Archive for Juni, 2010
Anti-Atom-Demonstration am 18. September in Berlin
0Bundesweite Großdemo am 18. September in Berlin Ein Pflichttermin für alle AtomkraftgegnerInnen:
Für Samstag, den 18. September, planen wir mit vielen Bündnispartnern die nächsten Massenproteste gegen Atomkraft. Denn wenn Bundestag und Bundesregierung über ein sogenanntes “Energiekonzept” diskutieren, wollen auch wir ein Wörtchen mitreden. Unsere Nachricht: Die Zukunft der Atomenergie heißt Abschalten. In Berlin werden deshalb Zehntausende mit einer bundesweiten Großdemo das ganze Regierungsviertel umzingeln, um deutlich zu machen, dass die Bevölkerung endlich raus will aus der Atomkraft.
Protest gegen den Castor-Transport nach Gorleben Bereits im Sommer beginnen wir, für den Castor-Protest im Herbst zu mobilisieren. Denn dann soll wieder Atommüll in Richtung Gorleben rollen, obwohl es dort kein sicheres Lager für die strahlenden Abfälle gibt. Geplant ist eine Groß-Demo in Dannenberg im November und vielfältige Aktionen entlang der gesamten Transportstrecke.
Unterschriftenaktion für menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf Blumenplantagen
0Am 1. Juni 2010 hat die Kampagne fair flowers eine Unterschriftenaktion begonnen, mit der sie die EU auffordert, menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Blumenproduktion zu fördern. 33 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben bereits unterzeichnet. Bitte unterstützen Sie die Forderungen der Kampagne mit Ihrer Unterschrift. Die vier Forderungen lauten:
1. Die EU möge eine Richtlinie erlassen, die Angaben über die Herkunft von Blumen zur Pflicht macht.
2. Die EU möge eine Richtlinie zur Untersuchung von Pestizidrückständen in Blumen erlassen, die in die EU importiert werden. Pestizide, die die Weltgesundheitsorganisation als höchst gefährlich (WHO Klasse I) einstuft, dürfen nicht auf den EU-Markt gelangen.
3. Die EU möge ein faires Beschaffungswesen in ihren Mitgliedsländern und in den Gremien der EU gemäß ihrer Richtlinien für die Vergabe öffentlicher Aufträge (2004/18/EC und 20004/17/EC) vorantreiben.
4. Die EU möge die Ratifizierung der ILO-Konvention Nr. 110 (Arbeitsbedingungen für PlantagenarbeiterInnen) unterstützen.
Bitte geben Sie die Unterschriftenliste auch an Ihre FreundInnen und KollegInnen weiter. Sie können auch online an der Aktion teilnehmen
Link zur online-petition: http://www.ipetitions.com/petition/fairflowers/
FIAN und OXFAM: Neue Studie fordert fairen Welthandel statt Exportförderung
0Exportförderung um jeden Preis
Neue Studie fordert fairen Welthandel statt Exportförderung
Berlin/Köln, 17. Juni 2010. “Fairer Welthandel statt Exportförderung” – das fordern Oxfam und FIAN von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich des 2. Außenwirtschaftstags in Berlin. Die dort angekündigte ,globale Verantwortung’ werde nicht übernommen. Stattdessen setze die Ernährungsindustrie drei Jahre nach dem Beginn der Nahrungsmittelkrise mit Unterstützung der Politik noch stärker auf die Liberalisierung der Märkte und auf die Gentechnik. Zu diesem Schluss kommt die Studie “Grenzenlos und billig”, die Strategien und Positionen der Agrar- und Ernährungsindustrie nach der Nahrungsmittelkrise analysiert.
Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei der Hilfsorganisation Oxfam: “Den armen Ländern ist nicht geholfen, wenn mehr europäische Exporte ins Land kommen und damit die einheimische Nahrungsmittelproduktion zurückgedrängt wird. Volle Lebensmittelregale machen Hungernde noch nicht satt”. Roman Herre, Agrarexperte bei der Menschenrechtsorganisation FIAN: “Das Recht auf Nahrung zu fördern, bedeutet, die Hungernden in die Lage zu versetzen, sich selbst zu ernähren. Das A und O in der Hungerbekämpfung ist die Verbesserung der Einkommensgrundlagen, damit Hungernde sich Nahrungsmittel leisten können”.
