Archive for Februar, 2010

Die Mandarinen und Oliven fallen nicht vom Himmel

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An diesem Tag, dem 31. Januar 2010, haben wir uns getroffen, um die Versammlung der afrikanischen Arbeiter von Rosarno in Rom zu bilden.

Wir sind die Arbeiter, die gezwungen wurden, Rosarno zu verlassen, nachdem wir unsere Rechte gefordert haben. Wir arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen. Wir lebten in verlassenen Fabrikhallen ohne Wasser und Elektrizität. Unsere Arbeit wurde schlecht bezahlt.

Wir haben unsere Schlafplätze jeden Morgen um 6 Uhr verlassen und sind nicht vor 20 Uhr zurück gekommen für 25 Euro, die nicht immer in unseren Taschen landeten. Manchmal schafften wir es nicht einmal, nach einem Tag harter Arbeit überhaupt bezahlt zu werden.

Wir kehrten mit leeren Händen zurück, die Körper gebeugt vor Müdigkeit. Wir waren seit mehreren Jahren Objekte von Diskriminierungen, Ausbeutung und Belästigungen jeglicher Art.

Wir wurden tagsüber ausgebeutet und nachts gejagt durch die Kinder unserer Ausbeuter.
Wir wurden geschlagen, belästigt, angesehen wie Tiere, … entführt – jemand von uns ist auf  Nimmerwiedersehen verschwunden.

Man hat auf uns geschossen, zum Spiel oder im Interesse von jemandem – wir haben weitergearbeitet.
Mit der Zeit wurden wir leichte Zielscheiben. Wir konnten nicht mehr.

Diejenigen, die nicht durch Schüsse verletzt worden waren, waren in ihrer Würde, in ihrem Stolz, Menschen zu sein, verletzt.

Wir konnten nicht mehr auf eine Hilfe warten, die nie kommen würde, weil wir unsichtbar sind, wir existieren nicht für die Behörden dieses Landes. Wir haben uns sichtbar gemacht, wir sind auf die Straße gegangen, um unsere Existenz hinaus zu schreien.

Die Leute wollten uns nicht sehen. Wie kann jemand, der nicht existiert, demonstrieren?

Die Behörden und die Ordnungskräfte sind gekommen und sie haben uns aus der Stadt deportiert, weil wir nicht mehr in Sicherheit waren. Die Leute aus Rosarno haben sich bereitgemacht, uns zu jagen, zu lynchen, dieses Mal organisiert, in wirklichen Menschenjägergruppen.

Wir wurden eingesperrt in Haftzentren (geschlossenen Lagern) für Einwanderer. Viele sind dort noch, andere sind nach Afrika zurückgekehrt, andere verstreut in einigen Städten des Südens.

Wir, wir sind in Rom. Heute sind wir ohne Arbeit, ohne Schlafplatz, ohne unser Gepäck, unsere Löhne immer noch ungezahlt in den Händen unserer Ausbeuter.

Wir sagen, dass wir Akteure des wirtschaftlichen Lebens dieses Landes sind, dessen Behörden uns weder sehen noch uns hören wollen. Die Mandarinen, die Oliven und die Orangen fallen nicht vom Himmel. Es sind Hände, die sie pflücken.

Wir hatten es geschafft, eine Arbeit zu finden, die wir verloren haben, weil wir ganz einfach gefordert haben, wie Menschen behandelt zu werden. Wir sind nicht als Touristen nach Italien gekommen. Unsere Arbeit und unser Schweiß nützen Italien wie sie auch unseren Familien nützen, die große Hoffnungen in uns gesetzt haben.

Wir verlangen von den Behörden dieses Landes, uns wahrzunehmen und unsere Bitten zu hören:

Wir fordern, dass die humanitäre Aufenthaltserlaubnis, die den 11 in Rosarno verletzten Afrikanern zugestanden wurde, auch uns allen, die wir Opfer von Ausbeutung und unserer irregulären Situation sind, die uns ohne Arbeit lässt, verlassen und vergessen auf der Straße, zugestanden wird.

Wir wollen, dass die Regierung dieses Landes ihre Verantwortung übernimmt und uns die Möglichkeit garantiert, in Würde zu arbeiten.

