Archive for September, 2009
Bürgerbegehren in Neustadt: Zustimmung zu Solarparks gute Entscheidung
0Zum Ausgang des Bürgerbegehrens in Neustadt erklären der bisherige Bundestagskandidat der Partei DIE LINKE, Uwe Hiksch und die bisherige Europakandidatin, Dr. Martina Tiedens:
Zustimmung zu Solarparks gute Entscheidung
Es ist eine wichtige Entscheidung, dass sich die deutliche Mehrheit der Neustädter Bürger für den Bau der beiden Solarparks auf dem Gebiet der Stadt Neustadt entschieden haben. Mit den beiden Anlagen wird ein wichtiger Beitrag für eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Atomenergie und ohne den Neubau von Großkraftwerken auf fossiler Energiebasis geleistet. Es ist ein großartiger Erfolg, dass sich 73,8 Prozent der Wahlberechtigten für das Ratsbegehren und damit für den Bau der Solarparks ausgesprochen haben.
Natürlich wissen auch wir LINKEN, dass der Bau von Energieerzeugungsanlagen – auch wenn es sich um umweltfreundliche Energietechnik handelt – immer auch einen Eingriff in Natur- und Landschaftsbild darstellen. Gleichzeitig jedoch hält es DIE LINKE für wichtig, dass in einem hochentwickelten Industrieland wie Deutschland, Alternativen zur bisherigen umweltzerstörenden Großkrafttechnologie gefördert werden.
Auch in Zukunft wird sich DIE LINKE offensiv für die Förderung regenerativer Energieerzeugungsanlagen einsetzen. Für die Zukunft wird DIE LINKE in der Region ein Energiesymposium planen, in dem sie Befürwortern und Gegnern solcher regenerativer Anlagen zur Diskussion einladen wird. Dabei werden Windkraft und Solarparks als Alternative diskutiert werden.
Grosser Erfolg für die LINKEN im Wahlkreis Coburg/Kronach
0Mit dem Ergebnis für die Bundestagswahl 2009 hat sich die Situation im Wahlkreis Coburg/Kronach deutlich verändert:
Die LINKE hat in den drei selbständigen Kreisen bzw. Kreisfreien Städten folgende Gesamtergebnisse erzielt:
- Landkreis Kronach 6,45 %
- Landkreis Coburg 7,30 %
- Stadt Coburg 7,75 %
Dabei hat es sich als richtig erwiesen, dass wir in unserer Wahlkampfarbeit drei Schwerpunkte gesetzt haben:
- Intensive Betreuung der ehemaligen SPD-Hochburgen.
- Intensive Betreuung der Stadtteile und Gemeinden mit sehr schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen.
- Aktive Werbung für die Erst- und Zweitstimme als Paket, um eine personelle und parteiliche Alternative zu den anderen Parteien anzubieten.
So ist es uns in der Stadt Coburg auch gelungen in den Bereichen der Heiligkreuzschule, Jean-Paul-Schule, dem Heimatring, Ketschendorf und Wüstenahhorn Ergebnisse mit zum Teil bis zu 13 Prozent zu erreichen.
Im Landkreis Coburg sind uns in Dörfles-Esbach (10.07 %), Weidhausen (10,31 %), Neustadt bei Coburg (8,05 %) und Rödental (8,25 %) sehr gute Ergebnisse gelungen.
Im Landkreis Kronach sind unsere bisherigen Hochburgen Nordhalben (12,16 %) und Teuschnitz (8,05 %) weiter ausgebaut worden und mit Küps (8,5 %) und Weißenbrunn (7,5 %), Marktrodach (7,11 %) und Mitwitz (7,35 %) haben wir vier weitere Städte mit sehr guten Ergebnissen hinzugewonnen.
In den nächsten Monaten werden wir uns mit konkreten kommunalen und regionalen Antworten auf die Probleme der Menschen in den Landkreisen als LINKE regional weiter verankern und uns auch als Alternative für die Kommunalwahlen anbieten.
