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Kampagne Saubere Kleidung: Sieg über Adidas: Indonesische GewerkschafterInnen von PT Kizone erringen wegweisenden Erfolg
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Pressemitteilung:
Berlin, Münster, 29. April 2013] – Pünktlich zum Tag der Arbeit am 1. Mai konnten die ArbeiterInnen des ehemaligen Adidas-Zulieferbetriebes PT Kizone in Indonesien einen wegweisenden Erfolg im Kampf gegen den Sportartikelriesen erringen: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte musste Adidas dem Druck der GewerkschafterInnen und AktivistInnen nachgeben, die hartnäckig für die Auszahlung von 1,8 Millionen US-Dollar Abfindung an die 2.800 ArbeiterInnen der illegal geschlossenen Fabrik gekämpft haben. Die Kampagne für Saubere Kleidung hat mit öffentlichen Aktionen und Online-Protest maßgeblich zum Erfolg der Auseinandersetzung beigetragen.
„Zwei Jahre lang hatte sich der Konzern geweigert, die Abfindungen auszuzahlen und damit gegen indonesisches Recht, internationale Arbeitsstandards und den eigenen Verhaltenskodex verstoßen“, sagt Axel Schröder, INKOTA-Vorstandsmitglied. „Umso mehr freuen wir uns, dass Adidas in diesem Fall endlich das Richtige getan hat“.
Auch wenn die genauen Vereinbarungen des Abkommens bisher nicht öffentlich bekannt sind, ist sicher, dass den ArbeiterInnen von PT Kizone eine beträchtliche Summe zugesagt wurde. Die Gewerkschaft DPC SPSI TSK und das PT Kizone Workers Coordinating Committee werden die genauen Auszahlungsmodalitäten weiter mit Adidas aushandeln.
„Dieser Fall ist ein Meilenstein im Kampf für die Rechte von Beschäftigten in Zulieferbetrieben der Sportartikelindustrie“, so Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero. „Dies wäre ohne die internationale Solidarität mit den ArbeiterInnen in Indonesien nicht möglich gewesen. Er zeigt aber auch, dass Adidas nur unter Druck bereit ist, Arbeitsrechte zu achten.“
Der Fall hatte vor allem in den USA für Aufsehen sorgt: Die United Students Against Sweatshops (USAS) hatten mit hartnäckigem Protest an zahlreichen Universitäten im ganzen Land dafür gesorgt, dass 17 Universitäten bestehende Lizenzverträge mit Adidas gekündigt hatten. Auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden solidarisierten sich AktivistInnen mit den Beschäftigten von PT Kizone. So unterstützten 2012 mehr als 50.000 Menschen die Forderungen der Kampagne nach gesetzlichen Abfindungszahlungen mit ihrer Unterschrift und beteiligten sich an einer internationalen Aktionswoche bei Facebook.
„Wir sind stolz, Teil eines solchen Abkommens zu sein, aber am allermeisten sind wir erleichtert darüber, dass unsere Familien endlich das Geld bekommen, welches sie so dringend benötigen“, sagt Aslam Hidayat, ehemaliger Arbeiter bei PT Kizone und Koordinator des PT Kizone Workers Coordinating Committee.
Hintergrund zum Fall PT Kizone, Indonesien
Im April 2011 wurden 2.800 ArbeiterInnen durch die illegale Schließung des Adidas-Zulieferbetriebs PT Kizone in Tangerang, Indonesien arbeitslos. Die ihnen nach indonesischem Recht und internationalen Arbeitsstandards zustehenden Abfindungszahlungen, die auch nach dem Adidas-Verhaltenskodex erforderlich wären, hatten sie bislang nicht erhalten. Insgesamt standen den ArbeiterInnen 3,4 Millionen US-Dollar (plus Zinsen) zu. Andere Unternehmen, die ebenfalls Abnehmer des Zulieferbetriebs PT Kizone waren, haben mit insgesamt 1,6 Millionen US-Dollar bereits zu den Abfindungszahlungen beigetragen. Adidas hingegen hatte sich zwei Jahre lang geweigert, die Restsumme von 1,8 Millionen US-Dollar zu zahlen.
