Archive for Dezember, 2011

NaturFreundejugend: Kindergipfel 2012 in Nürnberg

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Kindergipfel 2012 in Nürnberg
07.06.2012 – 10.06.2012

Der Kindergipfel (KIGI) ist ein großes Treffen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, das alle zwei Jahre von der Naturfreundejugend Deutschlands organisiert wird. 2012 treffen wir uns vom 07. bis 10. Juni in Nürnberg

Auf dem KIGI wollen wir

eure eigenen Forderungen und Selbstverpflichtungen für eine bessere und gerechte Welt sammeln,
diese in einem Zukunftsvertrag zusammenfassen und mit prominenten PolitikerInnen diskutieren.

Was bietet euch der Kindergipfel?

Endlich Aufmerksamkeit bei Erwachsenen für das, was ihr zu sagen habt,
Austausch mit anderen Kindern über eure Ideen und Wünsche,
die Gelegenheit, mit bekannten PolitikerInnen zu diskutieren,
Tipps und Antworten von Fachleuten auf eure Fragen
und natürlich unendlich viel Spaß!

Auf dem KIGI soll soviel wie möglich von Kindern entschieden werden. Deswegen werden auch die Themen für die Arbeitsgruppen („Workshops“) nicht von Erwachsenen bestimmt – sondern vom Kinderrat. Das sind 16 Kinder aus ganz Deutschland, die dafür sorgen, dass der Kindergipfel so wird, wie ihn sich Kinder wünschen!

 

 

Worum geht es beim Kindergipfel 2012?

Einer für alle, alle gegen einen: Tatort DisKRIMInierung! So lautet das Motto des Kindergipfels 2012. Egal ob Diskriminierung von Flüchtlingen, Rechtsextremismus oder Ausgrenzung durch “Anderssein” – gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung in unserer Gesellschaft können wir nur gemeinsam angehen. Niemand möchte diskriminiert oder ausgegrenzt werden! Ihr habt Ideen, was ihr dagegen tun könnt? Dann seid ihr auf dem Kindergipfel 2012 genau richtig! Eure Ideen wollen wir auf dem Kindergipfel 2012 sammeln und den PolitikerInnen präsentieren.

Auf dem KiGi soll soviel wie möglich von Kindern und Jugendlichen entschieden werden. Deswegen werden auch die Themen für die Arbeitsgruppen („Workshops“) nicht von Erwachsenen bestimmt – sondern vom Kinderrat. Das sind 13 Kinder aus ganz Deutschland, die dafür sorgen, dass der Kindergipfel so wird, wie ihn sich die TeilnehmerInnen wünschen!

Kinderrat 2012

Der Kinderrat 2012

Auf dem KiGi wollen wir eure eigenen Forderungen und Selbstverpflichtungen für ein tolerantes und gerechtes Deutschland sammeln, diese in einem Zukunftsvertrag zusammenfassen und mit prominenten PolitikerInnen diskutieren.

Was bietet euch der Kindergipfel?

Endlich Aufmerksamkeit bei Erwachsenen für das, was ihr zu sagen habt,
Austausch mit anderen Kindern über eure Ideen und Wünsche,
die Gelegenheit, mit bekannten PolitikerInnen zu diskutieren,
Tipps und Antworten von Fachleuten auf eure Fragen
und natürlich unendlich viel Spaß!

 

Was ist der Kindergipfel?

Der Kindergipfel (KiGi) ist ein großes Treffen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, das alle zwei Jahre von der Naturfreundejugend Deutschlands organisiert wird. 2012 treffen wir uns vom 07. bis zum 10. Juni in Nürnberg (Bayern).

Der Kindergipfel 2012 wir gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

NaturFreunde: 2012 – Stärkung der Zivilgesellschaft – gegen die Herrschaft der Geldhändler

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Das Jahr 2011 war ein Jahr, das die NaturFreunde Deutschlands besonders gefordert hat und in dem wir auch politische Spuren hinterlassen haben. Wir gehörten nicht nur zu den Hauptakteuren der Anti-Atom-Demonstrationen, wir waren auch Mitorganisatoren bei „Banken in die Schranken“. Die NaturFreunde haben die Brücke geschlagen zwischen der Umweltbewegung und dem sozialen Protest gegen den Finanzkapitalismus. Beides gehört zusammen, denn die natürlichen und die sozialen Lebensgrundlagen eines menschenwürdigen Lebens werden von der Auszehrung durch die unkontrollierte Macht des Kapitals bedroht.

Der Finanzkapitalismus ist heute die größte Bedrohung für Mensch, Natur und Gesellschaft. Mit seinen technokratischen Zwängen entleert er die Demokratie und zerstört den sozialen Zusammenhalt. Deshalb setzten sich die NaturFreunde dafür ein, dass die Umwelt- und Naturschutzverbände sich stärker als bisher als gesellschaftspolitische Reformkraft verstehen. Ihre zentrale Leitidee, die Idee der Nachhaltigkeit, ist nicht nur ein ökologisches Programm, sondern auch die Grundlage für einen neuen Fortschritt. Denn: Nachhaltigkeit ist das Gegenteil des Regimes der Kurzfristigkeit, das uns in die tiefe Krise geführt hat. Nachhaltigkeit ist das Gegenteil der Dominanz der Ökonomie, die Sozialstaat und Demokratie bedrohen. Nachhaltigkeit ist das Gegenteil von Egoismus und Nationalismus, die in den letzten Jahren wieder stärker geworden sind.

Unsere Zeit des Umbruchs braucht eine starke Zivilgesellschaft, auch angesichts der Schwäche der Politik, die den Krisen hinterherläuft und dramatisch an Gestaltungskraft verloren hat. Die Bundesregierung bekämpft nicht die Ursachen der Krise, den Finanzkapitalismus, sondern „sozialisiert“ die Folgen zu Lasten der Allgemeinheit. Deshalb suchen wir das Bündnis zwischen sozialen und ökologischen Organisationen, um die Entmündigung der Demokratie zu stoppen. Es darf nicht sein, dass die Gesellschaft dem Diktat der Wirtschaftstechnokraten unterworfen wird, die mit ihrer virtuellen Geldschöpfung an die Macht der „Märkte“ glauben. Nicht die verantwortungslosen Spekulanten dürfen das Sagen haben, sondern eine Politik, die sich demokratisch legitimieren muss.

Nur eine starke Zivilgesellschaft kann die Herrschaft der Geldhändler beenden. Der Finanzkapitalismus darf keine Zukunft haben. Wir danken allen, die sich im letzten Jahr an den Demonstrationen beteiligt haben. Wir wollen sie in 2012 fortsetzen – durch ein breites Bündnis der sozialen und ökologischen Bewegung gegen die unkontrollierte Macht der Banken und alle, die in ihrem Schlepptau mitmachen und die Interessen der Banken über das soziale Allgemeinwohl stellen.

Erklärung des Georg von Rauch Hauses zu dem Brandanschlag vom 25. Dezember 2011

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Am Morgen des 25. Dezember wurde im Georg von Rauch Haus an zwei verschiedenen Stellen im Eingangsbereich Feuer gelegt. Durch das sich ausbreitende Feuer kam es zu einer immensen Rauch- und Hitzeentwicklung im Haus. Gleichzeitig fielen Strom und Wasser aus, was eigene Löschversuche unmöglich machte.

