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NaturFreunde: Henryk M. Broder, der Klimawandel und das Umweltbundesamt – nicht einmal schlechtes Kabarett
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Berlin, 25. Mai 2013 – Der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller kritisiert den in der WELT erschienenen Beitrag Henryk M. Broders zum Klimawandel: „Weil das Umweltbundesamt (UBA) auf Bitten des Bundesumweltministeriums (BMU) den Stand der Klimawissenschaft zusammengefasst hat, ist das Amt für Broder in Anlehnung an die Reichskulturkammer die „Bundesklimakammer“. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten des Umweltbundesamtes, das seit Arbeitsbeginn des Weltklimarates in die wissenschaftlichen Debatten intensiv eingebunden ist, hat er nicht nötig. Für ihn ist die Aussage des Amtes, dass die Klimadebatte in der Wissenschaft als geklärt angesehen wird, schon der ‚Weg in eine zweite DDR‘.“
Broder, der in den letzten Jahrzehnten stramm von links nach rechts marschiert sei, verstehe von allem etwas. So natürlich auch vom anthropogenen Klimawandel mehr als die besten Klimaforscher der Welt. Ein Wunderknabe, der sein phänomenales Wissen mit einem unüberbietbaren Zynismus, abstoßender Demagogie und unsinnigen historischen Vergleichen garniere.
„Man ist fassungslos, wie ein rechter Journalist mit der Menschheitsherausforderung Klimawandel umgeht,“ so Müller. Der Angriff Henryk M. Broders sei ein Angriff auf die gesamte Weltgemeinschaft, denn die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auf die sich das Umweltbundesamt beziehe, könnten nur einstimmig verabschiedet werden, und alle am 4. Sachstandsbericht beteiligten 192 Staaten hätten ihm zugestimmt.
Und der Angriff gelte auch allen Bundesregierungen seit März 1991. Damals habe als erster Helmut Kohl in einem Kabinettsbeschluss den Klimawandel nicht nur angesprochen, sondern die Verantwortung der Politik Gegenmaßnahmen zu ergreifen, betont. Die Bundesrepublik sei damals weltweit zum Vorkämpfer für die Senkung der Treibhausgase geworden. Diese Politik hätten die folgenden Regierungen von Schröder bis Merkel fortgesetzt. Müller folgert: „Sie sind also alle – angeleitet von der „Reichsklimakammer“ Umweltbundesamt – auf dem Weg in eine Meinungsdiktatur. Herr Broder, Sie sind nicht ernst zu nehmen. Das wäre bei einem unwichtigen Thema egal, aber nicht bei einer existentiellen Frage wie dem Klimawandel.“
NaturFreunde Berlin: Ausbau der A 100 ist verkehrspolitische Irrsinn
0Zum Spatenstich für die geplante Stadtautobahn A 100 erklärt der stellvertretende Vorsitzende der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:
Ausbau der A 100 ist verkehrspolitische Irrsinn
NaturFreunde fordern Ende der Verkehrspolitik der 50er Jahre
Berlin, 07. Mai 2013 -– Die Berliner Politik scheint mit ihren Bauplanungen alle Negativrekorde überbieten zu wollen: Eine Flughafenplanung an den umweltpolitischen und verkehrspolitischen Realitäten vorbei, die Bebauung des Tempelhofer Feldes gegen den Mehrheitswillen der Berliner Bevölkerung, das Ignorieren eines gewonnen Volksentscheids bei Mediaspree mit einer Zerstörung einer einzigartigen kulturellen Infrastruktur und nun die teuerste und unsinnigste Autobahn Deutschlands.
Die geplante Verlängerung der A 100 ist verkehrspolitischer Irrsinn und eine riesige Verschwendung von Steuermitteln. Bundesverkehrsminister Ramsauer und der Regierende Bürgermeister von Berlin Wowereit setzten sich hier ein Denkmal für eine verkehrspolitische Fehlplanung. Die A 100 wird Berlin verkehrspolitisch nicht entlasten, sondern zu weiteren Staus und Verschmutzung in der Innenstadt beitragen. Verkehrspolitisch ist sie unnötig und umweltpolitisch unverantwortlich.
