castor

BI Umweltschutz: Geschäftsfeld Atommüll

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  25.01.2013

bi umweltschutz castorÜber 80 Atomkraftwerke in Europa werden in den kommenden 10 Jahren stillgelegt. Die Frage, ob und wie diese rückgebaut werden und wie Kosten für den Rückbau und die Lagerung des Mülls reduziert werden können, steht auf der Agenda eines internationalen Kongresses, der am 28. und 29. Januar in München stattfinden wird.

Auf mehrere Hundert Milliarden Euro beliefen sich die Rückbaukosten, für Großbritannien seien allein 53,7 Mrd. Euro und für Deutschland 32,5 Mrd. Euro veranschlagt. Auf dem “International Nuclear Decommissioning Summit” soll über dieses Geschäftsfeld debattiert werden. Deutsches Vorzeigeprojekt ist der Rückbau der Reaktoren in Lubmin/Greifswald durch die Energiewerke Nord (EWN), finanziert durch staatliche Gelder. “Das lukrative Geschäft lockt Firmen wie Rosatom und die britische Nuklearfirma Arvia als Hauptsponsoren”, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI), ausgeschlossen ist die interessierte Öffentlichkeit durch einen simplen Trick: Die Teilnahmekosten liegen bei 3.199 Euro.

Die BI sieht den Kongress auch im Kontext des Streits um mögliche Atommüllexporte bzw. –importe. Am 19. Juli 2011 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie 2011/70/EURATOM über einen Gemeinschaftsrahmen “für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle (Richtlinie
2011/70/EURATOM) verabschiedet. Die Richtlinie 2011/70/EURATOM ist von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union spätestens bis zum 23. August 2013 umzusetzen. Ein erster Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums hatte Anfang des Jahres Wirbel ausgelöst, weil sowohl Importe als auch Exporte erlaubt werden sollten.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: “Wir werden Peter Altmaier genau auf die Finger sehen, wenn er das Atomgesetz an die EU-Richtlinie anpassen wird. Wer es preiswerter haben will und sich trotzdem fundiert über die Dimensionen dieses Geschäfts und die ungelösten Probleme informieren möchte, sollte sich deshalb auf den Weg nach Kassel machen, wo am 2. Februar die Anti-Atom-Initiativen eine Bilanz ziehen. Die Kosten betragen 25 Euro.”

BI Umweltschutz: Atomgesetznovelle öffnet auch deutsche Atommüllendlager für Vertragsstaaten

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung 5.01.13

Atomgesetznovelle öffnet auch deutsche Atommüllendlager für Vertragsstaaten
BI: Druck auf Gorleben wird erhöht

bi umweltschutz castorBereits am 18.12.12 hatte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) auf die geplante Novelle des Atomgesetzes hingewiesen, mit der die EU-Richtlinie 2011/70/EURATOM in geltendes deutsches Recht umgesetzt werden soll (http://www.bi-luechow-dannenberg.de/presse ).

Die Möglichkeit des Atommülltransfers innerhalb Europas und über die Grenzen der EU hinaus schlägt zu recht hohe Wellen”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. “Billiglösungen wie ein Export radioaktiver Abfälle nach Russland sind nur die eine Seite, verkannt wird in der öffentlichen Debatte, dass die geplante Novelle des Gesetzes auch die Möglichkeit eröffnet, dass ein deutsches Endlager für Abfälle aus Vertragsstaaten geöffnet wird.”

Im Text der Novelle werde wiederholt darauf verwiesen, dass dies möglich wird, wenn entsprechende Abkommen geschlossen werden, so heiße es unter Artikel 3a (1)” Die Genehmigung nach § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a der Atomrechtlichen Abfallverbringungsverordnung darf bei einer Verbringung zum Zweck der Endlagerung nur erteilt werden, wenn zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zum Zeitpunkt der Verbringung ein Abkommen in Kraft ist, nach dem eine Anlage zur Endlagerung in dem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union in Betrieb ist (…)”.

Damit werde in der Auseinandersetzung um ein Endlagersuchgesetz und im Streit um Gorleben einerseits Druck aus den Verhandlungen genommen. BI-Sprecher Ehmke warnt:”Es gibt aber auch die Möglichkeit des Imports.
Der Druck auf Gorleben wird angesichts des bisherigen Ausbaus zugleich erhöht, denn der Rückbau von Atomanlagen und die Atommülllagerung ist ein äußerst lukratives Geschäft.”

BI Umweltschutz: 2013 Kniffliges Widerstandsjahr

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  01.01.12

Endlager und PKA im Fokus

bi umweltschutz castorMit ihrem traditionellen Neujahrsumtrunk leiteten die Gorleben-Gegner das Jahr 2013 ein. Es wird ein kniffliges Widerstandsjahr. In den Fokus der Auseinandersetzung will die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) neben der Baustelle für ein Endlager auch die dritte, “vergessene” Atomanlage in Gorleben neben dem Fasslager und der Castorhalle rücken: die Pilotkonditionierungsanlage (PKA). Die PKA werde nämlich als möglicher Umschlagplatz für die 600.000 Brennelementkugeln des stillgelegten Kugelhaufenreaktors Hamm-Uentrop gehandelt, die zurzeit in 350 Castoren im Zwischenlager Ahaus lagern.

Ein Dauerbrenner ist die Endlagerdebatte. Besonders ärgerlich finden die Gorleben-Gegner den Umstand, dass die Grünen-Spitze völlig ungerührt an Kompromisslinien festhalte, die Gorleben im Topf ließen. So hat der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Jahreswende erklärt, dass er bis zu den Bundestagswahlen einen Parteien übergreifenden Kompromiss anstrebe, da sei “jeder eingebunden”, sagte der Grünen-Politiker gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR).

“Nur dass die interessierte Öffentlichkeit dabei ausgeschlossen wird und Gorleben Endlager-Favorit bleibt”, hält die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) dem entgegen. Parteienvertreter könnten gar kein gesteigertes Interesse daran haben, eine Atommülldeponie in ihr Bundesland errichten zu lassen, schon wegen des zu erwartenden Bürgerprotests, aber die Atommülldebatte dürfe nicht von Jahr zu Jahr verschoben werden. “Eine sachgerechte und politisch nicht opportun begründete Wahl eines Standortes muss – nicht wie in Gorleben – auf unfrisierten Daten gründen und schließt das Bürgerengagement mit Klage- und Kontrollrechten ein”, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die BI tritt bekanntlich für einen Parteien unabhängigen Zukunftsrat ein, der die Dimensionen der Atommüllfrage ausloten solle. Einerseits komme Kretschmann das Verdienst zu, die Debatte entscheidend mit angestoßen zu haben, anderseits denke auch er nur in Legislaturperioden, hält ihm die BI vor.

NaturFreunde Berlin – das war das Jahr 2012

Im Jahr 2012 haben sich die Berliner NaturFreunde an mehr als 50 Demos, Aktionen und Protestkundgebungen beteiligt.

Als Teil der Berliner Friedensbewegung organisieren sie maßgeblich die Friedensproteste in Berlin mit.

Zusammen mit Anti Atom Berlin organisieren NaturFreunde viele Proteste gegen Atomkraft.

Mit der Friedrichshagener Bürgerinitiative haben die NaturFreunde die Klage gegen die
Flugroutenfestlegung am Flughafen BER eingereicht.

Die NaturFreunde engagieren sich aktiv gegen Rassismus, Faschismus und Antiziganismus.

Unser Ziel:
Eine andere Welt ist möglich!

 

 

www.naturfreunde-berlin.de

….. und 2013 geht es weiter!

EU-Richtlinie: Atommülltransfer soll erlaubt werden BBU und BI protestieren gegen “Dammbruch”

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  18.12.12

EU-Richtlinie: Atommülltransfer soll erlaubt werden BBU und BI protestieren gegen “Dammbruch”

bi umweltschutz castor(Bonn, Lüchow, 18.12.2012) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) reagieren empört auf die Aufforderung des Bundesumweltministeriums, innerhalb kürzester Zeit und zwischen Jahren den Entwurf für die 14. Änderung des Atomgesetzes im Rahmen der “Länder- und Verbändeanhörung” zu kommentieren.

Am 19. Juli 2011 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie 2011/70/EURATOM über einen Gemeinschaftsrahmen “für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle (Richtlinie 2011/70/EURATOM) verabschiedet. Die Richtlinie 2011/70/EURATOM ist von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union spätestens bis zum 23. August 2013 umzusetzen. Bis zum 4. Januar bleibt den Verbänden nun Zeit, den Gesetzentwurf zu kommentieren, nachdem sie Ende letzter Woche angeschrieben wurden. “Wenn das der Lackmus-Test für eine neue Beteiligungskultur sein soll, dann ist es ein Eigentor”, sagte BBU-Sprecher Udo Buchholz.

