Frauen erhalten in Deutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger Entgelt als Männer. In kaum einem anderen EU-Land ist die Entgeltlücke so groß.

Auch wenn Frauen genauso viel und genauso gut arbeiten wie ihre männlichen Kollegen, ist ihr Entgelt deutlich geringer. Das muss sich ändern!

Deutscher Gewerkschaftsbund & Deutscher Frauenrat rufen auf zu einer gemeinsamen

Kundgebung am Brandenburger Tor
10117 Berlin, Pariser Platz
23. März 2012
12 bis 14 Uhr

RednerInnen:

Ingrid Sehrbrock, stv. Vorsitzende des DGB
Marlies Brouwers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates
Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle
Edda Schliepack, Mitglied im Präsidium des SoVD
Vertreter/innen der im Bundestag vertretenen Parteien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frauen haben “Recht auf Mehr!“ Wir fordern:

    •   einen gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze, weil Frauen besonders häufig für Dumpinglöhne arbeiten müssen.
    • alle Arbeitsverhältnisse sozial abzusichern, um alle Arbeitnehmer/innen bei der Durchsetzung ihres Anspruches auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall u.v.a.m. zu unterstützen.
    • gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, damit Unternehmen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis geschlechtergerecht zu gestalten.


Hintergrund zum equal pay day 2011:

Der Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern ist in Deutschland gravierend. Frauen verdienen, legt man durchschnittliche Stundenlöhne zu Grunde, für gleiche und vor allem gleichwertige Arbeit bis zu 23% weniger als ihre männlichen Kollegen. Jährlich wird Deutschland damit auf die hinteren Plätze im Ranking der Europäischen Union verwiesen, in der Frauen nach Angaben von Eurostat im Durchschnitt 17,4 Prozent weniger verdienen als Männer.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Tradierte Rollenstereotype beeinflussen sowohl die Aufgabenverteilung in den Familien als auch das Berufswahl- und Erwerbsverhalten von Mädchen und Jungen.

Sie arbeiten nach wie vor häufig in Teilzeit. Das hat Einfluss auf die Entlohnung pro Stunde, da Beschäftigte in Teilzeit oft geringere Stundenlöhne haben als KollegInnen, die vergleichbare Arbeit. Machen
Frauen sind nur selten in Führungspositionen zu finden und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger wegen Betreuungs- oder Pflegearbeiten in der Familie. Die geschlechtsspezifische Rollenverteilung wird vom aktuellen Steuer- und Sozialversicherungssystem noch unterstützt.

Der Termin des Aktionstags „Equal Pay Day“ markiert den Zeitraum, den Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen. Das ist bei einem gender pay gap von 23% der 25. März. Wir wollen diesen Aktionstag zum Jahreswechsel feiern!

Das Aktionsbündnis „Equal Pay Day“ besteht aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany, dem Deutschen Frauenrat (DF) – in dem auch der DGB vertreten ist – und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).
Die zentrale Veranstaltung des Deutschen Frauenrates, auf der auch Gewerkschafterinnen vertreten sein werden, fand in Berlin am Brandenburger Tor statt.

Ziele des Aktionsbündnisses

Das nationale Aktionsbündnis fordert

  • eine geschlechtsrollen-sensible Erziehung in Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie die Sensibilisierung und Ausbildung verantwortlicher Pädagogen mit anschließender Evaluation der Maßnahmen
  • eine Unternehmens- und Arbeitskultur, die eine sinnvolle Vereinbarung von Arbeit und Familie für Frauen und Männer gewährleistet
  • die gleichmäßigere Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern
  • den flächendeckenden Ausbau von Kindertageseinrichtungen und Ganztagsschulen
  • den Abbau von Fehlanreizen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht
  • die Abschaffung der kostenfreien Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung