Archive for März, 2011

Aktionsbündnis hat sein Ziel fest im Blick und arbeitet weiter

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Pressemitteilung


Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 Stuttgart, 30. März 2011

Regelmäßige Montagdemos finden weiter statt.

Alle Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 sind sich einig, dass die Arbeit des Aktionsbündnisses weitergehen muss und weitergehen wird. Das erklärten sämtliche im Aktionsbündnis vertretenen Organisationen bei der Bündnissitzung am gestrigen Dienstagabend.

Ebenso hält das Aktionsbündnis an den regelmäßigen Montagsdemos gegen Stuttgart 21 fest. Die 70. Montagsdemo wird am kommenden Montag, 4. April, um 18:00 Uhr auf dem Arnulf-Klett-Platz stattfinden. „Auch nach dem Politikwechsel in Baden-Württemberg und nach dem befristeten Bau- und Vergabestopp durch die Deutsche Bahn ist Stuttgart 21 noch nicht verhindert“, erklärte Berthold Frieß, der badenwürttembergische Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im
Namen des Aktionsbündnisses. „Wir haben unser gemeinsames Ziel Modernisierung des Kopfbahnhofes statt S21-Tunnelbahnhof weiter fest im Blick. Die erfolgreiche Bürgerbewegung setzt deshalb den Druck auf der Straße unvermindert fort. Wir stärken den Gegnern von Stuttgart 21 in der neuen Landesregierung und im Stuttgarter Rathaus den Rücken, so die einmütige Botschaft der im Aktionsbündnis vertretenen
Organisationen.“

Rückfragen: Bertold Frieß, Telefon 0711 / 620306-13, Mobil 0171 / 2189243

Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen

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Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen

Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt.
Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt.

Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.

Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!

Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu unterstützen. Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen Intervention gegen Libyen.

Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011

Die wahre Bilanz der Deutschen Bahn – Bündnis “Bahn für Alle” legt Alternativen Geschäftsbericht 2010 vor

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Pressemitteilung

Bündnis “Bahn für Alle”
Berlin, 31.3.2011

• Die wahre Bilanz der Deutschen Bahn – Bündnis “Bahn für Alle” legt Alternativen Geschäftsbericht 2010 vor
• Ohne staatliche Zuschüsse 6 Milliarden Euro Verlust

Anlässlich der jährlichen Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bahn AG hat das Bündnis „Bahn für Alle“ heute morgen einen Alternativen Geschäftsbericht vorgestellt. Der Bericht analysiert, wie der Gewinn von gut 1,8 Milliarden Euro in 2010 zustande kommt und was er für den täglichen Bahnbetrieb, für die Fahrgäste und Beschäftigten bedeutet.

Vor dem Berliner Marriott-Hotel am Beisheim-Platz, in dem um 11 Uhr die Pressekonferenz der DB AG stattfindet, stellen Aktive von „Bahn für Alle“ den Tunnelblick des DB-Managements symbolisch dar: Mit starren Blick auf die Gewinnkurve sehen sie nicht, was daneben vorgeht:brechende Achsen, heruntergekommene Schienen, Verspätungen, Zugausfälle und ein kaputtes Berliner S-Bahn-System.

Über siebzig Prozent des Gewinns der DB AG resultieren aus dem Nahverkehr (DB Regio) und dem Netz (DB Netz). Diese beiden Bereiche erzielen das Gros ihrer Einnahmen aus staatlichen Geldern: Regionalisierungsmitteln für den Nahverkehr sowie Bundeszuschüsse für Instandhaltung und Neubau von Strecken, addiert mehr als 7,7 Milliarden Euro. „Nimmt man nur die staatlichen Zuschüsse, die in DB Regio und DB Netz fließen, dann verwandelt sich der 2010er Jahresgewinn von 1,87 Milliarden Euro in einen Verlust von mehr als 6 Milliarden Euro“, rechnet Bernhard Knierim vom „Bündnis Bahn für Alle“ vor.

Auf der Ausgabenseite dominieren Großprojekte und Zukäufe im Ausland. Für die Rekordsumme von 2,7 Milliarden Euro hat die DB AG im August den britischen Bus- und Bahndienstleister ARRIVA aufgekauft. „Grube hat in seinen zwei Jahren als Bahnchef entgegen seiner Ankündigung die aggressive Politik von Unternehmensaufkäufen und Expansion auf Auslandsmärkten beschleunigt und verschärft. Mit Engagement in Russland, China und der Golfregion benutzt die Bundesregierung die Deutsche Bahn, um ein bisschen Weltpolitik zu spielen – und damit neue Bahnschulden anzuhäufen“, sagt Winfried Wolf von der Expertengruppe „Bürgerbahn statt Börsenbahn“.

