Umweltschutz

NaturFreunde Berlin: Ausbau der A 100 ist verkehrspolitische Irrsinn

Zum Spatenstich für die geplante Stadtautobahn A 100 erklärt der stellvertretende Vorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:

 

Ausbau der A 100 ist verkehrspolitische Irrsinn

NaturFreunde fordern Ende der Verkehrspolitik der 50er Jahre

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 07. Mai 2013 -– Die Berliner Politik scheint mit ihren Bauplanungen alle Negativrekorde überbieten zu wollen: Eine Flughafenplanung an den umweltpolitischen und verkehrspolitischen Realitäten vorbei, die Bebauung des Tempelhofer Feldes gegen den Mehrheitswillen der Berliner Bevölkerung, das Ignorieren eines gewonnen Volksentscheids bei Mediaspree mit einer Zerstörung einer einzigartigen kulturellen Infrastruktur und nun die teuerste und unsinnigste Autobahn Deutschlands.

 

Die geplante Verlängerung der A 100 ist verkehrspolitischer Irrsinn und eine riesige Verschwendung von Steuermitteln. Bundesverkehrsminister Ramsauer und der Regierende Bürgermeister von Berlin Wowereit setzten sich hier ein Denkmal für eine verkehrspolitische Fehlplanung. Die A 100 wird Berlin verkehrspolitisch nicht entlasten, sondern zu weiteren Staus und Verschmutzung in der Innenstadt beitragen. Verkehrspolitisch ist sie unnötig und umweltpolitisch unverantwortlich.

 

Die NaturFreunde fordern den Berliner Senat auf, diesen Irrsinn zu stoppen und mit dem Bundesverkehrsministerium zu verhandeln, die 500 Millionen für die Autobahn in den Neubau von Straßenbahnstrecken zu investieren. Wichtige verkehrspolitische Projekte für Berlin wären zum Beispiel:

  • Die Verlängerung der Straßenbahn von der Warschauer Straße bis zum Hermannplatz.
  • Der Neubau einer Straßenbahnlinie vom Alexanderplatz über den Potsdamer Platz bis zum Rathaus Steglitz.
  • Den Weiterbau der Straßenbahn vom Hauptbahnhof nach Moabit.
  • Den Anschluss des Märkischen Viertels an die Straßenbahn mit einer Verlängerung bis nach Frohnau.

 

Die jetzige Verkehrspolitik des Berliner Senats ist gescheitert. Der Senat verfolgt in Berlin eine verfehlte Verkehrspolitik der 50er Jahre. Noch immer wird die autogerechte Stadt geplant und einer nachhaltigen Verkehrspolitik vorgezogen. Mit diesem Steinzeitplanungen verbaut der Senat eine zukunftsfähige Verkehrspolitik für Berlin.

NaturFreunde fordern: keine neuen Tagebaue in der Lausitz


Zerstörung von Umwelt und sozialen Strukturen muss ein Ende haben

 

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 24. April 2013 – „Der geplante Ausbau des Braunkohletagebaus in der Lausitz ist eine Investition in die Vergangenheit. Wer die Energiewende und den Klimaschutz ernst nimmt, muss die Region für eine Zukunft ohne Braunkohle fit machen“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der am 25. April stattfindenden öffentlichen Sitzung des Braunkohleausschusses in Bautzen.

 

Am Wochenende tagten Umweltexperten der NaturFreunde im ostsächsischen Rietschen, in der Nähe des für eine Erweiterung vorgesehenen Tagebaus Nochten. Der international organisierte Verband fordert in einer Resolution („Rietschener Erklärung“), die Förderung und Nutzung der Braunkohle auslaufen zu lassen. Statt neuer Tagebaue brauche die Region zukunftsfähige Konzepte, die der Zerstörung der Umwelt und sozialer Strukturen ein Ende setzten.

 

Die NaturFreunde kritisieren die Pläne des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, bis zum Jahr 2035 fünf weitere Tagebaue in der Lausitz zu erschließen. Die Braunkohlenutzung widerspreche den klimapolitischen Zielen Europas und der Energiewende, zerstöre Natur und Landschaften, verstoße gegen die europäische Wasserrahmenrichtlinie und mache eine nachhaltige Entwicklung unmöglich, heißt es in der „Rietschener Erklärung“. Unlängst hatte ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für Aufsehen gesorgt, in dem Ökonom Prof. Dr. Christian von Hirschhausen die Ausbaupläne Vattenfalls für „energiewirtschaftlich nicht gerechtfertigt“ erklärt.

 

Bereits heute sind die negativen Folgen des Braunkohletagebaus überall in der Lausitz spürbar: Die Spree droht zu verockern – eine Gefahr für die Grundwasserversorgung bis nach Berlin. Seen und Flüsse versauern, der gewässerökologische Lebensraum wird zerstört. Menschen, Tiere und Pflanzen müssen den auf Jahrzehnte unbewohnbaren Sandwüsten der Tagebaue weichen. „Der Braunkohleabbau gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Kultur und Tourismus in der Region und damit eine Grundlage für die Arbeitsplätze der Zukunft“, so Kuhlwein.