Freihandelsabkommen und Gentechnik sind keine Lösung
Die Studie “Grenzenlos und billig” zeigt, dass die Ernährungsindustrie angesichts der stockenden WTO-Verhandlungen auf bilaterale Freihandelsabkommen setzt, um den Zollabbau in armen Ländern voranzutreiben und neue Absatzmärkte für Lebensmittel zu erschließen. Aber: “Eine wichtige Lehre aus der Nahrungsmittelkrise ist: Wir brauchen mehr Nahrungsmittelproduktion in den armen Ländern selbst, d.h. weniger Abhängigkeit vom Weltmarkt und mehr Schutzmöglichkeiten”, so Wiggerthale. Ein fairer Welthandel müsse das zerstörerische Agrardumping beenden und wirksam Schutz vor Billigimporten bieten. Die Ernährungsindustrie torpediere die Bemühungen in den armen Ländern, die eigene Nahrungsmittelproduktion zu steigern.
Zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung setze die Ernährungsindustrie zudem vor allem auf Gentechnik, so das Ergebnis der Studie. Die Studie widerlegt die Behauptung, Gentechnik sei das Patentrezept für den Kampf gegen Hunger und Armut. “Das Gegenteil ist der Fall”, stellt Roman Herre klar. “Neben negativen Auswirkungen auf die Umwelt führt Gentechnik zur Abhängigkeit und Verschuldung der Hälfte aller weltweit Hungernden, nämlich der Kleinbauern”.
Die Studie gibt es hier:
FRIKO Berlin: Plenum am 4. Juli 2010
0Mahnwache vor dem Brandenburger Tor
E i n l a d u n g
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
zum letzten Plenum vor den diesjährigen Sommerferien
am Sonntag, dem 4. Juli 2010
um 18 Uhr 30
im PallasT, Pallastr. 35, Ecke Potsdamer Str. (U7 Kleistpark, U2 Bülowstr, Autobusse M48, M85 A187),
lade ich Euch herzlich ein.
TOP:
* Termine, Ankündigungen, Kurzberichte
* Thema: “Die US-Militär-Basen in Rumänien und Bulgarien – Basis für Raketenstationierung und Infrastruktur für einen Krieg gegen den Iran?”
Referent: Martin Handtke, im Beirat der Informationsstelle Militarisierung IMI
* Bericht aus der Arbeitsgruppe Solidarität mit Gaza
* Beratung zum Umgang mit dem 4. Sept./Kundustag
* Verschiedenes
Im August machen wir kein Friko-Plenum.
Termine für wichtige Aktivitäten entnehmt bitte unserer Homepage.
NaturFreunde: SPD hat sich für Betonpolitik entschieden
0Zum Beschluss des Landessparteitags der SPD zum Weiterbau der A 100 erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:
Es ist bedauerlich, dass sich die SPD-Parteitagsdelegierten den Druck der Autolobby und der IHK gebeugt haben und sich für den Weiterbau der A 100 ausgesprochen haben. Damit haben sie einer Betonpolitik der 50er Jahre den Vorrang vor einer alternativen Verkehrspolitik gegeben.
Auch wenn im angenommenen Antrag der Weiterbau der A 100 mit der Forderung verbunden wurde, dass Berlin vom Durchgangsverkehr entlastet werden soll, indem mehr Radwege, Tempo-30-Zonen, Parkscheinautomaten und Rückbau der Durchgangsstraßen gefordert werden, ist dieser Beschluss falsch. Gerade durch den Weiterbau der A 100 wird zusätzlicher Autoverkehr mitten in die Innenstadt von Berlin geführt werden und damit die Forderung des SPD-Parteitages konterkarriert.
Die NaturFreunde Berlin werden sich weiterhin aktiv am Widerstand gegen die A 100 beteiligen. Wir werden gemeinsam mit den Autobahngegnerinnen und Autobahngegnern aus Initiativen, Umweltverbänden und Parteien gegen den Weiterbau kämpfen. Wir ermuntern die SPD-Mitglieder die sich gegen diesen unsinnigen Autobahnbau ausgesprochen haben, sich aktiv in den Widerstand gegen die A 100 einzubringen.