In dem Haus, in dem über 35 Personen leben, wurden schlafende Bewohner_Innen durch den Rauch bzw. Schreie wach, wobei es ihnen zum Teil unmöglich war durch die Treppenhäuser zu fliehen. Zu stark waren Rauch und Hitze. Einige sind von ihren Fenstern aufs Dach geklettert, bis sie von der Feuerwehr heruntergeholt wurden. Andere haben versucht aus ihren Fenstern auf die Straße zu gelangen. Durch Stürze sind zwei Hausbewohner mit (teilweise komplizierten) Knochenbrüchen immer noch im Krankenhaus und müssen operiert werden. Ein Bewohner hat sich beim Greifen ans glühende Treppengeländer schwere Verletzungen an den Händen zugezogen. Weitere Personen wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Die Bausubstanz des Hauses ist durch den Brand weitestgehend unbeschädigt geblieben.

Nach dem Ende der Löscharbeiten war die Polizei/Kripo ca. zwei Stunden im Haus und durchsuchte dabei auch mehrere Zimmer.

Spekulationen über Täter wollen wir zu diesem Zeitpunkt ausdrücklich nicht unterstützen, da es bisher weder Zeugen, noch Bekennerschreiben jeglicher Art gibt. Jedoch sehen wir in dieser Tat einen Angriff auf das Haus, deren Bewohner und das wofür das Rauchhaus steht.

DIESER BRANDANSCHLAG WAR EIN VERSUCH MENSCHEN ZU TÖTEN!!!

Nur durch das bedachte Handeln der Bewohner und dem schnellen Eintreffen der Feuerwehr können wir von Glück sagen, dass es dazu nicht gekommen ist.

Auch wenn es uns im Moment schwer fällt, wollen wir nicht in Schock-starre verfallen. Wir planen zusammen mit den vielen solidarischen Unterstützer_Innen, die in den letzten Tagen ihre Hilfe angeboten haben UND BEI DENEN WIR UNS AN DIESER STELLE GANZ HERZLICH BEDANKEN WOLLEN, einen Aktionstag durchzuführen an dem wir gemeinsam und selbst organisiert die Brandschäden reparieren.
Der Anschlag auf die Struktur/Kultur/Szene für die das Rauchhaus steht soll genau diese mobilisieren und zusammenbringen.

Ein Angriff aufs Rauchhaus ist ein Angriff auf uns alle!

Wir laden euch ein an unserem Aktionstag am Mittwoch, 28. 12. ab 10 Uhr und an unserem öffentlichem Plenum am darauf folgenden Donnerstag, 19 Uhr, teilzunehmen. Auch wenn die Lage für uns zur Zeit noch sehr unübersichtlich ist – es gibt viel zu tun und wir wollen einen ersten Schritt machen.

Aktuelle Infos und Bedarfslisten stehen auf unserer Homepage:
www.Rauchhaus1971.de

Asse2-Koordinationskreises: Kein sicherer Verschluss der Asse möglich! – Rückholung des Atommülls ohne Alternative

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Erklärung des Asse2-Koordinationskreises vom 27.12.2011:

Kein sicherer Verschluss der Asse möglich! – Rückholung des Atommülls ohne Alternative

Es gibt keinen „sicheren Verschluss“ der Asse und damit auch keinen Schutz vor dem Austritt von Radioaktivität, wenn der Atommüll im Berg bleibt. Bereits wenige Jahre nach einer Vollverfüllung können solch hohe Drücke entstehen, dass kontaminierte, giftige und nur wenig verdünnte Lösungen und Gase in die Biosphäre ausgepresst werden. Deswegen muss die Rückholung des Atommülls zügig und sorgfältig angegangen werden.

Die Bürgerinitiativen kritisieren seit langem das zögerliche Herangehen an die Vorarbeiten für die Rückholung des Atommülls aus der Asse. In den letzten Tagen haben die Gegner der Rückholung versucht, die Weihnachtsruhe zu nutzen, um ihre Vorstellungen unter Vorgaukeln einer Gefahrenlage in der Öffentlichkeit zu verankern. Doch wer fordert, die Rückholung aufzugeben, muss auch sagen, was dann passieren würde: der Atommüll in der Asse kann nach einem Verschluss des Schachtes dort nicht trocken verwahrt werden! Der Beton kann nur in die Mitte des Bergwerkes gefüllt werden. Um diesen Betonkern herum liegt der Atommüll – mit verbleibenden Hohlräumen. Diese Hohlräume würden entweder von der eindringenden Salzlösung gefüllt oder sie müssten mit einer künstlich zugeführten Flüssigkeit gefüllt werden. Beides würde dazu führen, dass sich der Atommüll in der Flüssigkeit auflöst. Ein Brei aus Atommüll, chemotoxischen Abfällen, Behälterresten und Salz würde sich bilden.

Dazu hat Dr. Krupp, Mitglied der „Arbeitsgruppe Optionenvergleich“ (AGO), ein hydrogeologisches Strömungs- und Transportmodell entwickelt. Im Mittelpunkt des Modells steht die Frage steht, welche Auswirkungen die Gasbildung und der Gebirgsdruck im Fall einer Flutung der Asse haben würde: Es bilden sich unweigerlich Gase, sobald die eingelagerten Metalle (Fässer etc.) und organischen Substanzen mit der Salzlösung reagieren bzw. biologisch abgebaut werden. Sein Rechenmodell zeigt: Bereits wenige Jahre nach einer Vollverfüllung können solch hohe Drücke entstehen, dass kontami-nierte, giftige und nur wenig verdünnte Lösungen und Gase in die Biosphäre ausgepresst werden.

Dr. Krupp kommt zu dem Ergebnis: „Aufgrund der vorliegenden Kenntnisse und Tatsachen muss von einer Auspressung ausgegangen werden, wenn das Vollverfüllungs-Konzept umgesetzt werden sollte – gleich ob in Gestalt des Schutzfluid-Konzepts, der Vollverfüllungs-Option oder als Notfall-Maßnahme. Kontaminierte Lösungen und Gase werden in wenigen Jahren ins Grundwasser und die Biosphäre gelangen.“ Dieses Ergebnis konnte bisher nicht widerlegt werden.

Das Grundwasser in der Region und bis hin zu Weser und Elbe könnte bei Verschluss und Flutung der Asse kontaminiert werden. Das ist nicht hinzunehmen. Der Asse II – Koordinationskreis fordert die beteiligten politischen Institutionen in Bund und Land auf, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, dass das Ergebnis des Optionen-vergleichs und die daraus resultierende Entscheidung des BfS für die Rückholung umgesetzt wird.

Auf der Pressekonferenz des Asse 2-Koordinationskreises am Di., den 3.1.2012, um 10.30 Uhr im Hotel Concorde beim Leineschloss in Hannover werden wir unsere Beurteilung der gegenwärtigen Lage und unsere konkreten Forderungen zum Vorgehen in dieser Situation ausführlich darstellen.

BI Umweltschutz: Das Protestjahr klingt aus, das neue beginnt, mit Protest Gorleben vor der Wende?

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Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung 28.12.11

Das Protestjahr klingt aus, das neue beginnt, mit Protest Gorleben vor der Wende?

