Kampagne

Polizei knüppelt in Revolutionäre Mai-Demo

img_6499Erster Mai in Stuttgart: Neben der traditionellen ersten Mai Demo der Gewerkschaften  gibt es hier außerdem eine weitere Tradition: den Revolutionären ersten Mai. Während die tradionelle Mai-Demo ohne negative Zwischenfälle ablief, wurde der revolutionäre erste Mai von Ausschreitungen der Polizei gegenüber DemonstrantInnen überschattet.

Grundlos knüppelten diese in die Demonstration, welche schnellen Schrittes in Richtung Marienplatz zog. Bis zu 20 Verletzungen zählten die Demosanis. 1maiheader img_5937 575442_185127668307470_946271916_n

http://www.flickr.com//photos/polo-m-sky/sets/72157633385479487/show/


Erneuter Polizeiübergriff auf Fotojournalisten in Frankfurt

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Im Rahmen der Proteste vom 23.04.2013 gegen die Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IVI), der mehr als 1000 Menschen beteiligt waren, wurde ein Fotojournalist in Gewahrsam genommen. Ihm wurde von den Polizeikräften die Beschlagnahme seines Arbeitsmaterials angedroht. Unter dem Motto Tag X+1 versammelten sich ab 18 Uhr die Demonstrantinnen und Demonstranten, um gegen die Räumung des IVI und für mehr selbstbestimmte Freiräume zu demonstrieren.ivi05_web

Die komplette Demonstration wurde von dem Fotojournalisten begleitet und dokumentiert. Nach dem die Versammlung am Campus Bockenheim aufgelöst wurde, machte sich der Journalist auf den Weg in Richtung Hamburger Allee.

„Plötzlich hörte ich wildes Geschrei und sah, wie mehrere Polizisten in gepanzerter Uniform eine Person zu Boden warfen. Sofort zückte ich meine Kamera und versuchte, diesen Vorgang zu dokumentieren“, so der Fotojournalist. „Als die Polizei dies bemerkte, wurde ich nach der Überprüfung meines Presseausweises festgesetzt und man drohte mir an, die Kamera zu beschlagnahmen, wenn ich nicht kooperieren würde.“ so der Journalist weiter. ivi10_web
Es ist unbeschreiblich, dass innerhalb kürzester Zeit die Pressefreiheit erneut durch die Frankfurter Behörden mit den Füßen getreten wird. Bereits Anfang des Jahres wurden mehrere Radaktions- und Wohnräume von Fotojournalisten durchsucht. „Unsere Redaktion war empört als wir erfuhren, dass einer unserer Journalisten in Gewahrsam genommen wurde“, so die Redaktionsleitung der Zeitschrift Beobachter News. „Ein solches Verhalten seitens der Polizei ist ungeheuerlich“, echauffierte sich der Redaktionsleiter.

Der Fotojournalist will jetzt gegen diese Ingewahrsamnahme gerichtlich vorgehen und fordert neben einer Entschuldigung die Feststellung der Unrechtmäßigkeit dieser polizeilichen Maßnahme

Quelle der PM:  Beobachter News


Blockaden im Wandel der Zeit

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Nicht erst seit der “Fackelmahnwache” des FHD in Pforzheim am 23.Februar wird das Konzept der Massenblockaden genutzt um faschistische Aufmärsche zu verhindern. Initiert von der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) in Stuttgart sowie weiteren antifaschistischen Grupppen aus BaWü ist jetzt durch “Blockaden im Wandel der Zeit” jetzt ein Papier entstanden, dass einen Rückblick auf vergangene Mobilisierungen gibt.
Ihr Anspruch ist es, eine grobe Einschätzung über Blockaden und das Verhältnis zu anderen Aktionsformen liefern. Neben der Analyse des vergangenen wollen die AutorInnen einen Denkanstoß für die antifaschistische Bewegung liefern, um im Rahmen solidarischer und konstruktiver Diskussionen, neue oder verbesserte Aktionsformen zu erschließen, die es den Nazis unmöglich macht ohne spürbaren Gegenwind durch unsere Städte zu laufen! Ich bin gespannt wie sich diese Diskussion weiter entwickelt und verabschiede mich mit einem lauten
ALERTA! ALERTA! ANTIFASCISTA!

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weiterführende Links:
Blockaden im Wandel der Zeit
Bericht über Pforzheim 23.02.2013
Bericht über Göppingen 06.10.2012
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart

 

 


1. Mai 2013 – Die Krise hat Sys­tem!

Wi­der­stand or­ga­ni­sie­ren – Ka­pi­ta­lis­mus be­kämp­fen – So­li­da­ri­tät leben!

Kür­zun­gen und Ein­schnit­te am Ar­beits­platz, im So­zi­al­sys­tem oder bei der Rente sind eben­so wie die Pri­va­ti­sie­rung von öf­fent­li­chen Leis­tun­gen mitt­ler­wei­le All­tag. Es stei­gen die Mie­ten und die Ne­ben­kos­ten, öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen wer­den ge­schlos­sen, der Nah- und Fern­ver­kehr wird für immer mehr Men­schen un­be­zahl­bar. Viele einst er­kämpf­te Leis­tun­gen – zum Bei­spiel im Ge­sund­heits­sys­tem – wur­den in den letz­ten Jahr­zehn­ten ge­stri­chen. Die Ein­füh­rung von Hartz IV hat dafür ge­sorgt, dass Mil­lio­nen Men­schen unter der Ar­muts­gren­ze leben müs­sen und schürt bei Er­werbs­tä­ti­gen die Angst vor dem so­zia­len Ab­stieg. Immer mehr Men­schen ste­cken in pre­kä­ren Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen und sind von Nied­rig­löh­nen, Lei­h­ar­beit oder be­fris­te­ten Jobs be­trof­fen.

