Archive for Februar, 2011

Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen! Vom Anfang bis zum Ende!

0

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Aufruf

Berlin, 27. 02. 2011

Wahlkampf von “Pro Deutschland” zum Wahlkrampf machen!
Vom Anfang bis zum Ende!
04. März ab 17.30 Uhr rund um das Rathaus Zehlendorf!

Am Freitag, den 04. März 2011 will der “Pro Deutschland Landesverband Berlin” ab 19.00 Uhr eine Mitgliederversammlung im Rathaus Zehlendorf durchführen. Als Anlass sollen die anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im September 2011 in Berlin fungieren.

Das Bündnis “Rechtspopulismus stoppen” unterstützt die Proteste lokaler Parteien, Jugendorganisationen, Vereine, Organisationen und Initiativen aus Steglitz-Zehlendorf und ruft mit dazu auf, am 04. März ab 17.30 Uhr Gesicht gegen Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen zu zeigen. Mit unseren bisher nicht genehmigten Anmeldungen vor dem Rathauseingang Kirchstraße und Zehlendorfer Damm/ Ecke Kirchstraße wollen wir solidarisch mit den anderen Anmelder_innen und Unterstützer_innen rund um das Rathaus agieren. Gleichzeitig soll so den teilweise unterschiedlichen politischen, inhaltlichen und aktionsorientierten Ausrichtungen der Akteur_innen Rechnung getragen werden. Dabei gilt für uns der Aktionskonsens vom 13. und 19. Februar in Dresden, der auch die friedliche Protestform des zivilen Ungehorsams nicht ausschließt.

Laut Ankündigung von “Pro Deutschland” wird der schwedische Neonazi, angebliche Millionär und Begründer der extrem rechten “Kontinent Europa Stiftung” Patrik Brinkmann als zukünftiger Berliner Landesvorsitzender in Stellung gebracht werden. Auch seine Kandidatur für die Wahlen zur BVV Steglitz-Zehlendorf wurde neben der
Kreisverbandsgründung angekündet.

Die selbsternannte Bürgerbewegung “Pro Deutschland” hetzt u.a. gemeinsam mit rassistischen oder teils faschistischen Parteien wie Vlaams Beelang, Lega Nord, Front National, FPÖ, SVP, den Schwedendemokraten und der Dänischen Volkspartei sowie in einer Reihe mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und Freien Wählervereinigungen gegen Migrant_innen insbesondere Muslim_innen. Dabei fantasieren sie den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei.

Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild “Islam” Migrant_innen auszugrenzen.

Sozioökonomische und politische Aspekte werden als kaum zu überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der Islam als eine Art Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu legitimieren.

Brinkmann selbst konstruiert Bedrohungsszenarien wie „Der Islam verhüllt seine Frauen und treibt europäische Frauen in die Prostitution.“ und schloss dieses mit den Worten: „Der in spätrömische Dekadenz verfallende Klaus Wowereit tut nichts dafür, um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden. Klar, er macht ja selbst mit. Er gehört genau aus dem Roten Rathaus verbannt, wie die Schwulenparaden aus der Stadt. Berlin darf nicht Sodom und Gomorrha werden.“ Schon Ende 2009 noch als Mitglied der DVU äußerte Brinkmann sich homophob in einem Interview zu einer Klage beim Verfassungsgericht gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften. Zuletzt fielen Patrick Brinkmann und /oder Manfred Rouhs mit “Pro Deutschland” durch das abstruse Wahlkampfthema, der Bildung eines “Bundeslandes Preußen mit Kerngebiet Berlin-Brandenburg” oder durch Flyeraktionen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin sowie antiziganistische Sympathiebekundungen für Sarkozy´s Massenabschiebungen von Sinti und Roma und Nachahmungsempfehlungen für Berlin auf.

Derzeitiger Noch-Landesvorsitzender ist Manfred Rouhs, Mitglied im Kölner Stadtrat für die extrem rechte “Bürgerbewegung Pro Köln” sowie Mitglied der extrem rechten Vereinigung “Pro NRW”. Über die Jungen Nationaldemokraten (JN), die Republikaner und die Deutsche Liga für Volk und Heimat führte sein Weg zu “Pro Köln”, bevor er “Pro Deutschland” gründete und seine Aktivitäten nach Berlin verlegte.

Wir stellen uns diesen Rassist_innen und Rechtspopulist_innen entgegen und treten für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes, friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben aller Menschen ein.

Deshalb:

Keinen Fußbreit den Nazis und Rassist_innen! Weder in Berlin noch sonst irgendwo!

Bisherige Anmeldungen:

1. Rathauseingang Kirchstraße oder Zehlendorfer Damm/ nördlich der Kirchstraße (Bündnis
„Rechtspopulismus stoppen)
2. Zehlendorfer Damm/ südlich der Kirchstraße (lokales Bündnis Steglitz –Zehlendorf)
http://www.buntundrespektvoll.de/
3. Demo ab S-Bhf. Zehlendorf über Martin-Buber Str. bis Ecke Kirchstraße (Jusos)
Achtet auf aktuelle Ankündigungen! http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/)

Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

0

Für eine weltoffene und tolerante Stadt, gegen Rassismus, Hetze und Nationalismus.

Am Freitag, den 4. März 2011 will der Berliner Landesverband der Partei „Pro Deutschland“ den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf im Rathaus Zehlendorf gründen. Laut Terminankündigung sollen auch die Kandidaten der Partei für die Wahlen im September 2011 bestimmt werden. Der Unternehmer Patrik Brinkmann, der in Zehlendorf wohnt und durch zahlreiche Spenden an NPD, DVU und die rechtspopulistische Szene sowie durch seine Parole „das Kernproblem sind nicht die Juden, sondern die Muslime“, bekannt wurde, soll den Wahlkampf koordinieren. Zudem soll die Versammlung einen neuen Berliner Landesvorstand wählen, wobei Brinkmann für das Amt des Landesvorsitzenden vorgeschlagen ist.

Als Gast wird auch der Vorsitzende von „Pro Köln“ erwartet. Im Verfassungsschutzbericht von NRW wird diese Gruppierung als „rechtsextrem“ eingestuft, da sie mit „pauschalisierenden Äußerungen Ausländer sowie Zuwanderer wegen ihrer Abstammung und/oder Religionszugehörigkeit ausgrenzt und als kriminell oder nicht integrierbar dargestellt hat.“

Die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“ reduzieren gesellschaftliche Auseinandersetzung auf Ressentiments, Islamfeindlichkeit und Rassismus. Wir nehmen ihre Propaganda als das was sie ist: einen gezielten Angriff auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen – unabhängig von Religion und Herkunft. Solche Angriffe werden wir nicht dulden. Wo Bürgerinnen und Bürger ausgegrenzt werden, können wir nicht weg sehen. Wir müssen präsent sein und den Ausgrenzern ein breites Bündnis der Vielfalt entgegen stellen.

Deshalb wollen wir ein Zeichen für ein tolerantes Steglitz-Zehlendorf und eine weltoffenes Berlin setzen, eine Stadt, die die Menschenwürde schützt und die Religionsfreiheit achtet, weil sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung von Pro Deutschland aktiv, friedlich und präsent zu begleiten.

Kein Platz für Pro Deutschland in Steglitz – Zehlendorf

Wir rufen alle auf:
Kommen Sie zur Kundgebung am 4. März 2011, um 18:00, vor dem Rathaus Zehlendorf.

Erstunterzeichner/ -innen:
Helgard Gammert, BALI-Kino
Ingrid Alberding, Geschäftsführerin Stadtteilzentrum Mittelhof e.V
Thomas Mampel, Geschäftsführer Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
Johannes Haerkötter, Fielmann
Caforio Leo, Trattoria Sotto Sopra
Iris Hoffmann, Tea Room
Jens Schmahljohann, Tam Tam Spielwaren
Ronald Böhmer, Wohltat’sche Buchhandlung, Filiale Teltower Damm
Harald Sommer, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
Lukas Müller, Schulsprecher Droste-Hülshoff-Schule (Gymnasium)
Stephan Thies und Lukas Barker, Schulsprecher Schadow-Gymnasium
Rainer Brandt, Schauspieler
Ursula Heyer Schauspielerin
Johnny Strange, Culcha Candela
Klaus Abel, Zweiter Bevollmächtigter IG Metall Verwaltungsstelle Berlin,
Tobias Baur, Humanistische Union, LV Berlin-Brandenburg
Edith Pfeiffer, VVN-BdA
Dirk Stegemann, Rechtspopulismus Stoppen
Claus Kittsteiner, Sprecher Berliner Wassertisch
Norbert Kopp (CDU), Bürgermeister Steglitz-Zehlendorf

Autoren:

Benedikt Lux, MdA (GRÜNE), Ruppert Stüwe (SPD)

Unterzeichner / -innen:

Barabara Loth (SPD). Stadträtin für Wirtschaft und Gesundheit
Christa Markl-Vieto, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen
Eberhard Speckmann, LINKE Steglitz-Zehlendorf
Thomas Rudek u. Sabine Finkenthai Volksbegehren „Berliner Wasser“
Günther Schultze, Netzwerk Integration Südwest
Claus Gerwald, Piratenpartei Steglitz-Zehlendorf

Die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf hat einstimmig zum Protest aufgerufen.

Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren

0

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Berliner Polizei versucht Proteste am 04. März in Zehlendorf „präventiv“ zu kriminalisieren

Nach dem am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochenen Anmelder_innengespräch zu den geplanten Protesten am 04. März gegen „Pro Deutschland“ vor dem Rathaus Zehlendorf erklärt das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“:

„Wir werden weder widerstandslos auf das Recht verzichten, in Sicht- und Hörweite der Rassist_innen von „Pro Deutschland“ zu protestieren, noch die erneute Kriminalisierung von antifaschistischen und antirassistischen Protesten hinnehmen. Das Bündnis ´Rechtspopulismus stoppen´ ist sich in dieser Sache einig: Keinesfalls darf das nächste Rathaus in Berlin komplett durch Rassist_innen vereinnahmt werden!“

Da nun feststeht, dass „Pro Deutschland“ ihre geplante Veranstaltung im Rathaus Zehlendorf nicht öffentlich durchführen wird, dürfte sich auch die angekündigte Strategie der Berliner Polizei bestätigen. Diese sieht nicht nur die Verlegung der Proteste des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ fernab jeglicher Sicht und Hörweite vor das Finanzamt vor. Auch das Straßenfest des lokalen Bündnisses, welches sich ebenfalls aus Parteien, Organisationen, Vereinen und Initiativen zusammensetzt, soll vom ursprünglichen Anmeldepunkt südlich hinter die Eingänge zum Rathaus verlegt werden. Somit beabsichtigt die Berliner Polizei gleich alle drei Haupteingänge für „Pro Deutschland“ zu sichern, einzig zu Lasten der Versammlungsfreiheit der Anmelder_innen der Proteste.

Als Begründung wird eine Gefahrenprognose konstruiert, die sich dieses Mal nicht nur auf die erneute Kriminalisierung des Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ konzentriert, wobei außer den Protesten vor dem Rathaus Schöneberg im Juli vergangenen Jahres nun auch grundlos die vor dem Rathaus Neukölln erwähnt wurden. Darüber hinaus reicht der Polizei jetzt schon die bloße Gelegenheit, dass auch aus der Versammlung des lokalen Bündnisses vereinzelte Personen Straftaten begehen könnten, zu einer Einschränkung des Versammlungsrechtes. Einzig die Demonstration vom S-Bhf. Zehlendorf hinterm Rathaus entlang bis zur Ecke Kirchstraße wurde nicht eingeschränkt.

Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ hat nun als Ausweichvariante eine Veranstaltung Teltower Damm oberhalb der Kirchstraße angemeldet, um die Sicht- und Hörweite für die Proteste einzufordern. Gegebenenfalls müssen die geplanten sowie eventuell noch folgenden weiteren polizeilichen Auflagen juristisch überprüft werden.

Dazu der Sprecher des Bündnisses, Dirk Stegemann weiter:

“Die Einschränkungen der Proteste sind nicht nur unverhältnismäßig, sondern komplett überflüssig. Die ursprünglichen Anmeldungen enthalten keinerlei Einschränkungen für die Veranstaltung der Rassist_innen im Rathaus Zehlendorf. Darüber hinaus sind jetzt auch das Bezirksamt und die sogenannten etablierten Parteien gefordert. Neben der Prüfung der Kündigung des Mietvertrages für eine jetzt der Öffentlichkeit nicht mehr zugängliche Veranstaltung in einem öffentlichen Raum, wodurch sich einzig der Propagandazweck der Ortswahl zu bestätigen scheint, können gleichzeitige Veranstaltungen im Rathaus einer kompletten Vereinnahmung durch „Pro Deutschland“ entgegen wirken.“

Kein Platz für Nazis und Rassist_innen! Nirgends in Berlin!

