Posts tagged CCS-Verfahren

Bürgerinitiativen gegen CO2-Verpressung: CCS ist keine Klimaschutzmaßnahme!

0

Bürgerinitiativen gegen CO2-Verpressung
aus Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Offene Mail 21.06.2012
an die Mitglieder des Vermittlungsausschuss
zur Sitzung am 27.06.2012

Wissenschaftler der Stanford University (Kalifornien): CCS ist keine Klimaschutzmaßnahme!

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) haben die beiden Geowissenschaftler Mark Zoback und Steven Gorelick von der Stanford University in Kalifornien am 19.06.2012 eine umfassende Analyse der Möglichkeiten von CCS veröffentlicht.

Fazit: Die sichere unterirdische Speicherung klimarelevanter CO2-Mengen ist illusorisch, da hierbei mit der Auslösung von Erdbeben zu rechnen ist. Auch bei geringen Magnituden führen diese zu Rissen im Deckgestein und somit zu Wegsamkeiten (Leckagen), über die das CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.

Diese von zahlreichen Medien auch in Deutschland verbreitete Meldung bestätigt, worauf wir seit Jahren hinweisen, nämlich dass eine „Langzeitsicherheit“ sogenannter CO2-Speicher und damit die Sinnhaftigkeit von CCS als Klimaschutzmaßnahme nicht gegeben ist. Der § 1 des CCS-Gesetzentwurfs mit der Zweckbenennung „Dieses Gesetz dient der Gewährleistung einer dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Gesteinsschichten im Interesse des Klimaschutzes …“ ist somit hinfällig und damit das Gesetz insgesamt.

Wir fordern Sie auf, dieser nun auch international wissenschaftlich bekräftigten Feststellung zu entsprechen und gemäß Artikel 4 der EU-CCS-Richtlinie keinerlei CO2-Speicherung auf deutschem Hohheitsgebiet zuzulassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Bürgerinitiativen gegen CO2-Verpressung
aus Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Klimacamper*innen besetzen Parteibüros von Regierungsparteien

0

Anti-Kohle-Aktivist*innen besetzten heute zeitgleich Büros von SPD und der Partei Die Linke in Cottbus und Potsdam. Sie überreichen einen Forderungskatalog, der auf die Verhinderung von CCS und den Aufschluss weiterer Tagebaue abzielt und fordern Gespräche mit Regierungspolitiker*innen.

„Die rot-rote Landesregierung ignoriert, dass ihre verfehlte Energiepolitik einen Beitrag zum globalen Klimachaos leistet“, sagt Alex Lärchner, die zu den Beteiligten an der Aktion gehört. „Anstatt konsequent auf erneuerbare Energien umzustellen, macht sie sich zum Büttel des Energiekonzerns Vattenfall. Der schwedische Konzern plant den Aufschluss zweier neuer Tagebaue in Welzow-Süd und Jänschwalde-Nord, sowie den Neubau von Kohlekraftwerken.“

„Mit unserem Überraschungsbesuch wollen wir unseren energiepolitischen Forderungen besonderen Nachdruck verleihen“, so Lärchner weiter. Die Aktivist*innen kommen aus dem Klima- und Energiecamp, das bis zum 14.
August am Kohlekraftwerk Jänschwalde stattfindet.

„Unsere Proteste für einen kompletten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2040 sind legitim und notwendig, um den schlimmsten Klimawandel noch zu verhindern. Wir verlangen von den Regierungsparteien mehr Engagement für eine echte Energiewende und die Verhinderung des Einsatzes von CCS in Brandenburg,“ ergänzt Lärchner.

Journalist*innen sind eingeladen vor Ort von den Besetzungen zu berichten.

Cottbus, SPD-Büro, Mühlenstraße 17
Cottbus, Büro Die Linke, Straße der Jugend 114 Potsdam, Die Linke, Alleestraße 3

Ansprechpartner*innen für Presse
Stefanie Groll, gegenstrom berlin; 0176 – 924 31 402, presse@lausitzcamp.info Daniel Häfner, ROBIN WOOD Cottbus (Chóśebuz), Tel. 01525 – 96 08 317

Berliner Wassertisch: CSS-Risiken sind zu hoch

0

====================================================================
Sprecherteam des Berliner Wassertischs – Pressemitteilung 10.07.2011 ====================================================================

CSS-Risiken sind zu hoch

Der Berliner Wassertisch fordert, dass Berlin und Brandenburg dem Beispiel von Niedersachsen und Schleswig-Holstein folgen und sich nicht zum Speichergebiet von Kohlendioxid (CO2) erklären. Der Berliner Wassertisch hält das Risiko der Verseuchung des Grundwassers und die drohenden finanziellen Folgen für unverantwortbar.

