Archive for Juli, 2010

Filmen verboten: Erfolgreiche Klage gegen polizeiliche Filmaufnahmen bei Großdemonstration

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Das Verwaltungsgericht Berlin (VG) entschied mit Urteil vom 26. Juli 2010, dass das Filmen einer Anti-AKW-Großdemonstration am 5. September 2010 durch Einsatzkräfte der Polizei rechtswidrig war (Aktenzeichen VG 1K 905.09).

Mit Unterstützung der Holtfort-Stiftung und des RAV hatten die BI Lüchow-Dannenberg als Mitveranstalterin der Demonstration „mal richtig abschalten“ sowie ein Versammlungsteilnehmer im Oktober 2009 Klage erhoben. Das VG stellte nun fest, dass die Kameraüberwachung der friedlichen Demonstration gegen das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung verstoßen hat.

Rund 50.000 Menschen demonstrierten am 5. September 2009 in Berlin gegen die Atomkraft und für den Abbruch des Endlagerprojekts in Gorleben.

Während des Aufzuges vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor fuhr ein Kleintransporter wenige Meter vor der Spitze des Demo-Zuges; Einsatzkräfte der Polizei filmten permanent den Aufzug mit mehreren auf dem Dach des Transporters montierten Kameras: “Filmen verboten!”, forderten einzelne Demo-Teilnehmer an der Spitze des Zuges.

Mit Erfolg: das Verwaltungsgericht Berlin entschied, dass die Überwachung der Demo am 5. September mittels Bildaufnahmegeräte (Video- bzw. Filmkameras) rechtswidrig war. Die Argumentation der Polizei, die Filmaufnahmen nach dem “Kamera-Monitor-Prinzip” dienten allein der Verkehrslenkung und der Leitung des Polizeieinsatzes, ließ das Verwaltungsgericht nicht gelten. Auf neun Seiten führen sie aus, dass sie in der Dauerbeobachtung der Versammlung einen Eingriff in die Versammlungsfreiheit sehen und eine Einschüchterung der Demonstranten nicht auszuschließen sei: “Denn wenn der einzelne Teilnehmer der Versammlung damit rechnen muss, dass seine Anwesenheit oder sein Verhalten bei einer Veranstaltung durch Behörden registriert wird, könnte ihn dies von einer Teilnahme abschrecken oder ihn zu ungewollten Verhaltensweisen zwingen, um den beobachtenden Polizeibeamten möglicherweise gerecht zu werden”, heißt es zutreffend in den Urteilsgründen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Urteils wurde die Revision zugelassen.

Der RAV wendet sich seit längerem gegen zunehmende Beschränkungen der Demonstrationsfreiheit durch behördliche Auflagen sowie die Videoüberwachung von Versammlungen. Bereits im August 2009 hatte das Verwaltungsgericht Münster mit ähnlichen Erwägungen festgestellt, dass friedliche Demonstrationen nicht gefilmt werden dürfen.

Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V.

Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Straße 4 | 10405 Berlin

Volksbegehren “Unser Wasser” hat begonnen!

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Am 28. Juni 2010 hat die zweite Stufe des Volksbegehrens begonnen: jetzt müssen ca. 173.000 Unterschriften gesammelt werden, damit ein Volksentscheid stattfinden kann. Zunächst wollte der Senat das Volksbegehren verbieten, doch das Landesverfassungsgericht zeigte ihm die rote Karte. Jetzt müssen wir dem Senat zeigen, dass die Berlinerinnen und Berliner ihr Wasser zurück haben wollen.

Neun Fragen und Antworten

1. Wem gehören die Wasserbetriebe?

Die größte Teilprivatisierung innerhalb der EU fand 1999 in Berlin statt: 49,9% der Berliner Wasserbetriebe wurden für 1,68 Mrd. € über eine Holding AG verkauft. Heutige Profiteure dieser Teilprivatisierung sind RWE Aqua und Veolia Wasser.

2. Warum sind wir gegen die Privatisierung?

Seit 2004 stiegen die Wasserpreise stetig und enorm – bislang insgesamt um ca. 35%! Die Berliner zahlen im internationalen Städtevergleich die höchsten Wasserpreise, Personal wurde abgebaut, Investitionen abgesenkt und kürzlich wurden 3 Wasserwerke geschlossen, mit der Folge, dass Berlin ca. 30 km² ökologisch wichtiges Trinkwasserschutzgebiet verliert.

3. Was passiert mit den Gewinnen?

Die Gewinne landen zum größten Teil in den Taschen der privaten Konzerne, und einen kleineren Teil sackt der Senat, angeblich zur Schuldentilgung, ein. Allein im letzten Jahr mussten wir für die Teilprivatisierung 270 Millionen Euro „Gewinne“ bezahlen: Deren Gewinne sind unsere Verluste. Darum fordern wir: Wasser ist ein öffentliches Gut. Es dürfen unserer Überzeugung nach nur die real anfallenden Kosten in die Wassertarife eingestellt werden. Gewinne, Renditen, Profite haben bei der Wasserversorgung nichts verloren!

