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BUKO 35: ¡deserta! verweigern/widersetzen/revoltieren – Internationalistischer Kongress, 9.-12. Mai 2013 in München

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Jetzt reicht’s!

buko-banner-en-fr¡Deserta! Desertiere!” flüstert es in den Straßen, schallt es aus den Fluren der Büros und Behörden, scheppert es aus den Lautsprechern der Fabriken und Denkmaschinen. Verweigere dich, bleibe fern, bleib zuhause, bleib stehen. Der BUKO 35, der vom 9.-12. Mai in München stattfindet, lädt ein zum kollektiven Entfernen, Entgleisen und Haltmachen.

Im “Zentrum des rasenden Stillstands” (Goldene Zitronen) halten wir inne und fragen: Wo geht’s lang und vor allem, wo geht’s raus? ¡Deserta! Im engeren Sinne bedeutet “Desertion” das Fernbleiben eines oder einer Soldat_in von den jeweiligen militärischen Pflichten, das überall auf der Welt mit einer Freiheitsstrafe und oft sogar mit dem Tod geahndet wird. Auch wenn die Abhängigkeitsverhältnisse, in denen die meisten von uns sich befinden, nicht mit dem klassischen militärischen Konzept von Gehorsamkeit und Dienen übereinstimmen, rufen wir dennoch im übertragenen Sinne zum kollektiven Desertieren auf. Wie sehen die Machtstrukturen und -systeme aus, die diese gewaltvollen Verhältnisse und Beziehungen täglich produzieren? Wo finden wir Gehorsam und Zwänge im eigenen Denken und Handeln: Wo setze ich mich in Konkurrenz, wie sichere ich Privilegien, wo profitiere ich von bestimmten Verhältnissen und wo gibt es Möglichkeiten, mich zu verweigern?

Nicht-mehr-Mitmachen-Wollen heißt für uns auch: Etwas-anderes-wollen. Wie aber konkrete Alternativen entwickeln angesichts multipler Krisen, globalisierter Ausbeutungsverhältnisse, kriegerischer Normalzustände, scheinbar unangreifbarer Herrschaftsgeflechte? Dabei sind Herrschaftsformen äußerst perfide, weil sie sich nicht nur über Zwang und Gewalt herstellen, sondern auch über Konsens und Verinnerlichung. “Geschlecht wird gemacht!”, rufen Feminist_innen, queere Aktivist_innen, Transgender* und zeigen, welche brutalen Auswirkungen das Genderregime täglich hat. “Rassismus wird gelebt!”, rufen antirassistische Aktivist_innen und zeigen, wie allgegenwärtig Diskriminierungen aufgrund von Hautfarbe, nationaler und sozialer Zugehörigkeit sind. Wir fragen: Wie kann Subjektivität jenseits dieser hierarchischen Kategorien von race/class/gender gelebt werden?

Kommen wir zum nicht weniger problematischen “Großen Ganzen”: Es gibt neue Kriege, wie die in Mali oder Syrien. Vor allem in den Ländern des globalen Südens sind Landgrabbing und Ressourcenraub weiter an der Tagesordnung, während quer durch alle Länder und Kontinente die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Gleichzeitig nehmen als Reaktion auf die Krise Abschottungs- und Nationalisierungstendenzen zu, wie das Erstarken neofaschistischer Gruppierungen in Polen oder im krisengeschüttelten Griechenland zeigen. Zugleich treibt die EU-Troika mit ihrem Diktat aus Sparen & Strafen immer mehr Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut. Es bleibt festzuhalten, dass trotz vielfältiger Proteste und Widerstände keine grundsätzliche Verschiebung der neoliberalen Hegemonie in Sicht ist.

Nicht-mehr-Mitmachen und gleichzeitig auf ein besseres Leben verweisen – das tun weltweit Menschen und Bewegungen unter den schwierigsten Bedingungen: “J’en ai marre!” (Mir reicht’s), lautete der Slogan der Basisbewegungen im Senegal. “Nem tetszik a rendszer” (Das System gefällt mir nicht), singt die Ungarin Dorottya Karsay und lieferte damit 2011 den Protestsong gegen die Entdemokratisierung in ihrem Land unter dem Rechtspopulisten Viktor Orbán. Im Dezember 2012 läuteten etwa 40.000 Zapatist_innen in Chiapas mit einem Schweigemarsch eine beeindruckende Offensive ein. “Habt ihr das gehört? Es ist der Klang ihrer Welt, die zusammenbricht”, lautet die Losung zum Schweigemarsch. Es ist eine Erneuerung ihres berühmten “Ya Basta”, eine Haltung, die sich bei den Zapatist_innen stets verbindet mit der Verweigerung einer Politik von reformorientierten Kompromissen.

¡Deserta! Wir fassen das unerlaubte Wegbleiben von der Truppe weiter und fragen, wo wir uns im Alltag verweigern können. Wie kann sich aus der zunächst individuellen Haltung des “Ohne mich” eine kollektive Protestbewegung entfalten? Mit uns ist kein Staat zu machen, keine Fahne zu halten, kein Krieg zu führen, keine Grenze zu sichern, kein Innen und Außen zu definieren. In dem Sinne laden wir zum BUKO 35 ein, um altes Terrain zu verlassen und neues Terrain zu ertasten.