 

Deshalb unterstützen die NaturFreunde Deutschlands auch das Aktionsbündnis „Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II“, eine Initiative von Anwohnern, Umweltverbänden und Parteien.

 

„Rietschener Erklärung“ als PDF-Download www.umwelt.naturfreunde.de

NaturFreunde fordern: keine neuen Tagebaue in der Lausitz


Zerstörung von Umwelt und sozialen Strukturen muss ein Ende haben

 

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 24. April 2013 – „Der geplante Ausbau des Braunkohletagebaus in der Lausitz ist eine Investition in die Vergangenheit. Wer die Energiewende und den Klimaschutz ernst nimmt, muss die Region für eine Zukunft ohne Braunkohle fit machen“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der am 25. April stattfindenden öffentlichen Sitzung des Braunkohleausschusses in Bautzen.

 

Am Wochenende tagten Umweltexperten der NaturFreunde im ostsächsischen Rietschen, in der Nähe des für eine Erweiterung vorgesehenen Tagebaus Nochten. Der international organisierte Verband fordert in einer Resolution („Rietschener Erklärung“), die Förderung und Nutzung der Braunkohle auslaufen zu lassen. Statt neuer Tagebaue brauche die Region zukunftsfähige Konzepte, die der Zerstörung der Umwelt und sozialer Strukturen ein Ende setzten.

 

Die NaturFreunde kritisieren die Pläne des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, bis zum Jahr 2035 fünf weitere Tagebaue in der Lausitz zu erschließen. Die Braunkohlenutzung widerspreche den klimapolitischen Zielen Europas und der Energiewende, zerstöre Natur und Landschaften, verstoße gegen die europäische Wasserrahmenrichtlinie und mache eine nachhaltige Entwicklung unmöglich, heißt es in der „Rietschener Erklärung“. Unlängst hatte ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für Aufsehen gesorgt, in dem Ökonom Prof. Dr. Christian von Hirschhausen die Ausbaupläne Vattenfalls für „energiewirtschaftlich nicht gerechtfertigt“ erklärt.

 

Bereits heute sind die negativen Folgen des Braunkohletagebaus überall in der Lausitz spürbar: Die Spree droht zu verockern – eine Gefahr für die Grundwasserversorgung bis nach Berlin. Seen und Flüsse versauern, der gewässerökologische Lebensraum wird zerstört. Menschen, Tiere und Pflanzen müssen den auf Jahrzehnte unbewohnbaren Sandwüsten der Tagebaue weichen. „Der Braunkohleabbau gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Kultur und Tourismus in der Region und damit eine Grundlage für die Arbeitsplätze der Zukunft“, so Kuhlwein.

 

Deshalb unterstützen die NaturFreunde Deutschlands auch das Aktionsbündnis „Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II“, eine Initiative von Anwohnern, Umweltverbänden und Parteien.

 

„Rietschener Erklärung“ als PDF-Download www.umwelt.naturfreunde.de

NaturFreunde: Der Agrarskandal in Europa geht weiter


EU-Parlament genehmigt Subventionen ohne ökologische Gegenleistung

 

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 15. März 2013 – „Die Verbraucher in Europa haben kein Verständnis dafür, dass rund 60 Milliarden Euro jedes Jahr in die falschen Kanäle geleitet werden“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der jüngsten Entscheidung des Europäischen Parlaments zur EU-Agrarpolitik.

 

Die NaturFreunde Deutschlands haben mit großer Enttäuschung auf die Entscheidung des Europäischen Parlaments reagiert, auch in Zukunft Großbauern und Agrarfabriken ohne ökologische Gegenleistung zu subventionieren. Damit wird der Agrarskandal fortgesetzt, durch den Natur und Landschaft für weitere Jahre zerstört werden.

 

Wie Kuhlwein mitteilte, habe sich eine Mehrheit im Europäischen Parlament am Mittwoch dagegen ausgesprochen, die EU-Agrarpolitik zukünftig stärker ökologisch auszurichten und damit für eine bessere gesamtgesellschaftliche Legitimation zu sorgen, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. So habe das Parlament eine große Chance vertan, Vertrauen in Europa zu fördern.

 

Von einer „Agrarreform“, die von vielen Umwelt- und Naturschutzverbänden auch in Deutschland gefordert worden war, kann nun nicht mehr die Rede sein. Nicht nur die von der EU-Kommission vorgeschlagenen ökologischen Auflagen bei den Direktzahlungen für Landwirte wurden abgeschwächt. Die Mehrheit der Abgeordneten will auch neue Instrumente zur Einkommensstabilisierung und Versicherungssysteme für Landwirte aus den Mitteln für die Förderung des ländlichen Raums finanzieren. „Der Grundsatz, dass öffentliches Geld für öffentliche Güter ausgegeben werden muss, wird mit dieser Entscheidung komplett untergraben“, kritisiert Kuhlwein. Damit werde die öffentliche Legitimation für einen der größten Brocken aus dem EU-Haushalt verspielt.