Diese Ent­wick­lung fin­det nicht nur in Deutsch­land statt, son­dern glo­bal und die Fol­gen der eu­ro­päi­schen Fi­nanz­kri­se wer­den welt­weit auf die Be­völ­ke­rung ab­ge­wälzt. Die Kri­sen­ver­ur­sa­cher und die Pro­fi­teu­re blei­ben ver­schont, der Be­völ­ke­rung wer­den Spar­pro­gram­me und mas­si­ve Ein­schnit­te auf­er­legt. Ver­ant­wort­lich für diese Po­li­tik ist die so­ge­nann­te Troi­ka, be­ste­hend aus Eu­ro­päi­scher Kom­mis­si­on, Eu­ro­päi­scher Zen­tral­bank (EZB) und In­ter­na­tio­na­lem Wäh­rungs­fond (IWF).

Mit Hetz­kam­pa­gnen wird ver­sucht, die Men­schen zu spal­ten. Be­grif­fe wie die „fau­len Grie­chen“ sol­len sug­ge­rie­ren, dass es „der deut­sche Steu­er­zah­ler“ sei, der bei­spiels­wei­se für die Schul­den der Grie­chIn­nen auf­kom­men würde. Dabei bleibt un­er­wähnt, dass die Gel­der aus dem so­ge­nann­ten Ret­tungs­schirm als Zins­zah­lun­gen meist wie­der bei deut­schen Ban­ken lan­den. Die Ret­tungs­pa­ke­te hel­fen nicht den Men­schen in den je­wei­li­gen Län­dern. Sie si­chern die Pro­fi­te der Ban­ken und Kon­zer­ne in Eu­ro­pa, die ge­mein­sam mit ihren In­ter­es­sens­ver­tre­tern in der Po­li­tik die Krise erst ver­ur­sacht hat­ten.

Es gibt kei­nen Grund auf diese Hetze rein­zu­fal­len und uns mit den „ei­ge­nen“ Un­ter­neh­mern zu ver­bün­den! Statt uns als Be­schäf­tig­te zu spal­ten, soll­ten wir ge­mein­sam mit den Men­schen in an­de­ren Län­dern gegen das Sys­tem und die Ab­wäl­zung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Krise auf die Be­völ­ke­rung kämp­fen und gegen die­je­ni­gen aktiv zu wer­den, die sie ver­ur­sacht haben!

Lasst uns also am 1. Mai, dem Tag, der wie kein an­de­rer für die Rech­te und In­ter­es­sen von uns steht, deut­lich ma­chen, dass der Ka­pi­ta­lis­mus uns nichts zu bie­ten hat! Denn genau die­ses Sys­tem ver­ur­sach­te die Kri­sen und wird auch wei­te­re schaf­fen, wenn wir nicht da­ge­gen an­ge­hen. Lasst uns ge­mein­sam am 1. Mai deut­lich ma­chen, dass wir einen Sys­tem­wech­sel brau­chen, in dem So­li­da­ri­tät, eine ge­rech­te Ver­tei­lung von Reich­tum und ein men­schen­wür­di­ges Leben für alle an­stel­le von Aus­beu­tung, Pro­fit­in­ter­es­sen und Ka­pi­ta­lis­mus ste­hen!

Her mit dem schö­nen Leben – Ju­gend braucht Zu­kunft!

Für immer mehr Ju­gend­li­che sind Lei­h­ar­beit, Prak­ti­ka, be­fris­te­te Stel­len und Jobs im Nied­rig­lohn­sek­tor nicht die Aus­nah­me son­dern mitt­ler­wei­le die Regel. 2012 haben sich 32 Pro­zent von ihnen in einem pre­kä­ren Ar­beits­ver­hält­nis be­fun­den, 44 Pro­zent der Haupt­schul­ab­sol­ven­tIn­nen waren be­reits län­ger als sechs Mo­na­te ar­beits­los. Die Ar­muts­quo­te bei Ju­gend­li­chen liegt mit 19 Pro­zent höher als in allen an­de­ren Al­ters­grup­pen. Feh­len­de und zu­rück­ge­hen­de Aus­bil­dungs­plät­ze er­schwe­ren die Si­tua­ti­on zu­sätz­lich, so dass viele in so­ge­nann­ten Maß­nah­men zur Be­rufs­vor­be­rei­tung lan­den. Letzt­lich schö­nen diese War­te­schlei­fen in ers­ter Linie die Sta­tis­ti­ken, die Be­trof­fe­nen haben davon in der Regel kei­nen Nut­zen. Die Zah­len in Deutsch­land sind er­schre­ckend, in an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern sieht es für Ju­gend­li­che al­ler­dings noch schlech­ter aus: So liegt die Ar­beits­lo­sen­quo­te bei spa­ni­schen und grie­chi­schen Ju­gend­li­chen bei über 50 Pro­zent, bei por­tu­gie­si­schen be­trägt sie 35 Pro­zent und in Ita­li­en sind 31 Pro­zent der Ju­gend­li­chen ohne Ar­beit. Diese Si­tua­ti­on zeigt deut­lich, wel­che Aus­wir­kun­gen die­ses Sys­tem für die Men­schen hat. Für die Ju­gend wird es höchs­te Zeit, Wi­der­stand zu leis­ten!