Uwe
Jetzt geht es um den nächsten Schritt: Kommunale Verankerung
0Der Bericht in der Neuen Presse zum Ausgang der Bundestagswahlen 2009 ist ein guter Ausblick für unsere Arbeit in der Zukunft:
Für die LINKEN wird es in den nächsten Monaten und Jahren vor allem darum gehen, mehr als bisher kommunale Kompetenz an sich zu binden und zu den wichtigsten regionalen Themen klar Stellung zu beziehen. Hierfür wird die intensive Zusammenarbeit mit den Sozialverbänden, Initiativen und Gewerkschaften eine wichtige Voraussetzung sein.
In den nächsten Monaten werden wir uns vor allem dafür einsetzen, dass die Privatisierung im Gesundheitswesen beendet wird und so weit als möglich rückgängig gemacht wird. Auch werden wir uns aktiv in die Förderung der regenerativen Energieerzeugung einbringen.
Uwe
Erfolgreicher letzter Tag
0Auch heute haben wir noch einmal mehr als 3000 Flyer in Coburg, Weidach, Weitramsdorf und Ahorn gesteckt. Nun sind wir mit den Steckaktionen durch und haben fast flächendeckend im Wahlkreis Coburg/Kronach die Dörfer und Städte mit unseren Wahlkampfmaterial erreicht.
Nun hoffen wir auf ein gutes Ergebnis.
Uwe
Wahlkampf in Coburg und Kronach auf vollen Touren
0Das Wahlkampfteam des Kreisverbandes Kronach und die Aktiven aus dem Kreisverband Coburg, aber auch die Mithelfenden aus den verschiedenen Regionen waren mehr als aktiv.
Innerhalb der letzten drei Wochen haben wir im Wahlkreis über 85 000 Flugblätter verteilt.
Dabei waren:
- 44 000 Personenfolder
- 25 000 Wahlkampfzeitungen
- 12 500 BürgerInnenbriefe
- 5000 Kurzwahlprogramme
Darüberhinaus wurden Info-Stände, Plakatierungsaktionen und Veranstaltungen durchgeführt.
Nun hoffen wir alle, dass es am Sonntag durch viele Stimmen belohnt wird.
Uwe
Einzäunung des Plötzensees
0Seit vielen Jahrzehnten ist der Plötzensee einer der beliebtesten Badeseen im Norden von Berlin. Immer war es so, dass Berlinerinnen und Berliner auch außerhalb des Strandbades in den Plötzensee zum Baden gingen. Gerade auch im nördlichen Teil des Sees, in dem sich die Nudisten treffen, ist das kurze Bad im See seit Jahrzehnten Tradition. Dies solle, wenn es nach dem Bezirksamt Mitte geht, nun vorbei sein.
Um den Plötzensee wurde ein grüner, 1,20 Meter hoher Gitterzaun aus Stahl aufgestellt, der verhindern soll, dass Badende weiterhin in den See springen können. Offizielle Argumentation des Umweltamtes ist, dass die Uferzonen geschützt werden müssen. Für DIE LINKE im Wedding ist diese Argumentation nicht einsichtig. Es wäre kein Problem, einen schmalen Einstieg für die Badenden von fünf bis zehn Metern vorzusehen, bei dem es den Badenden weiterhin möglich ist, ihrer Freizeitbetätigung nachzukommen.
Für DIE LINKE hat es den Eindruck, dass versucht werden soll, alle Erholungsuchenden, die im Plötzensee baden wollen, zu zwingen, an den Kassen des Strandbades Plötzensee zu bezahlen. DIE LINKE unterstützt die Initiative der Badenden, dass der See weiterhin für Badende auch außerhalb des Strandbades an einigen Stellen offen bleiben muss und freut sich, dass die Initiative bereits über 450 Unterschriften gegen diese Schikane des Bezirksamtes gesammelt hat.
