kassel

Somalia: Ärzte ohne Grenzen kritisiert Vermischung von Militäreinsatz und humanitärer Hilfe durch die UN

PRESSEMITTEILUNG

 

800px-Ärzte_ohne_Grenzen_Logo.svgNew York/Berlin, 28. Februar 2013. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert Pläne der Vereinten Nationen, humanitäre Hilfe in den internationalen Militäreinsatz in Somalia zu integrieren. Die Organisation warnt, diese Umstrukturierung gefährde eine unabhängige und unparteiliche Hilfe für die Somalier, die weiterhin massiv unter dem Krieg leiden.

„Viele Somalier ringen noch immer täglich um das Lebensnotwendigste wie Nahrung, Gesundheitsversorgung und Schutz vor Gewalt“, sagt Jerôme Oberreit, internationaler Generalsekretär von Ärzte ohne Grenzen. „Humanitäre Hilfe muss sich ausschließlich an den Bedürfnissen dieser Menschen orientieren und darf nicht von anderen Motiven geleitet werden. Sie muss völlig unabhängig von jeglicher politischer Zielsetzung bleiben. Humanitäre Organisationen dürfen nicht als Erfüllungsgehilfen zur Bekämpfung von Aufständen oder zur militärischen Stabilisierung zwangsverpflichtetwerden.“

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erörtert derzeit die künftige Struktur der UN-Mission in Somalia und diskutiert die Integration der humanitären Hilfe in die dortigen politischen und militärischen Strukturen. Eine solche Vermischung könnte zusätzliches Misstrauen gegenüber Hilfsorganisationen wecken. Schon jetzt sind die Arbeitsmöglichkeiten für humanitäre Helfer in Somalia erheblich eingeschränkt, und es ist eine große Herausforderung, die Sicherheit von Patienten und medizinischem Personal zu gewährleisten. Versuche, die humanitäre Hilfe weiter zu politisieren, bringt Patienten und humanitäre Helfer zusätzlich in Gefahr.

In ganz Somalia sind große Teile der Bevölkerung auf elementare Unterstützung angewiesen. Viele Betroffene leben in Konfliktregionen und in Gebieten, die von unterschiedlichen bewaffneten Gruppierungen kontrolliert werden, was die Wichtigkeit von unabhängiger und unparteilicher humanitärer Hilfe deutlich macht. Die Menschen haben kaum Zugang zu Nahrung und medizinischer Versorgung. Mehr als 730.000 Somalier haben in Flüchtlingslagern in Kenia und Äthiopien Zuflucht gesucht.

Ärzte ohne Grenzen selbst muss die Aktivitäten in Somalia wegen Sicherheitsrisiken schon seit längerem einschränken. Im Oktober 2011 wurden zwei Mitarbeiterinnen aus dem kenianischen Flüchtlingslager Dadaab entführt und nach Somalia gebracht, wo sie vermutlich nach wie vor festgehalten werden. Bis zu ihrer Freilassung beschränkt die Organisation ihre Tätigkeit in Somalia auf rein lebensrettende Maßnahmen.

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 ununterbrochen in Somalia und leistet derzeit in zehn Regionen des Landes sowie in Kenia und in Äthiopien Hilfe. Im ersten Halbjahr 2012 behandelten die Mitarbeiter fast 30.000 schwer mangelernährte Kinder und impften 75.000 Personen gegen ansteckende Krankheiten. Die Teams begleiteten über 7.300 Geburten und führten etwa eine halbe Million Konsultationen durch. Für ihre Arbeit in Somalia nimmt die Organisation keinerlei Regierungs- oder institutionelle Gelder an, sie finanziert sie ausschließlich aus privaten Spenden.

Linksjugend ['solid]: DGB muss gewerkschaftliche Friedenstradition wahren

DGB muss gewerkschaftliche Friedenstradition wahren

logo_linksjugend solidDer BundessprecherInnenrat der Linksjugend ['solid] kritisiert die aktuellen Äußerungen des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer zur Aufkündigung des kritischen Verhältnisses des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Bundeswehr auf das Entschiedene und fordert den DGB auf die bisherige gewerkschaftliche Friedenstradition weiterzuverfolgen.

Dazu erklärt Sebastian Lucke, Bundessprecher der Linksjugend ['solid]: "Es ist ein absolut fatales Signal, dass der DGB-Vorsitzende Michael Sommer quasi einen gewerkschaftlichen Freibrief für die militarisierte Außenpolitik der Bundesregierung ausstellen will, welche durch Militäreinsätze im Ausland, Aufrüstung der Bundeswehr durch Kampfdrohnen und Rüstungsexporte in aller Welt gekennzeichnet ist.