Die NaturFreunde fordern den Berliner Senat auf, diesen Irrsinn zu stoppen und mit dem Bundesverkehrsministerium zu verhandeln, die 500 Millionen für die Autobahn in den Neubau von Straßenbahnstrecken zu investieren. Wichtige verkehrspolitische Projekte für Berlin wären zum Beispiel:
- Die Verlängerung der Straßenbahn von der Warschauer Straße bis zum Hermannplatz.
- Der Neubau einer Straßenbahnlinie vom Alexanderplatz über den Potsdamer Platz bis zum Rathaus Steglitz.
- Den Weiterbau der Straßenbahn vom Hauptbahnhof nach Moabit.
- Den Anschluss des Märkischen Viertels an die Straßenbahn mit einer Verlängerung bis nach Frohnau.
Die jetzige Verkehrspolitik des Berliner Senats ist gescheitert. Der Senat verfolgt in Berlin eine verfehlte Verkehrspolitik der 50er Jahre. Noch immer wird die autogerechte Stadt geplant und einer nachhaltigen Verkehrspolitik vorgezogen. Mit diesem Steinzeitplanungen verbaut der Senat eine zukunftsfähige Verkehrspolitik für Berlin.
NaturFreunde fordern: keine neuen Tagebaue in der Lausitz
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Zerstörung von Umwelt und sozialen Strukturen muss ein Ende haben
Berlin, 24. April 2013 – „Der geplante Ausbau des Braunkohletagebaus in der Lausitz ist eine Investition in die Vergangenheit. Wer die Energiewende und den Klimaschutz ernst nimmt, muss die Region für eine Zukunft ohne Braunkohle fit machen“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der am 25. April stattfindenden öffentlichen Sitzung des Braunkohleausschusses in Bautzen.
Am Wochenende tagten Umweltexperten der NaturFreunde im ostsächsischen Rietschen, in der Nähe des für eine Erweiterung vorgesehenen Tagebaus Nochten. Der international organisierte Verband fordert in einer Resolution („Rietschener Erklärung“), die Förderung und Nutzung der Braunkohle auslaufen zu lassen. Statt neuer Tagebaue brauche die Region zukunftsfähige Konzepte, die der Zerstörung der Umwelt und sozialer Strukturen ein Ende setzten.
Die NaturFreunde kritisieren die Pläne des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, bis zum Jahr 2035 fünf weitere Tagebaue in der Lausitz zu erschließen. Die Braunkohlenutzung widerspreche den klimapolitischen Zielen Europas und der Energiewende, zerstöre Natur und Landschaften, verstoße gegen die europäische Wasserrahmenrichtlinie und mache eine nachhaltige Entwicklung unmöglich, heißt es in der „Rietschener Erklärung“. Unlängst hatte ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für Aufsehen gesorgt, in dem Ökonom Prof. Dr. Christian von Hirschhausen die Ausbaupläne Vattenfalls für „energiewirtschaftlich nicht gerechtfertigt“ erklärt.
Bereits heute sind die negativen Folgen des Braunkohletagebaus überall in der Lausitz spürbar: Die Spree droht zu verockern – eine Gefahr für die Grundwasserversorgung bis nach Berlin. Seen und Flüsse versauern, der gewässerökologische Lebensraum wird zerstört. Menschen, Tiere und Pflanzen müssen den auf Jahrzehnte unbewohnbaren Sandwüsten der Tagebaue weichen. „Der Braunkohleabbau gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Kultur und Tourismus in der Region und damit eine Grundlage für die Arbeitsplätze der Zukunft“, so Kuhlwein.
Deshalb unterstützen die NaturFreunde Deutschlands auch das Aktionsbündnis „Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II“, eine Initiative von Anwohnern, Umweltverbänden und Parteien.
„Rietschener Erklärung“ als PDF-Download www.umwelt.naturfreunde.de
NaturFreunde: Der Agrarskandal in Europa geht weiter
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EU-Parlament genehmigt Subventionen ohne ökologische Gegenleistung
Berlin, 15. März 2013 – „Die Verbraucher in Europa haben kein Verständnis dafür, dass rund 60 Milliarden Euro jedes Jahr in die falschen Kanäle geleitet werden“, erklärte Eckart Kuhlwein, umweltpolitischer Sprecher der NaturFreunde Deutschlands, anlässlich der jüngsten Entscheidung des Europäischen Parlaments zur EU-Agrarpolitik.