Uwe Hiksch, DIE LINKE im Wedding
Nein zu Kürzungen im Bezirk Mitte
0Die neue Uffn Wedding – die Kiezzeitung des Linkstreff für den Wedding – ist erschienen. Darin findet sich auch ein Artikel von mir:
Viele in der LINKEN im Wedding kommen sich vor wie in einem schlechten Film. Es werden Sozialstrukturatlanten, kiezbezogene Studien oder aber auch die neue Umgestaltung der Müllerstraße vorgestellt, in denen immer wieder betont wird, dass sich der Wedding auf einem schwierigen Weg befindet.
Große Teile im Wedding stehen strukturell und sozial äußerst problematisch da, die Kinder im Kiez haben immer schlechtere Einstiegschancen in ein späteres Berufsleben.
In allen diesen Untersuchungen wird immer wieder betont, dass für den Wedding konkret etwas getan, Infrastruktur auf- und ausgebaut werden muss und neue Einrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft angesiedelt werden müssen, damit sich der Kiez weiterentwickeln kann.
Und nun das! Der Bezirk gibt bekannt, dass er 25 Millionen Euro sparen muss und deshalb Jugendclubs, freie Träger, Spielplätze und Parks weniger Geld bekommen sollen, Bibliotheken, Seniorenfreizeitstätten, Kultureinrichtungen und selbst der Umweltladen geschlossen werden oder ihr Programm so weit einschränken müssen, dass nur noch ein Schatten der ehemaligen Einrichtung zurück bleibt.
Dem wird sich DIE LINKE im Wedding mit aller Wucht entgegenstellen. Wir werden in der Partei dafür streiten, dass sich dieser Sparwahnsinn im Bezirk nicht austoben kann. Werden die angedachten Pläne so umgesetzt, wird der Wedding um viele Jahre zurückgeschmissen – die Menschen im Wedding noch mehr als bisher alleine gelassen. Wenn das Bezirksamt in diesem Zusammenhang von „straffen und stärken“ redet, ist dies blanker Zynismus und eine bewusste Verarschung der Menschen im Wedding.
Es ist geradezu erbärmlich, dass durch die Einsparung des Bezirkes von 16.500 Euro eine solch etablierte und wichtige Einrichtung wie der Umweltladen in der Seestr. 49 von der Schließung bedroht ist. Mit seinen Ausstellungen und Initiativen hat er eine wichtige Funktion für die Umweltbildung im Wedding und ganzen Bezirk wahrgenommen.
Energieberatung, Beratung über ökologisches Renovieren oder Themen wie Lärm und Elektrosmog sind gerade für die Entwicklungsperspektiven einer großstädtischen Region eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Perspektive. Wer solche Themen nicht mehr für wichtig hält, wer die Umweltbildung vernachlässigt, wird die Folgen für die Region in wenigen Jahren mit mehrfachen Aufwand tragen müssen.
Gesundheit, Wohlbefinden und auch die alltägliche Leistungsfähigkeit sind heute maßgeblich von nachhaltigen Entwicklungsperspektiven abhängig. Diese werden jedoch derzeit durch die falsche Politik des Bezirks gefährdet.
Das gleiche gilt für die Seniorenfreizeitstätten. In einer älter werdenden Gesellschaft ist es von essentieller Notwendigkeit, dass Menschen mit ihren Erfahrungen abgeholt und ihr Engagement oder ihr Interesse aktiv eingebunden und gewürdigt wird. Wenn Einrichtungen für Senioren zerstört werden, ist dies ein sozial- und gesellschaftspolitischer Skandal.
Auch im Jugendbereich werden die Kürzungen im Wedding schlimm sein. So soll der Schillertreff geschlossen und eine Personalreduzierung in der JFE Edinburger Strasse vorgenommen erden. Das Haus der Jugend soll an einen freien Träger gegeben werden und um zwei Erzieherstellen reduziert werden. Das Telux soll ebenfalls aus kommunaler Hand an einen freien Träger gegeben werden. Damit verbunden ist die Reduzierung der Personalkosten um eine Leiterinnenstelle. Durch diese Kürzung wird es zu einer deutlichen Reduktion der vorhandenen Angebots- und Betreuungsleistung kommen. Die Projekte Palästina-Jugendclub und AWO-LeLeKi sollen komplett gestrichen werden.