Die Gorleben-Gegner verweisen auf die Parallelität der Umsetzung der EU-Richtlinie und das angestrebte neue Endlagersuchgesetz. “Die Umsetzung der EU-Richtlinie ermöglicht den Atommülltransfer und die Aufgabe des Prinzips, dass jeder Staat, auf dessen Boden Atomkraftwerke errichtet wurden, für ein nationales Entsorgungskonzept zu sorgen hat.
Der Atommülltransfer wird legalisiert, das ist ein Dammbruch”, warnt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Im Gesetzentwurf heißt es wörtlich: “Gemäß den Vorgaben der Richtlinie dürfen radioaktive Abfälle grundsätzlich nur unter strengen Voraussetzungen zum Zwecke der Endlagerung aus dem Staat verbracht werden, in dem sie angefallen sind.”

Auch andere Aspekte würden äußerst verantwortungslos und lax abgehandelt. So sei durch Freimessungen von Atomschrott “der Anfall radioaktiver Abfälle auf ein vernünftigerweise realisierbares Maß zu beschränken”, Kosten würden bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in das deutsche Atomrecht auch nur in geringem Umfang anfallen. Dazu heißt es in der Anlage zum Gesetzentwurf: “Für die betroffenen Wirtschaftsbereiche – ca. 20 Unternehmen und Forschungseinrichtungen – ist durch dieses Gesetz lediglich ein vernachlässigbarer Zeit- und Kostenaufwand bei einer geringen Fallzahl zu erwarten.”

“Verantwortungslos und möglichst billig lautet die Devise im Umgang mit dem Atommüll”, kritisieren BBU und BI den Entwurf in einer ersten Stellungnahme. Die Initiativen fordern in ihrer Antwort an das BMU eine angemessene Frist zu einer fundierten Kritik.

BI Umweltschutz widerspricht Umweltminister Stefan Birkner

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Pressemitteilung  5.12.12

Konvergenzen im Salzstock Gorleben und “Gorlebener Platte”
BI widerspricht Birkner

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner bekräftigt seinen Standpunkt,  ihm seien keine Ausschlussgründe für das Endlagerprojekt in Gorleben bekannt. Im Interview mit dem Deutschlandradio sagte der FDP-Politiker, es gäbe “bisher keine Erkenntnisse, die dafür sprechen, dass man Gorleben ausschließen müsste. Also kein K.o-Kriterium, das irgendwie erfüllt sei. ” Selbst die Konvergenzen in Salzgestein,  die die Rückholbarkeit atomarer Abfälle aus einem Tiefenlager offensichtlich vereiteln, seien für ihn kein Ausschlussgrund. “Damit fällt er sogar seinem Kabinettschef David McAllister (CDU) in den Rücken, der Salz wegen der Konvergenzen als Wirtsgestein ausschließt”,  heißt es seitens der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).

“Birkner kennt offensichtlich nur die Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, alle geologischen Fakten wie die Gasvorkommen und der Beleg, dass der Salzstock nicht gegen Wasser führende Schichten abgedichtet ist, scheint er zu ignorieren”, sagte der BI-Vorsitzende Martin Donat.

Auch dass das Misstrauen in der Endlagerdebatte 30 Jahre lang gewachsen ist, weil Suchkriterien ständig an die schlechten geologischen Ergebnisse angepasst wurden, sei wohl an Birkner vorbei gegangen, wundert sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Dessen Anfrage beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte unlängst ergeben, dass auch ohne jeden weiteren Ausbau während der Zeit des 10jährigen Moratoriums in Gorleben über 11.000 Kubikmeter Salz wegen der Konvergenzen aufgehaldet werden mussten.

An das BfS gerichtet fragt die BI, ob es nach neuen Erkenntnissen sogar eine tonige Schicht gibt, die den Salzstock Gorleben komplett durchzieht, die “Gorlebener Platte”.  ”Konvergenzen ermöglichen Wasserzuflüsse, ein hinreichendes Deckgebirge fehlt, das würde noch getoppt durch eine Tonschicht, die sich durch das Salz zieht”, so Ehmke.

BI Umweltschutz vermutet bei McAlister Hintertürchen

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Pressemitteilung  29.11.12

McAllister prophezeit das Ende von Gorleben

BI Umweltschutz vermutet lauter Hintertürchen

Gorleben scheidet als Standort für ein atomares Endlager offenbar aus, das stellt der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) in Aussicht. Sein Argument: Die niedersächsische Landesregierung setze sich dafür ein, dass für die Endlagerung hochradioaktiven Mülls die Rückholbarkeit gewährleistet sei. Der CDU-Politiker folgert daraus „Wenn das Kriterium der Rückholbarkeit greift, hat sich Salz als Endlagermedium und damit der Standort Gorleben ohnehin erledigt.“

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) kritisiert, dass McAllister in dem Gespräch darauf beharrt, dass Gorleben dennoch Teil einer neuen Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sein müsse.