Jetzt liegt es vor allem in der Hand engagierter Gewerkschaftsmitglieder, weiterhin auf die gesellschaftspolitische Aufgabe des DGB hinzuweisen und sich konsequent für Frieden, Abrüstung und internationale Solidarität einzusetzen."

Frieden mitmachen: Für die sofortige Kündigung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem baden-württembergischen Kultusministerium und der Bundeswehr

Versprochen ist versprochen!

E-Mail-Aktion:

Für die sofortige Kündigung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem baden-württembergischen Kultusministerium und der Bundeswehr

Im Dezember 2009 schlossen das baden-württembergische Kultusministerium und das Wehrbereichskommando IV der Bundeswehr eine Kooperationsvereinbarung, um die Jugendoffiziere noch stärker in die schulische Bildung sowie die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften zu integrieren. Wir fordern auch vom neuen Kultusminister Stoch und der rot-grünen Landesregierung die sofortige vor der Wahl versprochene Kündigung der Kooperationsvereinbarung.

Es liegt an Kultusminister Stoch (SPD), diese Kündigung auszusprechen. Jetzt müssen wir den Druck auf den neuen Minister erhöhen, damit die Kündigung der Kooperationsvereinbarung – es wäre die erste in Deutschland – baldmöglichst vollzogen wird.

 
Mitmachen und weitere Informationen jetzt hier:
Auch wenn Ihr nicht in Baden-Württemberg ist es sinnvoll sich an der Aktion zu beteiligen und sie weiter zu verbreiten, denn VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN! und besteht in BaWü die realistische Möglichkeit, dass endlich auch eine Kooperationsvereinbarung gekündigt wird. MACHT BITTE MIT!
Euer Team von
www.frieden-mitmachen.de

Patriot-Raketen in die Türkei: 86 Abgeordnete stimmen mit NEIN – hier die Namen:

Am Freitag, 14. Dezember 2012 wurde im Deutschen Bundestag über den Antrag der Bundesregierung abgestimmt PATRIOT-Raketen und bis zu 400 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in die Türkei zu entsenden. Die Friedensbewegung hat am Tag der Abstimmung vor dem Bundestag gegen diese Entscheidung demonstriert.

Für die Entsendung der Bundeswehr und der PATRIOT-Raketen haben 461 Abgeordnete gestimmt, gegen die Entsendung haben 86 Abgeordnete gestimmt und 8 Abgeordnete haben sich enthalten.

 

Hier die Namen der Abgeordneten die mit NEIN gestimmt haben. Ihnen gilt unser Dank!

 

Fraktion DIE LINKE: Alle 68 Abgeordneten stimmen mit Nein

Jan van Aken, Agnes Alpers, Dr. Dietmar Bartsch, Herbert Behrens, Karin Binder, Matthias W. Birkwald, Heidrun Bluhm, Steffen Bockhahn, Christine Buchholz, Eva Bulling-Schröter, Dr. Martina Bunge, Roland Claus, Sevim Dağdelen, Dr. Diether Dehm, Heidrun Dittrich, Werner Dreibus, Dr. Dagmar Enkelmann, Klaus Ernst, Wolfgang Gehrcke, Nicole Gohlke, Diana Golze, Annette Groth, Dr. Gregor Gysi, Heike Hänsel, Dr. Rosemarie Hein, Dr. Barbara Höll, Andrej Hunko, Ulla Jelpke, Dr. Lukrezia Jochimsen, Katja Kipping, Harald Koch, Jan Korte, Jutta Krellmann, Katrin Kunert, Caren Lay, Sabine Leidig, Ralph Lenkert, Michael Leutert, Stefan Liebich, Ulla Lötzer, Dr. Gesine Lötzsch, Thomas Lutze, Ulrich Maurer, Dorothee Menzner, Cornelia Möhring, Kornelia Möller, Niema Movassat, Thomas Nord, Petra Pau, Jens Petermann, Richard Pitterle, Yvonne Ploetz, Ingrid Remmers, Paul Schäfer (Köln), Kathrin Senger-Schäfer, Raju Sharma, Dr. Petra Sitte, Kersten Steinke, Sabine Stüber, Alexander Süßmair, Dr. Kirsten Tackmann, Frank Tempel, Dr. Axel Troost, Alexander Ulrich, Kathrin Vogler, Johanna Voß, Halina Wawzyniak

 

SPD-Fraktion: 110 Abgeordnete stimmen mit Ja, 15 Abgeordnete mit Nein, 3 Enthaltungen