VENRO begrüßt parteiübergreifenden Konsens zum Entwicklungshaushalt: „Versprechen müssen gehalten werden.“

0

VENRO begrüßt parteiübergreifenden Konsens zum Entwicklungshaushalt:
„Versprechen müssen gehalten werden.“

Bonn, 25. Februar 2011 – Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) begrüßt, dass sich heute Abgeordnete aller fünf Fraktionen des Bundestages dem „Aufruf für einen entwicklungspolitischen Konsens zur Erreichung des 0,7 Prozent-Ziels“ angeschlossen haben. Die Unterzeichner des Aufrufs fordern unter anderem eine Steigerung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit um 1,2 Milliarden Euro im Haushalt 2012.

Deutschland hat sich unter anderem mit dem Stufenplan der EU verpflichtet, die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu steigern. Gegenwärtig sind es gerade mal 0,38 Prozent. „Um diese Vereinbarung einzuhalten, müssten die entsprechen Haushaltstitel im kommenden Jahr eigentlich um noch mehr als die 1,2 Milliarden Euro aufgestockt werden“, so VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich Post. „Doch die Initiative der Abgeordneten verdient alle unsere Unterstützung. Sie ist ein erfreuliches Signal und demonstriert noch einmal die große Übereinstimmung in dieser Frage.“

Bereits im letzten Jahr hat die OECD Deutschland darauf hingewiesen, dass der Haushalt 2012 die letzte Chance für die Bundesregierung darstelle, die 0,7 Prozent-Zusage noch zu erreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält zwar weiterhin an dem Ziel fest, setzt sich aber nach Meinung von VENRO nicht konsequent genug für die notwendige Umsetzung ein. So müssten im Haushaltsentwurf 2012 die Zusagen der internationalen Entwicklungs- und Klimafinanzierung berücksichtigt werden.

Gleichzeitig weist VENRO auch darauf hin, dass mehr Geld alleine nicht ausreichend ist, um die weltweite Armut zu bekämpfen. „Entwicklungszusammenarbeit muss deutlich stärker nachweisen, dass sie wirksam ist und angestrebte Ziele auch erreicht. Wenn sich die Geberländer beispielsweise konsequenter an die Prinzipien der „Paris-Erklärung zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit“ halten würden, dann wären wir schon einen großen Schritt weiter. Leider schwächelt das Entwicklungsministerium bei der Umsetzung dieser Prinzipien“, sagt Post.

Es sei im übrigen auch nicht seriös, die Kriterien für die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) aufzuweichen, um das 0,7 Prozent-Ziel leichter zu erreichen – etwa durch die Anrechnung der Kosten von Blauhelmeinsätzen in Entwicklungsländern.

Aufruf zu einem fraktionsübergreifenden entwicklungspolitischen Konsens zur Erreichung des 0,7%-Ziels

0

Das Versprechen einhalten!

Aufruf zu einem fraktionsübergreifenden entwicklungspolitischen Konsens zur Erreichung des 0,7%-Ziels

Das Versprechen der Industrienationen, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens mit den Ärmsten der Armen zu teilen und für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen, ist mehr als 40 Jahre alt.

Insbesondere die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben dieses Versprechen bekräftigt und konkretisiert und sich 2005 selbst verpflichtet, das 0,7%-Ziel spätestens 2015 zu erreichen. Es wurden auch verbindliche Zwischenziele festgelegt. So hätte Deutschland zum Beispiel bis 2010 eine ODA-Quote von mindestens 0,51%erreichen sollen.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Deutschland dieses Zwischenziel nicht erreicht hat. Seitdem es das 0,7%-Ziel gibt, haben sich bisher alle Bundesregierungen zwar grundsätzlich dazu bekannt – aber nie die
Finanzmittel in den Haushalt eingestellt, die dem Pfad zur Erreichung dieses Ziels entsprochen hätten. Gleiches gilt für die jetzige Bundesregierung.

Vor dem Hintergrund der unbefriedigenden ODA-Bilanz aller bisherigen und der jetzigen Bundesregierungen rufen wir dazu auf, von gegenseitigen Schuldzuweisungen abzusehen und es künftig gemeinsam besser zu
machen.

Das Beispiel Großbritannien zeigt, dass es möglich ist, die Erreichung des 0,7%-Ziels aus den parteipolitischen Auseinandersetzungen herauszuholen und einen breiten entwicklungspolitischen Konsens im Parlament zu erzielen, der auch von der Mehrheit der Bevölkerung begrüßt wird. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise und einem Haushalt, der in vielen Sektoren drastische Sparmaßnahmen vorsieht, steigert Großbritannien aktuell seine Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe und wird aller Voraussicht nach das 0,7%-Ziel schon 2013 erreichen.

Nach mehr als 40 Jahren Proklamierung des 0,7%-Ziels und knapp vier Jahre vor dem Zieljahr 2015 ist es auch in Deutschland höchste Zeit für einen partei- und fraktionsübergreifenden entwicklungspolitischen Konsens:

Das Versprechen muss konsequent umgesetzt und ein Entwurf für den Haushalt 2012 sowie für die mittelfristige Finanzplanung vorgelegt werden, mit dem das 0,7%-Ziel bis 2015 tatsächlich erreicht werden kann.

Um das Versprechen einhalten und die ODA-Lücke schließen zu können, müssten in den kommenden vier Jahren im Bundeshaushalt die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe beträchtlich aufwachsen – im Schnitt pro Haushaltsjahr um mindestens 1,2 Milliarden Euro. Ergänzt um innovative Finanzierungsinstrumente könnte so ein wesentlicher Beitrag zur Schließung der ODA-Lücke geleistet werden.

Dies ist angesichts der enormen globalen Herausforderungen – rund eine Milliarde Menschen hungern –im wahrsten Sinne desWortes NOT-wendig.

Ob die notwendigen Finanzmittel aufgebracht werden können, ist vor allem eine Frage der Prioritätensetzung. Ob wir auf die gebotene Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit verweisen, auf christliche Nächstenliebe, internationale Solidarität oder weltweite Gerechtigkeit – wir fühlen uns moralisch dazu verpflichtet, auf die Einhaltung der 0,7%-Zusage zu drängen und fordern das Bundeskabinett und den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf, die dafür notwendigenWeichen zu stellen.

