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“Alternative Nobelpreisträger” gegen Atombürgschaft für Angra 3
0Pressemitteilung, 9. Februar 2012
Monika Griefahn, Co-Vorsitzende der Right Livelihood Award Stiftung (“Alternativer Nobelpreis”), überreichte heute in Berlin einen offenen Brief von “Alternativen Nobelpreisträgern” und Mitgliedern des World Future Council an die Bundesregierung (vollständiger Text des Aufrufs weiter unten). Die Preisträger wenden sich gegen die Übernahme einer staatlichen Hermesbürgschaft für den Bau des brasilianischen Risikoatomkraftwerks Angra 3. Sie zeichnen gemeinsam mit Vorstands- und Jurymitgliedern der Right Livelihood Award Stiftung. Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, nahm den Brief entgegen.
“Wir gratulieren der Bundesregierung zu ihrem Beschluss aus der Atomkraft auszusteigen. Allerdings sollte die Bundesregierung dabei konsequent sein und auch nicht mehr den Bau von neuen Atomkraftwerken im Ausland wie Angra 3 in Brasilien fördern. Sonst scheint das Leben eines Brasilianers geringer bewertet zu werden als das eines Deutschen” erklärt Chico Whitaker Ferreira aus Brasilien, Preisträger 2006 und Mitbegründer des Weltsozialforums.
Die frühere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn sieht Deutschlands internationales Ansehen durch die Bürgschaft gefährdet:
“Mit der Bürgschaft für ein Atomkraftwerk führt die Bundesregierung ihre eigenen Atomstandards ad absurdum. Nach Fukushima beschloss die Bundesregierung in Windeseile den Atomausstieg, weil die atomaren Risiken für die deutschen Bürger als zu hoch gewertet wurden. Bei Bürgschaften für Atomprojekte werden jedoch wirtschaftliche Interessen über das Risiko der Atomkraftnutzung gestellt. Solche Doppelstandards sind fatal.”
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Aufruf an die Deutsche Regierung und den Bundestag
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,
sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Philipp Rösler,
wir, die unterzeichnenden Preisträger des Right Livelihood Award (“Alternativer Nobelpreis”) und Mitglieder des Weltzukunftsrates, gratulieren Ihnen zu Ihrem Entschluss, in Deutschland aus der Atomkraft auszusteigen, und für Ihre erfolgreiche Verbreitung Erneuerbarer Energien, die beispielhaft für andere Länder in der ganzen Welt geworden ist. Gleichzeitig wäre es nur konsequent und logisch für Deutschland, die Kriterien der Exportkreditgarantien, Hermes-Bürgschaften, auf den Prüfstand zu stellen, damit der Bau von Atomkraftwerken in Brasilien nicht länger mit deutschen Geldern unterstützt wird.
In Deutschland wurde die Entscheidung für den Ausstieg aus der Atomkraft getroffen, weil die Risiken für deutsche Bürger als inakzeptabel gelten. Wenn sie inakzeptabel für Deutsche sind, wie kann es dann für Deutschland akzeptabel sein, diese Gefahren in andere Länder und zu deren Bürgern zu exportieren?
Wir rufen Sie auf, dabei zu helfen, Atomkraft auf der ganzen Welt ihrem Ende zuzuführen.
Die Unterzeichner:
Alice Tepper Marlin, Präsidentin & Gründerin, Social Accountability International, USA
Alla Yaroshinskaya, Russland
Andras Biro, Hungarian Foundation for Self-Reliance, Ungarn
Angie Zelter, Trident Ploughshares, Vereinigtes Königreich
Annelies Allain, International Baby Food Action Network, Malaysia
Prof. Dr. Anwar Fazal, Direktor, Right Livelihood College, Malaysia
Carmel Budiardjo, Gründerin & Senior Campaigner, TAPOL, Vereinigtes Königreich
Chico Whitaker Ferreira, Brasilien
Dr. David Suzuki, Kanada
Dipal Barua, ehemaliger Managing Director, Grameen Shakti, jetzt bei Bright Green Energy Foundation, Bangladesch
Bischof Erwin Kräutler, Brasilien
Felicia Langer, Israel/Deutschland
Fernando Rendón, Mitbegründer und Direktor, International Poetry Festival of Medellin, Kolumbien
Dr. Frances Moore Lappé, Small Planet Institute, USA
Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Deutschland
Dr. Hanumappa Sudarshan, Karuna Trust & VGKK, Indien
Henk Hobbelink, GRAIN, international/ Hauptsitz in Spanien
Prof. Dr. Herman E. Daly, Professor Emeritus, School of Public Policy, University of Maryland, USA
Dr. Ibrahim Abouleish, Gründer, SEKEM, Ägypten
Ida Kuklina, The Committee of Soldiers’ Mothers of Russia, Russland
Ina May Gaskin, USA
Dr. Inge Genefke, Dänemark
João Pedro Stedile, Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra (MST), Brasilien
Prof. Dr. Johan Galtung, Norwegen
Dr. Juan E. Garcés, Spanien
Juan Pablo Orrego, President, Ecosistemas, Chile
Dr. Katarina Kruhonja, Center for Peace, Nonviolence and Human Rights-Osijek, Kroatien
Ledum Mitee, Movement for the Survival of the Ogoni People, Nigeria
Prof Dr. h.c. (mult.) Manfred Max-Neef, Direktor, Economics Institute, Universidad Austral de Chile, Chile
Dr. Martin Almada, Paraguay
Dr. Maude Barlow, Vorsitzende, Council of Canadians, Kanada
P.K. Ravindran, Kerala Sastra Sahitya Parishad, Indien
