Archive for April, 2010
Termine Marxistisches Forum
0Termine Marxistisches Forum
21. Mai 2010
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Saal 1, 15.00 Uhr
„Die Nahostpolitik und das Zusammenspiel zwischen parlamentarischer und außerparlamentarischer Arbeit“
Referent: Norman Paech, Hamburg
18. Juni 2010
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Saal 1, 15.00 Uhr
„Internationalismus, Außen- und Europapolitik im Programmentwurf der Partei DIE LINKE“
Referent: Martin Hantke, IMI Tübingen
16. Juli 2010
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Saal 1, 15.00 Uhr
„Ökonomische Analyse, Wirtschaftspolitik und Eigentumsfrage im Programmentwurf der Partei DIE LINKE“
Referent: Uwe Hiksch
17. September 2010
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Saal 1, 15.00 Uhr
„Außerparlamentarische Arbeit, Oppositions- und Regierungsbeteiligung im Programmentwurf der LINKEN“
Referenten: Sevim Dagdelen, MdB
15.Oktober 2010
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Saal 1, 15.00 Uhr
„Geistige Emanzipation als Element linker Politik – für Glaubensfreiheit, gegen Verteufelung nichtchristlicher Religionen und nichtreligiös weltanschaulicher Überzeugungen, besonders des philosophischen Erbes der Aufklärung“
Referent: Klaus Höpcke
Wir zahlen nicht für eure Krise!
0Wir zahlen nicht für eure Krise!
Gemeinsam gegen Erwerbslosigkeit, Kopfpauschale und Bildungsabbau
Um den Aufruf und die Demonstrationen zu unterstützen bitte eine Mail senden an: info[at]kapitalismuskrise.org
Lediglich eine Woche hat es gedauert, bis die Bundesregierung 500 Mrd. (Bürgschaften, Kredite, Finanzhilfen) für die Banken mobilisiert hat. Eineinhalb Jahre später knallen bei vielen Hedgefonds schon wieder die Champagnerkorken, werden wieder Milliarden-Boni ausgezahlt, sonnt sich die Deutsche Bank in Riesengewinnen und wird massiv gegen Griechenland spekuliert. Kein einziges Gesetz zur Regulierung des Finanzsektors, zur Schließung von Steueroasen oder dem Verbot von hochriskanten Finanzspekulationen wurde verabschiedet. Die Verluste wurden sozialisiert, und die Gewinne können wieder privat angehäuft werden. Die nächste Spekulationsblase baut sich bereits auf.
Wer zahlt die Zeche?
Gleichzeitig müssen Millionen Menschen damit rechnen, dass die größte Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Zahlreiche Betriebe sind von Insolvenz bedroht. Viele Beschäftigte wissen nicht, ob ihr Arbeitsplatz nach dem Auslaufen der Kurzarbeit noch bestehen wird. Die Ausbildungsstellen gehen massiv zurück, und noch weniger Auszubildende werden übernommen. Die Zahl der im Niedriglohn-Sektor Beschäftigten nimmt dramatisch zu, ebenso prekäre Arbeitsverhältnisse. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten kann von ihrem Lohn nicht mehr leben. Die Hoffnung der Erwerbslosen auf einen Arbeitsplatz wird weiter zerstört ? dagegen werden sie von Westerwelle, Sarrazin & Co. zu den Sündenböcken der Misere gemacht.
Privater Reichtum und öffentliche Armut ? Kommunen verarmen
Fast drei Jahrzehnte lang wurde über die Steuerpolitik massiv zu Gunsten der Reichen, Vermögenden und Kapitalbesitzer umverteilt, während die Belastung der Beschäftigten und Rentner/innen gewachsen ist. Leidtragende sind auch die öffentlichen Haushalte, insbesondere die Kommunen. Ihre Einnahmen gehen in der Krise drastisch zurück. Viele Kommunen reagieren auf die Steuereinbrüche und ihre finanzielle Misere mit Personalabbau, Gebührenerhöhung und Abbau der öffentlichen Daseinsvorsorge, zu Lasten der Bürger/innen und der Beschäftigten. Dabei sind die Mängel in der Bildung, im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich und in der Ökologie unübersehbar. Wir brauchen mehr Geld für Bildung, Soziales und Ökologie und eine deutlich bessere Finanzausstattung der Kommunen.
