Archive for Juli, 2012
NaturFreunde: Klage der NaturFreunde gegen Flughafen BER ist von Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig nicht betroffen
1Klage der NaturFreunde gegen Flughafen BER ist von Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig nicht betroffen
Berlin, 31.07.2012 – Zur Ablehnung der Klage gegen die Flugrouten vor dem Oberverwaltungsgericht in Leipzig erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:
Die Ablehnung der Klage der Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Kleinmachnow durch das Bundesverwaltungsgericht hat für die Klage der NaturFreunde Berlin keine Auswirkungen. Während es sich bei der Klage der Kleinmachnower vor allem um eine „Fluglärmklage“ handelte, klagen die NaturFreunde gegen die Missachtung von europäischen und nationalen Umweltrecht.
Wenn der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung erklärt, dass er „Mängel im Planfeststellungsverfahren“ sehe, diese sich „aber nicht auf das Ergebnis ausgewirkt“ hätten, zeigt dies überdeutlich, dass die Klage der NaturFreunde eine sehr hohe Erfolgsaussicht hat. Für die Müggelseeroute wurde überhaupt keine Umweltverträglichkeitsprüfung oder FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt, da die Führung eines Abflugverfahrens über den Müggelsee im gesamten Planfeststellungsverfahren nicht vorgesehen war. Diese Route lag nach Angaben der Flughafenbetreiber „außerhalb der Vorhabensauswirkungen“. Deshalb ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausgang des Planfeststellungsverfahrens Grundlage für die Genehmigung des Flughafens.
Dass nun das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung trotzdem eine solche Routenführung ausgewählt hat, ohne die nach vorrangigem europäischem Recht erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen, ist ein schwerwiegender rechtlicher Mangel, der aus Sicht der NaturFreunde rechtlich nicht akzeptabel ist. Ohne die Durchführung einer solchen Umweltverträglichkeitsprüfung darf keine Routenfestlegung stattfinden. Mehr als 40 % der Berliner „Natura 2000-Gebiete“ werden von dieser Route betroffen. Das dies ohne Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen wurde, ist ein Verstoß gegen europäisches und nationales Recht.
FFH- und SPA-Gebiete durch Routenfestlegung massiv betroffen
Nach den Vorgaben des europäischen Gemeinschaftsrechts ist vor der Zulassung eines Projekts zu prüfen, ob dieses ein europäisches Schutzgebiet erheblich beeinträchtigen könnte. Die aus Sicht der NaturFreunde Berlin bewusst nicht durchgeführten Untersuchungen sind deshalb nicht akzeptabel. Die NaturFreunde Berlin fordern, dass die Auswirkungen des Flugverkehrs auf diese hochsensiblen Gebiete geprüft und damit europäisches Recht eingehalten werden muss.
Durch die Flugroutenführung des Abflugverfahrens SUKIP 1 B werden FFH- und SPA-Gebiete in ganz erheblichem Umfang überflogen werden. Bei Nutzung dieser Abflugroute werden insbesondere das FFH-Gebiet „Müggelsee-Müggelspree“, sowie das hierin eingeschlossene Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet “Wasserwerk Friedrichshagen, das FFH-Gebiet „Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug“ sowie das FFH-Gebiet “Teufelsseemoor Köpenick” in einer Höhe von 800-1200 m überflogen. Zu keinem Zeitpunkt vor Festsetzung des Abflugverfahrens, also weder im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch durch den Beklagten im Rahmen des Flugroutenfestsetzungsverfahrens wurden die nun anstehenden Beeinträchtigungen im Rahmen einer FFH-Verträglichkeitsprüfung untersucht.
Klageaussichten für NaturFreunde weiterhin sehr positiv
Aus diesem Grund gehen die NaturFreunde Berlin davon aus, dass ihre Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erfolgreich sein wird. Kein Gericht wird die Umgehung von gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen für Rechtens erklären. Darüber hinaus hat der Vorsitzende Richter am Bundesverwaltungsgericht, Herr Prof. Dr. Rubel, in der Urteilsbegründung am heutigen Tage deutlich gemacht, dass das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung bei der Routenfestsetzung an Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses, wie insbesondere das Ziel, die Stadt Berlin von Fluglärm zu entlasten, gebunden ist, wie Rechtsanwältin Franziska Heß (Kanzlei Baumann Rechtsanwälte Würzburg/Leipzig) welche die Klage der Naturfreunde vertritt, nach der heutigen Urteilsverkündung berichtete.
Die Klage der NaturFreunde Berlin kann folglich maßgeblich dazu beitragen, die Inbetriebnahme des Flughafens noch zu verhindern. Die Verantwortlichen hatten die Müggelseeroute für „alternativlos“ erklärt. Sollten die NaturFreunde Recht bekommen, ist der Neubau des Flughafens damit ohne reale Abflugroute.
NaturFreunde fordern Offenlegungspflicht für Auslandsspenden deutscher Konzerne
0Bayer AG soll Unterstützung der Republikaner in den USA beenden
Berlin, 27. Juli 2012 – Zur finanziellen Unterstützung von restaurativen US-Kräften und -Klimaleugnern durch die Bayer AG erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:
Die Bayer AG unterstützt in den USA über sogenannte Politische Aktionskomitees restaurative politische Kräfte sowie Leugner des Klimawandels. Aktuell schlägt sich Bayer mit 261.000 Dollar auf die Seite der Republikaner, die beispielsweise mit der europäischen Idee der Sozialen Marktwirtschaft nichts am Hut haben. Traditionell gehört der Bayer-Konzern zu den größten ausländischen Spendern erzkonservativer US-Präsidentschaftskandidaten, gefolgt von Telekom und BASF. Auch unter Präsident George Bush gingen knapp 80 Prozent der finanziellen Unterstützung von Bayer an die Republikanische Partei. Und während des Wahlkampfs von Barack Obama flossen 65 Prozent der Bayer-Mittel an dessen Konkurrenten.
Konservative Klimaleugner werden gezielt unterstützt
Bei der US-Zwischenwahl vor zwei Jahren hatte Bayer sogar gezielt konservative Kandidaten unterstützt, die den Klimawandel leugnen. Der Konzern fördert auch das zweifelhafte Heartland-Institute, das den Klimawandel abstreitet und eine wichtige Rolle beim Aufstieg der Tea Party spielte. Zwar ist es in den USA Konzernen verboten, direkt für eine Partei oder einen Kandidaten zu spenden. Das geschieht über Politische Aktionskomitees und jeder weiß, um was es geht.
Spenden sind Ausdruck einer fragwürdigen politischen Einstellung
Dass sich die amerikanische Demokratie immer mehr zu einer Reichtumsdemokratie entwickelt, in der nur kapitalkräftige Akteure eine Chance auf höchste Ämter haben, ist schon eine dramatische Entwicklung. Dass aber viele deutsche Unternehmen, an der Spitze Bayer Leverkusen, sich so offen auf die Seite der konservativen, oftmals europafeindlichen Republikaner stellen, ist entweder politischer Naivität geschuldet oder, was leider zu vermuten ist, Ausdruck einer fragwürdigen politischen Einstellung.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass deutsche Konzerne ihre Spenden in den USA, aber auch in anderen Ländern, offenlegen müssen. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu wissen, wessen Geistes Kind diese Damen und Herren sind, die im Ausland unserer Wirtschaft repräsentieren.
BI Umweltschutz: Gartower CDU-Chef brüskiert den Gorleben-Widerstand
0Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Pressemitteilung 30.07.12
Ungeheuerlicher Nazi-Vergleich
Gartower CDU-Chef brüskiert den Gorleben-Widerstand
Der Gartower CDU-Vorsitzende Dr. Matthias Herbst sorgt für einen Skandal: Im Rahmen eines CDU-Grillfestes echauffierte er sich über die Atomgegner im Wendland. Die gelben Xe an den Straßen und in Vorgärten des Landkreises, das bekannte Symbol des Gorleben – Widerstands, sind ihm ein Dorn im Auge. Wörtlich sagte er in Anwesenheit der CDU Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock und des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU Bundestagsfraktion Michael Grosse-Brömer, dem Nachfolger des Bundesumweltministers Altmaier:”Meine Mutter hat immer gesagt, ´solche Kreuze gab es schon mal, nur in anderer Farbe´.” Selbst auf Nachfrage der Elbe-Jeetzel-Zeitung stand der CDU-Politiker im Kern zu seinem Satz.
“Wir erwarten eine umgehende Distanzierung und Entschuldigung von der CDU-Kreisspitze und auch des Parlamentarischen Geschäftsführers Grosse-Brömer, der sich nicht zu dem Nazi-Vergleich äußern wollte”, fordert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Es sei ungeheuerlich, dass sich Berholdes-Sandrock und Grosse-Brömer nicht unmittelbar und klar sich von der verbalen Entgleisung des Gartower CDU-Chefs distanziert hätten. Die BI erinnert daran, dass gerade der CDU-Ortsverein Gartow verhindert hat, dass sich die Christdemokraten von der strikten Pro-Gorleben-Linie verabschiedeten:”Die Partei hat jetzt ein doppeltes Problem, sie isoliert sich in der Gorleben-Frage sogar von den Beschlüssen auf Landes- und Bundesebene, weil sie am weiteren Ausbau Gorlebens festhält, und sie isoliert sich in Fragen des politischen Miteinander”.
gorleben365: Widerstand gegen geplantes Endlager verlängert
0Gorleben, 19.7.2012
PM: Widerstand gegen geplantes Endlager verlängert
Kampagne gorleben365 weitet Aktionen aus
Zu der Entscheidung des Bundesumweltministerium, die Arbeiten im Salzstock Gorleben nicht im September enden zu lassen, erklärt Kampagnensprecherin Katja Tempel:
„Wenn die Bundesregierung den Hauptbetriebsplan in Gorleben verlängert, dann verlängern wir auch unsere Blockade-Kampagne vor den Toren des Erkundungsbergwerks in Gorleben.“
Die Kampagne gorleben365 hatte es sich seit August 2011 zum Ziel gesetzt, an möglichst vielen von 365 Tagen die Zufahrten zur Endlagerbaustelle zu blockieren. Eigentlich war geplant die Kampagne am 13.August 2012 enden zu lassen.
„Wir werden nicht nachlassen in unserem Widerstand gegen eine Festlegung von Gorleben als atomares Endlager. Mit Gorleben auf der vermeintlich ‘weißen Landkarte’ gewinnt der neue Bundesumweltminister kein Vertrauen – er verliert es!“
AktivistInnen der Kampagne haben für Samstag, den 21.Juli eine Hochzeitsblockade angekündigt. Mehr als 120 Menschen werden die Hauptzufahrten während einer Trauungszeremonie gemeinsam blockieren.
Der Bräutigam, Jochen Neumann, ist entsetzt über den Mangel an politischem Fingerspitzengefühl: „Ein gesellschaftlicher Konsens braucht Vertrauen, Transparenz und Mitbestimmung der BürgerInnen. Wer glaubt, an Gorleben auch nur als Referenzstandort in einem Endlagersuchprozess festhalten zu können, hat seinen Beruf als Politiker verfehlt.“
Für Rückfragen:
Katja Tempel 0160- 44 00 206
Die Kampagne gorleben365 wurde am 14. August 2011 von der Initiative X-tausendmal quer – gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft und der KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion gestartet und hat sich zum Ziel gesetzt, an möglichst vielen von 365 Tagen die Zufahrten zum geplanten Endlager mit Blockaden zu behindern.