Für Großprojekte wie Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Stuttgart/Ulm vernachlässigt die DB AG Schienen und Züge, spart beim Personal und auch an der Sicherheit. Der ehemalige Bahnmanager Professor Karl-Dieter
Bodack kritisiert an den Großbauvorhaben, „ dass die DB AG offensichtlich die Kosten der Realisierung systematisch zu niedrig ansetzt“ und „es offensichtlich für jedes Vorhaben kostengünstigere Alternativen gibt, die die DB AG ignoriert oder verwirft.“ Alternativen zu S21 und dem Neubau nach Ulm sind ein modernisierter Kopfbahnhof sowie der Ausbau der bestehenden Strecke über Geislingen.

„Bahn für Alle“ fordert eine Konzentration der Bahn auf den inländischen Schienenverkehr und, auch als Konsequenz aus der Baden-Württembergischen Landtagswahl, einen endgültigen Stopp für den Kellerbahnhof Stuttgart 21.

Kontakt:
• Bernhard Knierim, Bündnis „Bahn für Alle“, Telefon 0178-143 739 0,
bernhard.knierim@bahn-fuer-alle.de (vor Ort)
• Monika Lege, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin, Telefon 040/380 892 12,
verkehr@robinwood.de

NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

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Reaktorsicherheitskommission: Die Agenda heißt Röttgen
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

Berlin, 31. März 2011 – „Man kann sich nur kneifen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Befürworter der Atomenergie neue Purzelbäume schlagen“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die heutige Vorstellung der Kriterien zur Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke während des AKW-Moratoriums. „Dass Bundesumweltminister Röttgen auch noch von einem notwendigen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Atom- und Energiepolitik spricht, damit nicht nach jeder Bundestagswahl neu entschieden werden müsse, schlägt dem Fass einfach den Boden aus“, so Müller: „Wer hat denn eigentlich den Atomkonsens aufgekündigt, wenn nicht die schwarz-gelbe Bundesregierung?“

Wenn Herr Röttgen jetzt zum Beispiel herausstelle, man müsse die Sicherheit der AKW auch hinsichtlich der Folgen terroristischer Flugzeugabstürze neu bewerten, dann sei dies überhaupt nichts Neues: Darüber sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 längst geforscht worden, so Müller, der von 2005 bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war.

Die damalige Bundesregierung hatte sich auf ein sogenanntes Vernebelungskonzept eingelassen, das einem gekaperten Flugzeug die exakte Ansteuerung eines AKW erschweren sollte. Die Umweltverbände hatten schon damals diese „Kinderei“ kritisiert, nicht nur weil sie durch Nutzung der GPS-Technik unwirksam ist.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hatte deshalb vor einigen Jahren vom Atomkonzern Vattenfall gefordert, schwere Seile um die dortigen AKW zu spannen, um ein Flugzeug abfangen zu können. „Norbert Röttgen war damals nur Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sodass er sich scheinbar mit diesen Fachfragen nie beschäftigt hat. Als Umweltminister aber hätte er dies längst nachholen müssen“, erklärte Michael Müller.

NaturFreunde_neu

Dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde zufolge sei es müßig, Herrn Röttgen, Frau Merkel oder auch Herrn Brüderle mit ihren eigenen Aussagen zu konfrontieren. „Tatsächlich geht es schon lange nicht mehr um eine Prüfung der Risiken von Atomanlagen, denn die Fakten sind schon längst alle bekannt. Der einzige Maßstab, an dem die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung messen, heißt: Abschalten!“ betonte Müller.


Atomausstieg im Zentrum der Ostermärsche

Die NaturFreunde Deutschlands haben angekündigt, dass der Atomausstieg in diesem Jahr auch im Zentrum der Ostermärsche stehen wird. Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen, um für ihr Ziel zu werben, die nukleare Abrüstung durchzusetzen. Schon in den siebziger und achtziger Jahren gab es einen engen Zusammenhang zwischen Friedensbewegung und Anti-Atom-Bewegung, schließt eine friedliche Nutzung der Atomenergie doch immer auch das militärische Potenzial mit ein.