Hin­ein in den an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Block!

Ihr fin­det uns am ver.​di Ju­gend Laut­spre­cher­wa­gen auf dem Ma­ri­en­platz
Mitt­woch, 1. Mai | 10.​00 Uhr Ma­ri­en­platz

Un­ter­stützt von:

http://so­lid-​stutt­gart.​de/​

http://​www.​revolu­tio­nae­re-​ak­ti­on.​org/​

http://ju­gend-​ba­wue.​verdi.​de/​stuttgart

http://​stuttgart.​verdi.​de/​p_​k/​perspektive_​u_​35

http://​stuttgart.​verdi.​de/​p_​k/​wir-bezahlen-eure-krise-nicht

Zu­kunfts­fo­rum Stutt­gar­ter Ge­werk­schaf­ten


Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus! Verfassungsschutz abschaffen! Ein Bericht

Demo anlässlich des NSU Prozesses in München“München, München, wir waren da! Ganz BaWü-Antifa!” Mit diesem Spruch verabschiedeten sich die Genossinnen und Genossen von München als sie ihren Rückweg antraten.

Rückweg? München? Antifa? Für alle, die jetzt nicht wissen was los war, dem empfehle ich einfach auf den jetzt hier im Text eingebetteten Link zu klicken und erst danach weiterzulesen. Für alle anderen gilt: Viel Spaß beim weiterlesen!

Morgens 6:30 Uhr in Stuttgart
Es ist Samstagmorgen kurz nach halb 7 als der Wecker klingelt. Noch etwas müde, aber entschlossen starte ich in den ereignisreichen Tag. Ohne Frühstück, aber unter subjektivem Zeitdruck mache ich mich auf den Weg zum Treffpunkt. Am Treffpunkt angekommen warten nicht nur andere Genossinnen und Genossen, sondern und das muss auch mal gesagt werden ein leckeres vielfältiges Frühstück auf mich. Nach kurzer Zeit sind wir dann auch komplett und es kann losgehen. Auf zur bundesweiten antifaschistischen Demo nach München.

Sponti zum Stachus
In München angekommen geht es eigentlich auch schon gleich los. Nach einer kurzen Orientierungsphase ist klar: Der schnellste und direkteste Weg zur Auftaktkundgebung ist die Straße. Also ist es auch nur konsequent sich diese zu nehmen. Es bilden sich Reihen, Transpis werden gespannt und schnellen Schrittes geht es Richtung Stachus.
Demo anlässlich des NSU Prozesses in München
Bis zu 10.000 TeilnehmerInnen
Am Stachus angekommen hören wir noch einige Beiträge der Auftaktkundgebung und stellen uns dann für die Demo auf. zu diesem Zeitpunkt ist schon klar, dass Tausende dem Aufruf gefolgt sind. Insgesamt ist die Route 6,5 Kilometer lang und führt an wichtigen und zentralen Punkten in München vorbei  . Neben diesen Stellen ist noch das Gewerkschaftshaus in der Schwanthaler Straße heraus zu heben, welches mit einem riesengroßen Transpi teilweise verhüllt war.
Demo anlässlich des NSU Prozesses in München
Mehr Kamerateams als die Presse
Wer München kennt, weiß dass Seitentransparente meist verboten sind, diesmal waren sie aber erlaubt. Trotzdem kann mensch das Verhalten der Polizei nicht als diskret betrachten. Der Kriminalisierungsversuch der Demo war unverkennbar. Aber nicht nur die sichtbare Präsenz der Polizei war maßlos übertrieben, sondern auch die Präsenz der Zivis. Besonders penetrant war auch der Einsatz von Kameras. An fast jeder Ecke der Demo waren Kamerawagen der Polizei stationiert. Kombiniert mit den stationären Kameras, den mobilen Kamerateams und den filmenden USK-Einheiten, hatte die Polizei mehr Kamerateams im Einsatz als die versammelte Presse. Aber wahrscheinlich waren wieder alle Kameras nicht eingeschaltet und das rote Licht steht ja bekanntlich für den Standby Modus.

Nach der Demo ist vor der Demo
Nachdem die Demo zu Ende war, machten wir uns auf den Rückweg. Doch auch hier war klar, dass die Straße der beste und schnellste Weg zurück zum ZOB war. So entschieden wir ,wie bereits auf dem Hinweg, uns mit einer Spontan-Demonstration von München zu verabschieden. Womit jetzt auch geklärt sein sollte, wie es zu “München, München, wir waren da! Ganz BaWü-Antifa” kam.

 

Wichtiges Zeichen, aber nicht genug
Insgesamt war die Demo ein Erfolg. Es konnte ein wichtiges Zeichen gegen Naziterror, gegen staatlichen und alltäglichen Rassismus gesetzt werden. Auch der Forderung den Verfassungsschutz abzuschaffen konnte Nachdruck verliehen werden. Doch eine Demo allein kann nur ein Symbol sein. So lange AntifaschistInnen kriminalisiert werden und staatliche Institutionen Nazis eher fördern als zu verfolgen gilt es, den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren und die Antifaschitische Aktion weiter auf zu bauen.

 


Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus! Verfassungsschutz abschaffen! Ein Bericht

Demo anlässlich des NSU Prozesses in München“München, München, wir waren da! Ganz BaWü-Antifa!” Mit diesem Spruch verabschiedeten sich die Genossinnen und Genossen von München als sie ihren Rückweg antraten.