Die NaturFreunde Deutschlands haben mit großer Enttäuschung auf die Entscheidung des Europäischen Parlaments reagiert, auch in Zukunft Großbauern und Agrarfabriken ohne ökologische Gegenleistung zu subventionieren. Damit wird der Agrarskandal fortgesetzt, durch den Natur und Landschaft für weitere Jahre zerstört werden.
Wie Kuhlwein mitteilte, habe sich eine Mehrheit im Europäischen Parlament am Mittwoch dagegen ausgesprochen, die EU-Agrarpolitik zukünftig stärker ökologisch auszurichten und damit für eine bessere gesamtgesellschaftliche Legitimation zu sorgen, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. So habe das Parlament eine große Chance vertan, Vertrauen in Europa zu fördern.
Von einer „Agrarreform“, die von vielen Umwelt- und Naturschutzverbänden auch in Deutschland gefordert worden war, kann nun nicht mehr die Rede sein. Nicht nur die von der EU-Kommission vorgeschlagenen ökologischen Auflagen bei den Direktzahlungen für Landwirte wurden abgeschwächt. Die Mehrheit der Abgeordneten will auch neue Instrumente zur Einkommensstabilisierung und Versicherungssysteme für Landwirte aus den Mitteln für die Förderung des ländlichen Raums finanzieren. „Der Grundsatz, dass öffentliches Geld für öffentliche Güter ausgegeben werden muss, wird mit dieser Entscheidung komplett untergraben“, kritisiert Kuhlwein. Damit werde die öffentliche Legitimation für einen der größten Brocken aus dem EU-Haushalt verspielt.
NaturFreunde: Die deutsche Tourismuspolitik muss sozialökologischer werden
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Die Bedürfnisse der vom Tourismus betroffenen Menschen sollten im Mittelpunkt stehen
Berlin, 6. März 2013 – Anlässlich des Beginns der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Die Bundesregierung muss ihre Tourismuspolitik dringend verändern: Statt der wirtschaftlichen Interessen der internationalen Tourismuskonzerne müssen endlich die Bedürfnisse der vom Tourismus betroffenen Menschen in den jeweiligen Zieldestinationen in den Mittelpunkt gestellt werden. Diese benötigen bedarfssichernde Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie den dauerhaften und verlässlichen Schutz ihrer natürlichen Ressourcen.
Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen in die Natur, damit sie sich dort erholen können. Doch der vorherrschende, stark ökonomisch dominierte Massentourismus gefährdet mittlerweile massiv die sozialökologischen Grundlagen des Tourismus.
Verschärfter Wettbewerb führt zu sozialen und ökologischen Problemen
Besonders kritisch sehen die NaturFreunde, dass durch den verschärften Wettbewerb und die Zunahme der „last-minute-Angebote“ touristische Leistungen oft weit unter dem Gestehungspreis angeboten werden. Der zunehmende Kostendruck führt besonders in den Zieldestinationen zur weiteren Missachtung von Umweltschutzvorschriften und verhindert die Durchsetzung von sozialverträglichen Arbeitsbedingungen und existenzsichernden Löhnen.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine grundsätzliche Umorientierung hin zu einem nachhaltigen Tourismus. Sie setzen sich für die Festlegung von internationalen Mindeststandards bei der Sicherung der Arbeitsbedingungen der im Tourismus Beschäftigten sowie den Schutz der Umwelt in den Tourismusdestinationen ein.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern von der Bundesregierung,
> die Mittel im Bundeshaushalt für die Entwicklung und Finanzierung von Projekten im Sektor des sozialen und ökologischen Tourismus deutlich aufzustocken;
> alle öffentlichen Förderungen für Tourismusunternehmen und -verbände an die Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards und die Einhaltung von Tarifverträgen zu koppeln;
> sich für die Schaffung von effektiven Kontrollmechanismen zur Einhaltung von Menschenrechten im Tourismussektor einzusetzen;
> sich dafür einzusetzen, dass alle internationalen Abkommen zur Förderung des Tourismus und zur Förderung von Investitionen internationaler Tourismusunternehmen so weiterentwickelt werden, dass die Umwelt geschützt, Menschenrechte gesichert und die Rechte der vom Tourismus Betroffenen gewahrt werden.