Schwarz/Gelb gibt den Reichen ? und schlägt auf die Gesundheit
Die Politik von Schwarz/Gelb verteilt weiter um, zu Gunsten der Reichen und Erben. Das Wirtschaftsbeschleunigungsgesetz entzieht den Kommunen weitere 1,6 Mrd. Euro. Die Verursacher der Krise bleiben verschont, und für die Zeit nach der NRW-Wahl wird schon jetzt eine Sparpolitik zu Lasten der Mehrheit der Bevölkerung angekündigt. Die Bundesregierung plant eine Gesundheitsreform, bei der ausschließlich die Beschäftigten und Versicherten zu Kasse gebeten werden. Die Kapitalseite wird verschont. Mit der Einführung der Kopfpauschale würde der Manager den gleichen Krankenkassenbeitrag bezahlen wie die Putzfrau. Das wäre die Zerschlagung der Reste des Solidarprinzips im Gesundheitswesen ? so wie schon mit der Pflegeversicherung geschehen.
Nicht auf unserem Rücken!
Die Folgen der Krise sollen wir tragen ? und gleichzeitig mit einer Verschlechterung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen den Aufschwung bezahlen. Die kapitalistische Profitlogik und die massive Umverteilung von Unten nach Oben, die eine wesentliche Ursache für die Krise sind, sollen auch die Basis für den erhofften Aufschwung bilden. Die Wirtschaftsverbände in Deutschland setzen weiter auf die Eroberung der Exportmärkte durch Lohn- und Sozialdumping, zu Lasten der Beschäftigten hier und in den anderen Ländern. Im Verbund mit der Bundesregierung versuchen sie auch allen anderen EU-Ländern einen rabiaten Lohn- und Sozialabbau aufzuzwingen. Wir sind mit unserer Losung ?Wir zahlen nicht für eure Krise? Teil eines europaweiten sozialen Widerstands. Die deutsche Regierung verstärkt den Druck auf andere europäische Länder in einer Politik von Verarmung und Wiederbelebung des Neoliberalismus. Dieses Modell geht nicht nur zu Lasten der Menschen, sondern auch der Ökologie und des Kl imas. Längst hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Ökologie- und Klimakrise verschränkt, Kriege werden verstärkt. Eine Fortsetzung dieses ?Modells? ist nicht im Interesse der Mehrheit der Menschen.
Jetzt auf die Straße gehen!
Gemeinsam können wir uns dagegen organisieren: in den Betrieben, vor den Arbeitsagenturen, an den Unis und Schulen und auf der Straße. Wir wollen Gegenwehr gegen die Politik von Schwarz/Gelb, gegen Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau und Umweltzerstörung stärken. Wir wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung ? gemeinsam können wir eine Bewegung aufbauen!
Beteiligt euch auch an den Klimaprotesten am 5. Juni in Bonn
und den Bildungsstreiks am 9. Juni.
Wir fordern:
* Kein Sparprogramm auf Kosten der Allgemeinheit ? die Verursacher der Krise müssen zahlen!
* Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Oben nach Unten, z.B. durch Erhöhung von Vermögenssteuer und Körperschaftssteuer. Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
* Ausbildungsplätze für alle und unbefristete Übernahme in ein Vollzeitarbeitsverhältnis
* Beschäftigung sichern, Arbeitsplätze schaffen ? statt Massenarbeitslosigkeit Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich (Ziel: 30-Stunden-Woche) und Ausbau der Beschäftigung im sozialen und ökologischen Bereich
* Lohndumping beenden ? gesetzlicher Mindestlohn von 10 Euro die Stunde (lohnsteuerfrei)
* Schluss mit der Hetze gegen Arme und MigrantInnen!
* Statt Hartz IV eine Grundsicherung von 500 Euro Eckregelsatz ohne Repressionen, Abschaffung der Agenda 2010
* Mehr Geld für Bildung, Soziales, Ökologie ? mehr Geld für die Kommunen
* Kostenlose gute Bildung für alle
* Weg mit der Rente mit 67
* Statt Kopfpauschale Einführung der Bürgerversicherung und für ein solidarisches, paritätisch finanziertes Gesundheits- und Pflegesystem
* Finanzsystem regulieren und kontrollieren, Banken vergesellschaften und Spekulationsgeschäfte verbieten
* Krisenbewältigung nicht mit Militärprodukten und Aufrüstung!
