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Aufruf zur Belagerung, Protestaktion und Kundgebung an der Rheinmetall-Zentrale am 13. Mai 2013 (12 –14 Uhr)

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Keine Leopard 2-Panzer nach Saudi-Arabien!
Rheinmetall-Aktien abstoßen!

Aufruf zur Belagerung, Protestaktion und Kundgebung an der Rheinmetall-Zentrale
am 13. Mai 2013 (12 –14 Uhr)
in Düsseldorf-Derendorf

aktie rheinmetall blutRheinmetall baut mit am Leopard-2-Panzer, von denen 270 – 600 nach Saudi-Arabien exportiert werden sollen. Saudi-Arabien ist eine menschenrechtsverachtende Diktatur. Am 14.5. findet die Hauptversammlung der Aktionäre von Rheinmetall im Berlin im Maritim-Hotel statt. Dort werden auch Aktionen vorbereitet. Wir wollen am Vortag, 13.5., in Düsseldorf die Konzernzentrale belagern und die Blutaktien mit einer Demonstration und Besetzung des Eingangs der Zentrale anprangern.

Die Bundesregierung hat 2011 in geheimer Sitzung des Bundessicherheitsrats die Genehmigung für den Export von 270 Leopard-2 A7+- Panzern nach Saudi-Arabien erteilt. Die Firmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall sind die Profiteure dieses mörderischen Geschäfts. Rheinmetall rühmt sich: „Der Leopard 2 ist der leistungsfähigste Kampfpanzer der Welt und zugleich das Waffensystem mit der größten internationalen Verbreitung“ (Firmen-Seite).

Saudi-Arabien: Menschenrechte werden mit Füßen getreten: Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie. Die Verfassung des Landes enthält keine politischen Grundrechte. Oppositionelle Kräfte werden unterdrückt. 2011 hat Saudi-Arabien mit Panzern geholfen, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu zerschlagen.

Der Leopard 2 A7+-Panzer ist speziell ausgerüstet für den Einsatz gegen Aufständische in städtischen Gebieten. Er eignet sich damit zur inneren Repression. Zugleich soll er evtl. in einem Krieg gegen Iran zum Einsatz kommen.

Der Panzer-Export nach Saudi-Arabien widerspricht sogar den Exportgrundsätzen der Bundesregierung. Er ist durch nichts zu rechtfertigen. Er dient nur den Geschäftsinteressen deutscher Waffenschmieden und deutscher geopolitischer Interessenabsicherung.

Die Aktionäre von Rheinmetall haben eine Verantwortung: sie machen sich mitschuldig an Prepression und Krieg.

Unsere p o l i t i s c h e n Forderungen:
Die Bundesregierung muss die Exportgenehmigung widerrufen!
Die Aktionäre von Rheinmetall sind aufgefordert, den Vorstand nicht zu entlasten
und die Aktien abzustoßen!
Die Mitarbeitenden von Rheinmetall sind aufgefordert, die Produktion von Panzern
für Saudi-Arabien mit ihren Mitteln zu verhindern.

BETEILIGT EUCH am 13. Mai 2013 an den gewaltfreien Protestaktionen an der Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf-Derendorf, Rheinmetall Platz 1. (Vom HBF: Straßenbahnen 707 oder 715, Richtung Unterrath bis Tannenstraße).

Aktionselemente:
Um die Rheinmetall-Zentrale herum wird eine Dauermahnwache angemeldet. Wir haben ein Kundgebungs-Auto.
Wir wollen auf der Treppe zur Konzernzentrale Blutaktien verteilen und das Panzergeschäft anprangern. Weitere symbolische Aktionen sind in Planung. Bringt eigene Ideen mit! Die Aktion steht unter dem Schutz des Versammlungsrechts. Falls Teile der Versammlung aufgelöst werden, kann man sich zum öffentlich genehmigten Platz begeben. Nichtentfernen aus einer aufgelösten Versammlung kann evtl. als Ordnungswidrigkeit belangt werden.