NaturFreunde: IOK muss Einhaltung sozialer Mindeststandards sicherstellen
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Chinesische Näher haben keine Freude an olympischen Maskottchen Wenlock & Mandeville
Berlin, 24. Juli 2012 – Anlässlich der am 27. Juli in London beginnenden Olympischen Spiele erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Die ersten Verlierer der Olympischen Sommerspiele stehen schon fest: Tausende chinesische Näher haben zum Teil mehr als 14 Stunden täglich die olympischen Merchandising-Artikel anfertigen müssen, ohne dass sie dafür einen existenzsichernden Lohn erhalten hätten. Dabei wird der zu erwartenden Umsatz mit entsprechenden Plüschtieren oder Rucksäcken auf mehr als 1,3 Milliarden Euro geschätzt.
Zwar hatte das „Londoner Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele“ (LOCOG) nach anhaltendem Druck von Menschenrechtsorganisationen sowie der Kampagne „Play Fair“ (www.play-fair.org) einen Musterkodex angenommen und von Lizenznehmern verlangt, dass entsprechende Prüfberichte aus den Produktionsstätten vorgelegt werden. Auch wurde ein Beschwerdeverfahren einführt, welches Betroffenen theoretisch die Möglichkeit geben sollte, gegen die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen vorzugehen.
Allerdings ist es bisher zu keiner realen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben der Lizenznehmer gekommen, da sich das LOCOG auf die Prüfberichte der Lizenznehmer verlässt. Dabei fußen die Berichte auf meist eintägigen Betriebsprüfungen, die die Arbeitsbedingungen vor Ort kaum erfassen konnten. Zudem bestätigten viele Beschäftigte gegenüber der Kampagne „Play Fair“, dass ihnen angedroht wurde, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, sollten sie bei diesen Betriebsprüfungen die Wahrheit sagen.
Kodex für menschenwürdige Arbeit wurde nicht ausreichend überprüft
Auch für die Produktion von Wenlock und Mandeville, den beiden Maskottchen der Olympischen Sommerspiele, hatte das LOCOG zugesagt, unmenschliche und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen nicht weiter zu tolerieren. Dafür wurde ein Kodex aufgestellt, der mit dem Kodex der „Ethical Trading Initiative“ (Initiative für einen moralisch einwandfreien Handel) vergleichbar sein sollte.
Dieser Kodex sollte den Arbeitern einen existenzsichernden Lohn, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sowie Arbeitsplatzsicherheit garantieren, zudem das Recht, Gewerkschaften zu gründen oder sich eine Interessenvertretung zu wählen. Auch Kinder- und Zwangsarbeit sind nach dem Kodex untersagt.
Doch die Realität in den Zulieferbetrieben sieht anders aus: Die Arbeiter mussten monatlich bis zu 100 Überstunden leisten, obwohl nach dem chinesischen Gesetz nur 36 Überstunden erlaubt sind. Manche Arbeiter machten 24-Stunden-Schichten oder arbeiteten sieben Tage die Woche, wobei die gesetzlich vorgeschrieben Überstundenzuschläge verweigert wurden.
Deshalb fordern die NaturFreunde Deutschlands:
> Das Internationale Olympische Komitee (IOK) muss endlich Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern der Merchandising-Artikel übernehmen.
> Die nationalen Olympischen Organisationskomitees müssen bereits bei den Bewerbungen für die Olympischen Spiele verpflichtet werden, eine umfassende Überprüfung der Lieferketten aufzubauen, um unmenschliche Arbeitsbedingungen zu verhindern.
> Alle Sponsoren-Verträge müssen so weiterentwickelt werden, dass international anerkannte Mindestnormen für Arbeitsbedingungen festgeschrieben und Sponsoren, die diese Mindestnormen nicht einhalten, von den Olympischen und Paralympischen Spielen ausgeschlossen werden.
NaturFreunde Deutschlands – auch ein sozial-ökologischer Sportverband
Die NaturFreunde sind auch ein Sportverband. Wir setzen uns ein für die Förderung des Breitensports und lehnen die ungehemmte Kommerzialisierung der großen Sportereignisse ab. Denn wir akzeptieren nicht, dass durch die Organisation derartiger Großereignisse sozial schwache Menschen noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Im Rahmen unserer internationalen Arbeit werden wir uns für eine Veränderung dieser Situation und im Rahmen der Sportbewegung für eine Abkehr von der derzeitigen Fixierung auf solche Großereignisse einsetzen.
NaturFreunde fordern Finanzmarktregulierung und ökologische Investitionen
0Die Politik muss auch in der Krise gestalten
Berlin, 24. Juli 2012 – Anlässlich der Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der Ausstieg Griechenlands aus dem Euroraum sei keine Katastrophe, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:
Herr Rösler ist ein Mann der Märkte und kein Vertreter des Liberalismus oder der Freiheit. Hatte die FDP nicht einen Mitgliederentscheid zum Euro durchgeführt? Was hat die schwarz-gelbe Regierung denn die ganze Zeit getrieben?
Gefangen im Teufelskreis von Verschuldung, Bankenmacht und Wirtschaftswachstum
Seit Jahren steckt Europa in der Finanzmarktkrise, hangelt sich die Politik von einem Rettungsprogramm zum nächsten, erhebt Bundesfinanzminister Schäuble fast täglich mahnend den Finger und bleibt dennoch gefangen im Teufelskreis von Verschuldung, Bankenmacht und Wirtschaftswachstum. Die Bundesregierung scheint nur das kleine Karo zu kennen und auch von der Opposition kommt nicht mehr als ablehnende Zustimmung.
Jetzt Finanzmärkte regulieren und ökologisch investieren
Dringend nötig wären die Regulierung der Finanzmärkte, die Austrocknung der Gläubigermärkte und eine Rückführung der Banken auf ihre eigentliche Aufgabe, den Finanzkreislauf der Wirtschaft zu sichern. Denn das Geld muss dienen und darf nicht herrschen. Dazu brauchen wir eine europäische Kreditanstalt für Wiederaufbau und ökologische Investitionen, die unsere Gesellschaften zukunftsfähiger machen.
Die Finanzkrise ist noch lange nicht zu Ende. Solange die Politik der Entwicklung hinterherläuft und sie nicht wirklich gestaltet, werden die Finanzmärkte das Geschehen bestimmen. Doch schon lange gab es nicht mehr so viel Unbehagen und Unsicherheit, soviel Ignoranz und Überforderung. Selten war die Politik so substanzlos. Dieses endlose Geschwafel ideologischer Blindheit ist einfach nicht mehr zu ertragen.
