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NaturFreunde: Der Agrarskandal in Europa geht weiter
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EU-Parlament genehmigt Subventionen ohne ökologische Gegenleistung
Berlin, 15. März 2013 – „Die Verbraucher in Europa haben kein Verständnis dafür, dass rund 60 Milliarden Euro jedes Jahr in die falschen Kanäle geleitet werden“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der jüngsten Entscheidung des Europäischen Parlaments zur EU-Agrarpolitik.
Die NaturFreunde Deutschlands haben mit großer Enttäuschung auf die Entscheidung des Europäischen Parlaments reagiert, auch in Zukunft Großbauern und Agrarfabriken ohne ökologische Gegenleistung zu subventionieren. Damit wird der Agrarskandal fortgesetzt, durch den Natur und Landschaft für weitere Jahre zerstört werden.
Wie Kuhlwein mitteilte, habe sich eine Mehrheit im Europäischen Parlament am Mittwoch dagegen ausgesprochen, die EU-Agrarpolitik zukünftig stärker ökologisch auszurichten und damit für eine bessere gesamtgesellschaftliche Legitimation zu sorgen, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. So habe das Parlament eine große Chance vertan, Vertrauen in Europa zu fördern.
Von einer „Agrarreform“, die von vielen Umwelt- und Naturschutzverbänden auch in Deutschland gefordert worden war, kann nun nicht mehr die Rede sein. Nicht nur die von der EU-Kommission vorgeschlagenen ökologischen Auflagen bei den Direktzahlungen für Landwirte wurden abgeschwächt. Die Mehrheit der Abgeordneten will auch neue Instrumente zur Einkommensstabilisierung und Versicherungssysteme für Landwirte aus den Mitteln für die Förderung des ländlichen Raums finanzieren. „Der Grundsatz, dass öffentliches Geld für öffentliche Güter ausgegeben werden muss, wird mit dieser Entscheidung komplett untergraben“, kritisiert Kuhlwein. Damit werde die öffentliche Legitimation für einen der größten Brocken aus dem EU-Haushalt verspielt.
Demo: Wir haben es satt! – Video und Bilder der Demo
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Mehr als 25 000 Menschen haben sich an der Demonstration “Wir haben es satt!” beteiligt. Ökologische Landwirte, Kleinbauern, Tierschützer, Umwelt- und Naturschützer, vegetarische und vegane Verbände, Solidaritätsorganisationen die Themen wie Land Grabbing und Hunger thematisiert haben: Sie alle waren am Erfolg der Demonstration beteiligt.
Auch die NaturFreunde Deutschland hatten sich mit gleich drei Aktionen an der Demonstration beteiligt:
- In der Demonstration hatten sich die NaturFreunde hinter dem Transparent: “Wir haben es satt! – Nein zu Land Grabbing und Nahrungsmittelspekulationen” gesammelt.
- Vor der FDP-Zentrale machten einige NaturFreunde eine witzige Aktion: “F.D.P. – Fast drei Prozent – Wir haben Euch satt!” (Das ist in Niedersachsen leider nicht gelungen)
- Bei der Abschlusskundgebung haben sich die NaturFreunde mit einem Info-Stand beteiligt.
Hier das Youtube-Video zur Demo:
Weiter gibt es bei Flickr auf meinem Account eine ganze Reihe von Fotos von der Demonstration:
Viel Spaß beim Stöbern!
NaturFreunde: Agrarpolitik – nur noch besondere ökologische und soziale Dienstleistungen subventionieren
0Rote Liste neuer Warnschuss für verfehlte EU-Agrarpolitik
Berlin, 21. August 2012 – „Es wird höchste Zeit, dass die EU-Agrarpolitik auf den Erhalt der biologischen Vielfalt ausgerichtet wird“, kommentierte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, die jüngste Rote Liste des Bundesamts für Naturschutz (BfN). „Gerade bei einigen Wildbienen- und Ameisenarten gibt es einen dramatischen Rückgang. Schuld daran ist in erster Linie die industrielle Landwirtschaft“, kritisierte Kuhlwein.
Die jüngste Rote Liste des BfN dokumentiert die Entwicklung der wirbellosen Tiere wie Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Wespen und Ameisen. Fast 92 Prozent der Ameisenarten weisen dem BfN zufolge einen negativen Trend auf. Bei den Wildbienen stehen inzwischen 52,2 Prozent auf der Roten Liste. 45,8 Prozent der untersuchten wirbellosen Arten sind bestandsgefährdet, extrem selten, verschollen oder bereits ausgestorben. Im Jahr 1998 lag dieser Wert noch bei 38,3 Prozent. „Der Raubbau an der Natur ist also ständig weitergegangen“, kritisierte Kuhlwein.
Rücksichtnahme auf Großbauern beenden
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, ihren Widerstand gegen die von EU-Agrarkommissar Ciolos vorgeschlagenen Reformen der EU-Agrarpolitik aufzugeben. Die EU dürfe zukünftig nur noch besondere ökologische und soziale Dienstleistungen mit Subventionen honorieren und solle die Rücksichtnahme auf die industrielle Landwirtschaft betreibenden Großbauern endlich beenden.