¡deserta! verweigern/widersetzen/revoltieren
BUKO 35 #Antimilitarismus #Antirassismus #Ressourcenkämpfe
Internationalistischer Kongress, 9.-12. Mai 2013 in München

Berliner VVN: Polnische und sowjetische Veteranen am 9. Mai 2013 im Treptower Park

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Berlin, 7.Mai 2013

Pressemitteilung

der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und

Polnische und sowjetische Veteranen am 9. Mai 2013 im Treptower Park

9_mai_poster_deuWir freuen uns, die beiden Veteranen Jakow Resnik und Jan Paciejewski am 9. Mai 2013 auf unserem Fest im Treptower Park begrüßen zu dürfen.

Jakow Resnik (*1925) wird gegen 13.30 sprechen und Jan Paciejewski gegen 16.00 Uhr.

Parkplatz am Rosengarten, Puschkinallee, unweit des sowjetischen Ehrenmals

Jakow Resnik wurde 1925 in Schepetowka in der Ukraine geboren. Seine Familie war nicht sehr religiös, beging aber die hohen Feiertage. Nach seiner Flucht vor den Deutschen im Jahre 1941 trat er 1943 als Pionier in die Rote Armee ein. Er kämpfte in der Ukraine, Moldawien, Rumänien, Jugoslawien, Ungarn und Österreich. Aus Wien kehrte er 1947 in seine Heimat zurück. In der Ukraine litt auch er unter den antisemitischen Beschränkungen für Juden bei der Studien- und Berufswahl. So konnte er nicht Jura studieren. Er arbeitete als Ingenieur in einer Textilfabrik, dann als leitender Angestellter eines Kombinats und Dozent. 1998 wanderte er nach Deutschland aus. Heute lebt er mit seiner Frau in Berlin und ist Vorsitzender des Klubs der jüdischen Veteranen der Roten Armee.

Jan Paciejewski(*1926), kämpfte als polnischer Partisan der BCh (Bauern-Armee). Er nahm während der Befreiung des Vernichtungslagers Majdanek durch die Rote Armee, im Umkreis des KZs an Aktionen gegen die SS teil. Als die 2. Polnische Armee Polen erreichte, trat er ihr bei, überquerte die Neiße und kämpfte in der Lausitz. Am 10. November 2012 nahm  er an den Aktionen gegen den Neonazi-Aufmarsch in Frankfurt Oder teil.

Weitere Informationen über unser Fest erhalten sie hier im Internet.

http://neuntermai.vvn-bda.de/

DIE LINKE: Lesen gegen das Vergessen. Berlin, Bebelplatz

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logo-fraktion DIE LINKEFreitag, 10. Mai 2013 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Berlin, Bebelplatz, gegenüber der Humboldt-Universität

 

Lesen gegen das Vergessen

Lang ist die Liste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke am Abend des 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, verbrannt wurden.

Unter dem Gejohle eines großen Publikums landeten über 20 000 Bücher auf dem Scheiterhaufen der Nazis. Nur wenige Jahre später brannten in Auschwitz Menschen …

Der israelische Künstler Micha Ullmann schuf 1995 auf dem Bebelplatz das Mahnmal einer versunkenen, leeren Bibliothek.

Alljährlich treffen sich hier Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste aus aller Welt, um an das Geschehene zu erinnern und aus Büchern zu lesen, die die Nazis für immer vernichten wollten.

In diesem Jahr lesen: Elfriede Brüning, Stefan Bergel, Roland Claus, Daniela Dahn, Gregor Gysi, Beate Klarsfeld, Heidi Kloor, Klaus Lederer, Gesine Lötzsch, Dieter Mann, Gisela May, Andreas Nachama, Regina Scheer und Studierende aus den USA

Veranstalter: Die LINKE im Bundestag

Sobibór-Gedenken trotz DB-Forderungen

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Westerbork Zug der ErinnerungTrotz eines fehlenden Betrages von über 40 Tausend Euro wird der „Zug der Erinnerung“ ab Ende Mai der „Reichsbahn“-Deportationen in das Vernichtungslager Sobibór gedenken. Die Deportationen fanden vor 70 Jahren statt. Die „Reichsbahn“ verschleppte allein im Mai und Juni 1943 mehrere tausend Kinder von Holland zur Ermordung nach Polen. In den verschlossenen Güterwagen saßen holländischen Juden, aber auch Kinder deutscher Emigranten.

