Chaostag im Kultusministerium

Heute ist einer dieser Tage, die zumindest in die regionalen Geschichtsbücher eingehen werden, ein Tag voller Chaos im Kultusministerium.

Es begann alles mit der Entlassung von Staatssekretär Jürgen Staupe und der Versetzung von Matthias Hüchelheim, zwei engen Vertrauten des Kultusministers. Dies geschah wohl als Reaktion des Ministerpräsidenten auf die bisher ungekannte Offenheit des Kultusministers zum Lehrermangel und dem Mogel-Bildungspaket.

Es folgte eine für mich erfreuliche Entscheidung, dass das Sportressort zu Innenminister Markus Ulbig wechseln soll. Das Chaos, das derzeit im Kultusministerium um Bildungspaket und Lehrereinstellungen herrscht, ist schließlich durch den Kultusminister kaum noch zu bewältigen. Dem Stellenwert, den der Sport im Freistaat Sachsen eigentlich einnehmen sollte, konnten das Ministerium und an der Spitze der zurzeit gnadenlos überforderte Minister nicht mehr gerecht werden. Der Sport im Freistaat hat Besseres verdient.

Vollkommen überrascht war ich aber, dass kurz nach dieser Entscheidung dann der Rücktritt des Ministers für Kultus und nun nicht mehr Sport folgte. Dieser Schritt ist meines Erachtens konsequent und längst überfällig. Wöller genoss weder das Vertrauen der Schüler und Lehrer noch den Rückhalt im eigenen Kabinett. Durch konsequente Leugnung und Schönfärberei, hat er es zu verantworten, dass das Lehrerproblem so lange verschleppt wurde, daran ändert auch der Sinneswandel der letzten Wochen nichts. Es bleibt nun die Frage, ob die Staatsregierung mit einem neuen Kultusminister unter Sparkommissar Unland die Kraft hat, die drohende Misere abzuwenden. Bei der Konzeptlosigkeit der letzten Jahre und der systematischen Täuschung der Wählerinnen und Wähler wage ich dies allerdings zu bezweifeln.

Ein Kommentar zu “Chaostag im Kultusministerium”

  1. Verena Meiwald sagt:

    Also, nur es noch mal klarzustellen – das Ausräubern des Kultusressorts durch den Ministerpräsidenten und den Finanzminister sind neben der jahrelangen Ignoranz ein eklatantes Problem. Das Umsetzen von Abteilungsleitern, Ressortchefs und Staatssekretären nach Gutsherrenart erzeugt hier nur am Rande noch einen faden Beibeschmack! Wenn sich die Landesregierung jetzt hinstellt und ein Weiter-so in der Bildungspolitik beschwört ist keinem geholfen. Und kein Problem an den Schulen gelöst. Was die Frage der Zuständigkeit für den Sport anbelangt kann ich nur hoffen, dass der Innenminister neben allen anderen Aufgaben Zeit findet, mit den Akteurinnen und Akteuren zu reden, nicht zuletzt auch mit dem LSB. Und da die Haushaltberatungen für den kommenden Doppelhaushalt angelaufen sind hoffe ich, dass er schnell ein Gehör für die anstehenden Aufgaben auch im Sportstättenbau findet.

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