Die Anti-Atom-Bewegung erlebt einen Höhenflug. Wie immer war es die Gegenseite, die der ältesten sozialen Bewegung in Deutschland die Argumente lieferte: Die Havarie der beiden Endlager auf deutschen Boden, Morsleben und Asse II, die Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Bundesregierung und die Möglichkeit und die Möglichkeit, den Gründen für die Wahl Gorlebens als Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum vor fast 35 Jahren durch Akteneinsicht auf die Spur zu kommen, heizten den Protest an, schreibt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zum Jahreswechsel. “Am Ende hat die
Nuklear- Katastrophe von Fukushima und der Massenprotest gegen die Atomkraft entscheidend zum – wenn auch nur halbherzigen – Atomausstieg beigetragen. In schwierigen Zeiten aber überdauerte der Protest wegen der Beharrlichkeit und lebendigen Protestkultur im Wendland, darauf bauen wir auch im nächsten Jahr”, sagte BI-Sprecher Wolfgang.

Gorleben, das sei schon vor dem Treck nach Berlin vor zwei Jahren deutlich geworden, stehe inzwischen zusammen mit der Asse II für das Atommülldilemma schlechthin. “Gorleben ist aber auch synonym für eine Industriepolitik der 70er Jahre, die Bürger überregelte, um mit juristischen Tricks einen Entsorgungsnachweis zu fabrizieren. Der Schwindel, dass in Gorleben der Salzstock erkundet wird, ist jetzt aufgeflogen, dort wird gebaut, aber nicht mehr lange”, prophezeite Ehmke. “Wir mischen uns weiter ein, demonstrativ und argumentativ, denn ein erkennbar ungeeigneter Standort wie Gorleben muss aufgegeben werden, wir brauchen keinen weiteren faulen Kompromiss wie beim Atomausstieg light à la Schwarz-Gelb.”

Vor allem müssten die vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben, mit der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine tendenziöse Eignungsaussage pro Gorleben vorbereitet, und der Ausbau in Gorleben abgebrochen werden. “Solange nicht einmal diese Schritte eingeleitet werden, glauben wir trotz des Geredes um einen angeblichen Neustart der Endlagersuche kein Wort”, schreibt die BI.

Das Widerstandsjahr 2011 klingt mit einer Sylvesterparty am Schwarzbau Gorleben aus. Ein Shuttle-Bus fährt um 23 Uhr aus Platenlaase dorthin und gegen 0.30 Uhr zurück. Und das neue Jahr beginnt, wie das alte endete: mit Protest. Am Neujahrstag wird um 13 Uhr dort auch das Widerstandsjahr 2012 eingeleitet.

Kommunistische Plattform: Es gilt das Erfurter Programm von 2011

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Fünf Überlegungen des KPF-Bundessprecherrates zur Erklärung von Dietmar Bartsch vom 30.11.2011

»Der neue Parteivorstand«, so heißt es im Beschluss der 1. Tagung des 2. Parteitages der Par-tei DIE LINKE in Rostock am 15. und 16. Mai 2010, »übernimmt nach der Gründungsphase Verantwortung für die weitere Stabilisierung und das Zusammenwachsen der Partei und ihre Verankerung in der Gesellschaft. Er begleitet eine identitätsstiftende Programmdebatte in den Landesverbänden und organisiert mit Ihnen gemeinsam die kommenden Wahlkämpfe. Vor ihm steht die Herausforderung, zentrale Kampagnen zu führen und unser politisches Profil als Partei der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratie, des Antifaschismus und des Friedens zu schärfen. »Für einen Politikwechsel – DIE LINKE stärken«, so war das Rostocker Arbeits-programm überschrieben.

In seiner Erklärung vom 30. November 2011 »Bei einem Mitgliederentscheid kandidiere ich für den Vorsitz der Partei DIE LINKE« schreibt Genosse Dietmar Bartsch: »Wir sind der Grundorientierung unseres Rostocker Parteitages nicht gefolgt, haben diesen Kurs nicht gehalten«.

Diese Feststellung wird nicht belegt. Das geht in dieser Absolutheit auch gar nicht. Wir hatten eine identitätsstiftende Programmdebatte, einen guten Programmparteitag und eine, hinsicht-lich der Führungsqualitäten verschiedener Landesvorstände durchaus unterschiedlich zu be-wertende, aber dennoch erfolgreiche Urabstimmung über das Programm. Und: Die Landesverbände haben – unter den Bedingungen schlimmster Hetze gegen unsere Partei – die Wahlkämpfe organisiert. Wir wissen, die Unzufriedenheit mit den 2011 erzielten Wahlergeb-nissen ist beträchtlich. Unsere Sicht darauf ist differenzierter. Wir äußerten uns dazu am 19. November auf der KPF-Bundeskonferenz und beschränken uns hier nur auf die entsprechen-den Kerngedanken.

Zu den Wahlkämpfen 2011

Wir zogen im Februar 2011, wenngleich mit Verlusten, erneut in die Hamburger Bürgerschaft ein. Auch die im März erzielten Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt waren nicht unbefriedigend.

Trotz der unerhörten antikommunistischen Hetze gelang es unseren politischen Gegnern zu Jahresbeginn nicht im gewünschten Maße, den Eindruck zu erwecken, die LINKE agiere jen-seits der Interessen ihrer potentiellen Wählerinnen und Wähler. Noch sechs Landtagswahlen und die Kommunalwahlen in Hessen und Niedersachsen standen da bevor. Die Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz konnten nicht der Kommu-nismusdebatte angelastet werden. Natürlich lagen Ursachen für den Nichteinzug in die Parlamente auch in den jeweiligen Landesverbänden. Unleugbar war jedoch, dass die schrecklichen Ereignisse in Japan den Wahlkampf überschatteten und merklich zu den glänzenden Wahler-gebnissen der Grünen beitrugen. Anders hätte es aussehen können, hätten wir bei den Bürger-schaftswahlen in Bremen eine Schlappe erlitten. Doch auch hier gelang uns, wenngleich ebenfalls mit Verlusten, der Wiedereinzug in die Bürgerschaft.

Am 4. September wurde der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Dort erzielte die LINKE ein besseres Ergebnis als bei den Wahlen 2005. Offenbar ist sie für viele Menschen im Alltag unverzichtbar – auch im Kampf gegen die Nazis. Und die Erinnerung an Sünden der Partei im Rahmen ihrer Regierungsbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern von 1998 bis 2006 war offenbar ein wenig verblasst. Nicht so in Berlin.

Nimmt man die Wahlergebnisse für unsere Partei im Jahr 2011 in ihrer Gesamtheit, so lässt sich ohne Zweckoptimismus sagen, dass es – ohne die Verluste klein reden zu wollen – erstaunlich ist, dass wir uns trotz einer Hetze, die sich andere Parteien im Land schlicht nicht vorstellen können, letztlich behauptet haben. Das zeugt von Unverwechselbarkeit zumindest in einigen Grundfragen und vom Vertrauen nicht weniger Menschen, dass die LINKE trotz all ihrer Unzulänglichkeiten, trotz eines beträchtlichen Maßes an Opportunismus eines Teils ihrer Protagonisten, sich als einzige der in den Parlamenten vertretenen Parteien mit einer gehörigen Portion sozialer und friedenspolitischer Kompetenz für das einsetzt, wofür sie gewählt wurde.