Die bedeutet vor allem:
• international verbindliche Standards durchzusetzen, damit in wasser- und landarmen Tourismusgebieten der Bau von Golfplätzen und großen Hotelanlagen den Zugang der Bevölkerung zu Wasser und Land nicht verhindert;
• internationale Regeln für Kreuzfahrtschiffe weiterzuentwickeln, damit die zunehmende Verschmutzung der Meere durch den Kreuzfahrttourismus eingedämmt wird;
• international verbindliche Standards durchzusetzen, damit durch den zunehmenden Massentourismus in Ländern des globalen Südens die Rechte auf Nahrung, sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung nicht eingeschränkt werden;
• ein verbindliches internationales Abkommen durchzusetzen, dass Tourismusunternehmen verpflichtet, die ILO-Kernarbeitsnormen, die UN-Leitlinien über Wirtschaft und Menschenrechte sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen konsequent einzuhalten.
Oxfam warnt: Politik fördert Investoren statt kleinbäuerliche Landwirtschaft
0Agrarminister-Gipfel in Berlin
Oxfam warnt: Politik fördert Investoren statt kleinbäuerliche Landwirtschaft
Berlin, 18. Januar 2013. Morgen diskutieren Agrarminister/innen aus über 80 Staaten auf dem Global Forum for Food and Agriculture in Berlin die Förderung der globalen Ernährungssicherung und ländlichen Entwicklung durch verantwortliche Investitionen in die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Oxfam fordert den internationalen Agrarminister-Gipfel auf, die Entwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in den Fokus zu stellen und verweist auf eine aktuelle Studie. Die Studie „Tipping the balance“ (auf Deutsch: „Kippen der Balance“) kommt zu dem Schluss, dass Regierungen und Organisationen in der Agrarförderung zu viel Aufmerksamkeit auf gute Rahmenbedingungen für private Investitionen von Unternehmen legen. „Tipping the balance“ wurde von Oxfam und dem IIED, dem International Institute for Environment and Development, London erstellt.
„Wer den Hunger bekämpfen will, muss vorrangig den Zugang von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen zu Land und Wasser sicherstellen und ihre traditionellen und informellen Märkte fördern“, erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Die FAO schätzt, dass 50,2 Milliarden US-Dollar jährlich an öffentlichen Ausgaben notwendig sind, um den Hunger bis 2025 zu bekämpfen.
Große Landflächen als Anreiz für private Investitionen
Viele Organisationen – ob FAO oder Weltwirtschaftsforum – sowie die deutsche Bundesregierung und andere Geldgeber sehen im Agrobusiness den Motor für die globale Nahrungsmittelproduktion. Sie unterstützen Regierungen in Entwicklungsländern dabei Investoren anzulocken. Dafür wurde unter anderem Land zu niedrigen Preisen zur Verfügung gestellt. Unternehmen konnten so große Landflächen erwerben. „Der Verkauf bzw. die Pacht von Land zu günstigen Konditionen an Investoren benachteiligt die kleinbäuerliche Landwirtschaft“, kritisiert Wiggerthale. Zudem ignorierten Investoren vielfach die Rechte und Bedürfnisse armer Menschen, die das Land vorher bearbeiteten und davon lebten. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen würden auch finanziell von Regierungen weniger unterstützt. In Brasilien seien 2009-2010 sechs Mal mehr öffentliche Gelder in den Agrobusiness-Sektor als in die bäuerliche Landwirtschaft geflossen, so Wiggerthale weiter.