INKOTA: „Unconscious Collapses“: Ohnmächtige Näherinnen „werben“ für H&M
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[Berlin, 25. März 2013] – Die Kampagne für Saubere Kleidung und INKOTA nehmen die vergangene Woche lancierte H&M-Werbekampagne „Conscious Collection“ aufs Korn. Die Adbusting-Aktion startet heute unter dem Titel „Unconscious Collapses“. Ziel ist, auf die miserablen Arbeitsbedingungen und die viel zu geringe Entlohnung der ArbeiterInnen in asiatischen Textilfabriken hinzuweisen, in denen H&M seine Kleidung produzieren lässt.
Allein in Kambodscha sind seit 2010 aufgrund von Mangelernährung infolge zu niedriger Löhne mehr als 2.400 Näherinnen am Arbeitsplatz kollabiert – mehrere Hundert von ihnen in H&M-Zulieferbetrieben. Die Kampagne für Saubere Kleidung und INKOTA fordern deshalb H&M auf, endlich existenzsichernde Löhne an seine ArbeiterInnen zu zahlen. Die kritische Öffentlichkeit und KonsumentInnen können sich per Online-Petition an den Branchenleader H&M und andere Modekonzerne richten, und damit den Druck auf die Unternehmen erhöhen.
„Aus unserer Sicht grenzt es an Zynismus von einer bewussten Modekollektion zu sprechen, während diejenigen, die die Kleidung nähen, reihenweise in Ohnmacht fallen“, sagt INKOTA-Vorstandsmitglied Axel Schröder. H&M-Chef Karl-Johann Persson hingegen preist die neue Kollektion damit an, dass sie dem gesteigerten Interesse der KundInnen an Nachhaltigkeit Rechnung trage und sie deshalb „darauf vertrauen können, dass alles, was sie von uns kaufen, mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt hergestellt wird“. „Die Arbeitsbedingungen in den asiatischen Zulieferbetrieben blendet Persson dabei offensichtlich komplett aus“, so Schröder weiter.
Mit einem Umsatz von rund 16,3 Mrd. Euro und über 2 Mrd. Euro Gewinn (im Jahr 2012) steht H&M besonders in der Pflicht, seinen ArbeiterInnen in Asien endlich einen existenzsichernden Lohn zu zahlen, damit sie und ihre Familien wenigstens genug zu essen haben. „Eine Verpflichtung des Branchenprimus zu Existenzlöhnen hätte Signalwirkung für die gesamte Industrie“, so Schröder.
In Kambodscha kämpften Gewerkschaften erst kürzlich für eine Anhebung des monatlichen Mindestlohns von bislang 61 Dollar auf 150 Dollar. Am 21. März wurde daraufhin der neue staatliche Mindestlohn von 75 Dollar bekannt gegeben. Laut Schätzung der Asia Floor Wage Alliance bräuchten eine kambodschanische Näherin und ihre Familie zur Existenzsicherung jedoch 274 Dollar – fast das Vierfache des neuen Mindestlohns. Zudem verliert dieser durch die jährliche Inflation ständig weiter an realem Wert.
Wie die Unternehmen Gap, Levis und Zara gehört H&M zu den Hauptauftraggebern von Kambodschas boomender Textilindustrie. Diese Konzerne haben es in der Hand, die Arbeits- und Lebenssituation der dortigen Näherinnen endlich zu verbessern.
