Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
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Pressemitteilung 15.03.12

BI Umweltschutz: NMU muss handeln

Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) gibt “Entwarnung” für das Castorlager in Gorleben. 2011 sei die Jahresdosisleistung am Zaun des atomaren Zwischenlagers mit 0,195 Millisievert deutlich unter dem genehmigten Maximalwert von 0,3 Millisievert pro Jahr geblieben, behauptete die GNS am Mittwoch.

“Das ist eine unglaubliche Irreführung der Öffentlichkeit”, kontert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg(BI). Dieser Wert sei nämlich kein Messwert, sondern sei herbei gerechnet worden.
BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: “Die GNS unterschlägt erstens, dass die Strahlung nach ihrer eigenen Rechnung von 0,171 Millisievert im Jahr 2010 auf 0,195 Millisievert im Folgejahr gestiegen ist – das liegt natürlich an den 11 stark strahlenden Castoren, die im November eingelagert wurden. Die schlagen aber nur für einen Monat zu Buche.”

Der Rechentrick der GNS aber sei der eigentliche Skandal. “Die Firma zieht von den gemessenen Bruttowerten im Widerspruch zu den Landesbehörden eine Strahlendosis von 0,27 Millisievert ab (*). Danach müssen also nach Behördenrechnungen im Jahr 2011 0,365 Millisievert Jahresdosis erreicht worden sein, das ist eine deutliche Überschreitung des genehmigten Grenzwertes”, sagte Ehmke.

Die Gorleben-Gegner fordern den niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner auf, dem “Märchen der GNS”, das in Gorleben alles in Ordnung sei, sofort und entschieden entgegen zu treten: “Das NMU ist gefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen. Wir fordern, dass bei den ausstehenden Messungen des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Experten der Fachgruppe Radioaktivität der Bürgerinitiative zugegen sind. Unsere Devise ist: Nichts rein, nichts raus, das heißt, die Anlieferung der nicht wärmeentwickelnden Abfälle ins Fasslager muss ab sofort unterbunden werden.”