4. Was erfolgt nach einem erfolgreichen Volksbegehren?

Nach einem erfolgreichen Volksbegehren hat der Senat eine Frist von vier Monaten, um den Volksentscheid herbeizuführen. Ein Volksentscheid gleicht einer Wahl zum Abgeordnetenhaus. Jeder Bürger erhält zusätzlich zu den Wahlunterlagen eine Argumentation, in der Wassertisch, Abgeordnetenhaus und Senat ihre Positionen darlegen.

5. Wozu brauchen wir die Veröffentlichung?

Das Prinzip ist einfach: gegen das, was nicht öffentlich ist, können wir uns nicht zur Wehr setzen. wir wollen mit unserem Gesetz erreichen, dass die Geheimverträge offiziell offen gelegt werden, um so eine unabhängige und öffentliche Prüfung zu erreichen. Und wir sind zuversichtlich, dass zentrale Passagen aus dem Vertrag, die wir durch Insider zugespielt bekommen haben, eindeutig rechtswidrig sind und wir dagegen vorgehen können.

6. Was sagen unsere Abgeordneten zu den Geheimverträgen?

Abgeordnete dürfen die Verträge nur im „Datenraum“ („Darkroom“) beim Finanzsenator einsehen. Sie dürfen sich keine Notizen machen, keine Experten einbeziehen, keine Kopien anfertigen, keine Telefonate führen. Doch das Schlimmste ist: Sie müssen zuvor eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschreiben! Das bedeutet, sie dürfen über das, was sie gelesen haben, nicht reden. Verstoßen sie dagegen, drohen ihnen Schadensersatzklagen. Die Abgeordnete Heidi Kosche,(Bündnis90/Die Grünen) muss sogar vor dem Verfassungsgericht klagen, um die Akten einzusehen.

7. Ist mit der Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes nicht die Veröffentlichung wie gefordert garantiert?

Mit dem Informationsfreiheitsgesetz können die privaten Eigner gegen eine Veröffentlichung klagen, damit können Jahre vergehen. Auch ist damit nicht gesichert, dass alle Verträge veröffentlicht werden. Nach dem Gesetz kann durch Nachverhandlungen die Veröffentlichung „verschoben“ werden. Der geheime Konsortialvertrag ist nach dem Kenntnisstand der Initiatoren des Volksbegehrens mindestens fünf Mal vom Senat nachverhandelt worden und nie zuungunsten der Konzerne, sondern immer nur zu Lasten der Berlinerinnen und Berliner geändert worden.

8. Warum habt Ihr nicht gleich ein Volksbegehren zur Rekommunalisierung gemacht?

Dann würde genau das geschehen, was in Potsdam passiert ist. Dort wurde teuer rekommunalisiert. Über die Verträge mit dem Konzern Suez wurde genauso Stillschweigen vereinbart wie über die Höhe der Rückkaufsumme. Doch wie wir aus eingeweihten Kreisen wissen, wurden die garantierten Gewinne in die Rückkaufsumme einkalkuliert – mit der Folge, dass die Wasserpreise in Potsdam noch höher sind als in Berlin. Wir wollen die kostengünstige Rekommunalisierung. Darum ist die Offenlegung als erster Schritt so wichtig.

9. Wozu werden Spenden gebraucht?

Wir benötigen viel Geld für Werbematerial, nach einem erfolgreichen Sammeln benötigen wir noch einmal viel Material, um in der Stadt für ein JA zum Volksentscheid zu werben. Genau so wichtig sind Zeitspenden: Informieren Sie Ihre Freunde, Nachbarn, Kollegen – jede Stimme zählt!

Weitere Infos hier

Bayerische Flüchtlingsrat: LAGERINVENTOUR 2010

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LAGERINVENTOUR 2010
Aufruf zur Unterstützung und Begleitung

Im Herbst (Oktober / November) wird der Bayerische Flüchtlingsrat wieder eine LagerInventour, diesmal unter dem (Arbeits-)Titel “Schmutziger Donnerstag” veranstalten. Nachdem wir im letzten Jahr damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben, möchten wir Euch diesmal bitten, uns bei der Planung zu unterstützen.
Wir streben an, jeden Donnerstag ein Lager unter einem besonderen Themenschwerpunkt zu besuchen. Diese Lagerbesuche sollen dann medial begleitet werden.