Mehr Informationen
Hintergrundinformationen zur Kampagne für einen Asiatischen Grundlohn
INKOTA: Online-Proteste für Brandopfer in Bangladesch
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Unternehmen müssen endlich Entschädigungen für Brandopfer in Bangladesch zahlen und Brandschutzabkommen unterzeichnen
INKOTA und die Kampagne für Saubere Kleidung rufen zu Online-Protesten via E-Mail und Facebook auf, um so den öffentlichen Druck auf KiK und C&A zu erhöhen. Beide Unternehmen haben auch drei Monate nach dem Brand in der Tazreen Fabrik in Bangladesch noch keine angemessenen Entschädigungen an die Hinterbliebenen der Opfer gezahlt. Auch das mit bangladeschischen Gewerkschaften ausgehandelte Brandschutzabkommen haben sie bisher nicht unterzeichnet. C&A hat immerhin Entschädigungszahlungen zugesagt. Die versprochene Direktzahlung von 960 Euro pro verstorbenen Arbeiter deckt aber gerade einmal 4 Prozent der benötigten Gesamtsumme. KiK zeigt den Betroffenen weiter die kalte Schulter und bewegt sich gar nicht. Das müssen wir ändern!
„Wir freuen uns, dass C&A grundsätzlich zur Zahlung von Entschädigungen an die Hinterbliebenen bereit ist. Allerdings reicht die Summe bei weitem nicht aus”, erklärt Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung. „Im Gegensatz zu C&A hat KiK sich im Fall Tazreen gar nicht bewegt. Mit dem Druck der Öffentlichkeit fordern wir die Unternehmen deshalb erneut auf, sowohl umfassende Entschädigungszahlungen zu leisten als auch das Brandschutzabkommen zu unterzeichnen.”
Das Entschädigungsprozesse auch ganz anders als im Tazreen-Fall ablaufen können, zeigt ein aktuelles Beispiel: Nachdem im Januar in der Fabrik Smart Export unweit der Tazreen Fabrik bei einem Feuer acht ArbeiterInnen gestorben sind, hat es einen Monat gedauert, bis zwei involvierte Unternehmen mit den lokalen Gewerkschaften Entschädigungen ausgehandelt hatten. Dabei orientierten sich die Unternehmen an bangladeschischen Präzedenzfällen und internationalen Standards. Dies zeigt, wie Unternehmen in einer solchen Katastrophe reagieren können. C&A, KiK und andere bei Tazreen involvierte Unternehmen sind nun aufgefordert, dem Beispiel von Smart Export zu folgen.
Sie können etwas tun! Beteiligen Sie sich an unseren Online-Aktionen und forderen Sie KiK und C&A auf, endlich angemessene Entschädigungen zu zahlen und das Brandschutzabkommen zu unterzeichnen.
Zur Facebook-Aktion von INKOTA
Hintergrundstudie zu den Bränden in Bangladesch und Pakistan „Fatal Fashion”
Kampagne Saubere Kleidung: Unternehmen müssen endlich Entschädigungen für Brandopfer in Bangladesch zahlen und Brandschutzabkommen unterzeichnen
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[Berlin, 15. März 2013] – Mit Online-Protestaktionen via E-Mail und Facebook erhöht die Kampagne für Saubere Kleidung den öffentlichen Druck auf KiK und C&A. Beide Unternehmen müssen endlich Entschädigungen an die Hinterbliebenen der Opfer des Fabrikbrandes bei Tazreen Fashions in Bangladesch zahlen und das mit Gewerkschaften ausgehandelte Brandschutzabkommen unterzeichnen. Während KiK die Verantwortung in dem Fall von sich weist, hat C&A immerhin Entschädigungszahlungen zugesagt. Die versprochene Direktzahlung von 960 Euro pro verstorbenen Arbeiter deckt aber gerade einmal 4 Prozent der benötigten Gesamtsumme.
„Wir freuen uns, dass C&A grundsätzlich zur Zahlung von Entschädigungen an die Hinterbliebenen bereit ist. Allerdings reicht die Summe bei weitem nicht aus“, so Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung. „Im Gegensatz zu C&A hat KiK sich im Fall Tazreen gar nicht bewegt. Mit dem Druck der Öffentlichkeit fordern wir die Unternehmen deshalb erneut auf, sowohl umfassende Entschädigungszahlungen zu leisten als auch das Brandschutzabkommen zu unterzeichnen“, so Banse weiter.