NaturFreunde: Doha und die Tragödie des globalen Klimaschutzes

Doha und die Tragödie des globalen Klimaschutzes

NaturFreunde Deutschlands fordern Peter Altmaier auf, in Klimafragen endlich Tacheles zu reden

 

Berlin, 11. Dezember 2012 – „In den abgekühlten Sitzungsräumen von Doha haben sich erneut diejenigen durchgesetzt, die es lieber heiß mögen“, kritisierte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die Ergebnisse der letzten Weltklimakonferenz.  Bundesumweltminister Altmaier müsse jetzt endlich Tacheles reden und gerade die Wirtschaftskrise als Anlass begreifen, die Klimaschutzaktivitäten massiv zu verstärken: „Ein internationales Klimaschutzprogramm wäre auch der beste Weg für mehr Beschäftigung.“

 

Immer zum Jahresende wiederhole sich ein böses Ritual, so Müller: Weltklimakonferenzen als inszenierte Mammutveranstaltungen. Im Jahr 1992 sei in Rio noch einstimmig beschlossen worden, die Atmosphäre nur soweit zu belasten, wie es zu keiner dauerhaften Schädigung im Klimasystem kommen könne. „20 Jahre später hat sich umgerechnet auf Kohlendioxid die Konzentration der schädlichen Treibhausgase nahezu verdoppelt. Deutlicher kann das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft nicht beschrieben werden“, kritisierte Müller die Ergebnisse der Klimadiplomaten.

 

Fahrplan des endlosen Scheiterns

„Obwohl das eigentlich unzureichende Zwei-Grad-Ziel einer globalen Erwärmung wahrscheinlich nicht mehr eingehalten werden kann, wird mittlerweile selbst der schwächste Kompromiss schon als Erfolg bezeichnet“, so Müller. „Der Widerspruch zwischen dem Wissen über die Klimagefahren und der Handlungsunfähigkeit der Staatengemeinschaft ist eine Tragödie. Solange nicht endlich ein Punkt unter dieser Prozedur des endlosen Scheiterns gemacht wird, werden wir immer wieder von ‚Meilensteinen‘ und ‚Fahrplänen‘ hören. So haben auch alle Bundesumweltminister der letzten zehn Jahre geredet. Hauptsache, es geht weiter.“

 

Die NaturFreunde Deutschlands verlangen von Bundesumweltminister Altmaier, in der Bundesregierung und auch in der EU endlich Tacheles zu reden. Selbst die Kooperation von Durban, wo die EU gut mit den Entwicklungs- und Schwellenländern zusammengearbeitet hatte, sei in Doha folgenlos geblieben. Tatsächlich habe sich die EU nicht nur mutlos, sondern geradezu ängstlich gezeigt.

 

Dabei müsste gerade die Wirtschaftskrise als Anlass begriffen werden, die Klimaschutzaktivitäten massiv zu verstärken. Ein internationales Klimaschutzprogramm wäre auch der beste Weg für mehr Beschäftigung und eine sozialökologische Transformation der Gesellschaft, betonte Müller.

 

„Stattdessen aber werden wir wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren dasselbe Elend erleben“, erklärte Müller: „Ein absolutes Versagen der Staatengemeinschaft, das die Zukunft kommender Generationen ruiniert und dabei auch noch als Erfolg verkauft wird.“

NaturFreunde: 32 Verbände fordern gesellschaftsfähigere EU-Agrarpolitik von Bundesregierung ein

Die europäische Landwirtschaft braucht einen Paradigmenwechsel

Berlin, 7. September 2012 –  Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die heute veröffentlichte Stellungnahme der Verbände-Plattform zur Reform der europäischen Agrarpolitik. „In die europäische Agrarpolitik fließen Milliarden Euro Steuergelder, doch bei der Verteilung fehlen immer noch wirksame ökologische und soziale Kriterien“, kritisierte Eckart Kuhlwein, der umweltpolitische Sprecher der NaturFreunde Deutschlands. Die NaturFreunde sind Mitunterzeichner der Stellungnahme, mit der sich 32 Verbände und Organisationen nach einem intensiven Diskussionsprozess in eine wichtige Zukunftsfrage Europas einmischen. „Die Bundesregierung sollte sich unbedingt an den Vorschlägen orientieren und endlich ihren Widerstand gegen den Paradigmenwechsel in der EU-Agrarpolitik aufgeben“, forderte Kuhlwein.

 

Die bisherige Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union ist nicht nachhaltig. Die finanziellen Mittel aus dem Agrarhaushalt (mit knapp 60 Milliarden Euro jährlich ein großer Teil des EU-Haushalts) werden zu zwei Dritteln für direkte Beihilfen an die Landwirtschaft und nur zu einem kleinen Teil für die ökologische und soziale Entwicklung des ländlichen Raums ausgegeben. Kuhlwein: „So werden Großbetriebe bevorzugt und bei den bäuerlichen Familienbetrieben landet nur wenig. Dabei müssten gerade diese wegen ihrer vielen Aufgaben bei der Erhaltung einer artenreichen Kulturlandschaft unterstützt werden.“

 

Zweite Säule: nachhaltige ländliche Entwicklung fördern

Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen zwar die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Instrumente für die Honorierung öffentlicher Güter und gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft. Dennoch gehen diese nicht weit genug: Gemeinsam mit der Verbände-Plattform fordern die NaturFreunde eine Stärkung der sogenannten Zweiten Säule – der Förderung ländlicher Entwicklung. Ziel einer reformierten GAP müsse Kuhlwein zufolge eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung der Landwirtschaft und Landnutzung werden, die eine Übernutzung der Natur vermeide, intakte Kulturlandschaften fördere, Arbeitsplätze schaffe und Tierschutzanliegen ebenso ernst nehme wie die globalen Entwicklungsfragen und den Klimaschutz.

