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Atomausstieg selber machen: Industriestrompreise auf Tiefstand – dafür müssen Haushalte zahlen

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Pressemitteilung vom 18. Juli 2012

Industriestrompreise auf Tiefstand – dafür müssen Haushalte zahlen
Wechsel zu Ökostrom kann Geld sparen

Berlin, 18. Juli 2012 – Obwohl die energieintensive Industrie derzeit so wenig für ihren Strom zahlt wie seit 2010 nicht mehr, beklagt der Bundesverband der Deutschen Industrie im Einklang mit Wirtschaftspolitikern und Medien explodierende Kosten und eine angeblich teure Energiewende. Für die zahlreichen Entlastungen der Industrie kommt der private Verbraucher auf. Ökostrom ist also nicht am Strompreis schuld, stellen die im Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ zusammengeschlossenen Umwelt- und Verbraucherschutzverbände klar.

„Die dreiste Verleumdung von Ökostrom als Preistreiber steht im krassen Gegensatz zur Realität“, kritisiert Melanie Ball vom Bündnis „Atomausstieg selber machen“. Großverbraucher wie die stromintensive Industrie profitierten kräftig von niedrigen Börsenpreisen, die dank einer hohen Einspeisung an Strom aus erneuerbaren Energien zustande kommen. So erreichte der Strompreisindex des Verbandes der energieintensiven Industrien im Juli ein Rekordtief seit März 2010. Diese Preissenkungen an der Strombörse gäben die Stromversorger aber nicht an die privaten Verbraucher weiter. „Stattdessen werden Haushaltskunden weiter im Namen der Energiewende abgezockt“, beanstandet Melanie Ball. Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ empfiehlt daher den Wechsel zu einem ehrlichen Ökostromanbieter.

Denn es ist nicht vorrangig der Ausbau der erneuerbaren Energien, der die Ökostrom-Umlage auf den Haushaltsstrompreis zuletzt ansteigen ließ. Etwa 1 Cent pro Kilowattstunde ist mittlerweile allein auf die großzügige Befreiung vieler Industriezweige von der Umlage zurückzuführen. Im Jahr 2011 betrug die Gesamtentlastung der energieintensiven Industrie von Steuern und Umlagen auf den Strompreis nach aktuellen Studien 8,2 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Diese Kosten werden großenteils von den Haushaltsstromkunden getragen. „Da privilegierte Unternehmen zum Beispiel lediglich eine EEG-Umlage von 0,05 Cent pro Kilowattstunde zahlen, müssen Haushaltskunden umso tiefer in die Tasche greifen“, bemängelt das Bündnis.

„Und überhaupt: Wenn Ökostrom so teuer wäre, warum kosten dann 60 Prozent aller Graustromtarife bundesweit mehr als die Angebote der von uns empfohlenen Ökostromanbieter, die ausschließlich mit Ökostrom handeln?“, wendet Melanie Ball von „Atomausstieg selber machen“ ein. Das Aktionsbündnis rät allen Bürgerinnen und Bürgern, nicht denjenigen zu glauben, die die Energiewende lautstark mit Halbwahrheiten und falschen Argumenten unterlaufen und den großen Energiekonzernen nach dem Maul plappern. Wer die Energiewende unterstützen und faire Strompreise zahlen will, dem empfiehlt das Bündnis den Wechsel zu einem der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Interessierte unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

Bundesweite Aktionen zur 2. Ökostrom-Wechselwoche

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Pressemitteilung vom 20. September 2011

 

Bundesweite Aktionen zur 2. Ökostrom-Wechselwoche
Große Bereitschaft, sich weiter gegen Atomkraft und für die Energiewende zu engagieren – höhere Beteiligung als im Vorjahr – Atomkonzerne provozieren Protest mit Klage gegen Uransteuer Berlin, 20. September 2011 – Noch bis zum 24.9. findet die zweite bundesweite „Ökostrom-Wechselwoche“ statt. Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft dazu auf, für Ökostrom und die Energiewende aktiv zu werden. Mehr als 90 Aktionsgruppen und Privatpersonen haben sich bereits angemeldet. Wer sich beteiligen möchte, findet auf der Internetseite www.atomausstiegselber-machen.de Informationen über Ökostrom und kann kostenlos Material bestellen, auch für die Zeit nach der Aktionswoche.
„Ich bin schon jetzt überwältigt von der Bereitschaft, sich weiter zu engagieren. Zur zweiten Ökostrom-Wechselwoche gibt es sogar mehr Anmeldungen als im letzten Jahr“, sagt Florian Noto, Koordinator von Atomausstieg selber machen. Noto nennt mehrere Gründe für das Engagement:
„Viele Menschen lehnen den Weiterbetrieb von neun Atomkraftwerken ab und möchten sich für die Energiewende einsetzen. Der Wechsel zu einem Ökostromversorger ist das einfachste Mittel, die Macht der Atomkonzerne einzugrenzen und die Energiewende zu beschleunigen.“
Die Atomkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW blockieren weiterhin die Energiewende, beispielsweise mit Klagen gegen die Brennelementesteuer und Investitionen in Atomkraftwerke im Ausland. Am Montag hatte der Atomkonzern E.ON mit einer Klage vorläufigen Erfolg. Wenn das Urteil bestand hat, entgehen dem Bundeshaushalt Milliardenbeträge, die für die Beseitigung von Schäden des Atommüll-Lagers Asse eingeplant waren. Dies sei ein zusätzliches Motiv für alle AKWGegnerinnen und -Gegner, die „Geschäftsbeziehungen zu den Atomkonzernen zu beenden“, so Noto.
Beispielhafte Aktivitäten im Rahmen der Ökostrom-Wechselwoche sind:

  • Ein Aktivist aus Schleswig-Holstein hat bei seinem Fahrradurlaub einige hundert Ökostrom-Flugblätter im Gepäck, die er an Geschäfte und Passanten verteilt.
  • In Berlin hat das Bündnis „Tschüss Vattenfall Berlin“ am Wahlsonntag (18.9.) im Mauerpark für die Abwahl von Vattenfall an der privaten Steckdose geworben.
  • In Göttingen geben die Studierendengruppe der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) und die Greenpeace-Gruppe Tipps für die Kündigung beim Atomkonzern E.ON.
  • Auf den internationalen Anti-Atom-Demos am 17.9. in Belgien und Frankreich wurde über saubere Alternativen zu RWE, EnBW & Co. informiert.
  • Viele Engagierte nutzen den weltweiten Klimaaktionstag am 24.9., um für Ökostrom zu werben.

Atomausstieg selber machen empfiehlt insbesondere vier Stromversorger, die unabhängig von den Atomkonzernen sind und Ökostrom bundesweit anbieten: Die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom handeln seit 12 Jahren ausschließlich mit Ökostrom und setzen sich in besonderem Maße für die Energiewende und den Atomausstieg ein. Insgesamt beliefern die vier Unternehmen fast eine Million Haushalte und Unternehmen in Deutschland mit Ökostrom.
Atomausstieg selber machen ist ein Bündnis von 23 Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen. Die Trägerverbände sind: .ausgestrahlt, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, BUND, Bund der Energieverbraucher, Campact, DNR, Deutsche Umwelthilfe, Forum Umwelt und Entwicklung, genanet, Greenpeace, Grüne Liga, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie, KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NABU, NaturFreunde, Robin Wood, TEMA, UfU, urgewald und WWF.
Alle Aktionsorte sind auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de verzeichnet.

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