Die Kampagne für Saubere beklagt darüber hinaus, dass es bisher nicht zu transparenten Verhandlungen mit den Gewerkschaften vor Ort gekommen ist. Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass es auch anders geht: Nachdem im Januar in der Fabrik Smart Export unweit der Tazreen Fabrik bei einem Feuer acht ArbeiterInnen gestorben sind, hat es einen Monat gedauert, bis zwei involvierte Unternehmen mit den lokalen Gewerkschaften Entschädigungen ausgehandelt hatten. Dabei orientierten sich die Unternehmen an bangladeschischen Präzedenzfällen und internationalen Standards. Dies zeigt, wie Unternehmen in einer solchen Katastrophe reagieren können. C&A, KiK und andere bei Tazreen involvierte Unternehmen sind nun aufgefordert, dem Beispiel von Smart Export zu folgen.
Zur Online-Eilaktion der Kampagne für Saubere Kleidung
http://www.saubere-kleidung.de/index.php/eilaktionen/protestaktionen/245-brand-in-tazreen-fabrik-in-bangladesch-familien-warten-seit-monaten-auf-entschaedigung
Zur Facebook-Aktion der Kampagne für Saubere Kleidung
https://www.facebook.com/saubere.kleidung
Weitere Facebook-Aktionen zur Eilaktion
https://www.facebook.com/inkota
Zur Facebook-Seite von C&A
https://www.facebook.com/ca.deutschland
Hintergrundstudie zu den Bränden in Bangladesch und Pakistan „Fatal Fashion“
http://www.saubere-kleidung.de/images/05_pdf/2013/2013_03_13-Faltal-Fashion-Report.pdf
Kampagne Saubere Kleidung: C&A Entschädigungsversprechen und Engagement im Brandschutz unzureichend
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Kampagne für Saubere Kleidung fordert weitere Schritte
[Berlin, 08. März 2013] – Nach einem Gespräch mit der Kampagne für Saubere Kleidung sagte C&A den Opfern des Fabrikbrandes der Tazereen Fabrik in Bangladesch Entschädigungszahlungen in Höhe von 1 Millionen US-Dollar zu. Aus Sicht der Kampagne für Saubere Kleidung gehen die Zusagen aber nicht weit genug. Sie fordert deutlich höhere Kompensationszahlungen. Weiterhin verlangt die Kampagne eine Unterzeichnung des mit bangladeschischen Gewerkschaften ausgehandelten Brandschutzabkommens.
„Die Zahlungen von C&A decken gerade mal vier Prozent der Entschädigungssumme, die nach den Berechnungen von bangladeschischen Gewerkschaften von den Opfern gebraucht werden“, so Frauke Banse, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung. „Mit seinen Versprechen fällt C&A weit hinter internationale Standards und etablierte Praktiken in Bangladesch zurück.“
Darüber hinaus versäumt C&A es bisher, lokale Gewerkschaften bei der Festlegung der Entschädigungssumme wie auch bei den Verteilungsmodalitäten einzubeziehen. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert C&A deswegen auf, die Gewerkschaften sowie die anderen betroffenen Unternehmen (in Deutschland ist dies KiK) an einen Tisch zu holen, und sowohl die Entschädigungssumme als auch den Auszahlungsmodus mit allen Steakholdern zu verhandeln.
Bezüglich des Brandschutzabkommens hat C&A eine generelle Bereitschaft gezeigt, das Abkommen zu prüfen. Die Kampagne für Saubere Kleidung begrüßt dies, gibt sich damit aber nicht zufrieden. „C&A hat mehr als zweihundert Zulieferer in Bangladesch und produziert mehr als ein Drittel seiner Kleidung in diesem Land. Das Unternehmen sollte weit mehr tun, um weitere Fabriktote zu verhindern. Die Unterzeichnung des Brandschutzabkommens ist ein zentraler Schritt dahin“, erklärt Banse.