Selbstverständlich muss auch dieWirksamkeit und Effizienz der deutschen und der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Qualität und Quantität dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides muss gesteigert werden, um die Millenniumsentwicklungsziele bis 2015 doch noch erreichen zu können.

Ein entwicklungspolitischer Konsens zur Erreichung des 0,7%-Ziels sollte von allen Fraktionen gemeinsam getragen und gemeinsam verantwortet und so parteipolitischen Profilierungsversuchen entzogen werden.

Dafür werden wir uns mit aller Überzeugung einsetzen.

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:

Holger Haibach, MdB (CDU/ CSU Fraktion)
Heike Hänsel, MdB (Fraktion Die Linke)
Thilo Hoppe, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Dr. Bärbel Kofler, MdB (SPD Fraktion)
Harald Leibrecht, MdB (FDP Fraktion)
SabineWeiss, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Kerstin Andreae, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Heidrun Bluhm, MdB (Fraktion Die Linke)
Helga Daub, MdB (FDP Fraktion)
Gernot Erler, MdB (SPD Fraktion)
Hartwig Fischer, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Annette Groth, MdB (Fraktion Die Linke)
Joachim Günther, MdB (FDP Fraktion)
Dr. Barbara Hendricks, MdB (SPD Fraktion)
Anette Hübinger, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Uwe Kekeritz, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Ute Koczy, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Burkhard Lischka, MdB (SPD Fraktion)
Agnes Malczak, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Niema Movassat, MdB (Fraktion Die Linke)
Sibylle Pfeiffer, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Dr. Sascha Raabe, MdB (SPD Fraktion)
Dr. Christiane
Ratjen-Damerau, MdB (FDP Fraktion)
Karin Roth, MdB (SPD Fraktion)
Dr. Christian Ruck, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Johannes Selle, MdB (CDU/CSU Fraktion)
Harald Terpe, MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD Fraktion)
HalinaWawzyniak, MdB (Fraktion Die Linke)
Manfred Zöllmer, MdB (SPD Fraktion)

Castor Schottern lehnt gemeinsam mit anderen Widerstandsgruppen Auswertungsgespräch mit der Polizei ab

0

Kampagne Castor Schottern

Pressemitteilung Nr.1/2011 vom 25. Februar 2011

+++ Castor Schottern lehnt gemeinsam mit anderen Widerstandsgruppen Auswertungsgespräch mit der Polizei ab +++ Wenn es einen Castor-Transport 2011 ins Wendland gibt, wird wieder geschottert +++ Castor Schottern fordert Stopp der Transporte, kein Endlager in Gorleben und die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen +++

In einer gemeinsamen Erklärung wiesen gestern Bäuerliche Notgemeinschaft. Bürgerinitiative Umweltschutz, widerSetzen, X- tausendmal quer, widerStandsNest Metzingen, Ermittlungsausschuss Wendland und die Kampagne Castor Schottern eine Einladung der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen zur gemeinsamen Auswertung der Castor-Proteste zurück.

Sonja Schubert: “Die Polizei hat sich auch 2010 wieder wie eine Besatzungsmacht im Wendland aufgeführt. Mit Besatzern werten wir aber nichts gemeinsam aus, sondern wir Protest- und Widerstandsgruppen erarbeiten stattdessen gemeinsam Strategien zur Beendigung der Castortransporte und der sie begleitenden Polizeieinsätze. Die BäuerInnen haben mit ihren dezentralen Treckerblockaden vorgemacht wie die Einsatzfähigkeit der Polizei zu beschränken ist.”

Christoph Kleine: “Nach den Castor-Protesten 2010 sollten die politisch Verantwortlichen begriffen haben: Weitere Castortransporte ins Wendland, ein Endlager in Gorleben und der Weiterbetrieb der Atomanlagen sind politisch nicht durchsetzbar.”

Peter Bachstein: “Für das, was Regierung, Atomindustrie und meinetwegen auch die Polizei unbedingt wissen müssen, braucht es auch gar keine besondere Auswertung, das können wir ihnen auch so ganz kurz und knapp zurufen: Bereitet euch schon mal vor auf eure nächste politische Niederlage im Wendland, denn im kommenden November wird der Tanz auf den Strassen und an den Gleisen garantiert noch schwungvoller sein als im vergangenen Jahr.”

Die Kampagne Castor Schottern hat bei mehreren Treffen ein positives Resümee der Aktivitäten im Jahr 2010 gezogen. Eine ausführliche, schriftliche Fassung werden wir Anfang März vorstellen. Ein Ergebnis steht jedoch schon jetzt fest: Auch 2011 wird es im Falle eines Castor-Transportes ins Wendland massiven Widerstand der Kampagne Castor Schottern geben.

akwsunHanna Spiegel: “Sollte der Castor im kommenden Herbst tatsächlich ins Wendland rollen, wird es einen noch zahlreicheren und besser vernetzten Widerstand als 2010 geben. Wir sind schon jetzt in der Vorbereitung und werden erneut massenhaft zu den Transportwegen des Castors gehen und diese unbefahrbar machen. Wir bauen dabei auf das gewachsene Vertrauen zwischen allen Widerstandsgruppen und Initiativen im Wendland auf, das schon die Aktionen im November 2010 geprägt hat. Die Kampagne Castor Schottern ist Bestandteil einer Gesamtchoreografie des Widerstandes, die sich in ihrer Vielfalt mit einem klaren NEIN der Atompolitik von Bund und Land entgegenstellt.”

Mischa Aschmoneit: “Die Polizei war 2010 bereits am Ende ihrer Kapazitäten. Wir hingegen sind optimistisch, 2011 deutlich mehr AktivistInnen an die Schienen zu mobilisieren. Wir und die anderen Widerstandsgruppen haben aus unseren Erfahrungen gelernt – Bundes- und Landesregierung wären daher klug beraten, die weiteren Castor-Transporte nach Gorleben und in andere Zwischenlager abzusagen.”