„Die NaturFreunde werden keine Ruhe geben, bis es zu einem Ausstieg aus der Atomenergie und zur atomaren Abrüstung kommt. Die diesjährigen Ostermärsche finden am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt und werden keine nostalgischen Veranstaltungen werden, sondern sein starkes Zeichen für eine friedliche und atomfreie Welt“, erklärte Michael Müller in Berlin.

Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Ostermärschen: www.tschernobyl25.de

NaturFreunde Stuttgart: Nein zu Stuttgart 21 – Bau- und Vergabestopp muss durchgesetzt werden

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Die Bezirkskonferenz der Stuttgarter Naturfreunde, die am 26. März 2011 im Naturfreunde Stadtheim Fuchsrain im Stuttgarter Osten stattfand, bekräftigte ihre Forderung von 1997, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu erhalten und fordert insbesondere die SPD auf, sich für einen unverzüglichen Bau- und Vergabestop
einzusetzen.

Die Stuttgarter Naturfreunde unterstützen ferner das Bürgerbegehren, mit der Forderung die Energie- und Wasserversorgung wieder im kommunale Verantwortung zurückzuführen, setzen sich aktiv für eine Wende in der Energiepolitik ein und einen Wechsel zu atomstromfreien Anbietern. Seit längerem kooperieren die Naturfreunde in Württemberg mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) in Schwarzwald.

Neu in den Bezirksvortstand gewählt wurde Judith Vowinkel, Mitglied der SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat.

Die Bezirkskonferenz vetritt ca. 1900 Stuttgarter Naturfreunde/innen-, die in 18 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Bezirksverband gehören ferner die Naturfreunde-Skischule, die Naturfreunde Radgruppe, sieben
Naturfreundehäuser in Degerloch/Rosshau, am Killesberg/Steinbergle, am Büsnauer Rain/Vaihingen, im Fuchsrain/Buchwald, in Aidlingen, auf der Schwäbischen Alb/Römerstein und im Krummbachtal/Gerlingen.

Fukushima mahnt – Flashmob “Die In” am 12.04.2011 in Berlin

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Dienstag, 12. April
18:30 – 18:33 Uhr
Alexanderplatz Berlin

Fukushima mahnt – Flashmob “Die In” am 12.04.2011

Deutschlandweiter Flashmob – 4 Wochen nach der Atom-Katastrophe in Fukushima. Alle MitmacherInnen legen sich von 18:30 Uhr bis 18:33 Uhr leblos auf den Boden und heften sich ein Radioaktiv-Zeichen auf die Brust…

am Alexanderplatz in Berlin (Nähe Weltzeituhr)

Teilt die Info weiter und organisiert Euch zu Gruppen – je mehr Leute mitmachen, desto grösser der Flash.

Informiert die Regionalpresse und macht Fotos & Videos von der Aktion.

Mahnwache gegen Atomkraft, Montag, 04.04., 18.00 Uhr in Berlin vor dem Kanzleramt!

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B E T E I L I G T E U C H ! M A C H T M I T ! G E H T H I N !

Am Montag werden mehr als 650 Mahnwachen in vielen Städten und Gemeinden stattfinden. Auch in Berlin werden wir uns mit einer großen Mahnwache vor dem Kanzleramt an den Aktionen beteiligen.

Im Namen der Berliner Anti-Atom-Koordination haben die NaturFreunde für heute eine große Mahnwache vor dem Kanzleramt angemeldet. Bei dieser Mahnwache werden dieses mal Vertreterinnen und Vertreter der Anti-Atom-Bewegung reden.

Atomausstieg jetzt – Fukushima ist überall!

Montag,04.04.2011

18.00 Uhr

Vor dem Kanzleramt in Berlin

- Es wird Reden und klare Forderungen geben –

Zugesagt haben bisher

Redner_in NaturFreunde
Redner_in von IPPNW
Redner_in von GRÜNE LIGA

Beste Grüße

Uwe Hiksch (NaturFreunde)

Michael Müller, NaturFreunde: Rede auf der Anti-Atom-Demonstration am 26. März 2011 in Berlin

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Michael Müller
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands

Rede auf der Anti-Atomdemonstration am 26. März 2011 in Berlin

Die Atomkraft – ein Meister des Todes

Zuerst eine Korrektur, die ich gerne mache: Die Polizei hat 120.000 Menschen gezählt, die an unserer Demonstration teilnehmen. Das ist weit mehr als wir erwartet haben. Wir danken allen.