Veranstalter: Aktionsbündnis Rheinmetall entrüsten!
Aktuelle Infos zur Aktion: www.leo-kette.de/Rechtsinfos: vgl. www.grundrechtekomitee.de/node/376
Infos zu weiteren Aktionen: aufschrei-waffenhandel.de

NaturFreunde: Die Lieferung von Leopard 2-Panzern und Panzerhaubitzen an Katar ist nicht zu verantworten

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NaturFreunde fordern Verbot von Rüstungsexporten

naturfreunde haende geschnittenBerlin, 19. April 2013 – „Der geplante Rüstungsdeal der Münchner Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit dem Emirat Katar ist nicht akzeptabel“, erklärtUwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. „Die NaturFreunde fordern die Bundesregierung auf, diesen Waffendeal zu verhindern, und endlich die Forderung nach der Festschreibung eines Verbots von Waffenexporten im Grundgesetz zu unterstützen.“

Wie Krauss-Maffei Wegmann mitteilte, hat der Waffenproduzent mit Katar einen Vertrag über die Lieferung von 62 Kampfpanzern Leopard 2 und 24 Panzerhaubitzen 2000 abgeschlossen. „Der Riesenauftrag über nahezu 1,9 Milliarden Euro verstößt gegen menschenrechtliche und friedenspolitische Grundsätze“, so Hiksch.

Wieder einmal sollen für die Interessen der Rüstungslobby Waffen mitten in ein Spannungsgebiet geliefert werden. Das Emirat Katar ist de facto Kriegspartei im Bürgerkrieg in Syrien, da es Waffen an die Aufständischen liefert. Gleichzeitig ist es undemokratisch und begeht Menschenrechtsverletzungen.

Menschenrechte in Katar werden massiv verletzt

In Katar werden die Frauenrechte missachtet und Frauen diskriminiert. Das Land, das seinen Reichtum auf hunderttausende ausländische Arbeitsmigranten aufbaut, beutet diese aus und beschäftigt sie unter Bedingungen, die den internationalen Arbeitsnormen nicht entsprechen. Die Gerichte verhängen barbarische Strafen: Der Konsum von Alkohol oder „unerlaubte sexuelle Beziehungen“ werden mit bis zu 100 Peitschenhieben bestraft. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Katar erheblich eingeschränkt: Wer Kritik an der Armee, dem Emir oder der Religion äußert, wird mit hohen Haftstrafen bedroht. Auf den Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion steht in dem völlig veralteten Rechtssystem die Todesstrafe.

Der UN-Menschenrechtsrat forderte Katar auf, die Lage der Menschenrechte deutlich zu verbessern und seine Verpflichtungen zur Umsetzung der Menschenrechte zu erfüllen. Nichts davon wurde umgesetzt. Dies scheint die Bundesregierung jedoch nicht zu interessieren und als Belohnung für diese menschenrechtspolitisch fatale Entwicklung in Katar wird das Regime mit hochmodernen Waffen überhäuft.

Mit dem Leopard 2 wird Katar einer der modernsten Kampfpanzer der Welt geliefert. Auch die Panzerhaubitze 2000 ist eines der modernsten Artilleriesysteme auf dem Rüstungsmarkt. Die Haubitze kann bis zu 40 Kilometer weit schießen und trifft auf diese Entfernung bis auf 30 Meter genau ihr Ziel.

Die NaturFreunde kritisieren, dass mit diesem neuen Rüstungsdeal die Bundesregierung ihre Rüstungsexportpolitik weiter forciert und Waffen in Spannungsregionen liefert. Für die Interessen der Rüstungsfirmen wird die zahlungskräftige Golfregion immer weiter hochgerüstet.

NaturFreunde aktiv im Bündnis „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“

Die NaturFreunde engagieren sich im Bündnis „Aktion Aufschrei“, das sich für ein Verbot von Rüstungsexporten und dessen Verankerung im Grundgesetz einsetzt. Die knapp 20 Trägerorganisationen kommen zumeist aus der Friedensbewegung sowie kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen. Mehr Informationen unter: www.aufschrei-waffenhandel.de.

Proteste gegen den Export von Leopard-2-Kampfpanzern in Freiburg, Heidelberg und Düsseldorf

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Information für die Presse/Medien

 

 

 

 

 

 

Am 26. Oktober 2012 werden in Freiburg, Heidelberg und Düsseldorf gewaltfreie Aktionen gegen den Verkauf von Leopard-2-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien, Katar und Indonesien stattfinden. Damit werden die Proteste gegen die Geheimbeschlüsse des Bundessicherheitsrates und die Exportvorhaben der deutschen Rüstungsindustrie fortgesetzt und verschärft.

 

Freiburg

In Freiburg wird ab 16.00 Uhr eine Protestkundgebung am Platz der Alten Synagoge stattfinden. Dazu ruft ein Bündnis von 13 Organisationen auf, dem außer den örtlichen Friedensgruppen u.a. auch Gewerkschaften (DGB, ver.di und GEW), das Eine Welt Forum Freiburg, Attac und der UStA der PH Freiburg angehören.