Wir haben mal ein paar Fragen zusammengestellt, die wir mit Euch über die Sommerpause abklären wollen:

- Welches Lager besuchen wir vor Ort?
- Themenvorschläge/-präferenz
- Welche Aktionen könnte man damit verbinden?
- Wer macht mit? Wer könnte sich in nächster Zeit darum kümmern? Wer könnte Ansprechpartner für uns sein und zum Netzwerktreffen (voraussichtlich am 18.09.) kommen?
- Gibt es einen bevorzugten Donnerstags-Termin im Oktober / November für den Besuch / die Aktion?
- Wo könnte eine Veranstaltung stattfinden? (Raumbuchung)
- Welche Kulturveranstaltung wäre drum herum möglich? Gibt es bereits eine in Planung, die man mit unserer Aktion verbinden kann?
- Wer muss wann informiert werden? Wer kümmert sich um Plakate / Aushänge / Flyer?
- Welche Kontakte zu Presse und weiteren Netzwerken gibt es vor Ort?
- Außerdem wäre für uns speziell Straubing interessant, da hier die Ausländerbehörde hinsichtlich der Verweigerung von Residenzpflichtbefreiungen sehr restriktiv ist.

Es wäre super, wenn Ihr Euch zu diesen Fragen schon mal ein paar Gedanken machen könntet. Wir werden zusätzlich versuchen, zeitnah dazu mit Euch ins Gespräch zu kommen.

Natürlich freuen wir uns auch über Eure Anrufe (089-762234)und E-Mails (kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de)!

NaturFreunde: Entwicklungspolitische Ziele des G20-Gipfels enttäuschen

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Berlin, 28. Juni 2010 – Zu den Ergebnissen des G20-Gipfels im kanadischen Toronto erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

Die Beschlüsse des G20-Gipfels in Toronto sind enttäuschend: Im Ergebnis stehen keine Finanztransaktionssteuer, keine Bankenabgabe und auch keine verschärften Kapitalregeln für Finanzinstitute. Den Regierungschefs ist es damit in keiner Weise gelungen, auf die aktuelle Wirtschaftskrise zu reagieren.

Gleichzeitig wurden für den Ausbau einer Festung für die Tagungsteilnehmer mehr als 900 Millionen Dollar ausgegeben – nur für deren Sicherheit. Die Mächtigen der Welt sehen sich gezwungen, hinter Stacheldraht und unter dem Schutz von Tausenden von Sicherheitskräften zu tagen, da sie den Protest der Menschen nicht hören wollen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, die Finanztransaktionssteuer sofort in Deutschland einzuführen und mit diesem notwendigen Schritt ein wichtiges Zeichen für die Durchsetzung von neuen Regeln für die internationalen Finanzmärkte zu setzen. Von der deutschen Bundesregierung erwarten die NaturFreunde auch, dass sie aktiv dazu beiträgt, als nächsten Schritt die Finanztransaktionssteuer in der EU durchzusetzen.

Es ist skandalös, dass die im Jahr 2005 auf dem Gipfel in Gleneagles versprochene Aufstockung der Entwicklungshilfe nicht ansatzweise erbracht wurde. Immer noch etwa 20 Milliarden Dollar fehlen bisher für das Erreichen des bereits zugesagten Zieles – das auf dem Gipfel in Toronto einfach aufgegeben wurde.

Ein solches Vorgehen der großen Industriestaaten ist nicht akzeptabel. Die NaturFreunde werden sich auch weiterhin innerhalb der entwicklungspolitischen Bewegung für eine radikale Veränderung der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit einsetzen. Grundsätzlich begrüßen die NaturFreunde Deutschlands die Einigung der G8-Staaten, zusätzliche Mittel gegen die Mütter-und Kindersterblichkeit zur Verfügung zu stellen. Da
jedoch die nationalen Entwicklungshilfehaushalte gekürzt oder nicht erhöht werden, besteht die Gefahr, dass durch die notwendige Erhöhung der Mittel für ein solches Programm andere Programme massiv gekürzt werden. Dies ist mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit nicht vereinbar. Die NaturFreunde erwarten deshalb von der Bundesregierung, dass die Summe für das Programm gegen die Mütter- undKindersterblichkeit im Bundeshaushalt zusätzlich für die Nothilfe zur Verfügung gestellt wird.

Die NaturFreunde haben Partnerorganisationen in vielen der betroffenen Staaten. Gemeinsam mit unseren Partnern in Afrika und Asien werden wir uns für eine deutliche Erhöhung der Entwicklungshilfe einsetzen.