 

EU muss Verbraucherforderungen endlich stärker berücksichtigen

Eine immer sensibler werdende Öffentlichkeit und Verbraucherschaft habe berechtige Forderungen und Ansprüche an die Art und Weise der Lebensmittel-Erzeugung – etwa in Bezug auf Tierschutz, fairen Handel oder Gentechnikfreiheit. „Die Subventionspolitik der EU muss diese Verbraucheranliegen endlich berücksichtigen. Sonst geht noch mehr Akzeptanz der Steuerzahler für die Agrarpolitik verloren“, warnte Kuhlwein.

 

Mehr Informationen und PDF-Download Stellungnahme der 32 Verbände www.die-bessere-agrarpolitik.de

NaturFreunde fordern die Herausnahme des Baus einer 3. Start- und Landebahn am Flughafen München aus dem Landesentwicklungsplan Bayern

Bayerische Staatsregierung missachtet Münchener Volksentscheid

 

Berlin/Nürnberg, 29. August 2012 – Anlässlich der Vorlage des Entwurfs zur Gesamtfortschreibung des Landesentwicklungsplans Bayern (LEP-E) erklären das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch und der Landesvorsitzende der NaturFreunde Bayern Christian Schwarzkopf:

 

Die bayerische Staatsregierung hat im Entwurf zur Gesamtfortschreibung des Landesentwicklungsplans Bayern vorgeschlagen, im Punkt „4.5.1. Verkehrsflughafen München“ neu einzufügen, dass der „Verkehrsflughafen München als Luftfahrt-Drehkreuz von europäischem Rang die interkontinentale Luftverkehrsanbindung Bayerns und die nationale und internationale Luftverkehrsanbindung Südbayerns sicherstellen“ soll. Weiter soll im Landesentwicklungsplan eingefügt werden, dass „für den Verkehrsflughafen München eine dritte Start- und Landebahn mit den erforderlichen Funktionsflächen zu errichten“ sei. Im Landesentwicklungsplan soll deshalb die erforderliche Fläche als „Vorranggebiet Flughafenentwicklung“ festgelegt werden.

 

Die NaturFreunde Deutschlands und die NaturFreunde Bayern fordern die bayerische Staatsregierung auf, die demokratische Entscheidung des Münchener Volksentscheids zu respektieren und den Plan, die 3. Startbahn gegen den Willen der Mehrheit der Münchener Bevölkerung durchzusetzen, sofort aufzugeben.

 

Die NaturFreunde lehnen den Bau einer 3. Start- und Landebahn für den Flughafen München ab. Fluglärm macht krank. Alleine in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und München sind mehr als 540.000 Menschen vom Fluglärm betroffen. Durch die dritte Startbahn würden sich auch Flugrouten ändern, sodass auch große Teile Münchens vom Fluglärm betroffen wären.

 

Zudem würden durch die neue Start- und Landebahn mehr als 1.000 Hektar wertvolles Vogelschutzgebiet zerstört. Das „Nördliche Erdinger Moos“ ist ein ökologisch hochwertiger Lebensraum für Vögel ist und als „geeignetstes Gebiet“ nach EU-Vogelschutzrichtlinie als Vogelschutzgebiet angemeldet worden.

NaturFreunde: Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein fördert auch Natur- und Umweltbildung sowie die grenzüberschreitende Zivilgesellschaft

Nachhaltiger Tourismus und internationaler Dialog am Oberrhein

Straßburg (F), 25. August 2012 – Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der NaturFreunde Frankreich präsentierte der Präsident der NaturFreunde Internationale Manfred Pils auf einer Pressekonferenz in Straßburg die grenzüberschreitenden Initiative „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ und stellte einige Vorhaben der NaturFreunde vor.

 

„Die NaturFreunde möchten mit der Auslobung zur ‚Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein‘ auf die Besonderheiten dieser vielfältigen Region aufmerksam machen und den grenzüberschreitenden Dialog intensivieren“, stellt Manfred Pils das Projekt vor. „In der Region Oberrhein werden wir in den nächsten zwei Jahren den nachhaltigen Tourismus entlang des Rheins mit der Sensibilisierung von Erholungssuchenden in den Mittelpunkt vieler Aktivitäten stellen.“

 

Nachhaltigen Tourismus und Dialog fördern

Beginnend mit einer Auftaktveranstaltung im April 2013 in Basel laden die NaturFreunde die Bevölkerung und NaturFreunde aus ganz Europa zu einer Veranstaltungs- und Aktivitätenreihe an den Oberrhein. Umwelt- und Naturbildungsangebote, trinationale Rad- und Kulturtouren, ein großes Brücken-Sport-Fest und die Einrichtung von mehreren grenzüberschreitenden Themenwegen sind ebenso geplant wie Fachvorträge und eine Workshopreihe zur Sensibilisierung zur gemeinsamen Geschichte entlang des Rheins.