Bei der Veranstaltung werden Jürgen Grässlin, Sprecher der „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!“, Luise Hoffmann-Grotzvon AmnestyInternational und der Schriftsteller Jürgen Lodemann sprechen. Musikbeiträge kommen von Theodor Ziegler sowie von Konstantin Wecker, der zwar nicht persönlich anwesend sein wird, aber Lieder und eine Grußbotschaft geschickt hat und Mitglied des Personenbündnisses „Legt den Leo an die Kette!“ ist.

Kontakt: Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden – Christoph Besemer
buero.freiburg@wfga.de, Tel. 0761-43284

 

Heidelberg

In Heidelberg wird um 15.00 Uhr eine Mahnwache vor dem Rüstungszuliefererbetrieb Rockwell & Collins (HD-Wieblingen, Grenzhöfer Weg 36) stattfinden.
Mia Lindemann vom Heidelberger Bündnis „Stoppt den Waffenhandel“ wird einen Redebeitrag halten und Jane Zahn & Ursula Kowald-Stöckmann werden Musik gegen Militarismus und Krieg machen.

Um 15.30 Uhr findet eine Demo-Straßenbahnfahrt zum Bismarckplatz mit anschließendem Demonstrationszug zum Bunsenplatz (Hauptstraße) statt begleitet von den Sambartistas.
Dort wird um 16.00 Uhr eine zweite Mahnwache durchgeführt.
Renate Wanie
von der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden spricht zum Thema „Stoppt den Waffenhandel – Legt den Leo an die Kette!“.

Kontakt: Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden – Renate Wanie
buero.heidelberg@wfga.de, Tel. 06221-161978

 

Düsseldorf

 

In Düsseldorf findet am 26.10. eine Blockadeaktion an der Zentrale der Leopard-Zulieferer-Firma Rheinmetall statt. Treffpunkt ist um 7.00 Uhr in Düsseldorf-Derendorf an der Ecke Ulmenstraße/Rheinmetallallee.

Die Protestaktion und gewaltfreien Blockade der Rheinmetall-Zentrale (Reinmetall Platz 1) wird bis ca. 12.00 Uhr andauern.

Danach führt ein Demonstrationszug zum Marktplatz/Rathaus, wo um 13.00 Uhr eine Kundgebung abgehalten wird.

Aus dem Aktions-Aufruf:

„Wir fordern von den Mitarbeitenden von Rheinmetall, am 26.10. das Geschäft mit dem Waffenhandel ruhen zu lassen, und vom Rheinmetall-Vorstand, den Ausstieg aus diesem Panzer-Geschäft zu beschließen!“

Aktionskonsens: „Wir wollen eine gemeinsame gewaltfreie Aktion vor der Rheinmetall-Zentrale am 26.10.12, Beginn 7.00 Uhr, durchführen, die sich mit Protest und Elementen einer Blockade/Menschenteppich/Umzingelung gegen den Leopard-Export nach Saudi-Arabien richtet. Um die Rheinmetall-Zentrale herum wird eine Dauermahnwache angemeldet. Wir werden die Zugänge zur Waffenschmiede besetzen. Im Falle polizeilicher Absperrungen findet unsere Blockade an den Durchlässen der Polizeiketten statt. Unsere politische Botschaft lautet: In der Zentrale der Waffenschmiede Rheinmetall, soll für einen Tag die Arbeit ruhen. Stattdessen soll der Konzern den Ausstieg aus dem Panzergeschäft beschließen. Um 13.00 Uhr werden wir zusätzlich eine Protestkundgebung am Marktplatz/Rathaus veranstalten.“

Erfolgreiche Blockade der Waffenlobby-Zentrale von Krauss-Maffei Wegmann in Berlin

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Auftakt für Proteste in Berlin, Kassel, Friedrichshafen und Oberndorf/Neckar vom 31. 8. – 3. 9. 2012

 

Merkel vor einem Ausstieg aus dem Waffenhandel?

 

Aktivist/innen des Bündnisses „Legt den Leo an die Kette!“ im Rahmen von „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ blockierten den Eingang der Waffenlobby-Zentrale des Leo-Produzenten Krauss-Maffei Wegmann am Pariser Platz in Berlin. Sie schmückten den Eingang mit Großplakaten mit einer Karikatur von Bundeskanzlerin Merkel als Panzerkommandantin und mit Slogans wie „Merkel: Den Leo an die Kette“ oder „Krauss-Maffei Wegmann aufgrund von Protesten geschlossen“.