Hiroshima-Tag: 6. August – Tag der Erinnerung und Mahnung

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Hiroshima-Tag: 6. August – Tag der Erinnerung und Mahnung

Freitag 06.08.2010

Veranstalter: Friedensglockengesellschaft Berlin e.V., IPPNW, Deutscher Friedensrat e.V., Deutsch-Japanisches Friedensforum e.V.,

* Ort: Friedensglocke Berlin im Volkspark Friedrichshain (Großer Teich)
* Uhrzeit: 16.00 bis 18.00 Uhr

Vor 65 Jahren – am 6. und 9. August 1945 – fielen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki die ersten Atombomben. Seitdem sprechen wir vom Beginn des Atomzeitalters, das die Menschheit bis heute bedroht. Noch immer lagern tausende Atomwaffen in den militärischen Arsenalen und deren Weiterentwicklung und Weitergabe sind nicht gestoppt.

An der Friedensglocke Berlin im Volkspark Friedrichshain (Großer Teich) wollen wir am Freitag, 6. August 2010, um16:30 Uhr (16:00 Uhr Vorprogramm) gemeinsam der Opfer gedenken und zugleich auf heute existierende Gefahren aufmerksam machen.

Wir laden Euch dazu herzlich ein.

Lassen Sie uns gemeinsam an dieser Glocke den Wunsch und die Forderung nach Frieden zum Ausdruck bringen.

Bereits um 08:15 Uhr MEZ wird, zur Erinnerung an den ersten Atombombenabwurf, die Glocke geläutet und mit dem japanischen „Siose Chor“ aus Hyogo (bei Osaka) wollen wir mahnen und gedenken.

Ablaufplan an der Friedensglocke Berlin

05.08.2010 (Donnerstag)
20:00 Aktion „Nacht der 100 000 Kerzen“ zum Gedenken an die Menschen am Vorabend des Atombombenabwurfes

06.08.2010 (Freitag)

08:15 Traditionelles Läuten der Friedensglocke zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfes vor 65 Jahren
16:00 Taikoon japanische Trommelmusik
16:30 Beginn der Gedenkveranstaltung mit dem Läuten der Friedensglocke durch Herrn Prof. Hideto Sotobayashi, Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima
16:35 Kranzniederlegung
16:40 Eröffnung und Grußbotschaft an die Gäste und Teilnehmer im Namen der Veranstalter durch Herrn Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler

16:45 Worte zur Bedeutung der Friedensglocke Frau Dr. Bärbel Schindler-Saefkow, Vorsitzende Deutscher Friedensrat e.V.
Taikoon japanische Trommelmusik
16:55 Verlesen der Grußworte von Herrn Akiba, Bürgermeister der Stadt Hiroshima durch Herrn Dr. J.-P. Steffen, Geschäftsführer IPPNW- Deutschland

17:00 Gedenkrede Frau Xanthe Hall
17:15 musikalische Beiträge des japanischen „Siose Chor“ und des „Hans-Beimler-Chor“
17:25 Ansprachen

  • Deutsch-Japanisches-Forum e.V.
  • Prof. Dr. Eugen Eichhorn
  • Japanischer Künstler
  • Herr Eichi Makihara, Bürgermeister für den Frieden
  • Frau Christina Emmrich, Bürgermeisterin Berlin-Lichtenberg
  • 17:45 musikalischer Beitrag des „Hans-Beimler-Chores“
    18:00 Abschluss durch dreimaliges Schlagen der Friedensglocke, Bernd Mewes, Vors. der Friedensglockengesellschaft

    Ausstellung: Freedom roads! weist den Weg

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    Freedom roads! weist den Weg

    Die deutsche Kolonialgeschichte gerät immer mehr in Vergessenheit oder wird verdrängt. Berlin Postkolonial möchte das Gedenken aufrecht erhalten. Vom 28. August bis zum 03. Oktober wird die von der Amadeu Antonio Stiftung geförderte Wanderausstellung „freedom roads!“ in Berlin gezeigt. Sie thematisiert nach Kolonialherren benannte Straßen und regt die Umbenennung nach Personen des afrikanischen Widerstandes an.

    Die Spuren der Kolonialvergangenheit ziehen sich durch viele europäische Stadtlandschaften in Form von Straßennamen, die an eroberte Gebiete und koloniale Akteure erinnern. Durch zahlreiche Initiativen wurden in den letzten Jahren in vielen europäischen Städten endlich die Weichen für eine kritische Auseinandersetzung mit kolonialen Bezeichnungen gestellt. Doch in Berlin sind Straßen, die nach kolonialen Akteuren benannt sind, bis heute präsent. „Petersallee“, „Lüderitzstraße“ und „Nachtigalplatz“ heißen drei Straßen, welche ein breites Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen umbenennen möchte. Sie befinden sich im „Afrikanischen Viertel“ im Berliner Stadtteil Wedding, welches bereits vor dem ersten Weltkrieg gebaut wurde. Im angrenzenden Vorlkspark „Rehberge“ plante der Hamburger Zoobesitzer Carl Hagenbeck, der nicht nur exotische Tiere, sondern in so genannten „Völkerschauen“ auch Menschen präsentierte, die Errichtung eines großen Tierparks. Die drei Straßen wurden nach den Begründern deutscher Kolonien in Afrika, Carl Peters, Adolf Lüderitz und Gustav Nachtigal benannt.