Mit Nein haben gestimmt:

Klaus Barthel, Bärbel Bas, Lothar Binding (Heidelberg), Ulla Burchardt, Dr. Peter Danckert, Angelika Graf (Rosenheim), Hans-Joachim Hacker, Petra Hinz (Essen), Dr. Bärbel Kofler, Christine Lambrecht, Steffen-Claudio Lemme, Hilde Mattheis, Swen Schulz (Spandau), Dr. Marlies Volkmer, Waltraud Wolff (Wolmirstedt)

 

Enthaltungen:

Marco Bülow, Marlene Rupprecht (Tuchenbach), Ewald Schurer

 

Bündnis 90/Die Grünen: 56 Abgeordnete stimmen mit Ja, 2 Abgeordnete mit Nein, 5 Enthaltungen

Mit Nein haben gestimmt:

Monika Lazar, Hans-Christian Ströbele

Enthaltungen:

Memet Kilic, Maria Klein-Schmeink, Sylvia Kotting-Uhl, Dorothea Steiner, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn

 

 

 

FDP-Fraktion: Alle 85 Abgeordnete stimmten mit ja.

 

CDU/CSU-Fraktion: Alle 210 Abgeordneten haben mit Ja gestimmt.

 

 

NaturFreunde: keine Leopard-2-Lieferung an Indonesien


Bundesregierung darf keine brutal gegen die eigene Bevölkerung vorgehende Armee rüsten 

 

Berlin, 31. Oktober 2012 – „Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, das geplante Panzergeschäft mit Indonesien unverzüglich zu verhindern“, forderte Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. 130 Leopard-2-Panzer hatte die indonesische Regierung bestellt und schon am 7. November will der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann in Jakarta mit einer Absichtserklärung den Waffendeal mit einem Umsatzvolumen von 217 Millionen Euro besiegeln.

 

„Es wird leider immer mehr zur Regel: Wenn es den deutschen Rüstungsschmieden Umsätze verspricht, werden auch Regierungen aufgerüstet, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Die Bundesregierung macht sich so direkt mitverantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen in den belieferten Ländern“, kritisierte Hiksch.

 

Mit den Leopard-2-Panzern, die bisher in der Bundeswehr im Einsatz waren, möchte Indonesien seine Armee aufrüsten. Die Panzer werden modernisiert und auch neu ausgerüstet. Dabei können sie im Rahmen der strategischen Militärplanung Indonesiens eigentlich nur zum Einsatz im eigenen Land verwendet werden.

 

„Seit mehr als 50 Jahren geht das indonesische Militär mit äußerster Brutalität gegen die Papua-Ureinwohner vor, die eine Anerkennung ihrer Rechte fordern. Doch die rohstoffreiche Provinz Papua hat für die indonesische Regierung eine strategische Relevanz: Sie will die Rohstoffe ausbeuten und kämpft deshalb mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen alle separatistischen Bestrebungen in dieser Provinz. Dabei werden seit 50 Jahren auch deutsche Waffen eingesetzt, um zu morden“, kritisierte Hiksch und forderte: „Die Bundesregierung darf keine Armee hochrüsten, die mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgeht.“

BAK AUF: BRAVO und Bundeswehr – Action, Adrenalin und Abenteuer?

21.09.2012

 

Erklärung des Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden

von Linksjugend ['solid] und DieLinke.SDS

Action, Adrenalin und Abenteuer?

Krieg, Mord und Posttraumatische Belastungsstörung!

Zum siebten Mal veranstaltet die Bundeswehr in Kooperation mit der bekanntesten Jugendzeitschrift in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) – der Bravo – und deren kleiner Schwester – der Bravo Sport – die sogenannten Bw-Adventure-Camps. Bravo und Bravo Sport stellen nicht nur hierfür Seiten ihrer Magazine für die Werbung zur Verfügung. Sie werben auch mit dem Slogan „Action, Adrenalin und Abenteuer – Die Herausforderung deines Lebens wartet auf dich!“ auf ihren Internetseiten mit Artikeln und Anzeigen sowie auf dem Youtube-Kanal der Bravo für zwei kostenlose Bundeswehr-Jugendcamps bei der Luftwaffe auf Sardinien und bei den Gebirgsjägern in den bayrischen Alpen.