 

„Die NaturFreunde wollen damit in der Landschaft des Jahres zum grenzüberschreitenden Bewusstsein und zur gemeinsamen Identität beitragen. Mit unserer mehr als 100-jährigen Tradition und unserem ehrenamtlichen Engagement ist es seit jeher unser Bestreben, die Nachhaltige Entwicklung von Umwelt und Gesellschaft aktiv mitzugestalten und internationale Solidarität über Grenzen hinweg zu leben“, erklärt Pils.

 

Landschaften des Jahres – Brücken in Europa

Bereits seit 1989 wählen die NaturFreunde – mit mehr als 500.000 Mitgliedern weltweit – für jeweils zwei Jahre eine grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle europäische Region zur Landschaft des Jahres. Die NaturFreunde setzen sich dabei in der jeweiligen Landschaft des Jahres für eine Nachhaltige Entwicklung und einen grenzüberschreitenden Austausch ein.

 

Die „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ ist eine Regionalentwicklungsinitiative der NaturFreunde aus Deutschland (NFD), Frankreich (FFUTAN) und der Schweiz (NFS), gemeinsam mit dem internationalen Dachverband, der NaturFreunde Internationale (NFI).

 

Mehr Informationen zur „Landschaft des Jahres 2013/14: Oberrhein“ www.oberrhein.naturfreunde.de

NaturFreunde bringen Klage gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER ein

Zur Einreichung der Klage der NaturFreunde Berlin gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER, erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende Uwe Hiksch:

Für eine nachhaltige und ökologische Verkehrspolitik in Berlin –
Nein zum Ausbau des BER zu einem internationalen Drehkreuz

NaturFreunde bringen Klage gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER ein

Berlin, 20. Juli 2012 – Immer „schneller, weiter und flexibler“ ist das Motto der heutigen Globalisierung. Durch eine aus den Rudern geratene internationalisierte Fertigungsstrategie werden immer mehr Verkehrsströme produziert. Mit  dem Flugzeug werden Blumen, Tomaten, ganze Industrieanlagen, die neueste Sommermode oder Maschinenteile befördert. Alles muss in der heutigen „just-intime-Ideologie“ innerhalb weniger Stunden quer über den Globus geflogen werden.

Die NaturFreunde Berlin halten den durchgeführten Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg nicht als sinnvolle Bereicherung der Berliner Infrastruktur. Vielmehr ist der Großflughafen Teil der umweltzerstörenden Strategie einer aus den Fugen geratenen Globalisierung. Die NaturFreunde Berlin stellen sich in der Abwägung zwischen den Interessen des Großflughafens und seiner Betreiber auf der einen Seite und der massiven Beeinträchtigung von fast einer Millionen Menschen mit zusätzlichen Lärm, der Beeinträchtigung von Umwelt-, Naturschutz- und Erholungsgebieten und der Gefährdung eines der wichtigsten Wasserreservoirs von Berlin, auf die Seite der Menschen und der Natur. Die bisherigen Planungen für den Flughafen sind völlig ungeeignet und werden deshalb von den NaturFreunden aus umwelt- und menschenschützenden Erwägungen infrage gestellt.

Die Naturfreunde Berlin e.V. setzen sich seit Jahren als anerkannter Umweltverband für eine Sicherung der Lebensqualität der Menschen und einen schonenden Umgang mit der Natur ein. Die Führung eines Abflugverfahrens über den Müggelsee widerspricht jeglichen naturschutzrechtlichen und –fachlichen Grundsätzen. Dies gilt vor allem im Hinblick darauf, dass ein Überflug der gesamten Müggelseeregion im Planfeststellungsverfahren nicht vorgesehen war. Es wurde angenommen, dieser Bereich liege „außerhalb der Vorhabensauswirkungen“. Dass nun das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung trotzdem eine solche Routenführung ausgewählt hat, ohne die nach vorrangigem europäischem Recht erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen, ist für uns völlig inakzeptabel.“

Die Müggelseeroute ist für das Abflugverfahren für den Flughafen Berlin-Brandenburg völlig ungeeignet. Mit der Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung Ende Januar 2012 wurde die Route ausgewählt, die fast eine Millionen Anwohnerinnen und Anwohner mit zusätzlichen Lärm neu belasten wird. Die NaturFreunde Berlin danken den Bürgerverein Friedrichshagen e.V., ohne dessen engagierte Arbeit die Einreichung der Klage nicht möglich gewesen wäre.

Lärm ist eine der Hauptursachen für Schlafstörungen und Krankheiten. Lärm kann Kinder in ihrer Entwicklung einschränken und terrorisiert weiträumig Berliner und Brandenburger Bürgerinnen und Bürger. In Deutschland leiden fast 40 Prozent der Bevölkerung unter Fluglärm. Dadurch nimmt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt zu. Gerade bei Kindern im Umkreis von Flughäfen wurden Konzentrations- und Lernschwierigkeiten nachgewiesen.