    Freedom roads! weist den Weg

    Für Berlin Postkolonial gibt es gleich mehrere Anlässe mit „freedom roads!“ eine Ausstellung genau dieses Jahr in Berlin zu präsentieren. Der 125te Jahrestag der Berliner Afrika-Konferenz von 1884/1885 und die damit verbundene „Aufteilung Afrikas“ sowie der deutsche Einstieg in die Kolonialpolitik ist das erste, unerfreuliche Jubiläum. Das positive Jubiläum ist das sogenannte „Afrikanischen Jahr“1960, in welchem 17 Kolonien in Afrika ihre Unabhängigkeit errangen. 2010 feiern diese 17 afrikanischen Staaten den 50ten Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Unter ihnen befinden sich mit Kamerun und Togo auch zwei der ehemaligen deutschen Kolonien. Tansania wird im nächsten Jahr feiern und Namibia begeht 2010 sein 20jähriges Bestehen.

    Berlin Postkolonial möchte einen Beitrag zur antirassistischen kolonialkritischen Erinnerungskultur leisten. Die Ausstellung „Freedom roads!“ geht auf die verheerenden Hinterlassenschaften der Kolonialakteure Peters, Lüderitz und Nachtigal ein und berichtet über die Hintergründe ihrer Ehrung in Berlin. Durch den Bezug zu konkreten Straßen und Ereignissen in Berlin wird globales Wissen lokal vermittelt. Bei der Suche nach potenziellen neuen Namensgeberinnen und Namensgeber liegt der Schwerpunkt auf Frauenbiografien, die bisher kaum erforscht und bekannt geworden sind. Als positives Beispiel dient die Umbenennung des „Gröbenufer“ in „May-Ayim-Ufer“ im Februar dieses Jahres. Das „Gröbenufer“ war nach dem Mitbegründer der Kolonie Groß-Friedrichsburg im heutigen Ghana, Otto Friedrich von der Gröben, benannt. May Ayim war eine Berliner Dichterin und Pädagogin, die sich mit der Geschichte des Kolonialismus und mit Rassismus auseinandersetzte.

    Keine Verdrängung, Auseinandersetzung!

    Weiteres Anliegen der Ausstellung ist die Vermittlung von Wissen über die Befreiung der afrikanischen Länder vom europäischen Kolonialismus. Durch filmische Portraits und Interviews mit afrikanischen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die eindrücklich ihre ganz persönlichen Erinnerungen an den die Zeit schildern, wird die Aufbruchsstimmung zu Beginn der 1960er Jahre lebendig vermittelt. Durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialerbe soll „freedom roads!“ zu einem Dialog führen, der nach Möglichkeiten transkultureller Erinnerung sucht und zu einem respektvollen Miteinander von Menschen afrikanischer und europäischer Herkunft beiträgt.

    Berlin Postkolonial erhofft sich mit „freedom roads!“ Leute aus diversen sozialen Kontexten und verschiedenen Altersgruppen anzusprechen. Unter ihnen sind Jugendliche, die im Rahmen von schulischen Projekttagen zur Ausstellung eingeladen werden. Mit eigenen Medienprojekten werden sie zu dem Thema arbeiten. Auch Studierende werden angesprochen, da man sich von ihnen eine stärkere Integration postkolonialer Themen in ihre Forschungsarbeiten wünscht. Lehrerinnen und Lehrer sollen mit Unterrichtsmaterialien ausgestattet werden. Vor allem aber sollen Mitglieder der afrikanischen Communities sowie Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort zur Beteiligung an Debattte und Ausstellung eingeladen werden.

    Die Botschaft wird weitergetragen

    Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Künstlerin HM Jokinen und zahlreichen Expertinnen und Experten aus Deutschland und Afrika. Dass Berlin nicht der einzige Ausstellungsort sein wird, steht bereits fest. In Städten wie Hamburg, München, Weimar, St. Gallen/Zürich und Frankfurt/Main besteht jetzt schon konkretes Interesse. Die Ausstellung soll von 2010 bis 2012 durch die Schweiz und Deutschland wandern und um Informationen über koloniale Straßennamen in diesen Städten angereichert werden. 2012 wird „freedom roads!“ erneut in Berlin präsentiert. Durch die Anreicherung erhofft sich Berlin Postkolonial, dass „freedom roads!“ 2012 einen bundesweiten Überblick zur Straßenthematik geben kann. Als Abschluss des Wanderausstellungsprojektes wird es ein internationales Treffen postkolonialer Initiativen zur Thematik kolonialer Straßennamen geben.

    von Johanna Eisenhardt

    Freedom roads!