Den Text der gemeinsamen Erklärung aller Protest- und Widerstandsgruppen
finden Sie auf unserer Homepage.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Sonja Schubert, 01522-7883212
Hanna Spiegel, 0174-5276885
Mischa Aschmoneit, 0157-88662337
Peter Bachstein, 0162-8760927
Christoph Kleine, 0172-9006161

Naturfreunde Österreich: “Gipfel stürmen” gegen EURATOM

0

(TP/OTS) – Die Naturfreunde appellieren an alle Österreicherinnen und Österreicher den Ausstieg aus EURATOM aktiv mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Das Volksbegehren liegt von 28.Februar bis 7. März 2011 in allen Gemeindeämtern und Magistraten zum Unterschreiben auf.

Jede Stimme zählt

Das Volksbegehren “Raus aus EURATOM” hat das Ziel, den Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM zu erreichen. Wie bei der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf sollen die ÖsterreicherInnen ein Votum abgeben können, das für die Politik verbindlich ist. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2008 haben bereits 78% für einen Ausstieg gestimmt und 81% lehnten die Unterstützung der europäischen Atomindustrie mit österreichischen Steuergeldern ab. “Jetzt kommt es darauf an, sich zu diesen
Forderungen zu bekennen und den Ausstieg aus EURATOM aktiv zu unterstützen”, so DI Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich.


“Gipfel stürmen” gegen EURATOM

Um auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen, wurde die Aktion “100 Berggipfel stürmen und EURATOM-Volksbegehren bewerben” ins Leben gerufen. Die Naturfreunde Vorarlberg hissten das “Raus aus EURATOM”-Transparent nicht nur als erster am höchsten Berg Österreichs, am Großglockner, sondern waren auch beim 100. Gipfelsieg mit dabei. Diesmal ging es auf die westliche Kromerspitze (2865 m) in der Silvretta.


Forderung nach “Euro-Energy”

Die Naturfreunde Österreich fordern den Ausstieg Österreichs aus dem EURATOM-Vertrag und die Gründung einer Gemeinschaft “Euro-Energy”, die europaweit die Weiterentwicklung ökologischer und nachhaltiger Energien vorantreibt und die nationalen Ökoenergieprogramme vernetzt. “Damit könnten die Gelder, die aus
Österreich und anderen Atomenergie-ablehnenden Mitgliedsländer bisher der Atomenergie zugute kamen, für die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienzmaßnahmen verwendet werden”, führt Naturfreunde-Vorsitzender Dr. Karl Frais aus.

Appell der Naturfreunde

Die Naturfreunde rufen jede Österreicherin und jeden Österreicher dazu auf, von seinem/ihrem Recht Gebrauch zu machen und das Volksbegehren zu unterschreiben, um ein verbindliches NEIN zur Atomenergie abzugeben!

NaturFreunde: Erneuerbar statt atomar! Baden-Württemberg sagt: Ade, EnBW!

0

Erneuerbar statt atomar!

Baden-Württemberg sagt: Ade, EnBW!

Wir können alles. Außer Erneuerbare? Baden-Württembergs Regierung setzt auf Atomstrom. Nachdem sich Frankreichs Atomstromproduzent EDF aus dem Ländle und seinem Versorger EnBW zurückgezogen hat, weil er die Zukunftsaussichten für Atomstrom in Deutschland negativ einschätzt, verstaatlicht Ministerpräsident Mappus den Konzern kurzerhand. Bis zu 6 Milliarden Steuergelder werden eingesetzt, damit die von CDU und FDP beschlossene Laufzeitverlängerung für die Atommeiler bis zur letzten Kilowattstunde ausgeschöpft werden kann. EnBW ist der Energieversorger mit dem höchsten Atomstromanteil im Energiemix. Nach Konzernangaben stammten 2009 mehr als 57% der von EnBW erzeugten Energie aus Atommeilern. Kohle und Gas brachten weiter 32%. Erneuerbare? Die mageren 11% stammen in erster Linie aus alten Wasserkraftwerken. Baden-Württemberg gerät bei den erneuerbaren Energien immer mehr zum Schlusslicht, eine Folge der Staatsintervention. Denn schon lange wird EnBW vor allem von der Politik gesteuert. Wenn die CDU den EnBW-Deal des Ministerpräsidenten Mappus kommentiert, lautet das so: „Die EnBW soll nicht zum Spielball der Politik werden, erst recht nicht von Ideologen.”. Das klingt nach „Haltet den Dieb!” und soll wohl auch schon mal für einen möglichen Wechsel vorsorgen.

Tatsächlich gibt es eine Wechselstimmung im Land. 6 Millionen Kunden von EnBW müssen sich nicht zu Gefangenen der Atomideologie von Mappus und Gönner machen lassen. Wer der schärfsten Atomlobby entgegen treten will, hat dazu drei einfache Möglichkeiten:

NFDstromwechsel_banner_125x125Neu_P_011. sich engagieren und mitmachen bei der Menschenkette gegen die Atompolitik zwischen Neckarwestheim und Stuttgart am 12.03.2011,

2. mit dem Stimmzettel am 27. März Atompolitikern eine Absage erteilen,

3. sofort den Stromanbieter wechseln und selbst schon mal aussteigen und umsteigen zu Erneuerbaren. Ade, EnBW!

Diese und künftige Landesregierungen in Baden-Württemberg rufen wir auf, die Beteiligung an EnBW zu nutzen, um den Atomausstieg zu beginnen und eine dezentrale Energieversorgung auf der Basis von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu fördern. Das schafft Arbeitsplätze mit Zukunft und sollte auch den EnBW-Aufsichtsräten von Verdi als Arbeitnehmervertretern den Einstieg in den Umstieg erleichtern.

Wechselstimmung? Dann wechseln Sie sofort! EnBW, ade!

Hier können Sie den Appell unterschreiben: www.enbw-ade.de

NEIN zur Ratifizierung der Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru

0

Keine weiteren Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten

NEIN zur Ratifizierung der Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Zentralamerikas, Kolumbien und Peru

Erklärung der Organisationen, Netzwerke und sozialen Bewegungen aus Zentralamerika, der Andenregion und Europa

Der sechste EU-Lateinamerikagipfel von Staats- und Regierungschefs fand in Madrid (Spanien) am 18. Mai 2010 statt. Während dieses Treffens wurden die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika und ein Multi-Parteien-Handelsabkommen zwischen der EU und Kolumbien und Peru abgeschlossen.