Kleinbäuerliche Landwirtschaft Schlüssel zum Kampf gegen Hunger
Kleinbauern und Kleinbäuerinnen werden zwar oft als Zielgruppe benannt, aber bei der Gestaltung von Politik und Projekten nicht einbezogen. „Die Bedürfnisse der Mehrheit der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bleiben häufig außen vor“, kritisiert Wiggerthale. „Wenn die Bundesregierung hierzulande und die Regierungen dort die Lebenssituation der Mehrheit der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verbessern wollen, müssen sie sich mit ihnen an einem Tisch setzen“, so Wiggerthale. Die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist ein Schlüssel im Kampf gegen den Hunger, da dadurch die lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln verbessert und die Einkommen von Familien auf dem Lande erhöht werden.
Hintergrundinformationen zu Investitionen in die Landwirtschaft finden Sie hier: http://www.oxfam.de/publikationen/investitionen-in-landwirtschaft
Die Studie „Tipping the Balance“ von Oxfam und IIED finden Sie hier: http://www.oxfam.de/publikationen/tipping-the-balance
Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI): Fehlplanung BER – Ein Fass ohne Boden
0Pressemitteilung
Fehlplanung BER – Ein Fass ohne Boden
Notwendigkeit einer ernsthaften und lösungsorientierten Standortdiskussion
Berlin, 08.01.2012:
Nach Presseveröffentlichungen vom Wochenende (mittlerweile von den Verantwortlichen vollumfänglich bestätigt) wurde der Eröffnungstermin des BER »Willy Brandt« auf unbestimmte Zeit (2014 oder später) verschoben. Zu den bisher schon eingeplanten Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro wurde heute pauschal eine weitere Milliarde für die Behebung der nun eingestandenen “grauenhaften” Probleme und Verzögerungen veranschlagt. Einen wirklichen Überblick über Schäden, Zeitverzug und Kosten hat jedoch bislang noch niemand. Sollte der BER dennoch eines Tages eröffnet werden, erhalten die Steuerzahler für ein Vielfaches der veranschlagten Baukosten einen, bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung unterhalb der Kapazitätsgrenze dimensionierten anwohnerfeindlichen Flughafen inmitten von Wohn- und Erholungsgebieten. Nach den derzeitigen Plänen der Deutschen Flugsicherung würden die Flugrouten künftig vom Standort Schönefeld aus das Berliner Stadtgebiet und das Brandenburger Umland dauerhaft mit Lärm und gesundheitsschädigenden Emissionen belasten.
Mit dem heutigen Offenbarungseid bietet sich den politisch Verantwortlichen aus Bund, Berlin und Brandenburg die historische Chance, die Fehlplanung BER grundsätzlich in Frage zu stellen und einen zukunftsweisenden Neustart zu vollziehen. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative fordert eine ernsthafte und lösungsorientierte Standortdiskussion für einen funktionstüchtigen Großflughafen BER an einem geeigneten Standort. Dazu ein Sprecher der Friedrichshagener Bürgerinitiative: “Der BER ist ein Fass ohne Boden. Berliner und Brandenburger Bürger dürfen nicht endlos weiter geschröpft werden für ein Projekt, das sich niemals amortisieren kann. Die Geldvernichtungsanlage BER belastet über den Länderfinanzausgleich zudem auch dauerhaft alle Bundesbürger. Deshalb ist die unverzügliche Entwicklung eines Alternativstandorts nicht nur ein Gebot des Lärmschutzes, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Milliarden für die Schönefelder Bauruine sind an einem zukunftsfähigen Standort besser investiert.”
Es macht keinen Sinn, weiteres Steuergeld an einem Standort zu versenken, der ca. 1,5 Millionen Menschen mit Lärm belasten wird und von dem sämtliche Fachleute und mittlerweile auch alle Parteien überzeugt sind, dass er falsch ist. Vielmehr sollten die Gesellschafter umgehend die Chance nutzen, und mit den Planungen für einen freifinanzierten Großflughafen außerhalb der dicht besiedelten Wohngebiete beginnen. Einen solchen Flughafen braucht die Region Berlin-Brandenburg, er könnte zudem Entlastungswirkungen für Problemstandorte in ganz Deutschland entfalten und auf Dauer die Anforderungen an eine moderne Infrastruktur mit dem Grundrecht der Menschen auf die körperliche Unversehrtheit in Einklang bringen.