Rückweg? München? Antifa? Für alle, die jetzt nicht wissen was los war, dem empfehle ich einfach auf den jetzt hier im Text eingebetteten Link zu klicken und erst danach weiterzulesen. Für alle anderen gilt: Viel Spaß beim weiterlesen!

Morgens 6:30 Uhr in Stuttgart
Es ist Samstagmorgen kurz nach halb 7 als der Wecker klingelt. Noch etwas müde, aber entschlossen starte ich in den ereignisreichen Tag. Ohne Frühstück, aber unter subjektivem Zeitdruck mache ich mich auf den Weg zum Treffpunkt. Am Treffpunkt angekommen warten nicht nur andere Genossinnen und Genossen, sondern und das muss auch mal gesagt werden ein leckeres vielfältiges Frühstück auf mich. Nach kurzer Zeit sind wir dann auch komplett und es kann losgehen. Auf zur bundesweiten antifaschistischen Demo nach München.

Sponti zum Stachus
In München angekommen geht es eigentlich auch schon gleich los. Nach einer kurzen Orientierungsphase ist klar: Der schnellste und direkteste Weg zur Auftaktkundgebung ist die Straße. Also ist es auch nur konsequent sich diese zu nehmen. Es bilden sich Reihen, Transpis werden gespannt und schnellen Schrittes geht es Richtung Stachus.
Demo anlässlich des NSU Prozesses in München
Bis zu 10.000 TeilnehmerInnen
Am Stachus angekommen hören wir noch einige Beiträge der Auftaktkundgebung und stellen uns dann für die Demo auf. zu diesem Zeitpunkt ist schon klar, dass Tausende dem Aufruf gefolgt sind. Insgesamt ist die Route 6,5 Kilometer lang und führt an wichtigen und zentralen Punkten in München vorbei  . Neben diesen Stellen ist noch das Gewerkschaftshaus in der Schwanthaler Straße heraus zu heben, welches mit einem riesengroßen Transpi teilweise verhüllt war.
Demo anlässlich des NSU Prozesses in München
Mehr Kamerateams als die Presse
Wer München kennt, weiß dass Seitentransparente meist verboten sind, diesmal waren sie aber erlaubt. Trotzdem kann mensch das Verhalten der Polizei nicht als diskret betrachten. Der Kriminalisierungsversuch der Demo war unverkennbar. Aber nicht nur die sichtbare Präsenz der Polizei war maßlos übertrieben, sondern auch die Präsenz der Zivis. Besonders penetrant war auch der Einsatz von Kameras. An fast jeder Ecke der Demo waren Kamerawagen der Polizei stationiert. Kombiniert mit den stationären Kameras, den mobilen Kamerateams und den filmenden USK-Einheiten, hatte die Polizei mehr Kamerateams im Einsatz als die versammelte Presse. Aber wahrscheinlich waren wieder alle Kameras nicht eingeschaltet und das rote Licht steht ja bekanntlich für den Standby Modus.

Nach der Demo ist vor der Demo
Nachdem die Demo zu Ende war, machten wir uns auf den Rückweg. Doch auch hier war klar, dass die Straße der beste und schnellste Weg zurück zum ZOB war. So entschieden wir ,wie bereits auf dem Hinweg, uns mit einer Spontan-Demonstration von München zu verabschieden. Womit jetzt auch geklärt sein sollte, wie es zu “München, München, wir waren da! Ganz BaWü-Antifa” kam.

 

Wichtiges Zeichen, aber nicht genug
Insgesamt war die Demo ein Erfolg. Es konnte ein wichtiges Zeichen gegen Naziterror, gegen staatlichen und alltäglichen Rassismus gesetzt werden. Auch der Forderung den Verfassungsschutz abzuschaffen konnte Nachdruck verliehen werden. Doch eine Demo allein kann nur ein Symbol sein. So lange AntifaschistInnen kriminalisiert werden und staatliche Institutionen Nazis eher fördern als zu verfolgen gilt es, den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren und die Antifaschitische Aktion weiter auf zu bauen.

 


Fehler im System? Rechter Terror und Faschistische Netzwerke

Am 17. April 2013 beginnt in München der Prozess gegen die faschistische Mörderin Beate Zschäpe, Mitglied des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ („NSU“) und 4 direkte Unterstützer der Terrorzelle. Für den Samstag vor dem Prozessbeginn, den 13. April, mobilisieren bundesweit verschiedene antifaschistische, antirassistische, gewerkschaftliche und revolutionäre Organisationen und Parteien zu einer gemeinsamen Demonstration durch München. Das staatliche Wegsehen und der gesellschaftlich weit verbreitete Rassismus sollen dort als Nährboden der faschistischen, mörderischen Gewalt angeprangert werden.

 

13 Jahre lang mordete und bombte eine faschistische Terrorzelle in ganz Deutschland. In den Medien wurde viel über die Morde spekuliert. Den migrantischen Opfern der Nazigewalt wurden verschiedenste kriminelle Zusammenhänge nachgesagt, ihre Familien öffentlich diffamiert. Größere Öffentlichkeit und Empörung wurde lediglich bei der Erschießung der Polizistin Michele Kiesewetter 2007 in Heilbronn geschürt. Auch hier wurden jedoch erst einmal in der Nähe des Tatortes wohnende Sinti und Roma als Hauptverdächtige vernommen.

