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NaturFreunde: Weltklimabericht: Der ökologische Kolonialismus spitzt sich zu

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naturfreunde haende geschnitten

 

Berlin, 31. März 2014 – Zum 2. Teilbericht des 5. Sachstandberichts zum Klimawandel erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

 

 

Der Weltklimarat (IPCC) hat sich in Yokohama auf den 2. Teilbericht des 5. Sachstandberichts zum Klimawandel geeinigt. Aus der umfangreichen „Blauen Bibel“ der Wissenschaftler entstand in einem Abstimmungsprozess mit mehr als 190 Ländervertretern eine Zusammenfassung für Öffentlichkeit und Politik. Weil Regierungsvertreter bei den Beratungen dabei sind, wurden einerseits Teile des Berichts „abgemildert“. Andererseits sind es nun offizielle Dokumente, die von einzelnen Staaten nicht mehr infrage gestellt werden können.

 

 

 

Im Gegensatz zum 4. Sachstandsbericht geht das IPCC nicht mehr von denkbaren Szenarien auf der Basis von möglichen Annahmen aus, sondern von einer klaren Risikoannahme. Auch waren die Verhandlungen nun weitgehend sachlich. Vor sieben Jahren waren viele Wissenschaftler noch entsetzt, wie knallhart Regierungsvertreter einen wirtschaftlichen Egoismus vertraten und wissenschaftliche Ergebnisse polemisch niedermachten.

 

 

 

Alternativen: Die uns bekannte Erde zerstören oder den Klimawandel sozial-ökologisch gestalten

 

Faktisch übernimmt der IPCC das Konzept des Anthropozäns, das Nobelpreisträger Paul Crutzen im Jahr 2000 zur Beschreibung der heutigen Erdepoche vorgeschlagen hat. „Das menschlich gemachte Neue“ beschreibt den krisenhaften Erdzustand, den der Mensch verursacht, weil er die Erde formt. Die Alternative, die der Bericht beschreibt, heißt: Weitermachen und die Erde zerstören – oder aber den Klimawandel gestalten: sozial und ökologisch.

 

 

 

Aktuelle Erkenntnisse zur Erderhitzung lösen nicht mehr große Debatten aus

 

Der aktuelle IPCC-Bericht beschreibt, mit welcher Geschwindigkeit sich die Naturverhältnisse verschieben: die atmosphärische Zirkulation, die Rhythmen und Strecken der Zugvögel, die Verschiebungen in der Landwirtschaft, das Abschmelzen der Gletscherregionen. Die Zusammenhänge werden immer klarer. Erschreckend ist, dass diese Erkenntnisse kaum noch eine öffentliche Debatte auslösen. Es hat einen Gewöhnungs- und Anpassungsprozess gegeben.

 

 

 

Der ökologische Kolonialismus schlägt zurück

 

Der ökologische Kolonialismus, der seit der industriellen Revolution durch den Aufstieg des Kapitalismus und dem Megaverbrauch der Kohlenstoffspeicher begann, führt in eine Welt, die auf den Menschen selbst zurückschlägt. Die erste Etappe ist bereits verloren, denn vor allem die ärmsten Weltregionen sind abgeschrieben, dem Klimawandel geopfert. Der Klimawandel ist von daher ein doppelter Kolonialismus – gegen die Natur und gegen die Armut.

NaturFreunde: 5. IPCC-Sachstandsbericht: ein Dokument des Versagens

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Die erste Schlacht gegen die Erderwärmung hat die Weltgemeinschaft längst verloren

 

Berlin, 30. September 2013 – Zum 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

naturfreunde haende geschnittenDer Weltklimarat hat in Stockholm den ersten Teil des 5. Sachstandsberichts beraten und veröffentlicht (AR 5 des IPCC). Er trägt den Titel „Die naturwissenschaftliche Grundlagen – Klimawandel 2013“. Dem IPCC, der global vom Umweltbüro (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) organisiert wird, gehören Vertreter aller 195 Mitgliedsstaaten an. An diesem Bericht waren 209 Leitautoren aus 39 Ländern beteiligt. Hinzu kommen weitere 600 Autoren und 50 kritische Begutachter. Immerhin 16.124 Einwände, Anmerkungen und auch Kritik wurden ausgewertet, begründet zurückgewiesen oder eingearbeitet.

 

„Blaue Bibeln“ der Klimawissenschaft

Diese umfassenden Erhebungen des wissenschaftlichen Sachstands sind die „blauen Bibeln“, die in der alleinigen Verantwortung der Wissenschaftler liegen. Daraus wird in Verantwortung der Wissenschaftler eine rund 60- bis 80-seitige Zusammenfassung erstellt. Zudem gibt es eine 25- bis 35-seitige Zusammenfassung für Politikmacher. Während der wissenschaftliche Bericht in der Hand der Wissenschaftler liegt, sind die Delegationen der IPCC-Abstimmungskonferenzen auch mit Verwaltungsvertretern, Politikern oder Juristen besetzt. Insofern ist es dort innerhalb einer gewissen Bandbreite möglich, wissenschaftliche Aussagen zu verdrehen oder zu entschärfen.