Für das Gedenken an diese „Reichsbahn“-Opfer verlangt die DB AG „Trassen“- und „Stationsgebühren“ in Höhe von über 10 Tausend Euro. Weitere 40 Tausend Euro aus vergangenen Fahrten zahlt die DB AG nicht zurück. Die DB AG verschiebt diese Gelder an Dritte mit der ausdrücklichen Maßgabe, sie seien nicht für den „Zug der Erinnerung“ bestimmt.*

Der Zug wird auf mindestens zehn Bahnhöfen halten (u.a. in Berlin, Braunschweig, Dortmund Frankfurt/Oder, Hannover, Magdeburg, Wolfsburg,). „Die Bemühungen der Deutschen Bahn AG, das Gedenken von den Gleisen zu bekommen“, seien „vergeblich“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die DB AG ist das Nachfolgeunternehmen der ‘Reichsbahn’ und historische Erbin der Mordbeihelfer. Das Gedenken an die Sobibór-Opfer lässt sich die DB AG bezahlen und entzieht dem ‘Zug der Erinnerung’ seine finanziellen Mittel.“

Um die Sobibór-Opfer dennoch zu ehren, setzt die private Bürgerinitiative auf die Unterstützung
der deutschen Öffentlichkeit und hat eine Spendenkampagne gestartet („1000 x 40 Euro“).

Bankverbindung:
Kreissparkasse Köln, BLZ (370 502 99), Kto. 0352 550 392

Tägliche Informationen über den Sammelstand unter:
www.zug-der-erinnerung.eu oder www.facebook.com/Zug.der.Erinnerung

Zug der Erinnerung e.V. | H.-R. Minow, 51598 Friesenhagen | Tel. 02297 1010

9. Mai 2013 – 68. Tag des Sieges über den Faschismus!

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Herzliche Einladung

9. Mai 2013 – 68. Tag des Sieges über den Faschismus!

Liebe Freund_innen und Freunde:

9_mai_poster_deuWer nicht feiert – hat verloren!

Großes deutsch-russisch-internationales antifaschistisches Fest

Donnerstag, 9. Mai 2013 / ab 11.00 – 22.00 Uhr / auf dem Parkplatz am Rosengarten / Puschkinallee / Treptower Park

In diesem Jahr begehen wir den 68. Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus. Ohne die unermesslichen Opfer der sowjetischen Frauen und Männer, wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen.

Viele unserer älteren Mitglieder und Freunde fanden als Antifaschistinnen und Antifaschisten Zuflucht in der Sowjetunion; viele kehrten in der Uniform der Roten Armee als Befreierinnen und Befreier zurück. Viele Verfolgte wurden von der Roten Armee aus den Konzentrationslagern und Gefängnissen befreit.

In diesem Jahr trauern wir um unser Mitglied Hanna Podymachina, Leutnant der 7. Abteilung, beim Stab der damaligen Südwestfront, die an der erfolgreichen Operation zur Einkesselung der 6. deutschen Armee in Stalingrad teilnahm. Sie ist vor wenigen Tagen am 17. April 2013 in Berlin verstorben.

Wir freuen uns den Veteranen der Roten Armee Jakob Resnik und Henryk L. Kalinowski vom 6. Brückenlege-Batallion der 2 polnischen Armee, er war als einer der ersten polnischen Soldaten in Berlin, begrüßen zu können.

Mit Sorge betrachten wir aber, dass sich seit Jahren die geschichtsrevisionistischen Angriffe in der Bundesrepublik und der Europäischen Union mehren, die den Beitrag der damalige Sowjetunion, der Rote Armee und der Partisaninnen und Partisanen zur Befreiung vom Faschismus negieren und relativierten solle.

Auch am 68. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus möchten wir uns bei allen bedanken, die zur Zerschlagung Nazideutschlands einen Beitrag geleistet haben. Der deutsche Antifaschist, Exilant und Veteran der Roten Armee Stefan Doernberg brachte es vor drei Jahren in seiner Rede auf unserem Fest zum 9. Mai auf den Punkt: »Die Rote Armee rettete die Zivilisation«.

In diesem Jahr ist der Jahrestag zugleich der 70. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943. Die Schlacht von Stalingrad ist eine der wichtigsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und zusammen mit der Schlacht am Kursker Bogen der Wendepunkt im Kampf um die Befreiung vom Nazismus.

Seit vielen Jahren organisieren wir, die Basisorganisation 8.Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V (Berliner VVN-BdA e.V.), ehrenamtlich unser nicht-kommerzielles Fest zum Tag des Sieges. Dabei haben wir tausende Gäste, Musikerinnen und Musikern sowie Freundinnen und Freunden dazu gewonnen mit uns zusammen zu feiern, zu essen und zu trinken. Der Kampf um den Frieden ist auch 68 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus durch die Armeen der Anti-Hitlerkoalition, die antifaschistischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern sowie Partisaninnen und Partisanen unsere tägliche Aufgabe.

An sie alle feierlich zu erinnern, ist der Anlass unseres fröhlichen Festes im Treptower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals, und in diesem Geiste wollen wir am 9. Mai zusammen feiern.

Wir möchten Euch auf diesem Wege herzlich einladen und um Eure Unterstützung und Teilnahme werben.

Hitler kaputt! Ein Grund zu feiern!

Eure BO 8. Mai der Berliner VVN-BdA e.V.

Berlin: Aufruf zur Kundgebung am 6.Mai zum Gedenken an die Ermordeten des NSU

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KOMMT ALLE AM 6. MAI UM 10 UHR ZUM KOTTBUSSER TOR (UNTER DER UNTERFÜHRUNG/ADALBERTSTRAßE), UM GEMEINSAM DEN VOM NSU ERMORDETEN ZU GEDENKEN!!!