Ende 2011, etwa ein Jahr nach dem Erscheinen des rassistischen „Bestsellers“ von Thilo Sarrazin und der damit weiter geschürten rassistischen und sozialchauvinistischen Debatte, kam der Zusammenhang der Morde und damit die jahrelange organisierte faschistische Gewalt an die Öffentlichkeit. Die Angehörigen der Opfer wurden seitdem von den Behörden immer wieder in eine Rechtfertigungsposition gedrückt. Folgerichtig lehnten einige von ihnen im Frühjahr 2013 eine Einladung zu einem Treffen mit Bundespräsident Gauck ab.

 

Das Netzwerk
der faschistischen Terrorzelle

 

In der medialen „NSU“-Debatte wurde die faschistische Terrorgruppe und ihre Mitglieder wiederholt als „Einzelgänger“ oder „Extremisten unter den Rechten“ bezeichnet. Auch der Verfassungsschutz sprach bei der bewaffneten Gruppe von „Einzelpersonen“ und „Kleinstgruppen“ und zeichnet damit das Bild einer kleinen, vom Rest der rechten Szene abgekoppelten Gruppe. Die Realität jedoch spricht eine andere Sprache.

Der selbsternannte „Nationalsozialistische Untergrund“ hatte während der gesamten Dauer seiner Existenz nicht nur Kontakte in die faschistische Bewegung, sondern rekrutierte sich aus ihr und war dementsprechend fest verankert. Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos – alle Mitglieder des NSU  waren schon Jahre vor der Zeit in der Illegalität aktive und bekennende Neonazis. Bereits Mitte der 90er Jahre warnten antifaschistische Strukturen vor den Aktivitäten des „Thüringer Heimatschutzes (THS)“, einem Zusammenschluss militanter Kameradschaften, dem die späteren Mörder zu dieser Zeit angehörten. Der „THS“ war mit seinen knapp 140 Mitgliedern mit etwa 40 „V-Männern“[1] zeitlebens von verschiedenen deutschen Geheimdiensten unterwandert. Auch Uwe Mundlos sollte während seiner Zeit bei der Bundeswehr vom Militärischen Abschirmdienst angeworben (MAD) werden, lehnte jedoch ab.

 

Doch auch nach dem Gang in die Illegalität, als dessen Auslöser 1998 der Fund von mehreren funktionsfähigen Rohrbomben in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage in Jena gesehen werden kann, blieben die Kontakte und die Vernetzung bestehen.

Ein Beispiel sind die Besuche von klandestin organisierten „Blood & Honour“ Rechtsrock-Konzerten der bereits illegalen Zwickauer Zelle. Schon 1998 schrieb Uwe Mundlos einen Artikel in „White Supremacy“, der damaligen Zeitschrift des internationalen militanten Neonazinetzwerks. Weitere Kontakte pflegten die drei faschistischen Mörder zum deutschen Ableger des KuKluxKlan (KKK), an dessen konspirativen Aktivitäten sie wiederholt bereits vor ihrem Leben im Untergrund teilnahmen.

Auch in finanzieller Hinsicht war Existenz der NSU nicht ohne Wechselwirkung: Die Zwickauer Zelle ist neben den Morden und mehreren Sprengstoffanschlägen in der gesamten BRD, für zwölf Banküberfälle mit einer Gesamtbeute von etwa 500.000 Euro verantwortlich. Von dem erbeuteten Geld finanzierten sie neben Waffen und ihrem Leben im Untergrund auch andere faschistische Strukturen. So sollen 20.000 Euro direkt an Neonazis in Südtirol geflossen sein.

Am deutlichsten wird die Verknüpfung der rechten Terrortruppe mit der faschistischen Bewegung jedoch über die Kontakte des NSU zur derzeit stärksten faschistischen Organisation in der BRD, der NPD. Mit Ralf Wohlleben wurde 2011 ein NPD‘ler und mit Carsten S. 2012 ein ehemaliger Thüringer JN-Funktionär wegen Unterstützung des „NSU“ festgenommen. Beide sitzen mit Beate Zschäpe im kommenden Prozess in München auf der Anklagebank. Carsten S. hatte zu den im Untergrund lebenden Telefonkontakt und besorgte diesen eine Schusswaffe.

Fest steht, dass gerade die NPD und deren Funktionäre dem „NSU“ weit näher stehen, als sie  zugeben: Die Politik der meist bieder auftretenden NPD unterscheidet sich von der der Nazimörder und militanten „freien Kameradschaften“ hauptsächlich in taktischen Fragen, zum Beispiel was Auftreten oder öffentliche Aktionsformen angeht. Die mörderische faschistische Ideologie die hinter dieser Politik steht, ist in beiden Fällen die gleiche. Einziger Unterschied: Die NPD ist gezwungen bei öffentlichen Äußerungen mehr Rücksicht auf die Legalität ihrer Struktur zu nehmen.

 

Bewaffnete Neonazis?
Keine Seltenheit!

 

Dass sich Neonazis und extrem Rechte bewaffnen und gezielt töten ist keine Seltenheit.

Regelmäßig kommt es zu größeren Waffenfunden bei Neonazis in der BRD. Immer wieder wird bei solchen Gelegenheiten betont, es handle sich eben um „Waffennarren“. Dabei existieren seit bestehen der BRD bewaffnete faschistische Organisationen. Den Anfang machte direkt nach dem zweiten Weltkrieg der sogenannte „Bund deutscher Jugend“ der sich aus ehemaligen Angehörigen faschistischer Verbände rekrutierte und neben umfangreichen Waffenlagern – u.a. mit NATO-Material gefüllt – auch schwarze Listen linker PolitikerInnen anlegte.