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba: Aktuelles aus und über Kuba
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Veranstaltungen:
Fiesta Moncada
Sonntag, 22. Juli 15:00-20:00 Uhr
Falkenheim, akademiestr. 69,44789 Bochum
Neben cubanischen Menüs und Cocktails, cubanischen Zigarren, Limo, Bier, Kaffee und Kuchen gibt es ein attraktives Kulturprogramm mit Live-Musik aus Cuba.
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html#fiesta-moncada
Siempre es Veintiséis
Donnerstag, 26. Juli 2012, 19:00 Uhr
Waldheim Gaisburg, Obere Neue Halde 1, 70186 Stuttgart-Ost
Wir feiern den Sturm auf die Moncada-Kaserne, der am 26. Juli 1953 unter Führung von Fidel Castro in Santiago de Cuba stattfand.
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html#m-26-7
Fiesta Moncada
Donnerstag, 26. Juli 2012, 19:00 Uhr
EineWeltHaus, Schwanthaler Str. 80, 80336 München
Wir feiern wie auf Cuba den 59. Jahrestag des Sturmes auf die Moncada-Kaserne und laden herzlich ein zur Fiesta Moncada.
Wie immer mit Musik, Informationen und cubanischen Cocktails!
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html#moncada-muenchen
Fiesta de Solidaridad
Samstag, 28. Juli, 14:00 bis 22:00 Uhr
Parkaue Lichtenberg, 10367 Berlin (S + U-Bahn Frankfurter Allee)
Am 28. Juli 2012 steigt wieder die traditionelle Fiesta de Solidaridad von Cuba Sí in der Parkaue in Berlin-Lichtenberg. Immer um den legendären 26. Juli und im Gedenken an den Tag des Sturms auf die Moncada-Kaserne feiert Cuba Sí mit Freunden, Wegbegleitern und anderen Solidaritätsgruppen das große Solifest. Wie in jedem Jahr werden wieder interessante Gäste aus Politik, Musik, Kunst und Kultur sowie tausende Besucher erwartet.
mehr: http://cuba-si.org/441/nicht-verpassen-fiesta-de-solidaridad-am-28-ju
Programm: http://cuba-si.org/files/cuba/fiesta-programm_stand_25.5.2012.pdf
Kuba und Lateinamerika auf dem
Internationalen Friedensfest Graal-Müritz
Samstag, 4. August 2012, 10:00 bis 17:30 Uhr
Seebrückenvorplatz, 18181 Graal-Müritz
Als Gäste werden u.a. erwartet: die Botschafter Venezuelas, Boliviens, Kubas, die Geschäftsträgerin der Botschaft Nicaraguas.
Weiter dabei: “Venezuela avanza” Berlin, “Nueva Nicaragua e.V.” Berlin, Stand Bolivien, Cuba Sí und die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba.
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html#friedensfest
Programm: http://www.nuevanicaragua.de/actividades/Friedensfest%20GM%202012.pdf
“Mein Kuba” – Fotoausstellung
bis 01.04.2012
Kunsträume der Michael-Horbach-Stiftung, Wormser Straße 23, 50677 Köln (Südstadt)
“Mein Kuba” – unter diesem Titel präsentiert der Fotograf Michael Horbach in Köln eine Ausstellung von Fotos, die er bei Aufenthalten in Kuba gemacht hat. „Horbach – so ein Pressebericht – konzentriert sich auf sensible Portraits von Menschen und auf Bilder mit Motiven von der landschaftlichen Schönheit der Insel in einer atmosphärischen Dichte.
mehr: http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html#mein-kuba-koeln
Pressse: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18017
Weitere Veranstaltungen und Ausstellungen:
http://www.fgbrdkuba.de/termine/kalender.html
Cuba Libre:
Ausgabe August 2012 – Aufbruch im Hinterhof
Kuba liegt im Herzen des Kontinents
Der US-Imperialismus und Lateinamerika
Die aktuelle Sitauation in Kuba und die Aufgaben der Kubasolidarität
Jorgitos Log
Neues aus Mantanzas
ACLIFIM – Ein Projekt für Menschen mit Behinderung
mehr zur aktuellen Ausgabe: http://www.fgbrdkuba.de/cl/cuba-libre.html
weiter zum Abo-Formular (pdf): http://www.fgbrdkuba.de/gs/abo.pdf
CUBA LIBRE Archiv: http://www.fgbrdkuba.de/cl/cuba-libre-archiv.html
Cuba kompakt:
Ausgabe Juli 2012
Cubas Präsident in China + Wikileaks: USA wussten von dem Putsch + Cuba verurteilt parlamentarischen Staatsstreich in Paraguay + Lateinamerika verurteilt Putsch + Paraguay verloren – Mercosur gewonnen
ALBA Länder werfen USAID raus + Miami 5: Sonderbeauftragte der UNO besorgt + Wissenschaftlich bewiesen – es ist wärmer geworden in Cuba + Cubas Kaffee und Kakao auf dem Weg der Erholung + Todesdrohungen gegen René González in Miami + René González möchte nicht US-Staatsbürger sein
Seite 1: http://www.fgbrdkuba.de/ck/ck2012-07-s1.pdf
Seite 2: http://www.fgbrdkuba.de/ck/ck2012-07-s2.pdf
Presse:
Nachrichten ständig aktualisiert, in unserer Presserubrik:
aktuelle Nachrichten aus und über Kuba, Berichte über die Finanzierung rechter Gruppen durch USAID und deren Ausweisung aus den ALBA-Staaten, die Reise des Kubanische Präsidneten Raúl Castro nach China und Russland, Meldungen über aktuellen Blockademaßnahmen gegen Kuba im Wissenschafts- und Finanzsektor, Berichte über die Kuba-Karawane der Pastors for Peace, Mitteilungen aus und über die internationale Solidarität mit Kuba und vieles mehr:
http://fgbrdkuba-berlin.de/presse/presse.html
BI Umweltschutz: Endlagersuche: Gorleben bleibt im Rennen BI kündigt Proteste an
0Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Pressemitteilung 22.07.12
Endlagersuche: Gorleben bleibt im Rennen BI kündigt Proteste an
Gorleben war schon “tot” (Sigmar Gabriel) und ist ein “Schwarzbau”
(Jürgen Trittin). “Was treibt sie heute an, den maroden Salzstock “im Rennen” zu belassen, statt eine Endlagersuche wirklich neu zu starten?”
Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) verweist auf eine Vor-Meldung des “Spiegel”, demnach haben sich Union, SPD und Grüne auf Bundesebene beim Thema Gorleben angenähert.
Umweltminister Peter Altmaier (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sollen sich bei ihrem “Küchengespräch” in Berlin vor einigen Tagen darauf geeinigt haben, dass der Standort Gorleben bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager weiter im Rennen bleibt.
“Damit brüskieren vor allem die SPD- und Grünen-Vertreter ihre eigenen Parteifreunde, wir hatten gehofft, dass unser offener Brief zur Offenheit des Suchverfahrens beiträgt”, so Wolfgang Ehmke (BI).
Bürgerinitiative, Bäuerliche Notgemeinschaft im Wendland und die großen Umweltverbände hatten angemahnt, die kritische Öffentlichkeit vor einer Festlegung auf das Suchverfahren zu konsultieren und Gorleben endgültig zu streichen.
“Die Kungelei um Gorleben haben wir satt. Wenn Argumente nichts fruchten, werden wir weiter auf den Protest setzen, damit die Verhandlungsführer begreifen, dass das Festhalten an Gorleben das Suchverfahren kontaminiert”, sagte der BI-Vorsitzende Martin Donat.
Flughafen Berlin-Brandenburg BER – Klagen gegen die Müggelseeroute
0P R E S S E E R K L Ä R U N G
Flughafen Berlin-Brandenburg BER -
Klagen gegen die Müggelseeroute
Berlin, 20.7.2012 – Sperrfrist 12 Uhr -
Die Kanzlei BAUMANN Rechtsanwälte hat am heutigen Tage (20.07.2012) für die Naturfreunde Berlin e.V. sowie für mehrere Bürger Klage gegen die so genannte Müggelseeroute beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Bei der Müggelseeroute handelt es sich um ein Abflugverfahren für den Flu ghafen Berlin-Brandenburg, das mit Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung Ende Januar 2012 festgesetzt wurde und durch das 854.700 Bürger durch Fluglärm über 40 dB(A) belastet werden. Die Klage wird unterstützt vom Bürgerverein Friedrichshagen e.V.
In ganz Deutschland ist die BER-Flugroute über den Berliner Müggelsee das Symbol für Bürgertäuschung, Verlärmung und Umweltgefährdung – aber auch für bürgerlichen Widerstand, das kritische Begleiten der Berliner Flughafenlobby und Protestaktionen wie die Menschenketten um den Müggelsee, das Kanzleramt und das Berliner Hoffest. Eine Region wehrt sich – und nun auch mit juristischen Mitteln. „Wir befürchten eine erhebliche Beeinträchtigung der Frischluftversorgung der Hauptstadt durch das ausgewiesene Frischluftproduktionsgebiet im Bereich des Müggelsees und einen verstärkten Feinstaubeintrag in die Stadt. Ganz Europa beneidet Berlin um seine Innenstadtseen – und Berlin fällt nichts besseres ein, als diese zu verlärmen und zu verdrecken“, so ein Sprecher der Friedrichshagener Bürgerinitiative.
Bekanntermaßen wurden im Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Flughafens noch geradeaus verlaufende Flugrouten zu Grunde gelegt. Wie das Bundesverwaltungsgericht erst kürzlich festgestellt hat, war dabei allen Beteiligten bekannt, dass später aufgrund von Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation diese Flugrouten nicht realisiert werden können, sondern vollkommen andere Routen festgesetzt würden. Bei der Neufestsetzung der Flugrouten hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung plötzlich auf Vorschlag der DFS ein Abflugverfahren über den Müggelsee, die sogenannte Müggelseeroute, eingeführt. Durch diese neue und im Planfeststellungsverfahren nicht vorgesehene Routenführung werden nicht nur Europäische Fauna-Flora-Habitat-Gebiete und Vogelschutzgebiete überflogen, ohne dass eine entsprechende Verträglichkeitsprü fung oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, sondern auch weite Teile des Landes Berlin sowie zuvor nicht betroffene Umlandgemeinden mit einem Lärmteppich überzogen.
Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der Naturfreunde Berlin e.V., erläutert die Gründe für die Klageeinreichung: „Die Naturfreunde Berlin e.V. setzen sich seit Jahren als anerkannter Umweltverband für einen schonenden Umgang mit der Natur ein. Die Führung eines Abflugverfahrens über den Müggelsee widerspricht jeglichen naturschutzrechtlichen und -fachlichen Grundsätzen. Dies gilt vor allem im Hinblick darauf, dass ein Überflug der gesamten Müggelseeregion im Planfeststellungsverfahren nicht vorgesehen war. Es wurde angenommen, dieser Bereich liege „außerhalb der Vorhabensauswirkungen“. Dass nun das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung trotzdem eine solche Routenführung ausgewählt hat, ohne die nach vorrangigem europäischem Recht erforde rliche Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen, ist für uns völlig inakzeptabel.“
Dr. Sigrid Strachwitz, Vorsitzende des Bürgervereins Friedrichshagen e.V., sieht im Verhalten der zuständigen Behörden grobe Pflichtverletzungen:
“Der Bürgerverein Friedrichshagen e.V. hat vielfältige Anstrengungen unternommen, um die zuständigen Behörden auf die Versäumnisse im naturschutzrechtlichen Bereich hinzuweisen und diese Unterlassungen noch vor der eigentlichen Routenfestsetzung zu korrigieren. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat unsere Bedenken schlicht ignoriert und sehenden Auges die Müggelseeroute festgesetzt und hierdurch den Stadtteil Friedrichshagen und weitere Gebiete im Süden Berlins einer Immissionsbelastung ausgesetzt, die im Planfeststellungsverfahren weder vorgesehen noch abgewogen war. Die Friedrichshagener Bürger fühlen sich in ihrem Vertrauen in die Glaubwürdigkeit sta atlicher Entscheidungen massiv getäuscht. Sie sind empört darüber, dass das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung millionenschwere Investitionen der öffentlichen wie der privaten Hand in die Entwicklung des Stadtteiles zunichte macht und gleichzeitig noch das Land und die Stadt Berlin um ihre mit Abstand wichtigste Erholungsregion und einen eminenten ökologischen Ausgleichsraum bringt. Wir befürchten eine erhebliche Beeinträchtigung der Frischluftversorgung der Hauptstadt durch das ausgewiesene Frischluftproduktionsgebiet im Bereich des Müggelsees und einen verstärkten Feinstaubeintrag in die Stadt. Deshalb unterstützen wir unsere Bürger bei dieser Klage mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.“
Rechtsanwalt Wolfgang Baumann (Fachanwalt für Verwaltungsrecht) sieht gute Erfolgschancen für die Klage:
„Die Versäumnisse von Deutscher Flugsicherung und Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung sind aus unserer Sicht einmalig. Dass d ie Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer FFH-Verträglichkeitsprüfung europarechtlich zwingend ist, steht für mich zweifelsfrei fest. Darüber hinaus wurde aber auch versäumt, den Überflug der Müggelseeregion wasserrechtlich ausreichend zu prüfen und hier insbesondere Gefahren für die Trinkwasserversorgung des Landes Berlin ordnungsgemäß zu beurteilen. Eine derartige Prüfung hat weder im Planfeststellungsverfahren noch im Verfahren der Routenfestsetzung stattgefunden. Dies sind schwere Versäumnisse.”
Rechtsanwältin Franziska Heß fasst die wesentlichen Klageargumente zusammen:
“Die Festlegung der Müggelseeroute ist nach unserem Dafürhalten aus mehreren selbstständig tragenden Gründen rechtswidrig. Neben den europarechtlichen Bedenken im Hinblick auf die unterlassenen Verträglichkeitsprüfungen und der Nichtdurchführung eines wasserrechtlichen Verfahrens, leidet die Festlegung des Abflugverfahrens vor allem an schwerwiegenden Abwägungsmängeln. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat auf Basis falscher Zahlen hinsichtlich der Lärmbetroffenen, ohne Berücksichtigung des Vertrauensschutzes der Bürger des Landes Berlin und ohne jegliche Rücksicht auf das Naherholungsgebiet Müggelsee eine grundlegend falsche Entscheidung getroffen. Dabei wären durchaus Verfahrensalternativen in Betracht gekommen, die sowohl einen Überflug des Müggelsees als auch eine Belastung von Bürgern des Landes Berlin mit Lärm hätten vermeiden können. Stattdessen hat sich das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung dazu entschieden, 854.700 Menschen mit Lärm zu beaufschlagen. Ein aus unserer Sicht ungeheuerlicher Vorgang.“
Fazit: Die Festlegung der Müggelseeroute missachtet wesentliche Umweltaspekte und damit auch gravierende Gesamtauswirkungen auf die Region wie auf die Berliner Innenstadt. Mit dem Aufzeigen grundsätzlicher Planungs- und Abwägungsmängel hat die Klage exe mplarischen Charakter.
NaturFreunde bringen Klage gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER ein
1Zur Einreichung der Klage der NaturFreunde Berlin gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER, erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende Uwe Hiksch:
Für eine nachhaltige und ökologische Verkehrspolitik in Berlin –
Nein zum Ausbau des BER zu einem internationalen Drehkreuz
NaturFreunde bringen Klage gegen das beschlossene Abflugverfahren für den Flughafen BER ein
Berlin, 20. Juli 2012 – Immer „schneller, weiter und flexibler“ ist das Motto der heutigen Globalisierung. Durch eine aus den Rudern geratene internationalisierte Fertigungsstrategie werden immer mehr Verkehrsströme produziert. Mit dem Flugzeug werden Blumen, Tomaten, ganze Industrieanlagen, die neueste Sommermode oder Maschinenteile befördert. Alles muss in der heutigen „just-intime-Ideologie“ innerhalb weniger Stunden quer über den Globus geflogen werden.
Die NaturFreunde Berlin halten den durchgeführten Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg nicht als sinnvolle Bereicherung der Berliner Infrastruktur. Vielmehr ist der Großflughafen Teil der umweltzerstörenden Strategie einer aus den Fugen geratenen Globalisierung. Die NaturFreunde Berlin stellen sich in der Abwägung zwischen den Interessen des Großflughafens und seiner Betreiber auf der einen Seite und der massiven Beeinträchtigung von fast einer Millionen Menschen mit zusätzlichen Lärm, der Beeinträchtigung von Umwelt-, Naturschutz- und Erholungsgebieten und der Gefährdung eines der wichtigsten Wasserreservoirs von Berlin, auf die Seite der Menschen und der Natur. Die bisherigen Planungen für den Flughafen sind völlig ungeeignet und werden deshalb von den NaturFreunden aus umwelt- und menschenschützenden Erwägungen infrage gestellt.