Koalitionsoption um den Preis der Selbstaufgabe

Wir haben, um noch einmal auf den Rostocker Parteitag zurückzukommen, unser Profil als Partei der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratie, des Antifaschismus und des Friedens durchaus weiter ausgeprägt. Inzwischen haben sich – auf den Oppositionsbänken – insonderheit die SPD und die Grünen einige unserer elementaren Forderungen zu eigen gemacht. Im Wesentlichen im Widerspruch zu dem, was sie in ihrer Regierungszeit an Asozialem, Undemokratischem und Friedensfeindlichem durchgesetzt hatten. Doch in der Politik lebt man nie von originären Verdiensten und je länger Betrügereien zurückliegen, desto eher fallen sie dem Vergessen anheim. Diese Erfahrung wird von der LINKEN ungenügend berücksichtigt. Und mehr als das: Mit Rücksicht auf Koalitionsspekulationen für 2013 ziehen es manche Protagonisten in unserer Partei vor – statt der Wahrheit über zehn Jahre Rot-Grün und Rot-Schwarz die Ehre zu geben – über kaum etwas anderes zu reden, als über unser vermeintliches und manchmal auch reales Versagen. Doch dieses an Selbstaufgabe grenzende Verhalten hat nicht der Bundesvorstand zu verantworten, sondern all diejenigen in der Partei, die Kritik an der SPD mehr fürchten als eigene Identitätsverluste.

Nehmen wir die Feststellung in der Bartsch-Erklärung: »… gerade in unsicheren Zeiten wollen die Menschen wissen, wohin die Reise mit einer Partei geht. Und Druck auf die SPD ausüben zu wollen, damit sich die wieder an ihre alten Tugenden erinnert, das ist keine Basis für dauerhaften Erfolg.« Tatsächlich reicht dieser Druck nicht aus; aber eine wesentliche Voraussetzung für unsere eigene Glaubwürdigkeit ist er schon. Rot-Grün hat Deutschland wieder zu einer kriegsführenden Nation gemacht.
Rot-Grün hat die Hartz-Gesetze eingeführt. Rot-Grün hat wesentliche Maßnahmen des Demokratieabbaus zu verantworten. Wer darüber kaum reden will und zugleich das eigene neue Parteiprogramm bestenfalls halbherzig akzeptiert, darf sich nicht darüber beschweren, wenn über DIE LINKE immer weniger gesprochen wird.

Chemnitz 2003 und Erfurt 2011

Dietmar Bartsch meint, das Parteiprogramm biete eine Grundlage für Zusammenarbeit in der Partei und sagt zugleich: »Nun wird das Programm auf seine Politikfähigkeit getestet. Wir sagen, was wir wollen. Wenn wir allerdings nicht glaubwürdig zeigen, wie wir unsere Ziele erreichen können, werden uns nur wenige auf dem Weg der Veränderung folgen. Auf solche Zeichen warten viele unserer Anhängerinnen und Anhänger seit der letzten Bundestagswahl.« Das klingt, als hätten wir seit September 2009 nichts ernsthaftes mehr getan. Und was noch problematischer ist: Wer es so verstehen will, kann zu der Annahme kommen, die antikapitalistische Kritik im Programm und die Forderung nach einem Systemwechsel seien wertlos, weil wir gegenwärtig nicht überzeugend den Weg aufzeigen können, wie wir zu unserem Ziel – einer sozialistischen Gesellschaft – gelangen. Einer solchen Sichtweise zu folgen, käme dem Verzicht auf jegliche, über die Grenzen des Kapitalismus hinausweisende Gesellschaftsvorstellungen gleich. Und noch etwas: Bartsch‘s Position zum Parteiprogramm scheint von ZweiKommunistische Plattform der Partei DIE LINKE feln dominiert. Das Programm muss nicht erst auf seine Politikfähigkeit getestet werden. Es ist nicht zuletzt das Ergebnis einer seit Beginn des Fusionsprozesses 2004/2005 zunehmend antikapitalistischeren Politik. Und auch dieser faktische Richtungswechsel – weg vom Kryptischen des Programms von 2003 – war nicht dem etwaigen Voluntarismus einzelner Protagonisten der jetzigen Programmlinie geschuldet, sondern entsprach und entspricht den gesellschaftlichen Entwicklungen. Oskar Lafontaine hat diesen Entwicklungen eine adäquate politische Linie gegeben. Als nicht politikfähig hatte sich das Programm von 2003 erwiesen. Die Chance des Geraer Parteitages vom Oktober 2002, eine wirklich sozialistische Oppositi-onspolitik einzuleiten, wurde vertan – und nicht umsonst ging dem Chemnitzer Programmparteitag vom November 2003 im Juni desselben Jahres ein Sonderparteitag in Berlin voraus, auf dem der in Gera gewählte Parteivorstand entmachtet wurde.

Vielleicht will ja Dietmar zu den Programmpositionen von 2003 zurück? Nicht umsonst beruft er sich auf Dieter Klein. Der habe »dieser Tage beim ›Nachdenken über eine zeitgemäße Erzählung der Linken‹ dafür Anstöße gegeben und ein Viereck für ein emanzipatorisches Gesellschaftsprojekt genannt: Umverteilung von Lebenschancen und Macht; sozialökonomischer Umbau; partizipative Erneuerung der Demokratie; internationale Kooperation, Solidarität und Sicherheit.« Die Eigentumsfrage wird in dieser Aufzählung ebenso wenig gestellt wie die Forderung nach einem Systemwechsel; vergeblich sucht man den Begriff »Frieden«.

Bundestagswahlen 2013

Auch auf dieser Basis will Dietmar Bartsch die Bundestagswahlen 2013 vorbereiten. »DIE LINKE [muss] mit ihrer Politik präsent sein – eigenständig und bündnisfähig zugleich, mit-tendrin statt allein gegen alle.« Aber unser Credo ist nicht »Allein gegen alle.« Das Credo der anderen lautet: »Alle gegen die Linken, DIE LINKE eingeschlossen.« Natürlich würden die etablierten Parteien auf diese Position verzichten, würden wir uns ihren Standpunkten anpas-sen: Sie kritisieren die stetig zunehmende Destruktivität des Kapitalismus als dessen Aus-wüchse. Sie vermitteln die Illusion, dass der Kapitalismus ein menschliches Antlitz hätte, ohne diese Auswüchse. Und die führen sie auf das Versagen der Politik und auf die menschli-che Gier zurück. Letztere sei allen zu eigen – den Wallstreet-Zockern besonders, aber eben auch den Hartz-IV-Empfängern.

Würden wir uns dieser Art Kapitalismus-Kritik anpassen, so wären wir »Willkommen im Club«. »Antikapitalismus reicht nicht«, umschreibt Dietmar Bartsch diese schonende Kritik, ohne die es kein Ankommen in dieser Gesellschaft gibt, vor allem aber keine Möglichkeit der engen Kooperation mit der SPD. Ob man im Ergebnis dieser angestrebten Kooperation bei einer Fusion landen will – Egon Bahr forderte schon vor mehr als zehn Jahren, die SPD wolle ihr Blut zurück – darüber soll hier nicht spekuliert werden.