I.
Der großartige Paul Celan schrieb in der „Todesfuge“: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Das gilt auch für die Kernspaltung, die 1939 von Otto Hahn und Friedrich Strassmann in dieser Stadt erforscht wurde und mit der eine ganz neue Dimension von Gewalt entstanden ist. Auch deshalb sehen wir eine besondere Verantwortung für unser Land, das Kapitel der Atomkraft zu beenden. Ganz gleich ob Atome für den Krieg oder Atome für den Frieden, das ändert nichts an dem lebensfeindlichen Charakter der freigesetzten Energie.

Die Atomkraft ist ein Meister des Todes. Deshalb sagen wir: Abschalten.

Am Anfang stand die Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki. Auch um davon abzulenken, begann 1953 die zivile Nutzung. Professor Karl Bechert forderte: „Wir wollen nicht, dass unsere Nachkommen uns verfluchen, weil wir dem Wahnsinn keinen Widerstand geleistet haben.“ Doch der Wettlauf der Besessenen begann.
Bis heute tun die Atombefürworter die Gefahren als rein hypothetisches Restrisiko ab. Doch dieses Restrisiko hat in der 55jährigen Geschichte der Atomenergie schon zweimal unfassliches Leid über die Menschheit gebracht. Tschernobyl und nun Fukushima – politische und moralische Katastrophen.
Wir wollen kein Moratorium – sondern: Abschalten. Und zwar sofort und für immer.

Dennoch machen die Unbelehrbaren weiter. Es ist Unsinn, wenn die BILD-Zeitung behauptet, ein beschleunigter Ausstieg sei nicht zu Ende gedacht. Die Umweltbewegung hat oft nachgewiesen, dass eine sichere und umweltverträgliche Energieversorgung ohne Atomkraft möglich ist. Noch dümmer die Behauptung von Helmut Kohl in der Bild-Zeitung: Wenn unser Land überhastet aus der Atomenergie ausstiege, würde dies, so der frühere Bundeskanzler, die Welt gefährlicher machen.

Noch gefährlicher als Fukushima? Welche Welt meint er? Unsere sicherlich nicht. Und was heißt überhastet? Wer ignoriert denn seit mehr als 30 Jahren, dass es in unserem Land eine Mehrheit gegen die Atomkraft gibt?
Nur der Ausstieg aus der Atomenergie und der Umstieg in eine solare und effiziente Energieversorgung machen eine Ökonomie des Überlebens möglich. Die Atomenergie ist jedenfalls nicht vereinbar mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bewahren.

Wenn immer mehr Menschen „Nein“ zur Atomenergie sagen, dann ist das nicht überhastet oder unüberlegt, sondern weil sie Verantwortung empfinden.

II.
Die Geschichte der Atomenergie ist eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer Macht und wirtschaftlichen Interessen. Albert Einstein hat Recht: Die Atomkraft hat die Welt verändert, aber noch lange nicht das Denken der Menschheit.

Verantwortungslosigkeit und Gier kommen zusammen. Abgeschriebene Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen. Jedes Atomkraftwerk bringt EnBW, Eon, RWE und Vattenfall pro Tag rund 1 Million Euro. Darum geht es den Betreibern. Deshalb wollten CDU/CSU und FDP die Laufzeiten der AKWs verlängern – sogar bis zu irrwitzigen 60 Jahren. Mit einer sicheren Energieversorgung hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Nun behaupten die Brandstifter, sie seien die Feuerwehr. Ich bin nur noch wütend, wenn Herr Röttgen in den Tagesthemen sagt, er könne „in den Gesichtern der Kritiker die parteitaktische Freude über die Ereignisse in Japan erkennen“. Das ist infam. Ausgerechnet Herr Röttgen, der noch im Oktober 2010 „längere Laufzeiten als unbedingt notwendig“ bezeichnet hat.

- Fukushima wurde möglich, weil die Atomgefahren als „Restrisiko“ verharmlost wurden.
- Fukushima wurde möglich, weil wirtschaftliche und militärische Interessen wichtiger waren als die Sicherheit der Menschen.
- Fukushima wurde möglich, weil Verantwortungslosigkeit als technischer Fortschritt ausgegeben wurde.
Deshalb sagen wir Abschalten. Und zwar alle Atomkraftwerke und sofort.

Wir wollen kein Moratorium, keine neuen Kommissionen, schon gar keine Ethikkommission, keine leeren Versprechen vor Landtagswahlen, keine Bundesregierung, die trickst und täuscht. Wir wollen ein Ende der nuklearen Stromerzeugung. Der Ausstieg ist keine technische Frage, sondern eine Frage des Wollens.

