Pressemitteilung Nr. 9 zum Ausstieg der Daimler AG aus der EADS vom 22. April 2013

 

Kritische Aktionaere_logoKritische AktionärInnen Daimler (KAD) begrüßen Ausstieg der Daimler AG aus der Rüstungsschmiede EADS als längst überfällig. KAD fordert als nächste Schritte den Stopp aller Daimler-Rüstungsexporte, die Umstellung der Rüstungsproduktion der Daimler-Beteiligungsgesellschaft Tognum auf nichtmilitärische Fertigung sowie bei Mercedes Military auf ausschließlich zivile Fahrzeuge.

 

Stuttgart / Freiburg / Köln – Die Kritischen AktionärInnen Daimler begrüßen die Ankündigung des Ausstiegs der Daimler AG aus der Rüstungsschmiede European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) als „längst überfälligen Schritt“. „In vielen Gegenanträgen und Redebeiträgen auf allen Aktionärhauptversammlungen der vergangenen Jahre haben wir Kritischen Aktionäre immer wieder die ethische Verantwortung der Daimler AG als führender industrieller EADS-Anteilseigner aufgezeigt. Wir hinterfragten die EADS-Rüstungsexporte in Krisen- und Kriegsgebiete und an menschenrechtsverletzende Staaten und forderten eine Umstellung der Rüstungsaktivitäten auf zivile Produkte“, kommentiert KAD-Sprecher Paul Russmann die Ankündigung des Verkaufs der letzten Daimler-Aktienanteile an der EADS.

 

„Sicher ist es kein Zufall, dass Daimler den EADS-Ausstieg so kurz nach der Aktionärshauptversammlung am 10. April 2013 in Berlin bekanntgibt. Denn selbst große Aktionärsvereinigungen stimmten diesmal wieder der vehement angemahnten KAD-Forderung aus ökonomischen Gründen zu – und vor allem wegen des enormen Imageschadens durch Waffengeschäfte“, meint KAD-Rechtsexperte Holger Rothbauer.

 

„Durch den Ausstieg der Daimler AG wird natürlich keine einzige Waffe weniger bei der EADS produziert und exportiert“, sagt KAD-Sprecher Jürgen Grässlin. „Darum appellieren wir an die Bundesregierung als einer der verbleibenden EADS-Hauptaktionäre, ihre Verantwortung für Frieden und Sicherheit in aller Welt wahrzunehmen. Dem Geschäft mit dem Tod bei der EADS muss ein Ende gesetzt werden.“ Grässlin, der auch Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ ist, macht deutlich: „Unsere Forderung ENTRÜSTET DAIMLER! ist erst dann erfüllt, wenn die Daimler AG vollständig aus allen Rüstungsgeschäften ausgestiegen ist. Jetzt müssen auch die zahlreichen Rüstungsexporte bei der Daimler-Beteiligungsgesellschaft Tognum AG gestoppt und die Fahrzeugfertigung von Mercedes Military auf eine rein zivile Produktion umgestellt werden. Die Menschenrechte in arabischen Ländern und anderen menschenrechtsverletzenden Staaten dürfen nicht länger unter die Räder der Mercedes-Militärfahrzeuge geraten.“

 

Der KAD ist Mitglied im Dachverband der Kritischen Aktionäre in Köln (siehe www.kritischeaktionaere.de). Die Forderung ENTRÜSTET DAIMLER! wird u.a. unterstützt von Ohne Rüstung Leben (ORL), pax christi, der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), dem RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) und der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“