Naturfreunde-Internationale

NaturFreunde: Henryk M. Broder, der Klimawandel und das Umweltbundesamt – nicht einmal schlechtes Kabarett

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 25. Mai 2013 – Der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller kritisiert  den in der WELT erschienenen Beitrag Henryk M. Broders zum Klimawandel: „Weil das Umweltbundesamt (UBA) auf Bitten des Bundesumweltministeriums (BMU) den Stand der Klimawissenschaft zusammengefasst hat, ist das Amt für Broder in Anlehnung an die Reichskulturkammer die „Bundesklimakammer“. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten des Umweltbundesamtes, das seit Arbeitsbeginn des Weltklimarates in die wissenschaftlichen Debatten intensiv eingebunden ist, hat er nicht nötig. Für ihn ist die Aussage des Amtes, dass die Klimadebatte in der Wissenschaft als geklärt angesehen wird, schon der ‚Weg in eine zweite DDR‘.“

Broder, der in den letzten Jahrzehnten stramm von links nach rechts marschiert sei, verstehe von allem etwas. So natürlich auch vom anthropogenen Klimawandel mehr als die besten Klimaforscher der Welt. Ein Wunderknabe, der sein phänomenales Wissen mit einem unüberbietbaren Zynismus, abstoßender Demagogie und unsinnigen historischen Vergleichen garniere.

„Man ist fassungslos, wie ein rechter Journalist mit der Menschheitsherausforderung Klimawandel umgeht,“ so Müller. Der Angriff Henryk M. Broders sei ein Angriff auf die gesamte Weltgemeinschaft, denn die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auf die sich das Umweltbundesamt beziehe, könnten nur einstimmig verabschiedet werden, und alle am 4. Sachstandsbericht beteiligten 192 Staaten hätten ihm zugestimmt.

Und der Angriff gelte auch allen Bundesregierungen seit März 1991. Damals habe als erster Helmut Kohl in einem Kabinettsbeschluss den Klimawandel nicht nur angesprochen, sondern die Verantwortung der Politik Gegenmaßnahmen zu ergreifen, betont. Die Bundesrepublik sei damals weltweit zum Vorkämpfer für die Senkung der Treibhausgase geworden. Diese Politik hätten die folgenden Regierungen von Schröder bis Merkel fortgesetzt. Müller folgert: „Sie sind also alle – angeleitet von der „Reichsklimakammer“ Umweltbundesamt – auf dem Weg in eine Meinungsdiktatur. Herr Broder, Sie sind nicht ernst zu nehmen. Das wäre bei einem unwichtigen Thema egal, aber nicht bei einer existentiellen Frage wie dem Klimawandel.“

NaturFreunde: Millionenkredite für marode ukrainische AKW – Verantwortliche haben aus Tschernobyl nichts gelernt

Millionenkredite für marode ukrainische AKW
NaturFreunde: Verantwortliche haben aus Tschernobyl nichts gelernt

 

EURATOM NaturfreundeBerlin, 25. März 2013 – Mit der Entscheidung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), der Ukraine einen Kredit in Höhe von 300 Millionen Euro für die Modernisierung derzeit am Netz befindlicher Atomkraftwerke zu gewähren, übernehme die EBWE auch direkte Verantwortung für die Gefahr eines neuen Atomunfalls in der Ukraine, kritisieren die NaturFreunde. Sie kündigen Protest in Berlin an.

 

„Die Regierung verbreitet offen eine Unwahrheit“, mahnt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. „Die ukrainischen AKW werden auch mit den Nachrüstungen Hochgefahren-Reaktoren bleiben, die jederzeit einen Atomunfall verursachen können.“

 

Die Entscheidung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM), weitere 300 Millionen Euro für die ukrainischen Atomreaktoren beizusteuern, zeigt erneut, dass EURATOM zur Erhöhung des atomaren Risikos in Europa beiträgt, anstatt für Sicherheit zu sorgen. Die Forderung der NaturFreunde Deutschlands nach sofortiger Auflösung der Atomgemeinschaft, die in geheimen Sitzungen die Kreditvergabe an Atomunternehmen beschließt, erscheint daher mehr als notwendig. Auch die Bundesregierung trägt durch die Mitgliedschaft bei EURATOM unmittelbar zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in der Ukraine bei.

 

Bundesregierung hält an EURATOM-Vertrag fest

Die Ablehnung der Anträge von SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen durch die Regierungsfraktionen in der letzten Sitzungswochen, in denen die drei Oppositionsfraktionen gefordert hatten, EURATOM zu reformieren oder aufzulösen, zeigt deutlich, dass es der Bundesregierung nicht um einen wirklichen Atomausstieg geht.

 

Die 15 in der Ukraine betriebenen Atomreaktoren sind Altreaktoren aus der sowjetischen Zeit vom Typ „VVER 1000“ und „VVER 440/213“. Wenn hier die EBWE behauptet, diese Reaktoren könnten „auf einen Stand gebracht werden […], auf dem sie die internationalen Standards ebenso erfüllen wie die lokalen Vorschriften“, ist dies eine offene Lüge.

 

NaturFreunde kündigen Proteste an

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, die Kredite an die Ukraine noch zu stoppen und sich für die sofortige Stilllegung der ukrainischen Reaktoren einzusetzen. Stattdessen erwarten die NaturFreunde, dass die 600 Millionen Euro für die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien in der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.