 

Klimaskeptiker sind wissenschaftsfeindlich

Kein anderer wissenschaftlicher Bericht der Welt wird so intensiv debattiert und geprüft. Von daher ist zum Beispiel die Kritik, die vor kurzem WELT-Redakteur Henryk M. Broder an dem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) geübt hat, ein dreistes Stück polemischer Wissenschaftsfeindlichkeit. Broder verglich das UBA, das den Stand der Klimawissenschaft wiedergegeben hatte, mit der Reichskulturkammer. Broder selbst argumentierte dabei mit den Behauptungen der selbst ernannten Klimaskeptiker, die zwar medial wirksam den Klimawandel abstreiten, aber in keiner anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift dazu einen kompetenten Artikel schreiben könnten.

 

Zur Entwarnung besteht kein Anlass

Im neuen Bericht wird in vier Szenarien der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 ermittelt. Nur ein Szenario bleibt dabei knapp unterhalb der kritischen 2-Grad-Grenze. Die anderen übersteigen diesen entscheidenden Wert deutlich, wobei der schon dramatische Folgen für viele Erdregionen haben wird. Beim Meeresspiegel wird eine mittlere Erhöhung um 55 Zentimeter erwartet, was allerdings in dieser Form auch schon unmittelbar nach dem AR 4 berechnet wurde. Entscheidend sind die Wellenhöhen, die damit ausgelöst werden, und nun deutlich höher prognostiziert werden.

 

Zur Entwarnung besteht also kein Anlass. Im Gegenteil: Die Grunddaten sind seit Ende der 1980er-Jahre bekannt. Die Zeit für Gegenmaßnahmen läuft davon, weil es nicht zu durchgreifenden Maßnahmen kommt. Dass der Bundesumweltminister jetzt erklärt, nun stünde der Klimawandel unbestreitbar fest, ist dabei einfach nur noch peinlich.

 

Der ökologische Kolonialismus geht weiter

Richtig ist: Durch das zögerliche Verhalten der Weltgemeinschaft wurde die erste Schlacht gegen die Erderwärmung bereits verloren. Vor allem einige der ärmsten Weltregionen wurden dem Klimawandel bereits geopfert, denn in den nächsten 50 Jahren wird ein Prozess ablaufen, den wir bestenfalls ein wenig abmildern, aber nicht mehr stoppen können.

 

Der Klimawandel schreitet unverändert voran. Und damit ist der 5. Sachstandsbericht auch ein Dokument des Versagens der Weltgemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel. Der ökologische Kolonialismus geht weiter.

NaturFreunde: Fritz Vahrenholt, ein verantwortungsloser Klimaleugner

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Berlin, 6. Februar 2012 – „Fritz Vahrenholt ist ein verantwortungsloser Leugner des menschgemachten Klimawandels“, kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, das heute von Vahrenholt veröffentlichte Buch ‚Die kalte Sonne‘. Müller zufolge versuche Vahrenholt, seine Leser mit pseudowissenschaftlichen Betrachtungen zu täuschen. Seine Arbeit sei keine Fußnote wert.

 

Müller zufolge sei Fritz Vahrenholt die lebendig gewordene Wankelmütigkeit. Politisch habe Vahrenholt sich von einem Vertreter des Sozialdemokratischen Hochschulbundes (SHB) mit der Ideologie des Staatsmonopolistischen Kapitalismus zum rechten Sozialdemokraten entwickelt, beruflich vom Umweltsenator zum RWE-Manager, ökologisch vom Seveso-Kritiker zum Klima-Leugner.

 

Die von Vahrenholt in seinem Buch vorgebrachten Behauptungen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel ein Produkt von Politikern und den USA sei, hält Michael Müller für ebenso grotesk wie verantwortungslos: „Warum sind die USA dann heute Hauptgegner konkreter Klimaschutzmaßnahmen? Warum nehmen weltweit die Wetterextreme zu?“

 

Laut Müller unterschlägt Vahrenholt wesentliche Fakten:

Erstens stütze der Weltklimarat (IPCC) seine Prognosen nicht nur auf die Kohlendioxid-These, sondern führe vier Hauptbelege für den Klimawandel an:

a) Die Paläoklimatologie mit ihren historischen Vergleichen,

b) die zwischenzeitlich sehr differenzierten Computersimulationsmodelle,

c) den Abgleich der historischen Wetterdaten sowie

d) die Bewertungen aus der Entwicklung der Treibhausgase.

 

Müller kritisiert auch Vahrenholts Behauptung, der Weltklimarat habe die oszillierenden Meeresströmungen und die Sonnenaktivitäten nicht in seine Berechnungen einbezogen. Im Gegenteil seien selbst der Vulkanismus und biogene Faktoren vom IPCC berücksichtigt worden. Schließlich sei auch falsch, dass sich alle IPCC-Berechnungen allein auf das Kohlendioxid stützten. Auch der Weltklimarat unterscheide zwischen trockenem und feuchtem Treibhauseffekt, wozu etwa der hochwirksame Wasserdampf gehöre.

 

„Mit seiner pseudowissenschaftlichen Betrachtung versucht Fritz Vahrenholt seiner Leserinnen und Leser zu täuschen“, erklärt Müller: „Diese Arbeit ist keine Fußnote wert.“

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