Die CCS-Technologie (Carbon Dioxide, Capture and Storage), die der schwedische Staatskonzern Vattenfall in Brandenburg vorantreiben will, ist nicht nur unausgereift, sondern birgt unabsehbare Gefahren. Es ist unverantwortbar die Gefahr einzugehen, dass das Berliner Grundwasser, aus dem circa vier Millionen Menschen mit dem Lebensmittel Nr. 1 versorgt werden, verseucht wird. Es droht, dass Süßwasser zu Salzwasser wird und es durch giftige Schwermetalle geschädigt wird.

Am Donnerstag, 7. Juli 2011 wurde das Gesetz über die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid im Bundestag beschlossen. Das Gesetz lässt nicht nur die umstrittene CCS-Technologie, also die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid zu, sondern erlaubt auch jedem Bundesland, ob es diese Technologie in seinem Territorium zulässt.
Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die als weitere Standorte neben dem Brandenburger Neutrebbin (Märkisch-Oderland) und Beeskow (Oder-Spree) von Vattenfall favorisiert werden, haben schon signalisiert, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden, das diese Technologie in ihren Ländern untersagt. Brandenburg ist das einzige Bundesland, das gegen den Widerstand seiner Bevölkerung diese mit großen Gefahren behaftete Technologie zulassen will. Vattenfall verspricht Milliardeninvestitionen in Brandenburg, die dem Land verloren gehen könnten. Wir bebzweifeln, dass dieses Geld die möglichen finanziellen Folgeschäden und Gesundheitsgefahren aufwiegen kann, denen die Einwohner von Berlin und Brandenburg ausgesetzt werden sollen.

NaturFreunde Deutschlands fordern ein Nein zum CO2-Speicherungsgesetz (CCS)

0


Berlin, 4. Juli 2011 – Die deutschen NaturFreunde warnen die Fraktionen im Bundestag vor einer Verabschiedung des CO2-Speicherungsgesetzes (CCS) und fordern die Abgeordneten auf, in dieser Woche im Plenum dagegen zu stimmen. Wie der umweltpolitische Sprecher des Verbandes, Eckart Kuhlwein, in Berlin erklärte, sei diese Technologie nicht zukunftsfähig.

CCS könne wegen der ungünstigen Energieeffizienz und der verheerenden Folgen für unterirdische Bodenschichten keine Perspektive für die weitere Nutzung fossiler Brennstoffe in Kraft-werken sein. Zur Abscheidung und Lagerung von CO2 gebe es mehr offene Fragen als Antworten. Es sei außerdem ein Skandal, dass die Bundesregierung und die Europäische Union dabei mit erheblichen Summen die Energiemonopolisten subventionieren wollen.

 

Mit der CCS-Technologie soll das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe – vor allem Kohle – freigesetzt wird, aus dem Abgas abgeschieden, durch Pipelines transportiert und anschließend in unterirdischen Speichern “entsorgt” werden. Kuhlwein sieht darin in Übereinstimmung mit vielen Sachverständigen ein “teures Experiment, das nicht zukunftsfähig ist.”

 

In Deutschland komme eine Speicherung von Kohlendioxid nur in leeren Gasfeldern und tiefen Hohlräumen im Erdreich (saline Aquifere) in Frage. Die möglichen Kapazitäten – sie lägen vor allem in Norddeutschland und unter der Nordsee – seien jedoch begrenzt. Die Lagerung von Kohlendioxid würde außerdem mit anderen wesentlich zukunftsfähigeren Nutzungen wie der Geothermie und der Druckluftspeicherung von Windenergie konkurrieren. Auch die ökologischen Risiken seien schon heute absehbar. Es drohen ein plötzlicher oder schleichender Austritt von CO2 und zudem chemische Prozesse in der Erde, die zu Leckagen führen und das Grundwasser gefährden könnten. Kohlendioxid sei unsichtbar und schwerer als Luft und schon bei drei Prozent Anreicherung in der Atemluft gesundheitsschädlich, bei zehn Prozent drohe Atemstill-stand.

 

Für Milliarden teure Transportsysteme wie Pipelines wird es nach der Auffassung Kuhlweins keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Die Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie “genug von technologischen Großexperimenten zu Lasten von Natur und Bevölkerung.“

 

Zudem ist das CCS-Verfahren auch unwirtschaftlich, sonst hätten die Energieversorger nicht nach staatlichen Subventionen gerufen. Für die NaturFreunde stehen Investitionen in die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromversorgung im Widerspruch zur offiziell verkündeten nach-haltigen Entwicklung. Kuhlwein: “Große Grundlastkraftwerke werden auch als Übergangstechnologie nicht mehr gebraucht. Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch hoch subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden darf.“.

———————————————————————————————————-

Kommentieren Sie diesen Standpunkt hier: www.blog.naturfreunde.de

Go to Top