Die verschiedenen Netzwerke und sozialen Bewegungen aus den drei Regionen, die die Gelegenheit hatten, im Rahmen des Alternativengipfels der Völker in Madrid zu sein, diskutierten die Reichweite und die möglichen Auswirkungen der Abkommen und vereinbarten die Koordinierung von Aktivitäten, um die Öffentlichkeit über deren Auswirkungen und die in den Abkommen enthaltenen Gefahren zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren.

Als Teil dieses Prozesses veröffentlichen sie die folgende Erklärung:

Die Weltwirtschaftskrise hat das Freihandelsparadigma, auf dem die Abkommen basieren, in Frage gestellt. Die Freihandelslogik, die in den zwischen der EU und Zentralamerika sowie zwischen der EU und Kolumbien und Peru vereinbarten Abkommen vorherrscht, befindet sich an einem kritischen Punkt. Obendrein schränkt dieses Modell die Autonomie der beteiligten Staaten ein, die eigentlich die regionale und nationale Entwicklungspolitik im Sinne der Mehrheit ihrer Bevölkerung fördern sollten. Zudem werden diese Abkommen im Kontext der multiplen Krise von Ökonomie, Klima, Energie und Lebensmittelversorgung abgeschlossen, die die Länder des Südens, insbesondere die Länder Zentralamerikas und der Andenregion, aufgrund ihrer teilweise empfindlichen Umwelt stark trifft.

1. Vom Assoziierungsabkommen zum Freihandelsabkommen

Die Abkommen dienen in erster Linie den kommerziellen Interessen der EU im Hinblick auf den Zugang zu Märkten, in Bezug auf Dienstleistungen, Investitionen, Staatseigentum, intellektuellem Eigentum und anderem. Im Gegenzug erhielten die zentralamerikanischen Länder sowie Kolumbien und Peru eine „gewisse Bevorzugung“ beim Marktzugang. Diese Vorteile festigen letztlich aber nur den gegenwärtigen Zugang dieser Länder zum allgemeinen Präferenzsystem (GSPplus – General System of Preferences plus) und schreiben auf diese Weise ihre Rolle als Rohstofflieferanten und damit ihre verwundbare Position auf den internationalen Märkten weiter fest.

2. Weitgehend asymmetrische Abkommen

Was Entwicklung, Wohlbefinden und Lebensstandards anbetrifft, gibt es große Unterschiede zwischen der EU auf der einen und Zentralamerika, Kolumbien und Peru auf der anderen Seite. Die Reduzierung dieser Unterschiede innerhalb und zwischen den Regionen hätte eine vorrangige Rolle in den Verhandlungen spielen müssen. Die Abkommen beinhalten aber keine wirklich effektiven Mechanismen, die dazu beitragen könnten, die Asymmetrien zu verringern. Im Gegenteil, die Verhandlungen verschärfen diese Ungleichheiten sogar.
Die Ergebnisse der Verhandlungen im Milchsektor sind ein Beispiel dieser Ungleichheit. Die Einfuhr hoch subventionierter europäischer Milchprodukte wird eine Verzerrung der Märkte Zentralamerikas und der Andenländer zur Folge haben und damit lokale Produzenten und die regionale Ernährungssouveränität gefährden. Dies ist umso gravierender, da Milch in diesen Regionen für die Ernährung der Familien unerlässlich ist.

3. Die Abkommen fördern nicht, sondern behindern den regionalen Integrationsprozess

Der erklärten Absicht der EU zufolge war es eines der fundamentalen Verhandlungsziele, die subregionalen Integrationsprozesse in Zentralamerika und im Andenraum zu stärken. Dieses Ziel war eines der Merkmale, durch die sich die Verhandlungen von denen mit den USA über Freihandelsabkommen unterscheiden sollten. Der Verlauf der Verhandlungen zeigte dann aber, wie wenig Bedeutung man diesen Absichtserklärungen letztlich beimaß. Was die Integration des Andenraums anbetrifft, wurden die Spannungen zwischen den Ländern der Andengemeinschaft eher verschärft, indem die Europäische Union die Verhandlungen ab 2009 nur noch mit Kolumbien und Peru fortsetzte.
Ähnlich ist die institutionelle Integration Zentralamerikas dadurch betroffen, dass Panama dem Abkommen beitrat, ohne Mitglied des zentralamerikanischen Integrationssystems zu sein (Sistema de Integracion Economico Centroamericano ), nachdem es seinen Rückzug aus dem zentralamerikanischen Parlament (PARLACEN) angekündigt hatte.

Die ecuadorianische Regierung hat ihre Bereitschaft erklärt, über ein „Handelsabkommen für Entwicklung“ mit der EU zu verhandeln. Die mangelnde Flexibilität, die die EU in vorangegangenen Gesprächen zeigte, lässt es aber unwahrscheinlich erscheinen, dass die Verhandlungen unter diesen Vorzeichen erfolgreich zu Ende geführt werden. Nichtsdestotrotz fordern die unterzeichnenden Organisationen bei dieser Sachlage, dass dieser Prozess nicht nur in Abstimmung und Übereinstimmung mit der Bevölkerung geführt wird, sondern dabei auch die ecuadorianische Verfassung und Prinzipien des Buen Vivir respektiert werden. Wir, die Organisationen, Netzwerke und sozialen Bewegungen werden aufmerksam verfolgen, wie diese Gespräche geführt werden.

4. Die Liberalisierung der natürlichen Ressourcen und strategischen Sektoren beschränkt die Möglichkeiten der Entwicklung und die Souveränität der Staaten
Natürliche Ressourcen, die Biodiversität, das überlieferte Wissen der Völker, die öffentlichen Dienste, die Wasserversorgung und mineralische und energetische Ressourcen Zentralamerikas und der Andenregion sind bei den europäischen und amerikanischen multinationale Konzernen begehrt. Die ausgehandelten Abkommen begünstigen die Interessen der Konzerne in diesen Bereichen.
Diese für die Entwicklung der Regionen strategisch bedeutsamen Sektoren dem Gewinnstreben europäischer Unternehmen dienstbar zu machen, berührt die Möglichkeiten einer zukünftigen wirtschaftlichen Integration ebenso wie die Souveränität der einzelnen Staaten. Zudem trägt es dazu bei, das bedenkliche Paradigma des Freihandels zu stärken, während die Konsequenzen dieses Modells unterschlagen werden.