VENRO: G8/G20-Gipfel nicht überzeugend Finanztransaktionssteuer in EU einführen
0PRESSEMELDUNG
18/2010
Bonn, 28. Juni 2010 – Da die Finanztransaktionsteuer beim G8-Gipfel nicht durchsetzbar war, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für die Einführung der Steuer in die Eurozone stark machen. Dies hat der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des G8-G20-Gipfels gefordert, der gestern in Kanada zu Ende ging.
“Die ablehnende Haltung von Kanada und den USA zeigt, dass die wichtigsten Länder in Sachen Finanzfragen noch keine Einigung erzielt haben. Deutschland und Frankreich sollten deshalb alles daran setzen, die „Steuer gegen Armut“ zumindest auf europäischer Ebene einzuführen“, so VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich Post.
Die Einführung der Finanztransaktionssteuer in der Eurozone würde die Spekulation dämpfen und damit zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen. Auch das Steueraufkommen könnte eine Größenordnung von bis zu 50 Milliarden Euro erreichen. Damit könnte nicht nur ein Teil der Krisenlasten finanziert, sondern auch ein Beitrag zur Armutsbekämpfung und zum Klimaschutz geleistet werden. Mehr als 200.000 Menschen weltweit hatten sich im Vorfeld des G20-Gipfels in verschiedenen Petitionen für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer eingesetzt.
VENRO begrüßt grundsätzlich, dass die G8 in Kanada zusätzliche Mittel im Kampf gegen die Mütter-und Kindersterblichkeit in Aussicht gestellt haben. Allerdings liegen die Zusagen weit hinter den Forderungen von Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen (UN) zurück.
„Um die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) umzusetzen, bedarf es weiterer Mittel und eines koordinierten Vorgehens bis zum Weltarmutsgipfel im September. Es hängt aber nicht alles nur am Geld, sondern auch an politischen Rahmenbedingungen in den Entwicklungsländern“, so VENROVorstandsvorsitzender Ulrich Post.
Im Jahr 2005 sagten die G8-Staaten in Gleneagles zu, bis 2010 50 Milliarden US-Dollar zusätzlich
für die Armutsbekämpfung zur Verfügung zu stellen. Zurzeit klafft eine Lücke von rund 20 Milliarden
US-Dollar.
NaturFreunde: Die US-Kritik ist richtig und falsch zugleich
0Die US-Kritik ist richtig und falsch zugleich
Doch die Brandstifter eignen sich nicht als Feuerwehr
Berlin, 25. Juni 2010 – Im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels in Toronto kritisierte US-Präsident Barack Obama die Politik der Bundesregierung: Sie würde die Konjunktur abwürgen und die Weltwirtschaft schwächen. Statt die Zukunft zu sehen, würde nur gespart. Dazu erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael
Müller:
Richtig ist, dass die Bundesregierung einseitig die Ausgabenseite sieht und viel zu wenig zur Stabilisierung und Verbreiterung der Einnahmeseite tut. Seit Jahren wird in Deutschland zu wenig getan, um die Binnenwirtschaft zu stabilisieren.
Unbestritten ist zwar, dass die Schuldenorgie so nicht weiter gehen darf. Richtig ist aber auch, dass die Belastungen zu Lasten der Bürger einseitig verteilt sind. Das ist die Seite, wo Kritik berechtigt ist. Dennoch ist die Kritik aus den USA nicht zu akzeptieren.
Die Hauptverantwortlichen für den Finanzmarktkapitalismus, der auf Pump gewirtschaftet und die globale Krise verursacht hat, waren in den letzten Jahren die USA und die britische
Regierung. Sie haben den Banken Möglichkeiten gegeben, die zur systematischen Entfaltung der Finanzgier führten. Und auch die machtvollen Rating-Agenturen haben ihren Sitz in New York. Kurz: Die Brandstifter eignen sich nicht als Feuerwehr.
Zudem verkennen die USA die deutlich werdenden Grenzen des Wachstums. Washington hat auch nichts aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gelernt. Dort zeigt sich nämlich, dass es nicht möglich ist, immer mehr und immer schneller alles haben zu wollen. Denn dieser Ansatz bedeutet beim Öl, in immer riskantere Regionen vorzustoßen, ohne das eigentliche Problem lösen zu können: Das Plateau der Ölförderung ist erreicht.