Die Naturfreunde Berlin e.V. setzen sich seit Jahren als anerkannter Umweltverband für eine Sicherung der Lebensqualität der Menschen und einen schonenden Umgang mit der Natur ein. Die Führung eines Abflugverfahrens über den Müggelsee widerspricht jeglichen naturschutzrechtlichen und –fachlichen Grundsätzen. Dies gilt vor allem im Hinblick darauf, dass ein Überflug der gesamten Müggelseeregion im Planfeststellungsverfahren nicht vorgesehen war. Es wurde angenommen, dieser Bereich liege „außerhalb der Vorhabensauswirkungen“. Dass nun das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung trotzdem eine solche Routenführung ausgewählt hat, ohne die nach vorrangigem europäischem Recht erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen, ist für uns völlig inakzeptabel.“
Die Müggelseeroute ist für das Abflugverfahren für den Flughafen Berlin-Brandenburg völlig ungeeignet. Mit der Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung Ende Januar 2012 wurde die Route ausgewählt, die fast eine Millionen Anwohnerinnen und Anwohner mit zusätzlichen Lärm neu belasten wird. Die NaturFreunde Berlin danken den Bürgerverein Friedrichshagen e.V., ohne dessen engagierte Arbeit die Einreichung der Klage nicht möglich gewesen wäre.
Lärm ist eine der Hauptursachen für Schlafstörungen und Krankheiten. Lärm kann Kinder in ihrer Entwicklung einschränken und terrorisiert weiträumig Berliner und Brandenburger Bürgerinnen und Bürger. In Deutschland leiden fast 40 Prozent der Bevölkerung unter Fluglärm. Dadurch nimmt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt zu. Gerade bei Kindern im Umkreis von Flughäfen wurden Konzentrations- und Lernschwierigkeiten nachgewiesen.
Die Bürgerinnen und Bürger von Berlin und Brandenburg wurden über die Müggelseeroute von Anfang an getäuscht. In den offiziellen Verlautbaren gab es die Müggelseeroute überhaupt nicht. Noch im September 2010 fehlte die Müggelseeroute in den Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung. Erst nach Abschluss der Diskussion in der Fluglärmkommission am 4.7.2011 wurde diese Route plötzlich aus dem Hut gezogen und von der DFS bekanntgegeben.
Bei allen Untersuchungen für den Planfeststellungsbeschluss für den neuen Großflughafen wurde eine Beeinträchtigung der Müggelseeregion definitiv ausgeschlossen und deshalb nicht näher betrachtet. Insbesondere wurde eine Verträglichkeitsprüfung der durch europäisches Recht geschützten Gebiete nicht durchgeführt. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde eine mögliche Beeinträchtigung der Gebiete ebenfalls ausgeschlossen und damit eine Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der jetzt infolge der Festsetzung des Abflugverfahrens SUKIP 1 B zu erwartenden Beeinträchtigung nicht vorgenommen.
Ein Grund dürfte darin liegen, das den Betreibern des Flughafens klar war, dass durch die nun festgelegte Route mit einer ganz erheblichen Beeinträchtigung für die Schutzgüter Wasser und Grundwasser zu rechnen ist. Die NaturFreunde sehen die große Gefahr, dass es durch die nun festgelegte Müggelseeroute zu einer massiven Eintragung atmosphärischer Schadstoffe in die Gewässer der Müggelseeregion, insbesondere den Großen Müggelsee kommen wird. FFH- und SPA-Gebiete durch Routenfestlegung massiv betroffen
Nach den Vorgaben des europäischen Gemeinschaftsrechts ist vor der Zulassung eines Projekts zu prüfen, ob dieses ein europäisches Schutzgebiet erheblich beeinträchtigen könnte. Die aus Sicht der NaturFreunde Berlin bewusst nicht durchgeführten Untersuchungen sind deshalb nicht akzeptabel. Die NaturFreunde Berlin fordern, dass die Auswirkungen des Flugverkehrs auf diese hochsensiblen Gebiete geprüft und damit europäisches Rechte eingehalten werden muss.
Durch die Flugroutenführung des Abflugverfahrens SUKIP 1 B werden FFH- und SPA-Gebiete in ganz erheblichem Umfang überflogen werden. Bei Nutzung dieser Abflugroute werden insbesondere das FFH-Gebiet „Müggelsee-Müggelspree“, sowie das hierin eingeschlossene Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet “Wasserwerk Friedrichshagen, das FFH-Gebiet „Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug“ sowie das FFH-Gebiet “Teufelsseemoor Köpenick” in einer Höhe von 800-1200 m überflogen. Zu keinem Zeitpunkt vor Festsetzung des Abflugverfahrens, also weder im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch durch den Beklagten im Rahmen des Flugroutenfestsetzungsverfahrens wurden die nun anstehenden Beeinträchtigungen im Rahmen einer FFH-Verträglichkeitsprüfung untersucht.
Der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg
Die Berliner Flughäfen haben jedes Jahr neue Rekorde aufgestellt. Alleine im Jahr 2011 wurden über die Berliner Flughäfen über 24 Millionen Passagiere abgewickelt. Das entspricht für jede Berlinerin und Berliner etwa sieben Flüge im Jahr. Die Landesregierungen in Berlin und Brandenburg setzen weiterhin auf Wachstum: Der neue Großflughafen Berlin Brandenburg International (BER) ist heute bereits auf eine Kapazität von etwa 27 Millionen Passagieren pro Jahr ausgelegt.Ziel der Regierungen ist dabei, Berlin neben München und Frankfurt zum dritten wichtigen Luftdrehkreuz in Deutschland auszubauen. Dieses Vorhaben werden sich die NaturFreunde Berlin offensiv entgegenstellen.
Dieses massive Wachstum der Berliner Flughäfen ist nicht notwendig. Fast 50 Flüge und damit etwa 8 Prozent aller Starts und Landungen gehen von Berlin nach Frankfurt am Main oder zurück.
Frankfurt kann heute von Berlin aus bereits bequem in unter vier Stunden erreicht werden. Die Fahrtzeit mit der Bahn ist damit, rechnet man die lange Anreise an den neuen Flughafen und die Wartezeiten und Eincheckzeiten am Flughafen mit ein, nicht wesentlich länger als mit dem Flugzeug.