 

In den nächsten Wochen werden die NaturFreunde vor der EU-Kommission in Berlin und vor der Botschaft der Ukraine gegen den Weiterbetrieb der Atomreaktoren und gegen die Vergabe von 600 Millionen Euro durch EURATOM und EBWE protestieren.

NaturFreunde: Die deutsche Tourismuspolitik muss sozialökologischer werden


Die Bedürfnisse der vom Tourismus betroffenen Menschen sollten im Mittelpunkt stehen

 

Berlin, 6. März 2013 – Anlässlich des Beginns der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

naturfreunde haende geschnittenDie Bundesregierung muss ihre Tourismuspolitik dringend verändern: Statt der wirtschaftlichen Interessen der internationalen Tourismuskonzerne müssen endlich die Bedürfnisse der vom Tourismus betroffenen Menschen in den jeweiligen Zieldestinationen in den Mittelpunkt gestellt werden. Diese benötigen bedarfssichernde Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie den dauerhaften und verlässlichen Schutz ihrer natürlichen Ressourcen.

 

Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen in die Natur, damit sie sich dort erholen können. Doch der vorherrschende, stark ökonomisch dominierte Massentourismus gefährdet mittlerweile massiv die sozialökologischen Grundlagen des Tourismus.

 

Verschärfter Wettbewerb führt zu sozialen und ökologischen Problemen

Besonders kritisch sehen die NaturFreunde, dass durch den verschärften Wettbewerb und die Zunahme der „last-minute-Angebote“ touristische Leistungen oft weit unter dem Gestehungspreis angeboten werden. Der zunehmende Kostendruck führt besonders in den Zieldestinationen zur weiteren Missachtung von Umweltschutzvorschriften und verhindert die Durchsetzung von sozialverträglichen Arbeitsbedingungen und existenzsichernden Löhnen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine grundsätzliche Umorientierung hin zu einem nachhaltigen Tourismus. Sie setzen sich für die Festlegung von internationalen Mindeststandards bei der Sicherung der Arbeitsbedingungen der im Tourismus Beschäftigten sowie den Schutz der Umwelt in den Tourismusdestinationen ein.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern von der Bundesregierung,

> die Mittel im Bundeshaushalt für die Entwicklung und Finanzierung von Projekten im Sektor des sozialen und ökologischen Tourismus deutlich aufzustocken;

> alle öffentlichen Förderungen für Tourismusunternehmen und -verbände an die Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards und die Einhaltung von Tarifverträgen zu koppeln;

> sich für die Schaffung von effektiven Kontrollmechanismen zur Einhaltung von Menschenrechten im Tourismussektor einzusetzen;

> sich dafür einzusetzen, dass alle internationalen Abkommen zur Förderung des Tourismus und zur Förderung von Investitionen internationaler Tourismusunternehmen so weiterentwickelt werden, dass die Umwelt geschützt, Menschenrechte gesichert und die Rechte der vom Tourismus Betroffenen gewahrt werden.

Die bedeutet vor allem:

• international verbindliche Standards durchzusetzen, damit in wasser- und landarmen Tourismusgebieten der Bau von Golfplätzen und großen Hotelanlagen den Zugang der Bevölkerung zu Wasser und Land nicht verhindert;

• internationale Regeln für Kreuzfahrtschiffe weiterzuentwickeln, damit die zunehmende Verschmutzung der Meere durch den Kreuzfahrttourismus eingedämmt wird;

• international verbindliche Standards durchzusetzen, damit durch den zunehmenden Massentourismus in Ländern des globalen Südens die Rechte auf Nahrung, sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung nicht eingeschränkt werden;

• ein verbindliches internationales Abkommen durchzusetzen, dass Tourismusunternehmen verpflichtet, die ILO-Kernarbeitsnormen, die UN-Leitlinien über Wirtschaft und Menschenrechte sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen konsequent einzuhalten.

NaturFreunde-Initiative mit Welttourismuspreis ausgezeichnet


Grenzüberschreitende Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein wird am 13. April in Basel eröffnet

 

Wien/Berlin, 23. November 2012 – Die Welttourismusorganisation (UNWTO) hat die NaturFreunde Internationale (NFI) für ihre Regionalentwicklungsinitiative „Landschaft des Jahres“ mit dem sogenannten UNWTO Ulysses Award prämiert. Der Ulysses Award, der auch als „eine Art Nobelpreis für Tourismus“ gewertet wird, zeichnet herausragende Leistungen und Innovationen im Tourismus aus und wurde bereits am 15. November in Istanbul verliehen. Die nächste Landschaft des Jahres wird am 13. April 2013 in Basel eröffnet.

 

Alle bisherigen NaturFreunde Landschaften des Jahres www.landschaftdesjahres.net  

Termine & Ansprechpartner Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein www.oberrhein.naturfreunde.de

 

„Der Preis ist eine große Ehre für das Engagement der NaturFreunde, die seit dem Jahr 1989 insgesamt 13 Landschaften des Jahres ernannt haben, an denen 13 Länder und rund 5.000 Ehrenamtliche beteiligt waren und in deren Zusammenhang rund 200 Events und Aktivitäten organisiert wurden“, freute sich Christian Baumgartner, Generalsekretär der NaturFreunde Internationale (NFI). Die NFI zählt mit rund 500.000 Mitgliedern in knapp 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen zu den größten Nichtregierungsorganisationen (NGO) weltweit.