“Welchen Sinn macht das?”, fragt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.” Entweder hat sich Gorleben ohnehin erledigt, dann könne endlich eine nicht vorbelastete offene Debatte beginnen, hält die BI dem niedersächsischen Landeschef vor. “Oder alle Verhandlungsführer – mit Ausnahme der Linken – halten sich in Sachen Gorleben lauter Hintertürchen auf.”

Auch fachlich sei die McAllister- Aussage unausgereift. Die “Rückholbarkeit” von Atommüll sei nach dem Asse II – und Morsleben-Desaster natürlich eine ernst zu nehmende Variante der Atommülllagerung. Doch dann müsse eine Deponie rund 500 Jahr offen gehalten werden. Geologen plädierten hingegen für die “Bergbarkeit” der Abfälle, doch auch dann sei Salzgestein eine denkbar schlechte Option, weil das Salz kriecht. Die Schwierigkeit, wie in der Asse II, wegen der Konvergenzen eine Atommüllkammer wieder zu finden, müsse ein Alarmsignal sein, so Ehmke. “Wir erwarten eine klare Distanzierung von der Salzlinie.”

BI Umweltschutz fordert Altmaier zu Kurskorrektur auf

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  29.11.12

Wie geht es weiter in Gorleben?

Bis zum morgigen Tag soll das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beim niedersächsischen Landesbergamt einen neuen Antrag stellen, wie in Gorleben ab dem 1. Januar 2013 verfahren werden soll. Der Rahmen- und Hauptbetriebsplan für das sogenannte Erkundungsbergwerk ist bis zum 31.Dezember 2012 befristet, darauf verweist die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Derzeit ruhen die Erkundungsarbeiten, weil Klagen den Weiterausbau solange stoppen, bis ein Sofortvollzug seitens des BfS angeordnet würde.

“Die Hängepartie um Gorleben muss beendet werden”, appelliert die BI an den Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), in dessen Auftrag das Bundesamt agiert. Wochenlang hat Altmaier das BfS selbst genarrt und keine Vorgaben gemacht, wie ab 1. Januar zu verfahren sei. Morgen nun will Altmaier nach BI-Informationen in Berlin vor die Bundespresse gehen.

“Das Herumgewurstel muss ein Ende haben, wir erwarten von Altmaier einen klaren Bau- und Erkundungsstopp für Gorleben und die Aufgabe der Salzlinie, wie es inzwischen sogar vom niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister gefordert wird”, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Mit Blick auf die besorgten Bergleute sagte Ehmke, ein Rückbau sichere Arbeitsplätze für viele Jahre, und der Rückbau sei die notwendige Konsequenz aus 35 Jahren Lug und Trug um Gorleben.

BI Umweltschutz kritisiert die Troika Altmaier, Gabriel und Trittin

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  27.11.12

Treffen zwischen Gabriel und Altmaier zu Endlager

BI kritisiert die Troika Altmaier, Gabriel und Trittin

Den Gorleben-Gegnern schwant nichts Gutes. Denn im Streit um die Stellung Gorlebens bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager gibt es nach Presseberichten Bewegung: SPD-Chef Sigmar Gabriel traf sich am Donnerstag vergangener Woche mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), um den weiteren Fahrplan abzustecken, berichtete die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (Freitagsausgabe). Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte zuvor kritisiert, dass sich auch die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Jürgen Trittin nicht klar von der Lügengeschichte um Gorleben distanziert hätten und den Standort “als Verhandlungsmasse” betrachteten, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Nun droht auch noch der niedersächsische SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil von Gabriel düpiert zu werden, denn Weil hatte dieser Tage ein Festhalten an Gorleben noch einmal kategorisch ausgeschlossen.

“Die Troika Altmaier, Gabriel und Trittin ist völlig beratungsresistent, statt die interessierte Öffentlichkeit in die Debatte einzubeziehen, strickt sie an einem Modell, das zutiefst von Wahlkampfüberlegungen geprägt ist”, sagte Ehmke. Die Gorleben-Gegner fordern hingegen, die Atommülldebatte und die Frage, was mit dem Strahlenmüll zu tun ist, von unabhängigen Wissenschaftlern und Persönlichkeiten bei gleichzeitiger Kontrolle durch die Zivilgesellschaft führen bzw. entscheiden zu lassen.