Dietmar Bartsch will »mit einer Vorsitzenden und mit anderen gemeinsam DIE LINKE wie-der auf die Erfolgsspur führen«. Diese Absichtserklärung kommt einer Totalabwertung der vom Bundesvorstand unter Leitung von Gesine und Klaus geleisteten Arbeit gleich. Diese Abwertung korrespondiert mit Mangel an Solidarität seitens mancher in der LINKEN, die sei-nerzeit beide für die Spitzenämter vorschlugen. Das ist die Crux, die tatsächlich erhebliches Krisenpotential impliziert.

Ohne antikapitalistische Grundsätze keine sozialistische Partei

Zurück zur Bartsch-Erklärung. Besonders auf drei Dinge käme es an:

  • Die Partei müsse in der Lage sein, anderen – die eigenen Genossinnen und Genossen eingeschlossen – die Hand zu reichen. Schließlich wolle DIE LINKE die Gesellschaft verändern und nicht bloß Recht behalten. Wem außerhalb der Partei speziell die Hand gereicht werden soll, wird nicht aufgeführt. Es steht zu vermuten, dass die DKP zum Beispiel nicht gemeint ist.
  • Die Partei brauche wieder ein politisches Ziel, für das sie mit gesellschaftlichen Mehr-heiten erfolgreich kämpfen kann. Suggeriert wird hier, wir hätten irgendwann gesell-schaftliche Mehrheiten gehabt – was niemals der Fall war – und hätten derzeit kein realistisches gesellschaftliches Ziel. Dann führt Dietmar stichpunktartig auf, welche Zielstellungen wir uns zu eigen machen sollten. Sie alle sind im Parteiprogramm, des-sen Alltagstauglichkeit er so bezweifelt, aufgeführt. Man fragt sich, welch tieferer Sinn sich hinter diesen ungedeckten, widersprüchlichen Aussagen verbirgt.
  • Drittens will Bartsch sich dafür einsetzen, »dass DIE LINKE eine moderne, wirksam organisierte und wirkungsvoll arbeitende Partei ist, in der die Mitglieder das Sagen haben.« Da ist wohl keine Differenz. Aber dann führt er aus, was er unter einer sol-chen Partei versteht. »Mir gefällt, was der italienische Linkspolitiker Nichi Vendola gesagt hat: ›Die alte radikale Linke hat sich genauso überlebt wie die reformistische. Was ich will, ist eine neue postideologische, pluralistische, populäre Linke, die sich vor allem auf das Neue, auf die Jungen und ihre Sprache einlässt.‹«

Es ist zu hoffen, dass wir uns zuvörderst auf die Interessen der Jungen in Griechenland, Spa-nien, Italien und andernorts – nicht zuletzt in diesem Land – einlassen, denen die Arbeit und die Kultur und somit die Zukunft genommen wird. Zugleich ist zu fragen: Wozu muss post-ideologisch sein, wer pluralistisch ist? Entweder eine plurale Partei ist dadurch charakterisiert, dass sie verschiedene ideologische Richtungen in sich duldet, ja sogar wünscht – weil Breite in diesen Zeiten eine Pflicht ist. Oder sie nimmt für sich in Anspruch, frei von Ideologie zu sein – postideologisch also. Die Behauptung, eine Partei könne ideologiefrei sein, hat für uns etwa den gleichen Realitätsgehalt, wie etwa der Wunsch nach einer mitgliederfreien Partei. Nur dass niemand einen solch absurden Wunsch hat. Natürlich, eine Partei – frei von Ideolo-gie und Mitgliedern – böte die Chance, ein extremes Maß an fiktiver Geschlossenheit zu ge-währleisten.

Wir wollen nicht zu sarkastisch werden. Dietmar möchte, dass der zitierte Ausspruch Vendo-las, in welchem real Existierendes durch Kryptisches ersetzt ist, zum Leitspruch für DIE LINKE wird: »Sie [DIE LINKE] muss den Übergang, den nächsten Schritt von der anti-neoliberalen Sammlungsbewegung hin zu einer modernen linken Partei schaffen. Zu einer so-zialistischen Partei.«

Wir sagen: Eine anti-neoliberale Sammlungsbewegung ist in der Gegenwart wohl die ent-scheidende Ausgangsbasis für antikapitalistische Abwehrkämpfe gegen Krieg, Demokratie-zerstörung, gegen wieder erstarkende Nazibanden, Sozialraub und Umweltvernichtung. Ohne Antikapitalismus kein Kampf um das letztlich sozialistische Ziel. Ohne antikapitalistische Grundsätze, wie sie im Parteiprogramm von 2011 verankert sind, keine sozialistische Partei. Für eine solche wollen wir unsere ganze Kraft einsetzen – auch in der unmittelbar bevorste-henden Etappe bis zum Göttinger Wahlparteitag im Juni 2012.

Berlin, 23. Dezember 2011, Bundessprecherrat der KPF

Free Mumia: Berlins längstes Transparent der Welt

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Überall bereiten Unterstützer_innen von Mumia Abu-Jamal und Anti-Todesstrafen-Aktivist_innen derzeit “Berlins längstes Transparent der Welt” vor, um im kommenden Frühjahr die Freilassung von Mumia Abu-Jamal zu fordern.

Alle bemalen und/oder beschreiben ein Stück Stoff: 50 x 50 cm. Falls du auch daran teilnehmen möchtest, melde dich per e-mail bei kontakt@freiheit-fuer-mumia.de

 

 

Aufruf zur Teilnahme an der LL-Demonstration am 15.01.2012

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Aufruf
zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung am 15. Januar 2012
um 10.00 Uhr vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde


Aus dem Zuchthaus Luckau schrieb Karl Liebknecht am 18. März 1917 an seinen Sohn: “Der Krieg und die vielen Mängel der Welt plagen und bekümmern Dich – jawohl – sie müssen jedes Gemüt umdüstern; aber aus der Nacht gibt´s Rettung, nur eine Rettung freilich: den Entschluss, die Beseitigung dieser Übel sich zum Lebenszweck zu setzen. Nur das Leben ist unmöglich, das alles laufen lassen wollte, wie es läuft. Nur das ist möglich, das sich selbst zu opfern bereit ist, zu opfern für die Allgemeinheit.” Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg blieben da noch 21 Monate Lebenszeit.

Am 15. Januar 1919 wurden sie von der Reaktion ermordet. Ihrem selbstgewählten Anspruch blieben sie treu bis in den Tod. Für diese unbedingte Lauterkeit ihres Charakters, die Konsequenz ihres Handelns und die unbestechliche Klarheit ihres Denkens hatten sich Rosa und Karl den Hass des sich damals wie heute der Profitmaximierung verpflichteten Systems zugezogen.

So wie sie wollen auch wir nicht einfach alles laufen lassen, wie es läuft. Wir demonstrieren gegen imperialistische Kriege und alle aggressiven Bestrebungen der EU und der NATO. Wir demonstrieren gegen jegliche Auslandseinsätze der Bundeswehr ebenso, wie gegen jede Art indirekter deutscher Kriegsbeteiligung und gegen die horrenden Rüstungsausgaben und mörderischen Rüstungsexporte.