Jenseits dicht bewohnter Siedlungsgebiete ließe sich ein Drehkreuz mit durchgehendem Betrieb organisieren. Bedarfsgerechte Erweiterungen müssten künftig nicht gegen den Widerstand und zum Schaden hunderttausender Betroffener durchgesetzt werden.
Die Errichtung eines freifinanzierten neuen Flughafens könnte zudem Steuergeld sparen, da die Erschließungskosten eines neuen Standortes weit unter den noch zu erwartenden Investitionskosten (incl. der noch ausstehenden Kosten für den notwendigen Schallschutz der Anwohner von ca. 500 Millionen Euro) am jetzigen Standort Schönefeld liegen würden. Auch die in allen Betrachtungen bisher vernachlässigten hohen Kosten für die gesundheitlichen Schäden der betroffenen Anwohner (Quelle: Greiser-Studie) würden entfallen.
Mit einer solchen Entscheidung hätten alle etablierten Parteien die Chance, ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen und den Bürgern in unserem Land ein Stück Vertrauen in demokratische Entscheidungsprozesse zurückzugeben.
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Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI)
Aktionstag gegen Fluglärm in Berlin am 24.11. mit 5000 Demonstrierenden
0Internationaler Aktionstag gegen Lärm. Die Demonstration am 24. November begann am Potsdamer Platz und endet vor der SPD-Parteizentrale
Berlin – Am 24. November 12 haben Demonstranten aus Berlin und Brandenburg vor der SPD-Parteizentrale die Lärmwende in Deutschland lautstark eingefordert. Hierzu gehören die verbindliche Einführung eines bundeseinheitlichen Nachtflugverbots von 22.00-06:00 Uhr, transparente Planungsprozesse an Flughäfen und eine ehrliche Bürgerbeteiligung bei Flugrouten.
Der Aktionstag ist Teil eines Jahrzehntelangen Widerstandes der Anwohner_innen von Flughäfen gegen den stetig zunehmenden Fluglärm.
Die Demonstrierenden haben an der SPD-Parteizentrale einen „Denkzettel” übergeben. Dieser enthält die im Internet gesammelten Meinungen von Bürger_innen aus ganz Deutschland zum Nachtflugverbot.
Derzeit ruft die Bundes-SPD den Bürgerdialog aus: „Reden wir über gerechte Gesellschaft” und „Was muss besser werden in Deutschland?” Diesen Dialog werden die Demoteilnehmer einfordern und zum Abschluss der Kundgebung ihre Vorstellungen tausendfach auf Postkarten direkt im Willy-Brandt-Haus abgeben.
Ein Volksbegehren zur Einführung eines Nachtflugverbots in Berlin war knapp gescheitert. Ein ähnliches Volksbegehren in Brandenburg wurde als erstes in Brandenburg gewonnen und hat damit die zweite Stufe geschafft. Die Regierungsspitzen beider SPD-geführten Bundesländer haben in der Vergangenheit wiederholt klar gemacht, dass sie sich nicht für ein Nachtflugverbot, und damit für den Gesundheitsschutz ihrer Bürger_innen, einsetzen werden.
NaturFreunde: Doha und die Tragödie des globalen Klimaschutzes
0Doha und die Tragödie des globalen Klimaschutzes
NaturFreunde Deutschlands fordern Peter Altmaier auf, in Klimafragen endlich Tacheles zu reden
Berlin, 11. Dezember 2012 – „In den abgekühlten Sitzungsräumen von Doha haben sich erneut diejenigen durchgesetzt, die es lieber heiß mögen“, kritisierte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die Ergebnisse der letzten Weltklimakonferenz. Bundesumweltminister Altmaier müsse jetzt endlich Tacheles reden und gerade die Wirtschaftskrise als Anlass begreifen, die Klimaschutzaktivitäten massiv zu verstärken: „Ein internationales Klimaschutzprogramm wäre auch der beste Weg für mehr Beschäftigung.“
Immer zum Jahresende wiederhole sich ein böses Ritual, so Müller: Weltklimakonferenzen als inszenierte Mammutveranstaltungen. Im Jahr 1992 sei in Rio noch einstimmig beschlossen worden, die Atmosphäre nur soweit zu belasten, wie es zu keiner dauerhaften Schädigung im Klimasystem kommen könne. „20 Jahre später hat sich umgerechnet auf Kohlendioxid die Konzentration der schädlichen Treibhausgase nahezu verdoppelt. Deutlicher kann das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft nicht beschrieben werden“, kritisierte Müller die Ergebnisse der Klimadiplomaten.