    Galerie August Bebel Institut im Kurt-Schumacher-Haus
    Müllerstraße 163, Berlin-Wedding
    Datum: 28.08.2010 – 03.10.2010

    Greenpeace: 100 Tage Ölkatastrophe: BP macht weiter wie bisher

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    Presseerklärung vom 27. Juli 2010

    Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Konzernzentrale in Bochum und schließen Londoner Tankstellen

    Bochum/London, 27. 7. 2010 – Anlässlich der heutigen Vorstellung der BP-Halbjahreszahlen protestieren Greenpeace-Aktivisten vor der BP-Zentrale in Bochum und an rund 50 Londoner Tankstellen. Die Aktivisten kritisieren damit die ökologische Bilanz des Ölkonzerns: Von seinem jährlichen Umsatz von über 200 Milliarden Dollar investiert BP nicht einmal 0,5 Prozent in klimafreundliche Energien. So plant der Konzern, in den kommenden Jahren lediglich eine Milliarde Dollar in Erneuerbare Energien zu investieren – in riskante Ölförderprojekte lenkt der Konzern dagegen 19 Milliarden Dollar. 100 Tage (morgen, 28. 7. 2010) nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird immer deutlicher, dass Ölbohrungen in der Tiefsee nicht beherrschbar sind und BP nichts aus dem Desaster gelernt hat.

    „Der Ölkonzern BP versucht sich mit dem Firmenslogan “beyond petroleum” („jenseits des Öls“) ein grünes Mäntelchen umzuhängen“, sagt Karsten Smid, Energieexperte bei Greenpeace. „Dass BP es nicht ernst meint mit dem Wandel sieht man an den Investitionen: In riskante Ölförderprojekte lenkt der Konzern 20mal so viel Geld wie in Erneuerbare Energien.“

    Gleichzeitige Aktionen in Bochum und London

    In Bochum halten ölverschmierten Greenpeace-Aktivisten ein Banner: “BP: Raus aus der Tiefsee”. Aus einem rund vier Meter hohen Förderturm spritzt Öl-Imitat. Auf den Flaggen vor dem Gebäude sind die Logos von Aral und BP nun ölverschmiert zu sehen. Zeitgleich haben Greenpeace-Aktivisten in London alle rund 50 BP-Tankstellen geschlossen. Die Aktivisten betätigen die Notschalter der Tankstellen. Um das Wiedereröffnen der Tankstellen zu verhindern, entfernen die Aktivisten einen Teil des Schalters. Hierdurch wird das Wiedereinschalten der Zapfsäulen verhindert. “Closed. Moving beyond petroleum” (Geschlossen. Wir gehen weg vom Öl) steht auf Bannern.

    Weltweit leitet BP insgesamt 32 Ölförderprojekte in der Tiefsee. Allein bei 14 Projekten wird bereits Öl gefördert, neun Tiefseeprojekte werden derzeit vorangetrieben, weitere neun Projekte in einer Tiefe von über 200 Metern sind in Planung. Die Ölkonzerne dringen in immer abgelegenere Gebiete vor, die häufig große Bedeutung für die Biodiversität sowie lokale und globale Ökosysteme haben. Dabei haben sie keine ausreichenden Notfallpläne. Ölkatastrophen nehmen sie somit billigend in Kauf.

    „BP muss seine Unternehmensstrategie umkrempeln und sich von der Tiefsee-Ölförderung verabschieden“, so Smid. „Das ist die einzig logische Konsequenz aus der Ölkatastrophe.“ Greenpeace fordert den Stopp von Ölbohrungen unterhalb einer Wassertiefe von 200 Metern, da Taucher dort nur noch eingeschränkt arbeiten können.

    Anfang August wird das Greenpeace-Schiff ‘Arctic Sunrise’ eine dreimonatige Expedition in den Golf von Mexiko starten. Ziel der Reise ist es, Daten und Informationen über die Auswirkungen einer der größten Ölkatastrophen zu sammeln. Mit an Bord der ‘Arctic Sunrise’ ist die deutsche Greenpeace-Aktivistin Regine Frerichs.

    Das Marxistische Forum

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    wurde im Mai 1995 gegründet. In den Diskussionen dieser Jahre um das Oppositionsverständnis der PDS, die Rolle des Klassenkampfs in der bestehenden Gesellschaft und über den Umgang mit der Eigentumsfrage als Grundlage zur Überwindung des Kapitalismus bildete sich das Marxistische Forum. Sein Ziel ist, den Rang der marxistischen Gesellschaftsanalyse innerhalb der Diskussion in der Partei durch die Verbreitung marxistischen Wissens und dialektischen Herangehens zu erhöhen.

    Das Marxistische Forum setzt sich folgende Schwerpunkte:

    *

    Erarbeiten theoretisch fundierter Analysen und Angebote zu deren Diskussion in Seminaren, Referaten, Arbeitspapieren innerhalb der Partei DIE LINKE zu unterbreiten;

    *

    DIE LINKE als antikapitalistische Partei inhaltlich weiterzuentwickeln;

    *

    DIE LINKE als Partei des Widerstandes gegen das Wiederauferstehen der politischen Rechten in Deutschland und Europa analytisch zu begleiten;

    *

    innerhalb der Partei DIE LINKE Bildungsveranstaltungen, Schulungsveranstaltungen, Referentinnen und Referenten für marxistisch orientierte Theoriebildung anzubieten;

    *

    innerhalb der Partei DIE LINKE gemeinsam den Versuch zu unternehmen, mit marxistischer Gesellschaftsanalyse Vergangenheit und Gegenwart zu untersuchen und Strategien für die Überwindung der heutigen kapitalistischen Verhältnisse zu entwickeln;

    *

    die marxistische Theorie innerhalb der Partei DIE LINKE zu verbreiten – auch in kritischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen linken Theorien und durch Aufnahme neuer Impulse aus gegenwärtig fruchtbarer Theorieentwicklung;

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    den Pluralismus innerhalb der Partei DIE LINKE weiter zu kultivieren.

    Das Marxistische Forum organisiert alle ein bis zwei Monate Treffen, um dort gemeinsam mit Interessierten theoretische und aktuelle Probleme zu diskutieren. In größeren Abständen werden öffentliche Veranstaltungen und Konferenzen organisiert.

    Viele Mitglieder des Marxistischen Forums veröffentlichen eigene Bücher, Artikel oder Stellungnahmen, arbeiten an marxistischen Leseheften mit.

    Im Marxistischen Forum arbeiten Genossinnen und Genossen sowie mit der Partei DIE LINKE Sympatisierende zusammen, die über ein hohes Maß an gesellschaftswissenschaftlichem Interesse verfügen. Das Marxistische Forum versucht Menschen zusammenzuführen, die sich vor allem zu theoretischer und politischer Analyse äußern wollen und können und diese dann gemeinsam mit vielen anderen in die politische Praxis umsetzen.

    Informationen findet Ihr hier und hier

    Greenpeace: Minister Brüderle soll Tiefseebohrungen verbieten lassen

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    Presseerklärung vom 21. Juli 2010

    Minister Brüderle soll Tiefseebohrungen verbieten lassen
    Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Öl-Fontäne vor dem Wirtschaftsministerium

    Berlin, 21. 7. 2010 – Um die Bundesregierung zum Handeln gegen weitere Ölbohrungen in der Tiefsee zu bewegen, demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute vor dem Amtssitz von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). “Minister Brüderle: Tiefseebohrungen stoppen”, ist auf dem Banner der ölverschmierten Aktivisten zu lesen. Zugleich lassen sie eine künstliche Öl-Fontäne vor dem Ministerium sprudeln. Der Minister für Wirtschaft und Technologie hat die Möglichkeit, über die für den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zuständige OSPAR-Konferenz Tiefseebohrungen verbieten zu lassen. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, dass Tiefseebohrungen nicht beherrschbar sind. Deshalb müssen auch in der Nordsee und im Nordostatlantik Bohrungen unterhalb von 200 Metern eingestellt werden.

    “Deutschland muss Verantwortung übernehmen und Maßnahmen gegen Tiefseebohrungen ergreifen“, sagt Jürgen Knirsch, Greenpeace-Ölexperte. „Hierfür muss Herr Brüderle zusammen mit dem Umweltminister Röttgen auf dem Treffen der für den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zuständigen Minister (OSPAR) im September einen Antrag für ein Verbot von weiteren Tiefseebohrungen einbringen. Das Verbot muss für eine Tiefe ab 200 Metern gelten, da Taucher dort nur noch eingeschränkt arbeiten können.“

    Verbotsantrag für Tiefseebohrungen kann noch bis zum 13. August eingereicht werden

    In einem Brief fordert Greenpeace Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, die bevorstehende Sitzung der OSPAR (Oslo-Paris-Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks) dafür zu nutzen einen Antrag für ein sofortiges Verbot von Tiefsee-Ölbohrungen einzubringen. Das Treffen findet vom 20. bis 24. September 2010 im norwegischen Bergen statt. Der Antrag kann noch bis zum 13. August eingereicht werden. Dieser kann mit der Katastrophe im Golf von Mexiko und dem Vorsorgeprinzip begründet werden. Das Vorsorgeprinzip ist eines der Leitprinzipien des OSPAR-Übereinkommens.