Bundesweites Bündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise”
*CCC- Aktionsworkshop: “Jeans unter Beschuss”*
004. bis 05. Juni, Seddiner See bei Potsdam
Einige unserer schicken Jeans im Used-Look werden unter extrem gesundheitsgefährdenden Bedingungen veredelt. Das sogenannte Sandblasting schädigt vor allem die Lungen der ArbeiterInnen, die nicht ausreichend gegen den gefährlichen Staub geschützt sind. INKOTA und die Kampagne für Saubere Kleidung laden zu einem Aktionsworkshop ein, auf dem wir uns über verschiedene Aktionsformen austauschen, mehr über das Thema Sandblasting erfahren und eine kreative Aktion gegen das Verfahren des Sandblastings planen wollen.
Mehr Infos unter www.inkota.de
Anmeldung bis 17. Mai bei INKOTA, Julia Thimm, thimm@inkota.de, Tel.: 030/ 42 08 202 52.
NaturFreunde: Den Finanzmarkt endlich regulieren
0Den Finanzmarkt endlich regulieren
NaturFreunde fordern einen Ratschlag der Vernunft
Berlin, 30. April 2010 – Weil die Politik die Finanzmärkte nicht reguliert, fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller eine gemeinsame Kraftanstrengung aller wichtigen gesellschaftlichen Gruppen. Ein Vorschlag der Vernunft müsse der Bundesregierung Beine machen.
Seit September 2008, seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers, steht fest, dass der Finanzmarkt neu reguliert werden muss. Seit dieser Zeit ist klar, dass sich die Finanzinstitute nicht nur als Herren der Welt aufspielen, sondern sich auch die Politik diesem Einheitsdenken angepasst hat.
Doch statt sich aus diesen Zwängen zu befreien und den Finanzmarkt endlich zu regulieren, doktert die Politik weiter nur an Symptomen herum. Frau Merkel lässt sich von der Bild-Zeitung dirigieren, statt selbst Politik zu machen. Das ist ein eklatantes Versagen.
Die Konsequenzen aus der globalen Finanzkrise werden seit fast zwei Jahren nicht gezogen. Dabei war es 1944, bei der ersten Weltwirtschaftsordnung von Bretton Woods, noch klar, dass ohne eine wirksame internationale Regulierung der Finanzmärkte die Krisen und Konflikte nicht beendet werden können.
Diese Regulierung war zusammen mit dem Wohlfahrtsstaat der Kern der Nachkriegsordnung. Allerdings hatte sie den Geburtsfehler, die Weltwirtschaft an den Dollar zu binden. Das hat solange funktioniert, solange die US-Wirtschaft stabil war. Weil sich Amerika jedoch mit dem Vietnamkrieg massiv verschuldet hatte, kündigte die Regierung dieses System auf und leitete den Finanzkapitalismus ein, der den Interessen der Wall Street entgegenkam. Die politisch Verantwortlichen hießen damals Margret Thatcher und Ronald Reagan.
Doch auch heute passiert wenig. Die Bundeskanzlerin zögert und zaudert, ihr Vizekanzler ist ein Leichtmatrose. Der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschland fordert daher einen Ratschlag der Vernunft, um der Bundesregierung Beine zu machen. Die anhaltende Nicht-Politik muss beendet werden.
Stattdessen müssen jetzt Vertreter aller wichtigen gesellschaftlichen Gruppen zusammenkommen,
um eine gemeinsame Kraftanstrengung einzuleiten. Europa muss nach vorne gehen,
statt nur noch zu reagieren. Nicht dabei sein dürfen die Vertreter der Banken, die in den
Schlamassel geführt haben, und die der Medien, die nur Stimmung machen, ohne ein Konzept
zu haben. Das erste Ziel muss sein, den Einfluss der Banken massiv zurückzudrängen.