Eine Horrorliste, die nicht vertretbar ist.
DIE LINKE im Wedding wird sich in den nächsten Monaten aktiv am Widerstand gegen die sozialen Kürzungen beteiligen. Wir werden uns allen entgegenstellen, die unseren Bezirk sozial und infrastrukturell ausdünnen wollen.
Wir kämpfen um unseren Wedding!
Uwe Hiksch, DIE LINKE im Wedding
Ku’damm des Nordens
0Über die Müllerstraße gibt es zwei völlig verschiedene Ansichten: Die einen mögen sie als günstige Einkaufsstraße mit vielen Geschäften für den kleinen Geldbeutel. In der Müllerstraße bekommt man alles für den täglichen Bedarf und hat viele Möglichkeiten, Produkte auch aus anderen Ländern zu kaufen. Die anderen vermissen den „Ku’damm des Nordens“, die Einkaufsstraße für den Bedarf der Facharbeiterschaft mit etwas gehoben Ansprüchen.
Die Müllerstraße ist heute – wie einst – die Einkaufsstraße für unseren Kiez; einem Kiez, in dem in den letzten Jahrzehnten immer mehr Einwohner leben, die wenig Geld besitzen, die arbeitslos sind, Hartz IV beziehen oder Teilzeit arbeiten müssen. Dadurch haben sich auch die Möglichkeiten zum Geldausgeben deutlich verändert. Dieser Veränderung hat die Entwicklung der Müllerstraße Rechnung getragen. Wo es keine Reichen gibt, braucht ein Kiez auch keine teuren Geschäfte. Wo es wenig Vermögen gibt, kauft auch keiner Luxusgüter.
Die Müllerstraße ist mit etwa drei Kilometer Länge eine der längsten Einkaufsstraßen Berlins. Gleichzeitig ist sie eine Durchgangstraße mit sehr hohem Autoverkehr. In der Straße gibt es viele Passanten, aber ein sehr geringes Kaufkraftniveau. Dadurch findet man in der Müllerstraße auch zahlreiche Niedrigpreisgeschäfte. Das neue Sanierungsgebiet Müllerstraße reicht von der Transvaalstraße im Norden bis zur Fennstraße im Süden. Die Gesamtkosten für die Sanierung sollen etwa 11 Millionen Euro betragen. Die Sanierungsarbeiten sollen 2009 begonnen und bis 2015 abgeschlossen werden.
Die Planer beschreiben das Leitbild für diese Maßnahmen so: „Die Müllerstraße als „Zentrum des Wedding wieder zu entdecken, sie von Überholtem zu befreien und ihre Qualitäten sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für Besucher wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.“ Dabei sollen für den Bereich „Leuchttürme“ entwickelt werden. Deren Namen dafür sind: „Rathausplatz – Informationsplattform mit Aufenthaltsqualität“, „Leopoldplatz – Geschichte trifft kulturelle Vielfalt“ oder „Modernes Outfit für die Müllerstraße“.
Ziel der Sanierung soll die Entwicklung und Belebung der Müllerstraße sein. Damit sollen die Ursachen für den hohen Leerstand an Wohnungen beseitigt werden und das Wohnungsangebot aufgewertet werden. Auch soll es eine „Qualifizierung und Verbesserung der Vernetzung der öffentlichen Freiräume“ geben.
Am Rathausplatz geht es um eine bauliche Erweiterung der Bibliothek, eine Aufwertung des Rathauses und eine Umgestaltung des Platzes. Der Leopoldplatz soll neu gestaltet werden. Hierbei sollen eine bessere Integration und zusätzliche Nutzungen für die Nazarethkirche, eine transportable Open-Air-Galerie und ein neues Marktkonzept entstehen. In der nördlichen Müllerstraße soll gemeinsam mit den Betreibern und Eigentümern der Markthalle eine grundlegende Renovierung der Müllerhalle stattfinden, im Süden um den Bahnhof Wedding ein Wettbewerb zur Gestaltung des Umfeldes durchgeführt werden und gleichzeitig soll durch eine Modernisierung der Fassaden in der Müllerstraße und einer Weiterentwicklung des Doppelplatzes Rathausplatz/Leopoldplatz das Gebiet aufgewertet werden.