    Das 1998 in Kraft getretene OSPAR-Übereinkommen ersetzt die früheren Übereinkommen von OSlo (1972) und PARis (1974). Zu den sechs OSPAR-Arbeitsbereichen zählt auch die Offshore Öl- und Gasindustrie. Bekannt wurde OSPAR 1998 durch ein grundsätzliches Verbot der Abfallbeseitigung auf See. Die OSPAR-Konferenz kann Empfehlungen oder verbindliche Beschlüsse verabschieden. Diese gelten für die Nordsee und den Nordostatlantik.

    Greenpeace-Kontrollflüge zeigen die Probleme vor der Haustür

    Ende Mai hatte Greenpeace mit einem Überflug 25 der rund 400 Ölförderanlagen vor der dänischen, norwegischen und britischen Küste überprüft. An fünf Anlagen wurden Ölteppiche festgestellt. Die Menge des eingeleiteten Öls in die Nordsee ist in den vergangenen 30 Jahren erheblich gestiegen. Nach Angaben der OSPAR waren es 1984 rund 1.700 Tonnen Öl, 1994 rund 6.000 Tonnen und 2005 rund 13.000 Tonnen.

    Cuba Sí startet eine neue Spendenaktion

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    Wir möchten für unsere Milchprojekte in Kuba einen Bulldozer kaufen, damit die von Marabú überwucherten Flächen wieder landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden können. Bitte spenden Sie für den Kauf eines Bulldozers. Helfen Sie, damit auch in Zukunft jedes kubanische Kind seinen täglichen Liter Milch bekommt!

    Marabú ist ein Fluch für die kubanische Landwirtschaft. Dieser eingeschleppte Dornenstrauch pflanzt sich über tiefe unterirdische Sprosse, Stengelfragmente und Unmengen produzierter Samen fort. Diese sind feuerunempfindlich, bleiben über viele Jahre fruchtbar und zersetzen sich auch nicht im Verdauungstrakt von Tieren. Durch seine rasante Ausbreitung gehen kostbare Flächen für Viehzucht und Lebensmittelanbau verloren. Derzeit sind in Kuba ca. 1,2 Millionen Hektar befallen – ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Solche fruchtbaren Böden wollen wir gemeinsam zurückgewinnen, um die Ernährungssicherheit Kubas weiterhin zu stabilisieren.

    Ursprünglich stammt die Marabúpflanze aus der Kalahari-Wüste im Süden Afrikas. Vermutlich wurde sie als Zierstrauch Ende des 19. Jahrhunderts nach Kuba eingeschleppt. Mangelnde Kenntnisse im Umgang mit dieser Pflanze, die ungezügelte Abholzung der Wälder bis Anfang des 20. Jahrhunderts und die tropische Feuchtigkeit haben dazu beigetragen, dass sich der Marabú sehr schnell über das gesamte kubanische Territorium ausbreiten konnte. Für die Bekämpfung des Marabú gibt es zwar mittlerweile Herbizide, die jedoch zu einer Kontaminierung des Bodens führen. Deshalb finden sie in den Cuba Sí-Projekten keine Anwendung.

    Mit dem Einsatz eines Bulldozers ist es möglich, die Böden von der Marabúpflanze samt Wurzeln zu befreien. Eine sofortige landwirtschaftliche Nutzung der so behandelten Flächen kann die Wiederkehr des Marabú verhindern.

    Jeder zurückgewonnene Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche trägt zu einer höheren Effizienz der kubanischen Land- und Weidewirtschaft bei – gegenwärtig muss Kuba noch immer rund 80 Prozent seiner Lebensmittel importieren.

    Auch darf nicht vergessen werden: Kuba ist seit fast 50 Jahren einer aggressiven Blockadepolitik der USA ausgesetzt. Der dadurch begrenzte Zugang zum Weltmarkt erschwert auch die technische Modernisierung der kubanischen Landwirtschaft.

    Vor dem Hintergrund explodierender Weltmarktpreise für Lebensmittel ist die Rückgewinnung fruchtbarer Flächen in Kuba die richtige Antwort, um auch weiterhin jedem kubanischen Kind seinen täglichen Liter Milch zu garantieren.

    Bitte unterstützen Sie unsere Solidaritätskampagne „Milch für Kubas Kinder“ – spenden Sie für den Kauf eines Bulldozers zur Rodung von Marabú befallenen Flächen auf den Cuba Sí-Milchprojekten!

    Sonderspendenkonto beim Parteivorstand DIE LINKE/Cuba Sí,
    Nummer 13 222210, Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00,
    VWZ bitte unbedingt angeben: Milch für Kubas Kinder/Bulldozer
    (Spendenbescheinigung aufWunsch)

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