UND ANSCHLIEßEND UM 12 UHR ZUR KUNDGEBUNG VOR DEM BUNDESTAG (PLATZ DER REPUBLIK)

Aufruf zum Gedenken an die Ermordeten des NSU

Am Montag, den 6. Mai beginnt der Prozess gegen fünf Mittäter_innen der NSU-Mordserie.

rassismusDie Medien stellen diesen Prozess immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung und suggerieren der Öffentlichkeit, dass damit alle offenen Fragen hinsichtlich der NSU-Mordserie beantworten werden können. Doch das Kapitel NSU ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wir erachten diesen Prozess als einen Scheinprozess! Denn offene Fragen bestehen nicht nur im Zusammenhang mit bekennenden Rassist_innen. Auch die politisch Verantwortlichen und staatlichen Institutionen sind den Angehörigen der Opfer unzählige Antworten schuldig und können sich durch den Prozess nicht aus der Verantwortung ziehen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt müssen die politisch Verantwortlichen zugeben, dass hinter den Bombenanschlägen und der Ermordung von neun Menschen eine rassistische Motivation besteht. Unterstützt bzw.ermöglicht wurden jene Taten durch das Wegschauen, die Verschleierung und die falsche Spurensetzung von den sogenannten Sicherheitsbehörden, politisch Verantwortlichen, Medien aber auch der Zivilgesellschaft. Die Gefahr von rechts wurde kontinuierlich verharmlost und Neonazis strukturell und finanziell von staatlichen Institutionen unterstützt. Die vorhandenen rassistischen Denkmuster innerhalb dieser Institutionen und der Gesellschaft haben eine rechtzeitige Aufklärung verhindert.

Für uns steht fest, dass staatliche Organe eine (Mit-)Verantwortung, gar eine (Mit-)Schuld an den NSU-Morden und an der politischen Stimmung in Deutschland tragen. Die Verstrickungen von Polizei und Verfassungsschutz sowie die Kriminalisierung und Schikanierung der Opfer und ihrer Angehörigen, verdeutlichen den institutionellen Rassismus in Deutschland. Der in der Medienöffentlichkeit verwendete Begriff "Döner-Morde" verhöhnte die Mordopfer, entmenschlicht sie und bagatellisiert die Morde. Ausgerechnet die Medien, die diesen Begriff auf ihrer Titelseite platziert haben, sitzen jetzt im Gerichtssaal in der ersten Reihe, während nicht-deutschsprachige Medien im Gerichtssaal unerwünscht sind. Die Benennung der eingesetzten Sonderkommission für die Ermittlung der Mordserie als "SoKo Bosporus" verdeutlicht den Rassismus innerhalb staatlicher Institutionen. So wird Zudem der Eindruck erweckt, als handele es sich um Taten, die"fernab" bzw. "außerhalb" der hiesigen Gesellschaft stattfanden.

Für Antirassist_innen und Antifaschist_innen steht jedoch fest:
Rassismus in Deutschland ist kein Randphänomen, das am so genannten "rechten Rand" der Gesellschaft anzusiedeln ist. Rassismus ist tief in der gesamten Gesellschaft verankert und hat Struktur sowie Methode. Die staatlichen Institutionen verkennen dies. Damit solche Morde, sowie die Kriminalisierung und Schikane durch staatliche Institutionen gegenüber rassisfizierten Menschen endlich ein Ende nehmen, müssen wir selber Druck machen.

Wir gedenken den vom NSU Ermordeten:

Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat.

Außerdem fordern wir:
  • Kontinuierliche und kritische Auseinandersetzung mit Rassismus, dessen konsequente Bekämpfung, dort wo er vorkommt – in der gesamten Gesellschaft!
  • Abschaffung des Verfassungsschutzes!
  • Abschaffung aller ausgrenzenden Gesetze! Partizipationsrechte, gleichberechtigt und selbstbestimmt für alle in Deutschland Lebenden!
  • Schluss mit der diffamierenden und kriminalisierenden “Integrationsdebatte”!
Bündnis gegen Rassismus - Für eine gerechte, emanzipierte und solidarische Gesellschaft ohne Rassismus!

AUFRUF: Antikapitalistische Walpurgisnacht in Berlin: Demonstration: Take Back The City – Nimm was dir zusteht!

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15:00 | S- & U-Bhf Gesundbrunnen
Kundgebung mit Live Acts und Redebeiträgen

20:30 | Behmstraße/Badstraße
Demonstration: Take Back The City – Nimm was dir zusteht!

 

Überwachen und Strafen? Nein, den gewinnorientierten Umbau der Stadt stoppen!