Aussterben von Bestäuberarten hat auch wirtschaftliche Folgen
Die Bundesregierung müsse sich zudem dafür stark machen, dass die Forderungen der Verbände-Plattform zur Reform der Agrarpolitik umgesetzt werden. Kuhlwein: „Wer jetzt nicht endlich umsteuert, versündigt sich nicht nur an der Selbststeuerung der Natur, sondern wird auch die wirtschaftlichen Folgen zu tragen haben, wenn immer mehr Bienen- und damit Bestäuberarten aussterben.“
Rote Liste, Band 3 – Wirbellose Tiere: http://www.bfn.de/0405_hintergrundinfo.html
INKOTA: AttacBasisText „Land Grabbing – Der globale Wettlauf um Agrarland“
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[Berlin, 16. April 2012] – Anlässlich des Internationalen Tags der Landlosen erscheint der neue AttacBasisText „Land Grabbing – Der globale Wettlauf um Agrarland“. Das Buch nimmt die LeserInnen mit auf eine Reise in verschiedene Länder der Erde, in denen Ackerland zu Spottpreisen verscherbelt wird. Es beschreibt die verheerenden Folgen dieser Landnahmen für die Menschen, die zuvor auf und von dem Land gelebt haben. Timo Kaphengst (attac Agrarnetz) und Evelyn Bahn (INKOTA-netzwerk) zeigen auf, welche politischen Fehlentwicklungen der Vergangenheit und der Gegenwart dazu geführt haben, dass der Wettlauf nach Ackerland unaufhörlich voranschreitet. Diskutiert werden auch Lösungen, um den ungebremsten Ausverkauf von Land einzudämmen.
Mit den Großinvestitionen in Ackerland werden entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Denn diejenigen, die das Land kaufen, bestimmen darüber, was und vor allem wie zukünftig auf den weltweiten Ackerflächen produziert wird“, erklärt Autorin Evelyn Bahn. „Land Grabbing manifestiert das industrialisierte Produktionsmodell mit all seinen negativen Folgen für lokale Kleinbäuerinnen und –bauern“.
Es sind vornehmlich privatwirtschaftliche Investoren, die auf dem afrikanischen Kontinent und in anderen Regionen Land kaufen oder pachten, um dort Agrarrohstoffe für den Export anzubauen. Angelockt werden auch Spekulanten aus dem Finanzsektor, die in Ackerland weltweit investieren, um an dessen Wertsteigerung kräftig mitzuverdienen.
„Anstatt die Kleinbäuerinnen und –bauern von ihrem Land zu vertreiben, müssen sie gefördert und ihre Rechte auf Land und andere Ressourcen gewahrt werden. Nur so kann ein stabiles Versorgungsnetz von Lebensmitteln aus lokaler und regionaler Produktion erhalten werden, dass zur Ernährungssicherheit beiträgt“, fordert Autor Timo Kaphengst.
Timo Kaphengst hat an der Universität Greifswald Landschaftsökologie und Naturschutz studiert. Seit 2007 arbeitet er beim Ecologic Institut in Berlin zu verschiedenen Themen internationaler und europäischer Umweltpolitik.
Evelyn Bahn hat Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert und ist Referentin für Welternährung und Globale Landwirtschaft beim INKOTA-netzwerk. Seit 2008 beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen der europäischen Agrarkraftstoffpolitik und den Ursachen von Land Grabbing.
Skulpt(o)ur auf dem Weg zum Kanzleramt: Wir haben Agrarindustrie satt!
0Skulpt(o)ur auf dem Weg zum Kanzleramt: Wir haben Agrarindustrie satt!
Bio-Bauer fährt mit Kunstwerk für eine bäuerliche Zukunft von München nach Berlin
Tourauftakt mit Kundgebung am 14. Januar um 15.00 Uhr in München, Marienplatz
Am 14. Januar 2012 macht sich der bayrische Biolandbauer und Künstler Ste-phan Kreppold mit seinem Traktor und einer selbst geschweißten, drei Meter großen und vier Tonnen schweren „Wir haben es satt!“-Skulpt(o)ur auf den Weg von München nach Berlin.
Grund der bäuerlichen Kunstaktion: Die agrarindustrielle Landwirtschaft ist Kreppold ein Dorn im Auge. Deshalb will er für eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und gesundes Essen demonstrieren. Ziel der Tour ist das Bun-deskanzleramt in Berlin, wo die Skulpt(o)ur am 21. Januar 2012 im Rahmen der Großdemonstration „Wir haben es satt!“ vor dem Kanzleramt enthüllt wer-den wird. Auf der Demonstration, die parallel zum internationalen Agrarminis-tergipfel der „Grünen Woche“ stattfindet, werden viele tausend Menschen von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Systemwechsel in der Landwirtschafts-politik fordern. Dann wird es heißen: Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie!