Die Kooperation des Jugendmagazins mit den Militärs liegt im Trend. Einerseits weil sich zivile Institutionen – wie die Kultusministerien der Länder oder Grundschulen – zunehmend offen für eine sogenannte zivilmilitärische Zusammenarbeit zeigen, die die StrategInnen im Bundesverteidigungsministerium seit einigen Jahren gezielt anstreben. Andererseits weil die Bundeswehr offensichtlich immer jüngere Menschen für sich zu gewinnen versucht oder sie zumindest für die eigene Arbeit einspannen will. Die LeserInnen der Bravo-Homepage sind z.B. zwischen 12 und 19 Jahre alt.

Christin Bernhold, eine der Sprecherinnen des Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden von Linksjugend ['solid] und DieLinke.SDS (BAK AuF) erklärt: „Der Mangel an RekrutInnen ist nicht der einzige Grund für solch’ dubiose Kooperationen. Es geht z.B. auch darum, Akzeptanz und Unterstützung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afghanistan und die Institution Bundeswehr an der ‘Heimatfront’ zu generieren.“ Laut dem Leiter der Nachwuchsgewinnungsorganisation Ost der Bundeswehr sind Gespräche mit Soldaten über Auslandseinsätze „integraler Bestandteil“ der Camps. Bernhold merkt ironisch an: „So absurd es klingt: Die ‘Sicherheit’ Deutschlands wird offensichtlich nicht nur am Hindukusch, sondern auch in Deutschland mit der Bravo verteidigt.“ Diese lässt sich dafür bereitwillig einspannen. Laut einer Ende April 2012 publizierten parlamentarischen Anfrage der LINKEN an die Bundesregierung hat die Bravo im Jahr 2011 für ihr obrigkeitshöriges Engagement nicht einmal Geld erhalten.

Die Adventure-Camps der Bundeswehr sind nur ein Teil der diversen Mittel, mit deren Hilfe das Bundesverteidigungsministerium auf die Jagd nach Nachwuchs geht und für die es jährlich über zweistellige Steuermillionenbeträge verschleudert. Wie bei den zahlreichen Besuchen der Jugendoffiziere an Schulen, den Vorträgen von WehrdienstberaterInnen an Berufsinformationszentren und in Jobcentern, in den Werbespots im Fernsehen und Radio usw. gaukeln die falschen Propheten von der Hardthöhe den Jugendlichen vor, bei der Bundeswehr handele es sich vorrangig um ein Unternehmen für Abenteuerreisen. Kein Wort über die politisch-ökonomischen – mit anderen Worten: imperialistischen – Gründe für die Kriegseinsätze, über das blutige Mordhandwerk im Einsatz, die zivilen Opfer, die Zerstörung der Natur und ganzer Gesellschaften findet sich in Bravo und Bravo Sport. Nicht einmal die zahlreichen Folgen für die sinnlos an der Front verheizten SoldatInnen wie die posttraumatische Belastungsstörungen, mögliche Verletzungen oder gar die Gefahr des eigenen Todes werden irgendwo erwähnt.

Anne Geschonneck, eine weitere Sprecherinnen des BAK AuF erklärt: „Wir begrüßen alle Protestinitiativen gegen diese perfide Indoktrinations- und Rekrutierungscamps: z.B. die Onlinepetition von Terre des Hommes und den Protestaufruf bei Facebook. Die Zusammenarbeit der Bravo mit der Bundeswehr muss umgehend eingestellt werden – ebenso wie gesamte Propaganda aus dem Hause de Maizière.“

Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AuF) von Linksjugend ['solid] und DieLinke.SDS

Bundesausschuss Friedensratschlag: Der Verteidigungsetat steigt von Jahr zu Jahr

Eine Erklärung aus der Friedensbewegung zu den Haushaltsberatungen im Bundestag

 
Am 12. September 2012 wurde im Rahmen der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag auch über den Verteidigungsetat (Einzelplan 14) diskutiert. Zum Sitzungsprotokoll geht es hier: [pdf, Externer Link]. Der ganze Haushaltsplan 2013 ist hier herunterzuladen: [pdf - 11,59 MB, externer Link]. Darin findet sich der Verteidigungsetat (der allein 165 Seiten umfasst) unter dem Einzelplan 14.
Dazu veröffentlichte der Bundesausschuss Friedensratschlag eine Stellungnahme, die wir im Folgenden dokumentieren.

Bundeswehr: zu teuer und zu gefährlich!

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

  • Sparen passé – Aufrüstung O.K.
  • Wo bleiben die versprochenen Einsparungen?
  • Mehr Geld für die Armee im Einsatz
  • Friedensbewegung: Alles auf den Prüfstand!