Walpurgisnachtplakat-GentrifizierungDie Antikapitalistische Walpurgisnacht fand im letzten Jahr zum ersten Mal im Berliner Bezirk Wedding statt. Entgegen der groß angelegten medialen und staatlichen Hetze im Vorfeld gingen am 30.04.2012 über 6000 Menschen auf die Straße. Bei den Anwohner_innen war Angst vor angeblichen bösen und gewaltbereiten Demonstrant_innen geschürt worden, was dazu führte, dass einige Geschäfte sich mit Brettern vor den Fenstern rüsteten. Auf der Demonstration jedoch wurden Rassismus und soziale Ausgrenzung als Phänomene des Kapitalismus genannt und aufgedeckt.

Noch vor einigen Jahren galten Bezirke wie Neukölln, Kreuzberg und Wedding als „Schmuddelbezirke“ mit niedrigen Mieten. Menschen mit geringem Einkommen, Migrationshintergrund oder anderen Hintergründen, die nicht in die schon damals gutbürgerlichen Bezirke oder in die ehemals wilden Bezirke wie Prenzlauer Berg passten, wurden in diese Stadtteile abgedrängt. Mittlerweile hat sich vieles verändert und auch der Berliner Senat hat angefangen, diese Bezirke rein gewinnorientiert zu vermarkten. Doch wie wird man die bisherigen Anwohner_innen los, die nun nicht mehr in das erwünschte Bild passen? Ganz einfach: man bedient sich rassistischer Propaganda. So tut es bei jeder Gelegenheit der rechtspopulistische Bürgermeister Neuköllns, Heinz Buschkoswky (SPD), und ist sich nicht zu schade, darüber ein Buch zu schreiben. Parallel dazu steigen die Mieten einfach wegen der gesetzlichen Möglichkeit dazu und werden Zwangsumzüge durchgesetzt. Das schafft Platz für einkommensstärkere Mieter_innen und solche, die mit Wohn- und Mieteigentum Geld verdienen. Allen anderen bleibt nur der Umzug in die sogenannten Randbezirke oder die Wohnungslosigkeit. Wenn wir also ein Zeichen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung setzen wollen, muss es immer auch antikapitalistisch sein, denn die Gründe liegen nicht in der Mieterhöhung allein.

Außerdem verschärft sich die soziale Situation in der Stadt weiter. Während der wirtschaftlich orientierte Umbau der Stadt durch die herrschenden Parteien seit Jahrzehnten vorangetrieben wird, soll zeitgleich ein starker Polizeiapparat aufgebaut werden, um mögliche soziale Unruhen frühzeitig erkennen und niederschlagen zu können. “Überwachen und Strafen” ist die Antwort der politischen und ökonomischen Eliten von Heinz Buschkowsky bis Thilo Sarrazin auf den Fakt, dass die Situation noch lange nicht so ist, wie es sich kapitalistische Pläne vorstellen. Passenderweise wird im Februar wieder der Europäische Polizeikongress in Berlin stattfinden, bei dem auch dieses Jahr die allumfassende Sicherheitsarchitektur weiterentwickelt wird: mehr Kameraüberwachung, systematische und zunehmend willkürliche Polizeipräsenz, Rechtsfreiheit für die Staatsgewalt.

Nationalismus als Verschleierungszusammenhang

Die Stadt ist das Feld der sozialen Auseinandersetzungen, unterdrückende Strukturen und soziale Ausgrenzung sind an allen Ecken der Stadt anzutreffen. Was in den 1920er Jahren der Weimarer Republik als “Sozialhygiene” nur angedacht wurde, verwirklicht sich heute schon in der Realpolitik. Sozialhygiene beschreibt das “Aussieben” der Gesellschaft, die systematische Entrechtung und Diskriminierung vieler Menschen aufgrund ihrer Lebensweise oder sozialer Lebensumstände. Armut wird als persönliches Versagen verstanden und biologisiert – für “abweichendes Verhalten” und Armut werden genetische Ursachen erdacht. Wer sich nicht dem kapitalistischen Alltagsbetrieb fügen kann oder will, wird aufgrund des immerfort drohenden sozialen Abstiegs als “Unterschicht” bezeichnet und abgewertet. Bevor man selbst davon betroffen ist, bleibt immer noch Zeit, auf andere verächtlich herabzublicken. Sarrazins sogenannte Thesen und das auf allen Ebenen vorgeschobene Argument “Das wird man doch wohl noch sagen dürfen” zeigen eine breite Zustimmung zu einem gefährlichen Sozialchauvisnismus, der Herabwürdigung anderer aufgrund ihres angeblich niedrigeren sozialen Standes. Menschenfeindlichkeit getarnt als Meinungsfreiheit.

In Zeiten des dauerhaften Krisen-Kapitalismus zieht die Bundesregierung gerade die sogenannte Euro-Krise als erfolgreichen Beleg für den “deutschen Weg” des kapitalistischen Wirtschaftens heran. Sozialchauvinismus gegen die Verlierer_innen dieser ökonomischen Herrschaft wird mit einem Nationalismus verquickt, der sich als Stärkung des Standorts tarnt und das bestehende System stützen soll. Im nationalistischen Wahn werden die bestehenden sozialen Widersprüche verwischt, obwohl die persönliche Situation immer prekärer wird. Unter Applaus können die Missstände von der Öffentlichkeit abgesegnet werden, da es ja immer Menschen gibt, denen es noch schlechter geht. Arbeitsagenturen und Jobcenter als maßregelnde Einrichtungen sollen das Märchen vom “Erfolg durch Anstrengung” weitererzählen. In Berlin steigt die Anzahl der durch die Jobcenter verhängten Sanktionen bei Hartz-4-Bezügen weiter an. Mehr Menschen ohne genug Geld zum Leben bekommen noch weniger Geld, kommen dadurch in finanzielle Probleme und bekommen: noch weniger Geld.