 

Alle zwei Jahre wird eine grenzüberschreitende europäische Region von hohem ökologischen Wert durch die NFI zur Landschaft des Jahres ernannt. Damit soll sowohl der Fokus des öffentlichen Interesses auf die jeweilige Landschaft gelenkt, als auch die nachhaltige Entwicklung in der Region unterstützt werden. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei in der Förderung des nachhaltigen Tourismus.

 

Landschaft und Biodiversität durch nachhaltige Tourismusprojekte schützen

So erhielt die NFI den renommierten UNWTO Ulysses Award auch für ihren „herausragenden Beitrag zur grenzüberschreitenden regionalen und nachhaltigen Tourismusentwicklung“, wie die Jury die Auszeichnung der NFI in der Kategorie NGO begründete: „Diese NaturFreunde-Initiative ist heute zu einem wichtigen Anreiz für Regionen in ganz Europa geworden, ihre Landschaft und Biodiversität auch durch nachhaltige Tourismusprojekte zu schützen.“

 

Die UNWTO Ulysses Awards prämieren Initiativen und Projekte, die von öffentlichen Tourismusinstitutionen, Tourismusunternehmen und NGO durchgeführt werden und die im Einklang mit den UN-Millennium-Entwicklungszielen einen bedeutenden und innovativen Beitrag zum Fortschritt des Tourismus leisten. „Innovationen, die die Tourismusentwicklung nachhaltig beeinflussen, stecken den Weg zu einer erfolgreichen Zukunft für viele Regionen in der Welt ab“, erklärte UNWTO-Generalsekretär Dr. Taleb Rifai.

 

Beispielsweise trug die „Landschaft des Jahres 1990: Neusiedlersee“ (AT/HU) zur Errichtung des grenzüberschreitenden Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel bei; die „Landschaft des Jahres 1993/94: Odermündung“ (DE/PL) unterstützte die Gründung der Stiftung Odermündung – Regionalverband für dauerhafte Entwicklung; und im Rahmen der „Landschaft des Jahres 2007/09: Donaudelta“ (RO/UA) wurden Naturführer-Ausbildungen sowie Ausbildungen zu ökologischer und wirtschaftlicher Schilfnutzung in der Region durchgeführt.

 

Grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit am Oberrhein

In diesem Sinne werden sich die NaturFreunde auch zukünftig um eine grenzüberschreitende nachhaltige Regionalentwicklung bemühen, konkret in der kommenden Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein, die am 13. April 2013 in Basel eröffnet wird. In Deutschland umfasst das Projektgebiet Süd- und Mittelbaden und die südliche Pfalz, in Frankreich das Elsass sowie in der Schweiz die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Jura, Solothurn und Aargau.

 

„Die Auszeichnung mit dem Ulysses Award ist für uns natürlich jetzt ein ganz besonderer Ansporn, auch in der kommenden Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein nachhaltige Projekte umzusetzen“, erklärte Regina Schmidt-Kühner, stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands. „Das Interesse aus der Bevölkerung ist bereits außerordentlich groß und einige grenzüberschreitende Veranstaltungen stehen schon fest, werden aber nur den Anfang eines recht eindrucksvollen Veranstaltungsprogrammes bilden. Neben den Schwerpunkten biologische Vielfalt und nachhaltiger Tourismus werden wir uns besonders auf die grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit am Oberrhein konzentrieren“, so Schmidt-Kühner.

Naturfreunde Internationale: Welttourismustag 2012 im Zeichen der erneuerbaren Energien

deutsch / english / français

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale
Press release | Naturefriends International (english further below)
Communiqué de presse | l’Internationale des Amis de la Nature (texte français ci-dessous)

Tourismus / Reisen / Energie / Entwicklung / Umwelt / Europa

Welttourismustag 2012 im Zeichen der erneuerbaren Energien

Wien, 26. September 2012
„Tourism & Sustainable Energy: Powering Sustainable Development“ – unter dieses Motto hat die Welttourismusorganisation UNWTO den Welttourismustag 2012 gestellt. Der diesjährige Welttourismustag, der wie immer am 27. September begangen wird, steht damit ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien.

Die offiziellen Feierlichkeiten finden in Maspalomas auf Gran Canaria / Spanien statt, gleichzeitig mit einer hochrangig besetzten Konferenz, die TouristikerInnen aus dem öffentlichen und privaten Sektor mit EntscheidungsträgerInnen aus dem Energiebereich zusammenbringt. 2012 wurde von den Vereinten Nationen auch zum offiziellen Jahr der „Erneuerbaren Energien für Alle“ erklärt.

Dass Spanien als Partnerland für den diesjährigen Welttourismustag ausgewählt worden ist, ist kein Zufall: Bereits mehr als 20 Prozent der in Spanien verbrauchten Energie stammt aus erneuerbaren Ressourcen. „Die zentrale Botschaft des Welttourismustags 2012 ist, dass Investitionen in erneuerbare Energien nicht nur zum Umweltschutz beitragen, sondern auch neue ökonomische und berufliche Möglichkeiten für Millionen von Menschen schaffen – ob im Tourismus oder in anderen Wirtschaftsbereichen“, betonte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai.