Das alles klingt gut und ist auch zu unterstützen. Gleichzeitig ist aber einzuwenden, dass „ohne Moos nichts los“ sein wird. Der Wedding braucht eine attraktive Einkaufsstraße, die den Bedürfnissen der Weddinger gerecht wird. Gleichzeitig geht es hier im Wedding vor allem auch um bessere Einkommen für die im Wedding Lebenden. Neue Geschäfte, neue Produkte und neue Dienstleistungen lassen sich nicht alleine durch Sanierung ansiedeln. Dafür braucht es eine höhere Kaufkraft der Bewohnerinnen und Bewohner. Deshalb setzt sich DIE LINKE im Wedding für gesetzlich garantierte Mindestlöhne von mindestens 10 Euro pro Stunde ein, fordert einen Mindestsatz von 500 Euro pro Monat für die Bezieher von staatlichen Leistungen und kämpft für die Rechte der Menschen mit Migrationshintergrund.
DIE LINKE im Wedding begrüßt die Weiterentwicklung der Müllerstraße, erwartet aber gleichzeitig, dass sie sich an den Bedürfnissen der Menschen des Kiezes orientiert. Der Wedding braucht keine Bevormundung durch gutverdienende Planer und Gelehrte, die von außen festlegen, was dem Wedding angeblich fehlt.
Uwe Hiksch, DIE LINKE im Wedding
(aus Uffn Wedding, Juni 2009)
Bedarfsorientierte Mindestsicherung oder bedingungsloses Grundeinkommen?
0Bei Abgeordnetenwatch habe ich folgende Frage bekommen:
Sehr geehrter Herr Hiksch,
wie sehen Sie die Chancen, in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen und was halten Sie persönlich davon.
Als Antwort dazu habe ich ausgeführt:
Seit vielen Jahren findet in der Politik eine intensive Diskussion über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens statt. Häufig stehen sich dabei die Befürworter der bedarfsorientierten Grundsicherung und des bedingungslosen Grundeinkommens sehr feindlich gegenüber. Dies ist meines Erachtens ein Problem. Zurzeit müssen wir feststellen, dass aufgrund der neoliberalen Politik weder die Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens noch die Befürworter einer bedarfsorientierten Grundsicherung eine politische Mehrheit stellen können und eine dieser beiden Forderungen durchsetzen können.
Auch aus diesem Grund sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt die Notwendigkeit, dass beide politischen Überzeugungen gemeinsam für eine Mindestsicherung für alle streiten, die die unwürdigen Zustände für Hartz-IV-Betroffenen schnellstens beenden.
Für eine politisch fortschrittliche Kraft gibt es meines Erachtens vier wichtige Punkte die bei der Durchsetzung einer Mindestabsicherung beachtet werden müssen:
- Alle Modelle müssen von einer sanktionsfreien Absicherung ausgehen, da dass soziale Sicherung ein Grundrecht für die Menschen, ja ein Menschenrecht ist, das nicht mit Sanktionen belegt werden darf.
- Auch die Befürworter einer bedarfsorientierten Grundsicherung, die weiterhin von der Zentralität der Erwerbsarbeit ausgehen, müssen sich in ihren theoretischen Diskursen davon lösen, dass die Zentralität der Erwerbsarbeit mit einem „Erwerbszwang“ verbunden werden darf. Vielmehr sollte im Rahmen der Freiheit von Lebensentwürfen auch akzeptiert werden, dass sich bei Menschen Lebensentwürfe durchsetzen können, die nicht mehr von der Zentralität der Erwerbsarbeit ausgehen.