Unsere Sympathie gilt allen Bestrebungen, den US-amerikanischen Hegemonieanspruch einzudämmen. Mit Hoffnung blicken wir auf die revolutionären Bewegungen Lateinamerikas und das sozialistische Kuba. Unsere ausdrückliche Solidarität gehört dem palästinensischen Volk und der israelischen Friedensbewegung. Wir wenden uns gegen alle neokolonialistischen Machenschaften – exemplarisch die dreiste und blutige NATO-Aggression gegen Libyen. Wir sind solidarisch mit all jenen Kräften, die sich schon seit Jahrzehnten für eine tatsächliche Unabhängigkeit des afrikanischen Kontinents von neokolonialen und neoliberalen Ausbeutungsstrukturen einsetzen.

Wir demonstrieren gegen wachsende Arbeitslosigkeit, gegen die unerträgliche Ausweitung des Niedriglohnsektors und besonders gegen die moderne Sklaverei der Leiharbeit. Wir demonstrieren gegen den grassierenden Sozialabbau und die damit einhergehende Entwürdigung von Millionen Menschen. Wir stellen uns gegen die unverschämten Beschränkungen bürgerlicher Freiheitsrechte unter der Flagge der Terrorbekämpfung.

Wir wehren uns gegen die stetig aggressiver agierenden Nazis und dagegen, dass diese in völliger Legalität mit profaschistischen Slogans Wahlkampf führen dürfen. “GAS geben”, hieß es bei der NPD; zynisch die Erinnerung an die Shoa suggerierend. “Wählen gehen für Thilos Thesen” plakatierte die ´Bürgerbewegung´ “Pro Deutschland”. Dieser Slogan steht – ob der es will oder nicht – für Sarrazin und die ihn puschenden Medien und somit für millionenfach veröffentlichten Rassismus, Nationalismus und Sozialchauvinismus. Wir demonstrieren gegen jeglichen Rassismus, gegen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Nationalismus. Dem Antifaschismus, der internationalen Solidarität und dem Humanismus fühlen wir uns unbedingt verpflichtet.

Wir – Linke unterschiedlicher Strömungen – werden am 15. Januar 2012 friedlich unsere Standpunkte und Forderungen bekunden. Wir rufen zu einem breiten Bündnis auf.


sowie um 15.00 Uhr von der Joachimsthaler Straße/Ecke Kurfürstendamm zum Olof-Palme-Platz und zu den Gedenktafel/-stein im Tiergarten

Konferenz-Deklaration von Nyéléni: Stoppt Land Grabbing – JETZT!

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Wir Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, ViehhalterInnen, Indigene und ihre Verbündeten, die wir uns vom 17. bis 19. November 2011 in Nyéléni versammelt haben, sind zum ersten Mal aus der ganzen Welt zusammengekommen, um uns über unsere Erfahrungen und Kämpfe gegen Land Grabbing auszutauschen. Vor einem Jahr unterstützten wir den Kolongo-Appell von bäuerlichen Organisationen in Mali, die eine Führungsrolle im Organisieren lokalen Widerstands gegen die Übernahme von bäuerlich genutztem Land in Afrika eingenommen haben. Nach Nyéléni kamen wir als Antwort auf den Dakar-Appell, der sich für eine globale Allianz gegen Land Grabbing ausspricht. Wir sind dazu entschlossen, die Ernährungssouveränität, die Gemeingüter und die Rechte von KleinproduzentInnen von Nahrungsmitteln auf natürliche Ressourcen, zu verteidigen.

In Mali hat die Regierung Investoren 800.000 Hektar Land versprochen. Dieses Land gehörte über Generationen und Jahrhunderte Gemeinschaften – viel länger als der in den 1960er Jahren gegründete malische Staat existiert. Ähnliches passiert in vielen anderen Staaten, in denen Gewohnheitsrecht nicht anerkannt wird. Wer den Gemeinschaften Land wegnimmt, verletzt deren Gewohnheitsrechte und ihre historischen Rechte.

Sicherer Zugang zu und die Kontrolle über Land und natürliche Ressourcen sind unteilbar verbunden mit den in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderen regionalen und internationalen Menschenrechtskonventionen verankerten Rechten – wie beispielsweise den Rechten auf Selbstbestimmung, auf einen angemessenen Lebensstandard, Wohnen, Nahrung, Gesundheit, Kultur, Eigentum und Teilhabe. Mit großer Besorgnis stellen wir fest, dass Staaten ihren damit verbundenen Verpflichtungen nicht nachkommen und Wirtschaftsinteressen über die Rechte der Menschen stellen.

Land Grabbing ist ein globales Phänomen, das von lokalen, nationalen und transnationalen Eliten und Investoren sowie Regierungen vorangetrieben wird und die Kontrolle über die weltweit kostbarsten Ressourcen zum Ziel hat. Die globalen Finanz-, Nahrungsmittel- und Klimakrisen haben unter Investoren und wohlhabenden Regierungen einen Ansturm auf Land und natürliche Ressourcen ausgelöst. Diese gelten als letzter „sicherer Hafen“, der finanzielle Erträge garantiert.

Pensions- und andere Investmentfonds wurden mächtige Akteure beim Land Grabbing. Weiterhin werden Kriege geführt, bei denen es um die Kontrolle über natürliche Rohstoffe geht. Die Weltbank und regionale Entwicklungsbanken fördern Land und Wasser Grabbing, indem sie konzernfreundliche Politiken und Gesetze vorantreiben, Kapital und Garantien für investierende Unternehmen bereitstellen und ein ausbeuterisches und destruktives ökonomisches Entwicklungsmodell fördern. Weltbank, IFAD (Internationaler Fond für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen), FAO (Ernährung- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) und UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) haben sieben Prinzipien vorgeschlagen, die Land Grabbing durch Unternehmen und Staaten legitimieren. Angeführt von einigen der weltweit größten transnationalen Konzerne, zielt AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa) darauf ab, die bäuerliche Landwirtschaft in industrielle Landwirtschaft umzuwandeln und Kleinbauern und -bäuerinnen in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren. Das erhöht die Gefahr des Landverlusts.

Land Grabbing geht über traditionelle imperialistische Nord-Süd-Strukturen hinaus; transnationale Unternehmen können ihren Sitz u. a. in den USA, Europa, Chile, Mexiko, Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, Thailand, Malaysia oder Südkorea haben. Wir haben es mit einer Krise zu tun, die den ländlichen wie den städtischen Raum gleichermaßen betrifft. In Asien, Afrika, den Amerikas und Europa wird Land für industrielle Landwirtschaft, Bergbau, Infrastrukturprojekte, Dämme, Tourismus, Schutzgebiete, Industrie, Stadterweiterung und militärische Zwecke enteignet. Indigene Völker und ethnische Minderheiten werden durch bewaffnete Streitkräfte aus ihren Gebieten vertrieben, was ihre Verwundbarkeit erhöht und in einigen Fällen sogar zu Sklaverei führt. Marktwirtschaftlich orientierte, falsche Lösungen für den Klimawandel schaffen zusätzliche Wege, lokale Gemeinschaften von ihrem Land und ihren natürlichen Ressourcen zu vertreiben.

Trotz der Tatsache, dass Frauen den Großteil der weltweiten Nahrungsmittel produzieren und für das Wohlergehen von Familien und Gemeinschaften verantwortlich sind, entziehen ihnen weiterhin die existierenden patriarchalen Strukturen das Land, das sie kultivieren sowie ihr Recht auf Ressourcen. Gerade Kleinbäuerinnen sind besonders ungeschützt gegenüber Vertreibungen, da die meisten keine sicheren und juristisch anerkannten Landrechte besitzen.