III.
Auch der Atomkonsens aus dem Jahr 2001 war kein Konsens mit der Umweltbewegung, er war ein Konsens mit den Betreibern, die mit milliardenschweren Entschädigungsklagen gedroht haben. Mit Demokratie hat das nicht zu tun, aber viel mit Macht und Rücksichtslosigkeit. Doch auch nach diesem Ausstiegsgesetz hätten elf deutsche Atommailer bis Februar 2012 abgeschaltet werden können.

Aber auch hier hat Frau Merkel getrickst und mit ihrem Versprechen auf Laufzeitverlängerung die Betreiber ermutigt, alte AKWs durch ein Herunterfahren der Leistung über die Bundestagswahl von 2009 zu bringen, um sie dann länger laufen zu lassen. Frau Merkel, Sie kritisieren die Umweltbewegung als Dagegenbewegung. Doch getrickst und getäuscht haben Sie:

- Deutschland wäre lange raus aus der Atomkraft, wenn Sie die Interessen des Volkes und nicht die Interessen der Großwirtschaft vertreten hätten.
- Wenn der Grundsatz „Sicherheit zuerst“ gelten soll, dann hätte es längst zu einem Ausstieg aus der Atomenergie kommen müssen.
- Und ein erfolgreicher Ausstieg stärkt auch in anderen Ländern den Widerstand gegen die Atomenergie.
- Eine klimaverträgliche 2.000-Watt-Gesellschaft auf der Basis erneuerbarer Energien wird nur möglich, wenn es zu einem Ausstieg kommt. Hören Sie auf mit der falschen Horrorbehauptung, der Ausstieg aus der Atomkraft hieße Kohlekraftwerke und Importstrom.
- Auch der UN-Weltklimarat hat klar gemacht, dass Klimaschutz nur mit Einsparen, Effizienz und Erneuerbare Energien möglich wird, denn das Geschäftsmodell der Atomkraftwerke ist hoher Stromverkauf. Nur so rechnen sie sich. Mit Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun.
- Und nichts ist teurer als die fossile und atomare Verschwendungswirtschaft. Hören sie auf, mit den hohen Kosten des Ausstiegs zu drohen.

IV.
Erich Fried schrieb: „Eine Wolke zieht über die Zukunft,
eine Wolke so schwarz wie die Nacht.
Aber wer hat die Wolke geschaffen,
wer hat sie hergebracht?“

Die Demonstrationen gegen die Atomkraft vertreiben die schwarzen Wolken. Deshalb machen wir weiter bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind.

Wir wollen eine Zukunft ohne Atomkraft und ohne Atombomben – für mehr Frieden, für Demokratie und für ein gutes und sicheres Leben.

Christliche Initiative Romero: Gründungsinitiative zur Weiterführung von Hess Natur als Genossenschaft

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Demokratische Alternative
Gründungsinitiative zur Weiterführung von Hess Natur als Genossenschaft

hessnaturDer Rüstungsinvestor Carlyle hat sich verstrickt: Eine Übernahme des öko-sozialen Textilunternehmens Hess Natur hinter dem Rücken der Öffentlichkeit wird seit Dezember immer wieder durch pressewirksame Aktionen von attac u.a. verhindert. Doch ob er tatsächlich gänzlich vom Verkaufstresen verschwunden ist, bleibt ungewiss. Fest steht: Niemand wird ergeben auf den (nächsten) renditeorientierten Großinvestor warten. Darum entschloss sich das Unternehmen jetzt selbst die Fäden in die Hand zu nehmen.

Hintergrund

Durch die Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor (ehemals Karstadt-Quelle) steht Hess Natur zum Verkauf. Der Pionierbetrieb im Bereich Naturtextilien und Sozialstandards ist wirtschaftlich gesund. Mitte Dezember wurde bekannt, dass ausgerechnet Carlyle – einer der weltweit größten Rüstungs- u. Finanzinvestoren – sich gern mit dem alternativen Versandunternehmen schmücken würde. Doch bevor Hess Natur in den Einkaufskorb wanderte, hagelte es Boykott-Androhungen von fast 10.000 KundInnen!