Die bewaffnete, militärisch aufgebaute Wehrsportgruppe Hoffmann war in den 1970ern bis zu ihrem Verbot 1980 für viele brutale Übergriffe verantwortlich. Bei der Durchsuchung eines Anwesens wurden unter anderem Granaten und Maschinenpistolen gefunden. Am 26.September 1980 verübte das Wehrsportgruppe Hoffmann Mitglied Gundolf Köhler einen Bombenanschlag auf dem Oktoberfest. 13 Menschen starben, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Auch in diesem Fall sprachen die Behörden von einem „Einzeltäter“ und das, obwohl der Verfassungsschutz V-Männer innerhalb der Wehrsportgruppe platziert hatte. Erst seit dem Bekanntwerden des „NSU“-Terrors 2011 fordert der Münchner Stadtrat eine erneute Aufnahme der Ermittlungen. In diesem Zusammenhang gab es auch mehrere Hausdurchsuchungen bei ehemaligen Wehrsportgruppe Hoffmann Mitgliedern, aufgrund des Verdachts, sie hätten Sprengstoff nach Jena gebracht.

 

Faschistische Morde?
Teil der Ideologie!

 

Seit 1990 wurden ca. 200 Menschen durch Faschisten in der Bundesrepublik ermordet. Auch in anderen Ländern auf der ganzen Welt gibt es faschistische und extrem rechte, bewaffnete Zellen. Die Morde des Rechtspopulisten Anders Breivik, der aus Hass auf den Islam und Antikommnismus im Jahr 2011 77 Menschen in Norwegen ermordete oder eines us-amerikanischen Mitglieds der sich selbst als faschistische „Elitetruppe“ sehenden „Hammerskins“ der 2012 sechs Menschen in einem Sikh-Tempel tötete, stehen nur beispielhaft für eine endlose Reihe rechter Morde in der ganzen Welt.

„Verwirrte Einzeltäter“, wie uns die Propaganda bürgerlicher Medien und staatlicher Stellen ständig weiß machen will, waren dabei so gut wie nie am Werk. Fast immer handelt es sich dagegen um Täter die mehr oder weniger in die Strukturen der extremen Rechten eingebunden sind. Sie handeln entsprechend ihrer Ideologie, die in allem was nicht in ihr beschränktes Weltbild passt eine Bedrohung sieht, die es auszulöschen gilt. Die angeblich so „verwirrten Einzeltäter“ und „isolierten Kleinstzellen“ stehen damit in der Tradition aller faschistischen Bewegungen und Systeme, deren grausamer Höhepunkt historisch der deutsche Faschismus war. Nicht „verwirrte Einzeltäter“, sondern ein planmäßig von den herrschenden Eliten an die Macht gebrachtes System, ist verantwortlich für die Zerschlagung jeglicher Opposition, den Weltkrieg mit 60 Millionen Toten und die industrielle und rational-organisierte Vernichtung von über 6 Millionen Jüdinnen und Juden, sowie hunderttausenden Sinti  und Roma, Behinderten, GewerkschafterInnen, SozialdemokratInnen und KommunistInnen.

 

Staatlicher Faschismus?
Staatlich unterstützte Faschisten!

 

Seit dem die faschistische Terrorzelle und die Aneinanderreihung von “Pannen“ bei der Arbeit des Verfassungsschutzes öffentlich geworden sind, werden verschiedene Interpretationsmöglichkeiten und Hintergründe diskutiert.

Offensichtlich ist die bewusste Nichtbeachtung der Faschisten durch den Verfassungsschutz. Dass der Geheimdienst nicht das ganze Ausmaß des rechten Terrors kannte mag sein, dass er gar nichts wusste scheint bei der heutigen Faktenlage aber mehr als nur unwahrscheinlich. Dass er dennoch – anders als bei Ermittlungen gegen linke Gruppen seine leider immensen Möglichkeiten nicht nutzte – erklärt sich aus der Verfasstheit und der eigentlichen Funktion dieser Behörde. Gegründet von hochrangigen Nazis, richtete sich der Verfassungsschutz seit seinem Bestehen vor allem gegen die linke und revolutionäre Opposition. Seine Aufgabe war es von Anfang an und ist es bis heute die bestehende ungleiche Verteilung von Produktionsmitteln, Reichtum und Macht mit geheimdienstlichen Mitteln abzusichern. Diese eigentliche Agenda der präventiven Aufstandsbekämpfung ist es, die es dem Geheimdienst schon strukturell verunmöglicht effektiv gegen faschistische Bestrebungen vorzugehen. Dafür ist er einfach nicht geschaffen.

Auf der anderen Seite deutet momentan recht wenig auf eine gezielte staatliche Steuerung der rechten Mörder. So hat keine größere Kapitalfraktionen oder der deutsche Verfassungsschutz ein objektives, direktes Interesse an faschistischen Terrorbanden, genauso wenig übrigens wie an einer allzu starken faschistische Bewegung. Auch wenn wir stets Verschärfungen der Ausbeutung, der Repression und auch einen aggressiven deutschen Imperialismus feststellen können, schaffen es die regierende, besitzende Klasse und deren Handlanger noch recht zuverlässig, ihre Macht und ihre Interessen mithilfe der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie durchzusetzen.