 

Anschließend zelebrierten die Aktivisten eine laudatio für den KMW-Firmenboss Bode auf einem Großfoto und ließen einen „Beauftragten der Bundesregierung“ auftreten, der im Namen der Kanzlerin erklärte: „Für die Bundesregierung sind großdimensionierte Rüstungsexporte außerhalb der NATO und in Spannungsgebiete sowie in Diktaturen im Moment nicht aktuell. Der Leo wird nicht nach Saudi-Arabien oder anderswohin geliefert.“

 

Damit – so erklärte einer der Koordinatoren der Kampagne, Prof. Peter Grottian – wollten die Protestler einen Lernprozess der Kanzlerin beflügeln, sich nicht mehr gegen die Mehrheit der Bevölkerung, der Öffentlichkeit und der eignen Wähler zu stellen, sondern die obskuren Waffendeals einzustellen – auch im Blick auf den Wahlkampf 2013. „Menschenrechte hochhalten und klammheimlich Rüstungsexporte betreiben, passt nicht zusammen“, erklärte Kampagnensprecherin Christine Hoffmann von pax christi.

 

Die Berliner Aktionen haben ihre vielfältige Entsprechung in Kassel, Friedrichshafen und Oberndorf/Neckar. In Oberndorf/Neckar werden 150 Musiker am 3. 9. ein ganz besonderes Konzert vor der Waffenschmiede Heckler & Koch geben. Das Musikermotto lautet: „Vom Waffenhandwerk geht nur Unheil aus!“

 

Aktion Aufschrei: Kein Panzer Deal mit Indonesien

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Aktion Aufschrei fordert Bundesregierung zum Verzicht auf dieses Geschäft auf

Menschenrechtsverteidiger in Indonesien brauchen Unterstützung

 

 

“Wir fordern Kanzlerin Angela Merkel auf, Anfragen aus Indonesien zum Kauf von Leopard 2 Panzern abzulehnen. Der Verkauf von Panzern an die indonesische Regierung, wäre ein falsches Signal. Minderheiten in Indonesien sind Repressionen durch Polizei und Armee ausgesetzt. In der Vergangenheit hat es vielfach Tote bei Übergriffen von Polizei und Armee gegeben. Opposition und religiöse Minderheiten werden eingeschüchtert und attackiert. Den Sicherheitskräften werden immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen und der Einsatz unverhältnismäßiger Gewalt angelastet. Morde, Vergewaltigungen und Misshandlungen bleiben straffrei” erklärt pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann heute in Berlin.

 

“Statt Waffengeschäften braucht Indonesien deutliche Signale der Unterstützung für die Menschenrechtsverteidiger und Minderheiten im Land. Die Bundesregierung sollte ihre Möglichkeiten nutzen, die indonesische Regierung zum aktiven Menschenrechtsschutz und zur Bekämpfung der Korruption auffordern” so Hoffmann, die zugleich Sprecherin der Kampagne gegen Rüstungsexport “Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!” ist.

 

In den Niederlanden wurde der Verkauf gebrauchter Leopard 2 Panzern an Indonesien nach heftigem Protest aus der Bevölkerung durch das Parlament gestoppt. Die Menschenrechtslage in Indonesien spielte dabei eine entscheidende Rolle. „Es wäre fatal, wenn gerade Deutschland die kluge, richtige Entscheidung der Niederlande unterlaufen würde“, sagte Hoffmann. Indonesien interessiert sich für den Kauf von rund 100 Leopard-Panzern aus Bundeswehrbeständen.

Scheitert der Panzerdeal mit Saudi-Arabien am Eigentümerstreit bei Krauss-Maffei Wegmann?