Eine Unterzeichnung ist umso dringender, da das von C&A angekündigte neue Auditierungsverfahren weder die betroffenen ArbeiterInnen involviert, noch transparent ist und keine unabhängigen Überprüfungen vorsieht.
Die Kampagne für Saubere Kleidung wird in den nächsten Wochen ihre Aktivitäten fortsetzen, um von C&A und auch anderen Unternehmen, die in der Tazereen Fashions Fabrik ihre Textilien nähen ließen, Entschädigungszahlungen einzufordern und sie zur Unterzeichnung des Brandschutzabkommens zu bewegen.
INKOTA-CCC: Erneut Brandopfer bei KiK-Zulieferer in Bangladesch
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[Bonn/ Berlin, 29. Januar 2013] – Bei einem weiteren Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind am vergangenen Samstag (26. Januar) erneut sieben Arbeiterinnen ums Leben gekommen. An der Brandstelle wurden Label des Textildiscounters KiK gefunden. KiK und C&A sind bisher nicht, wie von der Kampagne für Saubere Kleidung gefordert, dem Brandschutzabkommen beigetreten. Auch die Entschädigungen für die Opfer des Brandes in der Tazreen-Fabrik vor zwei Monaten sind noch immer offen. Damals waren 112 Menschen gestorben.
Dieses Mal hat es in der Fabrik Smart Export Garments gebrannt. Da das Feuer in der Mittagspause ausbrach, befanden sich glücklicherweise die meisten der 300 Arbeiterinnen außerhalb des Gebäudes. Dennoch mussten sieben Arbeiterinnen sterben, vier waren jünger als 17 Jahre. An der Brandstätte wurden Labels der Firma KiK gefunden, aber auch von spanischen und französischen Unternehmen.
Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) klagt an: „Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis endlich europäische Modemarken und Einkäufer handeln und für umfassende Sicherheit und Arbeitsschutz bei ihren Lieferanten Sorge tragen?“
Das von bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen entwickelte Brandschutzabkommen wäre in diesem Zusammenhang ein wichtiger Vorstoß. Bisher wurde dieses auf europäischer Seite nur von Tchibo unterzeichnet. Seit Monaten fordert die internationale Kampagne für Saubere Kleidung, dass weitere Unternehmen dem Abkommen beitreten, damit es in Kraft treten kann. Metro, C&A, KiK und Lidl wurden direkt angefragt. Das EU-Parlament hat am 17. Januar 2013 das Brandschutzabkommen ebenfalls begrüßt und alle Markenunternehmen aufgefordert, diese Bemühungen zu unterstützen.
Außerdem wird erwartet, dass die Unternehmen rasch die dringend benötigten Entschädigungen für verletzte Arbeiterinnen, für Nothilfe und medizinische Versorgung zahlen. „Zahlreiche Näherinnen wurden nach dem Brand in der Tazreen-Fabrik in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie mussten sich verschulden, um die Rechnung zu bezahlen. Wer hilft diesen Frauen, die verletzt und arbeitsunfähig geworden sind“, fragt Frauke Banse, Koordinatorin der Eilaktionen der Kampagne für Saubere Kleidung. Gemeinsam mit Partnern in Bangladesch berechnete die Kampagne für Saubere Kleidung, dass mindestens 3 Millionen Euro Entschädigung an die Familien der Opfer des Brandes in der Tazreen-Fabrik gezahlt werden müssen.
Bisher hat KiK jede Zahlung von Entschädigung für die Opfer abgelehnt, weil es zum Zeitpunkt des Brandes keine Aufträge platziert hatte, dort aber von 2009 bis Mitte 2012 produzieren ließ. Ganz offensichtlich hat sich KiK um Brandschutzsicherheit auch damals nicht gekümmert.