Insofern ist es wechselseitig die Kritik der Blinden – überzeugen kann sie nicht.
Kundgebung 26.06.10 vor dem Landesparteitag der SPD: Residenzpflicht abschaffen! Bewegungsfreiheit – Für Alle!
0Die Residenzpflicht für Flüchtlinge in der Bundesrepublik stellt eine der weitreichendsten Schikanen im Rahmen des Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetzes dar. Sie besagt, dass sich Flüchtlinge nur in ihren Landkreis aufhalten dürfen. Diese Verpflichtung wird mit der angeblichen Notwendigkeit begründet, jederzeit für die involvierten Behörden greifbar sein zu müssen. Defacto bedeutet sie für Flüchtlinge, über Jahre an Bewegungsfreiheit gehindert zu werden und sich immer wieder der demütigenden Prozedur der Beantragung eines sogenannten „Urlaubsscheines“ unterwerfen zu müssen, wenn sie ihren Landkreis verlassen wollen. Die Bewilligung ist völlig von der Willkür der zuständigen Ausländerbehörde abhängig.
Wer sich das Recht auf spontane Ausflüge, auf unkontrollierte Besuche bei AnwältInnen und Beratungsstellen, auf freie politische Betätigung bundesweit und überhaupt auf Bewegung ohne Genehmigung nicht nehmen lassen will, oder wer keine Verlassenserlaubnis bekommt, aber trotzdem fährt, lebt in ständiger Angst vor Polizeikontrollen und der anschließenden strafrechtlichen Verfolgung. Keine andere Ordnungswidrigkeit wird bei Wiederholung eine Straftat – keine Straftat könnte gesamtgesellschaftlich lächerlicher, individuell aber verheerender sein. Flüchtlinge haben kein Bargeld für Geldbußen und dürfen nicht „kriminell“ sein, wenn sie einen dauerhaften Aufenthalt wollen. Durch die Residenzpflicht schafft sich der Staat seine Abschiebegründe und rassistisch interpretierbare Kriminalitätsstatistiken selbst!
Rot-Rot in die Hacken treten!
In Berlin und Brandenburg brüsteten sich SPD und Linkspartei 2009 in ihren Koalitionsverträgen mit einer antirassistischen Ausrichtung rot-roter Bündnisse: Die Residenzpflicht werde abgeschafft, zumindest zwischen beiden Bundesländern, hieß es vollmundig. Ein halbes Jahr später wird zurückgerudert. Brandenburg hat angekündigt, landesintern die Residenzpflicht für asylsuchende Ausländer aufzuheben, die sich ab Juli hoffentlich von Kunersdorf bis Potsdam frei bewegen können.
Berlins Innensenator Körting hat eine Bundesratsinitiative zur Residenzpflicht angekündigt. Für Asylsuchende soll eine rechtliche Möglichkeit geschaffen werden, einen Residenzpflichtbezirk auch zwischen zwei Bundesländern einzurichten. Im Grundsatz halten Berlin und Brandenburg jedoch an der Residenzpflicht für Asylsuchende fest.
Kommt am 26. Juni um 8.30 Uhr zur Kundgebung vor dem Landesparteitag der SPD im Berliner Kongresszentrum am Alexanderplatz und fordert mit uns die
Beendigung der Kriminalisierung von Flüchtlingen!
Abschaffung der Residenzpflicht – nicht nur zwischen Berlin und Brandenburg – sondern auch bundesweit – und für alle Betroffenen!
Initiative gegen das Chipkartensystem
UnterstützerInnen:
Antifa Friedrichshain
Bündnis gegen Lager
FelS (Für eine linke Strömung)
Flüchtlingsrat Brandenburg
Flüchtlingsrat Berlin
JUSO Hochschulgruppe Berlin
Flüchtlingsinitiative Berlin/Brandenburg
NaturFreunde: Das Endspiel beginnt, doch die rücksichtslosen Ölkonzerne machen einfach weiter
0Berlin, 24. Juni 2010 – Ein Blick auf den Kalender reicht: Mit der Urlaubszeit steigen auch die Spritpreise wieder. Die großen Ölkonzerne spielen sich auf wie eine Weltmacht, die rücksichtslos ihre Interessen durchsetzt, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller.