Nicanor Perlas, Präsident, Center for Alternative Development Initiatives, Phillippinen
Prof. Dr. Raúl A. Montenegro, Präsident, Fundación para la defensa del ambiente, Argentinien
Dr. Rosalie Bertell, Kanada
Dr. Ruchama Marton, Präsidentin und Gründerin, Physicians for Human Rights, Israel
Prof. Dr. Samuel S. Epstein, Professor Emeritus, Environmental & Occupational Medicine, University of Illinois at Chicago School of Public Health, USA
Shrikrishna Upadhyay, Executive Chairman, Support Activities for Poor Producers of Nepal, Nepal
Dr. SM Mohamed Idris, Sahabat Alam Malaysia, Consumers Association of Penang and the Third World Network, Malaysia
Stephen Gaskin, PLENTY International, USA
Susil Sirivardana, Participatory Institute for Development Alternatives, Sri Lanka
Dr. Tony Clarke, Executive Director, Polaris Institute, Kanada
Prof. Dr. Vandana Shiva, Gründerin, Research Foundation for Science, Technology and Ecology, Indien
Dr. Wes Jackson, Gründer und Präsident, The Land Institute, USA
Dr. Vithal Rajan, Jury Mitglied, Right Livelihood Award Foundation, Indien
Monika Griefahn, Co-Vorsitzende, Vorstand der Right Livelihood Award Stiftung, Deutschland
Pauline Tangiora, Maori Älteste des Rongomaiwahine Tribe, Neuseeland
Dr. Scilla Elworthy, Gründerin, Oxford Research Group, Vereinigtes Königreich
Prof. Dr. Alexander Likhotal, Präsident von Green Cross International, Russland
Dr. David Krieger, Präsident, Nuclear Age Peace Foundation, USA
Dr. Sándor Fülöp, Parliamentary Commissioner for Future Generations, Ungarn
NaturFreunde: Fußball-WM darf nicht zur reinen Geldmaschine für die FIFA verkommen
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Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen das von Brasilien vorgeschlagene Alkoholverbot in den
Stadien während der Fußball-WM
Pressemitteilung der NaturFreunde Deutschlands
NaturFreunde: Fußball-WM darf nicht zur reinen Geldmaschine für die FIFA verkommen
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Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen das von Brasilien vorgeschlagene Alkoholverbot in den Stadien während der Fußball-WM
Berlin, 2. Februar 2012 – Zum aktuellen Streit über den Ausschank von Alkohol bei der Fußball-WM zwischen der brasilianischen Regierung und der FIFA erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:
Es ist unerträglich, mit welcher Arroganz die Verantwortlichen des Weltfußballverbands FIFA den austragenden demokratischen Regierungen in den Ländern entgegentreten. Die jetzige Diskussion über das generelle Ausschankverbot von Alkohol in den Stadien Brasiliens ist hierfür ein Beispiel. Es ist sinnvoll und nur zu unterstützen, wenn die brasilianische Regierung in ihren Fußball-Stadien ein generelles Alkoholausschankverbot durchsetzt, um Gewalt und Ausschreitungen bei den Spielen zu verhindern.
Diese Entscheidung der brasilianischen Regierung ist den Verantwortlichen im Weltfußballverband jedoch völlig egal. Hauptsache die Kasse stimmt!
Wenn jetzt der Weltfußballverband erklärt, Alkohol würde zum Fußball gehören, dann erweist er verantwortungsvoll handelnden Regierungen einen Bärendienst. Es geht der FIFA in Wirklichkeit nicht nur um den Bierverkauf als solches, sondern um die millionenschweren Verträge mit ihrem Großsponsor Anheuser-Busch (Beck´s).
Wenn der Generalsekretär des Weltfußballverbands, Jérôme Valcke, erklärt, die Vereinbarung zwischen Brasilien und der FIFA muss auch einen Passus enthalten, dass „wir das Recht haben, Bier zu verkaufen“, setzt er die Glaubwürdigkeit der FIFA aufs Spiel. Die Arroganz der FIFA und ihre einseitig auf Gewinne ausgerichtete Politik ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die das Allgemeinwohl und den Schutz der Bevölkerung höher einstufen als eingeplante Sponsorengelder für die FIFA-Konten.
Zudem gefährdet die FIFA mit ihrer Politik die Arbeit all jener Sportvereine, die über die Gefahr von Alkohol und Drogen in ihren Jugendabteilungen und Fanclubs aufklären.
Deshalb fordern die NaturFreunde, dass diese Form der Kommerzialisierung des Fußballs endlich aufhören muss. Wir brauchen eine verantwortungsvolle Politik der FIFA und keine, die nur darauf aus ist, die Umsätze der FIFA zu erhöhen. Die FIFA muss sich endlich selbst reformieren sowie den Fußball und nicht den Kommerz in den Mittelpunkt stellen. Dem Fußball würde es gut tun!
Die NaturFreunde – der andere Sportverband
Die NaturFreunde sind seit über 100 Jahren ein aktiver Sportverband, der sich im Breitensport engagiert. Bei den NaturFreunden gibt es vier Fachgruppen (Bergsport, Kanusport, Schneesport, Wandern); in allen Fachgruppen gibt es eigene Bundeslehrteams mit rund 60 Bundesausbildern. Die NaturFreunde bieten 28 Ausbildungsgänge an 114 Ausbildungsterminen allein für das Jahr 2012 an. Mehr als 1.000 aktive Trainerinnen und Trainer sowie Tourenführerinnen und Tourenführer sind für die NaturFreunde aktiv, davon etwa 240 Wanderleiter, 70 Kanusportler, 310 Bergsportler, 490 Schneesportler.