Familie Liebl: Abschiebung verhindert – Gesetzesproblem bleibt
0Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
mit Hilfe des gemeinsamen Engagements aus Zivilgesellschaft, Politik und
Medien ist es einerseits gelungen, die Abschiebung von Ginette und Gergi
Liebl zu verhindern sowie andererseits den Berliner Senat zu bewegen,
die Zuständigkeit für die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung von
Bayern zu übernehmen:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-liebls-duerfen-bleiben/
Wir appellieren an den Berliner Senat, sich darüber hinaus für die
Rückkehrmöglichkeit des abgeschobenen Vaters der Familie, Gerson Liebl,
(bspw. im Rahmen einer Familienzusammenführung) einzusetzen und seinen
Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass jegliche Bezüge auch
juristischer Art zur kolonial-rassistischen Gesetzgebung bzw. zur
damaligen Umsetzungspraxis dauerhaft ausgeschlossen werden. Auch an die
Bundesregierung richten wir hiermit die Forderung, endlich die
historische Verantwortung für den deutschen Kolonialismus und seine
Folgen zu übernehmen, den gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu erkennen
und entsprechend aktiv zu werden.
Wir bedanken uns für die breite Unterstützung des Offenen Briefs (Liste
der Unterstützer/innen: www.ber-ev.de/?Aktuelles/liebl).
Mit freundlichen Grüßen
Afrika-Rat Berlin-Brandenburg e. V.
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)
Berliner Flüchtlingsrat e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
VENRO: Entwicklungspolitik muss eigenständig bleiben
0PRESSEMELDUNG
6/2010
NRO fordern Einhaltung des Lissabon-Vertrages
Entwicklungspolitik muss eigenständig bleiben
Bonn, 26. April 2010 – Die europäische Entwicklungspolitik muss ein eigenständiges Politikfeld bleiben und darf nicht von außen- und sicherheitspolitischen Interessen dominiert werden. Dies fordert der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) von den EU-Außenministern, die heute in Luxemburg über den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) beraten.
„Der Lissabon-Vertrag verlangt, dass entwicklungspolitische Strategien sich auf die Armutsbekämpfung ausrichten. Sie dürfen sich nicht an kurzfristigen außenpolitischen Interessen orientieren“, so VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich Post. „Wenn dieses Prinzip nicht eingehalten wird, dann ist das ein klarer Vertragsbruch.“
VENRO fordert zudem, dass die politische Steuerung und Durchführung von entwicklungspolitischen Strategien in einer Hand liegen soll. „Hierfür muss der Kommissar für Entwicklungspolitik mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet werden“, fordert Post. Die politischen Richtlinien des EAD müssten ausdrücklich Bezug auf das Kohärenzgebot nehmen.
Der Lissabon-Vertrag erfordert auch von anderen Politikfeldern, dass sie sich kohärent zu entwicklungspolitischen Zielen verhalten. „Dies ist eine große Chance für eine wirksamere Entwicklungspolitik – aber nur, wenn sich alle daran halten“, sagt Post.
Mit Unverständnis reagiert der Verband zudem auf die „Politik der verschlossenen Türen“ beim Aufbau des EAD. So wurde die Öffentlichkeit über den Stand der Verhandlungen kaum informiert.
Auch dies entspricht nicht dem Geist des Lissabonner Vertrags. Er fordert mehr Transparenz und
zivilgesellschaftliche Beteiligung.
Der Lissabon-Vertrag, der am 1. Dezember 2009 in Kraft trat, sieht für die Europäische Union einen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) vor, einen diplomatischen Dienst mit der Zielsetzung, eine echte europäische Außenpolitik zu entwickeln.
NaturFreunde: Der Niedergang der Umweltpolitik
0Berlin, 29. April 2010 – Vor einem Bedeutungsverlust der deutschen Umweltpolitik warnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Die schwarz-gelbe Bundesregierung sei dabei, die ökologische Modernisierung und damit den ehemaligen Vorzeigebereich der deutschen Politik zu verspielen.
Bisher hatte das Umweltministerium noch kontinuierlich an Bedeutung gewonnen: In der Amtszeit von Jürgen Trittin konnten das Erneuerbare-Energien-Gesetz und der Ausstieg aus der Atomenergie durchgesetzt werden. Unter Sigmar Gabriel wurde es möglich, das Reduktionsziel von 40 Prozent weniger Treibhausgasen festzuschreiben und den Haushalt des Bundesumweltministeriums um mehr als 50 Prozent zu erhöhen.