Die Herren des schwarzen Goldes bieten ein erschreckendes Bild. Im Golf von Mexiko wird die Natur verschmutzt, Milliardenschäden sind bereits entstanden und ein Ende ist nicht absehbar. Doch die Ölmultis machen einfach weiter.
Die Ölindustrie zeigt, wie rücksichtslos Monopolunternehmen ihre Interessen durchsetzen. Mit Markt, Wettbewerb und Verantwortung hat das nichts zu tun, wohl aber mit einer Geiselnahme der Gesellschaft, die in einer Sackgasse steckt. Umso wichtiger ist, dass die Politik die Multis endlich unter Kontrolle nimmt.
Es ist dringend notwendig, die Weichen schnell auf eine postfossile Mobilität zu stellen. Trotz der weiter steigenden Nachfrage konnte in den letzten Jahren die Förderung nicht mehr gesteigert werden, das Plateau ist erreicht. Neue Ölfunde hat es in den letzten 30 Jahren auch nicht mehr gegeben. Das Endspiel beginnt.
Der „Peak-Oil“ ist jetzt erreicht. Unsere Welt, die vor allem von billiger Mobilität geprägt ist, wird nicht mehr so bleiben, wie sie war. Die Konzerne machen aber weiter, als gäbe es keine absehbare Knappheit. Deshalb muss sich die Politik durchsetzen. Der Umbau muss jetzt beginnen.
Studie von Oxfam und FIAN: Exportförderung um jeden Preis
0“Fairer Welthandel statt Exportförderung” – das fordern Oxfam und FIAN von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich des 2. Außenwirtschaftstags in Berlin. Die dort angekündigte ,globale Verantwortung’ werde nicht übernommen. Stattdessen setze die Ernährungsindustrie drei Jahre nach dem Beginn der Nahrungsmittelkrise mit Unterstützung der Politik noch stärker auf die Liberalisierung der Märkte und auf die Gentechnik. Zu diesem Schluss kommt die Studie “Grenzenlos und billig”, die Strategien und Positionen der Agrar- und Ernährungsindustrie nach der Nahrungsmittelkrise analysiert.
Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei der Hilfsorganisation Oxfam: “Den armen Ländern ist nicht geholfen, wenn mehr europäische Exporte ins Land kommen und damit die einheimische Nahrungsmittelproduktion zurückgedrängt wird. Volle Lebensmittelregale machen Hungernde noch nicht satt”. Roman Herre, Agrarexperte bei der Menschenrechtsorganisation FIAN: “Das Recht auf Nahrung zu fördern, bedeutet, die Hungernden in die Lage zu versetzen, sich selbst zu ernähren. Das A und O in der Hungerbekämpfung ist die Verbesserung der Einkommensgrundlagen, damit Hungernde sich Nahrungsmittel leisten können”.
Freihandelsabkommen und Gentechnik sind keine Lösung
Die Studie “Grenzenlos und billig” zeigt, dass die Ernährungsindustrie angesichts der stockenden WTO-Verhandlungen auf bilaterale Freihandelsabkommen setzt, um den Zollabbau in armen Ländern voranzutreiben und neue Absatzmärkte für Lebensmittel zu erschließen. Aber: “Eine wichtige Lehre aus der Nahrungsmittelkrise ist: Wir brauchen mehr Nahrungsmittelproduktion in den armen Ländern selbst, d.h. weniger Abhängigkeit vom Weltmarkt und mehr Schutzmöglichkeiten”, so Wiggerthale. Ein fairer Welthandel müsse das zerstörerische Agrardumping beenden und wirksam Schutz vor Billigimporten bieten. Die Ernährungsindustrie torpediere die Bemühungen in den armen Ländern, die eigene Nahrungsmittelproduktion zu steigern.
Zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung setze die Ernährungsindustrie zudem vor allem auf Gentechnik, so das Ergebnis der Studie. Die Studie widerlegt die Behauptung, Gentechnik sei das Patentrezept für den Kampf gegen Hunger und Armut. “Das Gegenteil ist der Fall”, stellt Roman Herre klar. “Neben negativen Auswirkungen auf die Umwelt führt Gentechnik zur Abhängigkeit und Verschuldung der Hälfte aller weltweit Hungernden, nämlich der Kleinbauern”.
Kontakt FIAN Deutschland e.V