Insgesamt sind etwa ein Drittel aller Starts und Landungen auf den Berliner Flughäfen Inlandsflüge mit einer kurzen und mittleren Distanz. Bei solchen kurzen Distanzen ist der CO2-Aussoß des Flugzeugs etwa siebenmal höher als mit der Bahn. Über 20 Prozent aller Ziele von den Berliner Flughäfen sind mit der Bahn heute schon unter fünf Stunden Fahrzeit, fast 45 Prozent aller Ziel unter sieben Stunden Fahrzeit erreichbar. Mit einem Ausbauprogramm für die Bahnstrecken, vor allem auch in die östlichen Nachbarstaaten könnte dieser Anteil noch deutlich gesteigert werden.
Der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg ist Teil dieser Wachstumsstrategie für den Luftverkehr. Der Senat von Berlin und die Landesregierung von Brandenburg haben mit der Grundsatzentscheidung, den Flughafen BER zu einem internationalen Luftfahrtdrehkreuz ausbauen zu wollen eine planerische und verkehrspolitische Fehlentscheidung getroffen.
Diese Entscheidung ist Teil der Landesentwicklungsplanung, welche die „Export-Basis-Strategie“ zugrunde legt. Die beiden Landesregierungen setzen vor allem auf die Möglichkeiten der Globalisierung und wollen den internationalen Handels- und Dienstleistungsexport fördern. Regionale Entwicklungschancen werden vernachlässigt und diesem Globalisierungswahn untergeordnet.
In Berlin und Brandenburg werden durch den Flughafen BER mehrere hunderttausend Menschen vom Nachtflug betroffen sein. Der Lärm durch die geplanten Nachtflüge ist gesundheitsgefährdend für viele Menschen. Deshalb besteht erheblicher Handlungsbedarf. Für die Interessen der großen Fluggesellschaften werden Menschen in ihren Grundrechten massiv eingeschränkt und das Recht auf Gesundheit gefährdet. Die NaturFreunde fordern die Berliner und Brandenburger Parteien auf, die Forderung nach einem generellen Nachflugverbot zu unterstützen.
Folgen des zunehmenden Flugverkehrs
Kein Verkehrsträger wächst so schnell wie der Flugverkehr. Seit 1960 ist die Passagierleistung im Flugverkehr um jährlich ca. 9 Prozent gestiegen. Waren es 1970 noch etwa 500 Millionen Passagierkilometer, stieg diese Zahl bis 2005 auf 4,1 Milliarden Passagierkilometer an. Bis zum Jahr 2025 wird eine Steigerung auf 10,5 Milliarden Passagierkilometern prognostiziert. Dieser Entwicklung wollen die NaturFreunde entgegenwirken. Heute erfolgen etwa 40 Prozent aller Personenkilometer im Weltflugverkehr über mittlere und kurze Distanzen.
Die gesamte Routenpolitik der großen Fluggesellschaften ist auf die Planung von wenigen internationalen Drehkreuzen wie Frankfurt, München, Amsterdam oder Paris ausgerichtet. Zu diesen Destinationen wird immer mehr Flugverkehr herangeführt, um die Flüge der einzelnen Fluggesellschaften dort zu bündeln und dann von diesen Destinationen die internationalen Flughäfen der Welt anzufliegen. Statt gemeinsam den kürzesten Flug zu planen und gemeinsam Flugzeuge zu vermarkten, werden die Gäste von Berlin nach London geflogen um dann in den Süden weiterzufliegen. Dadurch werden große Mengen Kerosin verschwendet und der Klimakiller CO2 freigesetzt.
Flugzeuge sind das umweltschädlichste Verkehrsmittel und werden trotzdem staatlich hoch subventioniert. Durch die hohen Wachstumsraten im Flugverkehr entwickelt sich der Flugverkehr zum immer größeren Klimakiller. Die klimaschädlichen Abgase beim Flugverkehr haben wesentlich stärkere Auswirkungen auf dem Treibhauseffekt wie die Abgase auf dem Boden. 14 Prozent der Klimalasten Deutschlands entfallen auf den Flugverkehr. Dennoch wird Fliegen jedes Jahr mit 11,5 Milliarden Euro subventioniert, mehr als jedes andere Verkehrsmittel. Flugzeuge sind die energieintensivste Art der Fortbewegung. Bei einer Bus- oder Bahnreise wird im Durchschnitt nur etwa ein Drittel der Energie verbraucht wie bei einer Flugreise auf der gleichen Strecke.
Anders als die Bahn ist der gewerbliche Flugverkehr sowohl von der Mineralölsteuer, von der Ökosteuerung und bei internationalen Tickets auch von der Umsatzsteuer befreit. Durch die Befreiung von der Mineralölsteuer und der Umsatzsteuer gehen der staatlichen Haushalten jährlich mehr als fünf Milliarden Euro verloren. Flugverkehr schädigt das Klima. Alleine in den letzten 15 Jahren sind die Kohlendioxid-Emissionen innerhalb der Europäischen Union im Flugverkehr um 70 Prozent gestiegen. Einen wichtigen Anteil an diesen massiven Steigerungen haben die boomenden Billigflieger.
Die NaturFreunde Berlin setzen sich für eine grundsätzlich neue Verkehrspolitik ein und fordern
- ein generelles Verbot von Kurzflügen unter 800 Kilometern;
- die massive Einschränkung der Versendung von Waren per Luftfracht;
- die Einführung einer Luftverkehrsabgabe, welche die realen sozial-ökologischen Kosten des Luftverkehrs
widerspiegelt; - in generelles Nachflugverbot an allen Flughäfen weltweit;
- die Einführung einer Steuer auf Kerosin in allen europäischen Staaten; als ersten Schritt die Einführung einer Kerosinsteuer in Deutschland;
- die Beendigung des massiven Ausbaus der europäischen Großflughäfen und eine generelle Umsteuerung in der Verkehrspolitik der Europäischen Kommission;
- den Abbau aller direkten und indirekten Subventionen für den Flugverkehr;
- die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Flugverkehr
- eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte für den Lärmschutz von Anwohnerinnen und Anwohnern von Flughäfen;
- eine verbindliche Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Auswahl der Flugrouten;
- eine verbindliche Durchführung einer FFH-Verträglichkeitsprüfung vor der Festsetzung einer Flugroute.