Jetzt aber stehen die Weichen auf Bedeutungsverlust dieses „Zukunftsministeriums“. Zuerst gab es ein eindeutiges Abrücken vom Atomausstieg, dann fielen die Würfel zugunsten des Endlagers Gorleben, die finanziellen Hilfen für den Ausbau der erneuerbaren Energien wurden gekürzt und schließlich erlitt der Bundesumweltminister bei der Aufstellung seines Etats schwere Niederlagen.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist dabei, die ökologische Modernisierung und damit den Vorzeigebereich der deutschen Politik zu verspielen. Eine der wichtigsten Chancen für eine gute Zukunft wird nicht genutzt. Zwar redet die Bundesregierung über die Bedeutung der Umweltpolitik. Nachhaltig aber handelt sie nicht.
Der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands fordert die Bundesregierung auf, die Chancen der ökologischen Modernisierung nicht länger zu verspielen. Es wird höchste Zeit, um aus der Krise herauszufinden und nicht nur über die Bedeutung der Nachhaltigkeit zu reden, sondern endlich auch nachhaltig zu handeln.
Schließlich wollen die NaturFreunde keine Traueranzeige für einen verstorbenen deutschen Umweltschutz aufgeben müssen.
Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide
0Zum Führer mit „Zum Henker“
Aufruf zur Demonstration gegen die Nazikneipe “Zum Henker“ am 30. April 2010 in Berlin-Schöneweide
Du findest es zum Kotzen, dass Nazis in Ortsteilen durch ihre Infrastrukturen – wie zum Beispiel eigene Klamotten-Läden oder Kneipen – die Möglichkeit bekommen ein widerliches Klima zu erzeugen? Dich nervt die teilweise massive Präsenz von Rassist_innen und Antisemit_innen, die eine latente Bedrohung für all diejenigen darstellen, die deren Menschenbild ein Dorn im Auge sind? Du hast ein Problem mit saufenden Nazis, die in ihren Kneipen beste Möglichkeiten zur Vernetzung bekommen und in aller Ruhe ihre Treffen abhalten können?
Dann bist Du bei unserer Demonstration gegen die derzeit am stärksten frequentierte Nazikneipe in Berlin an der richtigen Adresse! Wir werden am Todestag von Adolf Hitler deutlich machen, dass wir dem andauernden Nazitreiben in Nieder- und Oberschöneweide nicht unwidersprochen zuschauen werden. Wir wünschen der Nazikneipe “Zum Henker“ das gleiche Schicksal, wie einst dem sogenannten Führer des nationalsozialistischen Deutschlands: Das schnelle Ende!
Dass der Treptow-Köpenicker Ortsteil Schöneweide von vielen Nazis als Homezone betrachtet wird, ist leider nichts Neues. Der Kiez ist eine Wohngegend einschlägig bekannter Nazis, aktuell u.a. Andreas Thürmann (JN Berlin), Ines Wegner (ehemals Kameradschaft Berliner Alternative Süd-Ost) und Sebastian Schmidtke (stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Berlin und regelmäßiger Anmelder von Aufmärschen). Zum anderen ist Schöneweide aber nicht zuletzt auch durch die Existenz der seit über einem Jahr existierenden Kneipe “Zum Henker“ in der Brückenstraße 14 zur Spielwiese von Nazis aus ganz Berlin und Brandenburg geworden. Die Kneipe wird von Paul Stuart Barrington betrieben, der für die Internetseite “www.SS88.de“ verantwortlich war und wegen deren Inhalten zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Hinterm Tresen stehen die schon erwähnte Ines Wegener und der Anti-Antifa-Aktivist Danny Leszinski.
Für Menschen, die von den Nazis als “undeutsch“ definiert werden, ist die Kneipe eine tägliche Belastung und permanente Gefahr. Da kann es schon mal vorkommen, dass im Anschluss an ein Rechtsrock-Konzert wie am 30. Oktober 2009 Passant_innen rassistisch angepöbelt und angegriffen werden. An besagtem Tag wurde nach einer “Halloweenparty“ in der Kneipe “Zum Henker“ ein Mann in der Brückenstraße von Nazis auf dem Heimweg erst beschimpft und dann mit einer abgebrochenen Glasflasche so schwer im Gesicht verletzt, dass dessen linkes Auge nun nur noch über geringe Sehkraft verfügt.
Ein weiteres Beispiel für die Aggressionen, welche von der Kneipe bzw. dem Publikum ausgehen, ist der gewalttätige Angriff auf eine Gruppe von Jugendlichen am S-Bahnhof Schöneweide im November letzten Jahres, bei dem ein Jugendlicher schwere Verletzungen am Kopf erlitt, nachdem er von ca. zehn Nazis zusammengeschlagen und -getreten wurde.
Kurze Zeit später, im Dezember 2009, attackierten die Gäste direkt aus der Kneipe heraus eine Gruppe von Jugendlichen, die aus einer nahegelegenden Diskothek kamen. Stunden vorher sind nach einem Naziaufmarsch in Königs Wusterhausen ca. 150 Berliner Nazis „Zum Henker“ gefahren und haben dort, unter den Augen von Beamten und Beamtinnen des lokalen Polizeiabschnittes, den ganzen Abend über Passant_innen in der Brückenstraße bedroht und eingeschüchtert.
Außer als Treffpunkt und Rückzugsort gewalttätiger Nazis, dient die Kneipe “Zum Henker“ diesen auch als Versammlungsort von Nazi-Gruppen. Eine Berliner Sektion der “Hilfsorganisation für nationale Gefangene“ (ein Verein, der inhaftierte Nazis im Gefängnis auf Linie hält) gründete sich dort im Juni 2009. Auch die inzwischen verbotene Kameradschaft “Frontbann 24“ hielt in der Kneipe ihre Treffen ab. Deren Name geht auf die 1924 gegründete Ersatzorganisation der nationalsozialistischen Sturmabteilung SA zurück.
So erfüllt die Kneipe mehrere Zwecke gleichzeitig und neben dem organisierten Nazi-Stammpublikum können natürlich auch Sympathisantinnen und Sympathisanten der Szene bei locker gehaltenen Feiern, wie zum Beispiel am Herrentag, zum Oktoberfest oder nach Fußballspielen, hier zusammen in für sie streng deutscher Atmosphäre den Schulterschluss üben.
Und warum demonstrieren wir noch mal am 30. April?
Nach wie vor nutzen Nazis Daten mit Bezug zum Nationalsozialismus für Aufmärsche und Feiern, weswegen wir den Todestag Adolf Hitlers, den 30. April, als Termin für unsere Demonstration gewählt haben. Unter dem Motto “Zum Führer mit “Zum Henker“ – Nazikneipen dicht machen!“ wollen wir mit euch, wie schon in der Vergangenheit, gegen die Infrastruktur von Nazis demonstrieren.
Nach nur zwei Jahren Laufzeit musste im Herbst 2006 die Nazikneipe “Spreehexe“ in der Schnellerstraße 24 in Niederschöneweide schließen. Das Ende dieses berlinweiten Nazi-Treffpunktes ist maßgeblich der Aufklärungsarbeit von Antifaschist_innen zu verdanken. Auch dort feierten Nazis am 20. April 2006 den Geburtstag Hitlers. Unter den Anwesenden befanden sich dieselben Nazis, die heute den „Henker“ betreiben.
Wir sind nicht der Meinung, dass Probleme mit Nazis sich durch ignorieren lösen. Wir wollen uns bei der Bekämpfung von Nazis nicht auf staatliche Behörden verlassen. Wir tragen unseren antifaschistischen Protest nicht nur anlässlich von Naziaufmärschen auf die Straße – wie beispielsweise am 1. Mai in Berlin – sondern auch an jedem anderen Tag im Jahr. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass in Treptow-Köpenick die NPD-Bundeszentrale in der Seelenbinderstraße und die Nazikneipe “Zum Henker“ in der Brückenstraße dicht machen müssen!
Schöneweide ist unser Kiez! Zum Führer mit “Zum Henker“! Keine Toleranz für Nazis!
Antifaschistische Demonstration: 30. April 2010 | 17:00 Uhr | S-Bahnhof Berlin-Schöneweide
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost [ABSO] im März 2010
NaturFreunde: Die Ratingagenturen stürzen die Welt ins Unheil
0Berlin, 28. April 2010 – Es sieht so aus, als sei der Stab über Griechenland gebrochen. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde massiv herabgestuft, weiteren Wackelkandidaten droht ein ähnliches Schicksal. Der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller kritisiert die mangelnde demokratische Legitimierung der Ratingagenturen, die ganze Nationen auf ökonomische Kennzahlen reduzieren, ohne soziale und ökologische Kriterien zu berücksichtigen.