Keine Angst, es ist nur Gentrifizierung!

Gentrifizierung ist ein Phänomen, welches wegen der Anziehungskraft auf den spekulativen Immobilienhandel und die folgende Aufwertung die sozialen Unterschiede in den Städten weiter verschärft. Durch solch eine Stadtpolitik steigen die Mieten in zahlreichen Innenstadtteilen in unbekannte Höhen oder werden Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verwandelt, was großen Bevölkerungsteilen das Leben dort verunmöglicht. Senat, Bezirksämter, Quartiersmanagements, Wohnungsbaugesellschaften und Polizei arbeiten Hand in Hand daran, die entstehenden Konfliktherde mit einer Law-and-Order-Politik aus den Innenstadtbereichen an den Standrand zu drängen. Es stellt sich die Frage, ob hier gar eine Art Ghettoisierung fernab der attraktiven, für Investor_innen interessanten und verwertbaren Innenstadtquartiere verfolgt wird.

Zusehends entsteht ein Repressionsapparat, welcher auch in Abwesenheit konkreter Ordnungshüter_innen funktioniert und zur Selbstdisziplinierung anregen soll: mit scheinbar demokratischen Elendsverwaltungen, allen voran Quartiersmanagements, sollen demokratische Teilnahmemöglichkeiten vorgetäuscht und die kritische Auseinandersetzung mit dem Versagen des Berliner Senats verhindert werden. Ob in Neukölln oder Wedding: Bestrebungen zur Disziplinierung werden von Bezirksbürgermeistern wie Buschkoswky genauso gefordert wie eine umfassende soziale Kontrolle der Bevölkerung. Die Ideen reichen bis zu “Kiezläufern”, die Überwachungs- und Kontrollfunktionen übernehmen und für eine immer engere Kooperationen zwischen Behörden und der Polizei stehen, die jedes auch nur mögliche Vergehen gegen einen wahnwitzigen Ordnungskatalog verfolgen und bestrafen will.

Doch es geht auch anders. So konnte in den vergangenen Monaten in Berlin-Kreuzberg eine Zwangsräumung verhindert werden. Eine Familie sollte ihre seit mehreren Jahrzehnten bewohnte Wohnung durch Polizeigewalt verlassen, was durch Freund_innen, Anwohner_innen und Unterstützer_innen vorerst durch Blockaden verhindert werden konnte. Dies ist ein Zeichen der Solidarität als Antwort auf staatliche Repression.

Diskriminierung als Hintergedanke

Der Prozess der Gentrifizierung arbeitet mit Rassismus gut zusammen. Nicht nur Rechtspopulist_innen wie von “Pro Deutschland”, sondern auch weit in die sogenannte gesellschaftliche Mitte sorgt sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft um ihr Überleben. Befürchtet wird eine angebliche “Überfremdung” durch muslimische Einwander_innen, was als mediale Hetze ganz klar rassistische Strukturen aufweist und dank des Mangels an Argumenten gut ankommt. Glücklicherweise scheitern die tragenden Strukturen dieser Kampagne wie die Partei “Die Freiheit” immer wieder an verschwindend geringen Wahlstimmen und dem unprofessionellen Auftreten ihrer bekannten Figuren.

Eine Ursache für den zunehmenden Rassismus lässt sich im jahrelangen Absinken des Reallohns und gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten vor allem für Mieten finden, da es am leichtesten scheint, die sowieso schon an den Rand gedrängten Bevölkerungsteile wie Migrant_innen weiter aus dem gesellschaftlichen Leben zu drängen, wenn sich die eigene Situation verschärft. Zeitungen wie BZ, Bild und Kurier klatschen Beifall und fordern mehr Kameras, mehr Polizei, härtere Strafen – nicht nur gegen als “kriminell” bezeichnete Menschen, sondern am besten gegen alle, die nicht von sich aus den ganzen Tag ihren Wert beweisen, in Deutschland leben zu dürfen. Unter dem Deckmantel der Sicherheit oder besser: der Absicherung gegen politische Aktionen entsteht eine totale Überwachung und Bestrafung der Gesellschaft. Das wird in Zukunft auch den letzten Freiraum in der Stadt beseitigen.