Die Gewerkschaften in Bangladesch rufen zur sofortigen Festnahme der Fabrikbesitzer auf. Der Besitzer der Tazreen-Fabrik ist immer noch auf freiem Fuß. Seit der Brandkatastrophe sind die Gewerkschaften fast täglich auf der Straße und fordern Gerechtigkeit von ihrer Regierung und ihren Unternehmern.
Weitere Informationen
Forderungen der Gewerkschaften und der CCC bezüglich des Brandes in der Tazreen-Fabrik (englisch)
Bisherige Antworten von Unternehmen auf die Forderungen
Demo: Wir haben es satt! – Video und Bilder der Demo
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Mehr als 25 000 Menschen haben sich an der Demonstration “Wir haben es satt!” beteiligt. Ökologische Landwirte, Kleinbauern, Tierschützer, Umwelt- und Naturschützer, vegetarische und vegane Verbände, Solidaritätsorganisationen die Themen wie Land Grabbing und Hunger thematisiert haben: Sie alle waren am Erfolg der Demonstration beteiligt.
Auch die NaturFreunde Deutschland hatten sich mit gleich drei Aktionen an der Demonstration beteiligt:
- In der Demonstration hatten sich die NaturFreunde hinter dem Transparent: “Wir haben es satt! – Nein zu Land Grabbing und Nahrungsmittelspekulationen” gesammelt.
- Vor der FDP-Zentrale machten einige NaturFreunde eine witzige Aktion: “F.D.P. – Fast drei Prozent – Wir haben Euch satt!” (Das ist in Niedersachsen leider nicht gelungen)
- Bei der Abschlusskundgebung haben sich die NaturFreunde mit einem Info-Stand beteiligt.
Hier das Youtube-Video zur Demo:
Weiter gibt es bei Flickr auf meinem Account eine ganze Reihe von Fotos von der Demonstration:
Viel Spaß beim Stöbern!
INKOTA und ECCHR starten Video-Kampagne gegen Zwangs- und Kinderarbeit in der usbekischen Baumwollindustrie
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[Berlin, 15. Januar 2013] – Pünktlich zur Berliner Fashion Week starten INKOTA und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) eine Video-Kampagne und stellen den Kurzfilm „Cotton Dreams“, eine Produktion von „ecofilm nachhaltige Filmproduktion”, vor. Damit fordern sie VerbraucherInnen und Einzelhändler zum Handeln auf, um sicherzustellen, dass ihre Kleidung kein Produkt von Zwangs- und Kinderarbeit ist. VerbraucherInnen werden zudem gebeten, die Bundesregierung aufzufordern, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die staatlich organisierte Zwangsarbeit in Usbekistan zu beenden.
Jedes Jahr ab Oktober werden mehr als eine Millionen Kinder und Erwachsene vom usbekischen Staat, einem der repressivsten Regime der Welt, in die Baumwollfelder geschickt, wo sie wochenlang unter prekären Bedingungen Baumwolle pflücken müssen. Die Schulen bleiben dann über Wochen geschlossen. Widersetzen sich die Menschen den Anordnungen, drohen ihnen Geldbußen, riskieren sie sowohl ihren Job als auch Renten- und Kindergeldansprüche. Die mit der Baumwolle erwirtschafteten Gewinne kommen weder den Bauern noch denjenigen zugute, die zwangsweise und unter menschenunwürdigen Bedingungen in der Ernte arbeiten: Ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Profite fließt in die Taschen der Eliten rund um die korrupte usbekische Regierung.
Ein Großteil der in Usbekistan geernteten Baumwolle gelangt unter anderem in modischer Kleidung direkt oder über den asiatischen Markt nach Europa und damit nach Deutschland. VerbraucherInnen in Deutschland müssen daher davon ausgehen, dass auch ihre Textilien direktes Produkt moderner Sklaverei sind.