Es ist unglaublich, dass einige Gelddealer ein ganzes Land in den Abgrund stürzen können, indem sie den Daumen heben – oder senken. Ohne jede demokratische Kontrolle spielen sich drei Ratingagenturen, zwei in New York und eine am Finanzplatz London, auf als die Herren der Welt. Ihr Maßstab ist nicht etwa das Wohl einer Nation, sondern es sind ökonomische Kennzahlen und die Gewinne der Spekulanten.
Dass die Weltwirtschaft nicht in Ordnung kommt, solange die Politik diesen Hexenmeistern freien Lauf lässt, ist kein Wunder. Ohne Frage gab und gibt es in Griechenland zweifelhafte Privilegien und offenkundige Fehlentwicklungen. Doch sich jetzt als „dicker Maxe“ gegenüber Griechenland aufzuspielen, ohne das fragwürdige Finanzsystem als eigentliche Ursache nicht zu sehen, ist völlig inakzeptabel. Ein deutliches Warnsignal sind die jüngsten Rekordgewinne der Deutschen Bank.
Der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands fordert die Bundeskanzlerin auf, gegenüber den Spekulanten jetzt genau die Härte zu zeigen, die gegenüber Griechenland und anderen in Schieflage geratenen EU-Staaten scheinbar selbstverständlich ist.
Die Finanzspekulationen müssen verboten und die Ratingagenturen endlich entmachtet werden. Auch in der Finanzwelt müssen ökologische und soziale Kriterien gelten. Die alleinige Reduzierung auf die Ökonomie stürzt die Welt ins Unheil.
Offener Brief an den Berliner Senat und die Abgeordnetenhausfraktionen
0+++ BITTE WEITERLEITEN +++ BITTE WEITERLEITEN +++
Offener Brief an den Berliner Senat und die Abgeordnetenhausfraktionen
Sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren, sehr geehrte Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktionen,
angesichts der geplanten Abschiebung von Ginette Liebl und ihrem in Deutschland geborenen zehnjährigen Sohn Gergi Liebl nach Togo appellieren wir an die Berliner Landesregierung, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um der ungerechtfertigten und inhumanen Zwangsausweisung entgegenzutreten und ihnen das Aufenthaltsrecht in Berlin zu gewähren. Wir unterstützen hiermit ausdrücklich den Brief des Bürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg an den Innensenator von Berlin sowie die Petition der Schule, die Gergi seit mehr als einem Jahr besucht und verweisen auf die dort angeführten humanitären Gründe,
welche die Ausweisung verbieten.
18 Jahre hat der Anfang des vergangenen Jahres nach Togo abgeschobene Ehemann und Vater Gerson Liebl hier in Deutschland um die Anerkennung seiner deutschen Staatsbürgerschaft gekämpft. Sein Großvater Friedrich Karl Georg Liebl, kaiserlicher Regierungsarzt in der deutschen Kolonie Togo, heiratete 1908 die Togoerin Kokoé Edith Ajavon. Die Ehe wurde förmlich nach togoischem Recht geschlossen, da zu dieser Zeit eine so genannte Rassenmischehe nach deutschem Recht nicht mehr eingegangen werden konnte. Das berüchtigte “Mischehenverbot” sollte verhindern, dass Kinder aus Verbindungen von Weißen und Schwarzen deutsche Staatsbürgerschaftsrechte erwerben und damit das kolonial-rassistische Machtgefüge in Fage stellen würden. Um eben diese Rechte als deutscher Staatsbürger, welche die Bundesregierung weißen Aus- und Umsiedlern mit “deutscher Abstammung” anstandslos gewährt hat, bemühte sich Gerson Liebl viele Jahre lang vergeblich. Jetzt sollen auch seine Frau und der in Deutschland aufgewachsene Sohn Gergi Liebl nach Togo abgeschoben werden.
Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, gegen diese Diskriminierung vorzugehen und sich nicht länger auf eine rassistische Kolonialpolitik und –gesetzgebung zu berufen, die den deutschen Kolonialisten auch das Recht auf Züchtigung ihrer schwarzen Angestellten mit der Nilpferdpeitsche zugestand.
Mit freundlichen Grüßen
Die Initiatoren
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V.
Berliner Flüchtlingsrat e. V.
Berlin Postkolonial e.V.