“Die Politik hat in dieser Frage 35 Jahre lang versagt. Bei einer Parteienabsprache mit Gorleben im Topf ist das Scheitern des viel gepriesenen Neubeginns bei der Endlagersuche wieder vorprogrammiert”, ergänzt der BI-Vorsitzende Martin Donat.

BI Umweltschutz fordert Transporte-Stopp und Aufgabe der PKA

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung  22.11.12

Weiter Streit um die Grenzwertüberschreitungen in Gorleben

“Es darf doch vor den Toren des Zwischenlagers demonstriert werden” – diese gemeinsame Fazit zogen die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), Betreiberin des Abfalllagers für schwach- und mittelaktive Abfälle, des Transportbehälterlagers und der Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben. Damit hörten die Gemeinsamkeiten bei einer “Premiere” auch schon auf, denn erstmalig debattierten Wolfgang Kallen von der Fachgruppe Radioaktivität der BI und der Strahlenschutzbeauftragte der GNS, Hartmut Schulze, öffentlich um die Frage, ob in Gorleben mit der Einlagerung der Castor-Behälter im Jahr 2011 der Grenzwert von 0,3 Millisievert im Jahr überschritten wurde.

Über 60 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten der Debatte am Mittwochabend im “Ratskeller” Lüchow, die vom NDR-Journalisten Karsten Schulz moderiert wurde. Dem war ein Novum vorausgegangen: Die BI-Experten haben nicht nur die Messergebnisse der GNS nachgerechnet, sie haben gemeinsam mit der GNS am 13. August 2012 auch auf dem Betriebsgelände gemessen und versucht, die Differenzen zu klären, nachdem im Vorfeld des 13. Castor-Transports im vergangenen Jahr der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) davor warnte, mit der Atommüllfuhre könnte der Grenzwert überschritten werden.

Seit der öffentlichen Auseinandersetzung um die Strahlenwerte hat sich einiges in Gorleben getan: Es wurden neue Messstellen eingerichtet und auch der ungünstige Punkt für die Strahlung wurde justiert. “Ohne die Kritik aus den Reihen der Atomkraftgegner hätte sich nichts bewegt”, befand Martin Donat, der BI-Vorsitzende. Übereinstimmend sagen jetzt BI und GNS, dass am Zaun des Betriebsgeländes, also auch vor dem Tor des Zwischenlagers, keine erhöhte Aktivität zu messen sei, mit einer großen und entscheidenden Ausnahme: In nördlicher Richtung der Castor-Halle gibt es die kritische Ecke, dort würde die Strahlung sehr wohl den Grenzwert überschritten, so Wolfang Kallen (BI), und zwar in 2,5 Meter Höhe. Die GNS kontert, sie dürfe laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt wegen eines Schotterwegs hinter dem Wall, vom dem auch Strahlung ausgeht, die Gammawerte mit dem Faktor Null einsetzen und erfülle
dadurch die Genehmigungsauflagen, die GNS misst dort in 1 Meter Höhe.

Kallen hält den GNS-Fachleuten hingegen deren eigenen Messergebnisse und Rechenmethoden vor und kommt auf eine Jahresdosis von 0,333 mSV im Jahr 2008 und 0,329 mSV im Jahr 2011, selbst bei einer sehr konservativen Betrachtung sei der Grenzwert überschritten. Im Übrigen bleibt die Fachgruppe dabei, dass seit 2004 nur noch eingelagert werden konnte, weil ein zu hoher Strahlen-”Hintergrundswert” abgezogen wurde.

Der Widerspruch war am Ende in der Debatte nicht aufzuklären, die Kontrahenten verabredeten, sich die Zahlenreihen noch einmal anzusehen. Grundsätzliche Kritik gab es in der “Publikumsrunde”. Die Castor-Halle ist für 420 Stellplätze ausgelegt und jetzt mit 113 Behältern belegt, doch schon sei die Strahlenbelastung am Anschlag oder drüber. Außerdem sei ein heißer Betrieb der PKA, in der Lagerbehälter geöffnet werden sollen, um hochradioaktive Abfälle umzupacken und möglicherweise auch zu zersägen, noch lange nicht vom Tisch. “Wie konnte nur die Genehmigung für alle diese Anlagen erteilt werden?” fragte die BI. Ihr Sprecher Wolfgang Ehmke fordert das Ende der Atommüllfuhren:”Es darf nichts mehr rein und nichts mehr heraus, und die PKA darf niemals den Betrieb aufnehmen.”