Das Netzwerk Solidarische Ökonomie und die gleichnamige attac AG luden am 10. Januar nach Frankfurt ein, um ein demokratisches Alternativkonzept zur Weiterführung von Hess Natur vorzustellen. Der Betriebsrat von Hess Natur und erste KundInnen schlossen sich an, sogar LieferantInnen meldeten großes Interesse an der Idee. Auch die Kampagne für Saubere Kleidung ist inzwischen Mitglied der Initiative. Die Gruppe wird u.a. von mehreren ExpertInnen des Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften und der innova eG juristisch und ökonomisch begleitet. Seit Januar erreichen uns stetig Anfragen von weiteren Genossenschafts-Interessierten und UnterstützerInnen.

Vorteile einer Genossenschaft

Die Rechtsform der Genossenschaft (eG) bietet u.a. den Vorteil, dass KundInnen in Form einer Rückvergütung (nachträglicher Rabatt) steuerfrei am Gewinn der Firma beteiligt werden können. Ähnliches gilt für die MitarbeiterInnen. Denn Genossenschaften sind quasi wirtschaftliche Selbsthilfe-Einrichtungen, die grundsätzlich nicht auf Gewinn ausgerichtet sind. Vor allem gilt in Genossenschaften das Demokratieprinzip „one person – one vote“. Anders als in Aktiengesellschaften hat jedes also Mitglied eine Stimme, unabhängig von der jeweiligen Einlagenhöhe. Damit könnte Hess Natur als Kooperative praktisch nicht mehr von Fremdinvestoren übernommen werden.

Mitglied werden und den Ausverkauf verhindern!

Werden auch Sie Mitglied der hnGeno – der Kooperative zur Weiterführung von Hess Natur. Damit ermöglichen Sie, das öko-faire Textilunternehmen Hess Natur gemeinsam demokratisch weiterzuführen! Werden Sie Teil eines Unternehmens, das Ökologie, faire Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wirtschaften zum Ziel hat und nicht die Spekulationsspielchen und Superrenditen einiger Weniger.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der Genossenschaftsinitiative zur Weiterführung von Hess Natur, auch eine Liste mit Fragen und Antworten sowie das Betriebsfortführungskonzept zur Weiterführung von Hess Natur als Kooperative stehen dort zur Verfügung.

Verhindern wir gemeinsam, dass der US-Private Equity Fonds Carlyle oder andere rein renditeinteressierte Großinvestoren den Vorreiterbetrieb für Ökotextilien aufkaufen und ausplündern. Nur wenn sich Tausende einmischen und Mitglied der Genossenschaft werden, können wir Carlyle etwas entgegensetzen!

Christliche Initiative Romero: adidas es reicht! Schluss mit Hungerlöhnen in den Nähfabriken!

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Kampagne für Saubere Kleidung – Sport

adidas es reicht! – Schluss mit Hungerlöhnen in den Nähfabriken!
Aktiv zur Frauen-Fußball Weltmeisterschaft

Vom 26. Juni bis zum 17. Juli 2011 wird in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ausgetragen. 16 Nationalmannschaften treten gegeneinander an. Wir wollen dieses sportliche Ereignis dazu nutzen, auf die Schattenseiten der Sportbekleidungsindustrie aufmerksam zu machen.

Arbeitsrechtsverletzungen sind Alltag

Während die Gewinnsummen der Sportartikelhersteller immer weiter in den Himmel steigen, wissen Tausende von Näherinnen nicht, wie sie im Monat über die Runden kommen sollen. Der Lohn der ArbeiterInnen in den Produktionsländern für Sportbekleidung ist so niedrig, dass für sie kein Weg aus der Armut führt, so hart sie auch schuften.

Machen Sie mit!

Wir werden zur Fußball-WM der Frauen zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen auf die Beine stellen. Zum Beispiel zur adidas-Aktionärsversammlung am 12. Mai 2011 in Fürth.

Ihre Stadt ist Austragungsort der Frauen-Fußball-WM? Organisieren Sie einen Infotisch und sammeln Sie Unterschriften auf Protestpostkarten für einen existenzsichernden Lohn in den Nähfabriken von adidas!
Rundreise

Vom 23. Mai bis zum 5. Juni ist Marlyn Sanchez aus El Salvador auf Einladung der Christlichen Initiative Romero in Deutschland zu Besuch. Sie berichtet über die Missstände in der Nähfabrik Ocean Sky. Hier wird u.a. für Puma und adidas/reebok produziert. Veranstaltungstermine ab April auf unserer Homepage.
Infomaterialien

Bestellen Sie kostenlos (gegen Porto) Protestpostkarten und unsere kostenlose Aktionszeitung Anpfiff zur Frauen-Fußball-WM 2011!

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