Die Bürgerinnen und Bürger von Berlin und Brandenburg wurden über die Müggelseeroute von Anfang an getäuscht. In den offiziellen Verlautbaren gab es die Müggelseeroute überhaupt nicht. Noch im September 2010 fehlte die Müggelseeroute in den Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung. Erst nach Abschluss der Diskussion in der Fluglärmkommission am 4.7.2011 wurde diese Route plötzlich aus dem Hut gezogen und von der DFS bekanntgegeben.

Bei allen Untersuchungen für den Planfeststellungsbeschluss für den neuen Großflughafen wurde eine Beeinträchtigung der Müggelseeregion definitiv ausgeschlossen und deshalb nicht näher betrachtet. Insbesondere wurde eine Verträglichkeitsprüfung der durch europäisches Recht geschützten Gebiete nicht durchgeführt. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde eine mögliche Beeinträchtigung der Gebiete ebenfalls ausgeschlossen und damit eine Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der jetzt infolge der Festsetzung des Abflugverfahrens SUKIP 1 B zu erwartenden Beeinträchtigung nicht vorgenommen.

Ein Grund dürfte darin liegen, das den Betreibern des Flughafens klar war, dass durch die nun festgelegte Route mit einer ganz erheblichen Beeinträchtigung für die Schutzgüter Wasser und Grundwasser zu rechnen ist. Die NaturFreunde sehen die große Gefahr, dass es durch die nun festgelegte Müggelseeroute zu einer massiven Eintragung atmosphärischer Schadstoffe in die Gewässer der Müggelseeregion, insbesondere den Großen Müggelsee kommen wird. FFH- und SPA-Gebiete durch Routenfestlegung massiv betroffen

Nach den Vorgaben des europäischen Gemeinschaftsrechts ist vor der Zulassung eines Projekts zu prüfen, ob dieses ein europäisches Schutzgebiet erheblich beeinträchtigen könnte. Die aus Sicht der NaturFreunde Berlin bewusst nicht durchgeführten Untersuchungen sind deshalb nicht akzeptabel. Die NaturFreunde Berlin fordern, dass die Auswirkungen des Flugverkehrs auf diese hochsensiblen Gebiete geprüft und damit europäisches Rechte eingehalten werden muss.

Durch die Flugroutenführung des Abflugverfahrens SUKIP 1 B werden FFH- und SPA-Gebiete in ganz erheblichem Umfang überflogen werden. Bei Nutzung dieser Abflugroute werden insbesondere das FFH-Gebiet „Müggelsee-Müggelspree“, sowie das hierin eingeschlossene Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet “Wasserwerk Friedrichshagen, das FFH-Gebiet „Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug“ sowie das FFH-Gebiet “Teufelsseemoor Köpenick” in einer Höhe von 800-1200 m überflogen. Zu keinem Zeitpunkt vor Festsetzung des Abflugverfahrens, also weder im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch durch den Beklagten im Rahmen des Flugroutenfestsetzungsverfahrens wurden die nun anstehenden Beeinträchtigungen im Rahmen einer FFH-Verträglichkeitsprüfung untersucht.

Der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg

Die Berliner Flughäfen haben jedes Jahr neue Rekorde aufgestellt. Alleine im Jahr 2011 wurden über die Berliner Flughäfen über 24 Millionen Passagiere abgewickelt. Das entspricht für jede Berlinerin und Berliner etwa sieben Flüge im Jahr. Die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg setzen weiterhin auf Wachstum: Der neue Großflughafen Berlin Brandenburg International (BER) ist heute bereits auf eine Kapazität von etwa 27 Millionen Passagieren pro Jahr ausgelegt.Ziel der Regierungen ist dabei, Berlin neben München und Frankfurt zum dritten wichtigen Luftdrehkreuz in Deutschland auszubauen. Dieses Vorhaben werden sich die NaturFreunde Berlin offensiv entgegenstellen.

Dieses massive Wachstum der Berliner Flughäfen ist nicht notwendig. Fast 50 Flüge und damit etwa 8 Prozent aller Starts und Landungen gehen von Berlin nach Frankfurt am Main oder zurück.
Frankfurt kann heute von Berlin aus bereits bequem in unter vier Stunden erreicht werden. Die Fahrtzeit mit der Bahn ist damit, rechnet man die lange Anreise an den neuen Flughafen und die Wartezeiten und Eincheckzeiten am Flughafen mit ein, nicht wesentlich länger als mit dem Flugzeug.

Insgesamt sind etwa ein Drittel aller Starts und Landungen auf den Berliner Flughäfen Inlandsflüge mit einer kurzen und mittleren Distanz. Bei solchen kurzen Distanzen ist der CO2-Aussoß des Flugzeugs etwa siebenmal höher als mit der Bahn. Über 20 Prozent aller Ziele von den Berliner Flughäfen sind mit der Bahn heute schon unter fünf Stunden Fahrzeit, fast 45 Prozent aller Ziel unter sieben Stunden Fahrzeit erreichbar. Mit einem Ausbauprogramm für die Bahnstrecken, vor allem auch in die östlichen Nachbarstaaten könnte dieser Anteil noch deutlich gesteigert werden.