Der Kampf gegen Land Grabbing ist ein Kampf gegen Kapitalismus, Neoliberalismus und ein destruktives Wirtschaftsmodell. Durch die Zeugnisse unserer Schwestern und Brüder aus Brasilien, Burkina Faso, Kolumbien, Guatemala, der Demokratischen Republik Kongo, Frankreich, Ghana, Guinea Bissau, Honduras, Indien, Mali, Mauretanien, Mozambique, Nepal, Niger, dem Senegal, Südafrika, Thailand und Uganda erfuhren wir, auf welche Weise Land Grabbing die kleinbäuerliche, familienbasierte Landwirtschaft, die Natur, die Umwelt und die Ernährungssouveränität bedroht. Land Grabbing verdrängt und vertreibt Gemeinschaften, zerstört lokale Wirtschaftsysteme und das soziokulturelle Gefüge. Es gefährdet die Identitäten ganzer Gemeinschaften, seien es BäuerInnen, ViehhirtInnen, FischerInnen, ArbeiterInnen, Dalits oder indigene Völker. Jene, die für ihre Rechte aufstehen, werden geschlagen, ins Gefängnis geworfen und getötet. Es gibt keinen Weg, die Auswirkungen dieses Wirtschaftsmodells und der Machtstrukturen, die es vorantreiben, zu lindern. Unser Land steht nicht zum Verkauf oder zur Verpachtung.

Wir sind aber nicht besiegt. Durch Organisation, Mobilisierung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt haben wir es geschafft, Land Grabbing vielerorts zu stoppen. Des Weiteren begreifen unsere Gesellschaften, dass die kleinbäuerliche, familienbasierte Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in sozialer, ökonomischer und umweltbezogener Hinsicht das nachhaltigste Model der Ressourcennutzung ist und das Recht auf Nahrung für alle sicherstellt.

Bezug nehmend auf den Dakar-Appell bekräftigen wir unser Bekenntnis, mit allen verfügbaren Mitteln gegen Land Grabbing Widerstand zu leisten, all jene zu unterstützen, die Land Grabbing bekämpfen und Druck auf nationale Regierungen und internationale Institutionen auszuüben, damit sie ihren Verpflichtungen, die Rechte der Menschen zu gewährleisten und zu erhalten, nachkommen. Im Besonderen verpflichten wir uns dazu:

• städtische und ländliche Gemeinschaften gegen Land Grabbing jeder Form zu organisieren.

  •  die Kapazitäten unserer Gemeinschaften und Bewegungen zu stärken, um unsere Rechte, unser Land und unsere Ressourcen wiederzugewinnen und zu verteidigen.
  •  in unseren Gemeinschaften die Rechte der Frauen auf Land und natürliche Ressourcen zu erlangen und zu sichern.
  • öffentliches Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Land Grabbing die gesamte Gesellschaft in die Krise führt.
  • Allianzen quer über verschiedene Sektoren, gesellschaftliche Gruppen und Regionen aufzubauen, und unsere Gesellschaften zu mobilisieren, um Land Grabbing zu stoppen.
  • unsere Bewegungen zu stärken, um Ernährungssouveränität und eine echte Agrarreform voranzutreiben und zu erreichen.

 

Um die oben genannten Verpflichtungen zu erreichen, werden wir folgende Aktionenentwickeln und umsetzen:

Kapazitäten aufbauen, um lokalen Widerstand zu organisieren

  • Unsere Gemeinden über die Beratungen und Ergebnisse dieser Konferenz informieren.
  •  Eine eigene Datenbank zu Land Grabbing schaffen, durch das Dokumentieren von Fällen und das Sammeln von Informationen und Belegen über Prozesse, Akteure, Auswirkungen, u.v.m.
  • Sicherstellen, dass unsere Gemeinden die benötigten Informationen über Gesetze, Rechte, Unternehmen, Verträge u.v.m. haben, um effektiveren Widerstand leisten zu können gegen Investoren und Regierungen, die versuchen, ihr Land und ihre natürlichen Ressourcen zu übernehmen.
  • Frühwarnsysteme aufbauen, um Gemeinden über Risiken und Bedrohungen zu alarmieren.
  •  Unsere Gemeinden durch politisches und technisches Training stärken und unseren Stolz als NahrungsmittelproduzentInnen und -versorgerInnen, besonders bei der Jugend, wieder aufbauen.
  •  Land- und Ressourcenrechten von Frauen sichern indem wir unsere Gemeinden und Bewegungen sensibilisieren, was die Bedeutung von Respekt und Schutz von Landrechten von Frauen betrifft – insbesondere im Gewohnheitsrecht.
  • Lokale Medien entwickeln und nutzen, um die Mitglieder unserer und anderer Gemeinden zu organisieren und Informationen über Land Grabbing zu verbreiten.
  •  Sicherstellen, dass unsere Anführer sich an die Regeln, die von unseren Gemeinschaften aufgestellt wurden, halten und uns und unseren Gemeinschaften und Organisationen gegenüber Rechenschaft ablegen.

 

Verwendung von Rechtsbeistand zu unserer Verteidigung

  • Entwicklung eigener Rechtshilfesysteme und Zusammenarbeit mit Rechts- und MenschenrechtsexpertInnen.
  • Verurteilung aller Formen von Gewalt und Kriminalisierung unseres Kampfes und unserer Mobilisierung zur Verteidigung unserer Rechte.
  • Hinwirken auf die sofortige Freilassung all jener, die wegen ihrer Kämpfe für ihr Land und ihre Territorien ins Gefängnis gesteckt wurden, sowie das Lancieren dringender Solidaritätskampagnen für all jene, die Konflikten ausgesetzt sind.

Advocacy-Arbeit und Mobilisierung

  • Institutionalisierung des 17. Aprils als Tag der globalen Mobilisierung gegen Land Grabbing; Finden weiterer geeigneter Termine, die für die Mobilisierung zur Verteidigung von Land und Gemeingütern genutzt werden können.
  • Weiterentwicklung unserer politischen Argumente, um das Wirtschaftsmodell, das Land Grabbing vorantreibt, sowie die verschiedenen Akteure und Initiativen, die es fördern und legitimieren, bloßzustellen und zu diskreditieren.
  • Schaffung eines „Peoples’ Observatory“ zum Thema Land Grabbing, um folgende Arbeit zu koordinieren: Datensammeln, Kommunikation, Planung von Aktionen, Advocacy-Arbeit, Forschung und Analyse u.v.m.
  • Förderung von Landrechten von Frauen durch gezielte Umverteilung von Land an Frauen und weitere Aktionen; Anpassung von Gesetzen und Politiken an die besonderen Bedürfnisse von Frauen.
  • Vorlage unserer Botschaften und Forderungen an Parlamente, Regierungen und internationale Institutionen. Weitere Auseinandersetzung mit dem Komitee zur Welternährungssicherung (CFS) und Forderung, dass Prozesse, wie die der FAO-Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern, wirklich zum Schutz und zur Förderung der Rechte auf Land und natürliche Ressourcen von KleinproduzentInnen von Nahrungsmitteln beitragen.
  • Identifikation lokaler, nationaler und internationaler Foren für Aktionen und Mobilisierung, um einen breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen Land Grabbing aufzubauen.
  • Durchführen von Aktionen gegen Unternehmen (auch Finanzunternehmen), Weltbank und andere multilaterale Entwicklungsbanken, die von Land- und Ressourcen Grabbing profitieren, es antreiben oder fördern. Aufrechterhalten von Widerstand gegen Pläne einer Selbstregulierung der Unternehmen – wie die RAI-Prinzipien (Responsible Agricultural Investment).
  • Ausweitung und Stärkung unserer Aktionen, um Ernährungssouveränität und Agrarreformen zu erreichen, die Förderung der Anerkennung von Gewohnheitsrecht, während die Rechte von Frauen sowie die Rechte der Jugend auf Land und natürliche Ressourcen gewährleistet werden.
  • Unterstützung der Inanspruchnahme von Ressourcen durch Landbesetzungen, Besetzungen von Büros von Investmentunternehmen, Proteste und andere Aktionen, um Gemeingüter zurückzugewinnen.
  • Verlangen, dass unsere Regierungen ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommen, die Vergabe von Land und natürlichen Ressourcen an Investoren sofort stoppen, bereits eingegangene Verträge aufkündigen, entzogenes Land zurückgeben und ländliche und städtische Gemeinschaften vor gegenwärtigem und zukünftigem Land Grabbing schützen.