5. Die Abkommen sind geeignet, die aktuellen Konflikte in Kolumbien, Peru und der Anden-Region zu verschärfen
Die derzeitige Praxis der Erschließung und des Abbaus von Rohstoffen in Mittelamerika und der Andenregion provoziert Widerstand in der Bevölkerung und mobilisieren soziale Bewegungen – vor allem Indigene und Nachkommen von Afrikanern – Land und natürliche Ressourcen zu verteidigen. Die Abkommen mit der EU fördern diese Praxis und tragen so dazu bei, bestehende sozio-ökologische Konflikte zu schüren.

6. Die Abkommen benachteiligen die Verteidigung und Förderung der Menschenrechte gegenüber dem freien Handel
Die Abkommen betreffen Maßnahmen, die die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der zentralamerikanischen, peruanischen und kolumbianischen Völker berühren und enthalten darüber hinaus keine wirksamen Mechanismen, um die wirtschaftlichen Zielsetzungen mit einer befriedigenden Umsetzung der Menschenrechte in Einklang zu bringen, oder kommerzielle Sanktionen, um Verletzungen vorzubeugen
Darüber hinaus ist zu unterstreichen, dass der Abschluss der Verhandlungen die Grundsätze guter Regierungsführung und der Menschenrechte nicht berücksichtigt hat. Weder die Krise der Demokratie in Honduras in Folge des dortigen Putsches, noch die schweren Verstöße gegen die Gewerkschaftsfreiheit in Kolumbien, Guatemala und Panama während der Verhandlungen konnten deren Verlauf ändern. Diese Situation beweist die Unaufrichtigkeit der Europäischen Union, der es vorrangig um den Fortgang und den Abschluss der Abkommen ging, und legt das Fehlen wirksamer Schutzmaßnahmen offen.

7. Die Abkommen beschränken die Beteiligungsmöglichkeiten der Zivilbevölkerung bei der Umsetzung

Während der Verhandlungen wurden die Vorschläge und Empfehlungen verschiedener Organisationen und sozialer Bewegungen der drei Regionen nicht berücksichtigt. Das Abkommen schließt die allgemeine, konzertierte und breite Beteiligung dieser Gruppen nicht ein. Die eingerichteten Foren stellen eine unzureichende Form der Partizipation dar und bieten keine Garantie für die Transparenz oder den demokratischen Charakter des Abkommens.

8. Die Abkommen ignorieren Umweltverträglichkeitsprüfungen

Studien zu den Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft – von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und vor dem Ende der Verhandlungen unvollständig veröffentlicht – wiesen dennoch auf Auswirkungen in bestimmten empfindlichen Bereichen hin. Diese Warnungen wurden bei der Festlegung des Wortlauts der Abkommen vollständig ignoriert, was zeigt, dass nicht versucht wurde, Korrekturen im Hinblick auf diese möglichen Auswirkungen vorzunehmen.

Angesichts dieser Umstände und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Wirtschaftskrise weiterhin andauert, dass die Vereinbarungen die kommerziellen Interessen der EU begünstigen, dass sie die strategischen Ressourcen der Staaten untergraben, sie die regionalen Integrationsprozesse schwächen und dass sie weder eine materielle Verbesserung im Hinblick auf die Situation der Menschenrechte oder deren Schutz festlegen noch den Lebensstandard verbessern oder soziale Ungerechtigkeiten abbauen,
rufen die unten unterzeichnenden Organisationen aus den drei Regionen, die von diesen Verhandlungen betroffen sind, alle bei der Ratifizierung der Abkommen beteiligten Parlamente dazu auf, die Diskussion über diese Vereinbarungen unter Berücksichtigung der folgenden Punkte zu führen:

• Die Lehren aus den globalen Krisen zu ziehen, die auf das gescheiterte neoliberale Modell zurückzuführen sind, auf dem diese Vereinbarungen basieren und internationalen Verträgen und Übereinkünften zu Menschenrechten und Umweltschutz Priorität gegenüber wirtschaftlichen Interessen einzuräumen

• Dem vorrangigen Ziel der Verringerung der bestehenden Asymmetrie zwischen den Parteien Geltung zu verschaffen. Diese Priorität wurde bei den Verhandlungen nicht berücksichtigt, was zu ungerechten Ergebnissen geführt hat.

• Eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Absicht, zur Stärkung der regionalen Integrationsprozesse beizutragen und das Eingeständnis, dass die Ergebnisse der Abkommen in die entgegen gesetzte Richtung tendieren.

In Anbetracht der oben genannten Punkte fordern wir alle betroffenen Parlamentsmitglieder auf, gegen die Ratifizierung der Abkommen zu stimmen, um die Diskussion über die Beziehungen zwischen der EU und Zentralamerika und der Andengemeinschaft neu zu eröffnen. Eine solche Diskussion muss auf neuen Prämissen und der grundsätzlichen Gleichberechtigung der Verhandlungsparteien basieren und eine Agenda beinhalten, die die Organisationen der Zivilgesellschaft einschließt.

NEIN zur Ratifizierung der ausgehandelten Vereinbarungen
Wir treten für die Förderung wahrer Gerechtigkeit und Gleichheit zwischen unseren Regionen ein.

November 2010


Unterzeichner_innen:

Europe: CIFCA, Grupo SUR, Oficina Internacional de derechos Humanos Acción Colombia OIDHACO, Oxfam, Red birregional Enlazando Alternativas,. Germany: Attac Deutschland, FDCL e.V., Informationsbüro Nicaragua, Informationsstelle Peru (Freiburg), Peru-Gruppe München, PowerShift e.V., WEED e.V. Spain: Asociación Entrepueblos, ATTAC-España, Ecologistas en Acción, HUACAL (ONG de Solidaridad con El Salvador), PlasPaz. Plataforma Asturiana Paz y DDHH para Colombia, Plataforma Justicia por Colombia España, Plataforma Rural/Alianzas por un mundo rural vivo, Red de Semillas “Resembrando e Intercambiando”, Red de Solidaridad para la Transformación Social REDS, Secretaria d’Organització Intersindical CSC, SETEM, SODePAZ, Soldepaz.Pachakuti. France: Comité Pérou. The Netherlands: Transnational Institute TNI, Ireland: Grupo Raíces (Grúpa Freamhacha), Latin American Solidarity Centre (LASC). Italy: A Sud- Italia, Annalisa Melandri activista por los derechos humanos. Latin America: Alianza Social Continental, ALOP, Asociación Latinoamericana de Micro, Pequeños y Medianos Empresarios, A. C. ALAMPYME, Plataforma Interamericana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo PIDHDD, SERPAJ América Latina. Central America: Capítulo centroamericano ASC, Centro América por el Diálogo CAD-. Costa Rica: Comisión Nacional de Enlace CNE. El Salvador: CEICOM, CORDES, Red de Acción Ciudadana Frente al Libre Comercio e Inversión SINTI TECHAN, Unidad Ecológica Salvadoreña UNES. Guatemala: Colectivo de Organizaciones Sociales COS, Consejo de Investigaciones e Información en Desarrollo CIID, Movimiento Tzuk Kim-pop (Altiplano Occidental de Guatemala). Honduras: CHAAC. Nicaragua: Coordinadora Civil/ CAD Capítulo Nicaragua, FUMEDNIC, Movimiento Social Nicaragüense Otro Mundo es Posible. Mexico: Alianza Internacional de Habitantes, Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos LIMEDDH, Red de Mujeres Líderes por la Equidad y una Vida Libre de Violencia A.C. – D.F, Red Mexicana de Acción frente al Libre Comercio RMALC. South America: Coordinadora Andina de Organizaciones Indígenas CAOI. Argentina: ATTAC Argentina, Movimiento por la Paz, la Soberanía y la Solidaridad entre los Pueblos MOPASSOL, Organización de Naciones y Pueblos Indígenas en Argentina ONPIA-. Bolivia: Consejo Nacional de Ayllus y Markas del Qullasuyu CONAMAQ. Colombia: Asociación de Cabildos Indígenas del Norte del Cauca – ACIN, Asociación Salud al Derecho, Coalición de Movimientos y Organizaciones Sociales de Colombia COMOSOC, CODIEPSIR, Colectivo Informativo Susurro, Comisión Colombiana de Juristas, Comisión de Protección y Seguimiento del Paramo El Almorzadero, Entre Redes, FUNCOP-CAUCA, Fundación Rostros y Huellas del Sentir Humano “Garifuna”, Marcha Mundial de Mujeres – Colombia, Mesa de Trabajo Mujeres y Economía, Movimiento Afrodescendiente Huellas Africanas, Movimiento Franciscano por la Paz MOFRAPAZ, Movimiento de Cristianos/as por la Paz con Justicia y Dignidad MCPJD, Movimiento Nacional por la Salud y la Seguridad Social MNSSS, Organización Nacional Indígena de Colombia ONIC,Plataforma Colombiana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo PCDHDD, Red Colombiana de Acción frente al Libre Comercio RECALCA, Red Nacional de Mujeres Afrocolombianas Kambirí, Roberto Achito: Autoridad Tradicional Emberá, SINTRAFEC, SURCULTURA, Ecuador: Acción Vital, Centro de Derechos Económicos y Sociales CDES, Colectivo de Mujeres Acción Política por la Equidad APE, Colectivo para las Alternativas Humanas, Confederación de Pueblos de la Nacionalidad Kichwa del Ecuador ECUARUNARI, Democracia Socialista, Ecuador Decide. Peru: Confederación Nacional de Comunidades del Perú Afectadas por la Minería CONACAMI, Marcha Mundial de las Mujeres de Perú, Red Peruana por una Globalización con Equidad RedGE. Venezuela: Central Socialista de Trabajadores y Trabajadoras de Venezuela CST, Federación de Obreros Universitarios, Federación de Sindicatos de Profesores Universitarios FENASINPRES, Federación de Trabajadores de la Harina FETRAHARINA, Federación de Trabajadores de la Industria Gráfica FETRAIG, Federación de Trabajadores de Telecomunicaciones FETRATELECOMUNICACIONES, Federación de Trabajadores del Sector Eléctrico FETRAELEC, Federación de Trabajadores Universitarios FETRAUVE, Federación Nacional de Sindicatos de Trabajadores de la Salud FENASIRTRASALUD, Federación Nacional de trabajadores del Sector Público FENTRASEP, Federación Unitaria de Trabajadores de Petróleo y Gas FUTEP, Fuerza Socialista Bolivariana de Trabajadores, Sindicato Nacional Fuerza Unitaria Magisterial SINAFUM, Sindicato Unitario de la Construcción SUTAC.

Rechtspopulismus stoppen: „´Pro Deutschland´ Tugenden lehren!“

0

Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“

Unter diesem Motto wird das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ am kommenden Freitag um 18.00 Uhr der sogenannten Mahnwache für Preußen durch „Pro Deutschland“ ein passendes Spektakel entgegensetzen und erklärt:

Es ist kein Witz. Brinkmann und die rassistische Organisation „Pro Deutschland“ fordern tatsächlich die Gründung eines Bundeslandes Preußen mit Kerngebiet Berlin-Brandenburg. Wir finden dagegen, es gab mehr als genug gute Gründe Preußen mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 abzuschaffen. Fast 250 Jahre “Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist” (Kontrollratsgesetz Nr. 46), waren ausreichend. Nicht von ungefähr sahen sich die Alliierten “Geleitet von dem Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit der Völker und erfüllt von dem Wunsche, die weitere Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage zu
sichern” (ebenda) veranlasst, Preußen aufzulösen.

Mit ihrem geschichtsrevisionistischen Blick auf Preußen bringen Brinkmann & Co nun lediglich ihr Verständnis zu Intoleranz, Militarismus, Untertanengeist und Kadavergehorsam zum Ausdruck. Auch, dass mit keinem Wort die Verfolgung von u.a. Katholiken oder die antisemitischen Gesetze in Preußen Erwähnung finden, verwundert nicht. Dies würde nicht nur ihr vermitteltes Trugbild der Toleranz und Aufklärung zerstören, mit dem sie sich jetzt zu schmücken suchen, um dem Rassismusvorwurf zu entgehen.

Das wird ihnen jedoch nicht gelingen. Wir vergessen weder Preußens Geschichte, noch den Rassismus und Sozialdarwinismus von “Pro Deutschland” und werden parallel zu deren “Mahnwache” die Auflösung von Preußen feiern.

Wir laden Euch deshalb zu einem zwangsfreien Spektakel gegen die Mahnwache von Pro Deutschland am 25. Februar 2011 ab 18.00 Uhr vor der HU Berlin ein. Lasst uns lustig sein! Kostüme und buntes Allerlei sind ausdrücklich erwünscht.

Go to Top