„Der Einsatz von erneuerbaren Energien ist gerade in vielen sonnigen Tourismusregionen so einfach, dass man sich geradezu fragt, warum dies nicht selbstverständlicher ist“, hält Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der Naturfreunde Internationale (NFI), fest. In immer mehr Naturfreundehäusern – auch in weniger sonnigen Lagen in Deutschland und Österreich – sei es das bereits. Naturfreundegruppen organisieren sogar Besichtigungen von Kleinwasserkraftwerken, Photovoltaikanlagen und Windparks, um die neuen Technologien zu vermitteln. „Solaranlagen auf Hoteldächern im Mittelmeerraum sollten ein viel alltäglicherer Anblick sein.“ Durch die verstärkte Verwendung von erneuerbaren Energien übernehme die Tourismusbranche nicht nur mehr Verantwortung für die Umwelt und den Klimaschutz, sondern könne auch viel Geld sparen – schließlich sei es kein Geheimnis, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien und die daraus resultierende größere Unabhängigkeit von Energiekonzernen auch finanziell sehr schnell rechne. „Die kluge Nutzung von Sonne, Wind und Wasser– nicht nur im touristischen Bereich – ist insbesondere für Europa eine Chance, sich von Fehlern der Vergangenheit – Stichwort Atomstrom und Euratom – zu lösen und die Energien des „Alten Kontinents“ im konkreten wie im sprichwörtlichen Sinn zu erneuern“, so Baumgartner abschließend.

Mehr unter http://wtd.unwto.org/en/event/world-tourism-day-2012

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitgliedsorganisationen und rund 500.000 Mitgliedern. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Gestaltung und Umsetzung einer Nachhaltigen Entwicklung von Umwelt und Gesellschaft. Die NFI ist Mitglied der „Green 10“, ein Zusammenschluss der zehn führenden Umwelt-NGOs die auf EU-Ebene aktiv sind.

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Tourism / Travel / Energy / Development / Environment / Europe

World Tourism Day 2012 in the sign of sustainable energy

Vienna, 26 September 2012
“Tourism & Sustainable Energy: Powering Sustainable Development” – is the motto chosen by the World Tourism Organisation UNWTO for the World Tourism Day 2012. Hence, sustainable energy is the motto of this year’s World Tourism Day, which is as usually observed on 27 September.

The official celebrations will take place in Maspalomas, Gran Canaria / Spain, in parallel with a conference gathering high-ranking experts from the public and private tourism sectors with equally renowned decision-makers from the energy sector. 2012 was moreover proclaimed “International Year of Sustainable Energy for All” by the United Nations.

It was not by coincidence that Spain was chosen as partner country for this year’s World Tourism Day: Even at this point in time, more than 20 per cent of the energy consumed in Spain is derived from renewable sources. According to UNWTO Secretary-General Taleb Rifai, “the message at the heart of World Tourism Day 2012 is that these initiatives and commitments are not only helping to protect the environment, they are also creating economic opportunities and jobs for millions, whether in tourism, energy or other sectors”.

“In many sunny tourism regions, sustainable energies are so easy to exploit, that one wonders why they are not yet resorted to as a matter of course”, states Dr. Christian Baumgartner, Secretary General of Naturefriends International (NFI). This is something which has become the order of the day in a constantly growing number of Naturefriends Houses – also in less sunny locations – in both Germany and Austria. Naturefriends groups are even organising visits to small-scale hydropower stations, photovoltaic systems and wind parks in order to spread the word about these new technologies. “Solar systems on hotel roofs in the Mediterranean should become much more of an everyday sight.” Stepping up the use of sustainable energy, implies – on the one hand – that the tourism sector assumes greater responsibility for the environment and for climate protection and – on the other hand – the chance of saving a lot of money, since it is hardly a secret that the use of sustainable energy and the implied decrease in dependence on energy conglomerates will pay off within a short period of time. By way of conclusion Baumgartner underlines that “especially in Europe, the judicious use of sun, wind and water – not only in the tourism sector – holds the chance that the mistakes of the past – keywords nuclear power and Euratom – will not be repeated and the energy supply of the ‘Old Continent’ will be literally renewed”.

See also http://wtd.unwto.org/en/event/world-tourism-day-2012

NFI is the international umbrella organisation of the Naturefriends movement, uniting over 50 member organisations with approximately 500’000 members. Its activities are focused on preparing and implementing the sustainable development of the environment and of society. NFI is a member of the “Green 10”, a coalition of the ten leading environmental NGOs active at EU level.

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Tourisme / Voyages / Énergie / Développement / Environnement / Europe

Journée mondiale du tourisme 2012 sous le signe des énergies renouvelables

Vienne, le 26 septembre 2012
« Tourisme & énergie durable : propulser le développement durable » – voilà le thème retenu par l’Organisation mondiale du tourisme (OMT) pour la Journée mondiale du tourisme 2012. La journée mondiale de l’année 2012, qui se célèbre comme tous les ans le 27 septembre, est donc entièrement placée sous le signe des énergies renouvelables.

Les festivités officielles ont lieu à Maspalomas, Grande Canarie / Espagne, tout comme une conférence avec des intervenants de haut rang, regroupant des acteurs du secteur touristique – public et privé – ainsi que des décideurs du monde de l’énergie. L’année 2012 a aussi été proclamée officiellement « Année internationale des énergies renouvelables pour tous » par les Nations Unies.