Die Versammlung der afrikanischen Arbeiter von Rosarno in Rom

Übersetzt und eingestellt bei labournet.de

Zu finden hier

Angriffe im Wedding gegen linke Häuser

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Stellungnahme des Scherer8-Hausprojektes:

“In der heutigen Nacht wurde vor der Haustüre der Scherer8 ein Bus angefackelt, der klar als “Punkerbus” zu erkennen war und zum Glück von NachbarInnen bemerkt und gelöscht wurde. Das ist die dritte Attacke innerhalb von 2 Wochen hier im Wedding und reiht sich nahtlos in die Angrtiffe der letzten Wochen in Berlin und ganz Deutschland ein. Wir sehen dies im Zusammenhang mit dem nun genehmigten Naziaufmarsch in Dresden und sind uns klar darüber, dass wir schleunigst reagieren müssen. Nach Dresden wird’s nicht besser werden. Lasst euch was einfallen und kommt am Donnerstag zum Politischen Cafe in die Scherer um die Gegenwehr zu organisieren. Haben wir auch keinen Bock drauf, aber muss wohl gerade sein. Wir werden heute Abend auch einen Indyartikel schreiben, weil wir die Informationen der bundesweiten Szene nicht vorenthalten möchten.
Passt auf euch auf!”

Wir möchten in diesem Kontext darauf hinweisen, dass so etwas wie eine heiße Phase der vielfach angekündigten “Nazi-Aktionswoche” (Quelle: Alternative Dresden News www.addn.me bzw. http://de.indymedia.org/2010/02/272722.shtml)
stattfinden könnte.
Nachdem im Wedding die Scherer8 sowie die Groni zeitgleich mit den linken Läden in Neukölln und Friedrichshain (Quelle:

http://de.indymedia.org/2010/01/271901.shtml)

angegriffen und mit Nazi-Parolen beschmiert wurden, hat die Nazi-Gewalt mit dem jüngsten Anschlag eine neue “Qualität” erreicht.

Das nächste Polit-Café/offene Treffen mit Schwerpunkt antifaschistische Arbeit im Wedding findet am 11.2. ab 19 Uhr in der Scherer statt und ihr seid herzlich dazu eingeladen.

Haltet wie gesagt die Augen offen.
Es ist mit weiteren Aktionen von Neonazis zu rechnen

aus: Infos zu Mitte gegen Rechts

Erster Einsatz der südamerikanischen Einheitswährung Sucre

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Die Zusammenarbeit zwischen den südamerikanischen ALBA-Staaten geht in eine neue Etappe. Im Handel zwischen Kuba und Venezuela ist erstmals die neue Einheitswährung Sucre eingesetzt worden. Havanna bezahlte für die Lieferung von 360 Tonnen Reis an Venezuela 108.000 Sucre (umgerechnet 97.500 Euro).

Zentralbank-Chef Nelson Merentes sagte, das Geschäft sei “ein neuer Fortschritt im unaufhaltsamen zusammenwachsen der amerikanischen Völker”. Der Sucre wurde als Buchgeld geschaffen um den Handel zwischen den südamerikanischen Staaten ohne Dollars durchführen zu können. Er ist ein Versuch, eine größere Autonomie der Staaten von den USA zu ermöglichen. Der Sucre ist ein reines Buchgeld, Banknoten und Münzen gibt es nicht.

ALBA ist ein Bündnis, dass 2004 geschaffen wurde. In ihm sind vor allem fortschrittliche Staaten aus Südamerika zusammengeschlossen. Dem Zusammenschluss gehören acht Staaten an – neben Venezuela und Kuba sind dies Antigua und Barbuda, Bolivien, Dominica, Ecuador, Nicaragua sowie St. Vincent und die Grenadinen. Honduras trat nach dem Putsch gegen den linkspopulistischen Präsidenten Manuel Zelaya im Januar aus.

Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Haftbedingungen in Rumänien

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Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat sich wieder mit unhaltbaren Zuständen in Gefängnissen in Staaten der EU beschäftigt. So hat er in einer Entscheidung zu den Haftbedingungen in Rumänien ein klares Urteil gefällt. Der Menschengerichtshof hat den Staat Rumänien wegen schlechter Haftbedingungen verurteilt.

In dem Urteil wird ausgeführt, dass die Inhaftierten in Rumänien in unerträglichen Maße unter den Umständen der Haft leiden müssen. Gegen ihre Haftbedingungen hatte eine wegen Korruption zu elf Jahren Haft verurteilte rumänische Beamtin geklagt. Sie hatte sich unter anderem über die Größe ihrer Zelle, die hygienischen Bedingungen und die Verpflegung Klage eingereicht.

In ihrem Urteil werteten die Richter die Umstände in dem Gefängnis als Misshandlung. Es ist zu hoffen, dass durch das Urteil eine Reform eingeleitet wird, die auch die Menschenrechte und menschliche Unterbringung in Haftanstalten in Rumänien voranbringt.

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