Einladung zur Podiumsdiskussion „Responsible Sourcing“ und Kurzfilmvorführung
Am Mittwoch, den 16. Januar 2013 um 16 Uhr laden das ECCHR und INKOTA im Rahmen der Ethical Fashion Show Berlin zur Podiumsdiskussion „Responsible Sourcing“ ein und präsentieren den Kurzfilm „Cotton Dreams“.
Zu Gast sind:
- Umida Niyazova, Uzbek-German Forum for Human Rights
- Claudia Kersten, Global Organic Textile Standard
- Berndt Hinzmann, INKOTA-Referent der Kampagne für Saubere Kleidung.
Die Veranstaltung findet im ewerk, Wilhelmstraße 43, 10117 Berlin-Mitte statt.
Link zum Video „Cotton Dreams“
Weitere Informationen
Hintergrundinformationen zur „Cotton Campaign“
INKOTA: Aktion vor dem Bundestag: So schützt die Bundesregierung Unternehmen – und tritt dabei Menschenrechte mit Füßen!
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[Berlin, 5. Dezember 2012] – Die verheerenden Brände in den Textilfabriken in Bangladesch und Pakistan machen einmal mehr deutlich: Die Bundesregierung muss endlich konsequent die Menschenrechte in der Modebranche wahren, statt sich immer wieder schützend vor die Unternehmen zu stellen und die Verantwortung auf die KonsumentInnen abzuwälzen. Mit einer Protestaktion anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember fordern AktivistInnen der Kampagne für Saubere Kleidung von der Bundesregierung deshalb verbindliche Regeln für Unternehmen, die mehr Transparenz und die Haftbarmachung für Schäden an Mensch und Umwelt in der weltweiten Lieferkette gewährleisten. Die AktivistInnen ziehen vor den Deutschen Bundestag und verleihen mit einem provokativen Straßentheater ihren Forderungen Nachdruck.
Gerangel, Hektik und Jubelschreie vor dem Bundestag: Eine Traube von Menschen stürzt sich auf schicke und trendige Klamotten. Freudenstürme brechen aus, über die billigen Schnäppchen. Plötzlich halten die Beteiligten inne, Fragezeichen stehen ihnen ins Gesicht geschrieben. „Woher kommen die Kleidungsstücke eigentlich?“ fragt eine Frau. „Wer hat sie wohl genäht und was dafür verdient, wenn das T-Shirt so billig ist?“ fragt ein Anderer. Sie wollen mehr wissen über die Produkte, die sie kaufen, und machen sich auf die Suche nach den Verantwortlichen. Doch bevor sie zu den Unternehmen vordringen, die ihnen eine Antwort schuldig sind, treten Kanzlerin Merkel und Bundesarbeitsministerin von der Leyen auf und stellen sich schützend vor die deutsche Industrie.
Mit dieser Szene macht die Kampagne für Saubere Kleidung, darauf aufmerksam, dass nicht nur die KonsumentInnen gefragt sind, wenn es um die Einforderungen von Unternehmensverantwortung geht. „Die Bundesregierung spielt eine entscheidende Rolle“, sagt Anna Weber von der INKOTA-Aktionsgruppe. „Merkel und Co. müssen sich endlich für die Rechte der Menschen stark machen statt nur für die, der Unternehmen“.
Vor allem auf EU-Ebene kann davon aber bisher nicht die Rede sein. Die Bundesregierung blockiert hartnäckig die so genannte Transparenzrichtlinie der EU-Kommission, welche die Offenlegungspflichten für Unternehmen verpflichtend machen will. Unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zusammen mit den Unternehmensverbänden BDI und BDA geht die Bundesregierung gegen den Vorschlag der EU-Kommission vor.
Die Brände in Bangladesch und Pakistan zeigen, dass die Blockadehaltung der Bundesregierung inakzeptabel ist. Deshalb fordert die Kampagne für Saubere Kleidung:
- Haftbarmachung der Unternehmen für die gesamte Lieferkette,
- Transparenz: Einführung von Offenlegungspflichten für Unternehmen,
- Klagemöglichkeiten für Geschädigte.