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Presseinformation, Freitag, 8. Juni 2012

Wenn sich Waffengeschäfte mit Familienstreitigkeiten kombinieren, ist der Laufsteg der seriösen Berichterstattung wie des Boulevard eröffnet. Um was geht es? Das politische Beschweigen des Panzerdeals mit 270 Leopard-Panzern nach Saudi-Arabien hat Merkel bisher nur mühsam durchhalten können. Die Verträge von Krauss-Maffei Wegmann mit dem saudi-arabischen Verteidigungsministerium sind weit fortgeschritten. Merkel fürchtet eine öffentliche Debatte in der Vorphase des Wahlkampfes 2013, die bei den Bürgerinnen und Bürgern, ja selbst bei CDU/CSU- und FDP-Anhängern nur verloren werden kann. Inzwischen haben sich mobilisierungsfähige, 120 Gruppen-starke Bündnisse der Zivilgesellschaft formiert, die entlang der Leo-Zulieferbetriebe im Bodenseeraum, in Düsseldorf, Kassel und München sowie dem Tatort Berlin Protestaktionen bis zum zivilen Ungehorsam für September/Oktober angekündigt haben. 

Schwerwiegende Probleme für den Saudi-Deal drohen jetzt aus einer völlig unerwarteten Ecke. Die 38 Eigentümerinnen und Eigentümer des Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann scheinen im Streit darüber zu liegen, wie und ob der Panzerdeal überhaupt zu rechtfertigen ist. Einer der Miteigentümer, Burkhart von Braunbehrens, machte in einem WDR-Interview (6.6.12) den Streit der Eigentümerfamilien der Rüstungsschmiede öffentlich: Auf die Frage des Moderators, was er über die Positionen anderer Anteilseigner zum Panzerdeal wisse, antwortete von Braunbehrens: „Ich kenne einige, die das nicht gut finden.“ Er bekannte sich dabei ausdrücklich zu einer europäisch ausgerichteten Rüstungsindustrie, obwohl er als Staatsbürger gleichzeitig „Nein“ zum Leo-Export sage. Auch andere Eigentümer räumen den internen Streit ein, ohne namentlich zitiert werden zu wollen.

In den oft liberalen Eigentümerfamilien brodelt es, was sehr nachhaltige Folgen haben könnte: für den 17. Juni wurde nun eine Krisensitzung aller 38 Anteilseigner an einem noch geheimen Ort einberufen. Bis dahin haben sich alle Beteiligten auf ein Stillschweigen gegenüber den Medien geeinigt. Selbst Burkhart von Braunbehrens sagte eine für den 12. Juni geplante öffentliche Diskussionsrunde mit dem künstlerischen Leiter der Aktion „25.000 Euro“ (http://www.25000-euro.de) in Berlin kurzfristig ab.

Einige Häuser der Eigentümerfamilien werden sicherheitstechnisch nachgerüstet, um gegen Belästigungen jeder Art besser geschützt zu sein. Eine Eigentümerin hat ihr Haus verlassen und an einem „einsamen Ort“ Quartier bezogen. Eine „reale persönliche Bedrohung“, die Burkhart von Braunbehrens konstatiert, ist verständlich, aber irreal. Es gibt keine Menschen in der Protest-Szene, die den Anteilseignern von Krauss-Maffei Wegmann auch nur ein Haar krümmen wollen. Aber in den Protest-Szenen gegen den Waffenhandel und den Leo-Export gibt es konkrete Überlegungen, „Spaziergänge“ zu den Eigentümerfamilien des Konzerns zu unternehmen, die gewaltfrei und unter Achtung der persönlichen Integrität gleichwohl die politische, persönliche und berufliche Verantwortungslosigkeit der Eigentümerfamilien anprangern wollen. Vorbild ist der Grunewald-Spaziergang zu den Bänkern und Politikern vom September 2002 anlässlich des Berliner Bankenskandals.

So könnte es in der Eigentümersitzung vom 17. Juni 2012 zur Sensation kommen, wenn die Eigner von Krauss-Maffei Wegmann beschließen, die geplante Lieferung der 270 Leopard 2 A7+ Panzer nach Saudi-Arabien platzen zu lassen. Der Panzerdeal steht auf der Kippe, was der Kanzlerin des Aussitzens so ungelegen nicht käme: weil die Bevölkerung den Leo-Export ablehnt, die Zivilgesellschaft mobil macht, die Eigentümer von Krauss-Maffei Wegmann streiten und die Kanzlerin schweigt, um in diesem Konflikt nicht zu verbrennen. Es ist offen, ob wir demnächst 270 Schokoladen-Panzer oder ein knallhart durchgezogenes Rüstungsgeschäft besichtigen können.

Peter Grottian
Philipp Ruch

NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!

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Berlin, 8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über 55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der arabischen Halbinsel bei.

 

Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.

 

Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000 Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken!

 

Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen, wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der deutschen Rüstungsindustrie.

 

Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika (12%).

 

Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009 wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den „Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen, Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen, Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme genehmigt.

 

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

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