Aufbau von Allianzen

  • Aufbau starker Netzwerke und Allianzen auf verschiedenen Ebenen – lokal, regional und international – basierend auf dem Dakar-Appell und bei denen KleinproduzentInnen von Nahrungsmitteln im Zentrum der Allianzen stehen.
  • Aufbau von Allianzen mit Mitgliedern von Pensionsfonds, um Pensionsfonds-ManagerInnen an Investitionen in Projekte zu hindern, die in Land Grabbing münden.
  • Schaffung von strategischen Allianzen mit Presse und Medien, sodass diese unsere Botschaften und Realitäten richtig wiedergeben; den Vorurteilen, die durch Mainstream-Medien über die Kämpfe um Land und um die Landreform in Simbabwe verbreitet werden, entgegentreten.

Wir rufen alle Organisationen, die sich diesen Prinzipien und Aktionen verpflichtet haben, auf, unserer Globalen Allianz gegen Land Grabbing beizutreten, die wir heute feierlich hier in Nyéléni gegründet haben.

Globalize the struggle! Globalize hope!
Nyéléni, 19. November 2011

Dresden Nazifrei – Newsletter 2

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Newsletter Dresden Nazifrei +++ Newsletter Dresden Nazifrei +++ Newsletter Dresden Nazifrei

Liebe Blockiererinnen und Blockierer,

die “Sächsische Demokratie” hat wieder zugeschlagen: Am Mittwoch fiel am Dresdner Amtsgericht das Urteil im zweiten Prozess nach § 21 Versammlungsgesetz. Der angeklagte Blockierer wurde zu 15 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt und soll die Kosten des Verfahrens tragen. Das Urteil war aber alles andere als überraschend! Der zuständige Amtsrichter argumentierte im Hinblick auf die Legitimität von Blockaden ausdrücklich für die Nazis als “schützenswerte Minderheit”.
Er verklärte sie damit nicht nur zu einer unpolitischen Gruppe, sondern verweigerte ausdrücklich die Anerkennung der politischen Dimension des Prozesses. Gerade im Zuge des sächsischen Versagens im Kampf gegen rechten Terror bekommt diese Argumentation besondere Brisanz, wenn man bedenkt, dass die drei Nazi-Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt jahrelang am größten Naziaufmarsch Europas teilgenommen hatten.

Der Prozess stand ganz im Zeichen der Ignoranz. Die Ermittlungsbehörden brauchten dringend eine Verurteilung, um ihren überzogenen Ermittlungseifer zu rechtfertigen. Die Argumente der Verteidigung, das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags zum sächsischen Versammlungsgesetz als auch der Freispruch eines Blockierers in der vergangenen Woche wurden vom Amtsrichter konsequent ignoriert. Doch damit nicht genug: Dass der Angeklagte von seinem Recht auf Aussageverweigerung gebraucht machte, wurde ihm angelastet und gab dem Richter offenbar Bestätigung, das doppelte Strafmaß anzusetzen. Richter Falk ging damit weit über die Forderung von Oberstaatsanwalt Schär hinaus. Der forderte lediglich eine Verwarnung mit 150 Euro Geldbuße!

Für das Bündnis hat sich mit diesem Urteilsspruch allerdings nichts an der Sachlage geändert. Wir werden auch im Jahr 2012 wieder blockieren.
Schließlich ist es keine juristische, sondern eine moralische Frage, sich den Nazis in den Weg zu stellen.

Der Untätigkeit der”Sächsischen Demokratie” setzen wir Taten entgegen. So laufen wir uns schon jetzt in Richtung erfolgreicher Blockade warm. Am Donnerstag gab es die erste große öffentliche Mobilisierungsaktion vom Bündnis “Nazifrei Dresden stellt sich quer” mit einer symbolischen “Warm-Up-Blockade” in der Dresdner Innenstadt.
Mit dieser Aktion ist die heiße Mobilisierungsphase bundesweit angelaufen. Außerdem haben wir druckfrische Flyer und Plakate, die darauf warten unter die Menschen gebracht zu werden. Bestellen könnt Ihr diese unter: kontakt@dresden-nazifrei.com

Wir stehen zusammen wir legen zusammen. Jeder Beitrag zählt! Wir rufen alle Interessierten dazu auf, sich in regionalen Vorbereitungskreisen zusammen zu finden und sich an der gemeinsamen Mobilisierung zu beteiligen. Jede Eigeninitiative ist willkommen. Aber erfolgreiches Engagement gegen Nazis kostet Geld. Auch dafür brauchen wir jetzt Eure Unterstützung! Die Straf- und Ermittlungsverfahren von betroffenen MitstreiterInnen als auch die Mobilisierung bedarf Spenden. Dafür sind wir Euch/ Ihnen allen sehr dankbar.

Wir bleiben dabei: Ziviler Ungehorsam ist unser Recht! Nicht nur in Dresden, sondern weltweit gehen Menschen auf die Straße. Es entsteht die Forderung nach direkter Demokratie und Partizipation an politischen Entscheidungen in einer postdemokratischen Welt. Vom 27.  bis 29. Januar gibt es deshalb einen internationalen Kongress zum Thema “Ziviler Ungehorsam und kollektiver Regelverstoß” an der Technischen Universität Dresden. Insgesamt fünf Podien, zahlreiche Vorträge, Workshops und World-Cafes werden Möglichkeiten zum internationalen Austausch und zur Vernetzung bieten. Zudem wird es viel Platz für kontroverse Debatten und Diskussionen zu Geschichte, Theorie und Perspektiven Zivilen Ungehorsams geben. Weitere Informationen findet Ihr unter: www.ungehorsam-kongress.de

Wir bedanken uns für das entschlossenes Engagement aller und wünschen Euch eine erholsame Weihnachtszeit und viel Kraft für Euer/ Ihr Engagement im neuen Jahr.

Mit antifaschistischen Grüßen,
Dresden Nazifrei!

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