Der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg ist Teil dieser Wachstumsstrategie für den Luftverkehr. Der Senat von Berlin und die Landesregierung von Brandenburg haben mit der Grundsatzentscheidung, den Flughafen BER zu einem internationalen Luftfahrtdrehkreuz ausbauen zu wollen eine planerische und verkehrspolitische Fehlentscheidung getroffen.

Diese Entscheidung ist Teil der Landesentwicklungsplanung, welche die „Export-Basis-Strategie“ zugrunde legt. Die beiden Landesregierungen setzen vor allem auf die Möglichkeiten der Globalisierung und wollen den internationalen Handels- und Dienstleistungsexport fördern. Regionale Entwicklungschancen werden vernachlässigt und diesem Globalisierungswahn untergeordnet.

In Berlin und Brandenburg werden durch den Flughafen BER mehrere hunderttausend Menschen vom Nachtflug betroffen sein. Der Lärm durch die geplanten Nachtflüge ist gesundheitsgefährdend für viele Menschen. Deshalb besteht erheblicher Handlungsbedarf. Für die Interessen der großen Fluggesellschaften werden Menschen in ihren Grundrechten massiv eingeschränkt und das Recht auf Gesundheit gefährdet. Die NaturFreunde fordern die Berliner und Brandenburger Parteien auf, die Forderung nach einem generellen Nachflugverbot zu unterstützen.

Folgen des zunehmenden Flugverkehrs

Kein Verkehrsträger wächst so schnell wie der Flugverkehr. Seit 1960 ist die Passagierleistung im Flugverkehr um jährlich ca. 9 Prozent gestiegen. Waren es 1970 noch etwa 500 Millionen Passagierkilometer, stieg diese Zahl bis 2005 auf 4,1 Milliarden Passagierkilometer an. Bis zum Jahr 2025 wird eine Steigerung auf 10,5 Milliarden Passagierkilometern prognostiziert. Dieser Entwicklung wollen die NaturFreunde entgegenwirken. Heute erfolgen etwa 40 Prozent aller Personenkilometer im Weltflugverkehr über mittlere und kurze Distanzen.

Die gesamte Routenpolitik der großen Fluggesellschaften ist auf die Planung von wenigen internationalen Drehkreuzen wie Frankfurt, München, Amsterdam oder Paris ausgerichtet. Zu diesen Destinationen wird immer mehr Flugverkehr herangeführt, um die Flüge der einzelnen Fluggesellschaften dort zu bündeln und dann von diesen Destinationen die internationalen Flughäfen der Welt anzufliegen. Statt gemeinsam den kürzesten Flug zu planen und gemeinsam Flugzeuge zu vermarkten, werden die Gäste von Berlin nach London geflogen um dann in den Süden weiterzufliegen. Dadurch werden große Mengen Kerosin verschwendet und der Klimakiller CO2 freigesetzt.

Flugzeuge sind das umweltschädlichste Verkehrsmittel und werden trotzdem staatlich hoch subventioniert. Durch die hohen Wachstumsraten im Flugverkehr entwickelt sich der Flugverkehr zum immer größeren Klimakiller. Die klimaschädlichen Abgase beim Flugverkehr haben wesentlich stärkere Auswirkungen auf dem Treibhauseffekt wie die Abgase auf dem Boden. 14 Prozent der Klimalasten Deutschlands entfallen auf den Flugverkehr. Dennoch wird Fliegen jedes Jahr mit 11,5 Milliarden Euro subventioniert, mehr als jedes andere Verkehrsmittel. Flugzeuge sind die energieintensivste Art der Fortbewegung. Bei einer Bus- oder Bahnreise wird im Durchschnitt nur etwa ein Drittel der Energie verbraucht wie bei einer Flugreise auf der gleichen Strecke.

Anders als die Bahn ist der gewerbliche Flugverkehr sowohl von der Mineralölsteuer, von der Ökosteuerung und bei internationalen Tickets auch von der Umsatzsteuer befreit. Durch die Befreiung von der Mineralölsteuer und der Umsatzsteuer gehen der staatlichen Haushalten jährlich mehr als fünf Milliarden Euro verloren. Flugverkehr schädigt das Klima. Alleine in den letzten 15 Jahren sind die Kohlendioxid-Emissionen innerhalb der Europäischen Union im Flugverkehr um 70 Prozent gestiegen. Einen wichtigen Anteil an diesen massiven Steigerungen haben die boomenden Billigflieger.