Le choix de l’Espagne comme pays partenaire pour l’organisation de la Journée mondiale du tourisme de cette année n’est pas arbitraire : plus de 20 pourcent de l’énergie consommée en Espagne sont déjà d’origine renouvelable : « Le message qui sera au cœur de la Journée mondiale du tourisme 2012, c’est que ces initiatives et ces engagements ne servent pas seulement à protéger l’environnement : ils ouvrent aussi des perspectives économiques et créent des emplois pour des millions de gens, que ce soit dans le tourisme, dans l’énergie ou dans d’autres secteurs » a souligné M. Taleb Rifai, Secrétaire général de l’OMT.

« L’utilisation d’énergies renouvelables est si facile dans beaucoup de régions touristiques ensoleillées qu’on se demande pourquoi elle n’est pas encore plus généralisée », précise Christian Baumgartner, Secrétaire général de l’Internationale des Amis de la Nature (IAN). Dans un nombre croissant de maisons et chalets des Amis de la Nature – également à des endroits moins ensoleillés, en Allemagne et en Autriche – ceci est déjà le cas. Au niveau de leurs sections les Amis de la Nature organisent même des visites de microcentrales hydroélectriques, d’installations photovoltaïques et de parcs éoliens, pour sensibiliser vers les nouvelles technologiques. « Les capteurs solaires sur les toits des hôtels en Méditerranée devraient être bien plus nombreux ». En utilisant dans une mesure croissante les énergies renouvelables, le secteur du tourisme se montrerait non seulement plus responsable en matière d’environnement et de protection du climat, mais pourrait aussi faire des économies importantes – il n’est pas un secret que le recours aux énergies renouvelables et la plus grande indépendance qui en résulte vis-à-vis des gros producteurs d’énergie, s’avèrent rapidement profitables. « L’utilisation intelligente du soleil, du vent et de l’eau – non seulement dans le domaine du tourisme – est une chance notamment en Europe pour se séparer des erreurs du passé – pensons au nucléaire et à l’Euratom – et de renouveler les énergies du ‘vieux continent’ au sens concret et proverbial», conclue Christian Baumgartner.

Détails sur : http://wtd.unwto.org/en/event/world-tourism-day-2012

L’IAN est la fédération faîtière internationale du mouvement des Amis de la Nature, comptant plus de 50 organisations membres avec à peu près 500 000 adhérents. Au cœur des activités figurent l’élaboration et la mise en œuvre de concepts pour le développement durable de l’environnement et de la société. L’IAN est membre du « Green 10 », l’alliance des dix principales ONG environnementales opérant au plan de l’Europe communautaire.

NaturFreunde: Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein fördert auch Natur- und Umweltbildung sowie die grenzüberschreitende Zivilgesellschaft

Nachhaltiger Tourismus und internationaler Dialog am Oberrhein

Straßburg (F), 25. August 2012 – Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der NaturFreunde Frankreich präsentierte der Präsident der NaturFreunde Internationale Manfred Pils auf einer Pressekonferenz in Straßburg die grenzüberschreitenden Initiative „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ und stellte einige Vorhaben der NaturFreunde vor.

 

„Die NaturFreunde möchten mit der Auslobung zur ‚Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein‘ auf die Besonderheiten dieser vielfältigen Region aufmerksam machen und den grenzüberschreitenden Dialog intensivieren“, stellt Manfred Pils das Projekt vor. „In der Region Oberrhein werden wir in den nächsten zwei Jahren den nachhaltigen Tourismus entlang des Rheins mit der Sensibilisierung von Erholungssuchenden in den Mittelpunkt vieler Aktivitäten stellen.“

 

Nachhaltigen Tourismus und Dialog fördern

Beginnend mit einer Auftaktveranstaltung im April 2013 in Basel laden die NaturFreunde die Bevölkerung und NaturFreunde aus ganz Europa zu einer Veranstaltungs- und Aktivitätenreihe an den Oberrhein. Umwelt- und Naturbildungsangebote, trinationale Rad- und Kulturtouren, ein großes Brücken-Sport-Fest und die Einrichtung von mehreren grenzüberschreitenden Themenwegen sind ebenso geplant wie Fachvorträge und eine Workshopreihe zur Sensibilisierung zur gemeinsamen Geschichte entlang des Rheins.

 

„Die NaturFreunde wollen damit in der Landschaft des Jahres zum grenzüberschreitenden Bewusstsein und zur gemeinsamen Identität beitragen. Mit unserer mehr als 100-jährigen Tradition und unserem ehrenamtlichen Engagement ist es seit jeher unser Bestreben, die Nachhaltige Entwicklung von Umwelt und Gesellschaft aktiv mitzugestalten und internationale Solidarität über Grenzen hinweg zu leben“, erklärt Pils.

 

Landschaften des Jahres – Brücken in Europa

Bereits seit 1989 wählen die NaturFreunde – mit mehr als 500.000 Mitgliedern weltweit – für jeweils zwei Jahre eine grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle europäische Region zur Landschaft des Jahres. Die NaturFreunde setzen sich dabei in der jeweiligen Landschaft des Jahres für eine Nachhaltige Entwicklung und einen grenzüberschreitenden Austausch ein.

 

Die „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ ist eine Regionalentwicklungsinitiative der NaturFreunde aus Deutschland (NFD), Frankreich (FFUTAN) und der Schweiz (NFS), gemeinsam mit dem internationalen Dachverband, der NaturFreunde Internationale (NFI).