- Bei allen Modellen sollte weiterhin die Forderung nach Vollbeschäftigung für alle Menschen die Arbeiten wollen aufrechterhalten werden. Menschen haben ein Recht auf Arbeit und jegliche fortschrittliche Politik muss so ausgerichtet werden, dass dieses Recht auf Arbeit nicht durch Abschieben eines Teils der Menschen in die Transferzahlung ausgehöhlt werden kann.
- Alle Modelle müssen so angelegt werden, dass sie gerade die strukturelle Benachteiligung von Frauen nicht weiter verfestigen oder Frauen in den Haushalt zurückdrängen. Vielmehr müssen sie die Gleichstellung von Männern und Frauen in Gesellschaft und im Erwerbsleben als Teil der sozialen Sicherheit durch die Förderung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern.
Die LINKE hat sich dafür entschieden, sich für eine bedarfsdeckende und sanktionsfreie Mindestsicherung einzusetzen. Dabei hat DIE LINKE in Ihrem Wahlprogramm deutlich gemacht, dass sie für folgende Forderung eintritt:
Hartz IV durch eine bedarfsdeckende und sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzen, die Armut tatsächlich verhindert und die Bürgerrechte der Betroffenen achtet:
- Anspruch für alle in der Bundesrepublik lebenden Menschen, die über kein ausreichendes Einkommen und Vermögen verfügen, um ihren Mindestbedarf zu decken;
- DIE LINKE unterstützt den Kampf der Gewerkschaften und Sozialverbände im „Bündnis soziales Deutschland“ für eine sofortige Anhebung der Regelsätze für Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfänger. Wir fordern für die nächste Wahlperiode die Anhebung auf 500 Euro. Danach soll der Regelsatz Jahr für Jahr zumindest in dem Maße wachsen, wie die Lebenshaltungskosten steigen. Perspektivisch setzen wir auf die Einführung einer bedarfsdeckenden und sanktionsfreien Mindestsicherung;
- nachweisbare Sonderbedarfe werden zusätzlich übernommen;
- das Kindergeld ist anrechnungsfrei;
- Abschaffung des Sanktionsparagraphen 31 im SGB II;
- angemessene Wohnkosten in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen ersetzen (Maßstab Wohnfläche: Kriterien sozialer Wohnungsbau, Maßstab Miete: Mittelwert der ortsüblichen Vergleichsmiete, Bruttowarmmiete); ein Umzug – frühestens nach einem Jahr Übergangsfrist – ist unzumutbar, wenn er eine soziale Härte darstellt oder die Kommune keine angemessene Ersatzwohnung nachweisen kann;
- die Schnüffelpraxis der Wohnungsbesuche einstellen;
- die U25-Regelung ersatzlos streichen;
- die Bedarfsgemeinschaft abschaffen, das Individualprinzip auf der Basis der gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen einführen;
- die Vermögensfreigrenzen auf 20.000 Euro pro Person heraufsetzen und das Schonvermögen für die Altersvorsorge auf 700 Euro pro Lebensjahr anheben;
- das Rückgriffsrecht des Staates gegenüber den Erben von Grundsicherungsbezieherinnen und -beziehern (§ 35 SGB II) abschaffen.
Zusammenfassend möchte ich Ihre Eingangsfrage so beantworten, dass ich immer ein Anhänger einer bedarfsorientierten Grundsicherung war, da ich für eine emanzipierte, fortschrittliche Gesellschaftsentwicklung die Zentralität der Erwerbsarbeit für eine wichtige Grundlage halte. Diese Zentralität der Erwerbsarbeit, steht bei einer Reihe von Modellen des bedingungslosen Grundeinkommen, die vor allem aus dem liberalen und konservativen Diskurs kommen, infrage.
Gleichzeitig bin ich immer allen Debatten, welche die Sanktionsfreiheit und alle Debatten über einen vermeintlichen Arbeitszwang forcieren entgegengetreten.