Fahrplan des endlosen Scheiterns
„Obwohl das eigentlich unzureichende Zwei-Grad-Ziel einer globalen Erwärmung wahrscheinlich nicht mehr eingehalten werden kann, wird mittlerweile selbst der schwächste Kompromiss schon als Erfolg bezeichnet“, so Müller. „Der Widerspruch zwischen dem Wissen über die Klimagefahren und der Handlungsunfähigkeit der Staatengemeinschaft ist eine Tragödie. Solange nicht endlich ein Punkt unter dieser Prozedur des endlosen Scheiterns gemacht wird, werden wir immer wieder von ‚Meilensteinen‘ und ‚Fahrplänen‘ hören. So haben auch alle Bundesumweltminister der letzten zehn Jahre geredet. Hauptsache, es geht weiter.“
Die NaturFreunde Deutschlands verlangen von Bundesumweltminister Altmaier, in der Bundesregierung und auch in der EU endlich Tacheles zu reden. Selbst die Kooperation von Durban, wo die EU gut mit den Entwicklungs- und Schwellenländern zusammengearbeitet hatte, sei in Doha folgenlos geblieben. Tatsächlich habe sich die EU nicht nur mutlos, sondern geradezu ängstlich gezeigt.
Dabei müsste gerade die Wirtschaftskrise als Anlass begriffen werden, die Klimaschutzaktivitäten massiv zu verstärken. Ein internationales Klimaschutzprogramm wäre auch der beste Weg für mehr Beschäftigung und eine sozialökologische Transformation der Gesellschaft, betonte Müller.
„Stattdessen aber werden wir wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren dasselbe Elend erleben“, erklärte Müller: „Ein absolutes Versagen der Staatengemeinschaft, das die Zukunft kommender Generationen ruiniert und dabei auch noch als Erfolg verkauft wird.“
100 Jahre sächsische Begeisterung für die NaturFreunde-Idee…
0Pressemitteilung der NaturFreunde Deutschands, Landesverband Sachsen e.V. :
21.11.2012
100 Jahre sächsische Begeisterung für die NaturFreunde-Idee…
…unter diesem Motto laden die Naturfreunde Sachsen e.V. alle NaturFreunde und Interessierte am 24.November 2012 ab 14.00 Uhr zu unserer Festveranstaltung in das Dresdener Volkshaus ein. Die NaturFreunde gründeten 1912 den Gau Sachsen im Touristenverein Die NaturFreunde und damit die Landesvertretung der NaturFreunde-Ortsgruppen in Sachsen. Damals konnte niemand absehen, welche Berg- und Talfahrten unser sächsischer Verband im Laufe von 100 Jahren erwarten wird. Vieles erschien auf den ersten Blick unmöglich, aber durch das Engagement der Mitglieder für die NaturFreunde-Idee wurden die gesetzten Ziele auch erreicht. Diese Begeisterung half uns auch über die viele Jahrzehnte hinweg, in denen die Naturfreunde als selbständige Organisation verboten waren. Heute sind in ganz Sachsen knapp eintausend Mitglieder verteilt und unser Vorstandsvorsitzender Tilmann Schwenke, der gleichzeitig das Amt des stellvertretendes Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands inne hat, lobt das vielfältige Engagement aller Ortsgruppen und der Naturfreundejugend Sachsen. Denn die Begeisterung für die Naturfreunde-Idee lebt in Sachsen, auch nach 100 Jahren noch!
Die 1895 gegründete Naturfreundebewegung zählt mit 500.000 Mitgliedern in rund 50 Mitglieds- bzw. Partnerorganisationen weltweit zu den größten Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Unsere Mitglieder sind in lokalen Ortsgruppen / Sektionen aktiv und werden durch Regional-, Landes- und Bundesverbände vertreten.
Weitere Informationen unter www.die-naturfreunde-sachsen.de