 

Mehr Informationen zur „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ www.oberrhein.naturfreunde.de

NaturFreunde: „EURATOM? Nein danke!“-Kampagne ist der richtige Weg

 


Nach Ablehnung der Europäischen Bürgerinitiative jetzt Ausstieg aus EURATOM fordern

 

Berlin, 6. Juni 2012 – Zur Ablehnung der Europäischen Bürgerinitiative „Meine Stimme gegen Atomkraft“ durch die Europäische Kommission erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

Die kürzlich bekannt gewordene Ablehnung der Europäischen Bürgerinitiative „Meine Stimme gegen Atomkraft“ durch die EU-Kommission zeigt sehr deutlich, dass der EURATOM-Vertrag auch heute noch eine wichtige Funktion für die Sicherung der europäischen Atomwirtschaft wahrnimmt. Schließlich hat die EU-Kommission die Ablehnung mit dem EURATOM-Vertrag begründet.

 

Bereits bei der Verabschiedung des Vertrags von Lissabon hatten die NaturFreunde Deutschlands kritisiert, dass die Europäische Bürgerinitiative keine inhaltliche Weiterentwicklung Europäischer Verträge vorschlagen kann. Im Vertrag über die Europäische Union wurde in Artikel 11, Absatz 4 EUV definiert, dass „Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen und bei denen es sich um Staatsangehörige einer erheblichen Anzahl von Mitgliedstaaten handeln muss, [...] die Initiative ergreifen und die Europäische Kommission auffordern“  können, „im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürger eines Rechtsakts der Union bedarf, um die Verträge umzusetzen“.

 

Dass damit aber jegliche Änderung eines Europäischen Vertrages ausdrücklich ausgeschlossen wird, halten die NaturFreunde Deutschlands nach wie vor für falsch. Die NaturFreunde unterstützen deshalb grundsätzlich auch die Überlegungen anderer Umweltverbände, gegen diese Bestimmung vorzugehen.

 

Damit zukünftig eine vergleichbare Bürgerinitiative erfolgreich sein kann, muss der EURATOM-Vertrag aufgelöst werden. Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein unverzügliches Ende von EURATOM und haben dafür die Kampagne „EURATOM? Nein danke!“ initiiert, die unter anderem die Bundesregierung auffordert, schnellstmöglich den EURATOM-Vertrag aufzulösen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass

> EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;

> ein neuer Europäischer Vertrag geschlossen wird, auf dessen Grundlage erneuerbare Energien gefördert und erhebliche Energieeinsparungen in ganz Europa durchgesetzt werden;

> die europäischen Verträge so geändert werden, damit das Verbot der Nutzung von Atomtechnologien für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung als Grundlage der Europäischen Union festgeschrieben wird;

> Deutschland seine EURATOM-Mitgliedschaft kündigt, wenn eine Auflösung der EURATOM-Verträge durch die Mitgliedsstaaten nicht durchsetzbar ist.

 

Direkt zur Kampagne „EURATOM? Nein danke! www.euratom-nein-danke.de

NaturFreunde: Weltumwelttag – Die Politik muss die „Green Economy“ gestalten


Wer auf die Verantwortung der Wirtschaft für die Nachhaltigkeit setzt, macht den Bock zum Gärtner

Wien/Berlin, 4. Juni 2012 – Anlässlich des die „Green Economy“ thematisierenden Weltumwelttages am 5. Juni fordern die NaturFreunde einen konkreten politischen Fahrplan für die bisher viel zitierte, aber nicht klar definierte „grüne Wirtschaft“. Die Aufgaben und die Verantwortung der Politik dürften nicht einfach an die Privatwirtschaft delegiert werden, kritisierte der Präsident der NaturFreunde Internationale (NFI) Manfred Pils. Auch Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, warnte: „Wenn die Politik nicht mehr die Instanz des Allgemeinwohls ist, wenn sie die Wirtschaft nicht mehr sozialökologisch gestaltet, wenn sie das Primat über die Entwicklung der Gesellschaft verliert, dann wird dies zur Gefahr für die Demokratie.“

 

Neben dem diesjährigen Weltumwelttag steht auch die am 20. Juni in Rio de Janeiro beginnende „Rio+20“-Konferenz im Zeichen der „Green Economy“. Doch was macht diese viel zitierte „grüne Wirtschaft“ eigentlich aus? Eine klare Definition fehlt ebenso wie eine klare Verantwortlichkeit: Wer genau soll denn auf globaler Ebene die Wirtschaft grüner, nachhaltiger, gerechter und umweltverträglicher machen?

 

UN setzen offensichtlich zu große Erwartungen in Handlungsfähigkeit der Wirtschaft

So bleibt die „Green Economy“ nicht mehr als ein Schlagwort, das für die NaturFreunde mehr Fragen als Antworten aufwirft. „Die Vereinten Nationen setzen ganz offensichtlich zu große Erwartungen in die Handlungsfähigkeit und -willigkeit der Privatwirtschaft“, warnte Manfred Pils. Wer die Privatwirtschaft zum hauptverantwortlichen Akteur für Nachhaltigkeit erkläre, mache den Bock zum Gärtner. „Gewählte Politiker haben die ureigene Aufgabe, unsere Gesellschaft zu gestalten. Diese Verantwortung darf und kann nicht einfach an ‚die Wirtschaft‘ delegiert werden“, kritisierte Pils, während Müller mahnte: „Das Versagen der Politik gefährdet unsere Demokratie.“