Kassel, Berlin, 13. September 2012 – Zum Verteidigungsetat 2013 der Bundesregierung, der am Mittwoch im Bundestag in erster Lesung behandelt wurde, erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer Stellungnahme:

Noch vor zwei Jahren versprach das Verteidigungsministerium sich mit 8,3 Mrd. EUR an den Sparmaßnahmen der Bundesregierung beteiligen zu wollen; 8,3 Mrd. sollten bis 2015 eingespart werden. Doch schon bald löste sich dieses Versprechen in Luft auf – genauso wie der Minister, der das Versprechen abgegeben hatte: Karl-Theodor zu Guttenberg.

Von Einsparungen spricht heute niemand mehr. Im Gegenteil: Der Verteidigungsetat steigt von Jahr zu Jahr. Im Haushalt 2013 sind Militärausgaben in Rekordhöhe von 33,283 Mrd. EUR vorgesehen, das ist ein Plus von 1,4 Mrd. gegenüber dem laufenden Jahr. Kein anderer Etatposten des Haushalts 2013 kann einen solchen Zuwachs verzeichnen. Hinzu kommt, dass 1 Mrd. EUR aus einem anderen Etatposten, der Allgemeinen Finanzverwaltung (EPl 60), bereitgestellt wird, „zur Finanzierung des zivilen Überhangpersonals, das im Zuge der Bundeswehrreform abgebaut werden soll“, wie es heißt. Zugleich soll der Umfang der Streitkräfte weiter reduziert werden; die Planstellen für Soldaten werden um 3.000 Stellen, von 209.00 auf 206.000 verringert. Im Umkehrschluss heißt das: Je kleiner die Bundeswehr (sie soll mittelfristig nur noch mit 185.000 Soldaten auskommen), desto teurer wird sie. Oder anders gesagt: Jeder Soldat ist heute den Steuerzahler rund 166 Tausend Euro wert; vor sieben Jahren waren es nur 116 Tausend, also 30 Prozent weniger.

In diesen Zahlen spiegelt sich die Entwicklung der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer Interventionsarmee. Mehr Auslandseinsätze und die Bereitschaft dazu brauchen nämlich mehr Gerät, bessere Waffen und eine Hightech-Kriegführung. Die „Armee im Einsatz“ wird kleiner, aber feiner und eben kostspieliger.

Auch die militärischen Beschaffungen bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau von durchschnittlich 5 Mrd. Euro im Jahr (2011: 4,5 Mrd., 2012: 5,2 Mrd., 2013: 4,9 Mrd.) . Das soll auch so bleiben – Schuldenabbau und Sparhaushalte hin oder her. Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall lobte denn auch die Militärindustriefreundlichkeit der Bundesregierung mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung über den grünen Klee: „Insofern findet die Entwicklung sinkender Budgets in einigen westlichen Industriestaaten in Deutschland keine Entsprechung.“ (Rheinmetall AG, Halbjahresfinanzbericht , 1. Halbjahr 2011, S. 8.) Die größten Brocken bei den Beschaffungen sind einerseits Waffen und Material, die für die neue Eingreifarmee benötigt werden, also z.B. der Großraumtransporter A400M, der NATO-Hubschrauber 90, neue Korvetten für die Marine oder der neue Schützenpanzer Puma. Andererseits schleppt die Bundeswehr Kriegsgerät mit sich herum, deren Anschaffung noch dem Bedrohungsszenario des Kalten Kriegs geschuldet war, etwa der Eurofighter, der mit 1,050 Mrd. Euro immer noch den größten Beschaffungsposten im Verteidigungsetat ausmacht.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag ist entsetzt über die Leichtfertigkeit, mit der die Regierungskoalition die höchsten Militär- und Rüstungsausgaben in der Geschichte der Bundesrepublik im Bundestag durchdrücken will. Gespart wird woanders. Wir sagen: Wenn die gegenwärtige europäische Finanzkrise wirklich sinnvoll genutzt werden soll, dann muss zuallererst dort gespart werden, wo der Reichtum und wo die Waffen wohnen. Das bedeutet:

  • Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan,
  • Beendigung der übrigen Auslandseinsätze (die Bundesmarine verplempert z.B. vor dem Libanon 40 Mio. EUR pro Jahr),
  • Streichung kostspieliger Rüstungsprojekte, die entweder die Interventionsfähigkeit verbessern sollen und damit dem Grundgesetz widersprechen,
  • Rückführung der Bundeswehr auf eine reine Verteidigungsarmee mit der Option, sich selbst überflüssig zu machen, weil es keine reale Bedrohungssituation gibt.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag
Peter Strutynski, Kassel
Lühr Henken, Berlin