Ganz im Sinne der rassistischen Zuschreibungen und dem Abwälzen eigener Probleme ist in vielen von der Polizei willkürlich als “Kriminalitätsschwerpunkt” bezeichneten Stadtteilen die Strategie des “racial profiling” Wirklichkeit geworden. Menschen, die als abweichend von irgendeinem Muster angesehen werden, geraten ohne Vorwarnung auf Straßen und Bahnhöfen in “verdachtsunabhängige Kontrollen” und werden Stück für Stück entrechtet. Anlass kann die äußere Erscheinung, die Kleidung oder die Bewegungsart sein, Betroffene werden manchmal sogar mehrmals hintereinander kontrolliert. Rassismus tritt dabei als gesellschaftliches und institutionelles Problem auf – aufgrund der Zustimmung in der Mehrheitsgesellschaft können die Behörden sich viele Rechtsbrüche erlauben. Auch im Jahr 21 nach der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl sind offensichtlich keine Lehren aus der Geschichte gezogen worden, es sei nur an die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda erinnert. Erst kürzlich warnte Innenminister Friedrich, aus deutscher Tradition und ganz klar antiziganistisch, vor “Asylmissbrauch” durch Menschen aus Serbien und Mazedonien.

If the kids are united…

Schon in den ersten Lebensabschnitten wird den Menschen vom Staat vermittelt: gefördert wird nur, was Gewinn verspricht. Senioren- und Jugendeinrichtungen werden geschlossen und die Sozialhaushalte immer weiter verknappt. Ursprünglich staatliche Aufgaben wie zur Versorgung Armer und Obdachloser werden an marktwirtschaftlich orientierte Unternehmen verscherbelt, damit diese selbst daraus noch Profit ziehen können. “Public-Private-Partnership” (Zusammenarbeit öffentlicher/staatlicher und privater Firmen) heißt das Zauberwort, mit dem auch soziale Dienstleistungen gewinnträchtig werden.

Dagegen wehren wir uns! Die Frage “Wem gehört die Stadt?” wollen wir einmal mehr stellen. Die zunehmenden Anzahl von Stadtteilinitiativen, Mieter_innenbewegungen und anderen sozialen Protestbewegungen stehen für eine Entwicklung, die Stadt nicht als Ort des Profitgewinns, sondern als Lebensraum zu begreifen. Die Hausbesetzung in der Stillen Straße, das Refugee Camp am Oranienplatz und die erfolgreiche Besetzung der Schule in der Ohlauer Straße zeigen Möglichkeiten des Widersetzens und des Widerstandes auf. Nun gilt es, die verschiedenen sozialen, antirassistischen und antifaschistischen Kämpfe zusammenzuführen.

Wir, die von Häuserräumungen und Verdrängung, von Rassismus und sozialer Ausgrenzung, von polizeilichen Kontrollen und Schikane durch das Jobcenter betroffen sind, lassen uns nicht einschüchtern!

Für eine antikapitalistische Perspektive – ohne rassistische Diskriminierung und ökonomische Ausbeutung!

Darum: am 30.04. auf die Straße – für eine solidarische Gesellschaft! Take Back the City!

Internationaler Tag der Roma (8. April): Kundgebung im Refugee Protest Camp am Oranienplatz in Berlin

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05. April 2013

Pressemitteilung

Internationaler Tag der Roma (8. April)

Kundgebung im Refugee Protest Camp am Oranienplatz in Berlin

Zum Internationalen Tag der Roma am 8. April 2013 ruft die Kampagne alle bleiben zusammen mit dem Berliner Refugee Protest Camp, der Kampagne Fight Racism Now!, der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ BdA und weiteren Initiativen zur Beteiligung an Kundgebungen und Demonstrationen auf. Unter dem Motto “Thousands of balloons will fly” (“Tausende Ballons werden fliegen”) finden am 8. April welt­weit Kundgebungen gegen die fortgesetzte Diskriminierung, Verfolgung und Abschiebung von Roma statt. In Deutschland sind Aktionen in mehr als 30 Städten geplant. Auch international finden viele Aktionen statt. (Übersicht: http://www.alle-bleiben.info/termine/termine67.htm).

Die Berliner Veranstaltung beginnt um 12 Uhr im Refugee Protest Camp auf dem Oranienplatz.

Angesichts der aktuellen Stigmatisierung von Roma in Politik, Medien und Öffentlichkeit erklären die aufrufenden Gruppen:

Roma werden in Europa seit Jahrhunderten diskriminiert, ausgegrenzt, verfolgt und zu einem Leben in Isolation und Armut gezwungen. Durch das NS-Regime wurden sie systematisch ermordet. Heute sind Roma in vielen Ländern akut bedroht – durch bewaffnete Bürgermilizen, faschistische Organisationen, Polizeigewalt und Behördenwillkür. Angesichts dessen ist es zynisch, geflüchtete Roma zu stigmatisieren, abzuschieben und so der Verfolgung auszuliefern.

Die aktuelle Hetze gegen Roma funktioniert noch wie vor 20 Jahren, als geflüchtete Roma von ganz normalen Deutschen in ihren Unterkünften angegriffen wurden. Politik und Medien stigmatisieren Roma als unfähig und unwillig zur “Integration”, als Bedrohung deutscher Privilegien – und opfern sie so dem Ressentiment der Mehrheitsgesellschaft.