 

„Nur die ökologische Modernisierung kann den Ausweg aus der Krise zeigen“

„Die Fixierung auf Bruttoinlandsprodukt und Wirtschaftswachstum hat uns dorthin geführt, wo wir heute stehen“, betonte Pils. „Wir erleben einen Epochenwechsel, der die Grenzen des Wachstums immer deutlicher zeigt und grundlegende Reformen notwendig macht. Nur wenn ökologische, ökonomische und soziale Aspekte als kohärente Gesamtheit thematisiert werden, kann der Übergang zu einer grünen Wirtschaft zum größeren Wohl von Gesellschaft und Umwelt beitragen.“ Auch Müller zeigte sich überzeugt, dass das Ende einer Epoche erreicht sei: „Nur die ökologische Modernisierung kann den Ausweg aus der Krise zeigen und eine grundlegende Erneuerung von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang setzen.“ Müller verwies in diesem Zusammenhang auch auf den am 8. Juni in Berlin beginnenden Transformationskongress (www.transformation.naturfreunde.de), auf dem der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Naturschutzring und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche unserer Zeit diskutieren wollen.

 

Politik muss Verantwortung für Nachhaltige Entwicklung endlich wahrnehmen

Die danach stattfindende „Rio+20“-Konferenz bietet die Chance, die zahlreichen bereits existierenden Vorschläge, wie Wohlstand für alle ohne Zerstörung der Umwelt erreicht werden kann, zu diskutieren und weiter zu entwickeln. Die NaturFreunde appellieren an die politischen Entscheidungsträger, diese Chance zu nutzen und ihre Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft endlich wahrzunehmen.

 

Die NaturFreunde: Verband für Nachhaltigkeit seit 1895

Die NaturFreunde treten seit dem Jahr 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.

 

In Deutschland engagieren sich 75.000 NaturFreunde in rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die mehr als 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene und sozialökologische Stätten der Begegnung.

 

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.

NaturFreunde Deutschlands treten für schnellstmögliche Beendigung des Uranabbaus in Tschechien ein

Erschließung einer neuen Sohle für den Uranabbau in Tschechien ist energiepolitischer Irrweg

Berlin, 13. Februar 2012 – Zur Planung der staatlichen tschechischen Fördergesellschaft Diamo, den umweltzerstörenden Uranabbau in der Uranmine Dolni Rozinka fortsetzen zu wollen, erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:

Durch den Uranabbau in der Zeit vor 1989 sind in Tschechien riesige Altlasten entstanden. Mehr als 50 Milliarden Kronen müssen durch den tschechischen Staat aufgewendet werden, damit die atomaren Altlasten aus dem Uranabbau wenigsten teilweise saniert werden können. Nach Angaben der tschechischen Aufsichtsbehörde wird die Sanierung der ökologischen Altlasten aus dem Uranabbau in der Umgebung des Förderzentrums Straz pod Ralskem noch bis 2042 dauern.

Trotz dieser radioaktiven Altlasten will die tschechische staatliche Fördergesellschaft Diamo den Uranabbau auch weiterhin fortsetzen und damit die Bevölkerung weiterhin gefährden.

Die in der 23. Sohle im Bergwerk Dolni Rozinka entdeckten Uranvorkommen werden auf einen Wert von bis zu 100 Millionen Euro geschätzt. Diese sollen nun erschlossen werden, damit der Uranabbau in Tschechien fortgesetzt werden kann. Die Folgekosten und die Gefährdung von Mensch und Umwelt spielen dabei für die staatliche Fördergesellschaft Diamo keine Rolle.

Das Bergwerk Dolni Rosznka liegt in der Region Vysocina. Im Bergwerk wird das Uran im Tiefbau gefördert. Für die Förderung des Urans werden riesige Mengen an Wasser eingesetzt, die systematisch verseucht werden. Durch den Abbau des Urans besteht die Gefahr, dass weitere Millionen Tonnen radioaktiven Abfalls produziert werden und die Vergiftung rund um den Uranabbau fortgesetzt wird. So müssen nach Aussagen des Energie-Informations-Service WISE durch den Staat etwa 50 Milliarden Kronen (ca. 1,8 Mrd. Euro) zur Sanierung der atomaren Altlasten eingesetzt werden.

Durch die Förderfirma Diamo wird bei der tschechischen Ortschaft Mydlovary eine radioaktive Deponie mit den Abfällen des Uranabbaus betrieben. Die Deponie mit den Namen „KI“ ist 27 m hoch, 600 m lang und 400 m breit. Unter der Erde liegt etwa vier Millionen Tonnen radioaktiver Uranschlamm, der durch den Abbau des Urans durch Diamo entstanden ist. Durch unabhängige Messungen wurde festgestellt, dass die radioaktive Strahlung im Umfeld der Deponie deutlich erhöht ist.

Die NaturFreunde Deutschlands setzten sich im Rahmen der Naturfreunde Internationale dafür ein, dass

  •   in Tschechien der atomare Irrweg schnellstens beendet wird;
  •   durch ein Förderprogramm der Europäischen Union der Ausbau der regenerativen Energiequellen in der Tschechischen Republik deutlich beschleunigt wird;
  •   die Sanierung der atomaren Altlasten schneller vorangebracht wird.

 

Die NaturFreunde unterstützen die Anti-Atom-Aktiven aus der Tschechischen Republik zur Durchsetzung einer neuen Energiepolitik ohne Atom- und Kohleenergie.