Dass dies nicht so bleiben muss ist allerdings ebenso richtig wie die Feststellung, dass jetzige faschistische Szene durchaus auch einen gewissen Nutzen für die Herrschenden hat: Behördlicher, institutionalisierter Rassismus, die Sondergesetzgebung für Flüchtlinge, Massenabschiebungen und periodisch aufkommende rassistische Debatten in den Medien, erscheinen durch den Verweis auf die noch radikaleren Forderungen der „Rechtsextremisten“ als moderater und normaler Teil des politischen Meinungsspektrums.

Während dies den rechten Schlägern als Rechtfertigung ihrer Taten dient, waschen sich bürgerliche Politiker so, egal wie menschenfeindlich und rechts ihre Politik eigentlich ist, vom Vorwurf des Rassismus rein.

 


 

Baden-Württemberg

 

Im Zuge der „NSU“-Debatte kamen auch verschiedenste Kontakte nach Baden-Württemberg ans Licht: So wurden unter anderem Anschlagspläne von zwei Zielen am Stuttgarter Nordbahnhof gefunden. Zudem war die faschistische Terrorzelle auch in Ludwigsburg unterwegs. Zwei Polizeibeamte der Böblinger Bereitschaftspolizei waren Mitglieder des rassistischen KKK, dessen Hauptzentrale sich über Jahre im württembergischen Schwäbisch Hall befand. Einer der beiden ist der ehemalige Vorgesetzte der Polizistin Michele Kiesewetter und befand sich zum Zeitpunkt ihrer Erschießung, in der Nähe des Tatortes, am Heilbronner Hauptbahnhof. Der Reutlinger Neonazianwalt Stefan Hammer spielte mit seiner damaligen Neonaziband „Noie Werte“ die Hintergrundmusik für das  Bekennervideo der Zwickauer Faschisten. Seine Kollegin, die Raststätter Neonazianwältin Nicole Schneiders, welche früher selbst in der Thüringer NPD aktiv war, verteidigt heute den NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben.

 


 

Was nun?

Das Auffliegen des „NSU“ und die damit verbundene Debatte zeigt offen den systembedingten rechten Nährboden für faschistische Terrorzellen. Zwischen einem gesellschaftlichem Klima und Skandalanhäufungen in staatlichen Institutionen die eine solche rechte Terrorbande morden lassen und einer direkten Unterstützung und Förderung faschistischer Strukturen liegt ein qualitativer Unterschied.

Eine Gesellschaft die aus einem System entsteht, dass auf Ausgrenzung, Ausbeutung und Unterdrückung basiert, ist objektiv gesehen aber eben auch Grundvoraussetzung für faschistische Aktivitäten und Ideologie. Im Kapitalismus bestehen immer die Widersprüche zwischen den privilegierten Teilen der Gesellschaft und den Unterdrückten. Der Faschismus als potenziell letzte systemerhaltende Maßnahme bleibt daher auch solange das kapitalistische System besteht eine Herrschaftsoption.

 

Es gilt also uns zu einer starken und kämpferischen Front gegen diese zu tiefst menschenverachtende Ideologie und Bewegung mit allen, die kein Interesse am Faschismus haben, zusammentun. Anstatt den Staat und seine Behörden als Ansprechpartner oder effektiven Akteur im antifaschistischen Kampf anzusehen, müssen wir selbst antifaschistische Strukturen aufbauen und möglichst viele Menschen in diesen Abwehrkampf miteinbeziehen.

Unter dem Schutz einer schlagkräftigen und organisierten Antifaschistischen Aktion gilt es eigene revolutionäre Alternativen zum System zu propagieren und zu erkämpfen. Wir müssen Stück für Stück daran arbeiten eine solidarische, kollektiv organisierte Welt, ohne Ausgrenzung, Ausbeutung und Unterdrückung zu erkämpfen, in der faschistische Strukturen keinen Platz haben.

 

Für den Kommunismus!

 

 


 

[1]          So genannte „V-Männer“ sind aktive und bekennende Neonazis die dem Verfassungsschutz Informationen gegen Bezahlung liefern.

 


 

Revolutionäre Aktion Stuttgart

März 2013

www.revolutionaere-aktion.org

Quelle: linksunten

Literaturtips zum Thema „NSU“:

>>www.nsu-watch.info

>>www.antifainfoblatt.de

 

 

Aufruf der Antikapitalistischen Linken München [ALM]:

>>www.almuc.blogsport.eu

TERMINE:

3. April 2013:

Info-Veranstaltung mit GenossInnen

aus München

19 Uhr | Linkes Zentrum Lilo Herrmann Stuttgart

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13. April 2013:

Bundesweite Demonstration in München

13 Uhr | Stachus

Tickets für die antifaschistische Busfahrt ab Stuttgart sind erhältlich bei:

Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart .

>>antifa-stuttgart@riseup.net

>>www.antifa-stuttgart.tk

 

Infoladen Stuttgart

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Nazis morden, der Staat lädt nach…

nazismorden_der_staat_läd_nachIm Rahmen der bundesweiten Mobilisierung zur antifaschistischen und antirassistischen Demo am 13.04.2013 in München führte das AABS mehrere Kundgebungenam 30.03.13 in Stuttgart-Nordbahnhof und in Ludwigsburg durch. Neben der Demo war das Ziel klar umrissen. Es geht um die Aufklärung über die Verstrickungen des NSU mit den staatlichen Behörden. Teilweise irritiert und betroffen reagierten die Passanten in der Ludwigsburger Innenstadt als vor ihren Füßen plötzlich Leichen lagen. Die Überschrift “Nazis morden, der Staat lädt nach…” wurde so plastisch vor Augen geführt.