Die NaturFreunde Berlin setzen sich für eine grundsätzlich neue Verkehrspolitik ein und fordern

  • ein generelles Verbot von Kurzflügen unter 800 Kilometern;
  • die massive Einschränkung der Versendung von Waren per Luftfracht;
  • die Einführung einer Luftverkehrsabgabe, welche die realen sozial-ökologischen Kosten des Luftverkehrs
    widerspiegelt;
  • in generelles Nachflugverbot an allen Flughäfen weltweit;
  • die Einführung einer Steuer auf Kerosin in allen europäischen Staaten; als ersten Schritt die Einführung einer Kerosinsteuer in Deutschland;
  • die Beendigung des massiven Ausbaus der europäischen Großflughäfen und eine generelle Umsteuerung in der Verkehrspolitik der Europäischen Kommission;
  • den Abbau aller direkten und indirekten Subventionen für den Flugverkehr;
  • die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Flugverkehr
  • eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte für den Lärmschutz von Anwohnerinnen und Anwohnern von Flughäfen;
  • eine verbindliche Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Auswahl der Flugrouten;
  • eine verbindliche Durchführung einer FFH-Verträglichkeitsprüfung vor der Festsetzung einer Flugroute.

NaturFreunde Deutschlands warnen Parteien davor, die Ökologie als Spielwiese zu missbrauchen

Ökologische Modernisierung ist unabdingbar für jede weitere Reformpolitik

Berlin, 15. Juli 2012 – Zu den in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL erwähnten Hinterzimmergesprächen der Parteien zur Umweltpolitik erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

 

Die Beiträge im SPIEGEL über Hinterzimmergespräche der Parteien zur Umweltpolitik sind zweifellos nicht in jedem Punkt richtig. Aber sie beschreiben leider eine eindeutige Tendenz: Aus parteitaktischen Gründen wird die ökologische Modernisierung verstärkt auf ein Thema von Bündnis 90/DIE GRÜNEN reduziert, statt darin eine große Reformaufgabe für die Zukunft unseres Landes zu erkennen. Um es ganz klar zu sagen: Die ökologische Modernisierung ist unabdingbar für jede weitere Reformpolitik.

 

Die Ursache der Krise sind nicht die Forderungen nach mehr Umwelt- und Naturschutz

Der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands warnt die Parteien, in alte Denkweisen und Vorurteile zurückzufallen. Die Ökologie darf keine Spielwiese sein! Im Gegenteil: Sie ist eine Notwendigkeit und auch eine Voraussetzung, um die Realwirtschaft zu stärken und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Ursache der Krise liegt im Finanzkapitalismus und nicht in der Forderung nach mehr Umwelt- und Naturschutz.

 

Warum gehen die Parteien den notwendigen ökologischen Umbau nicht mit Mut an?

Warum reagiert die Politik auf die Krise eigentlich nur noch mit Klein-Klein? Warum sind die Parteien nicht in der Lage, Zusammenhänge zu erklären und mit Mut den notwendigen Umbau anzugehen? Warum geben ihre Erklärungen und Versprechungen nur noch Stichworte für den Populismus der Regenbogenpresse? Wofür stehen die Parteien denn noch in dieser Frage, außer für eine rhetorische Abgrenzung?

 

Es ist einfach nicht glaubwürdig, in den Parteiprogrammen mehr Nachhaltigkeit zu fordern und anschließend in ein vorökologisches Zeitalter zurückzufallen. Dieses Gebaren auch noch als Industriepolitik zu bezeichnen, verkennt Ursache und Wirkung. Unser Land wird seine wirtschaftliche Stärke nicht halten, wenn es nicht zu Innovationen in den Zukunftsfeldern kommt. Dazu gehört fraglos auch die sogenannte Green Economy.

 

40 Jahre Umweltdebatte haben keinen echten ökologischen Umbau hervorgebracht

Heute wiederholt sich die Geschichte: Statt die Chancen weltweit zu nutzen, sind fast 40 Jahre der Umweltdebatte vergangen, ohne dass es zu einem wirklichen ökologischen Umbau gekommen ist. Erst wurden die Umweltgefahren noch bezweifelt, in den 1980er-Jahren tat sich die Politik dann schwer, die ökologischen Herausforderungen auch zu begreifen. Schließlich wurden sie als ein Problem des maroden Ostens hingestellt, sodass auch der Erdgipfel von 1992 weitgehend folgenlos blieb. Und schließlich gab es eine Phase der Entpolitisierung. Jetzt wird die ökologische Modernisierung der Gesellschaft erneut auf ein Abstellgleis geschoben, weil die Finanz- und Wirtschaftskrise angeblich nur durch eine Anpassung an die Finanzmärkte zu bewältigen sei.

 

Statt Austerität muss Nachhaltigkeit im Zentrum der Reformpolitik stehen

Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von einem rot-grünen Bündnis, dass es eine Politik der Nachhaltigkeit in das Zentrum seiner Reformpolitik stellt. Unser Land braucht eine echte Alternative zu der Austeritätspolitik von Angela Merkel. Natürlich gehört dazu auch die Ehrlichkeit, dass ein Umbau mit weiteren Belastungen und auch Verteilungsfragen verbunden ist. Noch richtiger aber ist: Wenn mit dem Umbau nicht frühzeitig begonnen wird, werden nicht nur wichtige Chancen vertan, sondern entstehen noch höhere, aber unabweisbare Kosten. Auch das ist eine Lehre der Finanzkrise.