NaturFreunde Deutschlands Bildungskooperation mit den Naturfreunden Case Togo


 

Berlin, 31. Januar 2012 – Zur Bildungskooperation zwischen den NaturFreunden Deutschlands und den Naturfreunden CASE Togo erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde Internationale und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Petra Müller, folgendes:

 

 

Die NaturFreunde Deutschlands wollen in den nächsten Jahren ihre Entwicklungszusammenarbeit mit ihren Partnerorganisationen in Afrika deutlich ausbauen. Dabei ist es das Ziel der Natur-Freunde, eine selbstbestimmte Entwicklung der Arbeit der Naturfreunde-Partnerorganisation in Afrika zu ermöglichen.

 

Mit ihren Partnerorganisationen erarbeiten die NaturFreunde mittelfristig Projekte zur Förderung der regionalen Entwicklung und des Umweltschutzes, die dann durch einen Kooperationsvertrag zwischen den afrikanischen Partnern und den NaturFreunden Deutschlands umgesetzt werden.

 

Als erstes Projekt haben die NaturFreunde Deutschlands und die Naturfreunde CASE Togo ein Umweltbildungsprojekt für fünf Partnerschulen in der Region des Plateaux, bei Kpalimé, verein-bart.

 

In den letzten Monaten haben die Naturfreunde CASE Togo mit finanzieller Hilfe der Naturfreunde Internationale und der NaturFreunde Bremen ein Umweltbildungshandbuch für Schulen in Togo erarbeitet. Mit diesem Handbuch erhalten Schulen Unterrichtsmaterialien, um ihre Schülerinnen und Schüler für wichtige Umweltthemen und Umweltprobleme im 21. Jahrhundert zu sensibilisieren. Die Handbücher bieten Material für Unterrichtseinheiten an, in denen Umweltthemen wie „Klimawandel“, „Bedeutung der Wälder“, „Umgang mit Abfällen“ oder „alternative Energien“ bearbeitet werden können.

 

Ein Schwerpunkt des Handbuchs ist die Vermittlung von einfachen und praktischen Möglichkeiten, die Natur zu schützen.

In den fünf Partnerschulen, an denen CASE Togo Umweltclubs hat, sollen Baumschulen eingerichtet werden. Dort werden die Schülerinnen und Schüler lernen, Bäume zu züchten, sie einzupflanzen und zu pflegen. Mit den Schülerinnen und Schülern in den Umweltclubs sollen Grünflächen in den Schulen angelegt und die Wiederaufforstung im Umfeld der Schulen vorangebracht werden.

 

Die ersten fünf Partnerschulen liegen in der Region des Plateaux, bei Kpalimé. Die Partnerschulen der NaturFreunde Deutschlands und der Naturfreunde CASE Togo sind die Schulen Lycée de Goudévé, Lycée de Tové Rails, Lycée d’Agou-Gare, Lycée de Lavié und CEG Agomé.

 

Die internationale Arbeit der NaturFreunde Deutschlands wird auch von vielen Ortsgruppen der NaturFreunde unterstützt, die bei Jubiläen, Sommerfesten oder Geburtstagen für die Arbeit der Naturfreunde in Afrika sammeln.

 

Wie kann ich das Projekt der Naturfreunde CASE Togo unterstützen?

Ziel der Arbeit der NaturFreunde Deutschlands ist es, dieses sinnvolle Projekt auf weitere Schulen auszuweiten. Hierfür brauchen die NaturFreunde die aktive Mithilfe von Spenderinnen und Spendern. Die Spenderinnen und Spender können eine direkte Partnerschaft für eine Schule für ein Jahr oder einen längeren Zeitraum übernehmen. Die Durchführung der Umweltarbeit an einer Schule kostet jährlich 300 Euro.

 

Um die Arbeit in Togo zu unterstützen, freuen sich die NaturFreunde über einmalige sowie über regelmäßige Spenden für dieses Projekt. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Wer Interesse hat, das Umweltbildungsprojekt und die Einrichtung eines Umweltclubs für ein Jahr zu unterstützen, kann dies durch eine Spende an die NaturFreunde Deutschlands tun.

 

Spenden bitte auf das Konto der NaturFreunde Deutschlands

Konto-Nr.: 870 70 02

BLZ: 660 205 00

Bank für Sozialwirtschaft

Stichwort « Baumschulprojekt Togo »

 

NaturFreunde – Partner für Afrika

Die NaturFreunde Deutschlands werden in den nächsten Jahren ihre Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen der Naturfreunde in Afrika ausbauen. Ziel ist es, Bildungsprojekte an Schulen, Projekte zu ökologischen Tourismus, den Kampf gegen die Abholzung der Wälder und die zunehmende Wüstenbildung zu unterstützen.

In den nächsten Monaten werden die NaturFreunde Deutschlands eine zweite Kooperation mit den Naturfreunden ASAN aus dem Senegal vereinbaren. Ziel dieser Kooperation ist die langfristige Förderung des Kampfes gegen die zunehmende Wüstenbildung im Senegal. Hierfür werden die NaturFreunde Deutschlands einen Gärtner für die Baumschule am Naturfreundehaus in Dakar und den systematischen Ausbau der Züchtung und Abgabe von Bäumen fördern. Das Projekt „100 000 Bäume für Afrika“ soll im April starten.