Ich hoffe mit dieser Antwort Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Uwe Hiksch
Neue NaturFreundIn erschienen
0In der Ausgabe 3-2009
Von der Walz bis all-inclusive
Wohin das Reisen führen kann, zeigt die Septemberausgabe der NATURFREUNDiN: zum gegenseitigen Verständnis, zum interkulturellen Austausch, zum Internationalismus und damit zum Gegenmodell des Nationalismus. Der Generalsekretär der Naturfreunde Internationale spannt in seinem Essay einen Bogen von der Gründung der Naturfreunde-Bewegung in Wien über die Walzbrüder und die Anfänge des Massentourismus bis zu aktuellen Beziehungen zwischen afrikanischen und europäischen Naturfreunden, die zu echten Partnerschaften zwischen Bereisten und Reisenden geführt haben. Seine These ist: Erst in einem Verständnis gemeinsamer Betroffenheit globaler Herausforderungen kann man sich mit den Lebenssituationen anderer Länder und Menschen wirklich ernsthaft und gleichwertig beschäftigen. Die NATURFREUNDiN lädt herzlich ein zur Diskussion.
Und sie präsentiert die große Erfolgsgeschichte der Naturfreunde in Afrika – allerdings mit fadem Beigeschmack. Denn für unsere afrikanischen Freunde ist Europa eine nur äußerst schwierig zu betretende Festung. Internationale Völkerverständigung suchte auch die deutsche NaturFreunde Expedition im Himalaya und fand Karma und Kameradschaft. Lesen Sie mehr darüber in der Septemberausgabe der NATURFREUNDiN.
Themen: Schwerpunkt zur Bundestagswahl, invasive Arten, Anti-Atom-Kampagne
Kurz vor der Bundestagswahl ruft Michael Müller, der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands eindringlich dazu auf, wieder mehr Demokratie zu wagen und nicht nur zur Wahl zu gehen, sondern sich auch wieder verstärkt in die Politik einzumischen. Denn die Macht der Herrschenden ist immer auch die Ohnmacht der Beherrschten. Die flotten Gelddealer konnten die Weltwirtschaft in eine globale Krise führen, weil ihnen das Feld von der Politik und den Nichtwählern überlassen wurde. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wieder das sein, was sie in der Demokratie sein sollten: der Souverän. Als Hilfe zur Wahl präsentiert die NATURFREUNDiN auf zwei Seiten die Lösungsvorschläge der Parteien zur Finanzkrise und zum Umweltschutz. Und sie ruft nochmals zur Teilnahme an der bundesweiten Anti-Atom-Demo am 5. September in Berlin auf. Denn mit der Bundestagswahl wird auch über den künftigen Atomkurs Deutschlands abgestimmt. Gehen Sie zur Wahl und lesen Sie vorher die Septemberausgabe der NATURFREUNDiN.
NaturFreunde aktiv: Nordic Walking, Sanfter Tourismus, Flusslandschaft, Natura Trails, GPS
NaturFreunde sind nicht nur aktiv in der Natur, sondern bieten auch über 20 qualitativ hochwertige Ausbildungslehrgänge im Natursport an, zum Beispiel: Nordic Walking. Die NATURFREUNDiN erklärt die Ursprünge und Vorteile dieses Sports und listet die nächsten Ausbildungstermine und wichtige Kontaktadressen für Interessierte. Auf dem Hermannsweg im Teutoburger Wald kann man mit oder ohne Stöcken hervorragend wandern. Mehrere Naturfreundehäuser liegen direkt an der Route und laden zur Übernachtung und zum Austausch ein. Eine Doppelseite präsentiert alle Naturfreundehäuser am Hermannsweg mit Foto und Adressen. Und die NATURFREUNDiN berichtet auch über aktuelle Aktivitäten an der Nette, der NaturFreunde-Flusslandschaft des Jahres, neueste Natura Trails und wie sich die Navigation mit GPS-Geräten für die ehrenamtliche Arbeit der NaturFreunde nutzen ließe. Die beiden historischen Rubriken geben in dieser Ausgabe Einblicke in ein 60-jähriges NaturFreunde-Leben und die Umweltbewegung der DDR kurz vor der Wende, mehr dazu in der Septemberausgabe der NATURFREUNDiN.