Hintergrundinfos zum Brand in Bangladesch
Hintergrundinfos zur Kampagne für Saubere Kleidung
Protestaktion zum Tag der Menschenrechte
Wann: 10. Dezember 2012, um 11 Uhr
Wo: Vor dem Deutschen Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Die beste Crew der Welt – INKOTA tanzt für ArbeiterInnen von PT
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[Berlin, 15. November 2012] – Mit einer spektakulären Aktion am kommenden Samstag fordert die INKOTA-Aktionsgruppe den deutschen Sportartikelhersteller adidas auf, die ausstehenden Abfindungszahlungen in Höhe von 1,8 Millionen US-Dollar an die indonesischen ArbeiterInnen des Zulieferbetriebs PT Kizone auszuzahlen. Bereits seit zwei Jahren weigert sich der Konzern, die Summe zu zahlen und gerät deswegen zunehmend unter Druck. Mit einer globalen Protestwoche riefen jetzt Organisationen aus den USA, England, Holland, Österreich und der Schweiz zu öffentlichen Aktionen auf, um adidas zur Verantwortung ziehen.
Aufruhr vor der adidas-Filiale in Berlin. Indonesischer Hip-Hop dröhnt aus dem Ghettoblaster. Zu den basslastigen Beats tanzt eine Gruppe von INKOTA-AktivistInnen. Die einen sind als coole Hipster gekleidet, die anderen als ArbeiterInnen von PT Kizone. Sie tragen einen Tanzwettbewerb aus. „Ihr sucht die beste Crew der Welt?” fragen die AktivistInnen. „Das sind wir, die ArbeiterInnen von PT Kizone!”
Was wollen sie mit der Aktion erreichen?
Das szenische Spektakel ist eine provokative Anspielung auf die aktuelle Image-Kampagne von adidas mit dem Titel „adidas #represent”. Damit sucht der Konzern zurzeit nach der coolsten und kreativsten Crew der Welt. Diese Kampagne parodieren die AktivistInnen nun. Während Jugendliche in den Metropolen der Welt sich nämlich als Crews zusammentun, um mit Streetart, Breakdance und Beat-Boxen das trendige Image von adidas zu repräsentieren, warten die indonesischen ArbeiterInnen von PT Kizone noch immer auf 1,8 Millionen US-Dollar Entschädigungen. Diese Summe schuldet der deutsche Sportartikelhersteller den ArbeiterInnen bereits seit zwei Jahren – und weigert sich nach wie vor, sie auszuzahlen.
„Damit muss endlich Schluss sein!”, so Dorothée Decker von der INKOTA-Aktionsgruppe. „adidas sucht weltweit nach der besten Crew und übersieht dabei, dass die ArbeiterInnen in Indonesien diesen Wettbewerb schon längst gewonnen haben. Deshalb fordern wir, dass adidas die ArbeiterInnen nicht belohnt, aber endlich angemessen entlohnt!”
Mit der für Samstag geplanten Aktion beteiligt sich die INKOTA-Aktionsgruppe an der „Global Week of Action Against adidas”. Ein breites Bündnis von Organisationen in den USA, England, Holland, Österreich und der Schweiz haben im Rahmen dieser Woche zu verschiedenen Aktionen aufgerufen. Vor allem bei Facebook und Twitter wurde ein regelrechter Sturm der Entrüstung entfacht: Mit hunderten Kommentaren und Posts an der Facebook-Pinnwand von adidas sowie zahlreichen Tweets forderten Menschen auf der ganzen Welt die Auszahlung der ausstehenden Abfindungen an die ArbeiterInnen von PT Kizone.
Wann: Samstag, 17. November 2012, 12 Uhr
Wo: Weltzeituhr, Alexanderplatz Berlin