Fast jeden Tag kommen neue Meldungen über Vertuschungen, V-Leute, Aktenvernichtung und so weiter ans Tageslicht. Der Satz: “Nazis morden! – Der Staat lädt nach…” wird somit von Tag zu Tag mehr bittere Gewissheit.
Auch in Stuttgart waren Anschläge des selbstnannten “NSU” geplant. Wie weit die Planungen gingen, wird in der Rede des AABS deutlich:

… So ist inzwischen offiziell bestätigt, dass Mundlos und Bönhart an einem Campingplatz hinter dem Wasen Gelände in Bad Canstatt unter falschem Namen untergekommen sind.
Während diesem Aufenthalt fertigten sie Bilder von einem Türkischen Imbiss und einem Türkischen Getränkemarkt am Stuttgarter Nordbahnhof an, welche ihnen offenbar später bei den Planungen eines weiteren Anschlags helfen sollten.

Zu diesen Anschlägen ist es nach dem Auffliegen der Kerngruppe des NSU, durch den Selbstmord von Böhnhardt und Mundlos, glücklicherweise nie gekommen. Dass diese faschistische Terrororganisation jedoch über zehn Jahre von staatlichen Behörden unbehelligt und vom Verfassungsschutz unterstützt agieren konnte, bestätigt allerdings Eines ein weiteres Mal: Im Kampf gegen Nazis können und dürfen wir uns nicht auf staatliche Institutionen und ihre Schergen verlassen! Nur wenn wir es schaffen starke antifaschistische Strukturen aufzubauen ist es uns möglich, gemeinsam und entschlossen den faschistischen Umtrieben entgegen zu wirken und sie effektiv zu bekämpfen. Diese Umtriebe manifestieren sich oft genug in direkten Angriffen auf Migratinnen, Andersdenkende oder den politischen Gegner. Der NSU ist dabei nicht die einzige Struktur mit mörderischer Konsequenz. …

In genau der Straße, in der Böhnhardt und Mundlos ihre Anschläge planten, fand konsequenterweise die zweite antifaschistische Kundgebung statt. Während Mundlos und Böhnhardt wahrrscheinlich unbehelligt ihre Anschläge in Stuttgart planen konnten, wurde die Kundgebung des AABS von einer Einsatzhundertschaft der Polizei bewacht. Auch hier wurde einmal mehr deutlich welchen Schwerpunkt die staatlichen Behörden setzen.

Ihren Abschluss fand die Kundgebung in der nahegelegen Gedenkstätte “Zeichen der Erinnerung”. An der Gedenkstätte wurden Nelken niedergelegt, um sowohl den Opfern des Nationalsozialismus als auch den Opfern des NSU zu gedenken. Sponti durch LuBu Nazis morden Leichen in der Innenstadt der Staat lädt nach Transpi aus Lubu Freund und Helfer? Die Nachbarschaft informieren An der Gedenkstätte wurden Nelken niedergelegt, um sowohl den Opfern des Nationalsozialismus als auch den Opfern des NSU zu gedenken.


Tanzverbote-Nicht mit mir!

HasenfestBald also genaugenommen ab Freitag, ist ja wieder Ostern. So weit so Gut. Aufgrund der vielen freien Tage, ist da auch mal wieder Zeit sich mit der Familie zu treffen. Das mag einige mehr freuen als andere, is aber so. Eigentlich könnte mensch auch mal wieder richtig feiern und Tanzen gehen. Aber was ist das? Tanzverbot an Ostern.
Wo leben wir eigentlich? Und vor allem Wer macht den sowas?

Stehen tut’s hier:

Gesetz über die Sonntage und Feiertage (Feiertagsgesetz – FTG) in der Fassung vom 8. Mai 1995 (GBl. Nr. 17, S. 450) in Kraft getreten am 30. Juni 1995 

und zwar im §7

 §7

(1) An den Sonntagen und den gesetzlichen Feiertagen sind in der Nähe von Kirchen und anderen dem Gottesdienst dienenden Gebäuden alle Handlungen zu vermeiden, die geeignet sind, den Gottesdienst zu stören. Dasselbe gilt am 24. Dezember für die Zeit ab 17 Uhr und am 31. Dezember für die Zeit von 18 Uhr bis 21 Uhr.

(2) An den Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen mit Ausnahme des 1. Mai und des 3. Oktober sind während des Hauptgottesdienstes verboten:

1. öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel, Aufzüge und Umzüge, soweit sie geeignet sind, den Gottesdienst unmittelbar zu stören;

2. alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen;

3. öffentliche Veranstaltungen und Vergnügungen, zu denen öffentlich eingeladen oder für die Eintrittsgeld erhoben wird.

Im Klartext heißt das:

Tanzen –> Verboten ; Feiern–> Verboten; Demo gegen das Tanzverbot –> Verboten
Tanzverbote_linke

Ich lass mir allerdings das Tanzen nicht verbieten. Weder per Gesetz noch von der Kirche. Deshalb lade ich Euch herzich ein Tanzt an Ostern die eingestaubten Vorstellungen weg.  Meinen Sountrack gegen die Tanzrepression stell ich euch heute schon mal vor.

Wo es unter anderem Veranstaltungen gegen die Tanzrepression gibt findet ihr hier: Hasenfest

PS: Aus der Kirche austreten kannst du auch noch vor Ostern.