Die Skulpt(o)ur startet am
14. Januar ab 15.00 Uhr auf dem Münchener Marienplatz vor dem Rathaus.
Dort wird es eine Kundgebung mit Kurzansprachen von Josef Schmid, Vorsit-zender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL Bayern), Ru-pert Ebner, Vorsitzender Slow Food Ingolstadt, Eva Heerde Hinjossa, Mise-reor München, Johann Leis, Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Bayern und Marion Ruppaner, Bund Naturschutz geben.
Gegen 15.30 Uhr wird Stephan Kreppold sein Kunstwerk enthüllen und erläutern.
Unterstützt und begleitet wird Stephan Kreppold von der Kampagne „Meine Landwirtschaft“. Unterwegs wird Kreppold in sieben Großstädten Station machen, um für die Demonstration am 21. Januar zu werben und die Menschen aufzufordern, mit nach Berlin zu ziehen. Für eine nachhaltige, bäuerliche und gesunde Zukunft der Landwirtschaft.
Die Kampagne “Meine Landwirtschaft” ist eine von über 40 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie der Entwicklungszusammenarbeit getragene Initiative, die sich für eine Neu-ausrichtung der EU-Agrarpolitik engagiert. Ziel ist es mit der EU-Agrar-reform 2013 einen Systemwechsel hin zu einer nachhaltigen, sozialen und bäuerli-chen Landwirtschaft einzuleiten. Zum Auftakt der Kampagne im Jahr 2011, der ersten “Wir haben es satt”- Demonstration, kamen 22 000 TeilnehmerInnen.
Tourdaten:
Sa. 14.1.2012, München (Auftaktveranstaltung)
15.00 Uhr, Marienplatz
So. 15.1.2012, Stuttgart
11 Uhr, Königsstraße beim Schlossplatz
Mo. 16.1.2012, Frankfurt
13 Uhr, vor der ehemaligen Börse
Di. 17.1.2012, Kassel
12.30 Uhr, Fußgängerzone, Königsplatz
Mi. 18.1.2012, Hannover
13 Uhr, Bahnhofsvorplatz, Ernst-August-Platz
Do. 19.1.2012, Braunschweig
13 Uhr, Schlossplatz
Fr. 20.1.2012, Berlin
Ab 12.15 Uhr vor dem ICC-Gebäude, Messe Berlin
INKOTA: Biosprit macht Hunger
0Weltweit leiden fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Mit dem Agrosprit-Boom steigt diese Zahl weiter an. Denn für die Produktion von Biodiesel und Bioethanol werden beispielsweise Mais, Zuckerrohr, Palmöl oder Soja verwendet.

Seit sich die Mitgliedsstaaten der EU sowie die USA für eine Ausweitung der Nutzung von Agrarkraftstoffen ausgesprochen haben, orientieren sich die Weltmarktpreise beispielsweise für Zucker und Mais am Ölpreis.
Allein der Preis für Mais hat sich dadurch seit 2007 mehr als verdoppelt. Für viele Menschen in den ärmeren Ländern werden selbst Grundnahrungsmittel unbezahlbar. Betroffen sind insbesondere die ärmsten Menschen in den Entwicklungsländern, die für sich und ihre Familien kaum mehr als eine Mahlzeit am Tag haben. Der Boom der Agrarkraftstoffe hat diese Entwicklung beschleunigt.
In den vergangen Jahren wurden die negativen Auswirkungen der Förderung von Agrarkraftstoffen rund um den Globus bereits sichtbar. Weltweit ist ein Wettlauf um Ackerland entbrannt: In Indonesien wurden tausende Hektar Regenwald abgeholzt, in Brasilien müssen Zuckerrohrarbeiter unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten und in vielen Ländern Afrikas werden immer häufiger Kleinbauern von ihrem Land vertrieben, um den Plantagen für den Anbau von Energiepflanzen Platz zu machen. Die Bauern verlieren damit ihre Existenzgrundlage. Laut Weltbank wurden allein zwischen 2008 und 2009 Landverträge über 46,6 Millionen Hektar Land abgeschlossen oder angekündigt. Auf 35,2 Prozent der Flächen sollen Pflanzen für die Agrarkraftstoffproduktion angebaut werden.
Aktion:
Weltweit leiden fast eine Milliarde Menschen an Hunger. Der Agrosprit-Boom hat dazu beigetragen, dass die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel explodiert sind. Für immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern werden Nahrungsmittel unbezahlbar. Kleinbauern werden von ihrem Land vertrieben, um dem Anbau von Energiepflanzen Platz zu machen. Bereits 2010 importierte die EU über 776 Millionen Liter Ethanol unter anderem aus Nicaragua, Kambodscha und Guatemala. Mit dem E10-Kraftstoff werden die Importe weiter ansteigen. Helfen Sie mit, die Zwangsbeimischung von Agrarkraftstoffen in Deutschland zu stoppen – JETZT mitmachen: www.inkota.de/agrosprit