Zur Doppelmoral des deutschen Menschenrechts-Diskurses bemerkt Jourdan:

Unmittelbar nach dem Internationalen Tag der Roma finden die ersten Massenabschiebungen des Jahres statt. Deutschland schmückt sich mit einem Winterabschiebestopp und einem Mahnmal für die im NS-Regime ermordeten Sinti und Roma – und liefert sie doch weiter systematischer Diskriminierung und Verfolgung aus.

Zum gemeinsamen Aufruf mit dem Refugee Protest Camp bemerkt Jourdan:

Die Beschränkung des Asylrechts auf das Konstrukt “politisch Verfolgte” lenkt vom eigentlichen Problem ab. Die meisten Menschen flüchten und migrieren, weil globale Hierarchien, Kriege, Rüstungsexporte, Konkurrenz und Ausbeutung ihre Lebensgrundlage zerstören, weil sie durch Ideologien der Ungleichwertigkeit bedroht und ausgegrenzt werden. Dafür steht ein zentraler Slogan der Flüchtlingsproteste: “We are here because you destroy our countries!” – “Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!”

Hinweis: Zu 15:00 Uhr ruft das Rromano Bündnis (IniRromnja, Rroma Informations Centrum, Rroma Aether Club Theater) zu einer Demonstration und Gedenkkundgebung in Berlin-Mitte auf. Start ist vor der Ungari­schen Botschaft. Mehr Informationen: http://inirromnja.wordpress.com/

Mit freundlichen Grüßen

Fight Racism Now!

Einladung zur Stolpersteinlegung: Samstag, 30. März 2013, 10.00 Uhr Stargarder Str. 38 und 38a, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg

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Stolpersteine

 

Für Gerda und Sally Wisch, für Leo, Johanna und Georg Unger, für Helene, Hermann und Fritz Cohn, für Else und Hans-Ulrich Fuß sowie für Philipp Milet.

Jochen Barthel wollte wissen, wer früher in den Haus wohnte, in dem er heute lebt. Er fand heraus, dass zehn Menschen von den Nazis verschleppt und umgebracht wurden, das Schicksal einer elften Person ist ungewiss. Er erfuhr ihre Namen und ihr Schicksal. Bei seinen Recherchen traf er Menschen, die ihm manches aus dem Leben der Ermordeten mitteilen konnten. Der junge Mann beschloss, dass diesen Menschen ihre Namen und ihre Würde wiedergegeben werden sollten. Im Oktober 2012 begann er deshalb, Geld für die Verlegung von Stolpersteinen zu sammeln.

Am Karsamstag, den 30. März 2013, werden diese elf Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt und feierlich eingeweiht.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

 

Zu den Ermordeten:

Am 3. März 1943 wurde Gerda Wisch zusammen mit dem noch nicht einmal zweijährigen Sally Wisch mit dem Transport 33 von den Nazis nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Am 5. September 1942 wurden Leo, Johanna und Georg Unger mit dem Transport 19 nach Riga deportiert und ermordet.

Helene, Hermann und Fritz Cohn wurden bereits mit dem 6. Transport am 17. November 1941 nach Kowno (Kaunas, Kauen) deportiert und ermordet.

Else (Transport 41) und Hans-Ulrich (Transport 59) Fuss wurden ebenfalls deportiert und ermordet. Else in Auschwitz, Hans-Ulrich in Sachsenhausen.

Philipp Milets Schicksal ist zudem ungeklärt. Von ihm fehlt jede Spur.

Gunter Demning:

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas.

“Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist”, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines STOLPERSTEINS übernehmen.

Kundgebung: Gegen NPD und Frei.Wild vor der ECHO-Verleihung!

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Donnerstag, 21.03., 18:00
Donnerstag, ab 18 Uhr, vor dem Haus des Rundfunks, Masurenallee (Zugang:
U Theodor-Heuss-Platz)

Anlass sind eine NPD-Kundgebung und eine Frei.Wild-Fankundgebung gegen den Frei.Wild-Ausschluss vom ECHO-Preis. Die Rockband Frei.Wild war zunächst in der Kategorie “Rock/Alternative national” für den “Echo” nominiert worden. Daraufhin zogen die Bands Kraftklub und MIA ihre Teilnahme zurück, denn die Band Frei.Wild verbreitet völkisch-nationales und patriotisches Gedankengut und vertritt eine Blut-und-Boden-Ideologie. Der Sänger spielte fürher in der Naziband “Kaiserjäger” und engagierte sich in der rechten Partei “Die Freiheitlichen”. Mit ihren Texten ist die Band anschlussfähig für neonazistisches Gedankengut. NPD-Funktionäre waren schnell daran, die ideologische Nähe zu Frei.Wild zu betonen. Da hilft es auch nix, wenn Frei.Wild immer wieder sagen, sie hätten damit nichts zu tun.

Ausgerechnet die NPD spielt sich nun als Hüterin der Meinungsfreiheit auf. Ausgerechnet die Fans, die Kraftklub, MIA (und auch M.I.A.;) und alle, die sich kritisch zu Frei.Wild äußern mit Hasstiraden überziehen, wollen am Donnerstag Frei.Wild als Opfer dastehen lassen.

Wir überlassen ihnen nicht den öffentlichen Raum!
Frei.Wild verdrängen! NPD bekämpfen!

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